Wie Arzneimittel den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen können

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1 Schlaflos durch Medikamente? Wie Arzneimittel den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen können Leipzig (2. Oktober 2009) - Vom 12. bis 14. November treffen sich im Congress Center Leipzig über Experten um die neuesten Erkenntnisse über Schlafstörungen und Schlaferkrankungen zu diskutieren. Veranstalter des größten deutschen Fachtreffens dieser Art ist die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). "Früher dachte man, dass Schlafstörungen eine Folge anderer Erkrankungen sind. Heute weiß man, dass es oft umgekehrt ist: Viele Krankheiten verstärken sich oder existieren gar nur, weil der Betroffene schlecht schläft", so Prof. Dr. Geert Mayer, Präsident der DGSM. "Gerade Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben oft ihre Ursache in schlechtem Schlaf über längere Zeiträume hinweg. Wir haben außerdem einen signifikanten Zusammenhang zwischen 1 / 5

2 Schlafstörungen und Krankheiten wie Demenz oder Parkinson festgestellt", betont er weiter. Ein Thema der diesjährigen Tagung ist zudem der Einfluss von Medikamenten auf den Schlafrhythmus. Fast jeder zweite Patient, der seinen Hausarzt konsultiert, leidet unter Problemen mit der Nachtruhe. Häufig haben psychiatrische Erkrankungen, Asthma, Bronchitis, fieberhafte Infekte oder Herz-Kreislauf-Leiden mit Schlafmangel Auswirkungen auf den gesunden Schlaf. Aber auch die Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen von Medikamenten können auf vielerlei Weise das normale Schlafgeschehen beeinflussen. 2 / 5

3 Nicht jeder Patient bekommt die gleichen Nebenwirkungen, vielmehr tragen individuelle Faktoren, wie Medikamentenwechselwirkungen, Alter, Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme, Tagesaktivität, Schlafrhythmus und auch die genetische Veranlagung dazu bei, ob und wie stark sich Arzneimittelwirkungen auf den Schlaf auswirken. Umso wichtiger ist es, dass für die Erfassung einer Schlafstörung die gesamte Medikation eines Patienten erfasst und auf Einflüsse auf den Schlaf geprüft wird. Im Sinne einer individualisierten Medizin sollten Störungen des Schlafes, wenn sie durch Medikamente ausgelöst oder verstärkt werden, individuell angegangen werden erklärt Julia Kirchheiner, Professorin für Klinische Pharmakologie an der Universität Ulm. Dies könne manchmal schon durch eine Änderung der Einnahmezeit erreicht werden, in anderen Fällen müssten Medikamente umgestellt, Wechselwirkungen beseitigt 3 / 5

4 oder die Dosis geändert werden. Während Schlafstörungen für die Außenwelt eher unauffällig sind, können medikamentöse Effekte auf die Reaktions- und Aufnahmefähigkeit tagsüber durchaus ernst zu nehmende Folgen haben: Bis zu sieben Prozent der jährlich rund 2,2 Millionen Verkehrsunfälle in Deutschland sind auf medikamentenbedingte Fahruntüchtigkeit zurückzuführen und führen zu einem volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Das gesamte Programm und alle Informationen rund um den Schlafkongress in Leipzig finden Sie unter m2009.de 4 / 5

5 Für die Öffentlichkeit wird es am Samstag, den 14. November 2009 von Uhr ein Patientenforum zum Thema Wie gesund ist ihr Schlaf? geben. Moderiert wird die Diskussionsrunde von Dr. Franziska Rubin. Der Eintritt ist frei und es besteht für alle Interessierten die Möglichkeit ihre Fragen direkt an die Experten zu stellen. Das Patientenforum findet im Hörsaal im Operativen Zentrum (OPZ), Liebigstraße 20 in Leipzig statt. Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vom / 5

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