Geheime Entrückung? Eine Studie über Mt. 24,40.41

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1 Geheime Entrückung? Eine Studie über Mt. 24,40.41 Vorgelegt von Christian Vogel

2 Inhaltsverzeichnis 1 EINLEITUNG LINGUISTISCHE ANALYSE DAS WORT παραλαµβανω Grundsätzliche Bedeutung παραλαµβανω im NT oxq;l' im AT DAS WORT αφιηµι Grundsätzliche Bedeutung ZWISCHENERGEBNIS LITERARISCHE ANALYSE LITERARISCHE GATTUNG DER KONTEXT Der unmittelbare Kontext Der weitere Kontext DIE PARALLELSTELLE IN LK. 17, ZUSAMMENFASSUNG BIBLIOGRAPHIE

3 1 Einleitung Die Wiederkunft Jesu ist eine der zentralen Lehren des Christentums. Seit über zwei Jahrtausenden wartet die Christenheit gespannt auf dieses Ereignis. Und immer wieder kommt dabei die Frage auf, wie und wann Jesus auf diese Erde zurückkehren wird. Die Antworten auf diese Fragen fallen freilich ganz unterschiedlich aus. Eine Ansicht, die sich vor allem in den USA 1 großer Popularität erfreut, ist die Lehre von der geheimen Entrückung, welche besagt, dass die Gläubigen zu einem bestimmten Zeitpunkt auf geheimnisvolle Weise in den Himmel entrückt werden. Ein Text, der in diesem Zusammenhang immer wieder erwähnt wird, ist Mt. 24,40.41 (bzw. die Parallelstelle in Lk. 17,34.35): Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen und einer gelassen; zwei [Frauen] werden an dem Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen. Diesem Abschnitt aus der Endzeitrede Jesu wollen wir uns in der vorliegenden Studie widmen. Dabei wollen wir vor allem zwei Fragen nachgehen: 1. Kann diese Aussage Jesu als Beleg für die Lehre von der geheimen Entrückung verwendet werden? Und 2. Welche Bedeutung haben die Begriffe genommen und gelassen in diesem Abschnitt? Diese zweite Frage ist deshalb interessant, weil es immer wieder Ausleger gibt, die behaupten, die traditionelle Auslegung 2 dieser Verse sei falsch, der Text müsse genau anders herum verstanden werden. 3 Erst kürzlich wurde diese Sichtweise z.b. von Louis Torres, einem adventistischen Evangelisten aus Amerika, propagiert 4, der damit unter 1 Ich erwähne hier nur das Buch von Tim LaHaye Die letzten Tage der Erde, welches in den USA zum Bestseller wurde. 2 Diese besagt, dass die Gläubigen in den Himmel genommen und die Ungläubigen für das Gericht gelassen werden. Wir finden diese Auslegung bereits bei Luther, der die griechischen Begriffe mit angenommen und preisgegeben übersetzt. 3 Das würde bedeuten, dass die Ungläubigen zum Gericht genommen werden, während die Gläubigen gelassen werden. 4 Louis R. Torres, Left Behind or Sincerely Taken, Remnant Publications, Weitere Vertreter dieser Auslegung sind Albert Barnes in Notes on the New Testament Vol. 1, London, o.j., 262, der sich allerdings nicht genau festlegt, und ein anonymer Autor in einer adventistischen Publikation, His Glorious Appearing: An Exposition of Matthew 24, Washington, D.C., 1910, 101f. 3

4 anderem versucht, die Lehre von der geheimen Entrückung zu widerlegen. 5 Dabei behauptet er plenty of Bible evidence 6 auf seiner Seite zu haben. Diese Behauptung gilt es natürlich genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu werden wir zunächst die beiden griechischen Begriffe, die den Worten genommen und gelassen zugrunde liegen, genauer untersuchen, um herauszufinden, ob diese Ansicht eine legitime Auslegung darstellt. Im zweiten Teil der Arbeit werden wir dann eine literarische Analyse vornehmen. Hier wird vor allem der Kontext eine wichtige Rolle spielen. In welchem Zusammenhang sprach Jesus diese Worte und welchen Einfluss hat das auf unsere Auslegung, auch im Hinblick auf die Lehre von der geheimen Entrückung? Abschließend werden wir dann noch einen kurzen Blick auf die Parallelstelle in Lk. 17,34.35 werfen, um festzustellen, welche Ähnlichkeiten bzw. Unterschiede zu Mt. 24 vorhanden sind und wie sich das auf unser Gesamtergebnis auswirkt. 2 Linguistische Analyse Dem Begriff genommen in Mt. 24,40.41 liegt das griechische Wort παραλαµβανω zugrunde, gelassen kommt von αφιηµι. Unsere erste Aufgabe besteht also darin, diese beiden griechischen Begriffe näher zu untersuchen. Welche Übersetzungsmöglichkeiten gibt es und inwieweit sind diese für unsere Textstelle in Mt. 24 relevant? Wie werden die Begriffe im Neuen Testament und in der LXX verwendet und welche Auswirkungen hat das auf unser Verständnis der zu untersuchenden Stelle? Diesen Fragen wollen wir im Folgenden nachgehen und versuchen zu einem Zwischenergebnis zu kommen. 5 Torres, 9: Who gets taken in these verses matters greatly, because the idea that the wicked (rather than the righteous) are taken undermines the whole theory of a rapture. 6 Idem., 8. 4

5 2.1 Das Wort παραλαµβανω Grundsätzliche Bedeutung Das Verb παραλαµβανω hat ein breites Spektrum an Bedeutungen. Es kann mit zu sich, mit sich nehmen, zu Hilfe nehmen, zuziehen, aber auch mit in Empfang nehmen, übernehmen übersetzt werden. 7 Louw und Nida geben außerdem noch folgende Bedeutungen an: learn from someone,..., receive appointment und be taught by. 8 Das Analytical Greek Lexicon übersetzt παραλαµβανω unter anderem auch mit admit, acknowledge und im Passiv mit to be carried off. 9 Moulton und Milligan beschreiben παραλαµβανω als the usual expression for receiving anything but money παραλαµβανω im NT Der Begriff παραλαµβανω kommt im Neuen Testament 49 Mal vor, davon allein 16 Mal im Matthäusevangelium. Matthäus, wie auch die anderen Evangelisten, verwendet παραλαµβανω fast ausschließlich im positiven Sinn. Josef nimmt Maria und das Baby mit sich nach Ägypten und rettet Jesus so vor dem Kindermord. 11 Jesus nimmt Petrus, Johannes und Jakobus mit sich auf den Berg, wo er verklärt wird 12 und an eine einsame Stelle im Garten Gethsemane in der Nacht vor seiner Kreuzigung. 13 Überhaupt wird παραλαµβανω in den Evangelien oft im Zusammenhang mit Jesus und seiner Gemeinschaft mit den Jüngern erwähnt Walter Bauer, Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des NT und der frühchristlichen Literatur, Berlin, 1988, 1251f. Bauer merkt zusätzlich noch an: Manchmal liegt d. Nachdruck nicht so sehr auf dem Inempfangnehmen od. Übernehmen als darauf, daß sich darin e. Zustimmung od. Billigung ausspricht. 8 Johannes P. Louw and Eugene A. Nida, Greek-English Lexicon of the New Testament Vol. 2, New York, Harold K. Moulton, Analytical Greek Lexicon, Grand Rapids, 1978, J.H. Moulton and G. Milligan, Vocabulary of the Greek Testament, Peabody, 1997, Mt. 1,20.24; 2, Mt. 17,1. Siehe auch Mk.9,2. 13 Mt.26,37. Siehe auch Mk 14, Mt. 20,17; Mk 4,36; 5,40; 10,32; Lk 9,10.28; 18,39 5

6 Negativ wird der Begriff in Mt. 4,5.8 verwendet, wo der Teufel Jesus mitnimmt, um ihn zu versuchen. Auch bei der Kreuzigung finden wir den Begriff, als die Soldaten Jesus mitnehmen, um ihren Spaß mit ihm zu treiben. 15 In den Paulusbriefen wird παραλαµβανω meistens im Sinn von empfangen verwendet. Die Gläubigen haben das Evangelium 16, das Wort Gottes 17, Jesus selbst 18 und den Dienst im Herrn 19 empfangen. In Hebr. 12,28 spricht Paulus von der Dankbarkeit, die wir haben sollten, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen haben. Auch hier ist der Begriff also durchaus positiv zu verstehen. Im Johannesevangelium wird παραλαµβανω in einem interessanten Zusammenhang erwähnt. Im 14. Kapitel spricht Jesus, wie auch in Mt. 24, über seine Wiederkunft und sagt in Vers 3: Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen (παραληµψοµαι), damit auch ihr seid, wo ich bin. Hier wird παραλαµβανω im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu positiv gedeutet: Jesus wird die Gläubigen zu sich nehmen. 20 Wir können also zusammenfassend sagen, dass der Begriff παραλαµβανω im Neuen Testament bis auf wenige Ausnahmen im Zusammenhang mit positiven Erfahrungen (z.b. Rettung, enge Gemeinschaft, Verkündigung des Evangeliums, etc.) erwähnt wird παραλαµβανω in der LXX In der LXX kommt παραλαµβανω 22 Mal vor. Auch hier wird der Begriff überwiegend positiv gebraucht. Meistens geht es darum, andere Menschen an einen Ort mitzunehmen Mt. 27,27. Siehe auch Joh. 19, Kor. 15,1.3; Gal. 1, Thess. 2,13 18 Kol. 2,6 19 Kol. 4,17 20 Siehe auch Francis D. Nichol (Hg.), The Seventh-Day Adventist Bible Commentary Vol. 5, Hagerstown, 1980, Mo. 22,3; 31,23; 45,18; 47,2; 4. Mo. 22,41; 23, ; Hohelied 8,2 6

7 In Jos. 4,2 wird der Begriff im Zusammenhang mit der Wahl zu einem besonderen Dienst erwähnt. Negativ verwendet wird παραλαµβανω eigentlich nur in Klagelieder 3,2, wo der Mann, der Elend sah in die Finsternis geführt wird. Von besonderem Interesse ist Dan. 7,18: Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen (παραληψονται), und sie werden das Reich besitzen bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten. In diesem auf die Endzeit bezogenen Text wird παραλαµβανω in Verbindung mit den Heiligen des Höchsten und dem Reich erwähnt! oxq;l' im AT Der Begriff oxq;l' kommt im AT über 900 Mal vor. Aus Zeitgründen habe ich in dieser Studie nur die Verwendung des Begriffs in den prophetischen Büchern genauer untersucht, da die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass das Wort dort (im Gegensatz zu den geschichtlichen Büchern) in einem eschatologischen Zusammenhang erwähnt wird und daher relevant für unsere Ausführungen ist. In den Büchern der Propheten Jesaja, Jeremia und Hesekiel finden sich einige interessante Textstellen. In Jes. 49,25 ist davon die Rede, dass die Gefangenen dem Starken weggenommen werden sollen, was natürlich in erster Linie auf die Befreiung Israels aus der assyrischen Gefangenschaft hinweist, aber auch auf die Befreiung der Gläubigen aus der Gefangenschaft Satans gedeutet werden kann. 22 Dasselbe Bild finden wir in Kap. 52,5, mit dem Unterschied, dass hier die Befreiung aus Ägypten angesprochen wird. Jer. 3,14 spricht davon, dass Gott einen aus einer Stadt und zwei aus einem Geschlecht nehmen und nach Zion bringen wird. Auch hier wird nehmen also im Zusammenhang mit Errettung gebraucht. Ob dieser Text jedoch auch in Bezug auf die Endzeit verstanden werden kann, ist nicht klar ersichtlich. Eindeutig (auch) eschatologisch dagegen ist die Aussage Gottes in Hes. 36,24: Und ich werde euch aus den Nationen holen (oytix.q;l'w.) und euch aus allen Ländern 7

8 sammeln und euch in euer Land bringen. 23 Wiederum klingt der Gedanke der Errettung und Befreiung einer bestimmten Gruppe durch. 24 Allerdings wird oxq;l' an mehreren Stellen auch im Sinne von sterben verwendet. 25 Einige dieser Verse kann man eventuell auch eschatologisch deuten, wobei wir oben bereits festgestellt haben, dass der Begriff in einem eindeutig eschatologischen Text genau das Gegenteil bedeutet. Wir müssen also schließen, dass uns das AT keine eindeutige Verwendung des Begriffs präsentiert und uns daher für diese Studie nicht weiterhilft. 2.2 Das Wort αφιηµι Grundsätzliche Bedeutung Der Begriff αφιηµι kann je nach Zusammenhang (1) fortlassen, wegschicken, (2) erlassen (meistens im Sinne von vergeben ), (3) verlassen, oder aber (4) gewähren lassen, unbehelligt lassen, zulassen, geschehen lassen, lassen, gestatten bedeuten. 26 Weitere mögliche Bedeutungen sind: leave behind, divorce, reject, stop, produce αφιηµι im NT Im Neuen Testament kommt αφιηµι über 130 Mal vor, wobei fast 90% dieser Textstellen in den Evangelien zu finden sind. Allein bei Matthäus wird der Begriff 40 Mal erwähnt. Im Gegensatz zu παραλαµβανω, ist allerdings keine einheitliche Verwendung zu erkennen. Der Begriff wird sowohl im positiven, als auch im negativen Sinn gebraucht. Über 40 Mal ist αφιηµι als verlassen bzw. zurücklassen zu verstehen 28, an einigen Stellen ist es am 22 Francis D. Nichol (Hg.), The Seventh-Day Adventist Bible Commentary Vol. 4, Hagerstown, 1976, Siehe auch Kap. 37,21, wo derselbe Gedanke vermittelt wird. 24 Interessanterweise erinnert dieser Text stark an Mt. 24,31, wo die Engel ausgesandt werden um die Auserwählten aus aller Welt zu versammeln. Es stellt sich natürlich unweigerlich die Frage: Könnte es sein, dass hier ein Bezug zu Mt. 24,40.41 besteht? 25 Siehe z.b. Jes. 53,8; 66,17; Jer. 15,15; 44,12; Hes. 33, Bauer, 252f. 27 Louw and Nida, Siehe z.b. Mt. 4,20.22; 18,12; 19,27.29; 22,22; 26,56; Mk. 8,13; 12,12.20; Joh. 4,3; 10,12 8

9 Besten mit wegschicken 29 zu übersetzen. Dagegen stehen jedoch fast 40 Texte, in denen der Begriff im Sinne von vergeben verwendet wird. 30 Weitere 20 Mal muss αφιηµι im Sinne von gestatten bzw. zulassen verstanden werden. 31 Dazu kommen noch einige andere Textstellen, wo der Begriff im Sinne von in Ruhe lassen (8 Mal) 32, bleiben (8 Mal) 33, lassen (3 Mal) 34 oder sterben (2 Mal) 35 gebraucht wird. Auf den ersten Blick gesehen kommen wir also zu keinem klaren Ergebnis. Wir müssen aber bedenken, dass nicht alle diese Übersetzungsmöglichkeiten für unseren Text in Matt. 24,40.41 relevant sind. Bei näherer Betrachtung bleiben nur verlassen, bzw. zurücklassen, wegschicken, sterben, in Ruhe lassen, vergeben und bleiben als mögliche Bedeutungen übrig, wobei die letzten zwei eher unwahrscheinlich sind, da es in diesen Texten fast ausschließlich um eine Sache und nicht, wie in Mt. 24, um eine Person geht. Auch die Bedeutung in Ruhe lassen ist fraglich, weil es in den angeführten Textstellen meistens im Sinn von unbeachtet lassen zu verstehen ist. Wir müssen daher zu dem Schluss kommen, dass der Begriff αφιηµι in Matt. 24, negativ zu interpretieren ist αφιηµι in der LXX Die LXX bestätigt dieses Ergebnis. Der Begriff αφιηµι kommt hier insgesamt über 75 Mal vor. Wiederum finden wir ein breites Spektrum an möglichen Bedeutungen vor; 36 in Verbindung mit Personen wird der Begriff jedoch fast immer negativ 37 verwendet. Daher 29 Mt 13,36; Mk. 4,36; 1. Kor. 7, Siehe z.b. Mt. 6, ; 12,31.32; Mk. 2, ; Lk. 7,47-49; 17,3.4; 1. Joh. 1,9; 2,12 31 Siehe z.b. Mr. 3,15; 19,14; Mk. 10,14; Lk. 12,39; Off. 11,9. 32 Siehe z.b. Mt.15,14; Mk. 14,6; Joh. 11,48 33 Siehe z.b. Mt. 23,38; Mk. 12,22; 13,2; Lk. 13,35 34 Mt. 8,22; 23,23; Lk. 9,60 35 Mt. 27,50; Mk. 15,37 Wörtlich steht hier den Geist aufgeben. 36 Der Begriff wird unter anderem mit ertragen, verschonen, weinen, wegschauen, allein lassen und gehen lassen übersetzt. 37 Die einzige Stelle, wo αφιηµι in Verbindung mit einer Person eine positive Bedeutung hat, ist Ps. 105,20. 9

10 müssen wir auch hier schlussfolgern, dass für unsere Textstelle in Matt. 24, aus den oben erwähnten Gründen eher eine negative Bedeutung in Frage kommt. Die hebräischen Begriffe, welche in der LXX mit αφιηµι übersetzt werden, sind recht unterschiedlich. Eine genaue Untersuchung all dieser Begriffe würde allerdings den Rahmen dieser Studie sprengen und uns einer Lösung wahrscheinlich nicht wirklich näherbringen. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, auf eine solche Untersuchung zu verzichten. 2.3 Zwischenergebnis 1. Der Begriff παραλαµβανω wird sowohl im NT als auch in der LXX fast ausschließlich positiv verwendet. Gerade in eindeutig eschatologischen Texten wie Joh. 14,3 und Dan. 7,18 ist das Wort ganz klar positiv zu verstehen. 2. Der entsprechende Begriff im AT (oxq;l) wird sowohl positiv als auch negativ gebraucht und hilft uns daher nicht weiter. 3. Der Begriff αφιηµι wird im NT wie auch in der LXX sowohl im positiven als auch im negativen Sinn verwendet. In Bezug auf Personen ist αφιηµι jedoch grundsätzlich negativ zu verstehen. 4. Aufgrund dieser Erkenntnisse können wir mit gutem Recht behaupten, dass die traditionelle Auslegung von Mt. 24,40.41 auf alle Fälle legitim ist. Die Behauptung, die Begriffe könnten, ja müssten sogar genau anders herum interpretiert werden, ist nicht wirklich haltbar und muss daher angezweifelt werden. 10

11 3 Literarische Analyse Nachdem wir nun ausführlich die Grundbedeutungen der griechischen Begriffe in Mt. 24,40.41 untersucht haben, wenden wir uns in diesem zweiten Teil zuerst einer Formanalyse des genannten Textabschnitts zu. Mit welcher literarischen Gattung haben wir es hier zu tun und welche Rückschlüsse können wir daraus in Bezug auf unsere Auslegung ziehen? Außerdem wollen wir den Kontext der Passage genauer betrachten, um herauszufinden, welchen Einfluss der Zusammenhang, in dem Jesus diese Worte sprach, auf unsere Interpretation hat. Kann hier möglicherweise von einer geheimen Entrückung die Rede sein? 3.1 Literarische Gattung Jesu Worte in Mt sind Teil eines Gleichnisses, das bereits in Vers 32 beginnt und bis Vers 44 andauert. In unserer Auslegung müssen wir daher einige wichtige Richtlinien für die Interpretation von Gleichnissen Jesu beachten: 1. Gleichnisse sind ein Spiegel, in dem man die Wahrheit sieht, nicht aber die Wahrheit selbst. 2. Der Zusammenhang muss beachtet werden. 3. Oft machen die Einleitung oder der Abschluss von Jesus klar, was der Zweck des Gleichnisses ist. 4. Jedes Gleichnis verdeutlicht einen fundamentalen Aspekt oder eine geistliche Wahrheit. Details sind von untergeordneter Wichtigkeit und dienen lediglich zur Erhellung des einen Punktes. 5. Bevor ein Gleichnis verstanden werden kann, muss man sich ein klares Bild der Situation, der damaligen Gedankenmodelle und Gebräuche machen. Gleichnisse sind Wortbilder, die man zuerst sehen muss, bevor man sie versteht. 11

12 6. Gleichnisse illustrieren die Wahrheit oder einen Aspekt von ihr. Aufgrund von Details in einem Gleichnis dürfen keine dogmatischen Aussagen getätigt werden. 7. Gleichnisse müssen von der Lehre her interpretiert werden, die sie vermitteln wollen. Grundsätzlich sind sie buchstäblich zu deuten und mit ähnlichen Aussagen der Schrift zu vergleichen Der Kontext Der unmittelbare Kontext Wie wir bereits weiter oben festgestellt haben, ist die Aussage Jesu in Mt. 24,40.41 Teil eines Textabschnitts, der bereits in Vers 32 beginnt. Dort spricht Jesus über den Feigenbaum, der ein Bild für die Zeichen der Zeit vor der Wiederkunft ist. Denn so wie der Feigenbaum ein Bote des Sommers ist, sind die Zeichen (24,4-28), von denen Jesus sprach, ein Hinweis, dass sein Kommen unmittelbar bevorsteht. 39 Es handelt sich also in diesem Abschnitt um ein Gleichnis über die Wiederkunft Jesu. Dies ist ein entscheidender Punkt, denn die biblische Lehre in Bezug auf das Kommen Christi ist eindeutig: es wird ein weltweites Ereignis sein, das nicht übersehen oder überhört werden kann 40. Somit ist klar, dass Jesus an dieser Stelle nicht die geheime Entrückung der Gläubigen beschreibt. Es wird zwar eine Entrückung geben, aber sie wird mit Sicherheit nicht geheim sein. 41 Auch der Vergleich mit den Tagen Noahs in den Versen 37-39, zeigt deutlich, dass in diesem Zusammenhang nicht die Rede von einer geheimen Entrückung der Gläubigen sein kann. Jesus will deutlich machen, dass sein Kommen genauso plötzlich, aber auch genauso universell und für jeden sichtbar sein wird, wie die Flut zur Zeit Noahs. Die Menschen 38 Nichol, ABC V, 204 (Meine Hervorhebung). Für die deutsche Übersetzung bin ich meinem Lehrer J. Kovar sehr dankbar. 39 John F. Walvoord und Roy B. Zuck, Das Neue Testament erklärt und ausgelegt Bd. 4, Holzgerlingen, 1992, Siehe dazu Mt. 24, ; 1. Kor. 15,52; 1. Thess. 4,16f.; 2. Petr. 3,10; Off. 1,7. 41 George Knight, Matthew, (The Abundant Life Bible Amplifier), Boise, 1994,

13 werden zwar überrascht sein, aber nur deshalb, weil sie die Zeichen, die in den vorausgegangenen Versen erwähnt werden, nicht beachtet haben. Wie in den Tagen Noahs wird jeder die Chance bekommen, auf die Wiederkunft vorbereitet zu sein. Die Erwähnung Noahs ist aber auch im Blick auf die Theorie von Louis Torres sehr interessant. Torres argumentiert hier, dass, so wie die Ungläubigen zur Zeit Noahs durch die Flut genommen wurden, die Ungläubigen am Ende der Zeit zum Gericht genommen werden. 42 Man könnte jedoch genauso gut und, meiner Meinung nach plausibler, behaupten, dass Noah genommen und die Ungläubigen gelassen wurden. 43 Dazu würde auch passen, dass für wegraffen in Vers 39 im Griechischen nicht etwa παραλαµβανω, sondern eine Form von αιρο steht. 44 Die Verse bringen dann das eigentliche Anliegen Jesu in diesem ganzen Abschnitt zum Ausdruck: es geht darum, wachsam und bereit zu sein, weil sein Kommen unerwartet stattfinden wird. Deshalb ist letztendlich auch nicht entscheidend, welche Gruppe von Menschen sich am Ende wo befindet. Entscheidend ist, dass wir zur richtigen Gruppe gehören, entscheidend ist unser Leben, unsere stete Wachsamkeit, unsere tägliche und stündliche Bereitschaft. 45 Dies ist der Hauptgedanke des Abschnitts, die eine geistliche Wahrheit, die durch das Gleichnis vermittelt werden soll Torres, So z.b. W. D. Davies and Dale C. Allison, A Critical and Exegetical Commentary on The Gospel according to Saint Matthew Vol III, Edinburgh, 1997, 383, I. Howard Marshall, The Gospel of Luke: A Commentary on the Greek Text, Grand Rapids, 1978, 668, und Warren Carter und John Paul Heil, Matthew s Parables: The Eschatological Discourse in Matthew 24-25, Washington, D.C., 1998, Siehe Nichol, ABC V, Alfred Kupferschmid, Das Kommen Christi und unsere Zukunft: eine Auslegung von Matthäus 24 und 25, Basel, o.j, Knight, 240. So auch John Nolland, Luke 9:21-18:34, (WBC Vol. 35B), Dallas, 1993, 863: The main thrust of the unit is to warn against being caught unawares by the sudden arrival of the Son of Man and its associated devastation. Auch das steht im Gegensatz zu Torres, der mehr Wert auf die Frage legt, wer am Ende wo sein wird. 13

14 3.2.2 Der weitere Kontext Auch der weitere Kontext des Textabschnitts wird von dem Gedanken der Wachsamkeit vor der Wiederkunft bestimmt. Gleich zu Beginn von Mt. 24 warnt Jesus die Jünger davor unachtsam zu sein: Seht zu, dass euch niemand verführe! (Vers 4). Nur wer wachsam ist, wird den Verführungen nicht zum Opfer fallen. Viele Zeichen werden erwähnt, welche die Menschen vor dem Kommen Jesu wach halten sollen. In Vers 27 vergleicht Jesus die Wiederkunft mit einem Blitz, um zu zeigen, wie plötzlich dieses Ereignis stattfinden wird. Deshalb besteht unsere einzige Hoffnung darin, wachsam zu sein. Beginnend mit Vers 42 erzählt Jesus dann sechs Gleichnisse 47, die alle aufzeigen sollen, wie wichtig es ist, wachsam zu sein. Gleich dreimal ermahnt Jesus seine Jünger zu wachen bzw. bereit zu sein. 48 Diese ständige Betonung der Wachsamkeit kann nicht zufällig sein. Jesus möchte seinen Zuhörern klar vor Augen malen, wie entscheidend es ist, die Zeichen der Zeit aufmerksam zu beobachten und in ständiger Bereitschaft auf sein Kommen zu leben. Dies ist die Lehre, die wir aus dem gesamten Abschnitt herauslesen können. Aus diesem Grund stellt auch die Tatsache, dass Anhänger der Entrückungslehre die Begriffe genommen und gelassen in Matt. 24,40 traditionell auslegen, keine Bedrohung für uns dar. 49 Wie wir gesehen haben, geht es Jesus in diesem Abschnitt nicht um die Frage, wer bei der Wiederkunft wohin geht, sondern vielmehr um die Wachsamkeit angesichts the absolute certainty and suddenness of the second advent Siehe Nichol, ABC V, 504: (1) Das Gleichnis vom Hausherrn aus Mk. 13,34-37, welches in Mt. 24,42 zusammengefasst wird, (2) das Gleichnis vom Hausherrn (24,43f.), (3) das Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht (24,45-51), (4) das Gleichnis von den zehn Jungfrauen (25,1-13), (5) das Gleichnis von den anvertrauten Talenten (25,14-30) und (6) das Gleichnis von den Schafen und Böcken. 48 Matt. 24,42.44 und 25,13 49 Diesen Eindruck bekommt man bei Torres. Mit seinem Versuch, die Lehre von der geheimen Entrückung anhand einer Neudefinition der Begriffe genommen und gelassen zu untergraben, begibt er sich jedoch auf die Ebene derjenigen, die er zu widerlegen versucht. Ein Anliegen dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass wir uns nicht auf diese Ebene begeben müssen, um die Lehre der geheimen Entrückung ad absurdum zu führen. Es ist letztlich unwichtig, wie die Begriffe genommen und gelassen zu verstehen sind, entscheidend ist, dass die Idee einer unsichtbaren Wiederkunft Jesu im direkten Gegensatz zu den Lehren der Bibel steht. 50 Knight,

15 3.3 Die Parallelstelle in Lk. 17,34.35 Bevor wir eine endgültige Analyse wagen, wollen wir noch einen kurzen Blick auf Lk. 17, werfen. Da sich die Textstelle nicht sehr von der in Mt. 24,40.41 unterscheidet, ist hier der Kontext von besonderem Interesse. Welche Ähnlichkeiten gibt es zu Mt. 24? Welche Unterschiede können wir feststellen? Und vor allem: Welchen Einfluss hat das auf die Ergebnisse unserer bisherigen Untersuchungen? Im Gegensatz zu Mt. 24 ist in Lk. 17 kein einheitliches Thema zu erkennen. Jesus spricht über ganz verschiedene Dinge und heilt zehn Aussätzige, bevor er ab Vers 20 beginnt, über die Wiederkunft und die Zeit davor zu sprechen. Dann jedoch beginnen sich die Kapitel zu ähneln. Jesus warnt die Jünger vor falschen Christussen (Vers 23 vgl. Mt. 24,26), vergleicht sein Kommen mit einem Blitz (Vers 24 vgl. Mt. 24,27), erwähnt die Tage Noahs (Verse vgl. Mt. 24,37-39), spricht die radikale Trennung bei seiner Wiederkunft an (Verse vgl. Mt. 24,40.41) und macht schließlich jene mysteriöse Aussage über das Aas und die Geier (Vers 37 vgl. Mt. 24,28). Interessant im Hinblick auf unsere Definition von genommen und gelassen, ist die Erwähnung Lots in den Versen 28-30, gerade auch deshalb, weil Jesus direkt davor über die Tage Noahs spricht. Er scheint hier also die Erfahrungen von Noah und Lot miteinander zu vergleichen. Beide wurden vor der Zerstörung bewahrt, indem sie an einen anderen, sicheren Ort gingen, während über die Zurückgebliebenen das Gericht Gottes erging. Diese beiden Beispiele, welche jeweils im direkten Zusammenhang mit der zu untersuchenden Textstelle erwähnt werden, sind Hinweise darauf, that being taken off is the image of deliverance and being left behind is the image of abandonment to destruction. 51 Für unsere Diskussion von Bedeutung ist schließlich noch der Vers 37. Torres sieht hier einen klaren Beweis für seine Theorie, indem er den Text so interpretiert, dass die Jünger 51 Nolland, 862. So auch Joseph A. Fitzmyer, The Gospel according to Luke X-XXIV, (ABD Vol. 28A), New York, 1985,

16 wissen wollen, wohin denn die Genommenen genommen werden. Die Antwort Jesu sei, dass sie in den Tod gehen. 52 Wenn man das wo? der Jünger nur auf die Verse 34 und 35 bezieht, scheint diese Auslegung zugegebenermaßen recht plausibel zu sein. Die Tatsache, dass die Aussage über das Aas und die Geier in Mt. 24 an einer völlig anderen Stelle erscheint, gibt jedoch zu denken. Könnte es sein, dass sich die Frage der Jünger und die darauffolgende Antwort Jesus eher allgemein auf die Wiederkunft beziehen? Die Ausleger sind sich hier nicht einig. Manche meinen, dass die Antwort Jesu ein Bild für ihn selbst und seine Nachfolger sei, welche zu ihm gezogen werden - so wie die Geier zum Aas. 53 Andere wiederum sind der Ansicht, dass die Aussage so zu verstehen ist, dass der Menschensohn erst dann erscheinen wird, wenn die Welt reif für das Gericht ist. 54 Eine weitere Theorie ist, dass Jesus seine Jünger hier vor falschen Christussen und Propheten warnt. Erst wenn sie ihn wirklich sehen, sollen sie glauben, dass er tatsächlich gekommen ist. 55 Diese letzte Ansicht ist meiner Meinung nach der plausibelste Lösungsvorschlag. Nachdem Jesus ihnen soviel über sein Kommen erzählt hat, wollen die Jünger wissen, wo all das stattfinden wird. Die Antwort Jesu zeigt jedoch, dass sie sich über das wo keine Gedanken machen sollen. Genauso wie das Vorhandensein von Aas durch das Sammeln der Geier für alle offensichtlich gemacht wird, so wird auch die Wiederkunft für alle offensichtlich sein. 56 Es bleibt trotzdem anzumerken, dass diese Aussage Jesu wohl mit zu den schwierigsten Textstellen in den Evangelien gehört und wir daher keine absolut sichere Auslegung anbieten können. Abschließend ist zu sagen, dass auch in Lk. 17 keinerlei Indizien für eine geheime Entrückung zu finden sind. Wie in Mt. 24 geht es immer um die für alle deutlich sicht- und hörbare Wiederkunft Jesu. Darauf gilt es vorbereitet zu sein. 52 Torres, 14f. 53 Nolland, Marshall, Nichol, ABC V,

17 4 Zusammenfassung Abschließend können wir festhalten, dass sowohl die linguistische als auch die literarische Analyse die traditionelle Auslegung 57 von Mt. 24,40.41 bestätigen. Wir haben gesehen, dass der Begriff παραλαµβανω in der Bibel überwiegend, und gerade in eindeutig eschatologischen Texten, im positiven Sinne verwendet wird. Das Wort αφιηµι ist dagegen in Bezug auf Personen grundsätzlich negativ zu verstehen. Wir haben weiter festgestellt, dass die Aussage Jesu in Mt. 24,40.41 Teil eines Gleichnisses ist und wir deshalb bei der Interpretation dieser Textstelle auf einige wichtige Richtlinien achten müssen. Entscheidend ist vor allem, dass die Details eines Gleichnisses nicht überbetont werden dürfen. Jedes Gleichnis verdeutlicht eine geistliche Wahrheit und diese Wahrheit ist in Mt. 24 die Wachsamkeit und Vorbereitung angesichts der Tatsache, dass die Wiederkunft Jesu plötzlich und unerwartet stattfinden wird. Dies ist sowohl aus dem untermittelbaren als auch aus dem weiteren Kontext ersichtlich. Welche Gruppe von Menschen sich am Ende wo befindet ist daher letztendlich nicht entscheidend. Eine Untersuchung des Kontexts der Parallelstelle in Lk. 17:34.35 bestätigt das. Was die geheime Entrückung betrifft, können wir festhalten, dass es weder in Mt. 24 noch in Lk. 17 irgendeinen Hinweis auf diese Lehre gibt. Der Kontext beider Textstellen macht deutlich, dass es um eine sicht- und hörbare Wiederkunft Jesu und nicht um ein geheimnisvolles, plötzliches Hinwegrücken der Gläubigen geht. Weder Mt. 24:40.41 noch Lk. 17:34.35 können daher als Beweistexte für eine geheime Entrückung verwendet werden. 56 Siehe Marshall, 669 und Fitzmyer, Diese Auslegung würde auch gut zu Mt. 24,27 passen, wo Jesus seine Wiederkunft mit einem Blitz vergleicht. 57 Siehe Fußnote 2. 17

18 5 Bibliographie Barnes Albert, Notes on the New Testament Vol. 1, London, o.j. Bauer Walter, Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des NT und der frühchristlichen Literatur, Berlin, Carter Warren/Heil John Paul, Matthew s Parables: The Eschatological Discourse in Matthew 24-25, Washington, D.C., Davies W. D./ Allison Dale C., A Critical and Exegetical Commentary on The Gospel according to Saint Matthew Vol III, Edinburgh, Fitzmyer Joseph A., The Gospel according to Luke X-XXIV, (ABD Vol. 28A), New York, Knight George, Matthew, (The Abundant Life Bible Amplifier), Boise, 1994, 240. Kupferschmid Alfred, Das Kommen Christi und unsere Zukunft: eine Auslegung von Matthäus 24 und 25, Basel, o.j. Louw Johannes P/ Nida Eugene A., Greek-English Lexicon of the New Testament Vol. 2, New York, Marshall I. Howard, The Gospel of Luke: A Commentary on the Greek Text, Grand Rapids, Moulton Harold K., Analytical Greek Lexicon, Grand Rapids, 1978, 304. Moulton J.H. and Milligan G., Vocabulary of the Greek Testament, Peabody, 1997, 486. Nichol Francis D., The Seventh-Day Adventist Bible Commentary Vol. 5, Hagerstown, , The Seventh-Day Adventist Bible Commentary Vol. 4, Hagerstown, Nolland John, Luke 9:21-18:34, (WBC Vol. 35B), Dallas, Torres Louis R., Left Behind or Sincerely Taken, Remnant Publications, Walvoord John F./ Zuck Roy B., Das Neue Testament erklärt und ausgelegt Bd. 4, Holzgerlingen,1992. anonymer Autor, His Glorious Appearing: An Exposition of Matthew 24, Washington, D.C.,

19 Louis R. Torres, Left Behind or Sincerely Taken, Remnant Publications,

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