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1 Erste Hilfe - Anleitung Lebensrettende Sofortmaßnahmen

2 Halten an einer Unfallstelle Wenn ein Unfall zu erkennen ist, sofort die Geschwindigkeit vermindern. Plötzliches Bremsen vermeiden, damit der Nachfolgende nicht auffährt. Warnblinkanlage einschalten, um den nachfolgenden Verkehr zu warnen vorsichtig auf den rechten Randstreifen fahren mind. 10 m bis 15 m vor dem Unfall abstellen ( Schutz vor Auffahrern) Für Rettungsfahrzeuge eine Gasse bilden. Das Fahrlicht des eigenen Fahrzeug kann die Unfallstelle ausleuchten 10 m 100 m

3 Absichern der Unfallstelle Wer hat, eine Warnweste über ziehen. Warndreieck, wenn es zulässt, aus den verunfallten Fahrzeug entnehmen. Warndreieck gut sichtbar am rechten Fahrbandrand aufstellen. (Landstraßen ca. 100 m, Ortschaften ca. 50 m, Autobahn ca. 200 m) An unübersichtlichen Stellen, wie Kurven oder Bergkuppen, sollte der Abstand größer sein. Nachfolgende Fahrzeuge können mit Handzeichen gewarnt werden. Wer hat, kann auch eine Warnleuchte zwischen Unfallort und den Warndreieck, aufstellen. Weitere Verkehrsteilnehmer um Mithilfe bitten. Bei Nacht zusätzlich mit Taschenlampen in Auf- und Abwärtsbewegungen oder in Kreisbewegungen warnen. Notruf absetzen oder absetzen lassen.

4 Rettung Verunglückter An die Scheibe klopfen, und fragen was los sei. Tür langsam öffnen (verklemmte Tür mit Brecheisen o.ä.) Person ansprechen Motor des Unfallfahrzeuges abstellen: Zündschlüssel drehen und stecken lassen. Fahrzeuginsassen bei akuter Gefahr aus dem Fahrzeug und /oder aus dem Gefahrenbereich retten. Hinweis Auf orangenfarbenen Warntafeln und evtl. vorhandene Kennzahlen (die vorne, seitlich und hinten angebracht sind, die gefährliche Güter transportieren) sollten beim Notruf zusätzlich hingewiesen werden.

5 Bergungsgriff - Rautekgriff Den Betroffenen auf den Rücken legen. So an den Betroffenen herantreten, dass Sie von hinten mit beiden Händen unter den Nacken fassen können. Mit dosierter Kraft den Körper des Betroffenen, möglichst rückenschonend, in eine sitzende Haltung bringen. Den Unterarm des Betroffenen vor seinen Bauch legen und anschließend mit beiden Armen die Achselhöhlen des Betroffenen durch fassen und mit allen Fingern den, vor dem Körper liegenden Arm, des Betroffenen greifen. Beide Daumen des Helfers müssen vor dem Arm liegen. Mit leicht gebeugten Knien kann der Betroffene nun aus dem Gefahrenbereich gezogen werden.

6 Retten aus dem Fahrzeug Erkennen: z.b. Personen können wegen erlittener Verletzungen nicht aussteigen. Welche Gefahr droht? Z.B. Erstickung, Verbrennung und Schock, weitere Verletzungen. Was ist zu tun? Personen aus dem Fahrzeug retten. Wenn Rettung nicht möglich ist: auch eingeklemmte, zunächst nicht zu rettenden Verletzte müssen ständig betreut und beobachtet werden. Den Unterarm des Verunfallten vor dessen Körper legen und anschließend mit beiden Armen die Achselhöhlen des Betroffenen durchfassen. Den Arm mit beiden Händen nehmen und darauf achten, dass Ihre beiden Daumen vor dem Arm liegen und nicht zwischen Körper und Arm des Verunfallten sind.

7 Lebensrettende Maßnahmen Erkennen: Der Bewusstlose ist nicht ansprechbar Welche Gefahr droht? Verletzung der Atemwege-Atemstillstand, Atemstillstand, Herz-Kreislauf- Stillstand Was ist zu tun? Atemkontrolle evtl.- Helm abnehmen Bei vorhandender Atmung - stabile Seitenlage Bei Atemstillstand - Atemspende Bei Herz-Kreislauf-Stillstand - Herz-Lugen-Wiederbelebung Atemkontrolle Seitlich am Kopf des Verletzten knien. Mit einer Hand an die Stirn, mit der anderen unter das Kinn des Verletzten fassen. Mit beiden Händen den Kopf vorsichtig nackenwärts beugen, dabei Kinn anheben und so halten. Mund leicht öffnen. Eigenes Ohr über Mund und Nase des Verletzten bringen, dabei zur Brust des Verletzten schauen. Bei vorhandener Atmung: sichtbare Bewegung des Brustkorbes, hörbare Atemgeräusche mit der Wange spürbare Atemstöße

8 Abnehmen eines Helmes Wegen der Erstickungsgefahr ist bewusstlosen Motorradfahrern der Helm zu entfernen. Atmung kontrollieren und bei normaler Atmung die stabile Seitenlage herstellen. Eine bewusstlose Person reagiert nicht auf lautes Ansprechen und Anfassen. Die Person ist in Lebensgefahr sie droht zu ersticken. Die Helmabnahme sollte möglichst von zwei Helfern durchgeführt werden. (siehe Bilder 1 bis 4)

9 Herstellen der stabilen Seitenlage Eine bewusstlose Person, die noch atmet, muss sofort in die stabile Seitenlage, damit sie nicht an ihren Erbrochendem erstickt. Dazu legen Sie den nahen Arm angewinkelt neben den Kopf.(Bild 1) -Fassen Sie die gegenüberliegende Hand, ziehen Sie den Arm über die Brust zu sich, so dass die Hand an seiner Wange liegt. Die Hand mit ihrer Handfläche festhalten.(bild2 ) -Fassen Sie das gegenüberliegende Bein oberhalb des Kniegelenks, beugen es und ziehen sie es zu sich, dabei wird der Betroffene auf die Seite gedreht.(bild 3) -Beugen Sie den Kopf des Betroffenen nach hinten und öffnen Sie seinen Mund, damit die Atemwege frei sind. Erbrochendes kann abfließen. (Bild 4) Decken sie ihn mit der Rettungsdecke zu. Sofort den Notruf veranlassen

10 Bei Atemstillstand Lebensrettenden Maßnahmen Erkennen: Keine Atemgeräusche, keine Atembewegungen, keine Atemluft Welche Gefahr droht? Tod durch Sauerstoffmangel Was ist zu tun? Ggf. sichtbare Fremdkörper im Mund entfernen und Hals überstreckt halten und beatmen Atemspende Kopf stark nackenwärts gebeugt halten Mit dem Daumen den Mund zudrängen (Bild 1) Eigenen Mund weit öffnen, einatmen Mund über die Nase fest auf das Gesicht des Verletzten aufsetzen (Bild 2) Beatmen (Bild 3) Kopf abheben und zur Seite drehen. Wieder einatmen, weiter beatmen

11 Bei Atemstillstand Andernfalls Kopflage korrigieren Bei ausbleibendem Erfolg trotz Kopflage-Korrektur Beatmung von Mund zu Mund Bei Feststellung, dass die Luft offensichtlich nicht bis in die Lunge gelangt, Mund und Rachen auf Fremdkörper kontrollieren und diese ggf. entfernen, dann Atemspende fortsetzen. Nach der zweiten Beatmung ist eine Pulskontrolle an beiden Seiten des Halses notwendig ( Bild) um einen eventuellen Herz-Kreislauf-Stillstand festzustellen und die notwendigen Maßnahmen zur Herz-Lungen- Wiederbelebung frühzeitig einleiten zu können. Maßnahmen nach erfolgreicher Beatmung Betroffenen in stabile Seitenlage bringen Wiederholt Atmung kontrollieren Bei erneutem Aussetzen sofort mit der Atemspende beginnen.

12 Herz-Lungen-Wiederbelebung Wenn Sie bei einer reglosen Person keine Lebenszeichen erkennen und diese Person nicht oder nicht normal atmet, besteht vermutlich ein Kreislaufstillstand. Sofort einen Notruf veranlassen und mit der HLW Herz-Lungen- Wiederbelebung beginnen. Ist ein AED ( Defibrillator) in der Nähe, muss dieser sofort zum Betroffenen gebracht werden. -Der Betroffene soll auf den Rücken und einem harten Untergrund liegen. Machen Sie den Brustkorb frei (Bild 1), und setzen Sie einen Handballen mittig auf die untere Hälfte des Brustbeines (Druckpunkt Bild 2). Den zweiten Handballen darüber setzen und 30-mal in einer Frequenz von 100/Min. etwa bis 5 cm tief senkrecht eindrücken und wieder entlasten (Bild 3). Dann 2x beatmen Kombinieren Sie 30 Druckmassagen mit je 2 Beatmungen Zum Beatmen den Kopf des Betroffenen nach hinten neigen, seine Nase mit zwei Fingern zuhalten und über den Mund beatmen. Beatmung mit Infektionsschutz

13 Druckverband Erkennen: Stark blutende Wunden Welche Gefahr droht? Schock Verbluten Was ist zu tun? Hochhalten, ggf. Abdrücken, Druckverband Achtung Jede Blutung aus einer Wunde lässt sich durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsquelle stillen. Ggf. muss der Helfende auch dazu tief in die Wund hineindrücken. Da jede starke Blutung zum Schock führen kann, müssen im Anschluss an die Blutstillung stets die Maßnahmen der Schockbekämpfung durch geführt werden. Abdrücken Bei Blutungen aus Wunden im Bereich der Ellenbogen, der Unterarme oder der Hand, Abdrücken der Oberarmarterie ( Bild 1) Der Druckverband Die Wundauflage des Verbandpäckchens auf die Wunde legen und mit Bindengängen festhalten. ( Bild 2) Das Druckpolster auf den Wundbereich legen ( geschlossene Verbandpäckchen) und in die Bindengänge einbeziehen. (Bild 3+4) 4 Blutet dieser durch, zusätzlich ein Druckpolster einbinden.

14 Schock und Schocklage Erkennen: Schneller und schwächer werdender, schließlich kaum noch tastbarer Puls, blasse und kalte Haut, der Betroffene friert,teilnahmslosigkeit, Schweißbildung auf der Stirn Schockanzeichen treten nicht immer alle und nicht immer gleichzeitig auf. Welche Gefahr droht? Tod infolge Schock Was ist zu tun? Schockbekämpfung Schockbekämpfung Blutstillung Nach Möglichkeit Betroffenen auf eine Decke legen Schocklage (Bild 1) Verletzten zudecken Für Ruhe sorgen Ständige Betreuung 1

15 Der Notruf Wo? Möglichst genaue Angaben des Unfalls Was? Kurze Beschreibung des Unfallherganges, dabei auch Angaben evtl. vorhandener Kennzahlen auf orangenfarbenen Warntafeln an. Wie viele Verletzte? Angaben zur Zahl der Verletzten. Welche Art der Verletzung? Lebensbedrohliche Verletzungen besonders schildern. Warten auf Rückfragen! Das Gespräch wird von der Leitstelle beendet. Notrufpfeil 110 und 112 sind gebührenfrei wobei gebührenpflichtig ist 34c StVO (Straßenverkehrsordnung) nach einem Unfall hat jeder Beteiligte sofort zu halten, sich über die Unfallfolgen zu vergewissern, den Verkehr zu sichern und den Verletzten zu helfen. 323c Strafgesetzbuch legt nicht nur die Verpflichtung zur Hilfeleistung fest, sondern auch, dass man von keinem Ersthelfer verlangen kann, sich selbst in Gefahr zu begeben. Oberste Priorität hat stets das eigene Leben und damit die eigene Sicherheit.

16 Das sollten Sie im Auto mit sich führen: 1 Warndreieck 1 Verbandkasten regelmäßig auf Vollständigkeit und Gebrauchsfähigkeit überprüfen. 1 Warnweste 1 Warnleuchte 1 Decke Olaf Höhns Ausbilder für Erste Hilfe und lebensrettende Sofortmaßnahmen

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