Gedanken zur Jahreslosung 2013 zur Erarbeitung von Andachten für Mitarbeiter und Teilnehmer

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1 Gedanken zur Jahreslosung 2013 zur Erarbeitung von Andachten für Mitarbeiter und Teilnehmer Denn auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird. (Gute Nachricht) (Neue Genfer Übersetzung) 1. Zusammenfassung/ Überblick über Kapitel 13: Das letzte Kapitel des Hebräerbriefes ist noch einmal ein Hinweis auf das wirklich wichtige im Glauben: Auf Jesus Christus und das aus dem Glauben resultierende Handeln an den Menschen: Durch Jesus Christus sind wir Geschwister (Vers 1) Wir sollen gastfrei sein (Vers 2) Wir sollen an die Gefangenen denken (Vers 3) Haltet die Ehe in Ehren (Vers 4) Lasst euer Leben nicht von der Geldgier bestimmen (Vers 5) Und wir sollen uns an das Wesentlich erinnern: An Gottes Zusage: Ich werde dich nie vergessen und dich niemals im Stich lassen. (Vers 5) Wesen Gottes: Der Herr ist mein Helfer, deshalb fürchte ich mich nicht. Was kann eine Mensch mir anhaben? (Vers 6) Die Verse 7 9 sind ein Hinweis darauf, an der richtigen Lehre festzuhalten und sich nicht von fremden Lehren vom richtigen Weg abzubringen. Dann kommt noch eine kleine theologische Einschiebung von den Versen Vers 13 ist der Aufruf, Jesus nachzufolgen und dazu bereit zu sein, auch seine Schmach auf sich zu nehmen. Für die jüdischen Christen bedeutet das, Jesus mehr zu folgen als ihren eigenen Gesetzen. Der Vers 14 ist dann Begründung und Ausblick zugleich: Die Sehnsucht der Christen gilt dem ewigen Leben mit Jesus und nicht einem möglichst guten Leben im hier und jetzt. In Vers 15 nennt der Schreiber noch einmal das Ziel und den Auftrag der Christen: Wir sollen Gott preisen und uns zu seinem Namen bekennen. Vers beinhaltet noch die Bitte, die Verantwortlichen der Gemeinde gut zu behandeln und auf sie zu hören, gefolgt von einer Bitte um Fürbitte für die Briefschreiber. Die Verse bilden dann den Abschluss mit Segenswünschen, einigen Mitteilungen und Grüßen. 2. Gedanken zu Vers 14: Verführungen und Missverständnisse Es ist immer wieder verführerisch, einzelne Verse in der Bibel aus dem Zusammenhang zu reißen und seine Schlüsse zu ziehen. So scheint das auch mit diesem Vers zu sein. Früher, aber nicht nur früher hatte man manchmal den Eindruck, dass dieser Vers dafür herhalten musste, um sich von dieser Welt abzuwenden und sich lediglich auf die Ewigkeit zu freuen. Das Leben hier auf der Erde ist nichts zum genießen, sondern man pflegte eine gewisse Weltverachtung. Im Gegenzug dazu hat sich bei den jüngeren Christen häufiger eine reine Hier und Jetzt Mentalität durchgesetzt. Die Ewigkeit hat keine Bedeutung mehr. Verse wie dieser wird gepflegt übersehen oder soweit historisch eingeordnet, dass er für uns heute keine Bedeutung mehr zu haben scheint. Man will das Leben heute in vollen Zügen genießen und von Jesus lässt man sich da nichts verbieten. Eine Meinung, die ich immer wieder zu hören bekomme, lautet folgendermaßen: Wir müssen uns nicht wundern, wenn Bewahrung der Schöpfung und das Leben hier und jetzt nicht ernst genommen wird, wenn wir als Christen lediglich darauf warten, in die Ewigkeit zu gelangen. 1

2 2.2 Was steht da? Der Vers nimmt zum einen eine eindeutige Wertung zwischen dem Leben im Hier und Jetzt den unterschiedlichsten Orten auf der Erde und der zukünftigen Stadt dem Reich Gottes und die Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott vor: Wirkliche Heimat werden wir nur in der zukünftigen Stadt finden. Zum anderen enthält er eine klare Aufforderung: Unsere ganze Sehnsucht soll dieser zukünftigen Stadt gelten, zu der wir unterwegs sind. Vereinfacht ausgedrückt: Kümmert euch mehr um das Leben in der Ewigkeit und der zukünftigen Welt als um das Leben im Hier und Jetzt. Der Vers allein gesehen kann also sehr wohl dazu führen, das Leben als solches nicht ernst zu nehmen, bzw. lediglich als den Wartesaal für die Ewigkeit zu verstehen. Allerdings gelingt das nur, wenn wir das kleine Wort denn zu Beginn des Verses übersehen. Dieses denn ordnet den Vers in seinen Kontext ein und beschreibt eine Begründung für ein Handeln ist, zu dem in den Versen zuvor aufgerufen wird. Würde man den Vers 14 den vorlaufenden Versen voranstellen, müsste er heißen: Weil wir hier auf der Erde an keinem Ort Heimat finden und unsere ganze Sehnsucht der zukünftigen Stadt gilt, werden wir im Hier und Jetzt Jesus nachfolgen. Denn um diese Nachfolge geht es in den Versen, die unserem Text vorangestellt sind (siehe Zusammenfassung und Überblick über Kapitel 13) Anwendung allgemein Jesus verheißt uns ein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott unserem Vater. Wir können nicht viel darüber sagen, wie das genau aussehen wird. Allerdings wird es unsere Vorstellungen sicherlich deutlich übertreffen, denn es geht um das Erleben der Gegenwart Gottes in ganzer Fülle und Perfektion. Wir alle sind auf der Suche nach Heimat. Das Suchen nach einer Heimat ist in dem Menschen angelegt. Heimat ist der Ort, an dem man einfach sein kann. Heimat bedeutet Sicherheit, Anerkennung, Vertrauen, Vertrautheit, Unterstützung, Liebe, Die Suche nach dieser Heimat in dieser Welt bezeichnet der Schreiber des Hebräerbriefes als sinnlos. Denn genau diese Heimat werden wir hier nicht finden. Deswegen sollen wir Heimat bei Gott finden, die Heimat, die wir in der Ewigkeit bei Gott in Perfektion finden. Weil wir eine Heimat bei Gott unserem Vater in der Ewigkeit haben, müssen wir unsere Kraft und Energie nicht darauf verwenden, Heimat im Hier und Jetzt zu suchen. Heimat, also Anerkennung, Sicherheit, Liebe, Vertrauen und Unterstützung, bei Gott gefunden zu haben, schenkt uns Freiheit. Wenn unsere Sehnsucht nach Heimat dieser zukünftigen Heimat gilt, leben wir befreit davon, unser Handeln und unser Sein von der Meinung anderer abhängig zu machen. Wir werden befreit sein, von der Sucht nach Anerkennung, von der Angst, zu kurz zu kommen. Wir haben die Freiheit, als Jesus-Nachfolger in dieser Welt zu leben. 3. Anwendung für die Jugend- und Teenagerarbeit Was bedeutet es praktisch, dass unsere Sehnsucht der zukünftigen Stadt gilt? In welche Stadt investieren wir uns in der Jugendarbeit? die irdische Stadt heißt: - tolle Räume - attraktive Veranstaltungsformen - professionelle Musik - perfekte Predigten - Größe der Gruppen - Beteiligung der Jugendlichen am Programm - Besuch der Jugendlichen in normalen Gottesdiensten - gutes Programm - diakonisches Leben die zukünftige Stadt heißt: - das geistliche Leben der Teens und Jugendlichen Wenn wir in unserer Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen an der zukünftigen Stadt ausrichten, bedeutet das zu allererst, in das geistliche Leben der Teilnehmer zu investieren. Praktisch kann das Folgendes bedeuten: 2

3 Es ist nicht so wichtig, wie oft jemand in den Veranstaltungen ist, sondern ob er eine Beziehung zu Jesus lebt. Es ist nicht so wichtig, mit Jugendlichen über alle möglichen Themen im Gespräch zu sein, sondern vor allen Dingen auch über geistliche Themen. Und: Es ist nicht so wichtig, über geistliche Themen mit Jugendlichen zu reden, als mit ihnen zu ganz praktisch beten. Zusammenfassung Zur Jugendarbeit gehört es, in die irdische Stadt zu investieren. Das ist wichtig und Jesus gibt uns auch klare Anweisungen, wie wir das tun können. fordert uns allerdings heraus, zu überprüfen, ob wir unsere Prioritäten richtig gesetzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass die Investition in und das entdecken der Heimat in der zukünftigen Stadt, uns dazu befreit, in die irdische Stadt zu investieren. Praktische Frage: 1. Was ist uns in unserer Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen wichtig? 2. In welche Bereiche investieren wir am meisten Zeit, Geld, allgemeine Ressourcen? 3. Wo erleben wir, dass uns die Aussicht auf das ewige Leben und Gottes Liebe dazu befreit, ein Leben als Nachfolger Jesu praktisch zu leben? Andreas Schlüter Jugendreferent Bund FeG 3

4 Gedanken zur Jahreslosung 2013 zur Erarbeitung von Andachten für Mitarbeiter und Teilnehmer Denn auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird. (Gute Nachricht) (Neue Genfer Übersetzung) 1. Zusammenfassung/ Überblick über Kapitel 13: Das letzte Kapitel des Hebräerbriefes ist noch einmal ein Hinweis auf das wirklich wichtige im Glauben: Auf Jesus Christus und das aus dem Glauben resultierende Handeln an den Menschen: Durch Jesus Christus sind wir Geschwister (Vers 1) Wir sollen gastfrei sein (Vers 2) Wir sollen an die Gefangenen denken (Vers 3) Haltet die Ehe in Ehren (Vers 4) Lasst euer Leben nicht von der Geldgier bestimmen (Vers 5) Und wir sollen uns an das Wesentlich erinnern: An Gottes Zusage: Ich werde dich nie vergessen und dich niemals im Stich lassen. (Vers 5) Wesen Gottes: Der Herr ist mein Helfer, deshalb fürchte ich mich nicht. Was kann eine Mensch mir anhaben? (Vers 6) Die Verse 7 9 sind ein Hinweis darauf, an der richtigen Lehre festzuhalten und sich nicht von fremden Lehren vom richtigen Weg abzubringen. Dann kommt noch eine kleine theologische Einschiebung von den Versen Vers 13 ist der Aufruf, Jesus nachzufolgen und dazu bereit zu sein, auch seine Schmach auf sich zu nehmen. Für die jüdischen Christen bedeutet das, Jesus mehr zu folgen als ihren eigenen Gesetzen. Der Vers 14 ist dann Begründung und Ausblick zugleich: Die Sehnsucht der Christen gilt dem ewigen Leben mit Jesus und nicht einem möglichst guten Leben im hier und jetzt. In Vers 15 nennt der Schreiber noch einmal das Ziel und den Auftrag der Christen: Wir sollen Gott preisen und uns zu seinem Namen bekennen. Vers beinhaltet noch die Bitte, die Verantwortlichen der Gemeinde gut zu behandeln und auf sie zu hören, gefolgt von einer Bitte um Fürbitte für die Briefschreiber. Die Verse bilden dann den Abschluss mit Segenswünschen, einigen Mitteilungen und Grüßen. 2. Gedanken zu Vers 14: Verführungen und Missverständnisse Es ist immer wieder verführerisch, einzelne Verse in der Bibel aus dem Zusammenhang zu reißen und seine Schlüsse zu ziehen. So scheint das auch mit diesem Vers zu sein. Früher, aber nicht nur früher hatte man manchmal den Eindruck, dass dieser Vers dafür herhalten musste, um sich von dieser Welt abzuwenden und sich lediglich auf die Ewigkeit zu freuen. Das Leben hier auf der Erde ist nichts zum genießen, sondern man pflegte eine gewisse Weltverachtung. Im Gegenzug dazu hat sich bei den jüngeren Christen häufiger eine reine Hier und Jetzt Mentalität durchgesetzt. Die Ewigkeit hat keine Bedeutung mehr. Verse wie dieser wird gepflegt übersehen oder soweit historisch eingeordnet, dass er für uns heute keine Bedeutung mehr zu haben scheint. Man will das Leben heute in vollen Zügen genießen und von Jesus lässt man sich da nichts verbieten. Eine Meinung, die ich immer wieder zu hören bekomme, lautet folgendermaßen: Wir müssen uns nicht wundern, wenn Bewahrung der Schöpfung und das Leben hier und jetzt nicht ernst genommen wird, wenn wir als Christen lediglich darauf warten, in die Ewigkeit zu gelangen. 1

5 2.2 Was steht da? Der Vers nimmt zum einen eine eindeutige Wertung zwischen dem Leben im Hier und Jetzt den unterschiedlichsten Orten auf der Erde und der zukünftigen Stadt dem Reich Gottes und die Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott vor: Wirkliche Heimat werden wir nur in der zukünftigen Stadt finden. Zum anderen enthält er eine klare Aufforderung: Unsere ganze Sehnsucht soll dieser zukünftigen Stadt gelten, zu der wir unterwegs sind. Vereinfacht ausgedrückt: Kümmert euch mehr um das Leben in der Ewigkeit und der zukünftigen Welt als um das Leben im Hier und Jetzt. Der Vers allein gesehen kann also sehr wohl dazu führen, das Leben als solches nicht ernst zu nehmen, bzw. lediglich als den Wartesaal für die Ewigkeit zu verstehen. Allerdings gelingt das nur, wenn wir das kleine Wort denn zu Beginn des Verses übersehen. Dieses denn ordnet den Vers in seinen Kontext ein und beschreibt eine Begründung für ein Handeln ist, zu dem in den Versen zuvor aufgerufen wird. Würde man den Vers 14 den vorlaufenden Versen voranstellen, müsste er heißen: Weil wir hier auf der Erde an keinem Ort Heimat finden und unsere ganze Sehnsucht der zukünftigen Stadt gilt, werden wir im Hier und Jetzt Jesus nachfolgen. Denn um diese Nachfolge geht es in den Versen, die unserem Text vorangestellt sind (siehe Zusammenfassung und Überblick über Kapitel 13) Anwendung allgemein Jesus verheißt uns ein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott unserem Vater. Wir können nicht viel darüber sagen, wie das genau aussehen wird. Allerdings wird es unsere Vorstellungen sicherlich deutlich übertreffen, denn es geht um das Erleben der Gegenwart Gottes in ganzer Fülle und Perfektion. Wir alle sind auf der Suche nach Heimat. Das Suchen nach einer Heimat ist in dem Menschen angelegt. Heimat ist der Ort, an dem man einfach sein kann. Heimat bedeutet Sicherheit, Anerkennung, Vertrauen, Vertrautheit, Unterstützung, Liebe, Die Suche nach dieser Heimat in dieser Welt bezeichnet der Schreiber des Hebräerbriefes als sinnlos. Denn genau diese Heimat werden wir hier nicht finden. Deswegen sollen wir Heimat bei Gott finden, die Heimat, die wir in der Ewigkeit bei Gott in Perfektion finden. Weil wir eine Heimat bei Gott unserem Vater in der Ewigkeit haben, müssen wir unsere Kraft und Energie nicht darauf verwenden, Heimat im Hier und Jetzt zu suchen. Heimat, also Anerkennung, Sicherheit, Liebe, Vertrauen und Unterstützung, bei Gott gefunden zu haben, schenkt uns Freiheit. Wenn unsere Sehnsucht nach Heimat dieser zukünftigen Heimat gilt, leben wir befreit davon, unser Handeln und unser Sein von der Meinung anderer abhängig zu machen. Wir werden befreit sein, von der Sucht nach Anerkennung, von der Angst, zu kurz zu kommen. Wir haben die Freiheit, als Jesus-Nachfolger in dieser Welt zu leben. 3. Anwendung für die Jugend- und Teenagerarbeit Was bedeutet es praktisch, dass unsere Sehnsucht der zukünftigen Stadt gilt? In welche Stadt investieren wir uns in der Jugendarbeit? die irdische Stadt heißt: - tolle Räume - attraktive Veranstaltungsformen - professionelle Musik - perfekte Predigten - Größe der Gruppen - Beteiligung der Jugendlichen am Programm - Besuch der Jugendlichen in normalen Gottesdiensten - gutes Programm - diakonisches Leben die zukünftige Stadt heißt: - das geistliche Leben der Teens und Jugendlichen Wenn wir in unserer Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen an der zukünftigen Stadt ausrichten, bedeutet das zu allererst, in das geistliche Leben der Teilnehmer zu investieren. Praktisch kann das Folgendes bedeuten: 2

6 Es ist nicht so wichtig, wie oft jemand in den Veranstaltungen ist, sondern ob er eine Beziehung zu Jesus lebt. Es ist nicht so wichtig, mit Jugendlichen über alle möglichen Themen im Gespräch zu sein, sondern vor allen Dingen auch über geistliche Themen. Und: Es ist nicht so wichtig, über geistliche Themen mit Jugendlichen zu reden, als mit ihnen zu ganz praktisch beten. Zusammenfassung Zur Jugendarbeit gehört es, in die irdische Stadt zu investieren. Das ist wichtig und Jesus gibt uns auch klare Anweisungen, wie wir das tun können. fordert uns allerdings heraus, zu überprüfen, ob wir unsere Prioritäten richtig gesetzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass die Investition in und das entdecken der Heimat in der zukünftigen Stadt, uns dazu befreit, in die irdische Stadt zu investieren. Praktische Frage: 1. Was ist uns in unserer Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen wichtig? 2. In welche Bereiche investieren wir am meisten Zeit, Geld, allgemeine Ressourcen? 3. Wo erleben wir, dass uns die Aussicht auf das ewige Leben und Gottes Liebe dazu befreit, ein Leben als Nachfolger Jesu praktisch zu leben? Andreas Schlüter Jugendreferent Bund FeG 3

7 Gedanken zur Jahreslosung 2013 zur Erarbeitung von Andachten für Mitarbeiter und Teilnehmer Denn auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird. (Gute Nachricht) (Neue Genfer Übersetzung) 1. Zusammenfassung/ Überblick über Kapitel 13: Das letzte Kapitel des Hebräerbriefes ist noch einmal ein Hinweis auf das wirklich wichtige im Glauben: Auf Jesus Christus und das aus dem Glauben resultierende Handeln an den Menschen: Durch Jesus Christus sind wir Geschwister (Vers 1) Wir sollen gastfrei sein (Vers 2) Wir sollen an die Gefangenen denken (Vers 3) Haltet die Ehe in Ehren (Vers 4) Lasst euer Leben nicht von der Geldgier bestimmen (Vers 5) Und wir sollen uns an das Wesentlich erinnern: An Gottes Zusage: Ich werde dich nie vergessen und dich niemals im Stich lassen. (Vers 5) Wesen Gottes: Der Herr ist mein Helfer, deshalb fürchte ich mich nicht. Was kann eine Mensch mir anhaben? (Vers 6) Die Verse 7 9 sind ein Hinweis darauf, an der richtigen Lehre festzuhalten und sich nicht von fremden Lehren vom richtigen Weg abzubringen. Dann kommt noch eine kleine theologische Einschiebung von den Versen Vers 13 ist der Aufruf, Jesus nachzufolgen und dazu bereit zu sein, auch seine Schmach auf sich zu nehmen. Für die jüdischen Christen bedeutet das, Jesus mehr zu folgen als ihren eigenen Gesetzen. Der Vers 14 ist dann Begründung und Ausblick zugleich: Die Sehnsucht der Christen gilt dem ewigen Leben mit Jesus und nicht einem möglichst guten Leben im hier und jetzt. In Vers 15 nennt der Schreiber noch einmal das Ziel und den Auftrag der Christen: Wir sollen Gott preisen und uns zu seinem Namen bekennen. Vers beinhaltet noch die Bitte, die Verantwortlichen der Gemeinde gut zu behandeln und auf sie zu hören, gefolgt von einer Bitte um Fürbitte für die Briefschreiber. Die Verse bilden dann den Abschluss mit Segenswünschen, einigen Mitteilungen und Grüßen. 2. Gedanken zu Vers 14: Verführungen und Missverständnisse Es ist immer wieder verführerisch, einzelne Verse in der Bibel aus dem Zusammenhang zu reißen und seine Schlüsse zu ziehen. So scheint das auch mit diesem Vers zu sein. Früher, aber nicht nur früher hatte man manchmal den Eindruck, dass dieser Vers dafür herhalten musste, um sich von dieser Welt abzuwenden und sich lediglich auf die Ewigkeit zu freuen. Das Leben hier auf der Erde ist nichts zum genießen, sondern man pflegte eine gewisse Weltverachtung. Im Gegenzug dazu hat sich bei den jüngeren Christen häufiger eine reine Hier und Jetzt Mentalität durchgesetzt. Die Ewigkeit hat keine Bedeutung mehr. Verse wie dieser wird gepflegt übersehen oder soweit historisch eingeordnet, dass er für uns heute keine Bedeutung mehr zu haben scheint. Man will das Leben heute in vollen Zügen genießen und von Jesus lässt man sich da nichts verbieten. Eine Meinung, die ich immer wieder zu hören bekomme, lautet folgendermaßen: Wir müssen uns nicht wundern, wenn Bewahrung der Schöpfung und das Leben hier und jetzt nicht ernst genommen wird, wenn wir als Christen lediglich darauf warten, in die Ewigkeit zu gelangen. 1

8 2.2 Was steht da? Der Vers nimmt zum einen eine eindeutige Wertung zwischen dem Leben im Hier und Jetzt den unterschiedlichsten Orten auf der Erde und der zukünftigen Stadt dem Reich Gottes und die Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott vor: Wirkliche Heimat werden wir nur in der zukünftigen Stadt finden. Zum anderen enthält er eine klare Aufforderung: Unsere ganze Sehnsucht soll dieser zukünftigen Stadt gelten, zu der wir unterwegs sind. Vereinfacht ausgedrückt: Kümmert euch mehr um das Leben in der Ewigkeit und der zukünftigen Welt als um das Leben im Hier und Jetzt. Der Vers allein gesehen kann also sehr wohl dazu führen, das Leben als solches nicht ernst zu nehmen, bzw. lediglich als den Wartesaal für die Ewigkeit zu verstehen. Allerdings gelingt das nur, wenn wir das kleine Wort denn zu Beginn des Verses übersehen. Dieses denn ordnet den Vers in seinen Kontext ein und beschreibt eine Begründung für ein Handeln ist, zu dem in den Versen zuvor aufgerufen wird. Würde man den Vers 14 den vorlaufenden Versen voranstellen, müsste er heißen: Weil wir hier auf der Erde an keinem Ort Heimat finden und unsere ganze Sehnsucht der zukünftigen Stadt gilt, werden wir im Hier und Jetzt Jesus nachfolgen. Denn um diese Nachfolge geht es in den Versen, die unserem Text vorangestellt sind (siehe Zusammenfassung und Überblick über Kapitel 13) Anwendung allgemein Jesus verheißt uns ein ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Gott unserem Vater. Wir können nicht viel darüber sagen, wie das genau aussehen wird. Allerdings wird es unsere Vorstellungen sicherlich deutlich übertreffen, denn es geht um das Erleben der Gegenwart Gottes in ganzer Fülle und Perfektion. Wir alle sind auf der Suche nach Heimat. Das Suchen nach einer Heimat ist in dem Menschen angelegt. Heimat ist der Ort, an dem man einfach sein kann. Heimat bedeutet Sicherheit, Anerkennung, Vertrauen, Vertrautheit, Unterstützung, Liebe, Die Suche nach dieser Heimat in dieser Welt bezeichnet der Schreiber des Hebräerbriefes als sinnlos. Denn genau diese Heimat werden wir hier nicht finden. Deswegen sollen wir Heimat bei Gott finden, die Heimat, die wir in der Ewigkeit bei Gott in Perfektion finden. Weil wir eine Heimat bei Gott unserem Vater in der Ewigkeit haben, müssen wir unsere Kraft und Energie nicht darauf verwenden, Heimat im Hier und Jetzt zu suchen. Heimat, also Anerkennung, Sicherheit, Liebe, Vertrauen und Unterstützung, bei Gott gefunden zu haben, schenkt uns Freiheit. Wenn unsere Sehnsucht nach Heimat dieser zukünftigen Heimat gilt, leben wir befreit davon, unser Handeln und unser Sein von der Meinung anderer abhängig zu machen. Wir werden befreit sein, von der Sucht nach Anerkennung, von der Angst, zu kurz zu kommen. Wir haben die Freiheit, als Jesus-Nachfolger in dieser Welt zu leben. 3. Anwendung für die Jugend- und Teenagerarbeit Was bedeutet es praktisch, dass unsere Sehnsucht der zukünftigen Stadt gilt? In welche Stadt investieren wir uns in der Jugendarbeit? die irdische Stadt heißt: - tolle Räume - attraktive Veranstaltungsformen - professionelle Musik - perfekte Predigten - Größe der Gruppen - Beteiligung der Jugendlichen am Programm - Besuch der Jugendlichen in normalen Gottesdiensten - gutes Programm - diakonisches Leben die zukünftige Stadt heißt: - das geistliche Leben der Teens und Jugendlichen Wenn wir in unserer Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen an der zukünftigen Stadt ausrichten, bedeutet das zu allererst, in das geistliche Leben der Teilnehmer zu investieren. Praktisch kann das Folgendes bedeuten: 2

9 Es ist nicht so wichtig, wie oft jemand in den Veranstaltungen ist, sondern ob er eine Beziehung zu Jesus lebt. Es ist nicht so wichtig, mit Jugendlichen über alle möglichen Themen im Gespräch zu sein, sondern vor allen Dingen auch über geistliche Themen. Und: Es ist nicht so wichtig, über geistliche Themen mit Jugendlichen zu reden, als mit ihnen zu ganz praktisch beten. Zusammenfassung Zur Jugendarbeit gehört es, in die irdische Stadt zu investieren. Das ist wichtig und Jesus gibt uns auch klare Anweisungen, wie wir das tun können. fordert uns allerdings heraus, zu überprüfen, ob wir unsere Prioritäten richtig gesetzt haben. Ich bin davon überzeugt, dass die Investition in und das entdecken der Heimat in der zukünftigen Stadt, uns dazu befreit, in die irdische Stadt zu investieren. Praktische Frage: 1. Was ist uns in unserer Arbeit mit Teenagern und Jugendlichen wichtig? 2. In welche Bereiche investieren wir am meisten Zeit, Geld, allgemeine Ressourcen? 3. Wo erleben wir, dass uns die Aussicht auf das ewige Leben und Gottes Liebe dazu befreit, ein Leben als Nachfolger Jesu praktisch zu leben? Andreas Schlüter Jugendreferent Bund FeG 3

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