Anders alt!? Ergebnisse des Forschungsprojektes "Lebensqualität für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung"

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1 Anders alt!? Ergebnisse des Forschungsprojektes "Lebensqualität für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung"

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3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Einleitung 4 Ergebnisse der Zukunftstage 5 Ergebnisse der Experteninterviews 8 Arbeitsplatzanpassung im Alter 14 Empfehlungen 15 Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand 16 Empfehlungen 22 Gestaltung von Angeboten für Senioren 23 Empfehlungen 29 Familien, in denen erwachsene Menschen mit Behinderung leben 30 Empfehlungen 38 Demenz 39 Empfehlungen 41 Fazit 42 Weitere Informationen 43 Hinweis Obwohl aus Gründen der besseren Lesbarkeit im Text meist die männliche Form gewählt wurde, beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter. 3

4 Einleitung Einleitung Durch die zunehmende Zahl von älteren Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung steht die Behindertenhilfe vor neuen Herausforderungen: Wie kann die Werkstatt dem Bedürfnis der Beschäftigten, auch im Alter an den gewohnten Arbeitsaufgaben festzuhalten, gerecht werden? Wie kann eine Vorbereitung auf den Ruhestand für geistig behinderte Menschen gestaltet werden? Wie können in der Behindertenhilfe Wohnangebote und tagesstrukturierende Angebote für Senioren aussehen, die dem zunehmenden Hilfe- und Pflegebedarf der Nutzer gerecht werden? Mit welchen Anforderungen und Erwartungen sind hochaltrige Eltern, die mit ihren erwachsenen behinderten Kindern zusammen leben, konfrontiert? Wie kann eine hohe Lebensqualität von demenziell erkrankten Menschen mit einer geistigen Behinderung und ihren Mitbewohnern gesichert werden? Das dreijährige Forschungsprojekt Anders alt?! Lebensqualität für ältere Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung hat sich mit diesen Herausforderungen beschäftigt. Es wurde von der Hochschule Osnabrück (Prof. Dr. Jochen Windheuser, Prof. Dr. Andrea Riecken) in Kooperation mit Prof. Dr. Bettina Lindmeier von der Leibniz Universität Hannover durchgeführt. Praxispartner des Projektes waren die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück und die Osnabrücker Werkstätten. Die finanzielle Förderung erfolgte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderlinie SILQUA-FH (Förderung von Innovationen für Lebensqualität im Alter). Das Ziel des Projekts war, die schon bestehenden Angebote der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück und der Osnabrücker Werkstätten für geistig behinderte Menschen zu analysieren und neue Entwicklungen anzuregen. Viele Menschen mit Behinderung der jetzt alten Generation haben in ihrem Leben vielfältige Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. Sie müssen die Möglichkeit erhalten, ihren Ruhestand nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten und auch bei altersbedingten Erkrankungen wie Demenz in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben und dort bedarfsgerecht unterstützt und gepflegt zu werden. Dazu sind sozialpolitische Weichenstellungen notwendig, die nicht nur das bestehende Recht auf Leistungen zur Teilhabe (Eingliederungshilfe) altersunabhängig erhalten, sondern auch die Möglichkeiten verbessern, Leistungen der Pflegeversicherung in Kombination mit Leistungen zur Teilhabe in Anspruch zu nehmen. Dies ist 4

5 Einleitung Ergebnisse der Zukunftstage in stationären Wohnformen bislang nur in unzureichender, pauschalierter Form möglich. In Niedersachsen existiert zudem bislang keine Rahmenleistungsvereinbarung für Tagesangebote für Senioren. Da die Zuständigkeit für alle Leistungen zur Teilhabe für Menschen über 60 Jahren bei den kommunalen Kostenträgern liegt, sind sehr unterschiedliche Kostensätze entstanden und für die Träger einzeln zu verhandeln. Im Einzugsbereich der Heilpädagogischen Hilfe sind die Spielräume in den Verhandlungen mit Stadt und Landkreis Osnabrück sehr unterschiedlich. Erst auf der Grundlage verlässlicher Finanzierungsmodalitäten können Angebote entwickelt werden, die die zentralen Leitprinzipien der Behindertenhilfe, Inklusion, Teilhabe und Selbstbestimmung realisierbar machen. Vorgehensweise im Projekt Ähnlich wie in anderen Einrichtungen sind in der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück bereits viele Angebote vorhanden, die sich speziell an ältere Nutzer wenden oder deren Bedürfnisse berücksichtigen. Der erste Schritt war daher eine Bestandserhebung, die sowohl zeigen sollte, welche Angebote und Strukturen bereits entwickelt sind, als auch, welche ungelösten Fragen und Bedarfe vorhanden sind. Eindrücke von den Zukunftstagen Ergebnisse der Zukunftstage Die 165 älteren Beschäftigten über 55 Jahren wurden zu einem Zukunftstag eingeladen, in dem über das Thema Alter informiert und über Wünsche, Erwartungen und Ängste in Bezug auf Älterwerden und Ruhestand gesprochen wurde. Die Zukunftstage wurden an vier Werkstattstandorten durchgeführt und von insgesamt 66 Teilnehmern besucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Beschäftigten sich in unterschiedlichem Umfang bereits Gedanken über ihren Ruhestand gemacht haben. Ihre Aussagen zu Ängsten und positiven Erwartungen waren differenziert und werden im Kapitel Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand genauer vorgestellt. Hervorzuheben ist, dass die Teilnehmer von sich aus sehr wenig oder gar nicht über ihren Hilfebedarf sprachen. Besonders die selbständig, bei Angehörigen oder ambulant betreut lebenden Menschen äußerten, nur sehr ungern (mehr) Hilfe annehmen zu wollen. Die Vermutung, dass Menschen mit Behinderung, die bereits in ihrem bisherigen Leben auf Unterstützung angewiesen waren, mit einem altersbedingten Verlust an Unabhängigkeit besser umgehen könnten, hat sich nicht bestätigt. 5

6 Einleitung Ergebnisse der Zukunftstage Kleingruppengespräche vertieften die drei Lebensbereiche Arbeit, Freizeit und Wohnen: Die Beschäftigten gehen großenteils sehr gerne zur Arbeit, möchten so lange wie möglich arbeiten, und viele wünschen sich einen allmählichen Ausklang der Arbeitstätigkeit über eine Teilzeitbeschäftigung. Die Arbeit selbst macht Spaß und motiviert, aber auch der soziale Kontakt zu Kollegen, das gilt vor allem für die Beschäftigten aus den ländlichen Regionen des Einzugsbereichs. Viele Beschäftigte nehmen Sportangebote der Werkstätten wahr und wünschen sich, diese auch im Ruhestand weiter nutzen zu können, befürchten allerdings, dass dies nicht möglich ist. Nur wenige Beschäftigte nahmen zum Zeitpunkt der Zukunftstage Angebote wie die Rentnertage oder die Altersteilzeit in Anspruch oder waren über diese informiert. Einige Beschäftigte waren interessiert, das Rentnerdasein auszuprobieren und sich schrittweise auf den Ruhestand einzustellen. Es wurden mehr Angebote zur Vorbereitung durch die Werkstatt gewünscht. *Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte NRW (Hrsg.) (2004): Neuland entdecken. Wenn Menschen mit Behinderungen in den Ruhestand gehen. Düsseldorf In der Fachliteratur* wird häufig festgestellt, dass die eigenständige Freizeitgestaltung außerhalb organisierter Angebote bei dieser Generation eher selten sei. Dies haben die Zukuntstage nicht bestätigt. Vielzahl und Individualität der genannten Hobbys überraschten, sie reichten von Handarbeiten, Modelleisenbahnen, Fotografieren, Verreisen und Sport bis hin zu Musik hören, Fernsehen gucken, Freunde treffen, Kaffee trinken gehen, Einkaufen gehen etc. Möglicherweise sind die Teilnehmer eher die aktiven ihrer Altersgruppe. Den Beschäftigten war es wichtig, selbst entscheiden zu können, woran sie teilnehmen möchten. So wurde negativ kommentiert, dass in einigen Seniorenbetreuungen immer nur ein Angebot für alle gemacht werde. Zwar ist die Teilnahme freiwillig, man kann jedoch nicht zwischen mehreren unterschiedlichen Angeboten wählen. Viele wünschen sich normale Alltagstätigkeiten wie Haus- oder Gartenarbeit statt Angeboten wie Bastelstunden. Dies ist an mehreren Standorten auch möglich. Ich weiß noch nicht ob ich als Rentnerin aufhöre zu arbeiten. Vielleicht komme ich dann auch weiter zur Werkstatt. Viele Beschäftigte fahren gerne in den Urlaub und nehmen die Angebote des Freizeitwerkes wahr. Sie sind jedoch der zutreffenden Auffassung, dass das Verreisen im Rentenalter voraussichtlich noch schwieriger zu finanzieren sein werde als jetzt schon. Ein Teilnehmer wohnt mehrere Kilometer von einer Bushaltestelle entfernt. Am Wochenende haben ihn Angehörige zu Verabredungen etc. gefahren. Wie soll das gehen, wenn diese wochentags bei der Arbeit sind? Er hat Angst, als Rentner nur noch zu Hause zu sitzen. Manche Teilnehmer sorgen sich vor Langeweile im Ruhestand, wenn die Arbeit und begleitende Angebote (Chor, Theatergruppe, Sportangebote etc.) in der Werkstatt wegfallen. Wer nicht in Wohneinrichtungen lebt, fragt sich, wo es geeignete Angebote gibt bzw. wie er/sie so etwas selbständig organisieren soll. Auch das Treffen von Freunden und Bekannten sei nicht so leicht zu realisieren, da die Verkehrsanbindungen oft ungünstig seien und viele Beschäftigte nicht eigenständig öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. 6

7 Einleitung Ergebnisse der Zukunftstage Die derzeitige Wohnsituation der Teilnehmer am Zukunftstag ist sehr unterschiedlich. Etwa die Hälfte lebt im Wohnheim, teilweise in Häusern mit angeschlossener Seniorenbetreuung; diese Beschäftigten hatten zum Teil klarere Vorstellungen über Hilfen zur Tagesgestaltung. Ein Viertel lebt gemeinsam mit Eltern oder Angehörigen und ein weiteres Viertel lebt selbständig, zum geringen Teil mit ambulanter Unterstützung. Die selbständig lebenden Beschäftigten wohnen oftmals in räumlicher Nähe zu Angehörigen und erhalten von diesen Unterstützung. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen sind die Beschäftigten mit ihrer derzeitigen Wohnsituation sehr zufrieden und möchte sie aufrecht erhalten. Auf Nachfrage wurden kaum Veränderungswünsche genannt. Einige Teilnehmer gaben an, sehr durch die Pflege eines kranken Elternteils beansprucht zu sein und sich nach der Arbeit oder am Wochenende um die Eltern und den Haushalt zu kümmern. Hier besteht der Wunsch, über Hilfsangebote wie Essen auf Rädern oder ambulante Pflegedienste etc. besser informiert zu werden. Ein auffälliges Ergebnis bestand darin, dass einige Teilnehmer nicht über die Zukunft, d.h. auch den über den möglichen Tod eines Elternteils, reden oder nachdenken wollten, sondern dieses Thema oft abgeblockten. Viele der nicht im Heim Wohnenden sind über bestehende Wohnformen schlecht informiert, aber auf Nachfrage durchaus interessiert, ein Wohnheim oder Angebote wie das Betreute Wohnen anzuschauen oder sogar zur Probe zu wohnen. Die Privatheit und Individualität des selbständigen Wohnens zieht an, andererseits ist es im Heim ein gutes Gefühl zu wissen, dass immer jemand da ist, der helfen oder den man in schwierigen Situationen um Rat fragen kann. Ein Angebot wie die Zukunftstage ist für nicht sprechende Menschen nur bedingt geeignet und schließt daher einen Teil der Beschäftigten aus. An allen Zukunftstagen nahmen zwar auch stärker eingeschränkte Beschäftigte teil, die Kommunikation war dann sehr von der Qualität der Begleitung abhängig. Teils halfen Arbeitskolleginnen mit Gebärdensprache, teils erfolgte eine Begleitung durch Mitarbeiter. Insgesamt haben die Zukunftstage sehr differenzierte, zum Teil unerwartete Ergebnisse und klare Hinweise auf die Weiterentwicklung der Angebote erbracht. 7

8 Einleitung Ergebnisse der Experteninterviews Ergebnisse der Experteninterviews 21 Mitarbeiter aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen und Hierarchieebenen wurden in Experteninterviews nach ihren Erfahrungen im Umgang mit älteren Menschen mit Behinderung und den bestehenden Konzepten befragt. Die Interviews wurden qualitativ ausgewertet und ergaben wichtige Aussagen zu den folgenden Themen: Bedürfnisse von Senioren & Altersbilder Die befragten Mitarbeiter beschrieben sehr unterschiedliche Alternsprozesse und Bedürfnisse. Einzelne waren der Meinung, dass es keiner besonderen Begleitung bedürfe, vor allem unter den Mitarbeitern der Werkstätten, aber grundsätzlich wurde ein großes Bedürfnis nach Unterstützung bei der Auseinandersetzung mit Alterungsprozessen wahrgenommen. Als problematisch wurde eine erlernte Bedürfnislosigkeit mancher älterer Menschen angesehen, die es schwierig macht, die Wünsche zu ermitteln. Weiterhin wurde auf die Notwendigkeit verwiesen, das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug und nach Aktivität, sinnstiftender Tätigkeit und Teilhabe auszubalancieren, sowohl zwischen unterschiedlichen Nutzern als auch bei jedem Einzelnen. Die Notwendigkeit der Individualisierung wurde für ältere Menschen noch stärker hervorgehoben, ebenso wurde darauf verwiesen, dass zu der großen Spanne an Alterungsprozesssen auch ein Altwerden ohne besondere Veränderungen gehören könne. Übergang in den Ruhestand, Also es gehen ja schon Jahrzehnte Leute in den Ruhestand und das hat ja bisher auch geklappt. Was machst du eigentlich, wenn du nicht mehr arbeitest? Dann sterbe ich! Die Bandbreite der Einschätzungen reicht auch hier von der Annahme, der Übergang in den Ruhestand benötige keine besonderen Maßnahmen, bis zu der Beobachtung hohen Unterstützungsbedarfs. Da die Äußerungen der Beschäftigten selbst einen großen Bedarf deutlich machen, muss die Wahrnehmung und das Problembewusstsein der Mitarbeiter im Werkstattbereich hier weiter geschärft werden. Als besondere Aufgabe wurde die Identifikation früher Alterungsprozesse und demenzieller Erkrankungen sowie die Unterstützung älterer Menschen, die bei hochaltrigen Eltern oder anderen Verwandten leben, benannt. Hier besteht teilweise in der Mitarbeiterschaft der Werkstätten die unzutreffende Auffassung, dass die meisten älteren Beschäftigten bereits im Wohnheim oder mit ambulanter Assistenz leben. Ältere Menschen mit Behinderung im Elternhaus Ich versuche die Eltern eines Beschäftigten zu überzeugen, dass ihr Sohn ins Wohnheim gehen sollte. Bei den Eltern, das geht nicht mehr: Er geht morgens früh aus dem Haus, bleibt bis um vier hier, ist um fünf zu Hause und geht um sieben ins Bett. Der Mann ist über 40. Die Kraft der Eltern ist einfach nicht mehr da. Ich muss das akzeptieren. Die Situation älterer Menschen mit Behinderung wird zunehmend als problematisch wahrgenommen. Die Wohnberatung der Heilpädagogischen Hilfe leistet hier ausgezeichnete Arbeit: die Interviews zeichnen sich durch hohe Sensibilität gegenüber der Situation der Eltern und der erwachsenen Angehörigen mit Behinderung aus, die oftmals in einer engen und von gegenseitiger Abhängigkeit gekennzeichneten Beziehungen leben. Unterstützt wird die Auseinandersetzung mit einer Zukunftsperspektive durch das Angebot der Kurzzeitpflege, die für viele Familien die einzige Möglichkeit 8

9 bedeutet, Krankenhausaufenthalte oder eine (altersgerechte) Renovierung des Hauses zu bewältigen und erste Schritte in Richtung einer befristeten Trennung zu machen. Weitere Bausteine zur Unterstützung der Familien sind der familienentlastende Dienst der Lebenshilfe Osnabrück und für Senioren die Möglichkeit, als externe Nutzer an Modulen der Seniorenbetreuung teilzunehmen. Für Beschäftigte der WfbM hat die Werkstatt eine Schlüsselposition; eine Auseinandersetzung mit dem Thema Zukunftsplanung sollte daher auch durch den Sozialdienst der Werkstätten unterstützt werden. Personalentwicklung & Fortbildung Für die Betreuung derjenigen älteren Menschen im Wohnbereich, die einen höheren Pflegebedarf haben, und insbesondere für altersbedingte Erkrankungen wie Diabetes, Krebs und Demenz werden Qualifikationen benötigt, die nur durch interdisziplinäre Teams bereitgestellt werden können. Die Teams an Standorten, die ältere Menschen betreuen, sind bereits durch Alten- und Krankenpflegekräfte und in der Seniorenbetreuung durch Ergotherapeuten verstärkt worden, und es herrscht die Auffassung vor, dass die Tätigkeit anspruchsvoller geworden ist, aber gut bewältigt wird. Auch in der Mitarbeiterschaft wird für die Arbeit mit alten Menschen ein altersheterogenes Team befürwortet ähnlich wie in den Wohngruppen selbst. Die internen und externen Fortbildungsmöglichkeiten werden als qualitativ und quantitativ ausreichend angesehen. Demenz Einleitung Ergebnisse der Experteninterviews Oder ein Aufnahmegespräch musste ich führen, da kam, um bei diesem Thema Alter zu bleiben, da kam eine, kommt hier auch aus der Nähe, eine 92-jährige alte Frau, mit ihrer 55-jährigen Tochter, die noch nie woanders geschlafen hat, zog ihre Tochter hinter sich her an der Hand. Nehmen Sie meine Tochter, wenn ich sterbe? In Häusern in denen schwerpunktmäßig Seniorenarbeit gemacht wird, haben wir Krankenschwestern, Altenpfleger mit in den Teams. Und die tun vor allem gut weil sie eine Gelassenheit geben, weil sie z.b. solche Haltung auch kommunizieren, weil sie in bestimmten Dingen einen gewissen Pragmatismus haben und Unsicherheiten reduzieren im kollegialen Austausch. Das ist außerordentlich positiv. Im Einzelfall muss man einfach sagen, dass wir mittlerweile eine Arbeit leisten, wo vor 20 Jahren jeder gesagt hat: Das könnt ihr überhaupt nicht." Es besteht mittlerweile eine hohe Sensibilität bezüglich des Themas Demenz in Wohnbereich und Werkstatt, bei Menschen mit Down-Syndrom wird mitunter sogar zu schnell ein Demenzverdacht geäußert. Große Unsicherheiten bestehen allerdings bei der Diagnose, auch hinsichtlich der Frage, wie sich Demenz von anderen altersbedingten Erkrankungen oder Abbauprozessen unterschieden lässt. Dies führte im Projekt zu der Entscheidung, diagnostische Abklärungen von Demenzverdacht zu übernehmen und einen Einzelfall intensiv zu begleiten (vgl. unten). Die Betreuung selbst bei Demenzkranken erfolgt in fachlich ausgezeichneter, hochqualifizierter Form, weswegen Demenz zunächst nicht als Projektschwerpunkt vorgesehen war. Das ist wirklich so krass, weil wir das hier reihum immer erleben, dass die innerhalb von kürzester Zeit völlig dement werden und dann zu einem absoluten Pflegefall dann hier na, von ihren körperlichen Fähigkeiten nachlassen. Mit Krampfanfällen und so. Nachlassende Kräfte und Pflege Das Projektteam hatte hier zunächst nach Hochaltrigkeit gefragt, die Antworten ergaben aber, dass ähnlich wie bei nicht behinderten Menschen die wenigen hochaltrigen Menschen (über 75) relativ gesund und aktiv altern. Die Ermittlung veränderten Hilfebedarfs bei nachlassenden Kräften und steigendem Pflegebedarf ist eine hohe Herausforderung, zumal eine adäquate Hilfeleistung vielfach durch baulich unzureichend ausgestaltete Häuser besonders erschwert ist. Auch die Einschätzung, wann man versuchen sollte, einen Bewohner stärker zu aktivieren, und wann einem Rückzugsbedürfnis nachgegeben werden sollte, stellt eine mitunter schwierige Einzelfallentscheidung dar, die der Reflexion im Team bedarf. 9

10 Einleitung Ergebnisse der Experteninterviews Ähnlich stellt sich die Situation auch in der Werkstatt dar, wenn ältere Beschäftigte wegen Ermüdung eine höhere Unfallgefährdung entwickeln oder gar am Arbeitsplatz einschlafen. Im Einzelnen geht es in der Begleitung und Pflege zudem um Inkontinenz, Orientierungslosigkeit und höheren Hilfebedarf bei Alltagshandlungen, beispielsweise Hilfe bei Mahlzeiten, beim Toilettengang oder dem Weg zur Werkstatt. Finanzierung Die Standards, die räumlichen Standards, die zugrunde gelegt sind, um das umzubauen sind die Standards, die von einem in der Regel mobilen mittelalten erwachsenen Menschen mit Behinderung ausgehen. Das heißt, Pflegebäder waren in der Regel nicht vorgesehen. Und bei denjenigen Nutzern der Seniorenbetreuung, bei denen die Stadt Osnabrück Kostenträger ist, gibt es keine Vereinbarung. Da bekommen wir jetzt ein Entgelt, wo ich sage, mit dem ist es nicht zu machen, wie wir es tun. In diesem Punkt ist einerseits die finanzielle Grundlage der Angebote für Senioren zu berücksichtigen, zum anderen die finanzielle Situation der älteren Beschäftigten bzw. der Rentner. Die Aussagen machen deutlich, dass die Sorge der Beschäftigten, im Ruhestand nur noch wenig Geld zur Verfügung zu haben, insbesondere für diejenigen zutrifft, die in einer Wohneinrichtung leben. Dementsprechend gehen die meisten erst mit 65 in den Ruhestand, auch wenn ihre Leistungsfähigkeit einen früheren Ruhstand sinnvoll erscheinen ließe. Dies gilt natürlich nicht für Beschäftigte mit extremen gesundheitlichen Einschränkungen. Bei denjenigen, die im Elternhaus oder in einem Haushalt mit Angehörigen leben, ist der Werkstattlohn, gegebenenfalls ergänzt durch Rentenansprüche, ein wichtiger Beitrag zum Familieneinkommen. Hier verhindert die finanzielle Abhängigkeit der Angehörigen mitunter auch eine andere Lebensplanung wie den Umzug in eine Wohneinrichtung oder in eine eigene Wohnung. Die Finanzierungsgrundlage der Tagesbetreuung ist unzureichend, weshalb zu ihrer bedarfsgerechten Gestaltung zusätzliche Eigenmittel eingesetzt werden. Auch die Anpassung der räumlichen Standards der Seniorenbetreuung an die Erfordernisse der Arbeit ist auf Grund des dafür erforderlichen finanziellen Aufwandes nicht oder nicht ausreichend gelöst. Dennoch kommen die Mitarbeiter zu einer positiven Einschätzung der dort geleisteten Arbeit. Hilfeplanung Bei alledem, was ich mache und schreibe, habe ich immer Angst, was Falsches zu schreiben, um diesen Menschen, der ein bisschen Geld kriegt, dass er das auch noch behält. Auch in der Arbeit mit älteren Menschen geht es um persönliche Weiterentwicklung und Eröffnung neuer Lebensperspektiven. Andererseits ist angesichts von körperlichen und geistigen Abbauprozessen der Erhalt von Fähigkeiten und noch wichtiger der Erhalt von Teilhabemöglichkeiten und sozialer Einbindung relevant. In den Interviews formulierten Mitarbeiter es als schwer zu ertragen, diese Abbauprozesse zu begleiten und dennoch Ziele für eine Hilfe- bzw. Schwerpunktplanung zu formulieren, ohne in eine defizitorientierte Sicht zu rutschen und ohne selbst zu resignieren. Hinsichtlich der Abstimmung der Hilfeplanung mit dem Leistungsträger bestehen bei einigen Mitarbeitern Unsicherheiten, ob so genannte Erhaltungsziele ausreichend seien. Die Erfahrungen während der weiteren Projektlaufzeit zeigten allerdings, dass es möglich ist, diese Erhaltungsziele so zu fassen, dass der sozialhilferechtliche Anspruch auf Teilhabe klar zum Ausdruck kommt. 10

11 Behindertenhilfe und Altenhilfe Die Kooperation mit Einrichtungen der Altenhilfe auf institutioneller Ebene nicht also mit Altenpflegekräften in den Teams der Wohneinrichtungen und Seniorenbetreuung wird als wichtig angesehen, ist allerdings nicht leicht zu realisieren. Grund dafür sind die unterschiedlichen Arbeitsansätze und Finanzierungsmodalitäten, aber auch die Einstellungen alter Menschen ohne lebenslange Behinderung gegenüber Menschen mit geistiger Behinderung. Es ist im Pflegeheim nicht möglich, den Anspruch auf Teilhabeleistungen so umzusetzen, wie Menschen mit geistiger Behinderung dies benötigen und auch gewöhnt sind, wenn sie aus Wohneinrichtungen kommen: ihnen fehlt der kontinuierliche Kontakt zu Personal und Mitbewohnern, gemeinsame Unternehmungen und die familiäre Form des Zusammenlebens, die im gruppengegliederten Wohnen üblich ist. Daher besteht bei den Mitarbeitern der Behindertenhilfe der grundsätzliche Anspruch, ein lebenslanges Wohnrecht zu realisieren, was aber im Einzelfall nicht immer möglich ist. Es hat in der Vergangenheit Fälle gegeben, in denen auch die Mitarbeiter angesichts eines hohen Unterstützungsbedarf der Meinung waren, ein Umzug in ein Pflegeheim sei besser, weil das Wohnheim die Pflege nicht in der nötigen Form leisten könne. Allerdings wurde mehrmals die Erfahrung gemacht, dass der oder die Betreffende innerhalb relativ kurzer Zeit verstarb, und dass trotz professioneller Pflege das Resultat nicht unbedingt besser war. Aus diesen Einzelfällen können keine weit reichenden Schlüsse abgeleitet werden, aber möglicherweise ist die Rückkehr aus dem Krankenhaus nach Hause ins Wohnheim der Wiederherstellung von Lebensfreude und Lebenswillen so zuträglich, dass auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit beispielsweise das Abheilen eines im Krankenhaus entstandenen Dekubitus möglich sind, obwohl die Einrichtung weniger professionelle Pflege erbringt als eine Altenpflegeeinrichtung dies könnte. In Einzelfällen wurden von gesetzlichen Betreuern, meist Angehörigen, Umzüge in eine Pflegeeinrichtung veranlasst, nicht immer in Übereinstimmung mit dem Wunsch des behinderten Menschen selbst. Dies ist für die Mitarbeiter stets sehr schwierig auszuhalten und angemessen zu begleiten. In Einzelfällen gelingt es, einen sporadischen Kontakt aufrecht zu erhalten, der aber in seiner Intensität nicht annähernd mit dem Kontakt befreundeter Mitbewohner eines Hauses zu vergleichen ist. Hier werden allerdings hinsichtlich der Kooperationsbereitschaft der Pflegeheime und ihrer Mitarbeiterschaft in der Regel gute Erfahrungen gemacht. Einleitung Ergebnisse der Experteninterviews Wir haben ja gedacht, so, wenn wir jetzt dann unsere Senioren nehmen und machen was, das wäre doch so schön, wenn wir regelmäßig ins (Pflegeheim) fahren können und da an diesem Senioren-Kaffeetrinken teilnehmen könnten. Also, das kann man gar nicht beschreiben, was da abgegangen ist, da sind wir nun aufgeschlagen, die waren schon alle sehr verhalten, also ich habe das mit den Pflegedienstleitern oder wer das da auch immer, dann die eine Sozialarbeiterin, die den Freizeitbereich machte, ja können sie das machen, sie war sehr verhalten, das hätte ich vielleicht erst sofort anders interpretieren müssen, da waren wir der letzte Dreck, das muss man einfach so sagen. "Weil auch so eine Frau mit Down-Syndrom ist zwar alt, aber doch nicht alt, ne? Hat ganz andere Vorstellungen. Da (Anmerkung des Autors: im Seniorenwohnheim) läuft der Tag so ab, die schieben die alten Leute da rein und die sitzen da. Und die Frau mit Down-Syndrom, die macht aber gar nichts alleine. Die wartet immer darauf, dass irgendjemand sie anspricht, mitnimmt, irgendwo hin, irgendwas macht mit ihr. Machen die da nicht. Weil das ist wirklich anders ausgerichtet." Kooperationsversuche im Rahmen von gemeinsamen Kaffeenachmittagen sind mit verschiedenen Einrichtungen erprobt worden, waren aber nicht erfolgreich. Bestenfalls wurden die Menschen mit geistiger Behinderung als Fremdkörper wahrgenommen und trafen auf verhaltene Reaktionen, es gab allerdings auch eine Bemerkung zur Berechtigung der Euthanasie während der NS-Zeit. Derartige Erfahrungen führen in der Regel dazu, dass die betreffenden Einrichtungen Kooperationsversuche auf institutioneller Ebene nicht auszubauen suchen. In dem betreffenden Interview wurde beschrieben, dass stattdessen verabredet wurde, den Kontakt einzelner Bewohner zu andere Senioren über die Kirchengemeinde zu unterstützen. 11

12 Einleitung Ergebnisse der Experteninterviews Die Einrichtung ausgelagerter Arbeitsplätze von zwei WfbM-Mitarbeiterinnen in einer anderen Einrichtung der Altenhilfe als Alltagshelferinnen im Seniorenbereich war allerdings erfolgreich. Möglicherweise müssen Formen der Begegnung gewählt werden, in denen nicht Gruppen, sondern einzelne Menschen aufeinander treffen und positive Begegnungsmöglichkeiten eröffnet werden. Sterben, Tod und Trauer Die Versorgung und Betreuung von Menschen in ihrer letzten Lebensphase stellt hohe Anforderungen an das Betreuungspersonal. Dennoch besteht der grundsätzliche Anspruch, dass es möglich sein soll, bis zum Lebensende im Wohnheim zu bleiben. Zum Umgang mit der Thematik wurde ein Konzept erarbeitet, das sowohl grundsätzliche Leitlinien als auch Informationen zum Verfahren in bestimmten Situationen enthält. Mit dem Konzept Sterben, Tod und Trauern der HHO verfügen die Mitarbeiter über eine konkrete Handlungsanleitung, wie der mögliche Ablauf bei einem Todesfall im Wohnheim aussehen sollte. Von der Kontaktaufnahme mit dem Bestattungsinstitut über geistlichen Beistand bis hin zum Beerdigungskaffee finden sich in dem Papier viele hilfreiche Informationen für Wohnheimmitarbeiter, die erstmals mit dem Tod eines Bewohners konfrontiert werden. Im Verlauf der Zeit hat sich in manchen Häusern bereits eine Kultur des Umgangs mit Todesfällen und der vorausgehenden Sterbephase gebildet, andere Häuser und Wohngruppen haben noch weniger oder keine Erfahrung. Zu den Anforderungen gehören nach den Aussagen der Mitarbeiter unter anderem: die Vereinbarkeit des Arbeitsalltags mit der zusätzlichen, zeitintensiven Begleitung eines final erkrankten oder sterbenden Bewohners ; die Begleitung der anderen Bewohner im Umgang mit den Gefühlen, die aus dieser Situation heraus möglicherweise entsteht (Trauer, Angst, aber möglicherweise auch Neid, weil ein anderer Bewohner viel Aufmerksamkeit und Zeit von den Mitarbeitern bekommt); das Gefühl, weder der erkrankten Person noch den anderen Bewohnern ausreichend gerecht zu werden; In der HHO gibt es regelmäßig Erwachsenenbildungskurse für trauernde Menschen mit Behinderung die Bewältigung der organisatorischen Anforderungen, vor allem nach dem Tode eines Bewohners. Da die Mitarbeiter größtenteils durch ihre formale Berufsqualifikation nur über grundlegende pflegerische Kompetenzen verfügen, fühlen sie sich 12

13 gerade in Situationen intensiver Pflegebedürftigkeit unsicher bezüglich der Qualität ihrer Versorgung. Ihre Aussagen machen auch hier deutlich, dass die Qualität der Versorgung und Begleitung von Menschen mit hohem Pflegebedarf und von sterbenden Menschen in den Wohnheimen sehr hoch ist. Es gibt zudem Kooperationen mit mehreren ambulanten Hospizvereinen und den Kirchengemeinden, zu denen die Bewohner gehören. Für Mitarbeiter und Bewohner gibt es die Möglichkeit, an Fortbildungen zum Thema Sterben, Tod und Trauer teilzunehmen. Insgesamt stellt sich in den Aussagen der Mitarbeiter die Situation so dar, dass der Wohnbereich der Heilpädagogischen Hilfe gut auf das Thema vorbereitet ist, wenngleich die Umsetzung im Einzelfall zu vielfältigen fachlichen und persönlichen Belastungen führen kann. Einleitung Ergebnisse der Experteninterviews Auswahl der Projektschwerpunkte im Anschluss an die Bedarfserhebung Die Ergebnisse der Zukunftstage und der Experteninterviews wurden in der Steuerungsgruppe diskutiert und bewertet. Dabei wurde bereits eine Vorauswahl getroffen worden, welche Themen weiter bearbeitet werden sollten. Diese präsentierte das Projektteam interessierten Mitarbeitern auf einem Fachtag im April Es wurden für die weitere Arbeit sowohl Schwerpunkte ausgewählt, in denen praktischer Handlungsbedarf bestand (Arbeitsplatzanpassung, Vorbereitung auf den Ruhestand), als auch solche, die durch weiter gehende Forschung vertieft werden sollten (Zusammenarbeit mit älteren Familien ). Mehrere Themen, von denen wir im Vorfeld angenommen hatten, dass besonderer Handlungsbedarf bestünde, wie Fortbildung/Personalentwicklung, Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und weitere, wurden zwar als wichtig eingeschätzt, aber es bestand kein besonderer Handlungsbedarf. Aus der ersten Projektphase gingen fünf Schwerpunktthemen hervor, die im weiteren Projektverlauf intensiv bearbeitet wurden und deren wesentliche Ergebnisse auf den folgenden Seiten dargestellt werden: Arbeitsplatzanpassung im Alter Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Gestaltung von Angeboten für Senioren Familien, in denen erwachsene Menschen mit Behinderung leben Auf dem Fachtag wurden für die Werkstatt für behinderte Menschen noch weitere mögliche Bausteine diskutiert, die für eine Begleitung älterer Beschäftigter wichtig sein können: die Gestaltung eines Ruheraums, ein Ausbau von Teilzeitbeschäftigung, die weitergehende Beratung und Zukunftsplanung mit Beschäftigten, die große Sorgen in Bezug auf den Ruhestand haben, gehörten hierzu. Die ausgewählten Schwerpunkte wurden auch danach ausgewählt, dass sie von der WfbM nach Projektende mit vertretbarem Aufwand übernommen und weitergeführt werden können, auch für jüngere Beschäftigte prinzipiell nutzbar sind (Anpassung des Arbeitsplatzes) oder die Kooperation mit dem Wohnbereich im Interesse der älteren Beschäftigten fördern können (Ruhestandskurse). Demenz Die Evaluation der Seniorenbetreuung liegt im Schnittbereich von Forschung und Praxis: Es gibt noch kaum Untersuchungen* zur Zufriedenheit der Teilnehmer an Angeboten der Seniorenbetreuung, weshalb die Angebote mehrerer Standorte vergleichend untersucht und Entwicklungsperspektiven erarbeitet wurden. Im Schnittbereich von WfbM und Wohnbereich liegen zwei weitere Themen: Demenz und Begleitung älterer Familien. Hier wurde ein Schwerpunkt auf weitere Forschung gesetzt, da das vorhandene Wissen nicht ausreichend ist, um die vorhandene gute Praxis weiterzuentwickeln. *Software Stiftung AG (2009). Segel setzen. Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitforschung. Darmstadt. 13

14 Arbeitsplatzanpassung im Alter Arbeitsplatzanpassung im Alter Notwendigkeit von Arbeitsplatzanpassungen in der Werkstatt Die Werkstatt für behinderte Menschen ist stärker als andere Arbeitgeber gefordert, Personalentwicklung im Interesse älterer Beschäftigter zu betreiben, um ihrem gesetzlichen Auftrag, der Teilhabe am Arbeitsleben, auch für diesen Personenkreis umfassend nachzukommen. Somit spielt neben einer angemessenen Vorbereitung auf den Ruhestand auch die altersgerechte Anpassung des Arbeitsplatzes eine zentrale Rolle, um die Lebensund Arbeitsbedingungen behinderter Menschen im Alter zu verbessern. Mit dieser Aufgabe werden sich die Werkstätten in den kommenden Jahren verstärkt auseinandersetzen müssen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge zu einem erheblichen Anstieg älterer Beschäftigter führen werden. Ziel einer altersgerechten Arbeitsplatzanpassung ist es, die Arbeitsabläufe behinderungsgerecht zu gestalten und auch die einzelnen Arbeitsschritte flexibel zu organisieren und zu strukturieren. Dies ist für ältere Beschäftigte besonders wichtig, da ihre Leistungsfähigkeit häufig stärkeren Schwankungen unterworfen ist und bestehende Einschränkungen weniger kompensiert werden können. Aber es gibt andere Gruppen, da wird gesagt, warum darf die denn schlafen und ich muss jetzt arbeiten?! Wenn wir als Werkstatt aber die Aufgabe haben, die Stellen und die Arbeit so anzupassen, dann hat das bestimmt auch seine Grenzen. Aber es kann nicht so einfach sein, zu sagen, dann muss der den Ort wechseln. Nein, die Person bleibt, und wir müssen den Ort drum rum anpassen. *Illmarinen (2006): Die Arbeit muss sich den Menschen anpassen nicht umgekehrt. Erschienen in: 30 Jahre BKK Gesundheitsreport. Die Anpassung von Arbeitsplätzen findet häufig erst bei massiven Problemen Anwendung und wird noch nicht präventiv genutzt, obgleich unsere Bedarfsermittlung an zwei Standorten der Osnabrücker Werkstätten ergeben hat, dass es insgesamt, unabhängig von der Komponente Alter, ein großes Interesses in punkto Arbeitsplatzanpassungen gibt. Eine gelungene Arbeitsplatzanpassung sollte Maßnahmen wie spezielle Arbeitszeit- und Pausenregelungen unbedingt ergänzen, da einige Kollegen einen Sonderstatus älterer Beschäftigter ablehnen. Ziele und Grundlagen der Arbeitsplatzanpassung Das nebenstehende Zitat ist einem Experteninterview entnommen und beschreibt das Ideal der Arbeitsplatzanpassung und die Konsequenz einer fehlenden Anpassung gleichermaßen: Übergeordnetes Ziel muss es sein, die Arbeit an den Menschen anzupassen nicht den Menschen an die Arbeit*. Ein bloßer Wechsel des Arbeitsplatzes oder das Installieren von Arbeitsgruppen für ältere Beschäftigte würde dieser Forderung entgegenstehen. Ziel der Anpassung ist es, die Arbeitsfähigkeiten zu erhalten bzw. zu verbessern. Dies kann nur gelingen, wenn Anforderungen der Arbeit und Ressourcen des Menschen aufeinander abgestimmt sind. Die Herausforderung hierbei ist, dass beide Bereiche ständigen Veränderungen unterworfen sind und infolge dessen immer wieder neue Adaptionen und Überprüfungen stattfinden müssen. Fähigkeiten und Fertigkeiten sind altersbedingten Veränderungen ausgesetzt: Während Ausdauer, Kraft, Sinnesleistungen, Anpassung an Kälte und Hitze nachlassen, sind Fachwissen, Verbundenheit zur Aufgabe und Rollenverhalten intensiver ausgeprägt. Daher sollten insbesondere 14

15 Empfehlungen zur Arbeitplatzanpassung: Faktoren wie Lärm, Hitze, Heben und Tragen, Zeitdruck, körperliche Anstrengung, unzureichende Beleuchtung und Zwangshaltungen eingegrenzt werden, da sie mit zunehmendem Alter umso belastender sind. Es ist eine Gratwanderung, einerseits die Arbeitsbedingungen und die Arbeitsaufgabe an die Fähigkeiten im Alter anzupassen, gleichzeitig jedoch die Tendenz zu vermeiden, lediglich die Handlungsspielräume des Beschäftigten einzugrenzen, das Maß an Verantwortung und das Anforderungsniveau zu reduzieren und somit ein defizitorientiertes Altersbild zu fördern. Im Werkstattbereich sind viele Arbeitstätigkeiten mit einem hohen Maß an körperlicher Kraft verbunden, etwa in der Schlosserei, oder aber sie zeichnen sich durch einseitige Arbeitshaltungen und wenig Dynamik aus, da sie überwiegend im Sitzen verrichtet werden müssen, bspw. im Verpackungsbereich. Diese Voraussetzungen erschweren eine altersgerechte Anpassung, da es, zumindest auf den ersten Blick, nur wenig Spielraum für die Veränderung von Arbeitsprozessen gibt. Weiterhin erfordert jede Umgestaltung Flexibilität, die seitens der Gruppe, des Gruppenleiters und vordergründig des Beschäftigten aufgebracht werden muss. Das Initiieren von Veränderungen und der Einsatz von Hilfsmitteln müssen schrittweise und in ständiger Rücksprache mit dem Beschäftigten erprobt werden. Methoden und Ergebnisse Anerkennung der Arbeitsplatzanpassung insbesondere für ältere Beschäftigte als interdisziplinäre Aufgabe unter Einbeziehung von Ergotherapeuten Kollegiale Beratung unter den Gruppenleitern in Form eines Arbeitskreises Ältere Beschäftigte Anschaffung von speziellen Hilfsmitteln und Adaptionen, um altersgerechte Arbeitsplätze gestalten zu können, und/oder die strukturierte Etablierung einer internen Produktionsgruppe für die Herstellung dieser Arbeitshilfen Reduktion alterskritischer Anforderungen (bspw. Heben, Tragen, Hitze), um Arbeitsplätze mit optimalem Anforderungsprofil für Ältere zu schaffen. Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten speziell für ältere Beschäftigte, bspw. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz, Selbstwahrnehmung (um Überforderung/ Unterforderungen am Arbeitsplatz zu verringern), Kompetenzen älterer Beschäftigter Die Vorgehensweise im Projekt bestand aus mehreren Schritten: Ein Beobachtungsbogen zur Beurteilung der ergonomischen und persönlichkeitsfördernden Faktoren des Arbeitsplatzes wurde entwickelt, nutzbar durch die Gruppenleiter selbst. Außerdem wurden in der Werkstatt selbst Beispiele guter Praxis identifiziert und beschrieben, und die Gruppenleiter wurden gebeten, Bedarf hinsichtlich der Analyse bestimmter Arbeitsplätzen zu benennen. Es konnten dann ausgewählte Arbeitsplätze analysiert und auf dieser Grundlage Empfehlungen ausgesprochen werden. Konkrete Anpassungen wurden im Rahmen zweier Bachelorarbeiten an vier verschiedenen Arbeitsplätzen in den Bereichen Schlosserei und Verpackung vorgenommen; ein gutes Beispiel einer bereits vorgenommenen Arbeitsplatzanpassung in der Gärtnerei wurde ebenfalls dokumentiert. Bildungsangebote für Beschäftigte jeden Alters (bspw. Veränderungen, Kompetenzen im Alter zur besseren Sensibilisierung und zur Vermeidung von Neid und Unmut, Ergänzungsmöglichkeiten im Team) Anbieten von Ausgleichsübungen am Arbeitsplatz Entwicklung eines Leitfadens zur Anpassung von Arbeitsplätzen, entsprechend den unterschiedlichen Arbeitsbereichen Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass eine gelungene Arbeitsplatzanpassung nicht nur auf eine ergonomische Anpassung ausgerichtet ist, sondern ebenso auf Werte, Fertigkeiten und Wissen, Gesundheitsförderung und psychologische Gestaltungselemente. Diese Komplexität erfordert den Austausch zwischen unterschiedlichen Professionen. Die Zusammenarbeit von Gruppenleitern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, dem Sozialdienst und dem Beschäftigten selbst ist Voraussetzung für das Gelingen einer passgenauen und altersgerechten Arbeitsplatzgestaltung. Entwicklung von Anforderungsprofilen einzelner Arbeitsplätze Entwicklung krankheitsspezifischer Leitfäden zur Arbeitsplatzanpassung (im Hinblick auf Erkrankungen, die im Alter gehäuft auftreten) Sicherung der Teilhabe des Beschäftigten an der Arbeitsplatzanpassung. Arbeitsplatzanpassung ist ein Lernprozess, und leichter anzunehmen, wenn der Beschäftigte für Veränderungen sensibilisiert ist, selbst Ideen entwickeln kann und so den Prozess mitgestaltet hat. 15

16 Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Wünsche und Befürchtungen in Bezug auf den Ruhestand Die meisten Menschen verknüpfen zunächst viele positive Erwartungen mit dem bevorstehenden Ruhestand. Es dominiert die Freude auf das, was kommt: Endlich tun und lassen, was man will. Kein Stress mehr und viel freie Zeit für Freunde, Familie oder Hobbies. Endlich ausreichend Zeit sich um Haushalt oder Garten zu kümmern oder sich den lang gehegten Wunsch von einer Urlaubsreise zu erfüllen. Darauf freuen sich auch Menschen mit Behinderungen (vgl. dazu die Ergebnisse der Zukunftstage). Ist der berufliche Stress dann vorüber und ausreichend freie Zeit verfügbar, ist die anfängliche Euphorie oftmals schnell verschwunden. Einige Rentner beschleichen Gefühle wie Langeweile, Nutzlosigkeit oder Leere. Umso wichtiger ist es den Übergang in den Ruhestand vorzubereiten. Ergebnisse der Zukunftstage Sorgen & Ängste der Teinehmer Gesundheitliche Probleme Eingeschränkte Mobilität Notwendigkeit der Annahme von Hilfe Verlust von Freunden Überforderung durch Pflege kranker Eltern Verlust eines Elternteils Langeweile Positive Erwartungen der Teilnehmer Mehr Zeit für Hobbys, Familie und Freunde Ausschlafen Keinen Zeitdruck & Stress Mehr Zeit für Haus- und Gartenarbeit Für viele Beschäftigte hat die Arbeit in der Werkstatt eine ganz besondere Bedeutung: Die Werkstatt ist der zentrale Ort ihrer sozialen Bezüge. Hier werden Freundschaften geknüpft und gepflegt, und sie erfahren dort viel Anerkennung. Auch Freizeitaktivitäten sind mit der Werkstatt verknüpft: Nach Feierabend trifft man sich z.b. in der Werkstatt, um gemeinsam kegeln zu gehen oder einen Kochkurs zu besuchen. Aus diesen Gründen fällt vielen Menschen mit Behinderung der Abschied aus dem Erwerbsleben besonders schwer. Einige formulieren ausdrücklich den Wunsch, auch über das 65.Lebensjahr hinaus weiter die Werkstatt zu besuchen. Die neue Lebensphase bietet aber auch Chancen: Viele der jetzt älteren Generation sind mit Entbehrungen und zum Teil stark eingeschränkten Möglichkeiten der Selbst- und Mitbestimmung aufgewachsen und blicken zurück auf eine durch Institutionen geprägte Biografie. Das Rentenalter bietet diesem Personenkreis die Chance, das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Gerade weil sie in ihrem bisherigen Leben häufig wenig Selbstbestimmung erfahren haben, ist eine gute Vorbereitung und Begleitung notwendig. Gemäß dem Auftrag der Werkstätten Menschen mit Behinderung auch bei der Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und vor dem Hintergrund der großen Bedeutung der Werkstatt im Leben vieler Beschäftigter, sind Mitarbeiter der Werkstatt gefordert, den Austritt aus der Erwerbsarbeit intensiv zu begleiten. Dabei ist eine enge Zusammenarbeit mit Angehörigen oder Mitarbeitern aus dem Wohnbereich notwendig. 16

17 Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Überlegungen zur Gestaltung des Übergangs in den Ruhestand Es sind viele unterschiedliche Maßnahmen denkbar, um einen individuell passenden Übergang in den Ruhestand zu unterstützen. Einige davon werden in den Osnabrücker Werkstätten praktiziert, andere wurden auf dem ersten Fachtag diskutiert: Aus Sicht des Trägers ist es angesichts des demografischen Wandels wichtig, daran zu arbeiten, dass die MitarbeiterInnen in Werkstatt und Wohnheim eine Sensibilität für die Themen Alter und Ruhestand entwickeln. Dies kann zum Beispiel über regelmäßige Fortbildungsangebote erreicht werden. Mit Hilfe von Urkunden und Gratulationen für langjährige Werkstatttätigkeit kann mit relativ geringem Aufwand Sensibilität für das Thema Alter bei Beschäftigten und Mitarbeitern hergestellt werden. Verschiedene Modelle der Arbeitszeitverkürzung können Menschen mit Behinderung den Übergang ins Rentenalter erleichtern. Weiterhin besteht die Möglichkeit, spezielle arbeitsbegleitende Maßnahmen oder einen Ruheraum für ältere Beschäftigte in der Werkstatt zu schaffen. Den Übergang in den Ruhestand zu begleiten sollte auch im Rahmen der Eingliederungsplanung als Ziel formuliert werden. Denkbar wäre es auch, Ehemaligentreffen für Rentner in der Werkstatt zu organisieren, um älteren Beschäftigten die Angst zu nehmen, dass sie mit dem Eintritt in den Ruhestand den Kontakt zur Werkstatt vollständig verlieren. Die Teilnehmer eines Erwachsenenbildungskurses gestalten einen Wochenplan. Um Menschen mit geistiger Behinderung einen guten Übergang zu ermöglichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Werkstatt, Wohnheim und den begleitenden Angehörigen wichtig. Professionelle Mitarbeiter aus Werkstatt und Wohnheim sind in der Pflicht, Menschen mit Behinderung bei der Bewältigung dieser Lebensphase zu unterstützen. Alle Beteiligten sollten gemeinsam mit dem angehenden Rentner überlegen, was er oder sie sich für seinen Ruhestand wünscht und an welchen Stellen Unterstützung notwendig ist. Eine gemeinsame Zukunftsplanung kann helfen, Menschen mit geistiger Behinderung angemessen auf die neue Lebensphase vorzubereiten. Im Rahmen des Projektes haben wir uns dazu entschieden, Erwachsenenbildungskurse zur Vorbereitung auf den Ruhestand anzubieten. Die Entscheidung für diese Maßnahme war auch Ergebnis der Zukunftstage, bei denen die Teilnehmer den Wunsch formuliert hatten, die Möglichkeit zu bekommen, sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit den Themen Alter und Ruhestand auseinander zu setzen. Der Kurs ermöglicht einen engen Austausch mit anderen Personen, die sich in der gleichen Lebensphase befinden und gibt so neue Anregungen und Ideen für die eigene Freizeitgestaltung und Lebensplanung. Wenn die Kursinhalte den Wohnheimmitarbeitern und/oder den Angehörigen bekannt sind, kann der Kurs zum Anlass für eine gemeinsame Zukunftsplanung werden. 17

18 Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Mit 66 Jahren biographieorientierte Erwachsenenbildung im Übergang in den Ruhestand Das Projektteam bot den Erwachsenenbildungskurs im Rahmen der Beruflichen Bildung an allen fünf Standorten der Osnabrücker Werkstätten für Menschen mit geistiger Behinderung (Sutthausen, Hilter, Wallenhorst, Melle und Schledehausen) an. *z.b. Havemann/Stöppler (2010): Altern mit geistiger Behinderung. Grundlagen und Perspektiven für Begleitung, Bildung und Rehabilitation. Stuttgart Während der Projektlaufzeit wurden sechs Kurse durchgeführt. Jeder Kurs umfasste 12 Kurseinheiten mit einer Dauer von jeweils zwei Stunden. Neben den drei Lebensbereichen Arbeit, Freizeit und Wohnen haben sich die Teilnehmer intensiv mit Veränderungsprozessen im Alter und den eigenen Wünschen für den Ruhestand beschäftigt. Weiterhin erhielten sie im Kursverlauf wichtige Informationen zum Ruhestand. Bei der Kurskonzeption entwickelte das Projektteam Methoden und Arbeitsmaterialien und griff dabei auf bereits bestehende Konzepte und Materialien zurück.* Die Kursinhalte wurden für die einzelnen Teilnehmer mit Hilfe einer Arbeitsmappe, in der Fotos und Materialien aus dem Kurs gesammelt worden sind, dokumentiert. So sind Inhalte auch dann noch abrufbar, wenn das Rentenalter erreicht ist. Außerdem gewährleistet diese Art der Dokumentation, dass auch Personen mit höherem Hilfebedarf, die nicht selbstständig über ihre Wünsche und Ängste in Bezug auf das Rentenalter berichten können, angemessen unterstützt werden können. Bei einer Exkursion lernen die Teilnehmer des Erwachsenenbildungskurses ein Wohnheim mit angegliederter Seniorenbetreuung kennen. Insgesamt hatten 46 ältere Beschäftigte zwischen 41 und 64 Jahren die Möglichkeit, den Kurs während der Projektlaufzeit wahrzunehmen. Alterungsprozesse verlaufen sehr individuell; es ist nicht möglich pauschal einen Zeitpunkt festzulegen, ab dem mit einer Ruhestandsvorbereitung begonnen werden sollte. Deshalb wurde der Kurs zu Beginn bewusst altersmäßig offen gehalten. Auf Anregung einer Kursteilnehmerin und vor dem Hintergrund der Erfahrung, dass sich einige Personen aus generellem Interesse an Erwachsenenbildungskursen und ohne speziellem Interesse an den Themen Alter & Ruhestand anmeldeten, haben wir uns im zweiten Durchgang dazu entschlossen, konkret mögliche Teilnehmer anzusprechen. Der Sozialdienst hatte uns zu diesem Zweck Namen von Personen genannt, bei denen der Ruhestand unmittelbar bevorsteht. Um die Nachhaltigkeit des Angebotes zu sichern, wurden bei der Kursdurchführung Mitarbeiter des Sozialdienstes oder Gruppenleitungen, die sich für das Thema interessieren, eingebunden. Ziel ist es, dass die Kurse auch nach Projektende an den Werkstattstandorten weitergeführt werden. Die Kursteilnahme ist als ein Baustein zur Vorbereitung auf den Ruhestand anzusehen, flankierende und ergänzende Maßnahmen sind nötig, um eine umfassende Vorbereitung auf die neue Lebensphase zu gewährleisten. 18

19 Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Übersicht der Programmbausteine des Kurses und der wesentlichen Inhalte Alter Was ändert sich? Wie haben Sie sich geändert? Wie hat sich Ihre Umgebung geändert? Was fällt Ihnen heute schwerer als früher (z.b. körperliche Aktivität, hören, etc.)? Was fällt Ihnen heute leichter als früher (z.b. nicht mehr so schnell Streit anfangen, erzählen, etc.)? Mögliche Methode: Gemeinsames Betrachten von alten Fotos aus dem Archiv der Einrichtung und dem persönlichen Archiv der Kursteilnehmer Wohnen Wie haben Sie früher gelebt? (Stadt-Land, mit Familie, alleine ) Wo wohnen Sie heute? Wie gefällt Ihnen Ihre Wohnsituation? Wo möchten Sie in Zukunft leben und welche Unterstützung benötigen Sie dafür? Mögliche Methode: Exkursion in ein bestehendes Angebot zur Seniorenbetreuung Arbeit Wo haben Sie bisher gearbeitet? Wie hat sich Ihre Arbeit verändert? Welche Bedeutung hat Arbeit für Sie? Wie viel Zeit verbringen Sie an Ihrem Arbeitsplatz Mögliche Methode: Ausfüllen eines Wochenplans (vgl. Seite 20) Informationen zum Ruhestand Wo liegt das reguläre Rentenalter? Kann man auch früher in den Ruhestand gehen? Kann man auch länger als bis 65 Jahre in der Werkstatt arbeiten? Wer bekommt Rente? Wie hoch ist die Rente? Wer hilft mir bei der Vorbereitung auf den Ruhestand? Mögliche Methode: Austausch in einer Expertenrunde mit Mitarbeitern des Sozialdienstes sowie bereits berenteten Menschen mit Behinderung Freizeit Welche Hobbys und Interessen haben Sie? Wo liegen Ihre Stärken? so lassen sich ggf. Anknüpfungspunkte für die Entwicklung neuer Freizeitaktivitäten finden. Welche Menschen sind Ihnen wichtig? Mit welchen Personen verbringen Sie gerne Ihre Zeit? Wünsche für den eigenen Ruhestand Welche Ideen, Pläne und Wünsche haben Sie für Ihren eigenen Ruhestand? Welche Hilfe brauchen Sie für die Realisierung? Welche Personen können Sie dabei unterstützen? Mögliche Methode: Lebensweg aufzeichnen Mögliche Methode: Derzeitige Lebenssituation sowie wichtige Orte und Personen mit Hilfe einer Einwegkamera durch die Kursteilnehmer selbst dokumentieren lassen 19

20 Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand Methodische Beispiele: Wochenplan & Torte Im Folgenden wird exemplarisch eine Methode näher beschrieben, die seitens der TeilnehmerInnen auf besonders viel Zuspruch gestoßen ist. Um den TeilnehmerInnen visuell deutlich zu machen, wie viel Zeit sie in der Werkstatt verbringen, haben wir gemeinsam einen individuellen Wochenplan erstellt. Die Gestaltung der Wochenpläne fiel je nach Fähigkeit und Wunsch der Teilnehmer verschieden aus. Einige Teilnehmer kamen gut mit einem Format ähnlich einem Stundenplan zu Recht. Teilnehmer, denen es schwer fiel, eine Unterteilung in Uhrzeit und Wochentage vorzunehmen, haben eine Übersicht über die einzelnen Wochentage bekommen. Beim Ausfüllen des Wochenplans hatten die Teilnehmer klar vor Augen, dass sie bisher viel Zeit in der Werkstatt verbringen. Außerdem hielten sie fest, mit welchen Aktivitäten sie ihre freie Zeit verbringen - mit nach und nach immer mehr Details! Für die darauf folgende Sitzung hatten wir die individuellen Wochenpläne in eine Papp-Torte mit einzelnen Stücken übersetzt. Zwei Tortenstücke waren gelb und repräsentierten bildhaft die Freizeitaktivitäten der TeilnehmerInnen. Alle anderen (weißen) Tortenstücke trugen nur das Bild der Werkstatt. Um den Teilnehmern zu verdeutlichen, dass im Ruhestand die Werkstatt- Tätigkeit wegfällt, entfernten wir gemeinsam an jedem weißen Tortenstück das WfbM- Bild. Sofort konnte man teilweise sehr erstaunte und teils ängstliche Blicke bei den Beschäftigten beobachten. Den TeilnehmerInnen war schlagartig klar, dass mit dem Ende der Werkstatttätigkeit ein Großteil ihrer Aktivitäten wegfällt. Jeder bekam ein jetzt leeres Tortenstück und sollte dies mit den Aktivitäten füllen, die er/sie gerne im Ruhestand machen möchte. Dadurch wurde die Torte wieder aufgefüllt, und es blieb am Ende der Übung das gute Gefühl, dass es vielfältige Betätigungsmöglichkeiten außerhalb der Werkstatt gibt, mit der man seine freie Zeit verbringen kann. Erfahrungen mit dem Kursangebot *Methoden zur Biografiearbeit finden Sie in: Lindmeier, Christian (2008): Biografiearbeit mit geistig behinderten Menschen. Weinheim Die Erfahrungen mit dem Kurs haben viele unserer Vorannahmen bestätigt. Es zeigte sich, dass die Beschäftigte mit Behinderung in Werkstätten ein großes Interesse an der biografischen Arbeit* haben. Im Laufe des Kurses sprach die Gruppe sowohl über individuelle Veränderungsprozesse (z.b. Ich habe jetzt graue Haare oder Ich wohne nicht mehr zusammen mit meiner Familie, sondern im Wohnheim ) als auch über Veränderungen in der Umgebung (z.b. Wie hat sich mein Arbeitsplatz verändert? oder Wie hat sich mein Wohnort verändert? ). Viele Teilnehmer genießen es, in alten Zeiten zu schwelgen und ihre Lebenserfahrungen anderen Personen mitzuteilen. In ihrem Alltag haben Menschen mit Behinderung offenbar wenig Raum sich zu erinnern. Der Kurs hat die Teilnehmer ausdrücklich ermutigt, sich intensiv mit ihrer Lebensgeschichte auseinander 20

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