Essstörungen und Sexualstörungen. Persönlichkeitsstörungen, Lernkarten. Lernkarten zur Prüfungsvorbereitung. Heilpraktiker Psychotherapie.

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1 Band 3 Lernkarten zur Prüfungsvorbereitung Heilpraktiker Psychotherapie Lernkarten Persönlichkeitsstörungen, Essstörungen und Sexualstörungen

2 Frage 4 Band 3 In welchen Bereichen äußern sich Verhaltensabweichungen bei Persönlichkeit sstörungen?

3 Antwort 4 Bei Persönlichkeitsstörungen treten Abweichungen im Verhalten der Betroffenen auf, die nicht mit den gesellschaftlichen Verhaltensnormen übereinstimmen. Wenn eine Persönlichkeitsstörung vorliegen sollte, müsste abweichendes Verhalten in mehr als einem der folgenden Bereiche auszumachen sein: (a) Im kognitiven Bereich, d.h. die Wahrnehmung und Rezeption von Situationen und Ereignissen weicht ab von gesellschaftlich anerkannten Normen. (b) Affektivität, d.h. der Betroffene weicht in seiner emotionalen Ansprechbarkeit und Reaktion ab. (c) Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung werden anders als im Regelfall gesteuert. (d) Zwischenmenschliche Beziehungen werden anders geführt und der Betroffene geht anders mit diesen Situationen um.

4 Frage 13 Band 3 Welche Ziele hat die Therapie von Persönlich keitsstörungen?

5 Antwort 13 Der Fokus der Therapie sollte sich nicht auf die Heilung der Betroffenen, sondern auf die Ausbildung einer tragfähigen Kompetenz im Umgang mit den bestehenden Auffälligkeiten und Einschränkungen richten. Im Vordergrund stehen psycho- und soziotherapeutische Verfahren. Die Therapieziele bestehen im Aufbau eines psychosozialen Konfliktmanagements, der Analyse der Strukturierung des psychosozialen Umfeldes, dem Bearbeiten der störenden Verhaltensmuster, dem Erarbeiten von Zielen und der Umsetzung des Erlernten im sozialen Umfeld. Therapien von Persönlichkeitsstörungen dauern oft viele Jahre, stellen große Ansprüche an die Therapeuten und die Patienten, zudem sind sie nicht immer erfolgreich.

6 Frage 25 Band 3 Erläutern Sie die schizoide Persönlichkeitsstörung!

7 Antwort 25 Die schizoide Persönlichkeitsstörung wird häufig bei Patienten diagnostiziert, die bis zum Zeitpunkt der Diagnose zurückgezogen gelebt haben, da sie sich in Gesellschaft unwohl fühlen. Betroffene verhalten sich in sozialen Situationen ausgesprochen kühl, schroff und ablehnend, vermitteln den Eindruck, dass ihnen Kritik, Lob oder Gefühle anderer gleichgültig sind. Sogar in stark emotionalen Situationen zeigen diese Menschen nur äußerst selten ihre Gefühle. Sie pflegen keine sozialen Beziehungen und sind an Sexualität wenig interessiert, sogar die Familie scheint ihnen gleichgültig zu sein. Daher fehlen meist soziale Bindungen und das Berufsleben ist gestört. Häufig suchen sich Personen mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung Berufe, die die soziale Isolation fördern.

8 Frage 49 Band 3 Welche Komorbidität zeigt sich bei der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung mit anderen psychischen Störungen?

9 Antwort 49 Patienten mit einer Borderline-Störung leiden häufig an zusätzlichen psychischen Erkrankungen. Häufig sind folgende Störungen: depressive Syndrome (98 %); Angststörungen (90 %), Alkohol-/Drogenmissbrauch (50 %), Schlafstörungen (50 %), dependente PS (50 %), Essstörungen (45 %), ängstlich-vermeidende PS (40 %), paranoide PS (40 %), Zwangsstörungen (25 %), passiv-aggressive PS (25 %), dissoziale PS (25 %), histrionische PS (15 %). Zudem kann auch eine Komorbidität mit dem ADHS-Syndrom vorliegen.

10 Frage 100 Band 3 Welche Arten von Schlafstörungen kennen Sie?

11 Antwort 100 Es gibt organische und nicht-organische Schlafstörungen. Für den Heilpraktiker für Psychotherapie sind die nicht-organischen Schlafstörungen relevant. Die nicht-organischen Schlafstörungen werden in Dyssomnien und Parasomnien differenziert. Bei den Dyssomnien ist der Schlaf in Dauer und Qualität gestört. Hierzu zählen die Insomnie, die Hypersomnie und die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Parasomnie bezeichnet eine Schlafstörung, die beim Erwachen, beim partiellen Erwachen oder bei Schlafstadienwechseln auftritt, und somit den Schlafprozess unterbricht, aber nicht zu Tagesmüdigkeit und auch nicht zu Ein- oder Durchschlafstörungen führt. Somnambulismus, Pavor nocturnus und Albträume zählen hierzu.

12 Frage 107 Band 3 Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Insomnien?

13 Antwort 107 In der Regel sollte die Therapie nicht-medikamentös verlaufen. Zum einen sollten schlafhygienische Maßnahmen erlernt werden und mittels der Psychoedukation soll die Krankheit verstanden werden. Zudem werden Entspannungsverfahren gelernt, um die geistige Anspannung, die den Schlaf stört, reduzieren zu können. Außerdem können aus der kognitiven Verhaltenstherapie Techniken eingesetzt werden, wie etwa die paradoxe Intervention. Mittels der Stimuluskontrolle soll dem Patienten verdeutlicht werden, dass das Bett nur zum Schlafen gedacht ist, andere Tätigkeiten sollen hier nicht ausgeführt werden (z. B. fernsehen etc.). Medikamentös sollte nur dann behandelt werden, wenn diese Therapie im Rahmen einer nicht-medikamentösen Therapie durchgeführt wird.

14 Frage 137 Band 3 Nennen Sie diagnostische Kriterien einer Bulimia nervosa!

15 Antwort 137 Bulimia nervosa ist ein Syndrom, das durch wiederholte Anfälle von Heißhunger und eine übertriebene Beschäftigung mit der Kontrolle des Körpergewichts charakterisiert ist. Zugleich besteht eine andauernde Beschäftigung mit dem Thema Essen und eine unwiderstehliche Gier nach Nahrungsmitteln. Die wiederholten Episoden von Fressattacken führen zu kompensatorischen Maßnahmen, um durch Erbrechen oder den Gebrauch von Abführmitteln eine Gewichtszunahme zu verhindern. Wiederholtes Erbrechen kann zu Elektrolytstörungen und körperlichen Komplikationen führen. Das zeitliche Mindest-Diagnosekriterium besteht in Fressattacken und kompensatorischen Maßnahmen zweimal pro Woche über drei Monate.

16 Frage 163 Band 3 Worin liegen die Unterschiede der Anorexia nervosa und Bulimia nervosa?

17 Antwort 163 Die Unterschiede sind vielfältig. Die Bulimia nervosa beginnt meist später als die Anorexie. Betroffene beider Gruppen wollen anderen gefallen, jedoch legen die Bulimiker einen übermäßigen Wert darauf, für andere attraktiv zu sein, und haben das Bedürfnis, intime Beziehungen einzugehen. Daher sind Bulimiker sexuell erfahrener und aktiver als Magersüchtige, zudem ist ihr Charakter weniger stark zwanghaft. Bulimiker zeigen in ihrer Vorgeschichte depressive Stimmungen, eine niedrige Frustrationstoleranz und haben Schwierigkeiten, ihre Impulse zu kontrollieren. Auch die medizinischen Komplikationen unterscheiden sich; so haben die bulimischen Patientinnen oft unregelmäßig ihre Periode. Durch das tägliche Erbrechen kommt es zu starken Zahn- und Zahnfleischproblemen.

18 Frage 174 Band 3 Welche Kategorien der Sexualstörungen kennen Sie?

19 Antwort 174 Unter Sexualstörungen werden alle Störungen verstanden, die Auswirkungen auf den Bereich des sexuellen Verhaltens haben. Dazu zählen die sexuellen Funktionsstörungen, Störungen der Geschlechtsidentität und Störungen der Sexualpräferenz, auch Paraphilien genannt.

20 Frage 183 Band 3 Was verstehen Sie unter Dyspareunie?

21 Antwort 183 Bei der Dyspareunie genießen die Betroffenen Sex, sind auch erregt, haben aber durch Schmerzen ein sehr eingeschränktes Sexualleben. Eine Dyspareunie tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf. Sie kann häufig einem lokalen krankhaften Geschehen zugeordnet werden und sollte dann unter der entsprechenden Störung klassifiziert werden. Dyspareunie sollte nur diagnostiziert werden, wenn keine andere primäre nicht-organische Sexualstörung vorliegt (z.b. Vaginismus oder mangelnde/fehlende vaginale Lubrikation).

22 Marcus Mery Lernkarten zur Prüfungsvorbereitung Heilpraktiker Psychotherapie Angst, Zwangs- und psychoreaktive Störungen Abgefragt werden: Persönlichkeitsstörungen (schizoide, schizotype, Borderline, histrionische, narzisstische, ängstlich-vermeidende, zwanghafte) Nicht-organische Schlafstörungen (Schlafstadien, Dyssomnien, Insomnien, Hypersomnien, Pavor nocturnus, Albträume u.v.m.) Essstörungen (Anorexie nervosa, Bulimia nervosa, Binge-Eating- Störungen) Sexualstörungen (Sexuelle Funktionsstörungen, Orgasmusstörungen, Appetenzstörungen, Erregungsstörrungen u.v.m.) HP L3 Ausgabe 2009 Besuchen Sie uns im

23 Lernkarten zur Prüfungsvorbereitung Heilpraktiker Psychotherapie Band 3 ISBN Lernkarten 29, HP L3-9f04

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