Protest und Scham, Verlust und Trauer: Umgang mit Grenzsituationen in der Pflege. Problem Alter aus sozialdemographischer Sicht

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1 Das Problem Alter Problem Alter aus sozialdemographischer Sicht Die so genannten Alten werden immer jünger Alt sein trifft in der Regel die allein stehenden Frauen Im Alter kumulieren die Probleme Problem Alter aus sozialdemographischer Sicht Seit Anfang der 90er Jahre werden die problembezogenen und problematisierenden Sichtweisen und Szenarien des Alters wieder hörbarer. Meldungen sind Rentenlast, Alterslast, ergraute Gesellschaft das Altersbild wird durch historische junge Phänomene, wie Hochaltrigkeit und Langlebigkeit in sich noch einmal widersprüchlich, das Alter selbst scheint sich zu polarisieren. Diese Phänomene sind von Gerhard Naegele (1995) beschrieben wurden: Das Alter verjungt sich. Insbesondere die Arbeitslosigkeit von älteren Arbeitnehmern zieht nach sich, dass deren Alter teilweise schon in der Lebensmitte beginnt, da ihre Reintegration ins Erwerbsleben durch die Massenarbeitslosigkeit unwahrscheinlich ist. Das Alter feminisiert und singularisiert sich. Traditionelle Normen und Werte im Bezug auf das Heiratsverhalten, aber auch die höhere Lebenserwartung von Frauen münden in einen Frauenüberhang, der kohortenspezifisch durch Kriegswitwen noch verstärkt wird. Da Alter eine Aufschichtung von sozialen Ungleichheiten bedeutet, sind es gerade die Frauen, deren materielle und soziale Situation vergleichsweise ungünstig ist. Zu diesen ungünstigen Merkmalen gehört auch die Vereinsamung. Das Alter verdoppelt sich, d.h. überwunden geglaubte Phänomene wie Hochaltrigkeit, verbunden mit Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Traumatisierungen, werden bedeutsam. Jede Altersphase muss differenziert betrachtet werden: Sie erweitert sich zum einen intern (die 60jährigen haben andere Probleme als die 70 und 80jährigen) und zum anderen wird Alter als keine einheitliche Lebenslage dargestellt, sondern ist geprägt durch eine Vielfalt von sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 1

2 Das Zusammenprallen gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse im Sinne der Entstandardisierung von Biographien auch im Alter und das Aufrechterhalten des Ruhestandes als Institution werfen Fragen nach dem Sinn, nach Leitbildern und nach dem Platz auf, den alte Menschen in der Gesellschaft einnehmen sollen und wollen. Auf alle diese Fragen sind bisher nur unzulängliche Antworten gefunden worden. Die Gesellschaft und die Institution reagieren eher diffus, wenn nicht gar überfordert oder mit latenter Altenfeindlichkeit. Gesellschaftliche Lösungen werden in der Politik zwar gesucht, ich nenne zwei Stichworte Altersteilzeitarbeit und Pflegeversicherung, die Lösungen geben aber kein einheitliches Leitbild oder gar eine einheitliche Politik vor. Damit stellt sich mir die Frage: Wie wichtig sind alte Menschen für unsere Gesellschaft? Wie wichtig sind alte Menschen für unsere Gesellschaft? ist abhängig von den Normen und Werten der jeweiligen Epoche wer alt wird, muss damit selbst zurecht kommen Peter Borscheid (1993)untersucht das gesellschaftliche Ansehen des Alters, festgemacht am Prestige, welches eine Altersgruppe in einer Epoche geniest. Interessant ist, dass die Alten immer wieder Symbolträger und Repräsentanten bestimmter kollektiver Ängste und Bewältigungsstrategien bzw. Bewältigungsmechanismen sind. Die Achtung gegenüber der Alten geht einher mit dem gesellschaftlichen Fortschritt, Krankheit und Tod, und wird durch rationale Lebensführung bewältigt und kontrolliert. Im Sinne der Professionalisierungsdebatte der Pflege und der Pflegewissenschaft, aber auch in der sozialen Arbeit zeigt Borscheid zwei bedeutende Dinge auf: Zum einen ist es ein Tatbestand, dass Generationen in Spannungen zueinander stehen, zum anderen sind alte Menschen verletzbar und verletzlich, um so mehr sie abhängig sind von anderen Generationen. Der Spannungszustand ergibt sich durch einen gemeinsamen historischen Erfahrungszusammenhang, der die Generationen konstituiert. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 2

3 Das Alter wird immer wieder als ein Niedergang von einem Höhepunkt beschrieben. Die Herausforderung, die das Alter an den einzelnen stellt, besteht nun darin, diesen Niedergang möglichst zu bewältigen, das heißt die Umwelt nicht mit Angst und Anarchie zu stören. Die heutige Umwelt verlangt von den einzelnen alten Menschen, dass er die zur Bewältigung seines Alters notwendigen Kräfte selbst aufbringt und gleichzeitig die mit seinem Alterungsprozess einhergehenden Spannungen und Konflikte für sich behält. Dies kann man als Konsequenz eines Prozesses, den die Soziologen als Individualisierungsdebatte beschreiben, begreifen. Diese Auffassung findet sich meines Erachtens auch im aktuellen Altersbild wieder. Gedanken zum Altersbild Man ist so alt, wie man sich fühlt Alter ist, was der Einzelne daraus macht Gedanken zum Altersbild Dies sind Stichworte, die alltäglich sind, dienen aber auch als Bewältigungsversuch des eigenen Alters. Die Entwicklung einer individualisierten Sichtweise zum Altersbild dient nach Auffassung einiger Autoren aber auch für Bewältigungsversuche des eigenen Alters. Alter wird als persönliches und individuelles Problem verstanden. In der Gerontologie, besonders der Interventionsgerontologie wird konstatiert, dass es sich beim Problem des Alters um die Übernahme eines negativen Altersstereotyps handle. Das Selbstbild des alten Menschen sei deshalb so negativ, weil er lerne sich so zu sehen, wie die Jungen ihn definieren. Die Ablehnung eines solch negativen Alterstereotyps führte zu einer speziellen Entwicklungsaufgabe für den einzelnen alten Menschen. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 3

4 Paradoxien des Alters Das Altersleitbild in der gegenwärtigen Gesellschaft führt dazu, dass es nicht einfach leicht ist, sich mit dem Alter zu identifizieren und es positiv zu besetzen, sondern dass eine Menge Widersprüche diesen Prozess erschweren oder Verunmöglichen. Dies soll kein Klagegesang sein, aber das Hohelied soll dazu auch nicht gesungen werden. Wir müssen davon ausgehen, dass es das Bestreben alter Menschen ist, dem Altersleitbild der Nicht-Alten so sehr wie möglich zu entsprechen, was bedeutet: Dem Altersbild der eigenen Generation oder der eigenen Jahrgänge möglichst nicht zu entsprechen. Dies soll als erstes Paradoxon im Altersbild bezeichnet werden. Erstes Paradoxon Die Allgemeinheit der Person ist nicht mehr gesichert, man muss anders sein, als die anderen Alten, als der alte Mensch an sich. Erstes Paradoxon Die Allgemeinheit der Person ist nicht mehr gesichert, man muss anders sein, als die anderen Alten, als der alte Mensch an sich. Man muss sich unterscheiden von den anderen Alten, indem man es den jungen nachmacht. Dass heißt, dass man sich Trends der nachkommenden Generationen anpasst, um akzeptiert zu werden, dass heißt die Allgemeinheit der Person ist damit nicht mehr gesichert. Es entsteht das Gefühl: Ich bin wie alle anderen auch, ich bin ein ganz normaler Mensch. Dies könnte im Alter gefährlich werden, da es beispielsweise aufgrund der körperlichen Vergänglichkeit gar nicht bzw. kaum möglich ist. In der Forderung an den alten Menschen, sich nicht alt fühlen zu dürfen, um dem Klischee des Alten nicht zu entsprechen liegt das Paradoxon. Neben dieser Art der individuellen Bewältigung des negativen Altersbildes trat eine sich in den 70er Jahren eigene Kultur des Alters. Dies wurde im zunehmenden Maße durch die Entstehung der Gerontologie forciert. Altern wird nicht als Ablaufen der Lebensuhr verstanden, sondern als Phase der Belohnung für geleistete Lebensarbeit. Dies ist insofern gefährlich, da die Forderung nach einem nicht erlaubtem Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 4

5 gefühlten tatsächlichem Alter besteht, das Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Tod beinhaltet. Angestrebt ist das Projekt der so genannten Leidensfreihen Gesellschaft. Dieser Trend wird in den Medien gerne durch die Darstellung des aktiven und zufriedenen, glücklichen Alten propagiert. Zweites Paradoxon Wer dem Wunschbild des aktiven Seniors entspricht, kann keine Akzeptanz erwarten, da er angeblich die öffentlichen Kassen strapaziert. Zweites Paradoxon Wer dem Wunschbild des aktiven Seniors entspricht, kann keine Akzeptanz erwarten, da er angeblich die öffentlichen Kassen strapaziert. Wer nach diesem Leitbild lebt, macht sich unbeliebt: Aussagen wie Sie leben immer länger, doch wer soll dass bezahlen? oder Generationen im Clinch oder jung gegen alt werden in der Presse gerne propagiert. Einerseits werden die Alten durch die Medien aufgefordert am Konsum teilzunehmen und sind als Zielgruppe gefragt, andererseits wird ihr Verbrauch an Sozialleistungen als ruinöses Unterfangen bezeichnet. Drittes Paradoxon Wo Krankheit und Pflegebedürftigkeit Grenzen einer konsumorientierten und individualisierten Lebensweise aufzeigen, wird die Leistung der Familie moralisch eingeklagt. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 5

6 Drittes Paradoxon im Altersleitbild Die zu Beginn benannte Spannung der Generationen besteht u.a. in dem Problem der Einstellung der alten Menschen gegenüber ihrer Familie, Kindern und Enkelkindern und umgekehrt. Die Liebe zur nächsten Generation, die Freude am Aufwachsen von Kindern, zeigt entwicklungspsychologisch betrachtet die Bewältigung einer Entwicklungsaufgabe. Nach Erikson (1982) wird die Endlichkeit des eigenen Daseins akzeptiert, ohne die Liebe am Leben zu verlieren. Allerdings scheint diese Liebe, auf wenig Gegenliebe zu stoßen. Ulrich Beck (Soziologe 1986) hat in seiner Gesellschaftsdiagnose zur Risikogesellschaft die Individualisierung als umfassendes Phänomen moderner Identitäten festgestellt. Er beschreibt darin die Freisetzung der Person aus tradierten Rollen bzw. als Entpflichtung von Konventionen und gleichzeitig als Verpflichtung des Einzelnen gegenüber sich selbst. Diese Art der Individualisierung wirkt doppelgesichtig, da sie mit größerer Freiheit und dem Recht auf sich selbst verbunden scheint, aber in der Praxis mit Vereinsamung gleich zu setzen ist. Im Alter betrifft das Individualisierungsphänomen nicht nur die Partnerbeziehung, sondern auch die Generationenbeziehung. Hier gilt die Regel der Generationentrennung. Dies wird meines Erachtens in der Haushaltsstatistik bestätigt, da in der heutigen Zeit kaum noch Mehrgenerationenhaushalt existieren. Darüber hinaus ist aber noch eine andere Tendenz erkennbar - die Familie als Gefühlsgemeinschaft -. Um gewünschte positive Gefühlskontakte zu erhalten, verzichten die Älteren auf Abhängigkeiten gegenüber ihren Kindern. Rosenmayr (1978) hat diese Haltung auf die Formeln innere Nähe bei äußerer Distanz und Intimität auf Abstand gebracht. Die Vermeidung von Abhängigkeit, ist der Versuch emotional gebunden und verbunden zu bleiben. Die Familialisierung des Alters ist endgültig in den Hintergrund geraten. Fasse ich die Paradoxa noch einmal zusammen, so ergibt sich als erster Widerspruch die Anforderung an alte Menschen, einem Altersbild der Nicht-Alten zu entsprechen. Der zweite Widerspruch bezieht darauf in welchem Maße es gelingt, aktiv zu sein sich selbst zu verwirklichen - und sich im Ruhestand für Entbehrungen zu entschädigen. Dies stimuliert den Generationenneid, dessen größter Ausdruck die Forderung ist, die im Generationenvertrag fest geschriebene Solidaritätsbeziehung zu kündigen. Das dritte Paradoxon zeigt sich als doppelte Bestimmung vor allem des hohen Alters zwischen einem familialisierten und einem individualisierten Leitbild. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 6

7 Umgang mit erlebten Grenzsituationen In der beruflichen Reflexion, Praxisberatung, Supervision und Coaching stehen die Gefühle die Mitarbeiter mit einbringen, immer wieder im Mittelpunkt und tauchen in den vielfältigsten Variationen auf: Für diesen Vortrag habe ich das Praxisfeld der Altenhilfearbeit ausgewählt, um exemplarisch anhand von Beispielen aus der stationären Altenpflege die Grenzsituationen im pflegerischen Alltag aufzuzeigen Umgang mit erlebten Grenzsituationen aus der Sicht der Institution: Wirtschaftliche Bedeutung des Helfens Die professionelle Beziehung ist formal geregelt Aus der Sicht der Institution geht es um eine funktionale Interaktion, die darauf ausgerichtet ist die Kundenbeziehung in Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung des Helfens/Helferrolle darzustellen. Die professionelle Beziehung ist hier formal geregelt, es gibt für jegliche Interaktionen Formen des Umgangs, so genannte Standards, Verfahrensregelungen oder gesetzliche Grundlagen. Gefühle spielen hier eine eher eine depersonale Rolle. Es wird beispielsweise mit Gefühlen geworben Hier fühlen sie sich zu Hause oder Bei uns wird die Individualität besonders beachtet wie in vielen Leitbildern gerne geworben wird. Die Darstellung negativer Bilder wird vermieden. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 7

8 Umgang mit erlebten Grenzsituationen aus der Sicht der Betroffenen Auseinandersetzen mit allen Gefühlsebenen Verstehen und Deuten von Gefühlen Umgang mit Gefühlen In der Interaktion mit dem Bewohner ist der professionell Pflegende aufgefordert, sich mit allen Gefühlsebenen auseinanderzusetzen- auch und gerade mit höchst unangenehmen Gefühlen. Meiner Ansicht nach, scheint es den meisten Mitarbeitern unterschiedlich gut zu gelingen, sich in die Gefühle der Bewohner hineinzuversetzen Ängste, Wut, Aggression und Verzweiflung wahrzunehmen. Aber diese auch zu verstehen und sie nicht als einen Angriff auf die eigene Person zu interpretieren, scheint meines Erachtens schwieriger zu sein. Eben das interaktive Moment dieser beruflichen Beziehung, nämlich die Fähigkeit mit diesen Gefühlen verstehend umgehen zu können und adäquate Formen dafür zu finden ist an dieser Stelle eindeutig begrenzt. Die Frage die sich mir stellt: woran liegt das? Zum einen kann es daran liegen, dass es unangenehme und angenehme Gefühle gibt. Solche, die eher zugelassen werden können als andere, und gar Gefühle, die abgewehrt müssen, um sich selbst zu schützen. Ursächlich dafür könnten gesellschaftlich akzeptierte und nicht akzeptierte Normen und Werte sein. Zudem kann man davon ausgehen, dass Gefühle die sich stark negativ auf das Selbst der betroffenen Akteure beziehen, einerseits für den alten Menschen der sie erlebt - schwer zu ertragen sind, andererseits für den Helfenden schwer zu verstehen sind. Zu diesen Gefühlen gehört vor allem Scham. Fallbeispiel: Pflegepersonal duscht eine demente Bewohnerin. Die Pflegekraft denkt, ich tu der Bewohnerin jetzt was besonders gutes, da Duschen sehr zeitaufwendig ist und von der Pflegekraft selbst als besonders wohltuend empfunden wird. Die demente Bewohnerin hingegen empfindet das Duschen situativ aber als Angriff da will mir jemand an die Wäsche, ich schäme mich, wenn ich nackt bin (nicht mal mein Mann durfte mich nackt sehen) und reagiert eigentlich normal - mit Protest - schlägt nach der Pflegekraft. Die Pflegekraft ist persönlich gekränkt und getroffen, hat es doch nur gut gemeint. Sie fühlt sich abgelehnt und ihr Angebot nicht entsprechend gewürdigt. Eine Konsequenz könnte sich im künftigen Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 8

9 Verhalten der Pflegekraft gegenüber der Bewohnerin Umgang mit erlebten Grenzsituationen Scham ein Gefühl Wir wollen in den Boden versinken, oder wir erröten vor Scham, wir suchen wie die Maus das Loch und schlagen die Augen nieder. ausdrücken. Wer sich schämt, verachtet sich und ist sich selbst fremd geworden. Was bedeutet eigentlich Scham? Das Wort Scham stammt ursprünglich von einer alten germanischen Wurzel und bedeutet soviel wie Zudecken oder Verbergen. Neckel sagt: Scham ist eine Empfindung von großer Profanität. Weil wir uns nicht nur mit den eigenen Augen sehen, sondern immer auch mit den Augen der anderen sehen, sind wir über uns erstaunt, befremdet, peinlich berührt. Sich Schämen ist eine existenzielle Grunderfahrung, die jeder kennt. Man möchte am liebsten in den Boden versinken. Man schlägt die Augen nieder, wagt sich nicht den anderen anzuschauen. Wer sich schämt, ist sich fremd geworden, er verachtet sich selbst, er ist in seinem Stolz, in seiner Würde gekränkt. Eine der wichtigsten Quellen der Scham ist häufig mangelnde Kontrolle über sich selbst, über eine Situation -und wenn man dies auf das Alter und Krankheit bezieht, sind diese Gefühle fast ständig immanent. Auch die Befürchtung unehrenhaft zu sein, lässt ein Gefühl von Scham entstehen. Diese Gefühle, die an die Person und an die Würde oder Ehre eines Menschen gehen - die aus einem beschädigten Körper oder gar aus dem Verstand kommen - sind die Gefühle, welche besonders stark abgewehrt werden müssen! Was bedeutet Scham im Alter? Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 9

10 Scham im Alter bedeutet Ausgeliefert sein Abhängig sein Kontrollverlust Preisgeben von Intimität Ein besonders Scham besetztes Thema im Alter ist die Inkontinenz. Harninkontinenz kann im Alter und im Zusammenhang mit traumatischen und beängstigenden Situationen auftreten. Nach Max Scheler, entsteht Scham überall dort, wo sich Menschen ihrer Naturhaftigkeit bewusst werden bzw. mit ihrer Naturhaftigkeit konfrontiert werden. Diese Konfrontationen, im Menschen das Tierische und das Tier zu entdecken, gefährdet ihren gesellschaftlichen Status und als Folge dessen ein Verlust des eigenen Status - die Selbstachtung. Was heißt es für einen alten Menschen, inkontinent zu werden? Ich verliere die Kontrolle über meinen Körper. Ich kann es nur begrenzt vor anderen verbergen. Ich bin anders als die Anderen. Ich traue mich nicht mehr unter Menschen zu gehen, ich habe Angst unangenehm zu riechen Differenziert man den Schameffekt, so teilt er sich zunächst in die Angst vor Bloßstellung und vor dem Erniedrigt werden, die in ein depressives Gefühl übergeht, welches das Bewusstsein über die Bloßstellung begleitet. Dieses depressive Gefühl, das eigentlich unerträgliche - die Scham - entsteht in der Angst vor der Verachtung durch Andere, gleichzeitig auch in der Wahrnehmung der Verachtung der Anderen und dadurch schwindet die Selbstachtung. Nach Wurmser(1993) ist Scham die Hüterin unserer Würde. Würde ist eine Grenze, an der unser besseres Selbst beginnt. In jeder Kultur gelten bestimmte Verhaltensmerkmale als unehrenhaft und als beschämend. Dazu zählt insbesondere all das, was mit mangelnder Umweltkontrolle und mangelnder Körperkontrolle einhergeht. Das Schämen, die Scham geht über die Körperlichkeit und Verhaltensweisen hinaus, betrifft im Alter häufig auch das soziale Umfeld und die Lebenssituation in der sich der jeweilig alte Mensch befindet. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 10

11 Soziale Scham im Alter hervorgerufen durch: geringer Marktwert/ Chancen Statusverlust Der Begriff der sozialen Scham wurde von Sighardt Neckel bereits 1991 geprägt. Neckel sagt, die Würde der Person ist in unserer Zeit meist an Marktchancen gebunden. In Ermangelung von Marktchancen bedingt durch Alter, körperliche Gebrechlichkeit, und Geschlecht würde mit dem Verlust an Ansehen (Ehre) auch ein Verlust an Würde unterstellt werden. Wer alt ist, verursacht nur Kosten, hat keinen Nutzen mehr für die Gesellschaft Das Problem werde in den Auswirkungen des Alterungsprozesses und nicht in den Lebensumständen des Einzelnen gesehen. Die Gesellschaft habe nicht hinreichend für das Alter vorgesorgt und entsprechende Netzwerke organisiert. Der Begriff der Sozialen Scham ist an spezielle moralische Maßstäbe geknüpft. Das heißt, wer sein Leben lang hart gearbeitet hat, der hat ich sich den Ruhestand verdient. Allerdings erlaube sich hier die Gesellschaft, zu prüfen, inwieweit diese voran gestellte Moral des verdienten Ruhestandes durch lebenslange Arbeit tatsächlich erfüllt und eingelöst wurde. Ebenso versäume es die Gesellschaft zu prüfen, wer schuldlos in eine Notlage gerät bzw. zwischen Schuld und Unschuld bei der Armut zu unterscheiden. Es gelte nach wie vor das Stereotyp wer im Alter arm ist, hat in der Jugend nicht entsprechend gearbeitet. Hierbei seien ganz deutlich, die Frauen benachteiligt, die eine Reihe von Kindern groß gezogen haben und dadurch dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen. Eine durch die Benachteiligung hervorgerufene Soziale Gefährdung könne in soziale Schwäche umschlagen. Die Faktoren der sozialen Gefährdung sind laut Neckel zum Bespiel: Schichtzugehörigkeit und Geschlechtsrolle, die es trotz eines arbeitsreichen Lebens nicht erlauben, die Früchte der Arbeit zu genießen, weil Engagement, Zuverlässigkeit, Disziplin und Einsatz eben nicht in eine gesicherte Existenz, sondern in Armut münden. Altersarmut und soziale Schwäche entwerten das gelebte Leben und erlauben es dem ICH nicht, dem gelebten Leben einen Sinn zu geben. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 11

12 Die Überlegungen Neckels lassen sich meiner Auffassung nach gut auf Situationen in der stationären Altenpflege am Beispiel der Selbstzahler und Soziahilfeempfänger übertragen. Einem Einzug ins Altersheim können verschiedene Ursachen zugrunde liegen: Die Eine kann den Haushalt nicht mehr alleine bewältigen, die Andere droht zu Hause zu isolieren oder aufgrund von Pflegebedürftigkeit und mangelnder baulicher Gegebenheiten in der Wohnung (Treppen) nicht mehr bleiben zu können etc. Viele Menschen entscheiden sich dennoch bewusst ihren Lebensabend im Altenheim zu verbringen. Eine der Ursachen hiefür, ist im Alter niemanden zur Last fallen wollen - vor allem nicht den Kindern oder Enkelkindern. Das könnte bestenfalls bedeuten einen Schritt in Richtung Autonomie und Status zu wählen. Niemanden zur Last zu fallen, bedeutet gleichzeitig autonom zu sein. In einem Seniorenheim zu Leben, indem andere schlechter dran sind als ich, bedeutet ein Zugewinn an Status im Vergleich zu Anderen. Zudem ist eine bessere Versorgung anzunehmen. Schwierig wird es, wenn ein Heimbewohner dadurch zum Sozialhilfefall wird. Die laufenden Kosten in der eigenen Wohnung waren längst nicht so hoch wie die Pauschale im Heim bedingt durch allgemeine Heimkostenerhöhung oder höherer Pflegebedürftigkeit, oder nicht erwarteter höherer Lebenserwartung Fallbeispiel Fr. W Fr. W. ist 85 Jahre alt. Im November 2005 stellte sie gemeinsam mit ihren Angehörigen fest, dass sie zu Hause in der eigenen Wohnung alleine nicht mehr zu recht kommt. Nach einer entsprechenden Beratung und Information bezüglich der Kosten, entschied sie sich für den Umzug ins Heim. Nach ca. einem Jahr und einer allgemeinen Kostenerhöhung war der Heimplatz für Fr. W. alleine nicht mehr finanzierbar. Fr. W. hatte sich mittlerweile gut in den Heimalltag eingelebt, neue Freundschaften geschlossen und ansprechende Aufgaben für sich im Heimbeirat gefunden. Die Kostenerhöhung stürzte sie in arge Verzweiflung. Sie stellte sich die Frage - Muss ich jetzt wieder ausziehen?. Sie wendete sich an die Heimleitung und trug ihr Problem vor. Von Seiten des Heimes wurde ihr angeraten, beim Sozialhilfeträger einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen, da die Pflegekasse in ihrer Situation keinen Beitrag zahlte Fr. W. war einfach nicht pflegebedürftig genug für die Pflegekasse, aber nicht unabhängig genug für das Leben ohne Hilfe in der eigenen Wohnung. Nach entsprechender Prüfung der Sachlage durch den Sozialhilfeträger wurde entschieden, dass einer der Söhne von Fr. W. aufgrund seiner finanziellen Situation zur Kostenübernahme herangezogen wird. Fr. W. war daraufhin noch verzweifelter, da ihr Sohn ab diesem Tag den Kontakt zu seiner Mutter abbrach, ihr Vorwürfe machte dafür, dass er jetzt 50 Euro monatlich für den Unterhalt der Mutter aufbringen muss. Fr. W. war erschüttert, sie habe ihn doch schließlich groß gezogen, andererseits wollte sie ihren Kindern nicht zur Last fallen oder gar die Beziehung zu den Kindern durch die Unterhaltszahlung gefährden. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 12

13 Dieser innere und äußere Konflikt lösten große Gefühle des Schams bei Fr. W. aus, so dass sie sich von gewohnten Aktivitäten und Freunden zurück zog, aus Angst, dass man es ihr ansehen oder mit dem Finger auf sie zeigen könnte. Verhandlungspartner war für sie das Sozialamt, die Bewohnerin wurde nicht nur zum Opfer sozialstaatlicher Leistungen, sondern auch der Akteure im Gesundheitswesen. Neben den subjektiven Statusverlusten wird die Bewohnerin auch auf ihren unterlegenen Status hingewiesen. Die Verletzungen bei den Bewohnern halten sehr lange an, und sind erst durch zahlreiche Gespräche mit dem Sozialdienst oder den Pflegekräften wieder zu relativieren. Der Beitrag der Psychoanalyse Abwehr von Scham als Bewältigung von unerfüllbaren Wünschen Die Anforderungen des Alters mit den beschriebenen sozialen und körperlichen Veränderungsprozessen lösen vielfältige mit Scham besetzte Gefühle aus, für die der alte Mensch nun Bewältigungsstrategien entwickeln muss. Das Problem hierbei ist, dass Altern eine physische Veränderung mit sich bringt, hingegen die Triebe und Wünsche nach Auffassung Freud s keinem Veränderungsprozess unterliegen. Nimmt man die Erkenntnisse aus der Psychoanalytischen Theorie nach Freud findet sich im Es nichts, was einer Zeitvorstellung entspricht, also keine Veränderung des seelischen Vorganges durch den Zeitablauf. Sowohl die Wünsche, aber auch die Konflikte bleiben bestehen sie sind unsterblich. Liebe, Eifersucht, Neid, sexuelles Begehren nehmen gar nicht oder nur in einem geringen Umfang ab. Das ist anders als es uns das Alttagsbewusstsein suggeriert. Die Spannungen zwischen den Wünschen des ES und der Wunscherfüllung und Befriedigung von Bedürfnissen sind im Alter größer, weil die realen Chancen der Wunscherfüllung geringer sind. Am Beispiel von Sexuellem Begehren eines 80 Jährigen Mannes, der aufgrund seines Alters unter einer Harninkontinenz leidet, könnte das bedeuten, dass der alte Mann sich wegen seiner Inkontinenz so sehr schämt und sich daher nicht traut diese Wünsche nach sexueller Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 13

14 Befriedung mit seiner Ehefrau in die Tat umzusetzen. Bewältigungsmöglichkeiten in seinem Fall sind sehr begrenzt, da er die Ursache schwer beheben kann. Er hat für sich nur die Option der Abwehr! Mögliche Abwehrreaktionen können sein: Aber vermeidet die Nähe zu seiner Ehefrau oder B er verleugnet das sexuelle Bedürfnis. Der Ehemann erlebt nicht nur die Scham vor seiner Frau bezogen auf seine Inkontinenz, sondern auch den Verlust der sexuellen Befriedigung, die daraus resultiert. Verlust und Abwehr Alter wird als Trauma erlebt und um die eigene Autonomie zu sichern und Verluste zu kompensieren, sind Abwehrmechanismen erforderlich. Hartmut Radebold (1979) macht darauf aufmerksam, dass die im Alter häufig zu beobachtende Rigidität (Starrheit) aber auch der (als Disengagement in die Alterstheorie eingegangene) beobachtete Rückzug, psychoanalytisch als verstärkte Abwehr betrachtet zu interpretieren ist. Das ICH als Repräsentant der Realität versucht, die Traumatisierungen des Alters zu verarbeiten wo bei das aufgezeigte Altersbild die Möglichkeiten zur Triebbefriedigung einschränkt. Radebold hebt in seinen Ausführungen das Phänomen der Verluste bei den alten Menschen besonders hervor. Insbesondere die unwiederbringlichen Verluste und Trennungen - sowohl auf der Ebene wichtiger Objekte und Beziehungspersonen, als auch auf der Ebene des Selbstwertgefühls, des Narzissmus, wie Schönheit, Wohnung, Beruf die das Verhältnis des alten Menschen zu sich selbst und zu seiner Umwelt kennzeichnen. Neben den objektiven Gegebenheiten tritt die subjektive und emotionale Bedeutung von Altersphänomenen in die Lebenswelt. Alter und Altern wird eben jenseits aller positiven Altersbilder - doch als traumatisch, d.h. verwundend und bedrohlich erlebt. Besonders die Verluste und Trennungen erfordern vom ICH eine erhöhte Abwehr, um auch das Autonomiegefühl zu sichern. Das heißt, die Abwehr verstärkt sich zunächst, dass bedeutet die Lebensstile müssen so umorganisiert werden, dass sie die Kontinuität des ICH Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 14

15 Gefühles gewährleisten. Abwehrmechanismen sind beispielsweise, Vermeidung, Verleugnung, Rigidität und Ungeschehen machen. Erst wenn diese Abwehrmechanismen versagen, greift das ICH zu tieferen bzw. früheren Abwehrformen, in der Regel auf Regression zurück. Es ist schwer möglich, eine Kette von eigenen erlebten Benachteiligungen rational zu verstehen und mit Sinn auszustatten. Wenn dem ICH die Möglichkeit der Sinnbildung genommen ist -entsteht Angst und in der Folge einfachere Abwehr. Diese einfachere Abwehr wird wiederum verstärkt genutzt, wodurch alte Menschen auffällig und andersartig erscheinen. So kommt es beispielsweise in Supervisionen immer wieder vor, dass Pflegende und Sozialarbeiter hilflos sind, weil die Bewohner ihre Angebote nicht wahrnehmen. Bewohner werten Festlichkeiten oder Angebote der Einrichtungen ab, wollen nicht daran teilnehmen. Bei Fallbesprechungen zeigt sich dann am Ende, dass das Verhalten von den Bewohnern eine Form der Abwehr ist. Eine Teilnahme würde eine Wunschproduktion in Gang setzen und somit auch die Unerfüllbarkeit verschiedener Wünsche verdeutlichen. Das Wissen, darüber wie viel Wünsche offen bleiben werden und wie viel vermisst wird, lässt die Vermeidung als einzigen Ausweg erscheinen. Das heißt, sich nicht mit dem Zirkel von Wünschen und mangelnden Möglichkeiten ihrer Befriedigung auseinanderzusetzen. Trauer eine Reaktion auf Verluste Trauerarbeit zur Kompensation erlebter negativer Gefühle Radebold (1992) zeigt Möglichkeiten auf, über die das ICH bei unterschiedlicher Ausstattung verfügt um auf Verluste, Kränkungen, Traumatisierungen, Bedrohungen und Angst zu reagieren: Das ICH des Erwachsenen verfügt über die Fähigkeit, überfordernde Konflikte mittels Abwehrmechanismen zu bewältigen. Verlorenes kann durch Trauerarbeit kompensiert werden. Im Laufe des Lebens kumulieren diese Anforderungen im Sinne von Traumatisierungen, entsprechend reagiert das ICH zunehmend rigider. ICH Beschädigungen Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 15

16 im Alter münden in regressive Muster. Dies ist auch immer ein Selbstheilungsversuch auf einer psychosexuellen Stufe oder auf einer psychosozialen Stufe. Die Regression auf der Basis von Verlusten ist damit eine der bedeutendsten Entwicklungsdeterminanten vor allem des hohen, insbesondere aber noch einmal des negativen Alters. Scham resultiert aus dem Verlust von Körperlichkeit, Rollen und Prestige Entfremdung der gewohnten Identität Jean Amery (1979) sagt in seinen Studien: Altern bedeutet sich fremd zu werden. Warum erkennen sich alte Menschen auf aktuellen Fotos nicht? Warum zerreißen sie aktuelle Bilder und/oder beschimpfen die, die darauf zu sehen sind? Amery beschreibt dieses Fremdheitsgefühl anhand des Blickes in den Spiegel, d.h. er stellt das Sehen in den Mittelpunkt des Entfremdungsgefühls. Der Blick in den Spiegel hat nicht mehr etwas Bestätigendes, Widerkennendes sondern etwas Fremdes, Entblößendes. Die Selbstrepräsentanz, dass innere Bild wird brüchig. Der Körper insbesondere der alte Körper lässt sich schlecht zivilisieren. Die Selbstrepräsentanzen bleiben bestehen, und die Schere zwischen dem inneren von sich selbst und dem tatsächlichen (Eben-) Bild geht auseinander häufig geht der Kontakt zum realen Selbstbild verloren. Ein Entfremdungs- und Depersonalisationsgefühl bedeutet eine Störung des Identitätsgefühls. Das Gefühl sich selbst fremd zu sein, ist wie ein Vorhang der das schmerzliche Gefühl des Bloßgestelltseins überdeckt. Wurmer (1993) ordnet dieses Gefühl von depressiver Taubheit, welches den genannten Vorhang ausmacht, der sich zwischen das reale ICH und das ideale ICH schiebt, der Scham zu. Der Vorhang dient dazu, das schmerzliche Gefühl des Bloßgestelltseins zu überdecken. Das Schamgefühl lässt sich übersetzen mit: Ich will Dich nicht mehr sehen und umgekehrt Ich will mich nicht mehr sehen Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 16

17 Ein ähnliches Entfremdungsgefühl wird auch entstehen, wenn die soziale Person und die innere Person, beispielsweise durch die im Alter typischen Rollen- und Funktionsverluste in Disparität (Ungleichheit) zueinander geraten. Für das Alter ist es beschreibend, dass die Schere zwischen sozialer und innerer Person, also zwischen dem Herrn Dr. Schmidt und Herrn Schmidt und letztlich dem dementen Bewohner Horst auseinander geht. Das bedeutet, dass alte Menschen sehr viel mehr psychische Energie zur Aufrechterhaltung ihres Identitätsgefühls benötigen und sie in einer ständigen, wenigstens latenten Beschädigung ihres Identitätsgefühls ausgesetzt sind, welche in engem Zusammenhang mit Scham steht. Fallbeispiel: Eine 89jährige Frau muss gegen ihren Willen mittels richterl. Beschluss nach einem Krankenhausaufenthalt in ein Pflegeheim umziehen. Im Krankenhaus wurde ihr aufgrund von Verwirrtheitszuständen und Mangelernährung eine Magensonde gelegt. Problematisch erwies sich für die Dame der Umgang und die Akzeptanz der Sonde, obwohl sie dennoch in der Lage war, kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Im Pflegeheim wurde sie auf dem Dementenbereich im Doppelzimmer untergebracht. Die neue Umgebung und Situation war für die Frau nicht ertragbar. Sie lebte bislang allein in ihrer Wohnung und sorgte für sich selbst. Sie erlebte die neue Situation als traumatisierend. Sie konnte plötzlich nicht mehr für sich sorgen und spürte die deutlichen körperlichen Veränderungen. Das Doppelzimmer nahm ihr die gewohnte Intimität und der Dementenbereich sorgte für den ständigen Besuch von fremden Bewohnern in ihrem Zimmer. Diese für sie schwer einzuordnende Situation stürzten sie in tiefe Verzweiflung. Sie bat ihre Tochter, sie wieder nach Hause mitzunehmen, diese lehnte das ab. So resignierte sie, zog sich mehrfach die Magensonde und drohte mit Suizid. Interpretation: Dieser Fall stellt einen typischen Kampf um Identität dar - wenn Körper und Selbst nicht mehr zueinander passen wollen. Der kranke Körper repräsentiert zunächst die Verletzlichkeit, die Schwäche den nicht akzeptierten ICH-Anteil. Das Depersonalisationsgefühl ist offenbar so groß, dass der eigene Tod beschlossen wird, d.h. das Versagen des Körpers wird als Ehrverletzung des ICH durch den Körper erlebt. Für die Pflegemitarbeiter wird nur der Wunsch nach dem Sterben sichtbar. Das Nicht-Funktionieren des Körpers ist für die Bewohnerin mit Scham besetzt. Sie wählt die letzte Alternative, sie zieht den Tod dem Leben mit diesem Körper, dieser Situation vor. Ihr wurde keine Gelegenheit zur Bewältigung gegeben, das Pflegepersonal hat den Veränderungsprozess mit ihr aus eigener Scham, Angst, etc. nicht verbalisiert. Sie wurde abrupt aus einem gewohnten Umfeld gerissen und musste sich ohne gefragt zu werden an eine fremde Umgebung mit geringer bis keiner Intimsphäre anpassen. Sie verleugnete vor ihrer Tochter die Tatsache zu Hause ohne Hilfe nicht zurecht zu kommen. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 17

18 Die Entfremdung ihrer bislang gewohnten Identität durch die Veränderungsprozesse ihres Körpers und ihrer Umgebung wurden verdrängt, um sich selbst vor der Scham und der Angst zu schützen. Der Wunsch nach Hause zu gehen sind gleich zu setzen mit dem Wunsch, dass der Körper dann wieder hergestellt ist alles wieder so ist wie früher. Protest und Scham, Verlust und Trauer Diplom Pflegewirtin / Sozialarbeiterin Sabine Müller In diesem Vortrag wurden die Schwierigkeiten des Alters und Grenzsituationen der Pflege dargestellt. Mit einem verstehenden Zugang haben Pflegende und Sozialarbeiter die Chance, Möglichkeiten und Hinweise zum professionellen Umgang mit dem Phänomen Alter zu entwickeln. Der alte Mensch sollte nicht anhand seines Verhaltens beurteilt und darauf abzielende Maßnahmen getroffen werden, sondern im Kontext der jeweiligen Biographie und des Lebensabschnittes, sowie des sozialen Umfeldes und der persönlichen Betroffenheit eine Analyse voran gestellt werden. Mit meinen Ausführungen möchte ich zu Gedanken anregen, keine pauschalen Lösungen vorgeben, da es sich um sehr subjektiv erlebte und individuelle Einzelinterpretationen handelt. Abschließend gebe ich einen Ausblick in Form eines Fazit für die drei Ebenen der betroffenen Akteure: Institution professionelle Helfer betroffene alten Menschen Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 18

19 Fazit: Auf der Ebene des alten Menschen: Die Wertschätzung des Alters wird in in der Gesellschaft erhöht Der alte Mensch findet Anerkennung und Respekt durch seine Umgebung Der alte Mensch gelangt zu zu Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, trotz seiner altersbedingten Veränderungsprozesse Fazit: Auf der Ebene der professionellen Helfer Es wird ein Verständnis für das Verhalten älterer Menschen entwickelt In Form von Haltung und Verhalten wird dem alten Menschen Wertschätzung und Anerkennung entgegen gebracht Professionelle Helfer finden gemeinsam mit den betroffenen alten Menschen Lösungen, ihre Situation förderlich zu gestalten Fazit: Auf der Ebene der Institution Die Institution trägt der Altersproblematik mehr Rechnung, auf starre Regelungen wird zugunsten der alten Menschen verzichtet Es wird eine gemeinsame Strategie zum Umgang entwickelt Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 19

20 LITERATURVERZEICHNIS AMERYJEAN: Über das Altern, Stuttgart BAURIEDL, THEA, Die Wiederkehr des Verdrängten. Psychoanalyse, Politik und der Einzelne, 2. Auflage München BECK, D.: Krankheit als Selbstheilung, Frankfurt a. M BECK, U., Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt/M BEHREND, C., Berichtsmodell sozialgerontologische Forschung, Berlin 1985, DZA d.58. BORSCHEID, P., Alterskonjukturen, oder: Von der Verehrung und Verachtung der Alten in der Geschichte, in: Biegel, G. (Hg.): Geschichte des Alters. Braunschweig CONZEN, P., Erik Erikson und die Psychoanalyse, Heidelberg DOUGLAS, M., Ritual, Tabu und Körpersymbolik, Frankfurt a. M ERIKSON, E., Identität und Lebenszyklus, Frankfurt FREUD, S., Zeitgemäßes über Krieg und Tod, FREUD, S., Das Ich und das Es, FREUD, S., Trauer und Melancholie. GROND, E.: Die Pflege verwirrter, alter Menschen, Freiburg i. B GROTJAHN, M., Analytische Psychotherapie bei älteren Patienten, in: Petzold, H./Bubolz, E. (Hg.): Psychotherapie mit alten Menschen, Paderborn 1979, S HABERMAS, J., Können moderne Gesellschaften komplexe Identitäten ausbilden? in: Erkenntnis und Interesse. Frankfürt KIPP, J./JÜNGLING, G.; Verstehender Umgang mit alten Menschen. Frankfurt a. M LORENZER, A./GÖRLICH, B., Lebensgeschichte und Persönlichkeitsentwicklung im Spannungsfeld von Sinnlichkeit und Bewußtsein, in: Maurer, F. (Hg.): Lebensgeschichte und Identität. Frankfurt 1981, S MAIWALD, GUIDO, Älterwerden aus psychotherapeutischer Sicht in: Arbeitshefte Gruppenanalyse, 2/1989 S MENTZOS, STAVROS, Psychodynamische Modelle in der Psychiatrie, 3. Aufl., Göttingen MENTZOS, STAVROS, Psychose und Konflikt. MOSER, TILMANN, Dämonische Figuren: Die Wiederkehr des Dritten Reiches der Psychotherapie, Frankfurt a. M NAEGELE, G-, Anmerkungen zur These von Strukturwandel des Alters aus sozialpolitikwissenschaftlicher Sicht, in: Sozialer Fortschritt 1991, Heft 6/7. Diplom Pflegewirtin/ Sozialarbeiterin Sabine Müller 20

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