DIE SCHOTTENHÖFE IN ERFURT DAS GESAMTKONZEPT AUS ALT- UND NEUBAU

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1 DIE SCHOTTENHÖFE IN ERFURT DAS GESAMTKONZEPT AUS ALT- UND NEUBAU 1. Das Quartier als Ausgangspunkt 2. Der Stadtbaustein - Idee und Umsetzung 3. Aussichten - neue Bausteine

2

3 Luftaufnahmen 2009

4 Ansicht Schottengasse 2009

5 Ansicht Schottengasse 2009

6 Ansicht Schottenstraße 2009

7 Anlass, Ziel und Aufgabe Erfurt ist eine lebendige Stadt im Herzen Deutschlands und Europas. Die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken, die noch heute an einer umfassend erhaltenen Altstadtstruktur und vielen Einzeldenkmalen ablesbar ist. Ausgehend der Empfehlungen des Gestaltungsbeirates ist ein Gutachterverfahren für das Vorhaben "Wohnen an der Krämerbrücke" durchzuführen, das den Qualitätsanforderungen der besonders wertvollen städtebaulichen und historischen Umgebung Rechnung trägt. Die Ergebnisse sollen in den Bauantrag und die Umsetzung einfließen. Für den Bereich zwischen Gotthardtstraße und Schottenstraße, einem der ältesten Siedlungsteile der Erfurter Altstadt in unmittelbarer Nähe des Wahrzeichens Krämerbrücke, ist zur Beseitigung eines diesen gesamten Bereich an der Gera prägenden städtebaulichen Missstandes für einen Teil des heute brachliegenden Blockes an der Krämerbrücke ein Konzept für diesen Teil der Blockrandbebauung mit der Nutzung barriere- und familien- freundliches Wohnen mit ca. 50 Stellplätzen in einer Tiefgarage (vorzugsweise 2 Bauabschnitte) zu erstellen. Bestandsgebäude sind zu berücksichtigen. Die Prägung kleinteiliger, individueller Baustrukturen entlang der die Raumgestalt prägenden Baufluchten ist zu erhalten und mit dem Standort angemessener moderner Formensprache fortzuentwickeln. Die energieeffizient- nachhaltige Nutzungsstruktur und hohe Architekturqualität muss das Umfeld angemessen beachten. Die Aufgabenstellung lässt eine Interpretation altstadttypsicher Kubaturen und Gestaltungsmuster zu Preis im Gutachterverfahren (nach Empfehlung Gestaltungsbeirat der Stadt Erfurt) vorhabenbezogener Erschließungsplan/ B-Plan durch Stadt Erfurt Beginn 1. Bauabschnitt Fertigstellung 1. Bauabschnitt (18 Wohnungen) - Beginn 2. Bauabschnitt (34 Wohnungen, Tiefgarage 70 Stellplätze) geplante Fertigstellung Ausgangspunkt Modell Bestandsgebäude Bauherr: CULT Bauen und Wohnen GmbH Erfurt, vertreten durch Frau Carola Busse

8 Entwurfskonzept Schottenhöfe Erfurter Dom Krämerbrücke Schottenkirche

9 Schottenhöfe - neue Quartiersbezeichnung mit Bezug auf Straßennamen und Klosterkirche in unmittelbarer Nähe - insgesamt ca. 50 Wohnungen, davon ca m2 Wohnfläche im Altbau und ca m2 im Neubau

10 Ansicht Bestandsgebäude Gotthardstrasse Ansicht Bestandsgebäude Schottengasse Alte Schmiede Modell Bestandsgebäude auf dem Grundstück graue Energie Ansicht Bestandsgebäude Schottenstrasse Haus Rosa Ansicht Bestandsgebäude Schottenstrasse Fachwerkhaus

11 Ergänzung Quartierskante Ansicht Bestandsgebäude Gotthardstrasse Ansicht Bestandsgebäude Schottengasse Alte Schmiede Erschließungshof Wohnhof Quartiersidee Schottenhöfe Ansicht Bestandsgebäude Schottenstrasse Haus Rosa Ansicht Bestandsgebäude Schottenstrasse Fachwerkhaus

12 Worin besteht der konzeptionelle Ansatz im Bebauungskonzept? Zur Ergänzung der Quartierskante wurden eigenständige Stadtbausteine entwickelt und in die jeweilige Baulücke implantiert. Dabei übernehmen sie die Rolle konsequenter Vermittler zwischen Alt und Neu und schaffen proportionalen Bezug zwischen den baulichen Volumen verschiedenster Epochen durch das Auffangen und Übersetzen auch stark unterschiedlicher First- und Traufhöhen. Gleichwohl behaupten sie sich als Unikate innerhalb der Blockfassung durch das Motiv der Zwerchhäuser mit geraden und geneigten Giebelkanten, das Wiedererkennbarkeit von allen Strassenseiten garantiert. Die neuen Bausteine tragen Tradition von Neuem und Überliefertem in sich ohne dabei zu historisieren oder zu wichten. Sie bieten Zusammengehörigkeit in der Formensprache im Herzen Erfurts an bei gleichzeitiger Individualität und Einzeladressbildung. Raumkante als Begrenzung zum Parkraum am Fluß Stadtbaustein Gotthardstraße Stadtbaustein Schottenhof Stadtbaustein Schottenstraße Stadtbaustein Schottengasse Orientierung als Identität Kirchblick als Quartierbezug und Namensgeber Modell neue Stadtbausteine

13 Ansicht Gotthardstraße Metamorphose der Dachlandschaft Stadtbaustein zum Regulieren unterschiedlicher Traufhöhen, Dachformen und Gebäudetiefen Ansicht Norden Stadtbausteine als konsequente Vermittler zum Bestand Auf diese Weise vereint die neue Bebauung die Stadt-reparatur mit kleinteiliger, lebendiger Anmutung mit klarer Quartierskontur und einer Grundstruktur, die vielfältige Grundrissauf-teilungen und zeitgemässe flexible Wohnungsangebote zulässt. Erschliessungselemente aus Treppen und Aufzügen an den Schnittstellen zwischen Bestandsgebäuden und neuen Häusern ermöglichen eine barrierefreie Erschliessung auch für die Altbauten - in diesen Bereichen werden die vorhandenen Geschoss-höhen aufgegriffen. Gesamtmodell Ansicht Schottenstraße Ansicht Schottengasse

14 Energiekonzept? Bestand Gotthardstr. Alte Schmiede Haus Rosa Fachwerkh aus Gesamtmodell

15 Einzelbetrachtung nach EneV oder hausübergreifende Betrachtung? Bestand Gotthardstr. Alte Schmiede Haus Rosa Fachwerkh aus

16 Unter Abwägung der unterschiedlichen nutzungsspezifischen Interessen im Eigentum-Geschoßwohnungsbau (Vermarktungs- und Käuferinteressen, Gesamtökobilanz, Denkmalsubstanz, und nicht zuletzt der Erstellungskosten) planen wir nach folgendem Prinzip: maximal verträgliche Optimierung im Altbau bei gleichzeitiger sinnvoller Übererfüllung der geforderten Standards im Neubau Bestand Gotthardstr. Alte Schmiede Haus Rosa Fachwerkh aus

17 Fragestellungen zur Festlegung der energetischen Bauteiloptimierung: 1. Wie ist der allgemeine Bauzustand des Altbaus? 2. Welche konstruktiven Bauteile werden ergänzt, ertüchtigt oder ausgetauscht (z.b. Loggien, Balkone, neue Treppenhäuser, etc.) 3. Wird das Dach ergänzt oder ausgebaut? 4. Ist das Gebäude unterkellert? Bestand Gotthardstr. Alte Schmiede Haus Rosa Fachwerkh aus

18 Fall 3: - Optimieren und Ausbauen Haus 3 Haus Rosa Fall 2: - Ergänzen und Ausbauen Haus 2 Fachwerkhaus Fall 4: - Neubau und Verbinden Haus 1/2 neuer Stadtbaustein -Bestand massiv, unterkellert -Dach nicht ausgebaut -Stadtbildprägende Fassade (Denkmalschutz) -Fachwerkhaus, kein Keller -Dach nicht ausgebaut -Erhalt Dachkonstruktion (Denkmalschutz) - Vermittler zwischen unterschiedl. Geometrie/Höhen -nimmt vorherrschende Fassadenelemente auf (Klinker, Putz) -Umnutzung ehemaliger Industriebau -Abbruch vorhandenes Flachdach -gestaltprägende Klinkerfassade (Denkmalschutz) -Erhalt Strassenfassade d. Einsatz kapillaraktive Innendämmung 6-8 cm -Ersatz hofseitige Wände (TRH, Loggien, Balkone, usw.), Einsatz Aussendämmung -Dachausbau (Erhalt Dachstuhl)

19 Fall 3: - Optimieren und Ausbauen Haus 3 Haus Rosa Fall 2: - Ergänzen und Ausbauen Haus 2 Fachwerkhaus Fall 4: - Neubau und Verbinden Haus 1/2 neuer Stadtbaustein -Bestand massiv, unterkellert -Dach nicht ausgebaut -Stadtbildprägende Fassade (Denkmalschutz) -Fachwerkhaus, kein Keller -Dach nicht ausgebaut -Erhalt Dachkonstruktion (Denkmalschutz) - Vermittler zwischen unterschiedl. Geometrie/Höhen -nimmt vorherrschende Fassadenelemente auf (Klinker, Putz) -Umnutzung ehemaliger Industriebau -Abbruch vorhandenes Flachdach -gestaltprägende Klinkerfassade (Denkmalschutz) -Erhalt Strassenfassade d. Einsatz kapillaraktive Innendämmung 6-8 cm -Ersatz hofseitige Wände (TRH, Loggien, Balkone, usw.), Einsatz Aussendämmung -Dachausbau (Erhalt Dachstuhl)

20 Fall 3: - Optimieren und Ausbauen Haus 3 Haus Rosa Fall 2: - Ergänzen und Ausbauen Haus 2 Fachwerkhaus Fall 4: - Neubau und Verbinden Haus 1/2 neuer Stadtbaustein -Bestand massiv, unterkellert -Dach nicht ausgebaut -Stadtbildprägende Fassade (Denkmalschutz) -Fachwerkhaus, kein Keller -Dach nicht ausgebaut -Erhalt Dachkonstruktion (Denkmalschutz) - Vermittler zwischen unterschiedl. Geometrie/Höhen -nimmt vorherrschende Fassadenelemente auf (Klinker, Putz) -Umnutzung ehemaliger Industriebau -Abbruch vorhandenes Flachdach -gestaltprägende Klinkerfassade (Denkmalschutz) -Erhalt Strassenfassade d. Einsatz kapillaraktive Innendämmung 6-8 cm -Ersatz hofseitige Wände (TRH, Loggien, Balkone, usw.), Einsatz Aussendämmung -Dachausbau (Erhalt Dachstuhl)

21 Fall 3: - Optimieren und Ausbauen Haus 3 Haus Rosa Fall 2: - Ergänzen und Ausbauen Haus 2 Fachwerkhaus Fall 4: - Neubau und Verbinden Haus 1/2 neuer Stadtbaustein -Bestand massiv, unterkellert -Dach nicht ausgebaut -Stadtbildprägende Fassade (Denkmalschutz) -Fachwerkhaus, kein Keller -Dach nicht ausgebaut -Erhalt Dachkonstruktion (Denkmalschutz) - Vermittler zwischen unterschiedl. Geometrie/Höhen -nimmt vorherrschende Fassadenelemente auf (Klinker, Putz) -Umnutzung ehemaliger Industriebau -Abbruch vorhandenes Flachdach -gestaltprägende Klinkerfassade (Denkmalschutz) -Erhalt Strassenfassade d. Einsatz kapillaraktive Innendämmung 6-8 cm -Ersatz hofseitige Wände (TRH, Loggien, Balkone, usw.), Einsatz Aussendämmung -Dachausbau (Erhalt Dachstuhl)

22 -Verbesserung energetische Mindestqualität der Aussenhülle nach gültiger ENEV um ca. 22% -Primärenergiebedarf ca. 34% unter Mindestanforderungswert -Altbausubstanz mehr als 50%

23 Komplexität der Aufgabe funktioniert nicht mit pragmatischer Standardlösung! Ansicht Schottenstraße 2009

24 von der Idee... vielfältigste Lösungen und Kombinationen als Gesamtstrategie Animation Wettbewerb 2009

25 ...zur Umsetzung... Chance für Erhöhung des qualitativen Standards von Fassadenelementen und Materialwahl durch gemeinsame Energiebilanz Realisierung 1. Bauabschnitt 2011

26 Eigentümer und Vorhabenträger hat wirtschaftliches und ideelles Interesse am zusammenhängenden, individuellen Gestaltungskonzept. Animation Wettbewerb 2009

27 Beginn mit Vergabekultur durch Wettbewerbe! Realisierung 1. Bauabschnitt 2011

28 Käufer akzeptiert mit dem Erwerb die bauliche und energetische Gesamtstrategie! Animation Wettbewerb 2009

29 Realisierung 1. Bauabschnitt 2011

30 Welcher Weg muß in der Planung beschritten werden? - von Beginn an ALLE Beteiligten mit der jeweiligen Fachkompetenz zusammenführen! - Kompetenz muß baubegleitend abrufbar sein! Treppenhäuser 1. Bauabschnitt 2011

31 Es beginnt mit der richtigen Aufgabenstellung! - keine einseitige Focussierung und Ablösung der Energieffizienz innerhalb der umfassenden Gestaltungsaufgabe der Architektur! - der Architekt als verantwortlicher Dirigent für eine gesamtheitliche integrative Modellentwicklung hat die Verantwortung für das qualitätvolle Gesamtergebnis eines Bauwerks. - Interessengemeinschaft aus Eigentümer, Vorhabenträger und städtischen Planungsinstanzen als zwingende Voraussetzung zur Realisierung eines quartierübergreifenden Gestaltungs- und Energiekonzeptes.

32 finanzieller Anreiz für ganzheitliche Planung! - Wettbewerbe für geeignete Sanierungskonzeptionen - Förderung von Konzeption (Ideen, Visionen) mit ähnlicher Wertigkeit wie die ausgeführte Leistung selbst - Einschätzung einer nachhaltigen Energieeffiezienz nur in der Gesamtbetrachtung der eingesetzten Materialien, ihrer Lebensdauer und Herstellungs- und Recyclingkosten!

33 strukturelle Fehlstellen als Chance für zukunftsorientierte Modelle!

34 zukunftsorientierte Modelle

35 ... die nicht Einzellösung einer Lücke herausstellen!

36 Individualität und Unverwechselbarkeit charakteristisch durch Heterogenität...

37 einprägsam schön durch den gewissen Störfaktor

38 Fragen der Verdichtung von Stadtzentren im Zusammenhang mit energetischer Optimierung

39 das spezielle Erscheinungsbild wahren und herausarbeiten

40 DIE SCHOTTENHÖFE IN ERFURT DAS GESAMTKONZEPT AUS ALT- UND NEUBAU... wir versuchen unser Bestes mit der derzeitigen Umsetzung des zweiten Bauabschnittes...

41 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Neue Ideen sind meistens die Kinder alter Gedanken... Henri Bergson , franz. Philosoph und Schriftsteller Bauherrin: CULT Bauen & Wohnen GmbH, Erfurt, vertreten durch Frau Carola Busse Architekt: Osterwold Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA, Weimar Foto: Steffen Groß, Weimar/ Architekten

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