Kinder psychisch kranker Eltern aktueller Stand der Forschung und Perspektiven für die Praxis

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1 Kinder psychisch kranker Eltern aktueller Stand der Forschung und Perspektiven für die Praxis Fachtag Kinder psychisch kranker Eltern Ulm, Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 1

2 Entwicklung in Forschung und Praxis Problemidentifikation 1. Erkennen 4. Evaluation Problemanalyse Unterstützungsangebote 2. Verstehen 3. Handeln Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 2

3 1. Erkennen: Die Entdeckung der Kinder als betroffene Angehörige 1990er Jahre 1994 erste deutschsprachige Veröffentlichung zum Thema Kinder psychotischer Eltern von Remschmidt/Mattejat Angehörigenarbeit konzentrierte sich damals auf die erwachsenen Angehörigen Kinder wurden in der Regeln nicht gesehen, wenn doch, dann eher als Unterstützungsressource für die erkrankten Eltern, jedoch nicht ihre Belastungen auf Grund der elterlichen Erkrankung Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 3

4 1. Erkennen: Die Entdeckung der Kinder als betroffene Angehörige ab 2000 Jahre erste Forschungsarbeiten zu der Lebenssituation Kinder psychisch kranker Eltern (z.b. Mattejat/Wüthrich/Remschmidt 2000, Schone/Wagenblass 2002, Lenz 2005, Schmutz 2009, Wiegand-Grefe/Mattejat/Lenz 2011, usw.) Erkenntnis: Kinder sind tiefgreifend von der elterlichen psychischen Erkrankung betroffen. Teilweise sind sie sogar die einzigen konstanten Bezugspersonen für den/die Erkrankten Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 4

5 1. Erkennen: Wie groß ist die Anzahl betroffener Kinder? Bislang liegen nur Schätzungen vor, da die Kinder psychisch kranker Eltern statistisch nicht erfasst werden. Aber, alle Studien, die den Anteil psychisch erkrankter Eltern mit minderjährigen Kindern in der stationären Psychiatrie erfasst haben, kommen auf ähnliche Ergebnisse: 20 bis 25% aller (stationären) Psychiatriepatient(inn)en haben minderjährige Kinder (bspw. Schone/Wagenblass 2002, Lenz 2005) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 5

6 1. Erkennen: Wie groß ist die Anzahl betroffener Kinder? Eltern mit psychiatrischer Diagnose: ca. 10% aller Eltern im Bereich der HzE (Schone/Wagenblass 2002) Eltern mit psychiatrischer Diagnose bzw. Eltern, bei denen ein Verdacht einer psychiatrischen Erkrankung besteht: 33 % der Eltern in der kollegialen Fallberatung im Bereich der HzE (Schmutz 2009) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 6

7 Entwicklung in Forschung und Praxis Problemidentifikation 1. Erkennen Problemanalyse 2. Verstehen Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 7

8 2. Prozess des Verstehens: Entwicklungslinien a) Vom Allgemeinen zum Spezifischen b) Von der Individual- zur Systemperspektive c) Von der Risiko- zur Ressourcenorientierung Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 8

9 2. Verstehen: Vom Allgemeinen zum Spezifischen Wie wirkt sich die elterliche Erkrankung auf die Kinder aus? Unmittelbare Probleme Desorientierung Schuldgefühle sozialer Rückzug Ängste Folgeprobleme Betreuungsdefizite/Trennungserfahrungen Parentifizierung Loyalitätskonflikte Abwertungserlebnisse (z.b. Remschmidt/Mattejat 1994) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 9

10 2. Verstehen: Vom Allgemeinen zum Spezifischen Auswirkungen auf Säuglinge/Kleinkinder? (spezifisch) Die psychische Erkrankung kann Einfluss haben auf die Eltern-Kind-Kommunikation die elterliche Feinfühligkeit den Aufbau sicherer Bindungsmuster die elterliche Erziehungsfähigkeit und die Sicherung des Kindeswohls (z.b. Ziegenhain, U., Fries, M., Bütow, B., Derksen, B. (2004) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 10

11 2. Verstehen: Vom Allgemeinen zum Spezifischen Auswirkungen auf Jugendliche? (spezifisch) Lebensalltag und Zukunftsperspektiven sind stark von der elterlichen Erkrankung beeinflusst Spannungsfeld: Autonomie und Verantwortung: Es fällt Ihnen schwerer, sich räumlich von den Eltern abzulösen, gleichzeitig streben sie ganz früh eine finanzielle Unabhängigkeit an. Sie sorgen sich um die Eltern, wollen diesen aber nicht zur Last fallen. Stelling u.a. (2008, S.764) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 11

12 2. Verstehen: Von der Individual- zur Systemperspektive Ab Ende 1990er/ Anfang 2000er Jahre ab 2009/2010 Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 12

13 Systemische Sicht auf Familien Neben den Studien zu der Lebenssituation Kinder psychisch kranker Eltern gibt es 1. Studien zu der Situation von Partner und Partnerinnen psychisch kranker Menschen (z.b. Lenz/Jungblut 2008) 2. Studien zu der Situation von psychisch kranken Eltern(-teilen) (z.b. Kölch, M./Schmid,M. 2008) Fazit: Psychische Erkrankungen belasten alle Familienmitglieder ( Familienerkrankungen ) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 13

14 Belastungen Partner/-innen Beeinträchtigung der Beziehung und Kommunikation (Zitat) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 14

15 Zitat Partnerin: Beeinträchtigung der Paarbeziehung Wenn ich dann nicht sage, Willste nicht mal rauskommen und deine Tabletten nehmen, passiert nichts [...]. Abends verschwindet er ohne Guten Nacht. Am früh steht er auf ohne Guten Morgen [...]. Bissel Liebe, das fehlt doch und wenn er bloß mal een streichelt oder was [...], also das macht mich verrückt [...]. Er läuft neben mir her wie ein fremder Mensch [...], geht an mir vorbei, ohne mich mal anzugucken. (Ehepartnerin, Interview 133/ ) J. Bischkopf B.Wittmund M.C.Angermeyer 2002: Alltag mit der Depression des Partners Psychotherapeut :11 1 Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 15

16 Belastungen Partner/-innen Beeinträchtigung der Beziehung und Kommunikation (Zitat) Neudefinition von Rollen in der Partnerschaft Beeinträchtigung in Bezug auf Gesundheit, Geld, Zeit und Zukunft (Lebensplanung) Autonomieverlust Diskriminierung und Isolation Ängste Familiäre Atmosphäre und Wohlbefinden der Partner (bspw. Bischkopf u.a. 2002) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 16

17 Fazit: Paarbeziehung psychische Erkrankung beeinflussen die Qualität der Paarbeziehung eheliche Schwierigkeiten treten häufig auf und können nach einer Krankheitsepisode auch über mehrere Jahre andauern (Birtchnell, 1988). Die Paare nehmen sich gegenseitig negativer wahr und zeigen emotional negativere Interaktionen als gesunde Vergleichspaare, zudem sind die Scheidungsraten höher (Downey u. Coyne, 1990). Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 17

18 Belastungen psychisch erkrankter Eltern Sorgen Versagensgefühle Angst Schuldgefühle Scham Überforderung mit Elternrolle (Stress) Trennungsschmerz (bspw. Schreier/Wagenblass/Wüst 2010) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 18

19 Zitat Mutter: Sorge um die Kinder da ging es mir psychisch ganz, ganz schlecht Ich konnte meine Kinder nicht mehr richtig versorgen und da ich ja alleinerziehend bin hatte ich jetzt auch keinen und meine größte Sorge war eigentlich, dass ich in die Klinik muss und ich habe keinen für die Kinder. Das war also eine ganz große Sorge von mir und das hat mich dann natürlich in meiner psychischen Verfassung, in der schlechten, in der ich mich sowieso befand, hat mich das noch viel mehr gestresst und das war so meine oberste Sorge Interview Mutter 3 (Schreier/Wagenblass/Wüst 2010) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 19

20 Desorientierung Trennung Loyalitätskonflikte Überforderung Isolation Sprachlosigkeit Abwertung Fazit: Familiäre Situation Autonomieverlust Ängste sozialer Rückzug Schuldgefühle Parentifizierung Sorgen Versagensgefühle Scham Betreuungsdefizit Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 20

21 (Ausgewählte) Eigenschaften des Systems Familie 1. Ganzheitlichkeit: eine Veränderung in einem Teil des Systems beeinflusst notwendigerweise das ganze System. 2. Zirkuläre Kausalität: Vorgänge im System Familie sind immer Wechselwirkungsprozesse in der einfache Rückschlüsse von A nach B nicht mehr möglich sind. (Keine Wenn-Dann Relationen) 3. Homöostase: Bewegliche Systeme streben einen Gleichgewichtszustand an. Kommt es zu einer Störung, ist das ganze System bemüht, die Störung auszugleichen. Der Einzelne leistet bewusst oder unbewusst einen Beitrag zur Stabilität des gesamten Systems, dem er angehört, selbst dann, wenn es dem Einzelnen schadet. (vgl. bspw. Schneewind1999, Schwing/Fryszer 2007) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 21

22 Unterstützungsbedarf aus Sicht der Familien Sprachlosigkeit überwinden: Unterstützung der Familien bei der Aufklärung über die Erkrankung (Familiengespräch) Mehr Berücksichtigung der Kinder in der psychiatrischen Behandlung (Ganzheitliche Sichtweise) Angebote, die im konkreten pädagogischen Umgang mit den den Kindern unterstützen (z.b. Erziehungsberatung, Elterntrainings) Betreuungs- und Entlastungsangebote im gewohnten sozialen Umfeld (vgl. Kölch/Schmid 2008,S.782, Schreier u.a. 2009) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 22

23 2. Verstehen: Von der Defizit- zur Ressourcenorientierung Statt der Frage Was belastet die Kinder (Familien)?, wird nun zunehmend auch die Frage gestellt: Was stärkt die Kinder (Familien)? Grundlage: a) Forschungen zu Copingstrategien: (Stress- )Bewältigungsstrategien (bspw. Kuhn/Lenz 2011) und b) Resilienzforschung (psychische Widerstandfähigkeit), bspw. Werner 2008 Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 23

24 Stressverarbeitung der Kinder Coping-Typen Lenz. A./Kuhn J. DFG-Projekt Schizophrenie und Elternschaft Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 24

25 Förderung von Resilienz Schutzfaktoren des Individuums (z.b. Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeitsgefühl, positives Temperament, Stressbewältigung) Schutzfaktoren der Familie (z.b. Familienklima, stabile Bezugsperson, ausreichende Information über Erkrankung, verlässliche Tagesstrukturen) Schutzfaktoren des Umfeldes (Einbindung in peer-group, stabile Bezugsperson, Erfahrungen und Unterstützung durch LehrerInnen oder ErzieherInnen) (vgl. z.b. Werner 2008 ) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 25

26 Resilienz Widerstandsfähigkeit ist kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmals, sondern eine im Laufe des Lebens erworbene Kompetenz, die über die Zeit immer wieder variieren kann (einmal resilient heißt nicht immer resilient) Resilienz ist das Ergebnis eines dynamischen Verhältnisses zwischen Mensch und Umwelt Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 26

27 Entwicklung in Forschung und Praxis Problemidentifikation 1. Erkennen Problemanalyse 2. Verstehen Unterstützungsangebote 3. Handeln Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 27

28 3. Handeln: Konsequenzen für Praxis Ansätze der Unterstützung: Kindbezogen Elternbezogen Familienbezogen Umweltbezogen Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 28

29 Kindbezogene Unterstützung Präventive Gruppenangebote (z.b. Auryn Gruppen) Altersangemessene Information (z.b. Sonnige Traurigtage, Mamas Monster) Integration in Gleichaltrigengruppe (z.b. Sportverein) Stabile und konstante Bezugspersonen (z.b. Patenschaften) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 29

30 Eltern-/familienbezogene Unterstützung Medizinisch/therapeutische Behandlung des erkrankten Elternteils Entlastung im Alltag!!!!!!!!!!!!!! (z.b. Patenschaftsmodelle, Tagesmutter, Ganztagsbetreuung in Kita und Schule, Haushaltshilfe, usw.) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 30

31 Entlastung der Eltern: Beispiel Patenschaft Und durch diese Patenschaft ist ja gewährleistet, dass wenn ein Aufenthalt in der Klinik stattfinden muss, dass dann die Kinder zu der Tagesmutter gehen können oder zu der Patin. Und das hat mich total entspannt,, mir wurde so eine Last von den Schultern genommen, das war ganz toll. (Mutter 2) Ich weiß er kann da jeder Zeit hin. Er fühlt sich da wohl und das ist für mich also eine ganz, ganz große Sicherheit (Mutter 1) Schreier,M/Wagenblass, S./Wüst, T Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 31

32 Entlastung der Eltern: Beispiel Patenschaft Also jetzt diese lange Therapie, diese fast sechs Monate hätte ich auch nicht gemacht, wenn- wenn es die Patenfamilie nicht gegeben hätte.( ) Einfach zu wissen: OK so sieht das da aus und so sind die und er hat da sein eigenes Zimmer und - Ja man weiß halt irgendwie wie es da ist und man braucht sich da keine Sorgen drum machen, so. (E 3) Schreier,M/Wagenblass, S./Wüst, T Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 32

33 Wirkung von Hilfen (aus Schreier u.a. 2009) Gesundheitszustand verschlechtert sich Sicherheit, dass das Kind gut aufgehoben ist Entlastung durch die Patenfamilie Gesundheitszustand kann sich verbessern Psychischer Stress nimmt ab Inanspruchnahme medizinischer Hilfe Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 33

34 Eltern-/familienbezogene Unterstützung Förderung geregelter Tagesstrukturen (SPFH, Betreutes Wohnen) Förderung der Erziehungskompetenz (Elternkurse, Elternberatung) Förderung der elterlichen Feinfühligkeit (Videointerkationsanalysen) Förderung der familiären Kommunikation (Familiengespräch) Niederschwellige Beratungsangebote (FIPS) Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 34

35 Umweltbezogene Unterstützung Aktivierung sozialer Unterstützungssysteme (z.b. Familiengruppenkonferenz) Aufklärung von ErzieherInnen/LehrerInnen Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 35

36 3. Handeln: Herausforderungen in der Praxis Gelingende Kooperation der verschiedenen Hilfesysteme Dauerhafte Finanzierung von Angeboten Zugang zu der Zielgruppe Aufbau einer flächendeckenden Angebotsstruktur breite Qualifizierung von Fachkräften Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 36

37 4. Ausblick: Perspektiven für Forschung und Praxis Notwendig sind Studien, die einen systemischen Ansatz verfolgen und die Lebenssituation aller Beteiligten in ihren Wechselwirkungen weiter erforschen Langzeitstudien, die Entwicklungsverläufe von Kindern und Familien verfolgen Evaluationen bestehender Praxisprojekte Praxisforschungsprojekte zur Entwicklung innovativer Konzepte Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 37

38 Mögliche (Forschungs-)Fragen Wie wirken die Hilfen im System Familie? Wie wirken die Hilfen in die anderen Hilfesysteme (Wechselwirkung)? Wie nachhaltig sind die Hilfen? Welche (langfristigen) Effekte haben präventive Angebote und frühe Hilfen? Welche Effekte haben gelingende Kooperationsbeziehungen? usw Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 38

39 Verwendete Literatur Bischkopf,J./B.Wittmund/ M.C.Angermeyer 2002: Alltag mit der Depression des Partners Psychotherapeut :11 1 Kölch, M./Schmid, M. 2008:Elterliche Belastung und Einstellungen zur Jugendhilfe bei psychisch kranken Eltern: Auswirkungen auf die Inanspruchnahme von Hilfen In: Prax. Kinderpsychol. Kinderpsychiat. 57: Kuhn J./Lenz, A. 2011:Was stärkt Kinder psychisch kranker Eltern und fördert ihre Entwicklung? Überblick über die Ergebnisse der Resilienz- und Copingforschung In: Wiegand-Grefe S./Mattejat, F./A.Lenz (Hg.) 2011: Kinder mit psychisch kranken Eltern, S Lenz, A. 2005: Kinder psychisch kranker Eltern. Hogrefe, Göttingen Lenz, A. 2008: Interventionen bei Kindern psychisch kranker Eltern. Hogrefe. Lenz, A. & Jungbauer, J. (Hrsg.). Kinder und Partner psychisch kranker Menschen. Belastungen, Hilfebedarf und Interventionskonzepte. Tübingen: dgvt-verlag, Mattejat, F. 2009: Kinder psychisch kranken Eltern: Was wir wissen und was wir tun können. Vortrag Mainz Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 39

40 Verwendete Literatur Remschmidt, H./Mattejat, F., 1994: Kinder psychotischer Eltern. Göttingen. Schone, R./ Wagenblass, S. 2002: Wenn Eltern psychisch krank sind... Kindliche Lebenswelten und institutionelle Handlungsmuster. Weinheim. 2. unveränderte Auflage. Schreier, M./Wagenblass, S., Wüst, T. 2009: Bericht zur Evaluierung des Modells Patenschaften für Kinder psychisch kranker Eltern. Bremen. Spieß, H. u.a. 2004: Erwartungen und Zufriedenheit von Angehörigen psychiatrischer Patienten in stationärer Behandlung. In: der Nervenarzt 75, S Stelling, Kirsten/Ingeborg Habers und Johannes Jungbauer 2008: Zwischen Verantwortungsübernahme und Autonomieentwicklung: Jugendliche mit einem psychisch kranken Elternteil. In: Prax. Kinderpsychol. Kinderpsychiat. 57: Werner, E. 2008: Wenn Menschen trotz widriger Umstände gedeihen - und was man daraus lernen kann. In: Welter-Enderlin, Rosmarie und Bruno Hildenbrand: Resilienz - Gedeihen trotz widriger Umstände. Carl-Auer- Systeme; 2., Auflage. S Prof. Dr. Sabine Wagenblass, Hochschule Bremen, Fakultät 3 Studiengang Soziale Arbeit 40

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