3.3 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung

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1 Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung Fragestellungen: Wie wurden das gesamtwirtschaftliche Angebot und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage finanziert? Wie hoch ist die Ersparnis und wie wurde diese auf unterschiedliche Anlageformen aufgeteilt? wird von der Deutschen Bundesbank erstellt 49

2 Grundschema einer Bilanz: Sachvermögen Forderungen Summe Verbindlichkeiten Saldo: Reinvermögen (Eigenkapital) Summe Es gilt: Sachvermögen = Verbindlichkeiten + Forderungen + Reinvermögen Geldvermögen := Forderungen - Verbindlichkeiten 50

3 Geldvermögen := Forderungen - Verbindlichkeiten Reinvermögen = Sachvermögen + Geldvermögen Reinvermögen = Sachvermögen + Geldvermögen Veränderungsbilanz Sachvermögen Geldvermögen Summe Reinvermögen Summe 51

4 Geschlossene Volkswirtschaft: keinerlei Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland Σ Geldvermögen = Σ Forderungen - Σ Verbindlichkeiten = 0 Forderungen und Verbindlichkeiten gleichen sich in einer geschlossenen Volkswirtschaft aus. 52

5 Offene Volkswirtschaft: Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland Σ Geldvermögen = Σ Forderungen gegenüber Inländern und Ausländern - Σ Verbindlichkeiten gegenüber Inländern und Ausländern = Σ Forderungen gegenüber Ausländern - Σ Verbindlichkeiten gegenüber Ausländern Veränderungen des Geldvermögens dann, wenn sich die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland ändern 53

6 Es gilt: Einnahmen aus dem Ausland - Ausgaben an das Ausland = Σ Geldvermögen = Saldo der Leistungsbilanz 54

7 Veränderung des Geldvermögens als wichtige Komponente der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis (S) (= Veränderung des Reinvermögens) Wir wissen: Reinvermögen = Sachvermögen + Geldvermögen In der offenen Volkswirtschaft: Reinvermögen = Sachvermögen + Saldo der Leistungsbilanz 55

8 In geschlossener Volkswirtschaft: Saldo der Leistungsbilanz = 0 Reinvermögen = Sachvermögen In einer geschlossenen Volkswirtschaft erhöht sich das Reinvermögen, d.h. die Ersparnis, nur durch zusätzliches Sachvermögen. Ersparnis kann nur über Investitionen erfolgen: I = Sachvermögen S = I In einer geschlossenen Volkswirtschaft entspricht die Ersparnis den Investitionen! 56

9 Vermögensbildung in Deutschland in 2006 (in Mrd. ) Inland insgesamt Geldvermögen Sachvermögen (I) Reinvermögen (S) Staat Private Haushalte Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Finanzielle Sektoren Ausland 134,30-8,43-37,00 24,92 113,79-113,79 39,44 44,00-5,50-1,84 76,10-173,74 35,57-42,50 23,08 189,89 - Quelle: Deutsche Bundesbank (2007) 57

10 Zahlungsbilanz erfasst alle Leistungs- und Finanztransaktionen zwischen Inland und Ausland in einer bestimmten Periode bildet ausschließlich Stromgrößen ab Alle Transaktionen werden nach dem Prinzip der doppelten Buchführung stets in zwei Teilbilanzen verbucht. 58

11 Unterteilung in drei Teilbilanzen: Leistungsbilanz: erfasst alle Leistungstransaktionen zwischen In- und Ausland Kapitalbilanz: bildet Finanzierung der Leistungstransaktionen sowie reine Finanztransaktionen zwischen Inländern und Ausländern ab Devisenbilanz: führt Veränderung der Währungsreserven auf EZB integriert Devisenbilanz in Kapitalbilanz 59

12 Leistungsbilanz: gliedert sich in 5 Teilbilanzen: Handelsbilanz: Ein- und Ausfuhr von Waren Dienstleistungsbilanz: Leistungstransaktionen, die sich aus dem Reiseverkehr, Transporten, Finanzdienstleistungen sowie aus Patenten und Lizenzen ergeben Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen: Kapitalerträge und -aufwendungen, Einkommen aus unselbständiger Arbeit 60

13 Bilanz der laufenden Übertragungen: alle unentgeltlichen Leistungen an das bzw. vom Ausland Bilanz der einmaligen Vermögensübertragungen: Erbschaften, Schenkungen, Schuldenerlasse, Kauf und Verkauf von immateriellen nichtproduzierten Vermögensgütern 61

14 Kapital(verkehrs)bilanz: gliedert sich in 4 Teilbilanzen: Bilanz der Direktinvestitionen: Beteiligungen von Inländern an ausländischen Unternehmen (und umgekehrt) Bilanz der Wertpapieranlagen: Käufe und Verkäufe von Aktien, festverzinslichen Anleihen und Geldmarktpapieren Bilanz grenzüberschreitende Transaktionen mit Derivaten Bilanz direkte Kredite durch Banken, den Staat sowie Unternehmen und Privatpersonen 62

15 Zahlungsbilanz in Kontenform: Warenexporte Warenimporte Handelsbilanz Zunahme der Währungsreserven Leistungsbilanz Empfangene Übertragungen Zunahme der Auslandsverbindlichkeiten Abnahme der Währungsreserven Geleistete Übertragungen Dienstleistungsexporte Dienstleistungsimporte Dienstleistungsbilanz Vermögensübertragungen Zunahme der Auslandsforderungen Kapitalverkehrsbilanz Devisenbilanz Summe Summe 63

16 Zahlungsbilanz nach dem Prinzip der doppelten Buchführung erstellt Summe der Salden aller Teilbilanzen muss immer gleich Null sein (d.h. Zahlungsbilanz ist ausgeglichen): Saldo Leistungsbilanz + Saldo Kapitalverkehrsbilanz + Saldo Devisenbilanz = 0 64

17 Zahlungsbilanz in Deutschland 2006 (in Mio. ) Leistungsbilanz Außenhandel Dienstleistungen Erwerbs- und Vermögenseinkommen Laufende Übertragungen Vermögensübertragungen -192 Kapitalbilanz Direktinvestitionen Wertpapieranlagen Derivate Übriger Kapitalverkehr Veränderungen der Währungsreserven der Bundesbank (Zunahme: -) Nichtaufgliederbare Transaktionen Quelle: Deutsche Bundesbank (2007)

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