Zahlungssysteme im Internet. Zahlungssysteme im Internet

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1 1 Cybermoney Cybermoney bezeichnet im weitesten Sinn jedes Zahlungsmittel, das im Electronic Commerce verwendet werden kann. Alternative Bezeichnung: Digital Cash u.ä. Beispiele: Homebanking, Kreditkarte, Internet-Konten usw. 2 1

2 Anforderungen an Cybermoney Elektronische Übertragbarkeit Einfache Handhabung Beweisbarkeit Fälschungssicherheit Offline-Fähigkeit Private Nutzbarkeit Anonymität 3 Beweisbarkeit Für einen Kunden ist es erforderlich, dass eine geleistete Zahlung nachgewiesen werden kann. Problem: Konflikt mit der Anonymität Abhilfe: elektronische Quittung 4 2

3 Fälschungssicherheit Problem: Nachahmung elektronischen Geldes ist deutlich leichter als von herkömmlichem Geld Elektronische Kopien sind sehr einfach Mehrfache Benutzung desselben Cybermoneys muss vermieden werden. (Double Spending) 5 Offline-Fähigkeit Zahlung muss auch ohne permanente Verbindung zu einer zentralen Verrechnungsstelle (Clearing) möglich sein. Ein gutes Cybermoney sollte dezentral zu verwalten sein. 6 3

4 Private Nutzbarkeit Die Aufteilung in mögliche Zahler (Kunden) und mögliche Empfänger (Händler) entspricht nicht dem herkömmlichen Modell von Bargeld Auch private Transaktionen sollten möglich (und nicht zu kompliziert) sein. Problem: Gewährung der Systemsicherheit 7 Anonymität Cybermoney als Bargeld des Internets sollte anonym sein, also nicht personalisiert Bei Geschäftsabschlüssen aber oft Aufhebung der Anonymität (Angabe von Namen, Adresse usw.) Problem: Missbrauch der Anonymität möglich Möglicher Kompromiss: Anonymität nicht gegenüber der Bank sondern nur gegenüber dem Händler (durch Vermittlungsstelle ) 8 4

5 Stufen der Anonymität Keine Anonymität, Transaktionen für alle (auch für Lauscher ) im Internet offen Transaktionsdaten nur für bestimmte Beteiligte abseits der Kunden offen (alle Händler, Bank) Transaktion nur von zwei (n) Teilnehmern gemeinsam offen zu legen. Nur alle an einer Transaktion beteiligten Parteien zusammen können diese offen legen 9 Varianten von Cybermoney Es gibt vielfältige Ansätze zur Durchführung von Zahlungen im Internet. Im Folgenden sollen einige davon vorgestellt werden. Viele Modelle sind sich sehr ähnlich. Mit Hilfe von bestimmten Kriterien. lassen sie sich gut vergleichen. 10 5

6 Klassifizierung nach der Zahlungsform Traditionelle Methoden (evtl. adaptiert) Kontenbasiertes Cybermoney Digitale Münzen (Token-Money) Elektronische Geldbörsen 11 Traditionelle Methoden Verwendung der üblichen Zahlungsmethoden über das Internet Meist zusätzliche Sicherheitsmechanismen Beispiele: Homebanking über das Internet Elektronische Ausstellung von Schecks Übermittlung von Kreditkartendaten 12 6

7 Cybermoney-Systeme Verwendung eines speziellen Kredit- oder Debitkontos Im Allgemeinen geringere Gebühren bzw. Transaktionskosten 13 Echte Token-Money-Systeme Verwendung digitaler Münzen Im Allg. Einrichten eines speziellen Kontos und Einbezahlung einer entsprechenden Einlage nötig Beispiele: web.de verwendet den WEB.Cent für SMS ioboxverwendet den Credit für Handydienste Es ist durchaus denkbar, diese Beispiele auch den Cybermoney-Systemen zuzuordnen. 14 7

8 Elektronische Geldbörsen Wiederaufladbare Wertkarte Oft beschränkt auf bestimmte Unternehmen Teilweise auch allgemein gültig Erfordert teilweise ein erweitertes Terminal Beispiele: Geldkarte (in Deutschland), Quick (in Österreich), Mondex (Großbritannien) 15 Klassifizierung nach dem Zahlungszeitpunkt Prepaid (Bargeld-Systeme) Paynow (Debit-Systeme) Paylater (Kredit-Systeme) 16 8

9 Klassifizierung nach dem Konzept des Clearings Zentrales Clearing Dezentrales Clearing Ohne Clearing Bemerkung: Die Art des Clearing wirkt sich stark auf die Skalierbarkeit eines Systems aus. 17 Klassifizierung nach dem Volumen des Transaktion Macro-Payment Medium-Payments Micro-Payment Nano-Payment 18 9

10 Beispiele PayNow SET (Secure Electronic Transaction ) Virtual PIN DigiCash (E-Cash) CyberCash/CyberCoins PayPal S-ITT SmartCards 19 PayNow Entwickelt von der Firma CyberCash Inc. Debit-Verfahren Spezielle Software zu installieren Verwendung in den USA Variante auch in Deutschland Transaktionen über SSL verschlüsselt 20 10

11 PayNow - Ablaufvisualisierung (1) Rechnung (2) Zahlung - (5) Quittung Kunde Internet Händler (3) Transaktion (4) Okay Banksystem (6) Transaktion Cash Register 21 PayNow - Ablaufprotokoll (0) Authentifizierung des Kunden (1) Rechnung vom Händler an den Kunden (2) Bezahlen der Rechnung durch den Kunden (3) Übergabe an das Cash Register (4) Bestätigung an den Händler (5) Quittung an den Kunden (6) Einspeisung in das Bankensystem (verzögert und gesammelt, z.b. nachts) 22 11

12 Secure Electronic Transaction (SET) Etabliert von Visa und Mastercard Unterstützt von vielen IT-Firmen (Microsoft, IBM, RSA, Netscape etc) Verhinderung von Missbrauch der Kreditkartendaten auf der Händlerseite Verschlüsselung nicht nur bei der Übertragung (SSL) sondern darüber hinaus 23 SET - Funktionsweise Spezielle Software erforderlich Registrierung der Kreditkarte für SET Erstellung eines SET-Zertifikates, das auf dem Client gespeichert wird und bleibt Erweiterung von SET unter Verwendung von speziellen Chips auf der Kreditkarte und dem Einsatz von Terminals geplant

13 SET - Ablaufvisualisierung (1) Init (2) Zahlung - (6) Quittung Kunde Internet Händler Authentifizierung (3) Request (4) Response Kreditkartensystem (5) Transaktion Payment Gateway 25 SET - Ablaufprotokoll (1) Vorbereitung der Transaktion (Initialisierung) (2) Übermittlung der Bestellung (für den Händler lesbar) und der Kreditkartendaten (Verschlüsselt) (3) Übergabe der Kreditkartendaten an das Payment Gateway, das die Daten entschlüsseln kann (4) Kontrolle durch PG, Bestätigung an den Händler (5) Einspeisung in das Kreditkartensystem (verzögert und gesammelt, z.b. nachts) (6) Quittung an den Kunden 26 13

14 Virtual PIN Eine der ersten Zahlungssysteme für das WWW durch First Virtual Holding 1994 Keine spezielle Software erforderlich Keine Verschlüsselung 27 Virtual PIN - Ablaufprotokoll Initialisierung: Anmeldung bei First Virtual Holding per bzw. Web-Formular mit Name und Adresse aber ohne Kreditkartennummer Übermittlung der Kreditkartendaten des Kunden per Telefon an First Virtual Erhalt einer Virtual PIN 28 14

15 Virtual PIN - Ablaufprotokoll Kaufvorgang: (1) Übertragung der Virtual PIN (und der Bestellung) vom Kunden an den Händler (2) Händler übermittelt diese und die Transaktionsdaten an First Virtual (3) First Virtual fragt beim Kunden per nach und bei positiver Bestätigung wird die Transaktion freigegeben 29 DigiCash (E-Cash) Token-Money mit digitalen Münzen Entwickelt von David Chaum Installation einer speziellen Software nötig Gegenwert der Münzen war bei einer zentralen Stelle (Bank) hinterlegt Versand der Münzen über ein spezielles Protokoll, oder per Post möglich 30 15

16 DigiCash (E-Cash) 31 CyberCash Installation spezieller Software nötig Verschlüsselung der Kreditkartendaten Übermittlung dieser Daten an den Händler, der die Kreditkartendaten nicht lesen kann. Weitergabe an das CyberCash Gateway, das die Transaktionsdaten überprüft, bestätigt und die betroffene Bank beauftragt 32 16

17 CyberCoin Nutzt dieselbe Software wie CyberCash Einrichten eines Kontos mit CyberCoins durch Kauf mit Kredit- oder Debitkarte Die Bezahlung erfolgte durch Übertragen der CyberCoins unter Einbeziehung des CyberCash Gateways 33 PayPal ( Geldtransfers zwischen beliebigen Personen -Account und Kreditkarte erforderlich Anmeldung bei PayPal erforderlich 34 17

18 PayPal - Webseite 35 PayPal - Anmeldung 36 18

19 PayPal - Ablaufprotokoll (1) Login auf die PayPal-Webseite (2) Eingabe des Empfängers ( ), des Betrags und des Grunds der Überweisung (Einkauf...) (3) Abbuchung von Kreditkarte, Konto usw. (4) Empfänger und Absender erhalten eine entsprechende (5) Summe wird beim Empfänger eingebucht 37 PayPal Send Money 38 19

20 PayPal Payment Details 39 S-ITT Von den deutschen Sparkassen Registrierung von Händler und Kunde erforderlich (z.b. direkt vor dem Kauf) Abwicklung über Bankkonto Gebühr von 2% des Kaufbetrages Unterstützt von ricardo.de, Intershop usw

21 S-ITT - Ablaufvisualisierung (1) Treuhandvertrag (3) Warensendung Kunde Internet Händler (2) Überweisung (4) OK (3) Information (5) Überweisung S-ITT 41 S-ITT - Ablaufprotokoll (1) Bei S-ITT registrierte Händler und Käufer schließen Treuhandvertrag ab (2) Käufer überweist das Geld an S-ITT (3) S-ITT informiert Händler, der die Ware an den Kunden verschickt (4) Der Kunde prüft die erhaltene Ware, akzeptiert sie und informiert S-ITT (5) S-ITT überweist das Geld an den Händler 42 21

22 Weitere Varianten NetCash Versendung digitaler Münzen via SMTP ecoin Gator Wallet Microsoft Passport Usw. 43 Smart-Card-Cybermoney Reine Softwarelösungen sind unsicher Integration sicherer Hardware (Kartenleser) Benutzung von Verschlüsselungsverfahren 44 22

23 Smartcard - Ablaufvisualisierung Bestellung Kunde mit Webbrowser u. Kartenleser Transaktion Internet Merchant- Server, Webserver, Kartenleser Inkasso Payment Server mit Kartenleser 45 Literatur Manninger, Martin et al. : Electronic Commerce Die Technik, Heidelberg, Hüthig, 2001 Garfinkel, Simson: Web Security, Privacy & Commerce, 2nd Edition, Sebastopol, O Reilly,

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