Die Einbindung der ZfP in das Instandhaltungsmanagementsystem der instandhaltungsverantwortlichen Stellen (ECM)

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1 8. Fachtagung ZfP im Eisenbahnwesen Vortrag 5 Die Einbindung der ZfP in das Instandhaltungsmanagementsystem der instandhaltungsverantwortlichen Stellen (ECM) Wolfgang RÖSCH * * RöschConsult Group GmbH, Reinheim Kurzfassung Mit der Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) im September 2012 wurde die ECM für alle Eisenbahnfahrzeuge ins deutsche Eisenbahnrecht eingeführt. Sie hat alle Prozesse der Instandhaltung, dazu gehören auch die ZfP-Prozesse, in einem Instandhaltungs-Management-System zu verankern. Dazu sind die bestehenden Zertifizierungssysteme für Schweißen, Kleben und ZfP in das Instandhaltungsmanagementsystem der ECM einzubinden, insbesondere auch in das Risikomanagement. Der Beitrag soll erste Erfahrungen vermitteln, insbesondere auch zur Vermeidung von Mehrfachbelastungen der ECM aus verschiedenen Überwachungssystemen. Lizenz: 1

2 RöschConsult Group Die Einbindung der ZfP in das Instandhaltungsmanagementsystem der Instandhaltungsverantwortlichen Stellen (ECM) 8. Fachtagung ZfP im Eisenbahnwesen, Wittenberge Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rösch 2 RöschConsult Group Ingenieurbüro und Unternehmensberatung für Betrieb und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen RöschConsult Group GmbH Darmstädter Strasse Reinheim Tel Fax RCG

3 3 RöschConsult Group Ingenieurbüro und Unternehmensberatung für Betrieb und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen RöschEngineering GmbH & Co. KG RCT Rail GmbH Technische Beratung Prozessoptimierung Instandhaltungsprogrammoptimierung, Werkstattplanung, Ingenieurleistungen Auditierungen und Zertifizierungen Anwendungsforschung und Lehre International Ltd. SachverständigenBüro Prof. Dr.-Ing. Rösch Internationale Managementberatung Privat- und Gerichtsgutachten, EBA-Gutachten, Bewertungen 43 bisher Verantwortung für die Sicherheit der Fahrzeuge ausschließlich beim EVU: 3

4 53 neu Verantwortung der ECM für den sicheren Zustand der Fahrzeuge: 63 neu Verantwortung der ECM für den sicheren Zustand der Fahrzeuge: 4

5 73 neu Verantwortung beim ECM für den sicheren Zustand der Fahrzeuge: 38 Verantwortungsteilung in Herstellung, Betrieb und Instandhaltung von Schienenfahrzeugen seit 2012 Hersteller ECM EVU AEG*: verantw. für die sichere Herstellung technisches Regelwerk, QMS AEG: verantw. für den sicheren Zustand SMS (MMS) 2004/49/EG AEG: verantw. für den sicheren Betrieb SMS 2004/49/EG * AEG - Allgemeines Eisenbahngesetz 5

6 9 Funktionen der ECM I nicht delegierbar II delegierbar III delegierbar IV delegierbar 10 Die ECM-Funktion II Instandhaltungsentwicklung ist für die Vorhaltung, Inkraftsetzung und Weiterentwicklung der Instandhaltungsprogramme der Fahrzeuge verantwortlich. In Deutschland ist dafür die DIN Erstellen und Ändern von Instandhaltungsprogrammen als nationales Sicherheitsregelwerk notifiziert und damit als anerkannten Regel der Technik eingestuft. 6

7 11 ZfP ist eine der Methoden, mit der im Rahmen der Inspektion der Zustand der Fahrzeuge und ihrer Komponenten festgestellt wird. Sie ist damit Bestandteil der Instandhaltungsmaßnahmen im Instandhaltungsprogramm, die von der ECM-Funktion II vorgeschrieben, freigegeben, überwacht und bezüglich ihrer Ergebnisse ausgewertet werden müssen. 12 Damit gilt für die ZfP in der Instandhaltung von Eisenbahnfahrzeugen sowohl ein neuer Gesetzesrahmen nach AEG 4a (3) oder (4) als auch ein neuer normativer Rahmen nach DIN :2013 (nach der in Kürze zu erwartenden Gültigsetzung). 7

8 13 Anforderungen an die Instandhaltungsentwicklungsfunktion (ECM-Fkt. II) 14 Anforderungen an die Instandhaltungsentwicklungsfunktion (Anhang III, Abschn. II) 8

9 15 Die überarbeitete DIN (Entwurf 04/2013) definiert die Aufgaben der fachlich zuständigen Stelle (FzS): 16 Die überarbeitete DIN (Entwurf 04/2013) definiert die Aufgaben der fachlich zuständigen Stelle (FzS): 9

10 17 Die überarbeitete DIN (Entwurf 04/2013) definiert die Aufgaben der fachlich zuständigen Stelle (FzS): 18 Die ZfP-Organisation eines Unternehmens muß sich in die ECM- Organisation integrieren. Dabei gibt die ECM-Organisation gemäß AEG den gesetzlich geforderten Rahmen, in den sich die normativ geregelte ZfP-Organisation gemäß EN 9712 und DIN einfügen muß. Der dargestellte Vergleich der Aufgaben und Verantwortlichkeiten zeigt, daß die FzS integraler Bestandteil der ECM-Funktion II ist. Dies ist unabhängig davon, ob es sich um eine interne oder externe FzS handelt. Leider gibt es im neuen Entwurf der DIN :2013 keinen Hinweis zum Verhältnis zwischen ECM-Organisation und FzS. 10

11 19 bisher: Techn. Unternehmensführung FzS Beteiligung Bestellung Berichterstattung Prüfaufsicht Schweißaufsicht Klebefachkraft Prüforganisation Prüfstelle DIN , ISO 9712 Schweißorganisation Schweißfachbetrieb DIN , EN Klebeorganisation Klebefachbetrieb DIN künftig: Techn. Unternehmensführung ECM-Funktion I ECM-Funktion II interne oder externe FzS Verfahrensvorgaben Berichterstattung ECM-Funktion IV Werkstatt Prüfaufsicht Prüforganisation Prüfstelle DIN , ISO

12 21 Auswirkungen: Kompetenzanforderungen an die ECM-Funktion II aus ECM-Sicht: Beurteilung der Eignung der unterschiedlichen Prüftechnologien für die Prüfaufgaben gemäß Instandhaltungsprogramm, Ableitung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Prüftätigkeit, Prüfung der Auswertung und Interpretation der ZfP-Ergebnisse, insbesondere hinsichtlich der Risikobewertung. 22 Auswirkungen: Nach Gültigsetzung der geänderten DIN haben alle ECM- Organisationen, die in der Instandhaltung ihrer Fahrzeuge ZfP-Verfahren einsetzen, im Rahmen der Funktion II (Instandhaltungsentwicklung) die Qualifikation eine Prüfaufsicht Stufe 3 im Sektor Ir nach DIN EN ISO 9712 nachzuweisen. Diese Teilfunktion kann auch extern eingekauft werden, ist aber auch in diesem Fall Bestandteil der ECM-Funktion II. 12

13 23 Auswirkungen: Wegen der Kontrollpflichten (Vier-Augen-Prinzip) zwischen der ECM- Funktion II und der ECM-Funktion IV (die auch extern vergeben sein kann) kann die FzS als Bestandteil der Funktion II nicht gleichzeitig die Aufgaben der ZfP-Prüfaufsicht in der Funktion IV wahrnehmen Auswirkungen auf die ECM-Funktion IV (Instandhaltungserbringung): 13

14 25 11 Auswirkungen auf die ECM-Funktion IV (Instandhaltungserbringung): Zulassung als ZfP-Prüfstelle nach DIN , Erfüllung der Anforderungen nach 445/2011/EG, Anhang III oder, soweit es sich um eine externe Wahrnehmung der Funktion IV handelt, nach 445/2011/EG, Anhang I oder gleichwertiger, eigener Regeln i.s. AEG 4a (4) in Bezug auf die Belange der ZfP. 26 Auswirkungen: Es sind organisatorische Anpassungen des Zusammenspiels der unterschiedlichen Rollen erforderlich, um klare und eindeutige Verantwortlichkeiten festzulegen, Die Funktions- und Stellenbeschreibungen, Bestellungen, Beauftragungen Externer etc. müssen geprüft und ggf. an die neue Gesetzes- und Normenlage anzupassen. 14

15 27 Die ZfP als integraler Bestandteil des Risikomanagements der ECM: Sicherheit ist ein Zustand, der frei von unvertretbaren Risiken ist. RL 2004/49/EG VO 1158/2010/EG VO 1169/2010/EG VO 445/2011/EG VO 352/2009/EG EN ff. EN DIN VDV

16 29 Beispiel für Bewertungsverfahren Risikobewertung - FMEA nach EN Eintrittswahrscheinlichkeit x Entdeckenswahrscheinlichkeit x Folgenschwere = Risikoprioritätszahl ZfP als Instrument der Erhöhung der Entdeckenswahrscheinlichkeit und damit zur Verringerung des Risikos. Beispiel: Festlegung von ZfP-Prüfintervallen zur Sicherstellung akzeptabler Risikogrößen auf der Grundlage von bruchmechanischen Untersuchungen, Rißfortschrittsberechnungen, FMEA-Ergebnissen etc. 16

17 31 Die ZfP als integraler Bestandteil des Risikomanagements der ECM: Die Anwendung der ZfP als risikominimierende Maßnahme zur Erhöhung der Entdeckenswahrscheinlichkeit von Fehlern wird im Risikomanagement der ECM künftig eine erheblich größere Rolle spielen. RöschConsult Group Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! 17

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