Speiseröhrenkrebs. Ursachen. Symptome. Diagnose. Behandlung. Heilungschancen. Eine Information der Krebsliga

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1 Speiseröhrenkrebs Ursachen Symptome Diagnose Behandlung Heilungschancen Eine Information der Krebsliga

2 Speiser ö hrenkrebs Die Speiseröhre beginnt im Rachen und endet am Übergang zum Magen. Die häufigsten Formen des Speiseröhrenkrebses gehen von Zellen aus, welche als Schleimhaut die Innenseite der Speiseröhre auskleiden. Häufigkeit An Speiseröhrenkrebs erkranken in der Schweiz jedes Jahr etwa 350 Personen. Das sind 5 Neuerkrankungen pro Jahr auf je 100'000 Einwohner. Männer sind viermal häufiger davon betroffen als Frauen. 50 Prozent der Neuerkrankungen treten zwischen dem 50. und 70. Altersjahr auf, 40 Prozent später. (Quelle: Vereinigung Schweizerischer Krebsregister ) Während in der Schweiz der Speiseröhrenkrebs relativ selten ist, kommt er in Südostasien, aber auch in gewissen Gebieten Frankreichs (z.b. im Departement Calvados, wo der gleichnamige Apfelbranntwein produziert und reichlich konsumiert wird) wesentlich häufiger vor. Krankheitszeichen (Symptome) Der Speiseröhrenkrebs verursacht anfänglich wenig Beschwerden, da der Tumor selbst meistens nicht weh tut. Durch sein Wachstum kommt es zu einer zunehmenden Verengung der Speiseröhre und zu Schluckbeschwerden (Dysphagie). Der Transport von Speisen und Getränken und das Schlucken des Speichels werden behindert. Kann der Patient nur noch breiige oder flüssige Nahrung zu sich nehmen, so verschlechtert sich sein Ernährungszustand. Schmerzen während

3 der Nahrungsaufnahme, insbesondere ein Brennen hinter dem Brustbein und ungewollte Gewichtsabnahme sind ernstzunehmende Krankheitszeichen. Ursachen Es ist erwiesen, dass ein Zusammenhang zwischen Speiseröhrenkrebs und regelmässigem hohem Alkohol- und Tabakkonsum besteht. Vor allem Raucher, die regelmässig Spirituosen trinken, haben ein stark erhöhtes Erkrankungsrisiko. Auch der regelmässige Konsum von heissen Getränken und scharf gewürzten Speisen erhöht das Krebsrisiko, ebenso Vitamin-C- Mangel und die Aufnahme von Nitrosaminen mit der Nahrung. Nach Verätzungsverletzungen der Speiseröhre durch Säuren oder Laugen nimmt die Wahrscheinlichkeit einer frühzeitigen Krebserkrankung markant zu. Auch chronische Entzündungen, die gehäuft bei einer sehr kurzen Speiseröhre (angeborene Missbildung) auftreten, können diese Krebsart begünstigen. Vorbeugung und Früherkennung Als Vorsorgemassnahme sollte auf übermässigen Alkohol- und Tabakkonsum sowie auf die regelmässige Einnahme scharf gewürzter Speisen und heisser Getränke verzichtet werden. Schluckbeschwerden sind ein Alarmzeichen und bedingen eine sofortige ärztliche Abklärung. Vorsorgeuntersuchungen sind angezeigt bei Risikogruppen mit angeborenen Speiseröhrenveränderungen und bei Personen, die eine Speiseröhrenverätzung durchgemacht haben. Aufwendige Reihenuntersuchungen zur frühzeitigen Entdekkung allfälliger Veränderungen der Speiseröhre (Krebsvorstufen) lohnen sich nur in Ländern, wo der Speiseröhrenkrebs gehäuft vorkommt, nicht aber in der Schweiz. Sicherung der Diagnose Die Diagnose wird mit Spiegelung und Röntgen gestellt. Die Röntgenkontrastuntersuchung zeigt nach dem Schlucken des Kontrastmittels den Grad der durch den Tumor verursachten Verengung. Im Frühstadium der Krankheit sind allerdings die Wandveränderungen der Speiseröhre im Röntgenbild oft schwierig zu erkennen. Besser ist deshalb die Spiegelung der Speiseröhre (Endoskopie). Damit können schon sehr früh allfällige Veränderungen entdeckt, aber auch kleine Gewebeproben aus verdächtigen Stellen entnommen und mikroskopisch untersucht werden (Biopsie). Wenn ein Speiseröhrenkrebs einmal diagnostiziert ist, sind weitere Untersuchungen (Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanz, Bronchoskopie usw.) notwendig, um die Ausdehnung der Krankheit festzustellen und ihre bestmögliche Behandlung zu planen.

4 Behandlung Zu den Behandlungsmöglichkeiten des Speiseröhrenkrebses gehören die Chirurgie, die Strahlentherapie und die Chemotherapie, wobei oft eine Kombination der verschiedenen Methoden zur Anwendung kommt. Die Art der Therapie hängt vom Stadium der Krankheit ab. Frühe Krebsstadien werden chirurgisch behandelt, indem die Speiseröhre ganz oder teilweise entfernt wird. Die Überbrückung erfolgt durch das Hochziehen des Magens oder eine Zwischenschaltung von Dünn- oder Dickdarm des Patienten. Im Anschluss an die Operation sollte eine radiologische oder medikamentöse Zusatzbehandlung in Erwägung gezogen werden. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation meist nicht mehr möglich. Hier kommen Strahlentherapie und/oder Chemotherapie in Frage. Wichtig sind auch Massnahmen, welche die (Schluck-)Beschwerden des Patienten mindern. Damit die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme wieder gewährleistet ist, kann die Speiseröhreneinengung mit Laserstrahlen oder mit dem Einlegen einer Prothese (Tubus, Stent) beseitigt werden. Nachsorge und bleibende Folgen Eine besondere Rehabilitation nach der Behandlung eines Speiseröhrenkrebses ist nicht notwendig. Patienten, bei denen die Speiseröhre chirurgisch entfernt wurde, sollten sich nicht mehr mit wenigen grossen, sondern mit mehreren kleinen Mahlzeiten ernähren. Zur erfolgreichen Behandlung des Speiseröhrenkrebses gehört eine regelmässige ärztliche Nachkontrolle. Heilungschancen Die Heilungschance wird hauptsächlich durch die Lokalisation, die Ausbreitung und die Art des Tumors und dessen Behandlungsmöglichkeiten bestimmt. Sie ist bei Frauen besser als bei Männern. Patienten mit einem Speiseröhrenkrebs in einem chirurgisch behandelbaren Frühstadium (ohne Tumorausbreitung in die Lymphknoten) haben die besten Heilungschancen. Bei fortgeschrittenen Krebsstadien ist die Prognose leider sehr ungünstig. Heutige Forschungsschwerpunkte Die Forschung befasst sich vor allem mit der Suche nach den Ursachen der Krankheit und den Möglichkeiten ihrer frühzeitigen Entdeckung. Zudem werden Kombinationen verschiedener Therapien und deren optimale Abfolge erforscht, insbesondere die Möglichkeiten, mit Strahlen- und/oder Chemotherapie den Tumor zu verkleinern, um ihn dann operieren zu können.

5 Altersverteilung der Todesfälle in der Schweiz (4-Jahres-Durchschnitte ) Altersgruppe / Jahre Männer 82 Frauen Anzahl Todesfälle nach Altersgruppen Quelle: Bundesamt für Statistik (Todesursachenstatistik) Jedes Jahr sterben in der Schweiz etwa 350 Menschen an Speiseröhrenkrebs. Die Krankheit verursacht 2,9% der rund 9'200 männlichen und 1,1% der rund 7'300 weiblichen Krebstodesfälle. Die Grafik zeigt die Altersverteilung der an Speiseröhrenkrebs Verstorbenen. Autor: PD Dr. med. U. Laffer Redaktion: Hans Krebs Druck: Werner Druck AG Basel Gestaltung: Agnes Weber, Bern Realisation: Elisabeth Rohrer, SKL Copyright: 1995 Schweiz. Krebsliga SKL 6.95 / 21'000 / 1061 ECL THE ASSOCIATION OF EUROPEAN CANCER LEAGUES MEMBERS OF THE UICC

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