Alt werden wollen alle aber alt sein?

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1 Alt werden wollen alle aber alt sein? Beitrag der Altersmedizin zum «gesunden» Alter Dr. med. Roland Kunz Chefarzt Akutgeriatrie

2 Alt werden wollen alle aber nur im chronologischen, nicht im biologischen Sinne! Aber alt sein? altwerden beginnt mit dem Erwachsenwerden, die Leistungsfähigkeit nimmt ab 25 kontinuierlich ab!

3

4 Lucas Cranach d. Ältere 1546 Lang leben, aber nicht alt sein als Traum der Menschheit

5

6 Von 22y bzw. 18,8y

7 Wahrscheinlichkeit der Hochaltrigkeit von der Generation 1900 wurden nur 0,2 % der Männer und 0,9% der Frauen 100 Jahre alt. vom Geburtsjahrgang 1950 werden voraussichtlich 4,4% bzw. 9,2% 100 Jahre alt. von der Generation 2010 werden wahrscheinlich 14% der Männer bzw. 22% der Frauen einen 100. Geburtstag feiern.

8 normales Altern Was biologisch normal ist

9 Normales Altern Kraft, Muskulatur nehmen ab (und Fettanteil nimmt zu) Seh- und Hörfähigkeit nehmen ab Herzleistung, Lungenvolumen nehmen ab Nierenfunktion nimmt ab Schlafbedarf nimmt ab

10 Normales Altern Gelenke nutzen sich ab Gleichgewichtsregulierung wird unsicherer Haut wird dünner Reaktionsgeschwindigkeit wird langsamer Koordination wird schlechter

11 Was bleibt? Erfahrung (nimmt weiter zu) Soziale Kontakte Erinnerungen Die Fähigkeit, sich zu freuen Die Fähigkeit, sich neue Ziele zu setzen

12 Reife bedeutet nichts anderes, als alt genug zu sein, um zu wissen, was man nicht tun sollte, und jung genug, um es trotzdem zu tun.

13 Warum werden wir immer älter? Prävention Bessere soziale Verhältnisse (Hygiene, Ernährung) Früher tödliche Krankheiten können heute behandelt werden Wir leben beim Älterwerden mit immer mehr chronischen Krankheiten

14

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16 Warum braucht es Altersmedizin (Geriatrie)? Es braucht einen Spezialisten, der nicht nur das einzelne kranke Organ im Blick hat, sondern die Zusammenhänge, den ganzen Menschen und sein Umfeld.

17 Altersmedizin: auch sinnvolle Auseinandersetzung mit Grenzen

18 Klinik für Akutgeriatrie 2012 eröffnet Jährlich steigende Patientenzahlen Seit 2015 Klinik der Kategorie A (nur 10 in der ganzen Schweiz) Konsiliardienst im Triemlispital Seit 2014 zusätzliche Station für geriatrisch und psychiatrisch Kranke

19 Akutgeriatrie ( Das Angebot der Akutgeriatrie richtet sich an ältere Menschen, die oft mehrfach krank sind. Eine multidimensionale Abklärung (Assessment) bildet die Grundlage für die Behandlung von medizinischen Problemen und für die Verbesserung der Alltagsfunktionen durch gezielte therapeutische Förderung (Physio- und Ergotherapie). Mit einem umfassenden interdisziplinären Ansatz werden medizinische, psychische, soziale und funktionale Aspekte berücksichtigt, um die Selbständigkeit und Lebensqualität zu verbessern. Die älteren Menschen werden nach Unfällen, Operationen und akuten medizinischen Problemen durch gezielte rehabilitative Massnahmen auf die Rückkehr nach Hause vorbereitet.

20 Multidimensionales Assessment Ebene 1: Was wissen wir über den Patienten (Anamnese)? Über seine Diagnosen (Krankheiten) Über seine Prognose Über seine Lebensgeschichte, seinen Lebensentwurf Über seinen Willen, seine Wünsche

21 Multidimensionales Assessment Ebene 2: Was wissen wir über sein Umfeld? Ressourcen und Grenzen Familiäre Strukturen und Dynamik Wohnverhältnisse Erwartungen Abhängigkeiten und Verpflichtungen

22 Multidimensionales Assessment Ebene 3: Was beobachten wir bzw. ergeben die Assessment-Tests? Erhaltene und beeinträchtigte Funktionen und Fähigkeiten Kraft, Gleichgewicht, Beweglichkeit Psychische und kognitive Situation Ernährungszustand Wo bestehen drohende Risiken?

23 Multidimensionales Assessment Ebene 4: Welche Symptome und Probleme belasten den Patienten am meisten? Was schränkt seine Lebensqualität ein? Prioritätensetzung

24 Worunter leiden geriatrische Patienten, was schränkt ihre LQ ein? Lebensqualität Symptome der Palliative Care Funktionelle Kapazitäten / Einschränkungen Typisch geriatrische Symptome 24

25 1. Funktionelle Einschränkungen Inkontinenz Instabilität Immobilität Intellektuelle Einschränkungen Iatrogene Beeinträchtigungen (z.b. BDund Diabetesbehandlung) Sozialer Rückzug und Folgen = nächste Vorträge 25

26 2. Typische geriatrische Symptome Schwindel Schwäche Tremor Schlafstörungen Depressionen Schluckstörungen Seh- / Hörschwäche. 26

27 3. Symptome der Pall. Care Schmerz Atemnot Übelkeit Fatigue Angst 27

28 Symptome, Probleme Fähigkeiten + Behinderungen Prognose Diagnosen Lebensgeschichte Soz. Umfeld Standortgespräch Persönlicher Wille Hauptziel Prioritäten Massnahmen Unterstützung Vorausplanung

29 Interdisziplinärer Ansatz zur Zielerreichung: Modell Affoltern

30 Physiotherapie

31 Kraft, Ausdauer, Gleichgewicht, Koordination, Treppensteigen

32 Ergotherapie: Selbständigkeit in den Alltagsfunktionen

33 Instruktion, Ratschläge Angepasstes körperliches Training Anwendung, Akzeptanz Hilfsmittel Anpassung der Wohnung Entlastungsangebote annehmen Ressourcen- statt Defizitorientierung Soziale Integration

34

35 Einstellung: Positives Altern Weisheit ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Bewältigung des letzten Lebensabschnittes und für das subjektive Wohlbefinden im hohen Alter. Monika Ardelt

36 Weisheit Ist das Betrachten der Jugend ohne Wehmut, die Verabschiedung des Leistungs-Imperativs zu Gunsten der Gnade des Annehmens und die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit.

37 Auch eine Weisheit

38

39

40 Zentrum für Altersmedizin am Spital Affoltern Akutgeriatrie: nach akuter Krankheit gut vorbereitet wieder nach Hause Langzeitpflege: vorübergehend zur weiteren Genesung Langfristig bei bleibender Pflegebedürftigk. Ambulante Angebote: Memory-Sprechstunde Geriatrische Abklärung / Beratung Konsiliardienst

41 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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