Strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes in Wunstorf von 1991 bis 2000/2001

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1 Strukturelle Veränderungen des Arbeitsmarktes in von 1991 bis 2000/2001 Nachfolgende Daten des er Arbeitsmarktes wurden im Rahmen eines studentischen Praktikums im Amt für Wirtschaft und Kultur ermittelt: A: Gesamtentwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Die Gesamtentwicklung der Beschäftigtenzahlen in unterlag im Betrachtungszeitraum von 1991 bis 2001 starken Schwankungen, die ähnlich wie die Beschäftigtenzahlen in der Region verlaufen konnte in jedoch ein leichter Anstieg der Beschäftigtenzahlen auf Beschäftigte gemessen werden, wohingegen die Region Hannover im selben Zeitraum 1,1% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verloren hat. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt Stadt Quelle: Arbeitsamt Nienburg und Hannover B: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte insgesamt 1991 und 2001 Die Verteilung der Beschäftigten auf die verschiedenen Wirtschaftsabteilungen hat sich im Betrachtungszeitraum teilweise erheblich verändert. Das Verarbeitende Gewerbe stellte 1991 mit 33,6% an der Gesamtbeschäftigtenzahl noch die stärkste Wirtschaftsabteilung in Bezug auf die Beschäftigung dar nahm dieser Anteil auf nur noch 22,8 % ab. Im gleichen Zeitraum gewannen die sonstigen Dienstleistungen stark an Bedeutung. Im Betrachtungszeitraum konnte sich der Anteil der Beschäftigten innerhalb dieses Bereiches auf 27,6 % erhöhen und löst somit das Verarbeitende Gewerbe als stärkste Wirtschaftsabteilung bei der Beschäftigung ab.

2 - 2 - Veränderung der Beschäftigtenzahlen in nach Wirtschaftsabteilungen Land- u. Forstwirtschaft 1,0% 1,1% Energie- u. Wasserversorgung, Bergbau 7,5% 8,4% Verarbeitendes Gewerbe 22,8% 33,6% Baugewerbe 6,6% 5,1% Handel 14,0% 19,0% Verkehr u. Nachrichtenübermittlung 5,4% Kredit- u. Versicherungswesen 2,5% 1,5% sonstige Dienstleistung 16,4% 27,6% Org. ohne Erwerbscharakter u. priv. Haushalte Staat u. Sozialversicherung 0,8% 1,2% 7,9% 12,6% Quelle: Arbeitsamt Nienburg und NLS Anmerkung zur Statistik: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die einzige statistische Größe die bzgl. Arbeitsplätze auf kommunaler Ebene verfügbar ist. Hierin sind nicht enthalten z. B. Selbstständige, Beamte und Bundeswehrangehörige. Die Zahl der tatsächlichen Arbeitsplätze liegt in höher, da die auf dem Fliegerhorst und im Landeskrankenhaus beschäftigten Personen nur zum Teil erfasst werden. C: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in ausgewählten Wirtschaftsbereichen Aufgrund stärkerer Veränderungen der Daten zwischen 1991 und 2001 wurden nachfolgende Bereiche eingehender betrachtet: C1: Verarbeitendes Gewerbe Die Beschäftigungszahlen im Verarbeitenden Gewerbe sind stark rückläufig. Im Zeitraum von 1991 bis 1997 gab es einen kontinuierlichen Rückgang der Beschäftigung. Der sprunghafte Anstieg von 9,0% im Jahre 1998 ist auf die Aufgabe des Langnese Standortes in zurückzuführen. Im gesamten Betrachtungszeitraum kam es im Verarbeitenden Gewerbe zu einer Beschäftigungsabnahme von insgesamt 28,3%. Im gleichen Zeitraum verlor der Großraum Hannover jedoch 3,5% an Beschäftigung in diesem Bereich. Die im Gegensatz zum Großraum Hannover relativ niedrige Zahl zeigt einerseits, dass noch wirtschaftliches Potential im Verarbeitenden Gewerbe in

3 - 3 - steckt, andererseits zeigt es aber auch die Gefahr der Abhängigkeit vom Verarbeitenden Gewerbe im Hinblick auf die im Allgemeinen bundesweit stark rückläufigen Zahlen. (Alle Prozent-Angaben vgl. Tabelle im Anhang). Anteil an der Gesamtbeschäftigung in% Veränderung der Beschäftigtenzahlen im Verarbeitenden Gewerbe an der Gesamtanzahl Quelle: Arbeitsamt Nienburg C2: Energie- und Wasserversorgung und Bergbau Im Bereich Energie- und Wasserversorgung und Bergbau konnte im Betrachtungszeitraum, im Gegensatz zur ( ,0%) in, stetig ein Zuwachs ( ,7%) an Beschäftigung festgestellt werden. Durch die Eröffnung des Avacon-Callcenter in der zweiten Jahreshälfte 1999 konnte sogar im Jahre 2000 eine Steigerung von 19,7 % auf 922 Beschäftigte erreicht werden, womit dieser Bereich seinen Anteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zu 1991 um knapp einen Prozentpunkt auf 8,4 % (2001) an der Gesamtzahl steigern konnte. Im Vergleich mit der (1,5 % = 2001) sind somit im Bereich Energie- und Wasserversorgung und Bergbau in verhältnismäßig viele Personen beschäftigt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass mit Kali + Salz der größte Arbeitsgeber in mit über 700 Beschäftigten in diesem Wirtschaftsbereich tätig ist. (Alle Prozent-Angaben vgl. Tabelle im Anhang).

4 - 4 - Anteil an der Gesamtbeschäftigtenzahl in% 9,0% 8,0% 7,0% 6,0% 4,0% 3,0% 2,0% 1,0% Veränderung der Beschäftigtenzahlen im Bereich Energie-. u. Wasserversorgung und Bergbau an der Gesamtbeschäftigenzahl Quelle: Arbeitsamt Nienburg C3: Kreditinstitute u. Versicherungen Von den 1991 ehemals 263 Beschäftigten sind 2001 nur noch 161 tätig, was einem Rückgang von - 38,8 % entspricht. Dieser Rückgang ist u.a. auf den zunehmenden Einsatz von computergestützten Systemen im Bankwesen (z.b. EC-Automaten, Überweisungsterminals), sowie auf die zunehmende Tendenz der Zusammenlegung von Kreditinstituten zurückzuführen. Ein Beispiel dafür ist die Schließung der Dresdner Bank Filiale in der er Innenstadt und deren Zusammenschluss mit der Filiale in Neustadt a. Rgbe. Darüber hinaus kann auch die in letzter Zeit zurückhaltende Personalpolitik des Versicherungsgewerbes als Grund für den Rückgang gesehen werden. (Alle Prozent- Angaben vgl. Tabelle im Anhang). C4: Sonstige Dienstleistungen Auch in wird die zunehmende Tertiärisierung das heißt der Bedeutungszuwachs der Dienstleistungen in der Wirtschaftsstruktur deutlich. Die sonstigen Dienstleistungen konnten im Zeitraum von 1991 auf 2001 einen Anstieg an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 77,8 % verzeichnen. Waren 1991 noch Menschen in diesem Bereich tätig, so sind es 2001 schon Dieser Bereich und der Handel konnten z.t. die verlorenen Arbeitsplätze aus dem Verarbeitenden Gewerbe auffangen. Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung konnte so von 16,6 % (1991) auf 27,6 % gesteigert werden. (Alle Angaben vgl. Tabelle im Anhang).

5 - 5 - Anteil an der Gesamtbeschäftigung in% Veränderung der Beschäftigtenzahlen bei den sonstigen Dienstleistungen an der Gesamtbeschäftigtenzahl Quelle: Arbeitsamt Nienburg und Hannover D: Ein- und Auspendler Sowohl die Einpendler- als auch die Auspendlerquote sind in dem Zeitraum von 1997 auf 2001 stark angestiegen sind es Personen (1997 = 7.881) die zum größten Teil nach Hannover auspendeln und damit die unverändert hohe Bedeutung der Landeshauptstadt für er Arbeitnehmer reflektieren. An den gestiegenen Einpendlerzahlen sind es Personen - kann man wiederum erkennen, dass auch als Arbeitsstandort für die umliegenden Gemeinden an Bedeutung gewonnen hat. E: Arbeitslosenquote Im Verlauf des Zeitraumes von 1991 bis 2001 kam es, entsprechend der konjunkturellen Lage, teilweise zu erheblichen Schwankungen bei der Arbeitslosenquote. In erreichte sie ihren Höhepunkt 1997 mit 8,5 % lag die Arbeitslosenquote wieder bei 5,7 % und erreicht somit nicht ganz das Ausgangsniveau von 1991 mit 4,9 %. Dennoch liegt mit dieser Quote weit unter dem Durchschnitt der und des Landes Niedersachsen.

6 - 6 - Arbeitslosenquote ,0% 12,0% 1 8,0% 6,0% 4,0% 8,1% 8,1% 8,0% 8,1% 4,9% 4,6% 9,7% 9,8% 6,1% 10,7% 10,9% 10,9% 11,0% 7,0% 7,1% 12,9% 12,1% 12,6% 11,5% 8,3% 8,5% 12,3% 12,0% 8,0% 11,5% 11,5% 7,0% 10,3% 1 9,7% 10,3% 5,8% 5,7% 2,0% Niedersachsen Quelle: Arbeitsamt Nienburg und Hannover Fazit: ist ein attraktiver und starker Wirtschaftsstandort. Und neuangesiedelte Unternehmen haben mit Unterstützung von Rat und Verwaltung der Stadt die Voraussetzungen geschaffen, dass unsere Stadt die niedrigste Arbeitslosenquote der und eine der niedrigsten in Niedersachsen aufweist. Dennoch dürfen diese positiven Daten nicht darüber hinwegtäuschen, dass durchaus strukturelle Gefahren für die ansässige Wirtschaft vorhanden sind, da die weltwirtschaftliche Lage sich immer auch auf er Betriebe auswirkt. Mit den wirtschaftsfördernden Anstrengungen zur Unterstützung ansässiger Unternehmen oder Ansiedlung neuer Betriebe wird daher fortgefahren.

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