Menschenwürdige Behandlung bei fortgeschrittener Alzheimer Krankheit. Demenz im Enstadium: was kannsoll-muss man tun -was nicht 1

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1 Menschenwürdige Behandlung bei fortgeschrittener Alzheimer Krankheit 1

2 Überblick Demenz: Was ist eine Demenz/Ab wann ist das fortgeschrittene Stadium? Welche Symptome/Krankheitszustände treten auf? (Schmerzen?, Durst?, Hunger?, Luftnot?, Unruhe, Angst?) Wie leidet der Patient-wie die Angehörigen? Was ist der Wunsch des Kranken gewesen? Was kann/muss der Arzt tun? Zuviel vs. zu wenig Medizin Patientenverfügung (was will ich?) Vorsorgevollmacht (was will ich und wer soll sich darum kümmern und entscheiden, wenn ich es nicht mehr kann) Was können die Angehörigen Demenz im Enstadium:tun? was kannsoll-muss man tun -was nicht 2

3 Das Positive vorweg Die Anzahl der an Demenz Erkrankten nimmt nicht so zu wie noch vor 2 Jahren prognostiziert Gründe:? 3

4 Was ist eine Demenz? Erworbene Störung verschiedener geistiger, emotionaler und sozialer Fähigkeiten, die über die Altersnorm hinausgeht: Gedächtnis-, Orientierungs- und Sprachstörungen Verändertes Gefühlserleben Störungen der Persönlichkeit und des Sozialverhaltens Meist durch eine chronische hirnorganische Erkrankung Beeinträchtigt zunehmend Leistungsfähigkeit und Alltagsaktivitäten (Progredientes Demenzsyndrom) Symptome halten mindestens 6 Monate an 4

5 Formen von Demenzerkrankungen (1) Primäre Formen Degenerative Formen 1) 2) 3) 4) Alzheimer-Krankheit Frontotemporale Demenz (FTD) Lewy-Körperchen-Demenz (LBD) Nicht-Degenerative Formen 1) 2) 3) 4) Vaskuläre Demenz Hirntumor Schädel-Hirn-Trauma Sekundäre Formen 1) 2) 3) 4) Cardiovaskuläre Störungen Respiratorische Störungen Endogene (Stoffwechse-) Intoxikationen Exogene (Medikation, Alkohol, ) Intoxikationen 5

6 Wie oft tritt Demenz auf? Aktuelle Studien: weniger Neuerkrankungen als noch vor 2 Jahren vermutet! Häufigste psychische Störung in der Altersgruppe der über 60-Jährigen Derzeit zwischen und 1,2 Mio. DemenzErkrankte im mittelschweren bis schweren Stadium Pro Jahr ca Neuerkrankungen in Deutschland Mehr als 75 % der Betroffenen sind Frauen Im höheren Lebensalter ist Demenz die häufigste Ursache von Pflegebedürftigkeit 6

7 Wichtige Fakten über Demenz Es gibt verschiedene Formen der Demenz. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit. Demenz tritt vor allem im hohen Alter auf. Die genauen Ursachen sind bislang ungeklärt. Eine DemenzErkrankung ist nicht zwingend erblich. Hauptmerkmal der Alzheimer-Demenz ist ein zunehmender Gedächtnisverlust: Anfangs vergessen die Patienten Ereignisse aus der nahen Vergangenheit, später weiter zurückliegende. Die ältesten Erinnerungen bleiben daher am längsten erhalten. Einer Demenz vorzubeugen ist nicht möglich. Eine gesunde Lebensweise kann jedoch den Ausbruch der Erkrankung verzögern. Jeder dritte Erwachsene mit Eltern über 65 Jahren wird einmal mit der Betreuung eines dementen Elternteils konfrontiert sein. 7

8 Die Stadien der Demenz Frühes Mittleres Fortgeschrittenes/Spätstadium 8

9 9

10 Symptome im späten Verlauf Schmerzen-Unruhe? erkennen? Wie Durst-Hunger? Was passiert im Körper? Nieren, Gehirn? Luftnot-Angst Angst zu ersticken? Wie sieht die Atmung aus?...wer hat mehr Angst? 10

11 Wie kann der Arzt helfen? 11

12 Wie leidet der Patient? Wie leiden die Angehörigen? Verhaltensänderungen beim Patienten Nahrungsverweigerung Unruhe Mehr Schlafen weniger Schlafen Und die Angehörigen? 12

13 Was kann ich am wenigsten ertragen, was macht mich wütend/lässt mich resignieren/wo sind meine Grenzen? Wo halte ich noch immer an dem fest, was und wer mein Partner/Mutter/Vater war? 13

14 14

15 Was kann der Arzt tun, wie kann er helfen, wie darf er helfen? Was ist/war der Patientenwunsch? Die Indikation muss gegeben sein! Beispiel Magensonde: Eingriff!, Verletzung des Patienten! Kann er/sie durch die Sonde gesund werden? (Geht es ihm/ihr durch die Sonde besser) 15

16 Was sagt die Bundesärztekammer und die Gerichte? 16

17 Fragebogen Sondenernährung 17

18 Magensonde ziehen? Wenn nicht oder nicht mehr indiziert (notwendig) oder für die keine Einwilligung besteht! Bei Nichtbeachtung macht der Arzt sich strafbar wegen potentieller Körperverletzung 18

19 Was sagen die Statistiken? Lebensverlängerung? Sterberate von Demenz-Patienten mit PEG 1 Monat: 54% 3 Monate: 78% 6 Monate: 81% 1 Jahr: 90% Demenz mit Nahrungsverweigerung = Krankheit im Endstadium 41 Demenzpatienten mit PEG-Indikation, 18 Verweigerung durch Stellvertreter mittlere Überlebenszeit 23 Patienten mit PEG: 59 Tage/18 Patienten ohne PEG: 60 Tage Überlebensrate im Pflegeheim nach 24 Monaten: mit u. ohne PEG vergleichbar Unfähigkeit/Verweigerung der Nahrungsaufnahme: Zeichen für Endstadium der Erkrankung..würdevolles Sterben ermöglichen 19

20 Patienten im Endstadium ihrer Erkrankung leiden häufig weder Durst noch Hunger /Dehydratation weil: Ausschüttung körpereigener Endorphine + Ketose (euphorisierender Effekt). Leidenslinderung Körper kann die Flüssigkeit und Nahrung nicht mehr verarbeiten Unverträglichkeiten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle Gefühl der Mundtrockenheit kann durch Mundpflege gelindert werden kein Hinweis auf Leiden von Demenzpatienten bei Abbruch der künstlichen Ernährung Fazit: Ernährungsabbruch kann ein Demenz im Enstadium: was kann20 würdevolles Sterben ermöglichen! soll-muss man tun -was nicht

21 In der Praxis lässt sich beobachten, dass generell im Sterbeprozess das Bedürfnis der Nahrungsaufnahme abnimmt. 85,8 % der Menschen mit einer fortgeschrittenen Demenz haben Probleme mit der Nahrungs- aufnahme Natürliche Abnahme des Durstgefühls, daraus resultiert die Terminale Dehydratation". Diese kann zu Verwirrtheitszuständen führen, jedoch auch zur zentral einsetzenden Analgesie (Schmerzfreiheit) Demenz im Enstadium: was kann21 soll-muss man tun eine -was nicht vermehrte (wahrscheinlich durch

22 Was kann der Arzt tun, wie kann er helfen, wie darf er helfen? Beispiel: Luftnot Atmung verändert sich, wird ruhiger, weniger tief oder unruhiger und Schnappatmung Rasselgeräusche, Pfeifen.. Bläuliche Verfärbung. 22

23 Was kann der Arzt tun, wie kann er helfen, wie darf er helfen? Medikamente: gegen Unruhe, Schlafstörungen, Angst, Infekte, Luftnot Alte Medikation: abwägen ob absetzen? 23

24 Was kann der Arzt tun, wie kann er helfen, wie darf er helfen? Defibrillatoren: was wollte der Patient? Wenn Wille nicht mehr zu erfragen: Hausarzt und Kardiologe vor dem letzten Abschnitt miteinander absprechen (Magnet) Gespräche mit den Angehörigen Wer? Hausarzt, Palliativ-Netz 24

25 Was heisst palliativ? Leidenslinderung (z.b. Schmerz oder Atemnot) evtl. unter Inkaufnahme einer ungewollten Lebens- oder Sterbensverkürzung Erlaubt und geboten: wenn die Lebensverkürzung nicht Ziel, sondern in Kauf zu nehmende Nebenwirkung der Palliativpflege ist 25

26 Patientenverfügung/ Vorsorgevollmacht?! Was wollte der Patient für sich? Klare Ansagen machen es dem Arzt und den Angehörigen leichter. Kein Notar notwendig! Aber: Wer hat die Vollmacht? Wo liegt sie? 26

27 Was können die Angehörigen tun? Veränderungen berichten Da sein Helfen Empathie Sich aber auch selbst Pausen gönnen.. Kirche?...was waren die letzten Wünsche 27

28 Wozu es nicht kommen sollte: Gegenseitige Vorwürfe Sich selbst und andere in der Pflege und Betreuung überfordern In der Todesstunde noch rasch ins Krankenhaus? 28

29 Was hilft am Ende? Gegenseitiges Vertrauen Reden jeder tut und tat sein Bestes Gemeinsam Abschied nehmen Glauben, Hoffen, Beten. 29

30 Die Folien können Sie unter kostenlos herunterladen Vielen Dank! Ihre Fragen? 30

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