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1 Ausgabe Dezember 2014 FILM FORUM LINZ 2014 Der Wettbewerb der besten Werbe- und Wirtschaftsfilme Österreichs Licht aus, Film ab! hieß es beim FILM FORUM LINZ 2014, dem größten Wirtschaftsfilmpreis Österreichs, der von der sparte.industrie der WKOÖ gemeinsam mit dem Fachverband der Filmund Musikindustrie und dem Land OÖ in der Wirtschaftskammer über verliehen wurde. Wie auch in den Jahren zuvor war die Beteiligung von Filmemachern aus ganz Österreich groß. 111 Beiträge erreichten die Jury und die kam ordentlich ins Schwitzen, denn das Angebot an filmischer Kunst war mehr als überragend. Wir waren von der Vielfalt, Originalität und Professionalität der Umsetzung aller Beiträge mehr als begeistert, lobte Toni Weiss, Keynote des Abends und Jurymitglied das Engagement der Filmbranche. Auch Claus Muhr, Fachvertretungsvorsitzender der Film- und Musikindustrie in OÖ und Mitorganisator lobte die Künstler. Die eingereichten Beiträge waren das beste Geschenk für unser fünfjähriges Jubiläum des FILM FORUM LINZ! Dieses Jubiläum wurde auch vom Ablauf her gebührend gefeiert. So wurden erstmals alle nominierten Filme in voller Länge gezeigt. Durch den Abend führte der bekannte Schauspieler Daniel Pascal und mit Toni Weiss als Keynote wurde allen Gästen erklärt, was es beim Storytelling im Film besonders zu beachten gilt. Wie wichtig der Wirtschaftsfilm für Oberösterreich ist, unterstrich Wirtschaftslandesrat Michael Strugl in einem Kurzinterview. Denn eine starke Wirtschaft brauche starke Filme. Josef Kinast, Obmann-Stv. der sparte.industrie überreichte den Siegerpreis in der Kategorie Technologie Film und hob dessen Bedeutung hervor. Gerade im Bereich der Technologie sei der Film ein perfektes Instrument, komplexe Vorgänge bildhaft zu erklären und zu einem besseren Verständnis zu führen. Sieger und Sonderpreise Sieger gab es in fünf Kategorien, 18 wurden ausgezeichnet und für zwei gab es den Sonderpreis für die Beste Kamera und die Beste Musik. Dabei hatte Linz die Nase weit vorne: Den besten Imagefilm Adler, produziert für ADLER-Werk Lackfabrik, konnte Wildruf Film aus Volders abräumen. Beim Corporate Video punktete die Linzer Produktionsfirma Pulpmedia GmbH mit ihrem Beitrag Medizinische Fakultät der JKU Linz im Auftrag von JKU, Abteilung Universitätskommunikation. Bei der Kategorie Technologie Film war die Vogel Audiovision GmbH aus Linz mit ihrem Streifen BatchBin für Kremsmüller Industrieanlagenbau AG unschlagbar. Beim Spot stand die Linzer CASAMEDIA filmproduktion GmbH mit startup mach was sinnvolles am Stockerl. Den jungen Film entschieden Florian Schwarz und Manuel Knoflach für sich. Sie produzierten das All Night The Parov Stelar Tour Movie 2012/2013, der aufgrund seiner Länge von 38 Minuten nur auszugsweise vorgestellt werden konnte. Beim Tourismus-Film gab es weder einen Kategoriesieger, noch Auszeichnungen. Den Sonderpreis für die Beste Musik räumte Philipp Bauer von Philipp Bauer Framegame Filmproduktion in Wien für Five Crowns Tatoo ab. Die Beste Kamera ging an A straight Story, produziert von PEVNYFILMS in Linz für Reichl Brot.

2 Nominierungen beim FILM FORUM LINZ 2014 Kategorie Image Film Titel Produzent Auftraggeber Adler Wildruf Film, Volders ADLER-Werk Lackfabrik Johann Berghofer GmbH & Co KG Alle für Eine PRIME CONCEPT GmbH, Linz efko Frischfrucht und Delikatessen GmbH BWT Best Water Technology "BWT macht das - für mich!" CASAMEDIA filmproduktion GmbH, Linz Rückenwind e.u. - Agentur für Markenprofilierung Five Crowns Tattoo Five Crowns Tattoo Philipp Bauer Framegame Filmproduktion, Wien Intarema PRIME CONCEPT GmbH, Linz EREMA Engineering Recycling Maschinen und Anlagen GesmbH A straight Story PEVNYFILMS, Linz Reichl Brot GmbH Kategorie Corporate Video Titel Produzent Auftraggeber Leuchtturm PRIME CONCEPT GmbH, Linz Schachinger Logistik Holding GmbH Medizinische Fakultät der JKU Linz Pulpmedia GmbH, Linz Johannes Kepler Universität Linz Abt. Universitätskommunikation Project Worx Pulpmedia GmbH, Linz MByte Software Development GmbH voestalpine l Wir nehmen die Zukunft in die Hand l Porträt Jim Nicolaas Solid productions GmbH, Hall i.t. voestalpine AG Kategorie Technologie Film Titel Produzent Auftraggeber BatchBin Vogel Audiovision GmbH, Linz Kremsmüller Industrieanlagenbau KG EmCon_Energiespeicher Kral GmbH, Linz Voith Turbo GmbH Polokal XS PRIME CONCEPT GmbH, Linz POLOPLAST GmbH + Co KG

3 Kategorie Spot Titel Produzent Auftraggeber Bowlingcenter Purgstall - Wo Bowling zu Hause ist Eye-dea.at Bernhard Mayr, Amstetten Bowlingcenter Purgstall Buchinger KG Greenpeace - The Movement Wildruf Film, Volders Greenpeace in Zentral- und Osteuropa Ich bin deine Jacke - Hol mich hier raus! FORAFILM, Linz upart Werbung und Kommunikation GmbH Rotes Kreuz Oberösterreich runtastic ORBIT FORAFILM, Linz runtastic GmbH startup "mach was sinnvolles" CASAMEDIA filmproduktion Gruppe am Park GmbH GmbH, Linz Kommunikationsagentur Kategorie Der junge Film Titel All Night The Parov Stelar Tour Movie Art? Sounds boring... Lose Against You Paul schlägt zurück Urfixed Light Animation Produzent Florian Schwarz und Manuel Knoflach Clemens Gaisbauer und Joachim Dieplinger Max von Lux Dominik Bücheler und Steffen Schlegel Thomas Schwarz

4 Mag. Gabriele Dietrich T BILDUNG Mag. Peter Sighartner I T Lehrlingswettbewerb 2015 Zeig, was du kannst! Die erfolgreiche Technikinitiative der sparte.industrie geht in die nächste Runde. Auch 2015 messen sich beim Lehrlingswettbewerb Industrielehrlinge aus Oberösterreich, um zu den Besten der Besten in 13 Kategorien zu gehören. Der Wettbewerb, an dem heuer an die 700 Industrielehrlinge im zweiten Lehrjahr teilgenommen haben, ist eine optimale Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. Einerseits wissen die Lehrlinge nach dem Wettbewerb, wo sie mit ihrem Fähigkeiten stehen. Andererseits hilft es den Ausbildungsbetrieben abzuklären, ob ihre betriebliche Lehrlingsausbildung den Bestimmungen entspricht, betont Rudolf Mark, Bildungssprecher der sparte.industrie. Maßgeblich unterstützt wird der Lehrlingswettbewerb wieder durch den Verband der Ausbildungsleiter OÖ. Als Partner fungieren Land OÖ, AMS OÖ, Sparkasse OÖ, Life Radio und die OÖN. Die Termine der Wettbewerbe: Lehrlingswettbewerb 2015 für technische Lehrberufe: 18. April 2015 Lehrlingswettbewerb 2015 für kaufmännische Lehrberufe: 9. Mai 2015 Die Sieger der einzelnen Kategorien werden beim Lehrlingsaward am 23. Juni 2015 bekannt gegeben und in Anwesenheit von Vertretern aus Wirtschaft und Politik gefeiert. Details zur Anmeldung Ausbildungsbetriebe, die sich mit ihren Lehrlingen im Rahmen des Wettbewerbs messen wollen, erhalten alle Details und Infos zur Anmeldung bei: Doris Steinbauer T , F E Weitere Informationen und Details für die Vorbereitung auf den Lehrlingswettbewerb sind auf abrufbar. BI 1 von 4

5 Mag. Gabriele Dietrich T BILDUNG Mag. Peter Sighartner I T Arbeits- und Sozialrechts Änderungsgesetz 2014 (ASRÄG) im Nationalrat beschlossen Der Nationalrat hat in seiner Sitzung am folgende Änderungen im Bereich des Arbeits- und Sozialrechts beschlossen. Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz Das im Jahr 2011 im Zuge der Arbeitsmarktöffnung in Kraft getretene Gesetz gegen Lohn-und Sozialdumping (LSDG-G) wurde entsprechend der Festlegung im Regierungsprogramm evaluiert und überarbeitet. Die Lohnkontrollen werden ausgeweitet und die Strafen bei fehlenden Lohnunterlagen hinaufgesetzt. Demgegenüber steht eine erhebliche Erweiterung der Nachsicht von der Anzeige/Strafe. Die Verjährung wurde neu geregelt. Die Änderungen werden im Arbeitsvertragsrechtsanpassungsgesetz (AVRAG) und im Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetz (BUAG) umgesetzt. Die Novelle des Gesetzes wurde am 20. November 2014 im Nationalrat beschlossen und tritt mit in Kraft. Die wesentlichen Neuerungen im Detail: Entgelt statt Grundlohn: Die Novelle bringt eine Ausweitung der behördlichen Lohnkontrolle, denn bisher wurde lediglich der Grundlohn kontrolliert. Neu ist die Einbeziehung aller - nicht beitragsfreien - Entgeltbestandteile in die Lohnkontrolle. Das sind z.b. Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld), Zulagen, Überstundenzuschläge und Zahlungen aus Anlass der Beendigung des Dienstverhältnisses. Für die Beurteilung der Unterentlohnung sind Überzahlungen auf kollektivvertragliche und gesetzliche Ansprüche anrechenbar. Für die Strafbarkeit ist grundsätzlich die Lohnperiode bzw. die Fälligkeit des Entgelts relevant. Überstundenpauschalen und Sonderzahlungen sind erst am Ende des Betrachtungszeitraumes bzw. Kalenderjahres zu bewerten. Lohnunterlagen: Ausländische Arbeitgeber sind wie bisher zur Bereithaltung von Lohnunterlagen in deutscher Sprache verpflichtet. Bei ausländischen Arbeitskräfteüberlassern ist der inländische Beschäftiger zur Bereithaltung verpflichtet und nun erstmals auch bei Verstößen strafbar. Der Strafrahmen für die Nichtbereithaltung von Lohnunterlagen sowie die Verweigerung der Einsichtnahme wird auf bis Euro verdoppelt. Die Strafe wegen Nichtbereithalten der Lohnunterlagen ist pro Arbeitnehmer zu verhängen, für den die Lohnunterlagen nicht bereitgehalten werden (bisher: Strafe pauschal pro Arbeitgeber, d.h. max Euro). Sicherheitsleistung: Ein inländischer Auftraggeber kann derzeit bei Verdacht einer Unterentlohnung durch seinen Auftragnehmer und bei voraussichtlich erschwerter Strafverfolgung (also vor allem bei ausländischen Auftragnehmern) dazu verpflichtet werden, einen Teil des Auftragsentgelts als Sicherheit bei den Bezirksverwaltungsbehörden zu leisten. Künftig wird die Sicherheitsleistung in allen Fällen des begründeten Verdachtes einer Verwaltungsübertretung nach dem Lohn- und Sozialdumpinggesetz BI 2 von 4

6 Mag. Gabriele Dietrich T BILDUNG Mag. Peter Sighartner I T möglich sein - also z.b. auch wenn der Auftragnehmer die Lohnkontrolle vereitelt. Die Abgabenbehörden und die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse können künftig dem Auftraggeber, bei einer Überlassung dem Beschäftiger bereits unmittelbar nach der Kontrolle schriftlich auftragen, den noch zu leistenden Werklohn oder das noch zu leistende Überlassungsentgelt oder Teile davon nicht zu zahlen (Zahlungsstopp). In der Folge können diese Stellen binnen drei Arbeitstagen bei der Bezirksverwaltungsbehörde anstelle eines Zahlungsstopps die Erlegung einer Sicherheit beantragen. Die Bezirksverwaltungsbehörde hat darüber innerhalb von weiteren drei Arbeitstagen ab Einlangen des Antrags zu entscheiden. Anstelle eines Zahlungsstopps kann von den Kontrollbehörden vor Ort eine vorläufige Sicherheit - das können auch Sachen (Maschinen etc.) sein - verlangt werden. Dieses Instrument ist neu. Information des Arbeitnehmers: Künftig gibt es eine Informationspflicht an die Arbeitnehmer, dh. die zuständige Gebietskrankenkasse muss den von der Unterentlohnung betroffenen Arbeitnehmer über den Strafbescheid bezüglich Unterentlohnung informieren. Verjährung: Bisher galt eine Verjährungsfrist von 1 Jahr, doch begann diese erst bei Nachzahlung der Unterentlohnung zu laufen und kam es daher faktisch nie zur Verjährung. Die Frist für die Verfolgungsverjährung beträgt nun 3 Jahre ab Fälligkeit des Entgelts. Auskunftserteilung: Der Auftraggeber nach dem Bundesvergabegesetz kann Auskunft verlangen, ob gegen den Auftragnehmer eine rechtskräftige Bestrafung nach dem LSDB-G vorliegt. Nachsicht von der Anzeige/Strafe: Von der Anzeige/Strafe ist abzusehen, wenn leichte Fahrlässigkeit nicht überschritten wird ODER die Überschreitung gering ist UND die Differenz nachgezahlt wird. Neu ist somit, dass Anzeige/Strafe auch dann entfallen können, wenn der Verstoß nicht erstmalig war (wichtig v.a. für Großbetriebe). In-Kraft-Treten: Die Änderungen treten mit in Kraft und gelten nur für Sachverhalte, die sich ab dem ereignen. BI 3 von 4

7 Mag. Gabriele Dietrich T BILDUNG Mag. Peter Sighartner I T Arbeitszeitgesetz Drei wesentliche Vereinfachungen sind bei Arbeitszeitaufzeichnungen vorgesehen: Bei Mitarbeitern, die Arbeitszeit und -ort weitgehend selbst bestimmen können, reichen Saldenaufzeichnungen (d.h. nicht Beginn, Ende und Ruhepausen sind aufzuzeichnen, sondern: Montag: 8 Stunden, Dienstag 9 Stunden, etc.). Die Aufzeichnung von Ruhepausen kann derzeit nur entfallen, wenn die Betriebsvereinbarung das vorsieht und die Ruhepause max. 30 Minuten dauert. In Zukunft kann sie auch mit Einzelvereinbarung entfallen. Die Vorgabe von 30 Minuten entfällt. Bei fixer Arbeitszeitaufteilung kann die Aufzeichnung ganz entfallen, nur Abweichungen sind festzuhalten. Einmal im Monat sowie gegenüber dem Arbeitsinspektor ist zu bestätigen, dass es keine Abweichung gab. Der Arbeitnehmer bekommt dafür das Recht auf Übermittlung der Arbeitszeitaufzeichnung einmal pro Monat, wenn er das nachweislich verlangt. Dieses Recht hatten Arbeitnehmer schon bisher, wenn auch nicht ausdrücklich. Ansprüche verfallen nicht, solange dem Arbeitnehmer die verlangte Übermittlung der Aufzeichnungen verwehrt wird. Des Weiteren entfällt für Arbeitgeber die Meldepflicht bezüglich Schichtarbeit und Kurzpausen gegenüber dem Arbeitsinspektorat. Sonstige gesetzliche Änderungen Im Arbeitskräfteüberlassungsgesetz werden die Fördermöglichkeiten des Sozial- und Weiterbildungsfonds rückwirkend erweitert. Im Arbeitnehmerschutz sind drei Erleichterungen vorgesehen: Im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz wird klargestellt, dass Präventivfachkräfte, also Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner, gleichzeitig auch Sicherheitsvertrauenspersonen sein können. Präventivfachkräfte brauchen dazu keine eigene Ausbildung zur Sicherheitsvertrauensperson. Die Brandschutzgruppe gemäß Arbeitsstättenverordnung entfällt. Allerdings können Landesgesetze hier Pflichten vorsehen. Der für größere Betriebe vorgesehene Arbeitsschutzausschuss muss nur noch einmal statt zweimal pro Jahr zusammentreten. Im Arbeitslosenversicherungsgesetz wird ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs umgesetzt, wonach Zeiten des Kinderbetreuungsgeldbezuges für den Anspruch auf Arbeitslosengeld ebenso zählen müssen wie Zeiten eines Präsenz- und Zivildienstes. BI 4 von 4

8 Ausgabe 22 I ENERGIE Mag. DI Johann Baldinger T Österreichs Rekord-Stromimport wird nicht bejubelt Österreich ist ein großer Stromproduzent, die heimische Wasserkraft deckt unseren Stromverbrauch, so lautet das Selbstbild der Österreicher. Eine Stromimportquote von 20 Prozent gut 5 Prozentpunkte mehr als im Rekordjahr zeichnet jedoch ein anderes Bild. Damit nimmt unsere Versorgungsunabhängigkeit stetig ab. Wer denkt, Österreichs Elektrizität wird nur durch Wasserkraft erzeugt, der irrt. Die heimische Flussund Pumpspeicherkraftwerke decken unseren Bedarf zwar zu rund 2/3, der Rest wird oder besser wurde vorwiegend mit thermischen Kraftwerken erzeugt. Die deutsche Ökostromförderung veränderte diese Tradition. Das Überangebot des massiv geförderten Wind- und Solarstrom senkt immer häufiger den Marktpreis an der Börse. Niedrige Strompreise sind für die energieintensive Industrie zwar erfreulich, aber die Kehrseite ist, dass immer mehr österreichische Kraftwerke vom Netz genommen werden das gefährdet langfristig unsere Versorgungsunabhängigkeit, ist Erich Frommwald, Energiesprecher der sparte.industrie überzeugt. Sogar unsere industriellen, hocheffizienten Kraft- Wärme Kopplungen können nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden und stehen teilweise still, kritisiert Frommwald. Ein weiterer Aspekt erzeugt bei dem Energieexperten Sorgenfalten auf der Stirn. Die hohe Volatilität des Windstromes stellt für die Netzbetreiber eine große Herausforderung dar. Die großen Erzeugungsschwankungen, gepaart mit der nicht verfügbaren Regelenergie aus eingemotteten Gas- Kraftwerken, gefährden unsere hohe Versorgungssicherheit. Hocheffiziente Gaskraftwerke müssen sich wieder rechnen, sie tragen wesentlich zur Versorgungssicherheit bei, stellt Frommwald fest und fordert einmal mehr die teure, wettbewerbsverzerrende Ökostromförderung abzustellen. 2. Jetzt in Leitungsnetzaus- und Neubau für Strom investieren Derzeitige Stromleitungsnetze sind steigenden Anforderungen der zukünftigen Stromversorgung nicht gewachsen. Die Engpässe und Mängel des europäischen Leitungsnetzes für Gas und Strom standen am 26. November 2014 im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe Infrastrukturzyklus. Nationale und regionale Energiestrategien in Europa zeigen Auswirkungen, die vor Staatsgrenzen nicht Halt machen: die Umstellungen von einer zentralen hin zur dezentralen Stromversorgung, das Abgehen von konventioneller hin zu erneuerbarer Stromerzeugung - damit verbunden die Änderung vom Erzeugen von konstanten Strommengen hin zu schwankenden Erzeugungsmengen, hervorgerufen durch die wechselnden Bedingungen bei Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft. Dem gegenüber steht zusätzlich der schwankende Stromverbrauch von Haushalten und Wirtschaft. Dies führt regelmäßig zu Netzüberlastungen in ganz Europa und damit auch in Österreich, da der bestehenden Strominfrastruktur die dafür notwendige Flexibilität fehlt. Diesen faktischen Veränderungen muss man sich stellen, zudem müssen Lösungen für eine nachfrageorientierte und sichere Stromversorgung umgesetzt werden. EN 1 von 6

9 Ausgabe 22 I ENERGIE Mag. DI Johann Baldinger T In Österreich beläuft sich der notwendige Investitionsbedarf bis zum Jahr 2020 auf rund 8,7 Milliarden Euro - mit 2,7 Mrd. Euro für Übertragungsnetze, 1 Mrd. Euro für Verteilnetze der erneuerbaren Energie, 4 Mrd. Euro für Verteilnetze und 1 Mrd. Euro für den Smart Meter Rollout. Zur Finanzierung sind auch EU-Fördermittel notwendig, wie zum Beispiel Horizon 2020, Connecting Europe Facility (CEF), Europäischer Struktur- und Investitionsfonds und derzeit günstige Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB). Durch die Festsetzung von 12 Infrastrukturkorridoren durch Europa haben 12 Projekte im Strombereich und 4 Projekte im Gasbereich Förderrelevanz in Österreich. Begleitet durch eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren - Verfahrensdauern von 10 Jahren und mehr sind nicht zukunftsorientiert - und eine weitere Bereitstellung von nationalen Fördermitteln können diese Ziele erreicht werden. Gerade das gestern vorgestellte EU-Förderpaket im Umfang von mehr als 300 Mrd. Euro lässt Hoffnung aufkommen, dass hier zielgerichtete Lösungen umgesetzt werden können. Die Modernisierung der Energienetze bringt eine Vielzahl von Vorteilen für die Allgemeinheit, stellt Martin Graf, Vorstand der Energie-Control Austria, fest. Dazu gehört die Erhöhung der Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität, eine Integration von erneuerbaren Energien und geringere Regelenergiekosten durch verbessertes nachfrageseitiges Management. Dadurch werden personalisierte und maßgeschneiderte Produkt- und Serviceangebote möglich. Eine zeitnahe Aufbereitung von Verbrauchsinformationen wird das persönliche Nutzerverhalten positiv und in Richtung Effizienz beeinflussen. Für den Endkunden, zu dem auch die österreichische Industrie zählt, ist die gesicherte Energieversorgung und eine dringende Reduktion der komplexen Regelungen von höchster Priorität, betont Manfred Engelmann, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der WKÖ. Die Europäische Energiewende im Sinne der Ökologie und Nachhaltigkeit muss durch smarte Energielösungen herbeigeführt werden, die nicht zu Lasten des Produktionsstandorts gehen. Graf und Engelmann nennen gemeinsam 7 Gründe für das zeitliche Vorziehen von in Zukunft zwingenden Netzinvestitionen: 1. Belebung der heimischen Konjunktur und Binnennachfrage 2. Beschäftigungsimpulse für den österreichischen Arbeitsmarkt 3. Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der regionalen Wertschöpfung 4. Verbesserung der Versorgungsicherheit bei Gas und Strom 5. Inanspruchnahme von europäischen Finanzierungmitteln (z.b. EIB) 6. Attraktivitätssteigerung des Forschungs- und Technologiestandortes 7. Klares Bekenntnis zum europäischen Binnenmarkt (KR) 3. Aktuelle und künftige Rolle des Energiegiganten Russland Im Vorfeld der Klimaenergy 2015 ( in Bozen) (W erscheint auf der Webseite eine Artikel-Serie zu relevanten Energiethemen und zur Zukunft der Energie. Im Folgenden ist ein Artikel der Energie- Expertin Monika Psenner nachzulesen, in dem sie sich eingehend mit dem Energiegiganten Russland befasst. Weitere Artikel der Serie finden sich auf der Webseite der Klimaenergy EN 2 von 6

10 Ausgabe 22 I ENERGIE Mag. DI Johann Baldinger T Russland spielt auf den globalen Energiemärkten eine dominante Rolle. Seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise ist Russlands Bedeutung als Energielieferant für Europa besonders präsent geworden. Wie wichtig ist Russlands Gas und Erdöl für Europa und welchen Stellenwert nimmt Russland im weltweiten Energieangebot ein? Gibt es Alternativen für Europas Abhängigkeit von russischem Gas? Gigantische Erdöl-, Gas- und Kohlebestände Russland, das flächenmäßig größte Land der Welt, verfügt über riesige Erdöl-, Gas- und Kohlevorkommen. Die Erdöl- und Gas-Vorkommen befinden sich in den verschiedenen Regionen des riesigen Landes: im Ural/Wolga-Gebiet im Westen, im Nordwesten, im Nord-Kaukasus, in Westsibirien, in Ostsibirien und im Fernen Osten. Nicht zuletzt werden auch riesige Erdöl- und Gasvorkommen in den Arktischen Regionen Russlands vermutet, wobei die Exploration erst am Anfang steht. Derzeit konzentriert sich die Erdöl- und Gasförderung hauptsächlich auf Westsibirien und die Ural/Wolga- Region. Das rasante Wachstum der Asiatischen Märkte und die damit verbundene steigende Energienachfrage sowie die Anwendung neuer Technologien werden mittel- und längerfristig dazu führen, dass die Erdöl-und Gasförderung in Ostsibirien, im Fernen Osten Russlands sowie in den Arktischen Regionen stark ansteigen wird. Russland verfügt auch über große Schiefergas- und Schieferölvorkommen, deren Förderung noch gar nicht begonnen hat. Russland verfügt weltweit über die zweitgrößten Gas- und Kohlevorkommen und rangiert bei Erdöl auf Platz 8. Wenn es gelingt die Erdöl- und Erdgasressourcen in den Arktischen Regionen zu erschließen, könnte das Russlands Reserven noch wesentlich erhöhen. Zählt man Erdöl und Gas zusammen, so ist Russland der weltweit größte Exporteur von fossiler Energie mit einem jährlichen Exportvolumen von 7,5 Millionen Barrels Erdöl pro Tag und 230 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr. Russlands Wirtschaft ist stark von seinen Gas- und Erdölexporten abhängig. Einnahmen aus Gas und Erdöl machen mehr als 50 Prozent des Budgets und fast 70 Prozent der Exporteinnahmen aus. Wegen der starken Energieexportabhängigkeit wirken sich Änderungen der Energiepreise sehr stark auf Russlands Wirtschaft aus. Privatisierung und Verstaatlichung der Öl- und Gasindustrie Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Erdöl- und Gasindustrie privatisiert, in den darauffolgenden Jahren wurde jedoch ein großer Teil wieder verstaatlicht. Die staatliche Firma Rosneft ist die größte Erdölgesellschaft Russlands. Daneben gibt es auch private Ölfirmen wie zum Beispiel Lukoil und Novatek. Die staatliche Firma GAZPROM dominiert die Gasindustrie und produziert circa 75 Prozent vom russischen Gas. Sie hat auch ein Monopol auf die Gasexporte. Die Regierung plant den Gasmarkt schrittweise zu liberalisieren, vor allem was den Export von LNG betrifft. Für ausländische Firmen gestaltet sich eine Zusammenarbeit mit russischen Firmen oft sehr schwierig. Eine wichtige Kooperation besteht zwischen Rosneft und ExxonMobil zur Erschließung der Öl- und Gasvorkommen im Arktischen Bereich der Barentssee. Rosneft verfügt nicht über die notwendigen Technologien, um Erdöl und Gas in der Arktischen Region zu fördern und ist deshalb auf das Knowhow ausländischer Firmen angewiesen. Über die Hälfte von Russlands Energieverbrauch wird durch Gas abgedeckt, 22 Prozent durch Erdöl, 13 Prozent durch Kohle und je 6 Prozent durch Wasserkraft und Atomenergie. Im Unterschied zu anderen Regionen und Ländern der Welt machen erneuerbare Energien mit 0,1 Prozent einen unbedeutenden Teil aus. EN 3 von 6

11 Ausgabe 22 I ENERGIE Mag. DI Johann Baldinger T Wegen der billigen Energiepreise für Unternehmen und private Konsumenten wurde in der Vergangenheit einerseits kein Anreiz gegeben die Energieeffizienz zu steigern und andererseits erneuerbare Energien als Alternative zu fossilen Energien zu fördern. Die Energiepreise werden nach und nach angehoben, weshalb es jetzt Bestrebungen bei den Konsumenten gibt, die Energieeffizienz zu steigern und auch in erneuerbare Energien zu investieren. Durch diese Einsparung stünde in Zukunft mehr Erdöl und Gas für den Export zur Verfügung. Laut Angaben des russischen Energieministeriums besteht bis 2020 ein enormes Einsparungspotential im Umfang von ungefähr 40 Prozent bis 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs des Jahres Zweitgrößter Erdölproduzent der Welt Russland produzierte im Jahre Prozent des weltweiten Erdöls und war nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Erdölproduzent. Mit einem Anteil von 18 Prozent an der weltweiten Gasproduktion ist Russland nach den USA auch der zweitgrößte Gasproduzent. Obwohl Russland auch über sehr große Kohlevorkommen verfügt, produziert es nur geringe Mengen an Kohle, 4,3 Prozent der weltweiten Kohleproduktion. Die Exportkapazitäten von Erdöl, aber besonders von Gas machen Russland zu einem überaus wichtigen Player auf den Weltenergiemärkten. Mit 225,5 Milliarden Kubik Meter oder einem Anteil von 22 Prozent am weltweiten Gasexport im Jahre 2013 ist Russland bei weitem der größte Gasexporteur der Welt. Der nächstgrößte Gasexporteur ist Katar mit einem Anteil von 12 Prozent. Ungefähr 60 Prozent des russischen Gasexports wurden im Jahre 2013 über Pipelines nach Ost- und Westeuropa geliefert, während 22 Prozent in die Ukraine, nach Weißrussland und in andere CIS -Länder und 12 Prozent an die Türkei geliefert wurden. Lediglich 6 Prozent wurden als LNG nach Japan, Südkorea und Taiwan geliefert, da Russland nur über eine Gas- Verflüssigungsanlage auf der Insel Sachalin im Fernen Osten verfügt. Um in Zukunft den LNG-Handel auszuweiten, sind weitere LNG-Anlagen geplant, zum Beispiel auf der Jamal-Halbinsel in Westsibirien und in Wladiwostok im Fernen Osten. Aus der geographischen Gegebenheit heraus ist es naheliegend, dass Ost- und Westeuropa und die CIS- Länder die natürlichen Abnehmer von russischem Gas sind, da vor allem auch ein entsprechendes Pipeline-Netzwerk, das über Jahre gewachsen ist, zur Verfügung steht. Ein Großteil der russischen Gaslieferungen nach Europa durchquert die Ukraine, welche somit ein wichtiges Transitland für russisches Gas nach Europa ist. Für jene Länder, die einen großen Teil ihrer Gasnachfrage von Russland beziehen, kann diese starke Abhängigkeit riskant werden, wie sich bereits in den Jahren 2005/2006 und 2007/2008 gezeigt hat, als es zwischen der Ukraine und Russland zu Gaspreisstreitigkeiten kam. South Stream auf Eis gelegt Die gegenwärtige Ukraine-Krise hat zu einer weiteren Eskalation geführt. Russland ist sehr daran interessiert die geplante South Stream -Gaspipeline zu bauen, die durch das Schwarze Meer und über den Balkan Gas nach Europa liefern und so keinen Transit durch die Ukraine benötigen würde. Die EU hat vorläufig das Projekt South Stream auf Eis gelegt. Der Bau dieser Pipeline ist allerdings schon sehr weit fortgeschritten und es wäre wohl im Sinne der EU und Russlands das Projekt zu Ende zu führen. EN 4 von 6

12 Ausgabe 22 I ENERGIE Mag. DI Johann Baldinger T Es zeigt sich ein sehr unterschiedliches Bild bezüglich der Abhängigkeit der europäischen Länder von den russischen Gasimporten. Länder wie Finnland, die Slowakei und Ungarn sind zu 100 Prozent von russischen Gasimporten abhängig, während Irland, Spanien und Großbritannien kein Gas aus Russland importieren. Polen, Griechenland und Österreich beziehen drei Viertel oder mehr ihrer Gasimporte aus Russland. Im Durchschnitt bezog Europa im Jahre Prozent der Gasimporte aus Russland. Welche Alternativen zu russischem Gas gibt es für Europa, sollte es im kommenden Winter als Folge der Ukraine-Krise zu Lieferengpässen kommen? Auf den Weltmärkten gibt es gegenwärtig ein genügend großes Gasangebot. Europa könnte LNG (Flüssiggas) aus diversen Ländern beziehen, allerdings zu einem wesentlich höheren Preis. Die Gasspeicher sind laut Berichten der Europäischen Länder gefüllt und würden so kurzfristige Lieferstopps auffangen. Da die russische Wirtschaft extrem stark von den Energieexporten abhängig ist, scheint es eher unwahrscheinlich, dass Russland die Gaslieferungen nach Europa stoppt. Längerfristig gesehen wird die Ukraine-Krise vermutlich dazu führen, dass Europa seine Gasimporte stärker diversifiziert. Länder mit entsprechendem Exportpotential gäbe es genug, vorausgesetzt die entsprechenden Infrastrukturprojekte werden errichtet: einerseits der Bau von Pipelines und andererseits Gasverflüssigungsanlagen in den Gasexportländern und die dazu erforderlichen LNG-Terminals in den Importländern. Katar, Iran und Aserbaidschan verfügen über enorme Gasreserven und wären in der Lage einen bedeutenden Beitrag zu Europas Gasnachfrage zu leisten. Auch Nigeria verfügt über große Gasreserven und seit die USA kaum noch Gas importieren, sucht Nigeria nach neuen Abnehmern. Während der Bau von Pipelines mehrere Jahre in Anspruch nehmen würde, könnten LNG-Lieferungen kurzfristig per Schiff erfolgen, vorausgesetzt die Gasverflüssigungsanlagen und die entsprechend LNG Terminals in den Importländern sind vorhanden. Europa der Kernmarkt für russisches Erdöl Europa ist auch für russisches Erdöl der wichtigste Markt. Deutschland ist der größte Importeur von russischem Erdöl, gefolgt von den Niederlanden und China. Im Unterschied zu Gas, gibt es bei den Erdölimporten eine viel stärkere Diversifikation bezüglich der Importländer und deshalb keine starke Abhängigkeit. Zudem ist es bei Erdöl wesentlich leichter auf andere Exportländer auszuweichen, da der Erdölhandel viel flexibler ist, zumal er nicht auf Pipelines oder spezielle LNG-Tanker angewiesen ist. Trotz geopolitischer Differenzen infolge der Ukraine-Krise wird Russland auch in Zukunft für Europa ein wichtiger Erdöl- und Gaslieferant bleiben. So begannen die russische staatliche Erdölgesellschaft Rosneft und der amerikanische Ölmulti ExxonMobil im August 2014 trotz Sanktionen gemeinsame Probebohrungen in der Karasee im Nordpolarmeer. Ob die neuen verschärften Sanktionen dieses Projekt tatsächlich stoppen werden, bleibt abzuwarten. Die Vorteile für Europa und Russland, vor allem wegen der geographischen Nähe und der über Jahrzehnte aufgebauten guten Beziehungen sind zu groß und die Handelsbeziehungen zu eng verflochten, als dass sie von geopolitischen Auseinandersetzungen dauerhaft geschädigt werden können. Als eine logische Folge der Ukraine-Krise wird Russland versuchen neben Europa neue Märkte zu erschließen, wie sich bereits gezeigt hat (kürzlich abgeschlossener Gasliefervertrag mit China), und Europa wird sich bemühen, seine Gasimport-Abhängigkeit von Russland zu verringern. EN 5 von 6

13 Ausgabe 22 I ENERGIE Mag. DI Johann Baldinger T Blu-ray-Discs machen Solarzellen noch effizienter Lichtabsorbtion entscheidend - 21,8 Prozent mehr Leistung möglich Blu-ray-Discs bieten nicht nur hochqualitatives Fernsehvergnügen, sondern können auch die Leistungsfähigkeit von Solarzellen erhöhen, wenn es nach den Forschern der Northwestern University (W geht. Die Informationsmuster auf den Discs verbessern die Lichtabsorbtion im Solarspektrum signifikant. Die Steigerung betrug in ersten Tests 21,8 Prozent. Richtige Textur relevant Es ist so, als ob Elektroingenieure und Computerforscher, die die Blu-ray-Technologie entwickelten, im Unterbewusstsein unseren Job gemacht haben, sagt Jiaxing Huang, Chemiker und Materialforscher in der McCormick School of Engineering and Applied Science (W Das Muster der Datenlagerung, wird es auf die Oberfläche von Solarzellen transferiert, ist die richtige Textur, um die Lichtabsorption in Solarzellen zu verbessern und deren Leistung zu steigern. Die Forscher testeten eine Vielzahl an Genres auf Blu-ray-Discs - unter anderem TV-Shows, Actionfilme, Dramen und Dokumentationen. Dabei fanden sie heraus, dass der Inhalt bei der Lichtabsorption in den Solarzellen keine Rolle spielt. Die Muster einer Blu-ray-Disc arbeiten dank spezifischer Datenkomprimierung besser als vergleichbare Texturen. Die Anordnung der binären Codes (0 und 1) bei 150 bis 525 Nanometer ist perfekt geeignet, um die Qualität von Solarzellen zu verbessern. EN 6 von 6

14 STEUERN UND FINANZEN Dr. Ernst Grafenhofer T Neues Mehrwertsteuersystem: schädlich für Steuerbetrüger, nützlich für Steuerreform Die EU-Kommission überlegt, ein einfacheres, wirksameres und betrugssichereres Mehrwertsteuersystem für den Binnenmarkt in der EU einzuführen. Ziel ist die Schaffung eines endgültigen Mehrwertsteuersystems, das das seit mehr als 20 Jahren in der EU geltende vorläufige und überholte System ersetzen soll. Das künftige Mehrwertsteuersystem soll im Vergleich zum aktuell geltenden den Bedürfnissen der Wirtschaft im Binnenmarkt besser gerecht werden und weniger betrugsanfällig sein. Es enthält fünf Optionen für die Gestaltung des künftigen Mehrwertsteuersystems. Im nächsten Schritt wird die Kommission bewerten, welche Auswirkungen die einzelnen Optionen für die Unternehmen und die Mitgliedstaaten haben würden. Im Frühjahr 2015 erfolgt auf Grundlage ihrer Erkenntnisse, wie weiter vorgegangen werden soll. Die sparte.industrie, die die generelle Umkehrung der Steuerschuld präferiert, sieht dieses Modell als sehr positiv an. Denn bei der Umkehrung der Steuerschuld schuldet in der Unternehmerkette der Kunde und nicht der Lieferant die Mehrwertsteuer. Die Besteuerung erfolgt dort, wo der Kunde niedergelassen ist. Bei diesem System ist keine aufwändige Registrierung in anderen EU-Ländern notwendig. Auch der organisierte Steuerbetrug bei sogenannten Karussellbetrugsfällen ist bei diesem Steuermodell ausgeschaltet. Wenn professioneller Steuerbetrug in Milliardenhöhe durch das neue Mehrwertsteuersystem verhindert wird, kann man die dafür freiwerdenden Mittel für Reformen bei der Lohn-, Einkommenund Körperschaftsteuer nutzen, sieht Anette Klinger, Steuersprecherin der sparte.industrie den Vorteil des neuen Systems. Allein in Österreich würde dies ein bis zwei Milliarden Euro ausmachen. Nähere Informationen finden sie unter SF 1 von 4

15 STEUERN UND FINANZEN Dr. Ernst Grafenhofer T Die Finanzpolizei: Vorbereiten und Verhalten bei Kontrollen Checkliste Die Finanzpolizei als Organ der öffentlichen Aufsicht und als Organ der Abgabenbehörde hat ein vielseitiges Aufgabenspektrum. Die Aufgaben lassen sich wie folgt umschreiben: Steueraufsicht (Aufsichts- und Kontrolltätigkeiten zum Zwecke der Abgabenerhebung) ordnungspolitische Maßnahmen (Arbeitsmarktaufgaben, Kontrollen nach dem Sozialbetrugsgesetz, Einhaltung des Glückspielgesetzes) Auftragsaufgaben Für Details zu den Rechten und Pflichten der Finanzpolizei, aber auch des Unternehmers empfiehlt sich die umfangreiche Broschüre der Wirtschaftskammer Finanzpolizei. Die wichtigste Frage für den Unternehmer ist, wohl jene, wie man sich optimal auf eine derartige Kontrolle vorbereitet und wie man sich im Rahmen einer Kontrolle verhält! Vorbereitung auf eine Kontrolle Schulung und Vorbereitung der Mitarbeiter Telefonliste mit wichtigen Telefonnummern zusammenstellen, welche im Rahmen einer Kontrolle zu kontaktieren sind Stellvertreter bei Abwesenheit des Unternehmers bestimmen Ordner mit den am häufigsten abgefragten Unterlagen/Informationen vorbereitet und griffbereit haben SF 2 von 4

16 STEUERN UND FINANZEN Dr. Ernst Grafenhofer T Verhalten während einer Kontrolle Ruhe bewahren und kooperativ zeigen! eigenes Gedächtnisprotokoll verfassen (unangemessenes Verhalten durch die Finanzpolizei bei der Kontrolle sollte unbedingt schriftlich dokumentiert werden) Dienstausweis zeigen lassen (sollte unaufgefordert erfolgen) Wer ist der Einsatzleiter? Rechtsgrundlage erfragen, Rechtsbelehrung gegebenenfalls aktiv einfordern Identitätsfeststellung: ausländische Mitarbeiter unterliegen der Ausweispflicht Ausweis immer mitführen - Kontrollhandlung wird erleichtert/beschleunigt, wenn auch inländische Mitarbeiter ihren Ausweis vorweisen können (kooperativ zeigen) Betretungsrecht: Begleitung der Finanzpolizisten bei der Betriebsbegehung - Hygiene- und Sicherheitsvorschriften müssen eingehalten werden - Privaträume dürfen nicht betreten werden Zurverfügungstellung eines eigenes Raumes für die Befragung und Durchsicht der Unterlagen Wenn möglich Rechtsanwalt bzw. Steuerberater (bei Kontrollen gem. BAO) hinzuziehen Angabe über Anzahl der Mitarbeiter Niederschrift verlangen und diese überprüfen, eventuell Punkte ergänzen (wenn möglich) SF 3 von 4

17 STEUERN UND FINANZEN Dr. Ernst Grafenhofer T Ordner mit Unterlagen vorbereiten und aktuell halten. Die am häufigsten angeforderten Unterlagen sind (beispielhaft aufgeführt): eventuell Kopie des Ausweises eventuell Kopie der E-Card Anmeldung bei der Sozialversicherung immer vor Beginn der Tätigkeit Arbeitsverträge/Werkverträge/Lehrverträge vereinbarte Arbeitszeiten/Arbeitszeitaufzeichnungen/Dienstpläne/Einsatzpläne Beschäftigungsbewilligungen Entsendungsbewilligungen Arbeitserlaubnis Nachweis der Gewerbeberechtigung Handbuch der Kassa im Rahmen der Kassenkontrolle Sollte die Lohnverrechnung ausgelagert sein, so sollten zumindest die wichtigsten Daten (Anmeldungen, Lohnkonten usw.) im Unternehmen aufliegen. Branchenspezifische Unterlagen können ebenfalls kontrolliert werden (z.b. Bautagebuch), es empfiehlt sich auch derartige Unterlagen bereit zu halten. 3. Ausschöpfung Handwerkerbonus - neuer Zwischenstand für 2014 Letzte Woche machte Präsident Leitl eine Medienaussendung im Zuge des Wirtschaftsparlaments mit folgendem Inhalt: Als echtes Erfolgsmodell habe sich der Handwerkerbonus erwiesen, der nach langjährigem Drängen der WKÖ mit 1. Juli dieses Jahres eingeführt wurde. Die für heuer bereit gestellten Fördermittel von 10 Millionen Euro sind bereits jetzt zur Gänze ausgeschöpft, weshalb die Wirtschaftskammer in Verhandlungen mit dem Finanzministerium eine Überbrückungslösung bis Anfang 2015 gefunden hat, bis die nächsten 20 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Nun ist gewährleistet, dass anstehende Förderfälle auch über die 10 Millionen Euro hinaus noch heuer abgewickelt werden können, so Leitl. Mein expliziter Dank gilt Finanzminister Schelling, der hier zu kreativen und flexiblen Wegen bereit war. Die Details werden noch erarbeitet. Wichtig war uns, Frustration bei den Handwerksbetrieben und ihren Kunden zu verhindern und legale Arbeit gegenüber Pfusch zu fördern. SF 4 von 4

18 TECHNOLOGIE Mag. DI Johann Baldinger T Struktureller Wandel durch Industrie 4.0 wird die Welt verändern Das Thema Industrie 4.0 hat Österreich als mächtige Hype-Welle überrollt. Trotzdem darf diese Innovation nicht als Modeerscheinung abgetan werden. Betrachtet man Industrie 4.0 in globalem Kontext sind sich die entwickelten Industrienationen einig: der industrielle Strukturwandel hat längst begonnen, ist unaufhaltsam und gewinnt an Fahrt. Schon jetzt ist erkennbar, wie sich diese anfängliche Vision als Realität bemerkbar macht. Egal, wo hin das Auge fällt, das klassische Fertigungsverfahren oder geläufige Produktionsprozesse haben einem vernetzen und IT-intensivem Ablauf Platz gemacht. Die vierte Industrie-(R)Evolution, die ein Zusammenwachsen von physikalischen und digitalen Welten mit sich zieht, hat begonnen und wird die Welt in den kommenden Jahrzehnten vielschichtig verändern. Zum einen in der Art, wie Güter hergestellt werden. Zum anderen aber auch die Gesellschaft und die Arbeitsplätze. Österreichs Industrie ist Industrie 4.0 -tauglich Ist der Produktionsstandort Österreich für Industrie 4.0 gerüstet? Aufgrund der Entwicklungen der letzten 15 Jahre ist diese Frage mit einem klaren Ja zu beantworten. Österreich hat bereits gute Voraussetzungen für die Bewältigung des Strukturwandels erfüllt und Oberösterreichs Unternehmen sind dabei meist sogar die Vorreiter, ist Günter Rübig, Obmann der sparte.industrie überzeugt. Dies zeigt sich sowohl in der breiten industriellen Basis, als auch in der überdurchschnittlich hohen Industriequote und der weltweit höchsten Produktivitätsraten. Auch sind die hohe Anzahl an entsprechenden Weltmarktführern in Nischenbereichen und die hohe F&E-Intensität unserer Unternehmen eine wesentliche Voraussetzung um Industrie 4.0 erfolgreich einzuführen. 2. Innovations-Roadmap: Innovationen erfolgreich auf die Straße bringen Eine neue Idee umzusetzen und daraus eine Innovation zu machen erfordert viel Energie und Durchhaltevermögen. Da kann es schnell passieren, dass man gerade bei der Vermarktung nicht mehr alles überblickt. Daher bietet das Innovations-Service der WKOÖ gemeinsam mit der Experts Group Innovation eine Roadmap, zur ersten Selbsteinschätzung und als Überblick, sowie weitere Beratungsmaßnahmen zur erfolgreichen Vermarktung. Nähere Informationen finden Sie >> hier. TI 1 von 3

19 TECHNOLOGIE Mag. DI Johann Baldinger T FFG Akademie: Future and Emerging Technologies: Was macht einen erfolgreichen Antrag aus? Im Rahmen der FFG Akademie bietet der Bereich für Europäische und Internationale Programme seit 2007 spezifische Trainings für TeilnehmerInnen und InteressentInnen am EU-Forschungsrahmenprogramm (EU-RP) an. Am findet wieder das Training Future and Emerging Technologies: Was macht einen erfolgreichen Antrag aus? statt. Das Training richtet sich in erster Linie an ForscherInnen, die eine Einreichung im März 2015 im Programm Future and Emerging Technologies - FET-Open 2015 planen. Termin: Donnerstag, 29. Jänner 2015, 9:30 bis ca. 17:30 Uhr Ort: ÖFSE - C3, Alois Wagner Saal, Sensengasse 3, 1090 Wien Die Anmeldung und weitere Informationen finden Sie >> hier. Informationen zu allen weiteren Trainings finden Sie unter: 4. Computerchip tickt wie menschliches Gehirn von Christoph Kinast, Wirtschaftsblatt Der Chip TrueNorth ist wie ein menschliches Gehirn aufgebaut und soll die Computerindustrie revolutionieren. Ängste vor Horrorszenarien sind laut Experten unbegründet. Arnold Terminator Schwarzenegger und Keanu Reeves als Computerhacker Neo im Film Matrix haben eines gemeinsam: Sie bekämpfen Roboter, die Personen erkennen, Lösungen finden und sogar denken können wie Menschen. Forscher von IBM haben nun einen Computerchip konstruiert, der wie ein menschliches Gehirn funktioniert und die IT-Branche revolutionieren könnte. Sechs Jahre Entwicklungszeit, 200 Experten und 53 Millionen US-$Forschungsgelder vom US-Verteidigungsministerium brauchte es, um den Computerchip mit dem Namen TrueNorth entwickeln zu können. Ein Meilenstein in der Forschung: Der Chip soll es ermöglichen, komplexe, verknüpfte Probleme in Zukunft effizienter zu lösen. Technische Revolution Richtig eingesetzt habe der Chip das Potenzial, die Computerindustrie zu revolutionieren, erklärt IBM- Chefentwickler Dharmendra Modha. Selbstfahrende Autos, Altenpflegeroboter, die erkennen, wenn ihr Patient krank ist, und Suchroboter, die wie Hunde selbstständig nach bestimmten Gerüchen suchen können, würden damit eines Tages möglich werden. Pro Sekunde und Watt Stromverbrauch soll der Chip 46 Milliarden synaptische Rechenoperationen ausführen können, wie der IT-Blog Golem berechnete. An die außergewöhnliche Rechenleistung eines menschlichen Gehirns kommt TrueNorth jedoch bei Weitem nicht heran. Selbst Supercomputer müssen minutenlang rechnen, um nur eine einzelne Sekunde menschlicher Hirntätigkeit zu simulieren. Es sei auch gar nicht notwendig, das menschliche Gehirn nachzubauen, erklärt Stephan Hutterer, Vortragender beim hochkarätigen Gecco-Kongress in den USA und Experte für künstliche Intelligenz. Es gehe vielmehr darum, einzelne Bereiche mathematisch nachzubauen und so Probleme zu lösen. TI 2 von 3

20 TECHNOLOGIE Mag. DI Johann Baldinger T Gerade im Bereich der Datenverarbeitung gäbe es den größten Bedarf. Durch das Internet ist die Menge an Daten so groß geworden, dass Menschen sie nicht mehr verarbeiten können. Computerprogramme mit künstlicher Intelligenz helfen dabei, diese Informationen zu filtern, und machen es Menschen möglich, sich auf die wichtigen Entscheidungen zu konzentrieren. Angst vor Terminator Bilder aus Hollywood-Filmen, in denen Menschen gegen bewaffnete Roboterarmeen um ihr Leben kämpfen, schüren Ängste vor dem Fortschritt der künstlichen Intelligenz. Doch die Befürchtung, dass Computer sich gegen ihre Erschaffer auflehnen, ist absolut unbegründet, erklärt Hutterer. Ein Programm kann niemals intelligenter als sein Schöpfer werden. Es kann sich keine eigene Meinung bilden oder sich selbst mit einem Bereich beschäftigen, der ihm von seinem Programmierer nicht vorgegeben wurde, beruhigt der Experte. Wie die Forschung im Bereich der Computerchips weitergehen wird, ist noch unklar. Fest steht aber, dass TrueNorth nicht das Ende der Entwicklung ist, wie der IBM-Chefentwickler Modha klarstellt. True North sei eine Richtung und nicht das Ende der Reise. Quelle: Gehirn TI 3 von 3

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