Der falsche Weg. Beziehungsprobleme rauben den Schlaf. Positive Erlebnisse können auch den Schlaf rauben. Wann habe ich eine Schlafstörung?

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2 Wann habe ich eine Schlafstörung? 19 Beziehungsprobleme rauben den Schlaf Ein möglicher Auslöser ist eine Trennung. Trennungen gehören zu den traumatisierendsten und am schwersten zu verarbeitenden Erlebnissen: Eine Partnerschaft geht zu Ende, was auch immer mit Ver lust ängsten verbunden ist. Denn nicht nur die Liebe ist vorbei, sondern es stellen sich gleichzeitig auch weitere Sorgen ein, beispielsweise über die Zukunft der Kinder oder die finanzielle Situation. Der Verlust einer geliebten, nahestehenden Person ist ein weiteres stark einschneidendes Ereignis. Ebenso beschäftigen Krankheiten und Operationen, egal ob eigene oder solche, die Familienangehörige betreffen, unsere Gedanken sowohl am Tag als auch in der Nacht. Darüber hinaus können auch Ereignisse wie plötzliche Arbeitslosigkeit oder finanzielle Probleme Schlaflosigkeit auslösen, genauso wie Sorgen über die eigenen Kinder, Probleme am Arbeitsplatz (Mobbing), Überarbeitung und Erschöpfung. Positive Erlebnisse können auch den Schlaf rauben Der falsche Weg Leider sind genau die Verhaltensweisen, die Sie jetzt am wahrscheinlichsten zeigen werden, falsch und verschlechtern häufig den Schlaf noch weiter: Sie schauen z. B. auf die Uhr, um zu kontrollieren, wie spät es ist, Sie gehen früher ins Bett oder Sie bleiben morgens länger im Bett liegen, um sich auszuruhen. Sie vermeiden vieles, was Sie»aufputschen«und daran hindern könnte, einen ruhigen Schlaf zu finden. Ich möchte Ihnen in diesem Buch zeigen, wie Sie wieder auf den richtigen Weg kommen und Ihrer Schlafstörung wirksam entgegentreten können. Häufig unterbewertet bei der Entstehung von Schlafstörungen sind Auslöser wie ein Umzug oder eine Hochzeit. Obwohl es sich hierbei in der Regel um positive Erlebnisse handelt, zählen diese beiden Ereignisse dennoch zu den sog.»critical life events«, also einschneidenden Lebenssituationen, und gelten damit als potenziell extrem stressauslösend. Gleiches gilt für den letzten Punkt, die Verliebtheit: Verliebt sein ist schön, allerdings werden bei akut Verliebten auch eine Menge an Glücks- und Stresshormonen freigesetzt, die den Schlaf ebenfalls sehr stören können. Daher ist es eigentlich ganz normal, nach den beschriebenen Ereignissen schlecht und unruhig zu schlafen. In solchen Fällen spricht man von einer Anpassungsinsomnie, die bei fast jedem auftreten kann.

3 20 Selbsttest Schlafstörungen Schlafstörungen können viele Ursachen haben und Ihren Alltag stark beeinträchtigen. Finden Sie heraus, ob Sie Anzeichen einer Schlafstörung aufweisen und was die möglichen Ursachen sein könnten. Leiden Sie an einer Insomnie? Beachten Sie, dass dieser Test nicht die Diagnose durch einen Facharzt ersetzt, sondern Ihnen lediglich eine Tendenz aufzeigen kann. Bitte beantworten Sie einfach die folgenden Fragen mit Ja oder Nein: Ja Nein Brauchen Sie länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen? Werden Sie nach dem Einschlafen wieder wach? Dauert das Einschlafen dann wieder länger als eine halbe Stunde? Fühlen Sie sich nach dem Schlafen müde? Sind Sie auch tagsüber müde? Sind Sie innerlich angespannt? Vermeiden Sie einige Dinge, um besser schlafen zu können? Denken Sie oft über Ihre Schlafprobleme nach? Dauern Ihre Schlafbeschwerden bereits länger als drei Monate an? Auswertung: Falls Sie mindestens sechs der neun Fragen mit Ja beantwortet haben, handelt es sich bei Ihren Beschwerden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um eine chronische Ein- und Durchschlafstörung, also um eine Insomnie.

4 Was ist die Ursache Ihrer Insomnie? Welche der folgenden Faktoren könnten für Ihre Schlafstörung (mit)verantwortlich sein: 21 Ja Nein Körperliche Ursachen: Könnten die Wechseljahre vor der Tür stehen? Leiden Sie an einer Depression? Hat sich Ihr Schlafbedürfnis in letzter Zeit geändert? Leiden Sie an Erkrankungen oder nehmen Sie Medikamente, die Ihren Schlaf beeinflussen? Nehmen Sie Nahrungsmittel oder Genussmittel bzw. Drogen zu sich, die Ihren Schlaf stören? Hatten Sie eine Operation? Hatten Sie einen Unfall? Haben Sie vor kurzer Zeit entbunden? Persönliche Aspekte: Müssen Sie nachts oft aufstehen, um sich um Kinder oder andere Angehörige zu kümmern? Haben Sie seit längerer Zeit große Sorgen? Reisen Sie oft? Sind Sie überempfindlich? Haben Sie finanzielle Sorgen? Haben Sie familiäre Probleme? Fühlen Sie sich einsam? Liegt eine Trennung hinter Ihnen? Haben Sie ein schlechtes Gewissen? Haben Sie Beziehungsprobleme? Berufliches Umfeld: Grübeln Sie viel und häufig und fühlen sich beruflich unter Druck? Arbeiten Sie im Schichtdienst? Arbeiten Sie zu viel? Haben Sie Schwierigkeiten mit Ihrem Vorgesetzten oder mit Ihren Kollegen? Auswertung: Betrachten Sie nun die Fragen, die Sie mit Ja angekreuzt haben. Stellen Sie eine Häufung in einem Bereich fest? Vielleicht kommen Sie der Ursache Ihrer Schlafstörung schon auf die Spur?

5 22 Wer ist anfällig für Schlafstörungen? Aus vielen Gründen können Menschen schlecht schlafen. Die Gründe sind so vielfältig wie die individuelle Lebenssituation eines jeden Menschen. Vielleicht liegt die Erklärung für Ihre Schlafstörung auf der Hand. Haben Sie vor kurzem ein Baby bekommen, das Ihnen nun den Schlaf raubt? Stehen Sie gerade vor einer Trennung oder haben Sie sich gerade getrennt? Machen Sie sich Gedanken über Ihre Gesundheit? Oder stellen Sie fest, dass Ihr geliebter Espresso am Abend bei Ihnen seit neustem zu Herzrasen führt? Arbeiten Sie im Schichtdienst, der Ihren Rhythmus durcheinanderbringt? Oder grübeln Sie einfach nur zu viel? Häufig ist nicht eine Ursache dafür auszumachen, wegen der wir schlecht schlafen, sondern es handelt sich um eine Kombination aus inneren und äußeren Faktoren. Zusammen hindern sie uns entweder daran, einzuschlafen, oder führen dazu, dass wir häufig nachts wach werden oder viel zu früh am morgen wenn wir noch gar nicht ausgeschlafen sind wieder aufwachen. Viele Gründe für Schlafstörungen Ein erster Schritt zur Lösung Ihrer Schlafprobleme ist es natürlich, die Ursachen hierfür zu identifizieren. Als Leiterin einer großen Schlafambulanz spreche ich täglich mit mindestens 20 Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, das sind etwa Patienten im Laufe eines Jahres. Alle haben das gleiche Problem, aber unterschiedliche Ursachen sind dafür verantwortlich. Nie ist die Lösung für die Schlafprobleme ganz einfach dann wären diese Personen nicht bei mir in der Schlafambulanz gelandet. Aber ich verspreche Ihnen: Es gibt Wege, die aus der Schlaflosigkeit führen. Wenn Sie die Ursachen für Ihre Schlaflosigkeit herausfinden, können Sie gezielt daran arbeiten und versuchen, die Auslö-

6 23 Durchschlafstörungen unterschiedlichen Ursprungs, wobei auffälligerweise Frauen häufiger betroffen sind als Männer. ser zu reduzieren. Sind die Ursachen Ihrer Schlaflosigkeit organischen oder psychischen Ursprungs, sollten Sie natürlich nicht zögern und einen entsprechenden Facharzt konsultieren. Nehmen Sie Ihre Lebensumstände unter die Lupe häufig können Sie mit relativ einfachen Mitteln, auf die Sie vielleicht nicht sofort selber kommen, Schlafumgebung und -bedingungen optimieren. Aber wer ist eigentlich anfällig für Schlafstörungen? Was sind die häufigsten Ursachen? Wer ist besonders gefährdet? Gibt es einen Zusammenhang mit Erkrankungen? Frauen schlafen schlechter Insgesamt leidet ein Viertel der Bevölkerung in Europa und den USA an Ein- und Sie fragen sich möglicherweise, warum Frauen häufiger unter Ein- und Durchschlafstörungen leiden. Dafür gibt es einige Gründe: Evolutionsbiologisch betrachtet sind Frauen für das Wohlergehen der Kinder zuständig. Dies setzt eine wichtige Fähigkeit voraus: permanente Wachsamkeit. Nach der Geburt eines Kindes muss das Baby in regelmäßigen Abständen, also etwa alle zwei bis vier Stunden, gestillt werden, auch nachts. Aber woher weiß die Mutter, wann die Zeit zum Stillen gekommen ist? Sie muss das Weinen ihres Kindes hören, um es dann mit der lebensnotwendigen Nahrung versorgen zu können. Das bedeutet aber zugleich, dass sie nicht sehr tief schlafen darf. Mütter schlafen immer»mit einem Ohr im Kinderzimmer«. Doch auch nach dem Säuglingsalter geht es so weiter: Kinder haben manchmal in der Nacht Schmerzen, Angst oder schlafen noch mit Unterbrechungen, sodass die Mutter immer bereit sein muss, um ihr Kind zu trösten oder zu versorgen. Noch lange ist die Bereitschaft der Mutter, nachts auf bedrohliche Geräusche und Bewegungen zu reagieren, gefordert. Haben Sie Kinder? Dann überlegen Sie mal, in welchem Bett Sie schlafen. Die meisten Frauen, die Kinder haben, geben an, dass sie im Ehebett lieber auf der

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