PENDELN IM BALLUNGSRAUM BERLIN / BRANDENBURG Probleme und Lösungsansätze

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1 PENDELN IM BALLUNGSRAUM BERLIN / BRANDENBURG Probleme und Lösungsansätze Wirtschaftsforum Brandenburg

2 Gliederung 1. Der ADAC Berlin Brandenburg 1.1. Überblick 1.2. Verkehrspolitisches Engagement 2. Entwicklung der Pendlerströme zwischen Berlin und Umland 3. Pendeln nach Berlin 3.1. Aktuelle Situation und Ausblick (Beispiel Berlin Nordwest) 3.2. Lösungsansätze des ADAC 4. Pendeln nach Potsdam 4.1. Aktuelle Situation und Ausblick 4.2. Lösungsansätze des ADAC 5. Zusammenfassung 2

3 1. Der ADAC Berlin - Brandenburg 1.1. Überblick 1,26 Mio. Mitglieder in Berlin und Brandenburg (97 Prozent aller Deutschen kennen den ADAC) 169 Mitarbeiter u.a. in acht Geschäftsstellen / Reisebüros 26 (BBG) und 16 (B) Ortsclubs: erster Ansprechpartner vor Ort in der gesamten Region ADAC Fahrsicherheitszentrum in Linthe: Größtes Fahrsicherheitszentrum Europas EuroSpeedway Lausitz: ADAC jährlich mit drei Rennen vertreten Pannenhilfe: 150 Pannenhelfer in Berlin und Brandenburg Drei Rettungshubschrauber: Christoph 31 in Berlin (2175 Einsätze), Christoph 39 in Perleberg (974 Einsätze), Christoph 33 in Senftenberg (1839 Einsätze) und die fliegende Intensivstation Christoph 71 (1147 Einsätze) ebenfalls in Senftenberg Stand:

4 1.2. Verkehrspolitisches Engagement Schwerpunkt 1: Verkehrssichere Gestaltung der Infrastruktur Schwerpunkt 2: Verkehrssicheres Verhalten der Menschen Schwerpunkt 3: Bedarfsgerechte Mobilitätsangebote Sicherung einer hohen Flexibilität der Menschen bei der Verkehrsmittelwahl Einflussnahme auf eine verantwortungsbewusste und freie Entscheidung bei der Verkehrsmittelwahl Einflussnahme auf eine Minimierung der Umweltbelastung durch Mobilität 4

5 2. Entwicklung der Pendlerströme zwischen Berlin und Umland Knapp Fahrzeuge pendeln täglich aus dem Umland nach Berlin (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) Bevölkerungsprognose 2030 Berlin: Zunahme der Einwohnerzahl um (Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung) Weitere Zunahme der Pendlerströme zu erwarten! 5

6 3. Pendeln nach Berlin 3.1. Aktuelle Situation und Ausblick Beispiel Berlin Nordwest Kontinuierliche Ausdehnung der Parkraumbewirtschaftungszonen im Innenstadtbereich von Berlin seit mehreren Jahren Es sind keine Kompensationsmaßnahmen (regional, überregional) realisiert bzw. geplant. Die Berliner Initiativen zur Problembewältigung beim Thema Parken beschränken sich auf die Interessen der jeweiligen Anwohner. Eine abgestimmte überregionale Strategie, die die Interessen der Gesamtbevölkerung Berlins sowie des Umlandes berücksichtigt, gibt es nicht. 6

7 3. Pendeln nach Berlin 3.1. Aktuelle Situation Beispiel Berlin Nordwest Tägliche Kfz- Einpendler (Stand 2009) Summe: L L A 111 B B 96a L L B (!) Falkensee, SeegefelderStr (!) 7

8 3. Pendeln nach Berlin 3.1. Aktuelle Situation Beispiel Berlin Nordwest Summe - Plätze: 1530 ( Einpendler täglich) S 25, U6, RE 6, RB Plätze S 1, RE 5, RB Plätze RE 2, RB 10, RB Plätze 630 Plätze bei ( Einpendlern tägl.) RE 4, RB 13, RB Plätze 8

9 Erläuterungen: Analyse auf Basis der Erhebungen 2009 (z.zt. keine aktuelleren Daten) Im Untersuchungszeitraum fast konstante Pendlerzahlen Übereinstimmende Prognosen: Verstärkung der Pendlerströme zu erwarten 9

10 3. Pendeln nach Berlin 3.2. Lösungsansätze des ADAC Ein Masterplan Parken kann ein geeignetes Instrument zur Problemlösung sein, wenn die Mobilitätsanforderungen aller Bürgerinnen und Bürger der Region Berlin und Umland gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Planung muss systematisch von außen nach innen erfolgen. Die Reduzierung von Kfz-Zielverkehr in die Innenstadt Berlins setzt aber voraus: 1. Schaffung von P+M-Plätzen an den zuführenden Autobahnen 2. Schaffung von ausreichend sicheren und attraktiven P+R- sowie B+R-Plätzen vor der Stadtgrenze bzw. am unmittelbaren Stadtrand an leistungsfähigen ÖPNV- Strecken 3. Einführung günstiger Tarifbedingungen für P+R- / B+R-Pendler bzw. Kopplung von ÖPNV-Zeitkarten mit Parkberechtigung zur Nutzung dieser Plätze 4. Anpassung des ÖPNV-Angebots an zusätzliches Fahrgastaufkommen 5. Flächendeckendes Parkleitsystem in der Berliner Innenstadt 10

11 Vision: Beispiel Seegefeld, Filmsequenz 11

12 4. Pendeln nach Potsdam 4.1. Aktuelle Situation und Ausblick Erreichbarkeit der Innenstadt durch die Insellage auf wenige Zuführungsstrecken begrenzt Historische Stadtstruktur ist erhalten und setzt deshalb Grenzen für Ausbau und Erweiterung der Verkehrswege Als Landeshauptstadt und Tourismusmagnet überdurchschnittliche Quell- und Zielverkehre Potsdam als Universitätsstandort erzeugt weitere Pendlerbewegungen von und nach Berlin (ca Studenten an Universität, Fachhochschule und Filmhochschule) (Quelle: 12

13 4. Pendeln nach Potsdam 4.1. Aktuelle Situation und Ausblick Die Untersuchungen im Rahmen der Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzepts führten zu folgenden Prognosen: Quell- / Zielverkehr steigt bis 2025 auf mindestens Fahrten/Tag Binnenverkehr auch 2025 mit Fahrten/Tag zweitstärkste Verkehrsart Durchgangsverkehr spielt auch bis 2025 weiterhin eine untergeordnete Rolle mit Fahrten/Tag Potsdam kann auf einigen Zuführungsstrecken die Grenzwerte für Feinstaub, CO2, NO2 gemäß bestehender Emissionsschutzrichtlinien nicht einhalten (Quelle aller Angaben: Stadtentwicklungskonzept Potsdam 2011) Dem steht ein extrem geringer Anteil ÖPNV-Nutzer gegenüber, wie folgende Grafik zeigt: 13

14 14

15 4. Pendeln nach Potsdam 4.2. Lösungsansätze des ADAC Die Empfehlungen des Stadtentwicklungskonzepts 2011 müssen konsequent umgesetzt werden, insbesondere: Ausbau des ÖPNV mit Streckenerweiterungen und Taktverdichtungen. Dazu gehört die Prüfung der Möglichkeit eines Regiotram -Projekts analog Chemnitz (Kombination Tram / Regionalbahn). Aufbau eines flächendeckenden P+R-Systems insbesondere an den ÖPNV-Schnittstellen Bornstedter Feld, Wetzlarer Straße, Nuthestraße, Kirschallee Umfassende Berücksichtigung der Anforderungen des Wirtschaftsverkehrs durch Entwicklung des LKW-Routennetzes und Einrichtung von Ladezonen für den Versorgungs- und Lieferverkehr Weitgehende Trennung von Kraftfahrzeug- und Radverkehr durch Entwicklung eines separaten Fahrradstraßensystems 15

16 4. Pendeln nach Potsdam 4.2. Lösungsansätze des ADAC Forderung nach einer Initiative der Stadtverwaltung beim Städte- und Gemeindebund zur Überprüfung der Realisierbarkeit der Grenzwertvorgaben der EU / des Bundes für Feinstaub, NOx, CO2 Verflüssigung des Verkehrs auf den betroffenen Abschnitten (Behlertstraße, Zeppelinstraße) durch verkehrsabhängige Grüne Wellen. Flüssiger Verkehr ist der sauberste Verkehr! Die Praxis zeigt: Pförtnerampeln lösen die Probleme nicht sie verlagern diese nur! Durch konsequente Realisierung aller genannten Maßnahmen sind nach Überzeugung des ADAC die Verkehrsprobleme der Stadt Potsdam spürbar zu reduzieren. Dabei kommt dem Infrastrukturausbau (ÖPNV), verbunden mit einer intensiven begleitenden Informationspolitik, höchste Priorität zu. 16

17 5. Zusammenfassung Die Probleme der Bewältigung der Pendlerströme im Ballungsraum Berlin und Umland sind zu bewältigen, wie an den Beispielen Berlin-Nordwest und Potsdam dargestellt. Die Lösungsansätze sind sehr komplex und bedürfen umfangreicher Investitionen, insbesondere in die Entwicklung des ÖPNV und ein flächendeckendes P+R-System. Eine systematische und abgestimmte Planung und Umsetzung kann nur im Zusammenwirken beider Landesregierungen erfolgen. Wie im Vortrag dargestellt, schlägt der ADAC ein Pilotprojekt mit einer systematischen Planung von außen nach innen (Realisierung einer P+R- Anlage in Falkensee-Seegefeld) vor. 17

18 18

19 Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

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