Gemeinsam handeln. Eckpunkte zur Qualität der Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen. Stefan Bräunling, MPH Wien, 21. Juni 2012

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1 Gemeinsam handeln. Eckpunkte zur Qualität der Gesundheitsförderung bei Erwerbslosen Stefan Bräunling, MPH Wien, 21. Juni 2012

2 Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten

3

4 Gutachten des Sachverständigenrates 2007 Handlungsmöglichkeiten in der Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen, u.a.: Frühzeitige Intervention bei den Betroffenen, um ihren Selbstwert und ihre Netzwerke zu stärken und sie zu gesundheitlichen Aktivitäten zu motivieren (Salutogenese). Spezielle Angebote, z.b. zum Abbau von sozialen Ängsten und Depressivität. Regelungen zur Finanzierung, da Maßnahmen bislang nicht gedeckt werden, die zwischen Präventionsangeboten und Rehabilitation angesiedelt sind. Substitutionssetting durch Träger der Aus- und Weiterbildung und der Arbeitslosenhilfe: Freiwilligkeit der Teilnahme, Partizipation.

5 Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen im Quartier bei Kindern & Jugendlichen bei Älteren u.a. Arbeitshilfen, Regionalkonferenzen, Werkstatt Quartier u.a. Handlungsempfehlungen, 57 GP-Beispiele u.a. Eckpunkte-Papier, Transfer-Matrix, Länderaktivitäten u.a. Arbeitshilfen, BKK Preis

6 Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen als ein Schwerpunkt des Kooperationsverbundes

7 Das Eckpunktepapier Initiierung durch die BZgA Entstehung im Rahmen des Kooperationsverbundes Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten in Zusammenarbeit mit vielen Expert/innen Ausgangspunkt: Erfahrungen aus Beispielen guter Praxis und aus den laufenden Prozessen in den Ländern Bündelung von Praxiserfahrungen und Handlungsansätzen

8 Eckpunkte als Rahmen für gemeinsames Handeln Erfahrungen zeigen: Es gibt schon viele gelungene Beispiele, die weiter ausgebaut werden müssen Eckpunktepapier als fachlicher Rahmen und Anregung zur Stärkung der Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen Alle verantwortlichen Akteure sind gefordert, gemeinsam verbindliche Strukturen zu entwickeln Lebenswelten gesundheitsförderlich zu gestalten erfolgreiche Ansätze zu implementieren

9 Veröffentlichung des Eckpunktepapiers am 9. März 2012 durch Frau Prof. Dr. Pott, Direktorin der BZgA, im Rahmen des 17. Kongresses Armut und Gesundheit in Berlin

10 Eckpunkte (1.) Herausforderung gemeinsam angehen! Nur im Zusammenwirken aller relevanten Akteure sind die durch Arbeitslosigkeit verursachten Problemlagen erfolgreich zu bewältigen. Kooperation von: Jobcentern Krankenkassen Qualifizierungs- und Beschäftigungsträgern Beratungsstellen Wohlfahrtsverbänden Betroffeneninitiativen und vielen weiteren Akteuren z.b. Projekt MYKnetz

11 Eckpunkte (2.) Strategien für Zielgruppen mit besonderen Bedarfslagen entwickeln! Die höchst unterschiedlichen Ressourcen, Risiken und Bewältigungsstrategien arbeitsloser Menschen müssen bei der Entwicklung von Maßnahmen berücksichtigt werden. Unterscheidung der Zielgruppen: von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen weniger als 12 Monate arbeitslose Personen Langzeitarbeitslose ältere Arbeitslose (50+) jüngere Arbeitslose (u 25) Arbeitslose mit Migrationshintergrund nach Bergmann (2011) z.b. Good Practice-Projekt Frauengesundheitstreff Tenever

12 Eckpunkte (3.) Gesundheits- mit Beschäftigungsförderung verzahnen! Die Verknüpfung von gesundheitlicher Prävention mit Maßnahmen der Arbeitsförderung bietet einen erfolgreichen Zugang für Arbeitslose zur Gesundheitsförderung und ist weiter auszubauen. z.b. Good Practice-Projekt JobFit NRW

13 Eckpunkte (4.) Gesundheitsförderung in den Lebenswelten verankern! Um Rahmenbedingungen zu schaffen, die gesunde Lebensstile im Alltag ermöglichen und soziale Belastungen mildern, sind Veränderungen in den Lebenswelten und Angebote sozialer Unterstützung erforderlich. z.b. Good Practice-Angebot Denk-Sport-Spiel-Parcours Wulsdorf

14 Übergänge gestalten! Eckpunkte (5.) Bereits bei drohendem Arbeitsplatzverlust sollten unterstützende Angebote frühzeitig ansetzen, um so von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen bei der Gestaltung und Bewältigung ihrer Lebenssituation zu stärken. z.b. Outplacement-Programme

15 Eckpunkte (6.) So früh wie möglich aktiv werden! Frühzeitige Intervention durch Bildung und Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen sowie der Lebenskompetenz sind Teil einer umfassenden präventiven Strategie gegen die negativen. Folgen von Arbeitslosigkeit. z.b. Good Practice-Programm BodyGuard

16 Eckpunkte (7.) Stärken fördern, Wertschätzung und Transparenz sichern! In allen Lebenssituationen sind die Ressourcen und Fähigkeiten arbeitsloser Menschen zentral einzubeziehen. Ausgangspunkt für Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen ist eine vorurteilsfreie, unterstützende und respektvolle Begegnung.

17 JobFit (I) Initiative: BKK Bundesverband und Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW Zielgruppen: Ältere Langzeitarbeitslose, jugendliche ALG-II- Empfänger/innen, prekär Beschäftigte die noch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufweisen Zugang: Träger der Arbeitsmarktintegration Kombination von individueller Beratung und Zielgruppenspezifischen Gruppenangeboten

18 JobFit (II) Settingansatz: Qualifizierungsträger erreichen Arbeitslose aus einer Hand an einem Ort ca. 4 S T U N D E N 13,5 S T U N D E N

19 Trainingsprogramm AktivA Psychologische Trainingsbausteine Methodenmix Modularer Aufbau (i.d.r. 4 Tage à 6 Stunden) Standardisierung (Trainingsmanual) Schulung von Multiplikator/innen Umsetzung z.b. im Rahmen von Beschäftigungs-/ Qualifizierungsmaßnahmen

20 50fit Beschäftigung und Gesundheitsorientierung im Saarpfalz-Kreis Vier Säulen: Gesundheitsfördernde Maßnahmen Sozialintegrative Angebote Arbeitsmarktintegration Beratung und Vorträge Erfolgsfaktoren: Kompetenz der Mitarbeiter/innen Empowerment-Ansatz Kontinuität Zeit (1 : 75) Regionales Netzwerk

21 Empfehlung zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der GKV (I) Austausch und Zusammenarbeit bei Leistungen Kooperationen (Weiter-)Entwicklung von Programmen und Leistungserbringung Qualitätsmanagement

22 Empfehlung zur Zusammenarbeit zwischen der Bundesagentur für Arbeit und der GKV (II) unterzeichnet im Februar 2012 Bekanntgabe (Pressemitteilung Damit Arbeitslosigkeit nicht krank macht ) 5. April 2012 erste Überlegungen zur Ausgestaltung Initiierung eines gemeinsamen Prozesses Workshops zur Bewertung und Weiterentwicklung

23 Begleitungsprozesse mit den Regionalen Knoten: Bundesland Brandenburg Gesunde Arbeitsförderung - in neun Regionen Arbeitskreise bzw. Steuerungskreise zur Vernetzung der Gesundheits- und Arbeitsförderung initiieren Schnittstellen und Potenziale der interdisziplinären Zusammenarbeit identifizieren sowie die Netzwerkarbeit verstetigen

24 Begleitungsprozesse mit den Regionalen Knoten: Stadt Duisburg (NRW) 1. Fachgespräch 2. Werkstatt Workshop 3. Kick-Off 4. Bestandsaufnahme Schnittstellenkonferenz 6. Start der Umsetzung Zwischenbilanz 8. Dokumentation und Evaluation

25 Implikationen (I) Rogge & Kieselbach, 2011, zur Entwertung der Alltagszeit von Arbeitslosen: Stigmatisierung bekämpfen Angebote und Maßnahmen spezifisch an den Lebenslagen der unterschiedlichen Adressaten ausrichten Empowerment: mehr Kontrolle über ihren Alltag und ihr Leben gewinnen

26 Implikationen (II) Bridges Brücken in Arbeit

27 Vielen Dank! Stefan Bräunling, MPH Gesundheit Berlin-Brandenburg 0049 / 30 /

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