Asylbewerber nach Staatsangehörigkeit

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1 Asylbewerber nach Staatsangehörigkeit nach Staatsangehörigkeit [9,3 %] Afghanistan Top [48,0 %] [6,1 %] Russland [5,2 %] Pakistan [5,0 %] Irak [4,6 %] Serbien insgesamt*: [4,0 %] Somalia [3,9 %] Iran sonstige [52,0 %] [3,8 %] Nigeria [3,3 %] Kosovo** * ausschließlich Asylbewerber aus Nicht-EU-27-Staaten ** gemäß der UN-Resolution 1244/ [2,7 %] Bangladesch Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber jährliche aggregierte Daten (Stand: 04/2012) Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2012, Seite 57

2 Asylbewerber nach Antragsland nach Antragsland Top [91,8 %] [18,6 %] Frankreich [17,7 %] Deutschland [11,3 %] Italien [10,7 %] Belgien [9,8 %] Schweden insgesamt: [8,8 %] Großbritannien [4,8 %] Niederlande sonstige [8,2 %] [4,8 %] Österreich [3,1 %] Griechenland [2,3 %] Polen Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber jährliche aggregierte Daten (Stand: 04/2012) Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2012, Seite 58

3 Asylbewerber Fakten Die Zahl der Asylanträge schwankt erheblich im Zeitverlauf. Nach dem Höchststand im Jahr 1992 ( Anträge in der EU-15) und jeweils mehr als Anträgen in der EU-27 in den Jahren 2001 und 2002, fiel die Zahl der Anträge bis 2006 auf unter Seitdem hat sich die Zahl der Anträge tendenziell erhöht. Zuletzt von im Jahr 2010 auf im Jahr Laut Eurostat wird geschätzt, dass von den gut Asylbewerbern des Jahres 2011 etwa 90 Prozent das erste Mal einen Antrag gestellt haben und sich rund 10 Prozent wiederholt bewerben. Im Jahr 2011 hatte rund jeder elfte Bewerber die afghanische Staatsangehörigkeit ( Antragsteller / 9,3 Prozent aller Bewerber). Darauf folgten Russland ( / 6,1 Prozent), Pakistan ( / 5,2 Prozent), der Irak ( / 5,0 Prozent), Serbien ( / 4,6 Prozent) und Somalia ( / 4,0 Prozent). Zusammen mit dem Iran, Nigeria, Kosovo, Bangladesch und Syrien hatten mehr als die Hälfte aller Asylbewerber die Staatsangehörigkeit eines dieser elf Länder/ Gebiete werden noch weitere 12 Staaten hinzugezählt, steigt der Anteil auf drei Viertel. In keinem Mitgliedstaat der Europäischen Union wurden 2011 mehr Asylanträge gestellt als in Frankreich ( Bewerber / 18,6 Prozent aller Antragsteller). Mit geringem Abstand folgte Deutschland ( / 17,7 Prozent). Damit entfiel deutlich mehr als jeder dritte Antrag auf Frankreich und Deutschland. Ein knappes Drittel entfiel auf Italien ( / 11,3 Prozent), Belgien ( / 10,7 Prozent) und Schweden ( / 9,8 Prozent). Werden noch die Anträge in Großbritannien ( / 8,8 Prozent), den Niederlanden ( / 4,8 Prozent), Österreich ( / 4,8 Prozent), Griechenland (9.310 / 3,1 Prozent) und Polen (6.905 / 2,3 Prozent) berücksichtigt, steigt der Gesamtanteil auf 91,8 Prozent anders formuliert entfallen auf zehn der 27 EU-Mitgliedstaaten gut neun von zehn Asylanträgen. Ein anderes Bild ergibt sich, wenn die Zahl der Anträge in Beziehung zur Bevölkerung der einzelnen EU-Mitgliedstaaten gesetzt wird. Die höchste Asylbewerberquote hatte im Jahr 2011 Malta (4.526 Bewerber pro eine Million Einwohner), gefolgt von Luxemburg (4.210), Schweden (3.155), Belgien (2.947) und Zypern (2.200). Deutschland lag mit 653 Asylbewerbern pro eine Million Einwohner leicht über dem EU-Durchschnitt (601 Asylbewerber pro eine Million Einwohner). Die niedrigsten Asylbewerberquoten hatten im selben Jahr Portugal und Estland mit 26 bzw. 49 Asylbewerbern pro eine Million Einwohner. Aber auch in der Tschechischen Republik (72), in Spanien (74), Rumänien (80) und der Slowakei (90) lag die Zahl der Asylanträge bei weniger als 100 pro eine Million Einwohner. In einigen Mitgliedstaaten stammt ein großer Teil der Asylbewerber aus einem einzigen Land. Am höchsten war die Konzentration in diesem Zusammenhang in Polen, wo im Jahr Prozent der Bewerber die russische Staatsangehörigkeit hatten. In Lettland und in Litauen Seite 59

4 Asylbewerber stammten 52 bzw. 43 Prozent der Asylbewerber aus Georgien, in Luxemburg 44 Prozent aus Serbien, in Bulgarien 39 Prozent aus dem Irak und in Ungarn 38 Prozent aus Afghanistan. In Deutschland wurden die meisten Anträge von afghanischen Staatsbürgern gestellt (7.955 Antragsteller / 14,9 Prozent aller Bewerber). Darauf folgten Serbien (6.990 / 13,1 Prozent), der Irak (6.210 / 11,6 Prozent), der Iran (3.775 / 7,1 Prozent), Syrien (3.435 / 6,4 Prozent), Pakistan (2.640 / 4,9 Prozent), die Türkei (1.895 / 3,6 Prozent), Kosovo (1.885 / 3,5 Prozent), Russland (1.880 / 3,5 Prozent), die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (1.755 / 3,3 Prozent), Somalia (1.010 / 1,9 Prozent) sowie Indien (895 / 1,7 Prozent). Laut Eurostat wurde im Jahr 2011 in der EU-27 über Asylanträge in erster Instanz entschieden. Davon wurden Anträge abgelehnt (75 Prozent der Entscheidungen), Bewerbern wurde ein Flüchtlingsstatus zugesprochen (12 Prozent), Bewerber erhielten subsidiären Schutz (9 Prozent) und eine Aufenthaltsgenehmigung aus humanitären Gründen (4 Prozent). Eurostat weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Entscheidungen auf Anträge beziehen können, die in den Vorjahren registriert wurden. Datenquelle Eurostat: Online-Datenbank: Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber nach Staatsangehörigkeit, Alter und Geschlecht jährliche aggregierte Daten (Stand: 04/2012); Eurostat: Pressemitteilung: Asyl in der EU27, März 2012 Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen Asyl ist eine Form des Schutzes, den ein Staat auf seinem Gebiet einer Person gewährt, die in dem Land, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt oder in dem sie ihren Wohnsitz hat, keinen Schutz suchen kann, insbesondere aus Furcht vor Verfolgung aufgrund von Rasse, Religion, Nationalität oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Einstellung. Ein Asylbewerber ist eine Person, die einen Antrag auf internationalen Schutz nach Artikel 2 (g) der Richtlinie des Rates 2004/83/EG gestellt hat oder als Familienangehöriger in einen solchen Antrag einbezogen ist (einschließlich Anträge auf Flüchtlingsstatus und auf subsidiären Schutzstatus). Obwohl sich ein Antrag auf mehrere Personen beziehen kann, ist hier mit Anträgen immer die Zahl der einzelnen Bewerber gemeint. Die Differenz aus der Gesamtzahl der Asylbewerber nach Staatsangehörigkeit (ausschließlich Extra-EU-27) und nach Antragsland stellt die der EU-Bürger dar, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat einen Asylantrag stellen. Das ist prinzipiell möglich. Das Asylrecht innerhalb der Europäischen Union ist im Protokoll über die Gewährung von Asyl für Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der Europäischen Union geregelt. Seite 60

5 Asylbewerber (Teil 1) nach Staatsangehörigkeit insgesamt* ,0 Afghanistan ,3 Russland ,1 Pakistan ,2 Irak ,0 Serbien ,6 Somalia ,0 Iran ,9 Nigeria ,8 Kosovo** ,3 Bangladesch ,7 Syrien ,6 Sri Lanka ,4 Armenien ,4 Georgien ,3 Türkei ,1 Tunesien ,1 Guinea ,0 nach Staatsangehörigkeit Dem. Rep. Kongo ,0 Eritrea ,9 China*** ,8 Mazedonien, ehem. j.r ,8 Côte d'ivoire ,8 Algerien ,5 Ghana ,4 Mali ,2 Sudan ,0 Albanien ,0 Libyen ,0 Bosnien und Herzegowina Indien , ,9 unbekannt ,0 staatenlos ,8 * ausschließlich Extra-EU-27 ** gemäß der Resolution 1244/99 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen *** einschließlich Hongkong Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber nach Staatsangehörigkeit, Alter und Geschlecht jährliche aggregierte Daten (Stand: 04/2012) Seite 61

6 Asylbewerber (Teil 2) nach Antragsland insgesamt ,0 Frankreich ,6 Deutschland ,7 Italien ,3 Belgien ,7 Schweden ,8 Großbritannien ,8 Niederlande ,8 Österreich ,8 Griechenland ,1 Polen ,3 Dänemark ,3 Spanien ,1 Finnland ,0 Luxemburg ,7 nach Antragsland Malta ,6 Zypern ,6 Rumänien ,6 Ungarn ,6 Irland ,4 Bulgarien 890 0,3 Tschechische Republik 755 0,2 Litauen 525 0,2 Slowakei 490 0,2 Slowenien 360 0,1 Lettland 340 0,1 Portugal 275 0,1 Estland 65 0,02 Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: Asylbewerber und erstmalige Asylbewerber nach Staatsangehörigkeit, Alter und Geschlecht jährliche aggregierte Daten (Stand: 04/2012) Seite 62

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