O Reillys Taschenbibliothek. DNS & BIND im IPv6. kurz & gut. Cricket Liu O REILLY. Deutsche Übersetzung von Kathrin Lichtenberg

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1 O Reillys Taschenbibliothek DNS & BIND im IPv6 kurz & gut O REILLY Cricket Liu Deutsche Übersetzung von Kathrin Lichtenberg

2 Inhalt Vorwort... 1 DNS und IPv Hintergrund... 1 IPv6 und DNS... 2 Die ABCs der IPv6-Adressen... 3 IPv6-Forward- und Reverse-Mapping... 7 AAAA und ip6.arpa... 8 AAAA-Records zu Forward-Mapping-Zonen hinzufügen... 9 IPv6-Reverse-Mapping-Zonen Delegierung und Reverse-Mapping-Zonen Eingebaute leere Reverse-Mapping-Zonen BIND im IPv Auf Abfragen lauschen Abfragen senden Mehr zur Randomisierung von Abfrageports Die Benutzung eines bestimmten Protokolls erzwingen IPv6-Master und -Slaves Andere IPv6-Zonentransfer-Steuerungen IPv6-Netzwerke und -Adressen in ACLs IPv6-Nameserver registrieren An IPv6-Nameserver delegieren Serveranweisungen für IPv6-Nameserver Besondere Überlegungen rndc und IPv V III

3 3 Resolver-Konfiguration Mac OS X Windows Dynamische Resolver-Konfiguration DNS64 45 Autoritative Nameserver und DNS Interaktion zwischen DNS64 und DNSSEC DNS64 und Reverse Mapping Fehlersuche nslookup dig Index IV Inhalt

4 KAPITEL 1 DNS und IPv6 Hintergrund Anfang Februar 2011 wies die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) den letzten verbliebenen IPv4-Adressraum den fünf regionalen Internet-Registrierungsstellen (Regional Internet Registry, RIR) zu. Momentan haben die RIRs diesen Adressraum noch nicht an Betreiber und andere Kunden weiterverteilt, aber es ist klar, dass der Zeitpunkt, an dem der IPv4-Adressraum ausgeschöpft sein wird, unmittelbar bevorsteht. Für die meisten Organisationen im Internet macht die Ausschöpfung des unbesetzten IPv4-Adressraums im Internet keine unmittelbaren Änderungen erforderlich IPv4 wird in der vorhersehbaren Zukunft nicht verschwinden. In bestimmten Ausnahmefällen jedoch müssen Organisationen fast sofort IPv6 implementieren: Mobilanbieter und ISPs, die versuchen, ihre Kundenbasis auszuweiten, müssen zum Beispiel möglicherweise IPv6 für neue Kunden einsetzen, falls ihnen der traditionelle IPv4-Adressraum fehlt. Der Übergang des Internet von IPv4 zu IPv6 hat begonnen. Mit der Verfügung der US-Regierung, dass Regierungsstellen ihre Netzwerke auf IPv6 umstellen müssen, werden immer mehr Benutzer über das neue Protokoll auf das Internet 1

5 zugreifen, und eine zunehmende Anzahl an Ressourcen Websites, Nameserver, Mailserver usw. werden über IPv6 zugänglich. In manchen Fällen werden einige von ihnen nur über IPv6 zugänglich sein. Der Übergang zu IPv6 wird Jahre, vielleicht Jahrzehnte in Anspruch nehmen. Heutzutage wird IPv6 natürlich bereits über das Internet geroutet: 9 % der autonomen Systeme des Internet machen Routen sowohl in IPv4- als auch in IPv6-Netzwerken bekannt. IPv6 macht allerdings nur einen Bruchteil des Verkehrs aus, der über das Internet geroutet wird. Organisationen, die heute neue IPv6-Netzwerke auf den Weg bringen, müssen Übergangstechniken implementieren, die es ihren IPv6-basierten Geräten erlauben, Dienste zur erreichen, die nur IPv4 verstehen. Mit der Zeit jedoch wird sich das Gleichgewicht verschieben und entsprechend auch die Verantwortung. Wenn IPv6 zum vorherrschenden Protokoll im Internet wird, müssen sich die verbleibenden IPv4-Inseln an IPv6 anpassen und nicht umgekehrt. Ich stelle mir den Übergang so wie den Wechsel vom Wählscheibentelefon zu Touch-Tone 2 vor. 1963, als der Wechsel begann, war Touch-Tone 2 eine Neuheit, für die man extra bezahlen musste. Jetzt ist Touch-Tone 2 natürlich die Norm (es sei denn, Sie sind schon zu VoIP übergegangen), und die Wählscheibe ist eine Kuriosität. IPv6 und DNS Die Ausschöpfung des IPv4-Adressraums kam natürlich nicht unerwartet. Die Internet Engineering Task Force (IETF) entwickelte IP Version 6 in den 1990er-Jahren vor allem in Erwartung dieses Tages. Genauso wurde das Domain Name System (DNS) erweitert, um den längeren IP-Adressen von IPv6 entgegenzukommen, indem neue Record-Typen hin- 2 Kapitel 1: DNS und IPv6

6 zugefügt und neue Versionen von Nameservern, einschließlich BIND, veröffentlicht wurden, um diese neuen Record- Typen sowie die Verwendung von IPv6 zum Transport von Abfragen und Antworten zu unterstützen. Inzwischen unterstützen alle bis auf ganz alte BIND-Nameserver IPv6, auch wenn in den meisten Fällen diese Unterstützung nicht konfiguriert wurde oder benutzt wird. Wir warten einfach ganz geduldig, bis das Protokoll so weit ist! Die ABCs der IPv6-Adressen Der bekannteste Aspekt von IPv6 und tatsächlich derjenige, der am wichtigsten in Bezug auf DNS ist, ist die Länge der IPv6-Adresse: Sie umfasst 128 Bits, das ist viermal so lang wie die 32-Bit-Adressen von IPv4. Die bevorzugte Darstellung einer IPv6-Adresse sieht acht Gruppen aus bis zu vier Hexadezimalziffern vor, getrennt durch Doppelpunkte. Zum Beispiel: 2001:0db8:0123:4567:89ab:cdef:0123:4567 Die erste Gruppe oder das erste Quartett aus Hexziffern (2001 in diesem Beispiel) repräsentiert die wichtigsten (oder am höchsten angeordneten) 16 Bits der Adresse. In Binärschreibweise ist 2001 äquivalent zu Zifferngruppen, die mit einer oder mehreren Nullen beginnen, müssen nicht auf vier Stellen aufgefüllt werden, so dass man die gezeigte Adresse auch so schreiben könnte: 2001:db8:123:4567:89ab:cdef:123:4567 Jede Gruppe muss mindestens eine Ziffer enthalten, es sei denn, Sie benutzen die ::-Notation. Die ::-Notation erlaubt es Ihnen, aufeinanderfolgende Gruppen aus Nullen zu komprimieren. Das ist ganz praktisch, wenn Sie nur ein IPv6-Präfix angeben. Zum Beispiel gibt: Die ABCs der IPv6-Adressen 3

7 2001:db8:dead:beef:: die ersten 64 Bits einer IPv6-Adresse als 2001:db8:dead:beef und die verbleibenden 64 als Nullen an. Sie können :: auch am Anfang einer IPv6-Adresse angeben, um ein Suffix festzulegen. So wird zum Beispiel die IPv6-Loopback-Adresse im Allgemeinen so geschrieben: ::1 oder als 127 Bits aus Nullen, gefolgt von einem einzigen Eins-Bit. Sie können :: sogar in der Mitte einer Adresse als Abkürzung für fortlaufende Gruppen aus Nullen verwenden: 2001:db8:dead:beef::1 Die Abkürzung :: dürfen Sie in einer Adresse nur einmal verwenden, da sie ansonsten mehrdeutig wird. IPv6-Präfixe werden in einem Format angegeben, das der CIDR-Notation von IPv4 ähnelt. So viele Bits, wie signifikant sind, werden in der normalen IPv6-Notation ausgedrückt, gefolgt von einem Schrägstrich und dem Dezimalwert, der besagt, wie viele signifikante Bits es genau gibt. Die folgenden vier Präfixspezifikationen sind also äquivalent (obwohl offensichtlich nicht gleichermaßen knapp): 2001:db8:dead:beef:0000:00f1:0000:0000/ :db8:dead:beef:0:f1:0:0/ :db8:dead:beef::f1:0:0/ :db8:dead:beef:0:f1::/96 IPv6 ist insofern vergleichbar zu IPv4, als dass es Netzwerkmasken variabler Länge unterstützt und dass die Adressen in Netzwerk- und Hostteile aufgeteilt werden. Allerdings gibt es in IPv6 empfohlene Netzwerkmasken für Netzwerke und Subnetze: Die ersten 48 Bits einer IPv6-Adresse sollten eine bestimmte Endsite identifizieren, und ein 64-Bit-Präfix sollte eines von bis zu Subnetzwerken in der Site identifi- 4 Kapitel 1: DNS und IPv6

8 zieren, die durch das 48-Bit-»Eltern«-Präfix gekennzeichnet ist. Momentan haben alle globalen IPv6-Unicast-Adressen im Internet (Adressen, die eindeutig und global routbar sind) Präfixe, die mit dem Binärwert 001 beginnen (äquivalent zu 2000::/3). Diese werden von regionalen Internet-Registrierungsstellen (Regional Internet Registry, RIR) und Internet- Service-Providern zugewiesen. Das Präfix selbst kann hierarchisch sein, mit einem RIR, der verantwortlich für die Zuordnung höherer Bits zu verschiedenen ISPs ist, und ISPs, die verantwortlich für die Zuordnung der niedrigsten Bits der Präfixe zu ihren jeweiligen Kunden sind. Nach dem Endsite-Präfix enthalten IPv6-Unicast-Adressen typischerweise weitere 16 Bits, die das spezielle Subnetzwerk innerhalb einer Endsite identifizieren. Diese Bits werden Subnetz-ID genannt. Die verbleibenden Bits der Adresse kennzeichnen eine spezielle Netzwerkschnittstelle und werden als Interface-ID bezeichnet. Hier ist ein Diagramm, das zeigt, wie diese Teile zusammenpassen: 48 Bits 16 Bits 64 Bits Präfix Subnetz-ID Interface-ID / \ \ 3Bits 9Bits 12-20Bits 16-24Bits IETF IANA RIR RIR oder ISP Wie Sie im Diagramm sehen können, besteht das 48-Bit- Präfix aus mehreren Teilen. Wie bereits erwähnt wurde, werden die ersten drei Bits von der IETF zugewiesen, um den Global Unicast Space zu kennzeichnen. Die nächsten neun Bits werden von der IANA einer speziellen RIR zuge- Die ABCs der IPv6-Adressen 5

9 Index Symbole ::-Notation 3 A A-Record 7, 46 AAAA-Record 7, 8, 46 zu Forward-Mapping-Zonen hinzufügen 9 Abfragen lauschen auf 17 senden 18 Abfrageports Randomisierung von 19 Access Control Lists 23 ACLs siehe Access Control Lists American Registry for Internet Numbers 6 Andere IPv6-Zonentransfer-Steuerungen 22 ARIN siehe American Registry for Internet Numbers Autoritative Nameserver 50 B BIND 15 BIND 9 29 BIND im IPv6 17 BIND-9-Nameserver 17 C Codebeispiele IX D DHCPv6 39 dig 59 DNS siehe Domain Name System DNS Search List 42 DNS und IPv6 1 DNS64 45 DNS64 und DNSSEC 51 DNS64 und Reverse Mapping 52 DNSSEC-Validierung 51 DNSSL siehe DNS Search List Domain Name System 2 Dotted-Oktett-Format 7 Dual-Stack-Clients 48 Dual-Stack-Host 45 Dual-Stack-Server 29 duale Stacks 21 E Endsite-Präfix 5 F Fälschen von Antworten 19 Fehlersuche 55 G Global Unicast Space 5 Glue-Records 27 I IANA siehe Internet Assigned Numbers Authority Index 63

10 IETF siehe Internet Engineering Task Force Interface-ID 5 Internet Assigned Numbers Authority 1 Internet Engineering Task Force 2 ip6.arpa 8 ip6.int 7 IPv4 Übergang zu IPv6 1 IPv6 und DNS 2 IPv6-Adressen 3 IPv6-Adressen in ACLs 23 IPv6-Forward-Mapping 7 IPv6-Master und -Slaves 21 IPv6-Nameserver delegieren an 26 IPv6-Nameserver registrieren 25 IPv6-Netzwerke in ACLs 23 IPv6-Präfix 3, 4, 47 IPv6-Reverse-Mapping 7 IPv6-Reverse-Mapping-Zonen 10 Delegierung 12 IPv6-Unicast-Adressen 5 K Kaminsky-Schwachstelle 19 L Länder-TLDs 25 Loopback-Adresse 14 M Mac OS X 35 Master-Nameserver 22 N NAT64 45 Netzwerkmasken 4 nslookup 55 P Parent-Zone 26 Protokoll Benutzung erzwingen 21 PTR-Records 11 R RDNSS siehe Recursive DNS Server Recursive DNS Server 42 Regional Internet Registry 5 Registrar 25 Remote Name Daemon Controller 32 Resolver-Konfiguration Mac OS X 35 mittels DHCPv6 40 mittels Router-Advertisements 41 Windows 37 Resolver-Konfiguration, dynamische 39 Reverse Mapping 52, 58, 61 Reverse-Mapping-Namensraum für IPv6-Adressen 8 Reverse-Mapping-Zonen Delegierung 12 leere 14 RFC RFC RFC RIR siehe Regional Internet Registry rndc siehe Remote Name Daemon Controller rndc und IPv6 32 Router Advertisement-Daemon 42 Router-Advertisements 39 rtadvd siehe Router Advertisement-Daemon S Serveranweisungen für IPv6- Nameserver Index

11 SLAAC siehe Stateless Address Autoconfiguration Slave-Nameserver 21 Stateless Address Autoconfiguration 39 Subnetz-ID 5 T TSIG-Schlüssel 22, 27 U Übergangstechniken 45 Umgang mit»einsprachigen«nameservern 28 Umgang mit kaputten Resolvern 29 W Windows 37 Z Zonentransfers 21 Zugriffskontrolllisten siehe Access Control Lists Index 65

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