Prof. Dr. Christian Bauer Monetäre Außenwirtschaft WS 2009/10. ft Folie 33

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1 Kaufkraftparität ft Folie 33

2 Zinsparität und Kaufkraftparität Folie 34

3 Kaufkraftparität (purchasing power parity (PPP)) Prof. Dr. Christian Bauer Man versucht, anhand eines Menüs gemeinsamer Preise zu erfassen, zu welchem Wechselkurs der gleiche Warenkorb in allen Ländern gleich viel kostet. P USA USA Deutschland Güterkorb Güterkorb = ε PGüterkorb ε = Deutschland PGüterkorb Beim Kurs ε gilt Kaufkraftparität, deshalb hypothetischer Wechselkurs ε, so dass 1$ in den USA den gleichen Güterkorb kauft wie 1$ umgewandelt in Euro zum Kurs ε in Deutschland P Folie 35

4 PPP Hintergrund Das Gesetz des einheitlichen Preises mit Transaktionskosten National: P A = P B + C International: P A = SP B + C PPP: P=SP * p=s+p * Realer Wechselkurs: Q=SP * /P q=s+p * -p Realer Wk bei PPP: Q 1 q 0 Prof. Dr. Christian Bauer PPP mit Transaktionskosten: P=KSP * q=k+s+p * -p Differenzen: dp=ds+dp * oder ds=dp-dp * WK-Änderung = Unterschied der Inflationsraten (relative PPP) Folie 36

5 Handelbare und nicht handelbare Güter Prof. Dr. Christian Bauer Preisindex mit nicht handelbaren Gütern P = P P oder in log-form p = cp + 1 c p ( ) c 1 c T NT g T NT mit c=c* (gleiche Konsumstruktur der Länder) und p T =p * T (PPP für handelbare Güter) folgt * dq = ds + dp dp = * * * ds c dp ( 1 ) ( 1 ) T c dpnt cdpt c dpnt = ds + c dp dp ( * 1 )( p ) NT p NT Folie 37

6 Harrod-Balassa-Samuelson 1 Sich entwickelnde Länder haben höhere Inflationsraten!? Balassa: Zwei Länder, zwei Sektoren (T und NT), vollständige Arbeitsmärkte, Produktivität tät in NT gleich, in T ist das Ausland produktiver Entlohnung nach Grenzprodukt, gleiche Löhne innerhalb eines Landes Ausland ist reicher, hat höhere Löhne und ein höheres Preisniveau (Penn-Effekt) Folie 38

7 Harrod-Balassa-Samuelson 2 Samuelson: LooP für handelbare Güter, Inland hat größeres Produktivitätswachstum bei T Löhne in T steigen Löhne in NT steigen Da Produktivität in NT konstant, muss der Preis in NT steigen Gesamtes Preisniveau steigt Folie 39

8 MPL nt,1 = MPL nt,2 = 1 w 1 = p nt,1 * MPL nt,1 = p nt,1 = p t * MPL t,1 w 2 = p nt,2 * MPL nt,2 = p nt,2 = p t * MPL t,2 MPL t,1 < MPL t,2 which implies that p nt,1 < p nt,2 So with a same (world) price for tradable goods, the price of nontradable goods will be lower in the less productive country, resulting in an overall lower price level. Folie 40

9 Empirische Evidenz zur Kaufkraftparitäten-Theorie PPP erklärt Wechselkursbewegung relativ gut für Länder mit Hyperinflation PPP aber für Länder mitniedriger Inflation nicht verifiziert Folie 41

10 Empirische Evidenz zur Kaufkraftparitäten-Theorie absolute Kaufkraftparität kann nirgendwo in der realen Welt beobachtet werden die relative Kaufkraftparität brach nach 1970 vollständig zusammen (Bretton Woods) Folie 42

11 Empirische Evidenz zur Kaufkraftparitäten-Theorie Rogoff: Gesetz einheitlicher Preise gilt empirisch nicht Schwache Beziehung zwischen Wechselkursänderung und Inflationsdifferenzen (sowohl kurz wie mittelfristig) Starke Korrelation von realem undnominalemnominalem Wechselkurs Hohe kurzfristige Volatilität des realen Wechselkurses Folie 43

12 Erklärungen für die mangelhaften empirischen Belege der PPP Prof. Dr. Christian Bauer 1. Nur langfristige Beziehung wegen Preisrigiditäten 2. Nur approximativ, da a) Transportkosten (räumliche Distanz) und -hindernisse, b) nicht handelbare Güter, c) unterschiedliche Warenkörbe, d) Monopolistische oder oligopolistische Praktiken, e) Preisrigiditäten existieren und f) Nachfragepräferenzen relevante Dimensionen haben Volumen der kapitalmarktinduzierten Währungstransfers ist um ein vielfaches höher als das güterinduzierte Volumen systematisch häufige und größere kurzfristige Abweichungen von der Kaufkraftparität insb. bei frei floatende Wechselkursen Folie 44

13 PPP-the facts at a glance Dollar Strong ger -----> British pound French franc Swiss franc Japanese yen German deutschmark Year Figure 2.1 Real exchange rates, (consumer prices) (1995 = 100) Folie 45

14 PPP-the facts at a glance Prof. Dr. Christian Bauer British pound Dollar Stro onger -----> French franc Swiss franc Japanese yen German deutschmark 50 Year Figure 2.1 Real exchange rates, (consumer prices) (1980 = 100) Folie 46

15 PPP-the facts at a glance (continued) Prof. Dr. Christian Bauer Dollar Str ronger -----> British pound French franc Swiss franc Japanese yen German deutschmark Year Figure 2.2 Real exchange rates, (producer prices) (1995 = 100) Folie 47

16 PPP-the facts at a glance (continued) Prof. Dr. Christian Bauer Figure 2.4 Purchasing pow er parity exchange rates (producer prices) 1995 = 100 Dollar stronge er > British pound French franc Sw iss franc Japanese yen German deutschmark Year Figure 2.3 PPP exchange rates, (consumer prices) (1995=100) Folie 48

17 PPP-the facts at a glance (continued) Prof. Dr. Christian Bauer Dollar str ronger > British pound French franc Swiss franc Japanese yen German deutschmark Year Figure 2.4 PPP exchange rates, (producer prices) (1995=100) Folie 49

18 Determinanten des Wechselkurses: Gütermarkt Prof. Dr. Christian Bauer Gütermarkt: realer Wechselkurs = 1, sonst Güterarbitrage (Kaufkraftparitätentheorie, PPP) Law of one price angewendet auf den ganzen Warenkorb Einschränkungen: Nur langfristige Beziehung wegen Preisrigiditäten Nur approximativ, da Transportkosten und -hindernisse, nicht handelbare Güter, unterschiedliche Warenkörbe und Nachfragepräferenzen relevante Dimensionen haben Das Volumen der kapitalmarktinduzierten Währungstransfers ist um ein vielfaches höher als das güterinduzierte Volumen. Folie 50

19 Wechselkurse: Euro-Dollar: nominal vs. Real Prof. Dr. Christian Bauer USD / EUR We chs e lk urs / $ 1, 3 1, ,1 1 0,9 0,8 0,7 Jan 98 Mai 98 Sep 98 Jan 99 Mai 99 Sep 99 Jan 00 Mai 00 Sep 00 Jan 01 Mai 01 Sep 01 Jan 02 Mai 02 Sep 02 Jan 03 Mai 03 no minaler W K realer W K Folie 51

20 Wechselkurse: Euro-Dollar: Kaufkraftparität Prof. Dr. Christian Bauer Index 180 nominaler Wechselkurs KKP (Großhandelspreise) 160 KKP (Verbraucherpreise) KKP (Exportpreise) Quelle: IMF, International Financial Statistics, CD 2001/1 Folie 52

21 Folie 53 Prof. Dr. Christian Bauer

22 Quelle: Folie 55

23 Quelle: Folie 56

24 Die vereinfachenden Annahmen Bisher: Einheit von Ort und Zeit Keine Transaktionskosten Eindeutigkeit und Durchsetzbarkeit von Zielen durch Verträge Fehlen strategischer Überlegungen Vlltä Vollständige Information Homogenität der Agenten (Bsp.: keine Modellierung von Noise trader, Chartisten, Fundamentalisten o.ä. in Marktmikrostrukturmodellen) Folie 57

25 Neue Institutionenökonomie Transaktionskosten: k Kosten (Zeit, Geld, Material/Personal) für Aktionen. Beispiel: PPP-Transportk. für Waren, Informationsk. für Käufer Property Rights: Die Ausgestaltung von Verträgen ist relevant. Beispiel: s. Coase-Theorem Principal-agent i tproblem: Die Ziele des handelnden (Agent) stimmen u.u. nicht mit denen des Auftraggebers überein. Beispiel: Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Arbeitsleistung Typische Annahme: Beschränkte Rationalität: Satisfizierung anstelle von Nutzen-Maximierung Folie 58

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