Was tun für mehr Teilhabe und Inklusion sowie gegen Barrieren und Diskriminierung in ausgewählten Einrichtungen von Sozialer Arbeit und Bildung?

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1 Was tun für mehr Teilhabe und Inklusion sowie gegen Barrieren und Diskriminierung in ausgewählten Einrichtungen von Sozialer Arbeit und Bildung? Projektkonzeption Prof. Dr. Claus Melter Projektemarkt 2014 Hochschule Esslingen

2 Worum geht es in diesem Projekt? In diesem zweisemestrigen studentischen Projekt soll es sowohl um die Frage des barrierefreien Zugangs zur Einrichtungen von Bildung und Sozialer Arbeit gehen als auch um Fragen von Diskriminierungs- und Empowermentpraxen an diesen Orten sowie um die Frage des barrierefreien Bewegens, um Fragen der Inklusion ebenso wie um Fragen des gleichberechtigten Lernens und Teilhabens in diesen Institutionen.

3 Die Frage der Diskriminierungs- und Barrierefreiheit soll dabei vor allem auf folgende Gruppen bezogen werden: - Menschen mit (zugeschriebener oder realer familiärer) Migrationsgeschichte - Menschen mit physischen oder lernbezogenen Behinderungen und gesundheitlichen Einschränkungen - Menschen mit geringem Einkommen. Diese Gruppen überschneiden sich zum Teil und werden zudem immer von Geschlechterverhältnissen beeinflusst.

4 Es ist geplant, empirisch quantitativ und qualitativ zu erforschen, wie es mit Inklusion und Teilhabe sowie der konkreten Situation von Diskriminierungserfahrungen und auch der vorhandenen oder eingeschränkten Barrierefreiheit für diese Gruppen aussieht. Wie widerständig und/oder erduldend gehen z.b. sowohl durch Barrieren behindert werdende, benachteiligte oder diskriminierte Personen mit dieser Situation um als auch die Angehörigen der Einrichtungen? Anhand der Forschungsergebnisse im Projekt sollen Änderungsvorschläge entwickelt, thematisiert und wenn möglich und gewollt in Teilen der Einrichtungen von Bildung und Sozialer Arbeit umgesetzt werden.

5 Diskriminierung: Was ist das eigentlich? Was kann jedoch unter Diskriminierung verstanden werden? Neben Definitionen, die vor allem auf Gruppenkonstruktionen, Homogenisierungen, Negativwirkungen und die Einstellung und Motivation der situativen Täter_innen schauen, untersuchen Forschungen zu institutioneller Diskriminierung vor allem, ob und welche gruppenbezogenen Effekte von räumlichen, ökonomischen Verhältnissen sowie Regelungen und Handlungen in Institutionen vorhanden sind und wie gerechtere Ressourcenzugänge und Handlungsmöglichkeiten hergestellt werden können oder Diskriminierungsverhältnisse trotz des Wissens um diese fortgesetzt und unkritisiert bleiben (vgl. Gomolla 2010).

6 Und was sind Barrieren? In Anlehnung an Marianne Schulze (2011) können folgende Formen von Barrieren relevant werden, die nicht nur Menschen mit Behinderung einschränken können: 1) Kommunikative Barrieren (Wort, Schrift, Symbol) 2) Schwere Sprache (etwa auch Fachsprache, Wissenschaftssprache) 3) Physische, bauliche Barrieren (Treppen, Türen, Raumgestaltung) 4) Organisatorische Barrieren (etwa Veranstaltungszeiten) 5) Soziale Barrieren 6) Zugangshemmnisse im ökonomischen Sinn 7) Zugang zu Informationen Barrieren hindern oder erschweren Menschen, Zugang zu Räumen, Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zu bekommen.

7 Zugänge Historischer Zugang Zugang politische Philosophie Soziologischer Zugang Juristischer Zugang Psychologischer Zugang Erziehungswissenschaftlicher Zugang Biographischer Zugang Empirischer Zugang Praxisorientierter Zugang (Praktikum, Studienalltag)

8 Theoretische und empirische Zugänge Allgemeine Theorien und Studien zu Diskriminierung und Diversity Allgemeine Theorien und Studien zu Barrieren, Barrierefreiheit, Inklusion Allgemeine Studien zu Teilhabe und Sozialer Gerechtigkeit

9 Migrationsgesellschaft Aspekte der Geschichte von Migration und Diskriminierung in Deutschland und Europa Ansatz Interkulturalität Ansatz Rassismuskritik Ansatz Migrationspädagogik Ansatz Diskriminierungskritik Ansatz Diversity und Soziale Gerechtigkeit Ansatz Intersektionalität/Interdependenz

10 Studien zu Bildungsgerechtigkeit und Diversity Studien zu Schule, Migrationsgesellschaft und Diskriminierung sowie Inklusion und Diversity Studien zu Hochschulen/Universitäten Migrationsgesellschaft und Diskriminierung sowie Inklusion und Diversity

11 Behindernde Gesellschaft Aspekte der Geschichte von Behinderungs- und Normalitätskonstruktionen und Diskriminierung in Deutschland und Europa Ansatz Medizinisches Modell Behinderung Ansatz Soziales Modell Behinderung Ansatz Kulturelles Modell Ansatz Inklusion und Selbstbestimmt Leben Ansatz Diversity und Soziale Gerechtigkeit

12 Studien zu Bildung, Behinderung, Barrieren und Diskriminierung sowie Inklusion und Diversity Studien zu Schule, Behinderung, Barrieren und Diskriminierung sowie Inklusion und Diversity Studien zu Hochschulen/Universitäten Behinderung, Barrieren und Diskriminierung sowie Inklusion und Diversity

13 Mögliche Literatur Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2011): Schritt für Schritt durch die rechtliche Antidiskriminierungsberatung. Leitfaden für Beraterinnen und Berater (Stand November 2011). Berlin Degener, Thersia/Dern, Susanne/Dieball, Heike/ Frings, Heike/ Oberlies, Dagmar/ Zinsmeister, Julia (2008): Antidiskriminierungsrecht. Handbuch für Lehre und Beratungspraxis. Mit Lösungsbeispielen für typische Fallgestaltungen. Frankfurt a.m.

14 Der Paritätische Wohlfahrtsverband. Landesverband Hessen e.v.(2012): Der Barriere-Checker. Veranstaltungen barrierefrei planen. Frankfurt a.m. Auch zu finden unter: en/der_barriere-checker_.pdf [ ] Flieger, Petra (2003): Partizipative Forschungsmethoden und ihre konkrete Umsetzung. In: Hermes, Gisela / Köbsell, Swantje (Hg.): Disability Studies in Deutschland - Behinderung neu Denken. Dokumentation der Sommeruni Kassel: S Flieger, Petra (2005): Der partizipatorische Forschungsansatz des Projekts Bildnis eines behinderten Mannes. In: Behinderte in Familie, Schule und Gesellschaft 5/2005,

15 Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2012): Endbericht zum Projekt "Diskriminierungsfreie Hochschule - Mit Vielfalt Wissen schaffen Berlin Dirim, İnci (2010): Wenn man mit Akzent spricht, denken die Leute, dass man auch mit Akzent denkt oder so. Zur Frage des (Neo-)Linguizismus in den Diskursen über die Sprache(n) der Migrationsgesellschaft. In: Mecheril, Paul/Dirim, İnci/Gomolla, Mechthild/Hornberg, Sabine/Stojanov, Krassimir (Hrsg.): Spannungsverhältnisse. Assimiliationsdiskurse und interkulturell-pädagogische Forschung. Münster, S

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