Workshop F. 6, Impulsfachtagung Hannover Karen Ling

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1 Workshop F. 6, Impulsfachtagung Hannover Karen Ling Unterstützungsmöglichkeiten der Identitätsentwicklung bei nicht- oder kaumsprechenden Kindern und Jugendlichen Workshopstruktur 1. Was ist Identität? (Brainstorming) 2. Identität- und Identitätsentwicklung (Input) 2.1 Identität in der Behindertenpädagogik 2.2 Identität und Kommunikation 2.3 Identität als Prozess & Identitätsentwicklung 3. UK & Identität (Gruppenarbeit & Diskussion) 1

2 2.1 Identität in der Behindertenpädagogik Grunderkenntnisse (soziologisch) Identität ist ein subjektiver Prozess, der auf vielen unterschiedlichen Interaktionen beruht Behinderung entsteht aus fehlenden Handlungsräumen (Ausgrenzung) und asymmetrischen Interaktionen (Stigmatisierung) Zentrale Probleme der Rezeption Ursprünglich: Annahme eines Kausalzusammenhanges zwischen Stigmatisierung und gestörter Identität Übertragung eines Adoleszenzmodells auf Identität von Kindern & Jugendlichen Identität in der Behindertenpädagogik Grenzen der Theorien Interaktion ist nur durch (Laut-)Sprache möglich Identität ist nur durch kognitiv-reflexive Selbsterfahrung möglich Folgen Absprechen einer Identität bei Menschen mit einer geistigen Behinderung/oder Kommunikationsbeeinträchtigung Kaum Veröffentlichungen zur Identität, keine empirische Forschung im Bereich Kommunikationsbeeinträchtigungen Kaum Erklärungswissen, das als Hintergrund für pädagogisches Handeln dienen kann Vortrag Hannover

3 2.2 Sprache Sprache = Lautsprache Nur durch Lautsprache sind die kognitiv-reflexiven Prozesse möglich, die Identität ausmachen Erweiterter Sprachbegriff Symbolsysteme mit einer Grammatik (Prinzipiell nach oben offen) Vortrag Hannover Identität und Kommunikation Interaktion ist nur durch (Laut-)Sprache möglich Kommunikation hat neben dem Informations- und Inhaltsaspekt auch einen Beziehungsaspekt. Dieser enthält wesentliche Informationen über die Emotionen drückt sich v.a. in nonverbalen Elementen aus. ist für den interpersonalen Austausch wichtiger als die reine Inhaltsebene. Beziehung und Identität Der Beziehungsaspekt ist zentral für die Identität der Interaktionspartner Vortrag Hannover

4 2.3 Identität als Prozess & Identitätsentwicklung Identität ist nur durch kognitiv-reflexive Selbsterfahrung möglich Grundlage für Identität sind frühe Austauschprozesse (Spiegeln) Verankerung des Identitätsgefühls, das hohe Relevanz für Identität im Jugend- und Erwachsenenalter hat. Emotion und Identität Emotionen und Gefühle sind wesentlicher Motor der Identitätsentwicklung und -sicherung durch alle Lebensalter und Entwicklungsschritte hindurch Vortrag Hannover Interner Verarbeitungsprozess alltägliche Identitätsarbeit (Keupp) Balance zwischen dem eigenen Bild und dem Bild, das andere von mir haben Identitätsziele: Anerkennung, Autonomie, soziale Integration und Handlungsfähigkeit Emotional-kognitiver Balance- und Integrationsprozess, der sich über drei Ebenen bis zur Identität verdichtet: Vortrag Hannover

5 Identität als Prozess Identität Dominierende Handlungstypen Identitätsgefühl Selbstgefühl Kohärenzgefühl Kernnarrationen Handlungstypen Belastungsund Bewältigungshandeln Situative Selbstthematisierung Schule/Arbeit Familie Freunde Freizeit Vortrag Hannover Frühe Identitätsentwicklung Kernselbst (2.-6. Lebensmonat) Prä-intentional, proaktiv (Stern) Primäre Intersubjektivität (Trevarthen) sekundäre Kreisreaktionen (Piaget) Urheberschaft (ich kann selbst etwas mit meinem Körper bewirken) Selbstkohärenz (vollständiges körperliches Handlungszentrum) Selbst-Affektivität (Erleben innerer Gefühlsqualitäten) Selbst-Geschichtlichkeit (Gefühl eines fortwährenden Seins ) Vortrag Hannover

6 Frühe Identitätsentwicklung Subjektives Selbst ( Lebensmonat) Intersubjektive Bezogenheit (Stern) Intersubjektivität (Trevarthen) Tertiäre Kreisreaktion (Piaget) Gemeinsame Ausrichtung der Aufmerksamkeit (joint attention) Intentionale Kommunikation Affektabstimmung (Empathie) Vortrag Hannover Frühe Identitätsentwicklung Verbales Selbst (ab 15. Lebensmonat) Objektives/kategoriales & erzählendes Selbst (Stern) Voroperatorische Phase (Piaget) Erste Sprachentwicklung Erkennen im Spiegel Eingang in die Kulturgemeinschaft Vortrag Hannover

7 Fazit Identität ist... eine Leistung, die das Empfinden der Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit sichert ein lebenslanger dynamischer Prozess. die Ebene, die unser Handeln anleitet. v.a. in Übergangsphasen gefragt. Identität braucht... Interaktion und Kommunikation von Anfang an. Partizipation Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten Erfahrung etwas bewirken zu können Vergangenheit & Zukunft Vortrag Hannover Unterstützung durch UK Ebene der Interaktion Handlungserweiternde kommunikationsunterstützende Hilfen, die selbst- und beziehungsrelevante Informationen ermöglichen Symbolisierung von Gefühlen und Befinden Vermittlung aktueller Stimmung/Bedürfnisse Aussagen über Interessen, Vorlieben und Abneigungen. Aktive Beteiligung durch Feedback oder Widerspruch Partnerorientierung, um Kommunikation aufrechtzuerhalten Sicherung der eigenen Bedürfnisse über aktivitätsbezogene Kommunikation hinaus Vortrag Hannover

8 3. Unterstützung durch UK Ebene der sozialen Netzwerke und Lebensbereiche Einbettung von Kommunikationsanbahnung und -förderung in alltägliche Handlungen mit Familie, Gleichaltrigen und weiteren Kommunikationspartnern Nutzen/Unterstützung von alltäglichen Situationen Vernetzung der unterschiedlichen Handlungsräume Ermöglichung von Erinnerung und Reflexion Vortrag Hannover Unterstützung durch UK Gruppenarbeit (7er Gruppen) Reflexion von Methoden auf die Zielperspektive Identität Finden Sie Beispiele aus ihrer alltäglichen Arbeit, in denen Prinzipien der Identitätsunterstützung berücksichtigt sind. Reflektieren Sie Ansätze und Methoden, die Sie kennen auf ihre Tragfähigkeit im Bereich Identitätsunterstützung. Notieren Sie ihre Ergebnisse und Fragen Vortrag Hannover

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