Mutter als Verkäuferin im Milchlädeli die Kundschaft bediente und sich so ganz nebenbei zu Hause um Haushalt und Familie kümmerte.

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2 Meine Zeit Es war einmal... so beginnen normalerweise Märchen. Was du nun aber lesen wirst, ist absolut kein Märchen, sondern die Wahrheit über die Geschichte meines Lebens. Manches wird dir banal erscheinen, nicht erwähnenswert, aber dein Einblick in mein Leben wird tiefer und tiefer werden, und du wirst mich verstehen. Nun gut, erlaube mir, geradewegs einzusteigen. Wie es viele Biographien eben so an sich haben, so beginnt auch die meine natürlich mit meinen Eltern. Silvia, meine Mutter, und mein Vater Joseph wir nannten ihn Johnny arbeiteten im «Milchhüsli» in Binningen, das heute leider nicht mehr existiert. Damals führte mein Vater die Milchzentrale, während meine

3 Mutter als Verkäuferin im Milchlädeli die Kundschaft bediente und sich so ganz nebenbei zu Hause um Haushalt und Familie kümmerte. Als mein Bruder Herbert wir nannten ihn Mike bereits seinen siebzehnten Geburtstag hinter sich hatte, wurde meine Mutter noch einmal schwanger. Bereits der Beginn meines Lebens war alles andere als gewöhnlich. Als erster von zweieiigen Zwillingen wurde ich nämlich genau zu Beginn der Narrenzeit am elften November des Jahres 1969 geboren. Der Chirurg schien ein Scherzkeks gewesen zu sein, denn als wäre mein ohnehin spezieller Geburtstag nicht schon verrückt genug, holte er mich exakt elf Minuten nach elf Uhr per Kaiserschnitt auf die Welt. Zwar bin ich deswegen kein begeisterter Fasnächtler geworden, doch wer weiß, vielleicht hat dieser Arzt mir damit den Grundstein für

4 meine Fröhlichkeit und meinen eigenen Humor in die Wiege gelegt. Und wie es bei zweieiigen Zwillingen so üblich ist, waren auch wir von Geburt an verschieden. Mein Bruder blieb rothaarig und klein, während ich schwarzhaarig und groß wurde. Wie uns die Familie prägt, genauso können auch die Ereignisse unserer Zeit unsere Entwicklung beeinflussen. So ist beispielsweise schon mein Geburtsjahr 1969 voller Symbole und Gleichnisse, die in der Welt tiefe Spuren hinterließen und vielleicht auch meinen Charakter färbten. Da war beispielsweise die Aufmerksamkeit um die Oskar-prämierte Verfilmung des Musicals «Oliver!», das die Geschichte von Oliver Twist erzählt. Du fragst, warum das für

5 mein Leben wichtig war? Nun, wie Oliver Twist, der sich zeit seines Lebens mit schwierigen Situationen konfrontiert sah, so war auch ich stets fleißig und versuchte anständig und ehrlich zu bleiben. Ein weiteres, noch etwas höher gestochenes Beispiel ist Neil Armstrong, der am einundzwanzigsten Juli 1969 als erster Mensch den Mond betrat und der ganzen Welt verkündete: «Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!» Im unerschütterlich positiven Glauben an die eigene Vision bewiesen die Amerikaner der Welt erfolgreich die Möglichkeit eines solch gewaltigen «Sprungs». Auch ich entwickelte große Visionen und glaubte stets an meinen Erfolg! «Naiv», könntest du sagen. Ich sage: Du hast recht! In meinem Fall bedeutet Naivität nämlich Stärke!

6 Zurück zur Geschichte: Am Woodstock Music and Art Festival im August 1969 war der noch junge und damals unbekannte Sänger Joe Cocker einer der Höhepunkte. Seine zappelnde und zuckende Bühnengestik wurde von da an sein Markenzeichen. Wie Joe Cocker in Woodstock mit seiner unverwechselbaren Interpretation von «With a Little Help from My Friends» die Massen in Hysterie versetzte, so lernte auch ich als grottenschlechter Sänger wohlgemerkt mit meiner ungeschminkten Art und so wie ich eben war, die Menschen für mich zu gewinnen. Selbstverständlich gab es in diesem Jahr noch viele andere Ereignisse, die wichtig waren, wie zum Beispiel die Vereidigung von Präsident Nixon. Doch die drei erstgenannten Ereignisse sollten meinem Leben von Anfang an Pate stehen. Ich glaube, jedem tut es gut,

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