Tirols Wirtschaft startet robust in das Jahr 2016

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1 Tirols Wirtschaft startet robust in das Jahr 16 Aber: Anhaltende Investitionsschwäche bremst weiteren wirtschaftlichen Aufschwung! Tirols Wirtschaft präsentiert sich zum Jahresanfang 16 in relativ starker Verfassung. Der Geschäftsklimawert (Mittelwert von Lage und Erwartung) liegt mit 3%-Punkten im langjährigen Vergleich der Dezember-Werte deutlich über dem Durchschnitt. Aktuell bewerten 6 % der befragten Leitbetriebe die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens als gut; nur 7 % sind mit der wirtschaftlichen Situation unzufrieden. Zum Vergleich: Zum Jahreswechsel 1/15 bewerteten nur 33 % der befragten Unternehmen die wirtschaftliche Lage als gut. Die Tiroler Wirtschaft zeigt sich also gut gerüstet zum Jahreswechsel. Optimismus und Zuversicht über die generelle wirtschaftliche Entwicklung kommt allerdings nicht auf: Jedes zweite der befragten Unternehmen erwartet eine Verschlechterung der wirtschaftspolitischen Stabilität der Europäischen Union in den kommenden zwölf Monaten! Auch für den Arbeitsmarkt bleiben die Unternehmen tendenziell pessimistisch: 37 % erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verschlechterung der Arbeitsmarktlage; nur % sehen die Chance für eine Verbesserung. Starke und swirtschaft Besonders positiv wird die Situation von den Tiroler betrieben (5 %) und von den Unternehmen der swirtschaft (63 %), insbesondere der Seilbahnwirtschaft, bewertet. Auch bei der Auftragslage, sowie bei der Umsatzlage und den Roherträgen sind die Rückmeldungen der Tiroler und der swirtschaft besser als der Tirol-Durchschnitt. So bewerten 37 % der betriebe und 38 % der Leitunternehmen in der swirtschaft ihre Auftragssituation als gut, während dies im Durchschnitt nur 31 % der Betriebe tun. Die aktuelle Umsatzlage wird von 39 % der befragten Unternehmen als gut bewertet; in der sind es 8 % und in der swirtschaft 5 %! Die vorliegenden Werte für die abgesetzte Produktion der Tiroler für die Monate Jänner bis September 15 belegen deren starke Performance: Nominell gab es gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahrs einen Zuwachs von,1 %! Zum Vergleich: österreichweit hingegen ging die abgesetzte Produktion in der vom Januar bis September 15 um 1, 8 % zurück! Etwas verhaltener fällt die Bewertung im Tiroler und im aus: Als gut wird die aktuelle Wirtschaftslage von 3 % der unternehmen und von 35 % der sunternehmen bezeichnet. Auch die Bewertung der Umsatzlage und der Roherträge fällt im Vergleich zur Tiroler Gesamtwirtschaft leicht unterdurchschnittlich aus. Einen spürbaren Impuls aus der Steuerreform erwarten die sunternehmen derzeit nicht: 81 % der befragten sunternehmen gehen von keiner Veränderung der Nachfrage in den kommenden drei Monaten aus. Äußerst robust zeigen sich auch die Unternehmen der Sparte Information und Consulting: Die aktuelle Lage wird von 55 % der Unternehmen dieser Sparte als gut bewertet; 8 % sehen auch in den kommenden Monaten bis zum Frühjahr 16 eine gute wirtschaftliche Entwicklung ihrer Unternehmen. Auch bezüglich Auftragslage, Umsatzlage und Roherträge schneiden die Unternehmen der Sparte Information und Consulting überdurchschnittlich gut ab. Die Sparte Information und Consulting präsentiert sich damit anhaltend als äußerst dynamisch; allerdings ist ihr Anteil an den gesamtwirtschaftlichen Umsätzen in Tirol (5 %) und damit ihr Einfluss auf die gesamtwirtschaftliche Lage - noch - begrenzt. 1

2 Spürbare Unsicherheit bei den betrieben Von einer spürbaren Unsicherheit sind die Bewertungen der Tiroler betriebe gekennzeichnet: Die aktuelle Buchungslage wird von 28 % der Unternehmen als gut und von % der Unternehmen als schlecht bezeichnet; 52 % der Unternehmen melden damit eine durchschnittliche Buchungslage zum Jahresanfang 16. Für den weiteren Verlauf der Saison erwarten 15 % eine Verbesserung der Buchungslage; 13 % hingegen eine Verschlechterung. Problematisch im bleibt die angespannte Lage bei den Roherträgen: % der befragten Unternehmen sehen eine Verschlechterung der Roherträge in den kommenden Monaten der Wintersaison; 31 % eine Verbesserung. Gerade im wirken sich die mit der Steuerreform 16 verbundenen Mehrbelastungen (Erhöhung der Umsatzsteuer ab April 16 und Registrierkassenpflicht) noch deutlicher aus als in anderen Branchen. Die damit verbundene Unsicherheit drückt spürbar den Willen für neue Investitionen: 58 % (!) der befragten unternehmen werden in den kommenden sechs Monaten weniger investieren als zuletzt; nur 18 % werden ihre Investitionen erhöhen. Investitionen bleiben Achilles-Ferse Generell bleiben die Investitionen die Achilles-Ferse der wirtschaftlichen Entwicklung: Im Gesamtdurchschnitt werden 29 % der Unternehmen ihre Investitionen in den kommenden sechs Monaten zurückfahren; nur 19 % planen mehr zu investieren als zuletzt. Einzig die Tiroler weist einen leichten Investitionsschub auf: in dieser Branche werden 21 % der befragten Unternehmen mehr investieren als zuletzt; 18 % werden ihre Investitionen reduzieren. Neben den fehlenden steuerlichen Anreizen (zum Beispiel Investitionszuwachsprämie oder degressive Abschreibung) sind es insbesondere die mit den diversen gewerberechtlichen, umweltrechtlichen, arbeitsrechtlichen, etc. Bewilligungsverfahren verbundenen finanziellen und zeitlichen Kosten, welche die Unternehmen davon abhalten, ihre Investitionspläne umzusetzen. Die Investitionsschwäche ist dabei aber kein Tiroler Spezifikum, sondern österreichweit ausgeprägt. Investitionen haben eine wichtige Doppelrolle: Sie lasten die betrieblichen Kapazitäten der Gegenwart aus und erhöhen jene der Zukunft. Zudem transportieren Investitionen den technischen Fortschritt und modernisieren den Kapitalstock einer ganzen Volkswirtschaft. Sie sind also ein Vorgriff auf die Produktion und damit auf den Konsum von morgen. Ohne die Investitionen von heute fehlt morgen die Grundlage für das Wachstum und für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Konjunktureckdaten 15 und 16 Vor allem dank der starken entwicklung wird die Tiroler Wirtschaft das Jahr 15 mit einem spürbar höheren Wachstum abschließen können als der Österreich-Durchschnitt. Davon profitiert auch die Arbeitsmarktlage: die Arbeitslosigkeit steigt zwar weiter an, allerdings deutlich gebremst im Österreich-Vergleich. Neben dem steigenden Arbeitskräftepotenzial (durch Zuwanderung und durch eine größere Anzahl von älteren Arbeitnehmern am Arbeitsmarkt) stellt sich immer mehr die Diskrepanz zwischen Qualifikationsanforderungen der Wirtschaft und Qualifikationsprofil der Arbeitssuchenden als Ursache für die steigende Arbeitslosigkeit heraus. Unter der Voraussetzung, dass die Tiroler Sachgütererzeugung ihre hohe Wettbewerbsfähigkeit auch im Jahr 16 behalten wird und unter der Annahme einer weiteren stabilen entwicklung wird die Tiroler Wirtschaft 16 weiter überdurchschnittlich wachsen. Den Wachstumsvorsprung von rund einem halben Prozentpunkt 15 wird Tirol allerdings 16 nicht ganz halten können. Die stark industrieorientierten Bundesländer, wie Vorarlberg und Oberösterreich, werden dann von der 2

3 Erholung der Sachgütererzeugung und der Exportwirtschaft relativ stärker profitieren können. Größtes Wirtschafts- und Arbeitsmarktrisiko für Tirol ist derzeit der weitere Verlauf der Wintersaison im (Schneesituation und damit verbunden die Buchungslage). 15: Reales Wirtschaftswachstum Tirol: ca. 1,3 % (Österreich:,8 %) Arbeitslosenquote Tirol: 7, % (Österreich: 9,1%) 16: Reales Wirtschaftswachstum Tirol: rund 2,1 % (Österreich: 1,8 %) Arbeitslosenquote Tirol: ca. 7,3 % (Österreich: ca. 9,7%) Exporte Tirol 16: ca. 11,9 Milliarden (15: ca. 11,5 Milliarden ) Beschäftigung Tirol gesamt: rund 3. (15: 317.5) Stefan Garbislander und Marlene Hopfgartner.1.16 Methodischer Hinweis: Die aktuellen Ergebnisse beruhen auf Antworten von 286 Unternehmen mit knapp 9. MitarbeiterInnen. Die Befragung wurde im Zeitraum durchgeführt. In den Berechnungen wurde die Anzahl der von den TOP-Unternehmen beschäftigten MitarbeiterInnen mit einem Gewichtungsfaktor berücksichtigt. 3

4 GESAMT GESAMT Anhang Geschäftsklimaindex Tirol - Dezember-Werte im Vgl Aktuelle wirtschaftliche Lage der Betriebe gut schlecht Saldo (+/-) Auftrags- und Buchungslage g u t % schlecht % Saldo (+/-) %

5 GESAMT Investitionen in den kommenden 6 Monaten mehr % weniger % Saldo (+/-) % 5

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