Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen. 50 Jahre. Lebenshilfe Nordrhein Westfalen e.v. Landesverband. Gemeinsam Zusammen Stark

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1 Nordrhein-Westfalen 50 Jahre Lebenshilfe Nordrhein Westfalen e.v. Landesverband Gemeinsam Zusammen Stark

2 LAG Lebenshilfe 1960 Gründung des Landesverbandes 1964 Bereits im Jahre 1960 hatten sich die Orts- und Kreisvereinigungen der Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind so die ursprüngliche Bezeichnung des im Jahre 1958 in Marburg gegründeten Elternund Fachverbandes in Nordrhein-Westfalen zu der Landesarbeitsgemeinschaft Lebenshilfe (LAG LH) zusammengeschlossen. Um aber den einzelnen Lebenshilfe-Vereinigungen auch auf überregionaler Ebene einen größeren Einfluss bei Behörden und Politikern verschaffen zu können, entschloss man sich zur Gründung eines Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, in der Rechtsform des eingetragenen Vereins. Die Gründungsversammlung des neuen Landesverbandes fand am 25. April 1964 in Düsseldorf statt. ln der notwendig gewordenen Satzung wurde verankert, bei der Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters, die Landesteile Rheinland und Westfalen gleichermaßen zu berücksichtigen. So bestand der erste Vorstand aus insgesamt sieben Mitgliedern, darunter auch die beiden Sprecher der Arbeitskreise Rheinland und Westfalen der ehemaligen LAG LH. Büroräume in Köln 1965 Nachdem zu Beginn des Jahres 1965 Büroräume im Zentrum von Köln bezogen und auch der erste Wagen angeschafft werden konnte, waren die Grundlagen für eine Ausweitung der eigentlichen Verbandsarbeit gegeben. Das Schwergewicht, der für die Vorstandsmitglieder nun anstehenden Tätigkeiten, bestand in Beratungsgesprächen mit den einzelnen Orts- und Kreisvereinigungen, Besprechungen bei den Landschaftsverbänden, Ministerien und anderen Institutionen, sowie in der Initiierung der verschiedensten Einrichtungen, z.b. Wohnheimen und Beschützenden Werkstätten. Handbuch Arbeitstagungen Die vielfältigen Eindrücke und Informationen über Finanz- und Personalbedarf, Raumplanung und bauliche Voraussetzungen fanden Eingang in das vom Landesverband herausgegebene Handbuch. Dieses in Form einer Loseblattsammlung gehaltene Werk sollte den Vorständen der Orts- und Kreisvereinigungen sowie den Mitarbeiter- Innen der ständig steigenden Zahl von Einrichtungen, Hilfestellung bei der Bewältigung der praktischen Arbeit vor Ort bieten. Weitere Grundlagen der im Handbuch enthaltenen Veröffentlichungen bildeten die ebenfalls vom Landesverband initiierten Arbeitstagungen zwischen den Trägern von Bildungseinrichtungen, Werkstätten und deren MitarbeiterInnen zu bestimmten Fragestellungen. Da es zum Zeitpunkt des Erscheinens des Handbuches praktisch keinerlei Literatur zu den behandelten Themengebieten gab, war es nicht verwunderlich, dass sich das Handbuch im gesamten Bundesgebiet reger Nachfrage erfreute. 2 Gemeinsam Zusammen Stark

3 Nordrhein-Westfalen Viele der dargestellten Konzeptionen machten sich die betroffenen Behörden in Form von Richtlinien zu eigen. Dies war eine gewisse Gewähr dafür, dass neu geschaffene Einrichtungen in weiten Belangen den Vorstellungen der Lebenshilfe entsprachen. Tagesbildungsstätten Sonderschule G Besonders deutlich wurde dies bei den sogenannten Tagesbildungsstätten, deren Hauptanliegen darin lag, auf die Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes einzugehen und es, seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend, zu fördern. Da es in diesem Bereich keinerlei inhaltliche Konzeptionen gab, hatte die Lebenshilfe völlig freie Hand bei der Ausgestaltung der Arbeit. Mit dem daraus gewonnenen, reichhaltigen Wissen wiederum, sollten maßgebliche Impulse für den nächsten Schritt auf dem Weg der Schaffung besonderer Einrichtungen zur Förderung von Menschen mit geistiger Behinderung gesetzt werden. Beispielhaft für den Einfluss des Landesverbandes soll hier das Entstehen einer dieser Einrichtungen, nämlich das der Sonderschule für Geistigbehinderte, skizziert werden: Das seit 1960 geltende Schulrecht sah eine Befreiung von der Schulpflicht für sogenannte bildungsunfähige Kinder vor, sofern für sie keine geeignete Schule vorhanden war. Weil aber gerade solche Schulen fehlten, war die Befreiung von der Schulpflicht regelmäßige Praxis. Nachdem bereits die LAG LH in einer Denkschrift die Verfassungswidrigkeit dieser Regelung aufgezeigt hatte, griff auch der Landesverband nochmals den Begriff Bildungsunfähigkeit auf. Er legte dar, dass diese Bezeichnung in einem neuen Gesetz aufgrund ihrer Unbestimmtheit nicht enthalten sein dürfe. Darüber hinaus dürfe das neue Gesetz keine Befreiung, sondern allenfalls ein Ruhen der Schulpflicht vorsehen, solange der gesundheitliche Zustand des Kindes eine Einschulung nicht erlaube. Schulpflichtgesetz Mit dem Mitte 1966 in Kraft getretenen Schulpflichtgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen waren dann sämtliche, von der Lebenshilfe aufgestellten Forderungen, erfüllt und die Schulpflicht für Kinder mit geistiger Behinderung gesetzlich verankert. Der Landesverband kann demnach als Wegbereiter der Schulpflicht für SchülerInnen mit geistiger Behinderung angesehen werden. Er war außerdem maßgeblich an der Entwicklung eines Schulprogramms im Zusammenhang mit der Reformierung der Sonderschule beteiligt. Die Schulrechtsreform 2013 (inklusive Schule) wird vom Landesverband kritisch begleitet, aber mitgetragen. Gemeinsam Zusammen Stark 3

4 Modellversuch Frühförderung 1968 / 69 Auch auf anderen Gebieten war der Landesverband Vorreiter für neue Entwicklungen. Ein Beweis dafür ist der im Arbeitsbericht für das Jahr 1968 / 69 ausgewiesene Modellversuch für Bonn zur Frühestförderung geistig behinderter Kleinkinder. Durch diesen vom Landesverband finanzierten Modellversuch sollte und konnte den öffentlichen Kostenträgern die Notwendigkeit und Effektivität einer möglichst bald nach der Geburt einsetzenden Förderung behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder nachgewiesen werden. Die frühe Förderung eines Kindes mit geistiger Behindung ist nach wie vor unumstritten. Der Landesverband setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, dass die Standards und Rahmenbedingungen für den Erhalt von Frühförderstellen gewährleistet sind. Er beteiligt sich maßgeblich an der Erarbeitung an einer landeseinheitlichen Rahmenempfehlung, die als Ergänzung zur Bundesrechtsverordnung für Frühförderstellen in NRW Standards und finanzielle Leistungen für Frühförderstellen sichert. Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) 1969 Kuren Kurzzeitunterbringung Anfang der 70er Als wegweisend gilt auch die im Jahre 1969 erfolgte Gründung der Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK) unter maßgeblicher Beteiligung des Landesverbandes. Zusammen mit einigen Lebenshilfe- Vereinigungen sowie anderen Behindertenverbänden schloss man sich zu einer GmbH in gemeinsamer Trägerschaft zusammen. Im Gegensatz zu den bislang bestehenden sogenannten Beschützenden Werkstätten boten die GWK allen Menschen mit Behinderung, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht vermittelt werden konnten, unabhängig von Art und Schwere der Behinderung, Arbeitsplätze an. Wegen dieses sehr unterschiedlichen Personenkreises mussten methodisch aufgebaute Förderlehrgänge konzipiert und, nach beachtlichen Erfolgen, systematisch weiterentwickelt werden. Insbesondere das breite Angebot an ärztlicher, sozialer und therapeutischer Betreuung machte klar, dass das Hauptaugenmerk der Förderung auf dem heilpädagogisch-therapeutischen Aspekt lag und nicht etwa auf der wirtschaftlichen Seite. Weitere Aktivitäten des Landesverbandes stellten die Durchführung von Kur- und sonstigen Erholungsmaßnahmen für Mutter und Kind, sowie die Schaffung von Möglichkeiten zur Kurzzeitunterbringung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung in familiären Notsituationen dar. Geeignete Räumlichkeiten für diese Kurzzeitunterbringung fand der Landesverband Anfang der 70er Jahre in einem ehemaligen Kinderheim in Zülpich-Bürvenich. 4 Gemeinsam Zusammen Stark

5 Nordrhein-Westfalen Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hilfe für Behinderte 1971 LAG Selbsthilfe Ausund Fortbildung Sonderpädagogische Zusatzqualifiktation Auf Anregung des Landesverbandes wurde im Jahre 1971 die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Hilfe für Behinderte gegründet, die sich seit ihrem Bestehen auf Landesebene für die Interessen von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft einsetzt. Die LAG Selbsthilfe ist die Dachorganisation von inzwischen über 100 landesweit tätigen Behinderten-Selbsthilfeverbänden. Ihre Aufgabengebiete umfassen u.a. die Vertretung der gemeinsamen Anliegen von Menschen mit Behinderung im politischen Bereich, Öffentlichkeitsarbeit über aktuelle und allgemeine Behindertenprobleme sowie den Erfahrungsaustausch zwischen den Mitgliedsverbänden. Bereits seit seiner Gründung bietet der Landesverband Aus-, Fortund Weiterbildungsmaßnahmen für haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen der Behindertenhilfe und für Eltern und Angehörige der Lebenshilfe-Vereinigungen an. Eine der Hauptsäulen des Bereiches Fortbildung ist die vom Landesverband seit über 45 Jahren durchgeführte Sonderpädagogische Zusatzqualifikation. In insgesamt 16 Lehrgangswochen wird den hauptsächlich handwerklich und technisch ausgebildeten GruppenleiterInnen innerhalb von zwei Jahren eine fachliche Qualifikation vermittelt, die der besonderen Aufgabenstellung innerhalb der Werkstätten gerecht wird. Die Werkstättenverordnung von 1980 hat erstmalig auch Menschen mit geistiger Behinderung, die zu ihrer beruflichen und sozialen Rehabilitation auf besondere Einrichtungen angewiesen sind, in seinen Schutz einbezogen. Sie regelt die Anforderungen, die an eine Werkstatt zu stellen sind und ist die wichtigste Rechtsgrundlage der Werkstattarbeit. Am ist die Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss Geprüfte Fachkraft zur Arbeitsund Berufsförderung in Werkstätten für behinderte Menschen als bundeseinheitliche Regelung in Kraft getreten. Die Lebenshilfe-Kurse entsprechen den Lehrgangsempfehlungen mit 650 UE in 16 Kurswochen in Seminarform und 150 UE in Lerngruppen in der Praxis. Die Lebenshilfe NRW stellt dabei die Praxisbegleitung und führt die TeilnehmerInnen zur staatlichen Prüfung. Bis 2013 wurden seit Beginn der Sozialpädagogischen Zusatzqualifikation in acht FAB die TeilnehmerInnen von 74 Kursen zum staatlichen Abschluss geführt. Heilpädagogisches Eingliederungszentrum gründete der Landesverband das Heilpädagogische Eingliederungszentrum. Es wurde in Form einer selbstständigen GmbH geführt. Gemeinsam Zusammen Stark 5

6 -Tage Um weite Teile der Bevölkerung auf die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam zu machen, wurden von 1984 bis 1996 in vierjährigem Rhythmus Lebenshilfe-Tage durchgeführt. Im Mittelpunkt dieser Lebenshilfe-Tage standen neben Fachgesprächen unter Beteiligung von Politikern und Wissenschaftlern, zahlreiche inklusive Sport- und Spielaktionen sowie Ausstellungen, die auf die Fähigkeiten von Menschen mit Behinderung aufmerksam machten Lebenshilfe-Tag in Köln Lebenshilfe-Fachkongress zum Thema: Geistig Behinderte, Familie, Recht und Gesellschaft Sport- und Spielfest, Familienausflug Lebenshilfe-Tag in Köln Lebenshilfe-Fachkongress zum Thema: Lebenshilfe für geistig Behinderte Aufgaben und Perspektiven der 90er Jahre Sport- und Spielfest, Landesweites Musikfestival Lebenshilfe-Tag in Duisburg Lebenshilfe-Fachkongress zum Thema: Annehmen und Verstehen-Förderung von Menschen mit sehr schweren Behinderungen 1. integratives landesweites Schulsport- und Spielfest für behinderte und nichtbehinderte Schüler und Schülerinnen in Nordrhein-Westfalen, Landesweites Musikfestival Lebenshilfe-Tag in Köln Zum Fachkongress unter dem Titel Wir begegnen uns in Europa waren Menschen mit Behinderung und ihre Betreuer- Innen aus 15 europäischen Ländern angereist. Besuche in 16 Lebenshilfe-Ortsvereinigungen standen auf dem Programm. Ein Europäisches Spiel- und Sportfest fand in der Sporthochschule Köln statt. In Bonn wurde das Europäische Kultur- und Musikfestival durchgeführt. Die Basis für die grenzüberschreitende Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung war gelegt. 6 Gemeinsam Zusammen Stark

7 Nordrhein-Westfalen Haus Hammerstein 1985 Hinter der typischen, schwarzen Schieferfassade und in unmittelbarer Nähe zur Wupper-Talsperre verbirgt sich bis heute ein altes Gasthaus, in dem sich seit 1986 eine funktionale Bildungs- und Erholungsstätte des Landesverbandes, für Gäste mit und ohne Behinderung, befindet: Haus Hammerstein. Haus Hammerstein verfügt heute über 12 Einzel- und 29 Doppelzimmer mit insgesamt 70 Betten. Alle Räume sind mit Dusche/WC und größtenteils mit W-Lan, Free-TV, Telefon und Zimmersafe ausgestattet. Zahlreiche Zimmer sind durch ihre Barrierefreiheit besonders für Erholungssuchende mit Behinderung geeignet. Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Kaffee und Nachmittagskuchen sorgen für das leibliche Wohl. Neben den fünf modern ausgestatteten Tagungsräumen für max. 12 bis max. 80 Personen bietet Haus Hammerstein einen attraktiven Aufenthaltsbereich, eine Internetecke, einen Wellnessbereich mit Hallenschwimmbad und Sauna, Billardtisch und Fußballkicker. Das wunderschöne Café/Bistro mit direktem Seeblick lädt zum Verweilen ein. Der barrierefreie Bootssteg ermöglicht außerdem auch Menschen mit Behinderung eine Fahrt auf der Talsperre. Der Betreuungsverein Lebenshilfe NW e.v. wurde 1992 von der Lebenshilfe NRW gegründet, um Menschen - unabhängig von der Schwere ihrer Behinderung - eine familien-, gemeinde- bzw. einrichtungsnahe Betreuung zukommen zu lassen. Der Auftrag liegt vor allem beim erwachsenen Menschen mit Behinderung. Die Betreu- Landesjugendverband 1985 Betreuungsverein Lebenshilfe NW e.v Im Jahr 1985 wurde der Landesjugendverband Lebenshilfe NW ins Leben gerufen, dem über 20 Mitgliedsorganisationen mit ca Mitgliedern angeschlossen waren. Zu seinem Programm gehörten u. a. landesweite Aktivitäten in den Bereichen Kinder-, Jugend- und Familienerholung sowie Sportveranstaltungen und Weiterbildungen. Ziele waren, die persönliche und soziale Entfaltung von Menschen mit geistiger Behinderung, ihr soziales Eingebundensein und die Begegnung zwischen Jugendlichen mit und ohne Behinderung. Rund 1,2 Millionen Deutsche sind vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage persönliche Angelegenheiten selbstständig zu regeln. Sie sind auf zuverlässige und vertrauenswürdige Helfer angewiesen. Der Gesetzgeber hat für diese Menschen das Betreuungsgesetz verabschiedet. Es handelt sich dabei um die staatliche Fürsorge für volljährige Personen, die sich wegen einer Erkrankung oder Behinderung nicht um sich selbst oder ihr Vermögen kümmern können. Ihnen wird ein Fremder oder Bekannter vom Amtsgericht als gesetzlicher Betreuer zugewiesen. Dies kann auf eigenen Antrag oder von Amtes wegen geschehen. Gemeinsam Zusammen Stark 7

8 ung wird im Sinne der Eltern, die sich über die Zukunft ihrer Kinder Gedanken machen und keine persönliche Ersatzpeson benennen können, fortgeführt. Außerdem möchte der Betreuungsverein Lebenshilfe NW e.v. Menschen mit Behinderung aus Psychiatrie und Landeskrankenhäusern herauslösen und in offene, gemeindenahe Wohnformen einbinden sofern es für den Einzelnen sinnvoll ist. Die Beratungs- und Betreuungsstellen des Betreuungsvereins Lebenshilfe NW e.v. ermöglichen Menschen mit Behinderung persönliche Nähe vor Ort. Stiftung Lebenshilfe NRW 1992 Ehrenkuratoren Die Stiftung Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen zur Förderung von elternlosen und behinderten Menschen wurde im Jahre 1992 von den Eheleuten, Generalkonsul Paul R. Kraemer und Ehefrau Käthe, gegründet. Zweck der Stiftung ist die Förderung von mittellosen und/oder elternlosen Menschen mit Behinderung, die unentgeltliche Beratung und Hilfe bei Nachlassregelungen und Vermögensverwaltungen, die direkte finanzielle oder sachliche Unterstützung von Menschen mit Behinderung in Notlagen, sowie die Förderung von sportlichen Aktivitäten von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Stiftung Lebenshilfe NRW leistet durch Stiftungsspenden einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität von Kindern, Jugendlicher und Erwachsenen mit geistiger Behinderung. Vorstand, Kuratorium und Geschäftsführung der Stiftung Lebenshilfe NRW arbeiten ehrenamtlich, so dass alle zur Verfügung stehenden Mittel direkt, persönlich und unbürokratisch ihren Zweck erfüllen. Die Stiftung Lebenshilfe NRW wird durch Ehrenkuratoren gefördert. Das sind Personen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Sport, die die Arbeit der Stiftung Lebenshilfe NRW mit einer regelmäßigen jährlichen Spende unterstützen. Sie tragen die Idee der Stiftung Lebenshilfe NRW in die Gesellschaft sowie in die Wirtschaft hinein, damit der Bekanntheitsgrad steigt und die Stiftung eine breite Unterstützung in der Gesellschaft erhält. Umzug Landesgeschäftsstelle nach Hürth zog die Landesgeschäftsstelle nach Hürth um. In der Abtstraße haben mittlerweile auch die Stiftung Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen, die Lebenshilfe Wohnen NRW ggmbh, die Lebenshilfe Wohnverbund NRW ggmbh, die Lebenshilfe Akademie NW ggmbh, die Lebenshilfe Service NRW ggmbh, die Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh und die Lebenshilfe Dienste GmbH ihre Büroräume. 8 Gemeinsam Zusammen Stark

9 Nordrhein-Westfalen Haus Modestia 1993 Die im Dezember 1993 vom Landesverband erworbene Erholungseinrichtung auf der holländischen Insel Texel Haus Modestia wurde nach Umbau und Renovierung zum erstmalig belegt. Die schöne Ferienanlage bietet in drei Häusern (mit jeweils 8, 12, und 16 Betten) Raum für bis zu 40 Personen. Alle Gästehäuser sind weitgehend behindertengerecht ausgestattet (z.t. mit Pflegebett) und verfügen über viele technische Hilfsmittel. Besonders beliebt ist die Ferienanlage Haus Modestia bei Gruppen für Menschen mit Behinderung. Genutzt wird die Anlage aber auch von Jugendgruppen und Familien. Ende 2009 ist die Ferienanlage in den Besitz der Lebenshilfe Wohnen NRW ggmbh übergegangen. Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinn. GmbH 1993 Auf Initiative des Landesverbandes haben 25 örtliche Lebenshilfe- Vereinigungen in NRW und der Landesverband selbst im August 1993 die Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinnützige GmbH gegründet. Ziel war es, Kurzzeitwohnmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung, Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung und Wohneinrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung (insbesondere für diejenigen, die aus Psychiatrie und Landeskrankenhäusern herauswachsen sollen) zu schaffen. Heute gehören zur Lebenshilfe Wohnen NRW ggmbh 23 Gesellschafter und der Landesverband als Hauptgesellschafter. Sie unterhält zurzeit folgende Einrichtungen: Haus Lebenshilfe Dortmund 1994 Haus Lebenshilfe Dortmund Die erste Einrichtung der Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinn. GmbH wurde am in Dortmund-Aplerbeck eröffnet. 33 Menschen mit teilweise jahrzehntelangen Psychiatrieerfahrungen haben dort ein Zuhause gefunden. Die Wohnstätte liegt mitten in einem Wohngebiet in der Aplerbecker Mark, nahe dem Schwerter Wald. Im Souterrain der Wohnstätte befindet sich die Tagesstruktur, die tagesstrukturierende Maßnahmen für BewohnerInnen des Hauses, aber auch für externe NutzerInnen anbietet. Im Jahr 2011 entstand eine ausgelagerte Wohngruppe auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Wohnstätte. Im Zuge des Abbaus von Doppelzimmern und der Entstehung zusätzlicher Gemeinschaftsräume sind acht Menschen in die neuen Räumlichkeiten eingezogen. Gemeinsam Zusammen Stark 9

10 Haus Lebenshilfe Herten 1994 Haus Lebenshilfe Herten Am wurde die zweite Wohnstätte der Lebenshilfe Wohnen NRW gemeinn. GmbH eröffnet. Auch dieses Haus ist im Rahmen des Enthospitalisierungsprogrammes entstanden. 16 junge erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung zogen hier ein, die vorher in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie untergebracht waren. Für viele dieser Menschen ist die Wohnstätte in Herten auch heute noch ihr Zuhause. Einige der BewohnerInnen, die keiner Beschäftigung (mehr) nachgehen können oder möchten, nutzen das Angebot der hausinternen Tagesstruktur. In 2005 entstand die Wohngemeinschaft Horneburg als Außenwohngruppe der Wohnstätte Herten. Fünf Menschen mit Behinderung leben dort in einer Doppelhaushälfte. In familienähnlicher Form werden diese Bewohner von einer Betreuerfamilie, die in der anderen Doppelhaushälfte lebt, betreut. Haus Lebenshilfe Olpe 1996 Haus Lebenshilfe Olpe Seit April 1996 leben in dem Wohnhaus Villa Müller 20 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Im November 1999 wurde ein weiteres Wohnhaus Am Silberweg von acht Menschen mit Behinderung bezogen. Später kam noch ein Wohnhaus für 10 sehr selbstständige BewohnerInnen hinzu. Alle drei Häuser liegen zentrumsnah. In der Villa Müller werden tagesstrukturierende Maßnahmen für Menschen, die nicht (mehr) einer Beschäftigung in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen, angeboten wird eine weitere Wohnstätte in Olpe für ca. 24 Bewohner errichtet. Haus Lebenshilfe Minden 1997 Haus Lebenshilfe Minden Die Wohnstätte in Minden wurde im Januar 1997 eröffnet. In dem Haus lebten einst britische Soldaten und deren Familien. Nach einigen Umbaumaßnahmen zogen insgesamt 26 Menschen mit geistiger Behinderung dort ein, die alle in Einzelzimmern leben. In der Wohnstätte gibt es das besondere Konzept der Wohnschule. In der Wohnschule erleben die Bewohner eine gezielte Vorbereitung auf ein Leben in den eigenen vier Wänden. Drei der 26 Plätze sind Plätze im stationären Einzelwohnen und befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Wohnstätte. 10 Gemeinsam Zusammen Stark

11 Nordrhein-Westfalen Haus Lebenshilfe Arnsberg 1997 Haus Lebenshilfe Arnsberg Das ehemalige belgische Offizierscasino, mit Lage am Arnsberger Wald wurde 1997 zum neuen Zuhause von damals 31 Menschen mit Behinderung. 16 Menschen mit geistiger Behinderung sind ehemalige Patienten einer Psychiatrie. Die anderen 15 Bewohner sind aus familiären Bezügen in die Wohnstätte gezogen. Im Zuge der Ambulantisierung wurden zwei Wohnstättenplätze abgebaut und Menschen in eine eigene Wohnform begleitet. Im Souterrain der Wohnstätte gibt es das Angebot der Tagesstruktur. Wohnstätte Haus Magdalena 1999 Wohnstätte Haus Magdalena Die Wohnstätte Haus Magdalena befindet sich in einem Naturschutzgebiet am Ortsrand des Erholungsortes Hinsbeck, einem Stadtteil von Nettetal. In der Wohnstätte leben insgesamt 24 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung auf vier Wohngruppen. Zusätzlich werden Tagesstrukturierende Maßnahmen für Menschen, die nicht einer Beschäftigung in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen, angeboten. Haus Lebenshilfe Altenbeken 2001 Haus Lebenshilfe Altenbeken Im Januar 2001 wurde das Haus Lebenshilfe Altenbeken eröffnet. Die Stadt Altenbeken, die auch unter dem Namen Eisenbahnerhauptstadt bekannt ist, liegt ca. 15 Minuten von Paderborn entfernt. In dieser ländlichen Region des Kreises Paderborn fanden 24 Menschen mit geistiger Behinderung ihr Zuhause. Da alle BewohnerInnen derzeit tagsüber einer Beschäftigung nachgehen, erwacht das Haus ab dem Nachmittag erst wieder zum Leben. Haus Lebenshilfe Wenden 2003 Haus Lebenshilfe Wenden Im August 2003 konnten 20 Menschen mit geistiger Behinderung die neu eröffnete Wohnstätte in Wenden beziehen. Das Wohnhaus liegt in einem Neubaugebiet von Wenden. Das Ortszentrum ist in zehn Gehminuten erreichbar. Die BewohnerInnen leben in sechs Wohneinheiten mit jeweils max. vier MitbewohnerInnen. Gemeinsam Zusammen Stark 11

12 Akademie ggmbh (Berufs-) Fachschule für Heilerziehungspfleger und Sozialhelfer 1996 Der Landesverband gründete im Februar 1996 in der Trägerschaft der Lebenshilfe Akademie NW ggmbh die (Berufs-) Fachschule für Heilerziehungspfleger und Sozialhelfer in Hürth-Gleuel. Die Ausbildungsgänge in der (Berufs-) Fachschule ermöglichen es den angehenden Fachkräften, Menschen mit Behinderung (Qualifikation zum Heilerziehungspfleger), Kindern, Jugendlichen und alten Menschen (Qualifikation zum Sozialhelfer) eine angemessene und anspruchsvolle Assistenz, Betreuung und Begleitung zu bieten. Die TeilnehmerInnen der Ausbildungen erwerben in einem fächervernetzten, handlungsorientierten Unterricht ein fundiertes berufsbezogenes Grundwissen. Dieses befähigt sie, in ihrem beruflichen Umfeld entsprechend den vorhandenen Bedürfnissen und Interessen, Menschen zu begleiten und zu fördern. Landesbehindertenrat NRW 1996 Lebenshilfe Wohnverbund NRW gemeinn. GmbH gründete der Landesverband mit der LAG Hilfe für Behinderte und ihren Mitgliedern, die nunmehr LAG Selbsthilfe heißt, den Landesbehindertenrat NRW, den Spitzenverband der Behindertenselbsthilfe in Nordrhein-Westfalen. Im November 1997 haben sich der Landesverband und die Lebenshilfe-Vereinigungen Gelsenkirchen, Greven (heute Kreis Steinfurt), Köln-Pesch und Siegen-Wittgenstein zu einer Wohnverbund ggmbh zusammengeschlossen, um insbesondere Wohneinrichtungen in den vier Regionen zu schaffen. Die Lebenshilfe Wohnverbund NRW ggmbh unterhält zurzeit folgende Einrichtungen: Hans-Schäfer-Haus 1998 Franz-Goebbels-Haus 1999 Hans-Schäfer-Haus In Wilnsdorf-Obersdorf konnte das Hans-Schäfer-Haus Ende 1998 eröffnet werden. Die Wohnstätte bietet Platz für 12 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Es liegt direkt am Waldrand der südlichen Ausläufer des Rothaargebirges. Wilnsdorf-Obersdorf ist eines von elf Ortsteilen der Gemeinde Wilnsdorf, stadtnah (ca. 5 km von Wilnsdorf Stadtmitte) und ca. 7 km von der Stadt Siegen entfernt. Wohnstätte Köln: Franz-Goebbels-Haus Die Wohnstätte Haus Lebenshilfe Franz-Goebbels liegt am nördlichen Stadtrand Kölns im Stadtteil Volkhoven/Weiler. In der Wohnstätte leben 24 Menschen mit geistiger Behinderung durchweg in Einzelzimmern. Die Wohnstätte wurde 1999 eröffnet. Seit 2012 werden zusätzlich tagesstrukturierende Maßnahmen angeboten, für Menschen die in der Wohnstätte leben und nicht (mehr) einer Beschäftigung in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen. 12 Gemeinsam Zusammen Stark

13 Nordrhein-Westfalen Haus Lebenshilfe Gelsenkirchen 2000 Haus Lebenshilfe Gelsenkirchen Das Mehrgenerationenhaus wurde im April 2000 eröffnet und liegt im Herzen von Gelsenkirchen, im Stadtteil Bulmke-Hüllen. Auf den beiden Wohngruppen im EG, sowie im 1. OG leben insgesamt 16 Kinder und Jugendliche. Im 2. OG wohnen 9 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Die erwachsenen BewohnerInnen, die berentet oder auch in Teilzeitarbeit sind, nutzen das Angebot der trägerinternen Tagesstruktur, welche zu Fuß in ca. 2 Minuten zu erreichen ist. Ein inklusives Wohnhaus in Gelsenkirchen wurde im Jahr 2000 eröffnet und bietet 4 Wohneinheiten. Das Haus wurde direkt neben der Wohnstätte Gelsenkirchen errichtet. Eine erforderliche ambulante Betreuung ist gewährleistet. Haus Kliffmüller 2003 Haus Kliffmüller Die Wohnstätte Haus Kliffmüller liegt in Netphen-Deuz in einem Wohngebiet direkt in Waldnähe. Zum Ortszentrum Deuz mit einem kleinen Einkaufszentrum sind es ca. 20 Minuten Fußweg. Die Wohnstätte bietet Platz für 20 erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung. Sie wurde im November 2003 eröffnet. Seit einigen Jahren werden tagesstrukturierende Maßnahmen für Menschen mit geistiger Behinderung angeboten, die nicht (mehr) einer Beschäftigung in einer Werkstatt oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen. In Sarbeck (Kreis Steinfurt) wurde im Dezember 1998 mit dem Bau eines integrativen Wohnhauses begonnen, dass im Frühjahr 2000 fertiggestellt wurde. Hier können Menschen mit geistiger Behinderung wohnen, die im Rahmen des Unterstützten Wohnens Assistenz erfahren. Kurzzeitwohnen Kurzzeitwohnen In den meisten Häusern der Lebenshilfe Wohnen NRW ggmbh und Lebenshilfe Wohnverbund NRW ggmbh finden Menschen mit geistiger Behinderung vorübergehend Aufnahme, wenn Pflegepersonen oder Eltern aus bestimmten Gründen, z.b. auf Grund eines Urlaubs, Krankenhausaufenthalts oder einer Notfallsituation, die Pflege und Betreuung über einen gewissen Zeitraum nicht übernehmen können. Diese Plätze können das ganze Jahr über von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung belegt werden. Die Unterbringung erfolgt in den Wohnstätten in der Regel in Einzelzimmern. Die Betreuung wird durch qualifizierte BetreuerInnen der Häuser gewährleistet. Gemeinsam Zusammen Stark 13

14 Umbenennung Landesverband 1997 / 2013 Freiwilligendienste seit wurde auch im Landesverband NW dem veränderten Sprachgebrauch Rechnung getragen. Auf der Landesdelegiertenversammlung in Münster wurde die Lebenshilfe für geistig Behinderte in Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung umbenannt. Zuvor hatte man schon das neue Logo eingeführt. Auf der Landesdelegiertenversammlung 2013 wurde der Name in Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen e.v. satzungsmäßig umgewandelt. Das, vom Landesverband eingeführte, bundesweite Berufsvorbereitende Soziale Jahr (BSJ) war ein Orientierungsjahr zwischen Schule, Ausbildung und Beruf. Hier erprobten junge Menschen ihre ersten Schritte in die zukünftige Arbeitswelt, angeleitet durch langjährige, berufserfahrene MitarbeiterInnen der Lebenshilfe. Das BSJ bot über Menschen die Möglichkeit, Erfahrungen im Berufsalltag zu sammeln und sich praxisbezogen auf Beruf, Ausbildung oder Studium vorzubereiten. Die bundesweite Koordinationsstelle mit Sitz im Landesverband Nordrhein-Westfalen hat die Mitgliedsorganisationen der Lebenshilfen im BSJ beraten und begleitete die TeilnehmerInnen aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit sogenannten Thementagen. Eine einwöchige, verpflichtende Weiterbildung, an der die BSJlerlnnen während ihres sozialen Jahres in der Lebenshilfe zur Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung geschult wurden, organisierte der Landesverband. Das BSJ wurde zugunsten der beiden Freiwilligendienste BFD und FSJ aufgegeben. Ich möchte gerne etwas Soziales machen! Diese oder ähnliche Aussagen machen oft die Runde, wenn Schulabgänger sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Aber auch ältere Menschen sind auf der Suche nach sinnvollen Aufgaben, die ihr Leben bereichern. Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) Bundesfreiwilligendienst (BFD) Die Lebenshilfe bietet Menschen seit 2012 die Möglichkeit, sich in zwei unterschiedlichen Freiwilligendiensten für jeweils ein Jahr zu engagieren. FSJ Das Freiwillige Soziale Jahr bietet jungen Menschen im Alter von 16 bis zum vollendeten 26. Lebensjahr die Chance, ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln, sich beruflich zu orientieren und das gesellschaftliche Leben aktiv mitzugestalten. BFD Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer aller Generationen, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren. Er fördert das zivilgesellschaftliche Engagement. In seiner Organisation und Durchführung ist der BFD an das FSJ 14 Gemeinsam Zusammen Stark

15 Nordrhein-Westfalen angelehnt. Inklusionsassistent Europäische Konferenzen seit 2001 Aufbau von Lebenshilfen in Europa Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh 2002 Der Landesverband ist als Träger des FSJ und BFD anerkannt und koordiniert im Jahr z.zt. rund 650 Freiwillige, die in den Lebenshilfe Einsatzstellen in NRW eingesetzt sind. Es gibt derzeit insgesamt fünf Service- und Beratungsstellen für Freiwilligendienste der Lebenshilfe NRW in Hürth, Haus Hammerstein, Kamen, Minden und Coesfeld. Wer ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim Landesverband absolviert, hat die Möglichkeit gleichzeitig eine Berufsqualifikation zum Inklusionsassistenten auf der Grundlage des Gesetzbuchs XI, 87b zu erwerben. Im Januar 2001 fand die erste Europäische Konferenz für Organisationen, die im Bereich der Behindertenhilfe tätig sind, in Haus Hammerstein statt. Neun europäische Länder (Großbritannien, Griechenland, Malta, Dänemark, Slowakei, Tschechien, Österreich, Frankreich, Deutschland) trafen sich, um ein Netzwerk aufzubauen, welches im Dezember 2001 mit insgesamt 14 Organisationen, gegründet wurde. Der Landesverband hat die Lebenshilfen der Slowakei, Bosnien-Herzegowina und Bulgarien intensiv beim Aufbau begleitet. Als anerkannter Träger der Weiterbildung durch das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen verfolgt die Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh seit 2002 ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Wohlfahrtszwecke. Die Aufgaben sind: Förderung von Familienbildungsarbeit (Eltern und Kinder) Förderung des selbstbestimmten Lebens von Menschen mit Behinderung Förderung der Persönlichkeitsbildung von Menschen mit und ohne Behinderung Weiterbildung von Multiplikatoren Die Türen der Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh stehen offen für alle Menschen ob mit oder ohne Behinderung. Sie will Jungen, Mädchen, Frauen und Männern gleichermaßen gerecht werden. Die Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh schafft Begegnungen. Bildung bedeutet die persönliche Weiterentwicklung des Menschen mit all seinen Fähigkeiten in der Gemeinschaft mit anderen, hin zu Entwicklung von Solidarität und Verantwortung füreinander. Bildung fördert das persönliche Wachstum, unterstützt die Ressourcen und kreativen Potentiale. Die Bildungsarbeit der Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh ist aktuell, informierend und aufklärend. Sie gibt Im- Gemeinsam Zusammen Stark 15

16 pulse, Ideen und regt an, Neues auszuprobieren. Die Angebote der Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh orientieren sich zum einen an den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Zielgruppen und zum anderen an sozialpolitischen Entwicklungen. Ziel ist, ein möglichst eigenständiges Leben in der Gemeinschaft führen zu können, das sich an den gesellschaftlichen und kulturüblichen Werten orientiert. Haus Bröltal In den verschiedenen Weiterbildungsprogrammen, wie z. B. dem Programm Familienbildung Rhein-Sieg und Weiterbilden, geben qualifizierte ReferentInnen fachliche und lebenspraktische Anregungen zu unterschiedlichen Themenbereichen. Darüber werden bedarfsgerechte Fachtagungen zu aktuellen Themenbereichen organisiert. In der grünen Lunge Kölns, dem Bergischen Land, liegt umgeben von Wald und Wiesen die barrierefreie Familienbildungs- und Erholungsstätte der Lebenshilfe Bildung NRW ggmbh, Haus Bröltal in Ruppichteroth. Bildung Erholung - Lebensfreude! Familienbildungsstätte Sankt Augustin Das barrierefreie Haus bietet Platz für 65 Personen. Die Unterbringung erfolgt in Einzel-, Doppel- oder Dreibettzimmern, die jeweils Dusche und WC sowie teilweise einen Balkon haben. Im Haus befinden sich barrierefreie Zimmer für Rollstuhlfahrer mit Pflegebädern, die teilweise mit Pflegebetten ausgestattet sind. Fünf Seminarräume, sowie Speise- und Aufenthaltsräume sind barrierefrei erreichbar. Haus Bröltal ist mit einer Wellnesslandschaft ausgestattet. Hier finden Gäste Erholung in verschiedenen Saunen. In den Sommermonaten kann außerdem das solarbeheizte Waldschwimmbad genutzt werden. MitarbeiterInnen, Ausstattung und Seminarangebote sind auf Gäste mit Behinderung und Familiengruppen spezialisiert. Auf dem großzügigen Freizeitgelände stehen den Gästen u.a. ein Mehrzweckfeld für verschiedenste (Ball-) Spiele, ein Waldspielplatz, eine Grillhütte und ein Kinderhaus zur Verfügung. Im Haus Bröltal werden zudem Familienfeste ausgerichtet. Über Menschen mit und ohne Behinderung nutzen das Haus jährlich. Eltern werden ist nicht schwer - Eltern sein dagegen sehr. Getreu diesem Motto finden Familien in der Familienbildungsstätte St. Augustin informative Unterstützung und abwechslungsreiche Angebote rund um das Thema Familienalltag. Es bietet ein angenehmes Umfeld für pädagogische Kurse aller Art. Die Kurse werden sowohl in der Familienbildungsstätte selbst, als auch in verschiedenen Stadtteilen von St. Augustin, Hennef, Siegburg, Lohmar, Niederkassel, Bornheim und Eitorf von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt. 16 Gemeinsam Zusammen Stark

17 Nordrhein-Westfalen Lebenshilfe Rat seit 2002 Im August 2002 wurde der Lebenshilfe-Rat NRW mit 13 Menschen mit geistiger Behinderung gegründet. Die Mitglieder des Lebenshilfe- Rates vertreten die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung in eigener Regie und erhalten Unterstützung von Assistenten. Ziel des Lebenshilfe-Rates ist es, sich für die Selbstbestimmung und die Interessen von Menschen mit geistiger Behinderung einzusetzen und ein eigenes Mitspracherecht in der Lebenshilfe Nordrhein- Westfalen zu haben. Pünktlich zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung fand am 04. Mai 2013 erstmals eine demokratische Wahl des Lebenshilfe-Rates NRW unter dem Motto: Ich bin entscheidend! statt. Fußball- Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung 2006 Die Lebenshilfe NRW hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS), dem Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW) und in Kooperation mit dem Deutschen Fußballbund (DFB), die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland geplant und durchgeführt. Die Lebenshilfe NRW war dabei insbesondere für die gesellschaftlich-politische Begleitung allein verantwortlich. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung fand im Anschluss an die Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft in den drei Wochen vom 26. August bis zum 17. September 2006 erstmals in Deutschland statt. Die saudi-arabische Nationalmannschaft siegte im Finale gegen die Niederlande im Elfmeterschießen. Favorit und Titelverteidiger England schied schon im Viertelfinale aus. Deutschland gewann das Spiel um Platz drei gegen Südafrika. 16 Nationalmannschaften aus fünf Kontinenten mit rund 500 Sportlern, Trainern und Begleitpersonal traten in 47 WM-Spielen und vor insgesamt rund Zuschauern gegeneinander an, um dem seit 2002 amtierenden Weltmeister England den Platz streitig zu machen. Flankiert wurden die Spiele durch viele zusätzliche und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. So z.b. mehrere WM-Galas, die große Eröffnungsveranstaltung mit Besuchern im August, die Ziehung der Spiele beim ZDF in Berlin oder dem WM-Truck in 50 Städten. Unterstützt wurde die WM durch viele Prominente aus Sport, Unterhaltung und Politik, so z.b. Reiner Calmund, Rudi Völler, Horst Köhler, Gerhard Schröder, Uwe Hübner, u.v.m. Gemeinsam Zusammen Stark 17

18 Mit Teams zur WM 2006 Bei der Durchführung der Spiele und Veranstaltungen zur Fußball WM 2006 der Menschen mit Behinderung galt es, die Einsätze von hauptamtlichen Kräften durch die Mitarbeit von ehrenamtlichen Helfern mit und ohne Behinderung zu stützen. Mit dem Slogan Rudi macht mit und Du? Mit Teams zur WM wurde eine Werbekampagne für das ehrenamtliche Engagement mit Rudi Völler gestartet. Es wurden Dolmetscher, Fahrer, Helfer für die Stadien, Infostände etc. gesucht, die den reibungslosen Ablauf des Tandem- Großprojektes unterstützten. Im Rahmen eines Konzepts sollten Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in einem WM- Team zusammenarbeiten. Für dieses Projekt wurden MitarbeiterInnen aus Firmen/Behörden geworben und geschult. In insgesamt 12 Schulungs- und Infotagen wurden MitarbeiterInnen u.a. von RWE, den Versorgungsämtern Köln und Wuppertal, der KPMG und der Berufgenossenschaft auf ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten vorbereitet. Mit gelben Westen gekennzeichnet konnte man die WM-Teams bei jedem Spiel und jeder Veranstaltung zur Fußball WM 2006 der Menschen mit Behinderung erkennen. Durch die Zusammenarbeit mit den Orts- und Kreisvereinigungen konnte das Ziel Mit Teams zur WM erfolgreich abgeschlossen werden. Ernennung Uwe Hübner zum Botschafter der Lebenshilfe NRW 2007 Uwe Hübner wurde 2007 für seinen überdurchschnittlichen Einsatz und sein soziales Engagement während der Fußball-Weltmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung mit dem Botschafter- Titel der Lebenshilfe NRW ausgezeichnet. In über 70 Veranstaltungen, diversen Interviews und Foto-Terminen, machte Uwe Hübner auf die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam. Durch seine professionelle Unterstützung, gerade bei der Moderation von Groß-Events, und seine Medienpräsenz, trug Uwe Hübner dazu bei, dass die WM ein großer Erfolg wurde. Kooperation U.N.I.T.A.L.S.I./ Dunital 2007 Der Landesverband und die Dunital, ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bonn mit der Zielrichtung, den Transfer und die Reiselogistik bei Pilgerfahrten/Großereignissen für Menschen mit Behinderung und Kranke zu optimieren, entschlossen sich 2007 zu einer Kooperation. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz wurde die Zusammenarbeit mit dem Abschluss eines Kooperationsvertrages besiegelt. Über das Internet-Reiseportal Travel Gateway wird Menschen mit Behinderung unter anderem die Planung und Durchführung von Reisen erleichtert. Die DUNITAL und die Lebenshilfe NRW wollen das gemeinsame Reisen und Erleben von Menschen mit und ohne Behinderung unterstützen. Eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung reiste zum Weltjugendtag 2008 nach Sydney. 18 Gemeinsam Zusammen Stark

19 Nordrhein-Westfalen Tandemreise nach Rom und Audienz beim Papst 2007 Vom reisten 51 Personen mit und ohne Behinderung in Tandems nach Rom. Zu den Höhepunkten der Reise gehörte die gemeinsame Audienz beim Papst und die Begegnung mit Menschen der italienischen Partnerorganisation U.N.I.T.A.L.S.I.. Bei U.N.I.T.A.L.S.I. handelt es sich um eine Wohlfahrtsorganisation in Rom mit jahrhundertlanger Tradition zur Unterstützung von Pilgern mit Behinderung. Die U.N.I.T.A.L.S.I. ist Träger von Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderung. Lebenshilfe Center wurde das erste Lebenshilfe Center NRW als strukturelle Bündelung aller ambulanten Angebote und Dienste errichtet. Weitere 30 wurden danach bis heute in NRW durch die Lebenshilfe NRW und die Orts- und Kreisvereinigungen gegründet. Gründung der Lebenshilfe Bosnien- Herzegowina Zivotna pomoc 2007 Lebenshilfe journal 2007 Die Lebenshilfe Bosnien-Herzegowina wurde 2007 mit acht bosnischen Lebenshilfe-Vereinigungen in Bosnien-Herzegowina gegründet. Der Landesverband beteiligte sich neben seiner Rolle im europäischen Netzwerk an der Planung zum Aufbau einer Lebenshilfe in Tuzla, Bosnien-Herzegowina in Kooperation mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe und der Lebenshilfe Unterer Niederrhein. Der Aufbau einer Geschäfts- und Beratungsstelle in Tuzla wurde geplant. Von dort aus sollte die Vernetzung der Projekte zum Aufbau der Hilfen und Unterstützung für Menschen mit Behinderung und ihrer Angehörigen in Bosnien-Herzegowina koordiniert werden. Die regionale Zeitung Lebenshilfe journal spricht seit 2007 die Bevölkerung in einzelnen Regionen und Städten der Orts- und Kreisvereinigungen an. Die Zeitung berichtet über Neuigkeiten aus der jeweiligen Region und führt unter anderem Reportagen, Themen aus der Behindertenhilfe, Unterhaltendes und verschiedene Rubriken wie Lexikon, Rezepte oder ähnliches. Das Lebenshilfe journal erscheint vier Mal im Jahr (ca Auflage) und wird unter anderem über Partner der Lebenshilfe zum Beispiel im Einzelhandel, Praxen oder Ämtern ausgelegt. Da das Lebenshilfe journal für den Leser kostenfrei ist, finanziert sich es über eine Werbeleiste auf der Titelseite. Gemeinsam Zusammen Stark 19

20 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising 2007 Persönliches Budget 2008 Maifieberparty 2008 Seit Oktober 2007 betreibt die Lebenshilfe NRW eine eigene Abteilung für den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/ Fundraising, um durch einen Mix aus verschiedenen Kommunikationsmitteln vermehrt auf die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam zu machen und den Bekanntheitsgrad der Lebenshilfe zu steigern. Seit dem 01. Januar 2008 gibt es für Menschen mit Behinderung einen Rechtsanspruch auf das Persönliche Budget. Das Persönliche Budget ist in 17 des SGB IX und in der Budgetverordnung (Budget- VO) festgelegt. Es ermöglicht Menschen mit Behinderung, die einen Anspruch auf eine Leistung haben, anstatt einer Sachleistung, eine Geldleistung zu erhalten. (Nur im Bereich des Pflegeversicherungsgesetzes und in Ausnahmefällen können auch Gutscheine ausgestellt werden). Über 500 Menschen mit und ohne Behinderung feierten am 03. Mai 2008 ein unvergleichliches Konzert in der Eissporthalle der Lebenshilfe Solingen. Gemeinsam mit den Bands Rock am Ring, Big Donkies, Together und Fudi s sorgte der aus der Neuen Deutschen Welle bekannte Sänger Markus mit seinem Hit Ich will Spaß! für kochende Stimmung. Goldene Eva 2008 Die Jury des Event Award verlieh der Lebenshilfe NRW für die Eröffnungsfeier der Fußballweltmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung den ersten Preis in der Kategorie Charity-/Social-/ Cultural-Event. Lebenshilfe Gala wurde erstmals eine Lebenshilfe Gala mit 500 Zuschauern mit und ohne Behinderung unter dem Motto Lebenshilfe verbindet Herzen gefeiert. Viele Orts- und Kreisvereinigungen haben bis heute dieses Konzept für eine erfolgreiche Gala-Veranstaltung übernommen. 20 Gemeinsam Zusammen Stark

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