DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen. 50 Jahre DRK-Blutspende in Hessen

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1 DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen 50 Jahre DRK-Blutspende in Hessen

2 Impressum Herausgeber DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen ggmbh Kontaktanschrift DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen ggmbh Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie Sandhofstraße 1, Frankfurt am Main, Telefon (0 69) , Telefax (0 69) Redaktion Professor Dr. med. Erhard Seifried Günther Soedel Eberhard Weck Dr. med. Markus M. Müller mit Beiträgen von Dr. med. Veronika Brixner Dr. med. Gerhard Holzberger Dr. med. Mira Mosebach Hans-Ulrich Pfeiffer Dr. med. Michael Schmidt Priv.-Doz. Dr. med. Christian Seidl Dr. med. Torsten Tonn Klaus Wersich Gestaltung Eberhard Weck, DRK-Blutspendedienst Christian Fitz, Hanau - Großauheim Herstellung Druckerei Wenz GmbH, Hanau - Großauheim

3 Inhalt Grußworte 2 Vorwort 5 Aus der Geschichte der Blutübertragung Transplantationsimmunologie und Blutstammzellspenderdatei Von der Vollblutkonserve zum inlinegefilterten Erythrozytenkonzentrat im Kunststoffbeutel Sicherheit von Blutprodukten eine Herausforderung, der wir uns stellen! Entwicklung der Transfusionsmedizin in Hessen Zellseparation und GMP-Reinräume 30 Dank 32

4 Grußwort Hannelore Rönsch Im Jahr 1953, also genau vor 50 Jahren, wurde der DRK-Blutspendedienst in Hessen ins Leben gerufen. Dadurch sollte die Versorgung der Patienten in den hessischen Kliniken mit freiwillig und unentgeltlich gespendetem Blut sichergestellt werden. Der DRK-Blutspendedienst begann als Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem DRK-Landesverband Hessen mit Sitz der Einrichtung in Frankfurt am Main. Seit damals hat der DRK-Blutspendedienst viele Änderungen, sowohl in seiner Struktur als auch in seinen Aufgaben, erfahren. So erfolgte im Jahr 1964 die Gründung des Blutspendedienstes Hessen des Deutschen Roten Kreuzes ggmbh und 1976 trat die Stadt Kassel dem DRK- Blutspendedienst Hessen als Gesellschafterin bei. Im selben Jahr nahm der DRK-Blutspendedienst Hessen in einem zweiten Institut in Kassel die Arbeit auf. Die größte Veränderung der jüngsten Vergangenheit war die Fusion des DRK- Blutspendedienstes Hessen mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg zum DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen im Jahr Grund für den Zusammenschluss war die Überzeugung, den allgemein wachsenden Anforderungen an die Leistungen der Blutspendedienste zur Sicherheit und Qualität der Blutpräparate gemeinsam wirkungsvoll und mit hoher Professionalität gerecht werden zu können. Denn auch der Umfang der Anforderungen an den DRK-Blutspendedienst nahmen im Laufe der Jahre zu. Zu Beginn war die Aufgabe des Blutspendedienstes die Entgegennahme von Vollblutspenden, die Prüfung wie auch Verteilung dieser Blutspenden. Mehr als acht Millionen mal haben sich in Hessen in den vergangenen 50 Jahren Bürgerinnen und Bürger zu einer Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz bereit gefunden. Hinzu gekommen sind die Knochenmark- und Stammzellspende sowie umfangreiche Arbeiten im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung, insbesondere im Bereich der Sicherheit von Blutprodukten sowie der Tumor- und auch der Gentherapie. Neben umfangreichen Laborleistungen werden zusätzliche Leistungen in Form von Beratungen und Schulungen sowie Fortbildungen auf dem Gebiet der Transfusionsmedizin und Immunhämatologie erbracht. Die Kernaufgabe des DRK-Blutspendedienstes jedoch ist unverändert. Es ist die Versorgung der hessischen Kliniken mit Blut und Blutprodukten für Kranke und Verletzte. Im Vordergrund steht hier stets die Sicherheit für Spender und Empfänger. Das Engagement vieler Menschen trug und trägt dazu bei, dass der DRK-Blutspendedienst in der Lage war und ist, alle seine satzungsgemäßen Aufgaben zu erfüllen. 50 Jahre Blutspende in Hessen sind ein guter Anlass, Ihnen allen zu danken: den Spenderinnen und Spendern, die mit ihren selbstlosen Blutspenden die Grundlage für alle Leistungen des DRK-Blutspendedienstes erbringen; den Unternehmen, Einrichtungen, Organisationen und den Medien für ihre Unterstützung bei den Blutspendeterminen; den DRK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Ortsvereinigungen und Kreisverbände für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Vorbereitung und Durchführung der regionalen Blutspendetermine; unseren Wissenschaftlern und Ärzten sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass jederzeit sicheres Blut für die Behandlung kranker und verletzter Menschen bereitsteht und nicht zuletzt unseren Mitgesellschaftern und den Aufsichtsratsgremien für ihren Rat und ihre Unterstützung bei der Bewältigung der Aufgaben. Gemeinsam mit all jenen, die ihn unterstützen, wird der DRK-Blutspendedienst auch in Zukunft seinen Beitrag zum Gesundheitswesen leisten, damit vielen Patientinnen und Patienten geholfen werden kann. Hannelore Rönsch Hannelore Rönsch Bundesministerin a. D. Präsidentin des DRK-Landesverbandes Hessen e. V. und Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg - Hessen.

5 Grußwort Dr. Lorenz Menz Ich gratuliere dem DRK-Blutspendedienst auf das Herzlichste zum 50-jährigen Jubiläum der Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz in Hessen. 50 Jahre Blutspende bedeuten 50 Jahre unermüdlicher Einsatz für Kranke und Verletzte. Der DRK-Blutspendedienst stellte sich in dieser Zeit den laufend wachsenden Anforderungen an die Sicherheit der Blutpräparate und entwickelte sich zu einer innovativen, hochmodernen Einrichtung. Dabei erfuhr er von vielen Seiten wie öffentlichen Einrichtungen, Firmen, Verbänden und Organisationen sowie den Medien unverzichtbare Unterstützung. Wir leben in einer hektischen Zeit, die von Materialismus und Gewinnstreben geprägt ist. Um so wichtiger sind die Menschen, die sich freiwillig Pflichten auferlegen und sich für das Gemeinwohl einsetzen. Im Deutschen Roten Kreuz haben sich viele dieser Menschen zusammengefunden. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lindern täglich Leid und Not und helfen, wo immer ihre Hilfe gebraucht wird. Sei es im sozialen oder gesundheitlichen Bereich. Auch der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes ist auf die Mitarbeit und das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern angewiesen, die bereit sind, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Diese Menschen findet der DRK-Blutspendedienst in den Rotkreuzgemeinschaften, die ihm bei der Vorbereitung und Durchführung der regionalen Blutspendetermine hilfreich zur Seite stehen. Und die Blutspenderinnen und Blutspender leisten mit ihren freiwilligen und unentgeltlichen Blutspenden einen unverzichtbaren Beitrag für das Gemeinwesen. Ihnen allen gebührt Anerkennung und Respekt für ihren selbstlosen Einsatz. Sie helfen kranken und verletzten Menschen wieder gesund zu werden, manchen Patienten retten sie sogar durch ihre Blutspende das Leben. Der DRK-Blutspendedienst füllt also die Mittlerrolle zwischen den Menschen aus, die eine Bluttransfusion dringend benötigen und den Bürgerinnen und Bürgern, die bereit sind, ihr Blut für andere zu spenden. Im Jahr 2001 schloss sich der DRK-Blutspendedienst in Hessen mit dem DRK- Blutspendedienst Baden-Württemberg zum DRK-Blutspendedienst Baden- Württemberg - Hessen zusammen. Mit dem daraus entstandenen leistungsstarken Unternehmen im Dienst der Solidargemeinschaft wird es uns gelingen, auch die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Ich freue mich auf eine weiterhin erfolgreiche und gute Zusammenarbeit bei unserem gemeinsamen Bestreben, Menschen zu helfen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Dr. Lorenz Menz Dr. Lorenz Menz Staatssekretär a. D. Präsident des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg e. V. und Vorsitzender des Aufsichtsrats des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg - Hessen.

6 Grußwort Petra Roth Als zweiter DRK-Blutspendedienst im Bundesgebiet wurde der Blutspendedienst Hessen des Deutschen Roten Kreuzes im Jahre 1953 mit Sitz in Frankfurt am Main gegründet. Am 7. Juli 1953 fand die erste offizielle Besprechung zwischen dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main - Universitätsklinikum - und dem Deutschen Roten Kreuz, Landesverband Hessen statt. Diese führte zunächst zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft. Das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und das Deutsche Rote Kreuz waren sich jedoch einig über die Errichtung eines DRK- Blutspendedienstes in Hessen. Aufgabe sollte es sein, freiwillige und unentgeltliche Blutspenden zu sammeln, um eine ausreichende Versorgung der hessischen Krankenhäuser zu gewährleisten. Die Stadt Frankfurt am Main gehörte zu den Gründungsmitgliedern der am gegründeten Gesellschaft Blutspendedienst Hessen des Deutschen Roten Kreuzes ggmbh. Die rasante Entwicklung der Transfusionsmedizin und der damit verbundene immense Bedarf an Vollblutspenden zeigt die große Bedeutung des Blutspendedienstes im Gesundheitswesen. Waren im Gründungsjahr der Arbeitsgemeinschaft ca Blutspenden notwendig, so müssen 50 Jahre später über hessische Bürgerinnen und Bürger zur freiwilligen und unentgeltlichen Blutspende motiviert werden. Wöchentlich werden in Hessen ca Blutspenden zur Versorgung der hessischen Krankenhäuser benötigt. Aufgrund der vielen in Frankfurt am Main angesiedelten Krankenhäuser zur Maximalversorgung sowie des Universitätsklinikums wird der überwiegende Teil der aus gespendetem Vollblut hergestellten Blutpräparate in Frankfurt am Main verbraucht. In der vorliegenden Festschrift wird die Entwicklung des Blutspendedienstes Hessen bis hin zum zukunftsweisenden Zusammenschluss mit dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg dargestellt. Der Bogen umspannt 50 Jahre Entwicklung, in denen der Blutspendienst meinungsführend den medizinischen Fortschritt in der Transfusionsmedizin geprägt hat. Die Stadt Frankfurt am Main ist aufgrund ihrer Verpflichtung zur Daseinsfürsorge und als Trägerin von Krankenhäusern bis zum heutigen Tage als Gesellschafterin in der Gesellschaft tätig. Unübersehbar ist die Tatsache, dass der DRK-Blutspendedienst ein tragender Pfeiler unseres Gesundheitssystems ist. Trotz der ständig wachsenden Anforderungen, die eine optimale Bewältigung des technischen und medizinischen Ablaufes im Blutspendewesen erfordert, ist es dem DRK-Blutspendedienst stets gelungen, Engpässe zu vermeiden und die Versorgung der hessischen Krankenhäuser sicherzustellen. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, ist die Solidarität der Gemeinschaft für die in Lebensgefahr geratenen Mitbürger so wichtig und unumgänglich. Freiwilliges Blutspenden ist ein solches Zeichen der Solidarität, ohne das sich die Arbeit des DRK-Blutspendedienstes nicht fortsetzen lässt. Auch im Namen des Magistrats der Stadt Frankfurt am Main danke ich allen Blutspenderinnen und Blutspendern, die bis heute dazu beigetragen haben, dass Bürgerinnen und Bürgern in Hessen durch ihre Blutspende geholfen werden konnte. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Blutspendedienstes sowie den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes danke ich für ihr Engagement bei der Erfüllung der satzungsgemäßen Aufgaben des Blutspendedienstes. Für die Zukunft wünsche ich dem DRK- Blutspendedienst eine weiterhin erfolgreiche Arbeit im Dienste des Gesundheitswesens, damit auch künftig vielen Patientinnen und Patienten mit Präparaten aus einer Vollblutspende geholfen werden kann. Petra Roth Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main Petra Roth Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main

7 Vorwort Prof. Dr. Erhard Seifried, Günther Soedel, Manfred Stähle In diesem Jahr feiert die Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz in Hessen ihr 50-jähriges Jubiläum. Grund genug, eine Festschrift herauszugeben, die ein halbes Jahrhundert DRK-Blutspende- Geschichte in Hessen in Bild und Text dokumentiert. Im Laufe dieser Zeit nahm der DRK- Blutspendedienst eine stürmische Entwicklung, um den stetig wachsenden Anforderungen, die sich aus den Fortschritten der Medizin ergaben, gerecht zu werden. Aus der anfänglichen Arbeitsgemeinschaft, deren Aufgabe es war, Blutspenden entgegen zu nehmen und geprüft weiterzugeben, wurde ein modernes, leistungsführendes Unternehmen; ein gemeinnütziges Unternehmen, das durch die Verschmelzung mit dem DRK-Blutspendedienst Baden- Württemberg noch leistungsfähiger geworden ist. Der frühere DRK-Blutspendedienst Hessen existiert seit der Fusion mit seinem Institut in Kassel weiter und ist eine 100prozentige Tochter des neuen DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg - Hessen. Der DRK-Blutspendedienst deckt in Hessen über 90 Prozent des Bedarfes der hessischen Kliniken an Blutprodukten. Dabei gehören die Blutpräparate des Deutschen Roten Kreuzes weltweit zu den sichersten. Das liegt nicht zuletzt an der wissenschaftlichen Ausrichtung. Einer der Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit des DRK-Blutspendedienstes ist die ständige Weiterentwicklung zur Sicherheit und Qualität der Blutprodukte für den Empfänger. Doch auch in anderen Bereichen (Stammzelltransplantationen, Gentherapie, Immunhämatologie etc.) führen mehrere Arbeitsgruppen wichtige Forschungsprojekte durch und tragen letztendlich dazu bei, dass kranken Mitbürgerinnen und Mitbürgern geholfen werden kann. Diese Schrift gibt einen Überblick über die Entwicklung und die Arbeit des DRK-Blutspendedienstes in Hessen. Doch neben interessanten Informationen möchten wir auch die gesellschaftliche Bedeutung vermitteln, die der freiwilligen und unentgeltlichen Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz zukommt. Denn der Bedarf an Blutprodukten für die Behandlung kranker und verletzter Mitbürgerinnen und Mitbürger wächst. Und wir hoffen und wünschen, dass auch die Zahl der Menschen, die sich als Blutspender zur Verfügung stellen, noch stärker wächst als bisher. Mit Zufriedenheit und auch mit Stolz blicken wir auf das bisher Geleistete zurück. Möglich war dies nur durch die Hilfsbereitschaft der hessischen Bevölkerung, von der wir in den vergangenen 50 Jahren über acht Millionen Blutspenden entgegennehmen durften. Wesentlich dazu beigetragen haben vor allem auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rotkreuzgemeinschaften, ohne deren Engagement und persön-lichen Einsatz unsere regionalen Blutspendetermine gar nicht denkbar wären. Nicht zu vergessen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wesentlich dazu beigetragen haben, den Blutspendedienst in seiner heutigen Darstellung mit zu prägen. Unser aufrichtiger und herzlicher Dank gilt allen, die uns in der Vergangenheit geholfen haben, unserer Aufgabe gerecht zu werden. Auf diese Unterstützung werden wir auch in Zukunft angewiesen sein. Professor Dr. Erhard Seifried Ärztlicher Direktor Günther Soedel Geschäftsführer Manfred Stähle Geschäftsführer Professor Dr. Erhard Seifried Ärztlicher Direktor Günther Soedel Geschäftsführer Manfred Stähle Geschäftsführer

8 Aus der Geschichte der Blutübertragung Seit den Anfängen der Zivilisation umgibt Blut eine mystische Aura von Wohlergehen, Kraft, Gesundheit und Erneuerung. Blut als Götteropfer, aber auch als Trank zur Heilung und Stärkung findet sich in den meisten antiken Kulturen. Bis in unsere Zeit hat sich diese mystische Bedeutung erhalten und sie begleitet uns seit frühester Kindheit. Der Sagenheld Siegfried wurde durch das Bad im Blut des erschlagenen Drachen unverwundbar, mal abgesehen von dem Missgeschick mit dem Lindenblatt. Ein ganzes Königreich fiel in den hundertjährigen Schlaf, als durch den Stich der Spindel bei Dornröschen der erste Tropfen Blut floss. Old Shatterhand und Winnetou bekräftigen ihre unaufhebbare Freundschaft mit dem Lebenssaft. Mephisto besiegelt seinen Kontrakt mit Dr. Faust durch Blut und Goethe hat uns dabei die Worte hinterlassen, die das alles ausdrücken: Blut ist ein ganz besonderer Saft. Bereits die alten Ägypter badeten ihre leprakranken Pharaonen in Blut von Menschenopfern in der Hoffnung auf Heilung. Auch in der Literatur der griechischen Antike finden sich Belege für die heilende und verjüngende Eigenschaft von Blut. Bei Ovid eröffnet Medea die Gurgel des greisen Aeson und als sie das alte gegen frisches Blut austauscht, verschwinden alle Zeichen des Alters, der neugeschaffene Aeson strotzt wieder vor jugendlicher Kraft. Im antiken Rom galt Blut als Heilmittel, beispielsweise bei Epilepsie. So empfahl Plinius fallsüchtigen Patienten das Blut von gefallenen Gladiatoren zu trinken. Im christlichen Glauben wurden die ständigen Tieropfer der Heiden durch den Opfertod eines Menschen ersetzt: Gott opfert seinen Sohn. Christi Blut wusch die Sünden der Welt hinweg und damit die Menschheit rein. Das Wunder des Opfertods Christi wird als das Sakrament der Heiligen Kommunion zelebriert, wobei der Priester Brot in Fleisch und Wein in Blut verwandelt, in das Blut Christi. Selbst am Ausgang des Mittelalters wurde Blut noch zur Verjüngung eingesetzt. Während Kolumbus die Neue Welt entdeckte (1492), soll der greise Pabst Innozenz VIII. Blut von drei Knaben getrunken haben. Umsonst, der Pabst starb unverjüngt, auch die Knaben fanden den Tod. Erste Überlegungen zu einer echten Blutübertragung mittels ineinander passender Silberröhrchen finden sich in den Aufzeichnungen des Coburger Arztes und Alchimisten Andreas Libavius ( ). Ob er diesen riskanten Eingriff, die direkte Blutübertragung zum Zweck der Heilung und Kräftigung, jemals angewendet hat, ist jedoch nicht überliefert. Entscheidend für die Bluttransfusion von Individuum zu Individuum war die Entdeckung des Blutkreislaufs durch den englischen Arzt William Harvey ( ), der seinen berühmten Forschungsbericht im Jahre 1628 veröffentlichte. Dieser Bericht gab den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung des Transfusionswesens. Die erste erfolgreiche Bluttransfusion, von einem Hund zu einem anderen, wurde 1666 vom Oxforder Arzt Richard Lower ( ) durchgeführt. Ermutigt durch solche Erfolge wurden bereits ein Jahr später erste Transfusionen von Tierblut auf Menschen in Frankreich durchgeführt. Es waren der Philosoph und Mathematiker Jean-Baptiste Denis (um ) und der Chirurg Paul Emmerez (gest. 1690) in Paris, die mit der Direkttransfusion von Lammblut auf einem 15jährigen fiebernden Jungen, angeblich mit Heilungserfolg, Aufmerksamkeit erregten. Noch größeres Aufsehen erregte zu etwa gleichem Zeitpunkt die erfolgreiche Übertragung von Lammblut auf einen 45-jährigen Mann, der (angeblich) anschließend das Spendertier schlachtete und den Rest des Tages mit Zechen verbrachte. Es überrascht daher nicht, dass die Zahl der Tierbluttransfusionen stark zunahm. Die Indikationen waren dabei nicht nur äußerst vielfältig, sondern auch kurios und für die heutige Medizin wenig nachvollziehbar. So glaubte man z.b. mit der Übertragung von Schafsblut Schwerverbrecher wieder lammfromm zu machen. Aus heutiger Sicht unvermeidliche Misserfolge brachten jedoch die Bluttransfusion in Misskredit. Im Jahr 1668 wurde die Durchführung von Bluttransfusionen durch ein Urteil des französischen Gerichtshofes von der Einwilligung der Medizinischen Fakultät abhängig gemacht, was einem Todesurteil der Transfusionsmedizin glich und das Interesse an den riskanten Tierblutübertragungen abebben lies. 6 DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen

9 Nach über 100 Jahren Pause erfolgte, nach der Wiederaufnahme systematischer Tierexperimente, 1818 die erste homologe Transfusion durch den Londoner Geburtshelfer James Blundell ( ). Seinen Ruf als Vater der modernen Transfusionsmedizin erwarb sich Blundell im Jahre 1825, als er die Bluttransfusion an Frauen, die nach einer Entbindung zu verbluten drohten, erfolgreich anwandte. Die erste belegte erfolgreiche Menschenbluttransfusion in Deutschland wurde durch den Heilbronner Arzt Georg August E. Klett ( ) und den Wundarzt Ernst W. Schrägle am 17. Januar 1828 an einer Wöchnerin durchgeführt. Trotz der Fortschritte auf dem Gebiet der Menschenbluttransfusionen erlebte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Tierbluttransfusion eine Renaissance. Es wurde Soldaten sogar empfohlen, in der Schlacht ein Schaf im Tornister mitzuführen, damit notfalls eine Blutübertragung durchgeführt werden könne. Vernünftigere Zeitgenossen empfahlen jedoch statt der Schafbluttransfusion einen frischen Lammbraten und eine gute Flasche Rotwein, noch eindrucksvoller polemisierte der Hallenser Chirurg Richard von Volkmann ( ) gegen die Schafsblutübertragung: Zur Übertragung von Schafsblut gehören drei Schafe: eines, dem man das Blut entnimmt, ein zweites, das es sich übertragen lässt und dazu ein drittes, das die Übertragung ausführt. Sichere Voraussetzung für die Bluttransfusion schuf erst der Wiener Arzt und Serologe Karl Landsteiner ( ), der 1901 die Blutgruppeneigenschaften des ABO-Systems beschrieb und dafür 1930 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde. Trotzdem gingen noch einige Jahre ins Land, bis die Bluttransfusion unter Beachtung der Blutgruppen Allgemeingut der Medizin wurde. Die Entdeckung weiterer Blutgruppensysteme wie z.b. das Rhesus- System durch Levine und Landsteiner waren ebenso notwendig, wie die Empfehlung Oeleckers, vor jeder Transfusion die Verträglichkeit durch eine Probe einer kleinen Menge Spenderblut beim Patienten zu überprüfen. Mit der Einführung der Zugabe von Natriumzitrat als Blutgerinnungshemmer begann die Ära der Blutkonservierung, die Grundlagen zur Errichtung von Blutbanken waren geschaffen. Die erste Gründung einer Blutbank erfolgte 1919 im Rockefeller-Institut in de USA, es folgten bald ähnliche Einrichtungen in England, Frankreich, Italien, der Sowjetunion und Österreich. Manche Blutspendeeinrichtungen arbeiteten von Anfang an mit dem Roten Kreuz eng zusammen. Die Liga der Rotkreuz- Gesellschaften der Welt und die nationalen Gesellschaften vom Roten Kreuz und Roten Halbmond koordinierten die Arbeit der Mitgliedsgesellschaften auf dem Gebiet der Bluttransfusion. Bereits 1936 hat die Liga von ihren Governeursräten die Empfehlung erhalten, den nationalen Gesellschaften alle verfügbaren Informationen über das Transfusionswesen zugänglich zu machen. Im Jahr 1948 hatte die 17. Internationale Rotkreuzkonferenz in Stockholm den nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften empfohlen, aktiv mit ihren entsprechenden Regierungen bei der Errichtung von Bluttransfusionsgesellschaften zusammenzuarbeiten oder, falls nötig, selbst solche Zentren zu gründen. In Deutschland führte dies zur ersten Gründung eines DRK-Blutspendedienstes in Nordrhein-Westfalen (1953); es folgten die regionalen DRK- Blutspendedienste in Bayern und Hessen im Jahr Eberhard Weck Werbeleiter 50 Jahre DRK-Blutspende in Hessen 7

10 In einem Bunker und mit einem Teamwagen fing alles an Bereits 1952 befasste sich der DRK-Landesverband Hessen in eingehenden Beratungen mit dem Aufbau eines überregionalen Blutspendedienstes. Am fand hierzu die erste offizielle Besprechung zwischen dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und dem DRK-Landesverband Hessen statt, die zur Bildung der Arbeitsgemeinschaft Blutspendedienst Hessen des Deutschen Roten Kreuzes führte. Sie erhielt die Aufgabe, unentgeltliche Blutspenden in der Bevölkerung Hessens zu sammeln, zu Blutkonserven aufzubereiten und an die Krankenhäuser des Bundeslandes gegen Selbstkostenerstattung abzugeben. Der medizinische Bereich wurde unter der Leitung von Prof. Dr. med. Spielmann in den Räumen eines ehemaligen Luftschutzbunkers der zuvor bestehenden Blutspendezentrale der Uniklinik Frankfurt am Main angesiedelt, während der kaufmännische Bereich, d.h. die Werbeabteilung mit ihrem Leiter Herrn Heinz Blümlein in den Frankfurter Räumlichkeiten des DRK-Landesverbandes Hessen seine Arbeit aufnahm. Die Skepsis war groß, ob es der Arbeitsgemeinschaft gelingen würde, eine derartige medizinische Einrichtung aufzubauen und die Krankenhäuser mit den benötigten Blutkonserven sicher und zuverlässig zu versorgen. Vor allem bestanden Bedenken, ob sich dem Deutschen Roten Kreuz genügend Blutspender unentgeltlich zur Verfügung stellen würden. Durch die von Anfang an große Aufgeschlossenheit und gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte jedoch bereits am 2. November 1953 der erste Blutspendetermin in Wetzlar realisiert werden. Erfreulicherweise übertraf die Entwicklung schon in den ersten Jahren die Erwartungen. Die Spendewilligkeit der angesprochenen Bevölkerung war überraschend groß. Die örtlichen Rotkreuz- Gemeinschaften arbeiteten mit großem Engagement bei der Blutspenderwerbung sowie der Vorbereitung und Durchführung von regionalen Blutspendeterminen mit. Im Jahr 1957 wurde die Arbeitsgemeinschaft in eine GmbH überführt, der die Hessische Landesregierung und der DRK-Landesverband Hessen angehörten. Die Anforderungen stiegen in den Folgejahren derart an, dass die Grenzen der räumlichen, personellen und technischen Leistungsfähigkeit erreicht wurden. Die Blutspendezentrale wurde durch die Inbetriebnahme einer Baracke erweitert, in der nun auch die Verwaltung und die Werbeabteilung Platz fanden. Nachdem am die Stadt Frankfurt am Main als weiterer Gesellschafter dem Blutspendedienst Hessen beigetreten war, übernahm die Gesellschaft auch den medizinisch-technischen Betrieb. Die bis dahin von der Arbeitsgemeinschaft erbrachten Leistungen gingen in die neugeregelte Gesellschaft Blutspendedienst Hessen des Deutschen Roten Kreuzes, gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung über. Auch Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges kommt die Welt nicht zur Ruhe. Kriege in Korea und Vietnam ängstigen die Menschheit. Am 17. Juni 1953 wird ein Aufstand Berliner Bauarbeiter und Erhebungen in Ostdeutschland brutal unterdrückt. Aber es gibt auch viel Positives zu berichten: die soziale Marktwirtschaft entwickelt sich zum Erfolg, Deutschland kämpft sich aus den Trümmern wieder nach oben. Vater des Wirtschaftswunders wird Ludwig Erhard wird erstmals eine Herz-Lungen-Maschine während einer Operation eingesetzt. Sir Edmund Percival Hillary und Tensing Norgay erreichen am 29. Mai 1953 das Dach der Welt (Mount Everest).

11 Das Teamfahrzeug mit Spezialkühlschrank für den Bluttransport, das erste seiner Art in Deutschland, wurde am 27. Mai 1953 vom Hessischen Innenministerium an die Frankfurter Universitätsblutbank übergeben. Hiermit wurden die Voraussetzungen geschaffen, auch außerhalb der Blutspendezentrale Blutspendetermine durchzuführen. Der erste Blutspendetermin außerhalb Frankfurts mit freiwilligen und unentgeltlichen Blutspendern fand am 2. November 1953 in Wetzlar mit insgesamt 39 Blutspendern statt. Wie hier rekrutierten sich die Spender in den Gründungsjahren überwiegend aus den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Roten Kreuzes und der Feuerwehrverbände Aufruf zur Blutspende durch Werbereferent Erich Lotz des DRK-Blutspendedienstes vor Werksangehörigen anläßlich einer Betriebsversammlung am in einer Offenbacher Maschinenfabrik publizieren James D. Watson und Francis H. C. Crick ihr Modell zur molekularen Struktur von Nukleinsäuren in der Zeitschrift Nature. Die DNA-Doppelhelix wird zum Symbol der modernen Genetik wird Deutschland Fussballweltmeister; unvergessen sind die Worte von Reporter Herbert Zimmermann im Radio: Schäfer flankt nach innen - Kopfball - abgewehrt aus dem Hintergrund müßte Rahn schießen Tooooooor!!! Tooooor!! Toooor! Tor für Deutschland.

12 Die bereits 1953 bestehenden Depotkrankenhäuser in Höchst und Darmstadt wurden bis 1957 auf insgesamt 23 erweitert. Aufgrund ihrer Größe, Zahl der durchgeführten Operationen und Bettenzahl wird hier eine bestimmte Anzahl Blutkonserven, nach Blutgruppen sortiert, gelagert. Der Bestand wird in regelmäßigen Belieferungstouren immer wieder aufgefüllt. Über diese Vor-Ort-Depots werden z.t. auch umliegende, kleinere Krankenhäuser mitversorgt. Heute werden in Hessen 150 Krankenhäuser, davon 93 mit einem eigenen Blutkonservendepot, beliefert. Am 20. Mai 1957 wurde der dreisprachige Unfallhilfe- und Blutspender-Paß eingeführt, der von allen DRK-Blutspendediensten übernommen wurde Als äußeres Zeichen des Dankes und der Anerkennung wurden im Jahr 1958 Ehrennadeln und Anerkennungsurkunden für freiwillige und unentgeltliche Blutspender geschaffen. Bis heute wurden in Hessen ca. 1,2 Millionen Ehrennadeln an verdiente Blutspender ausgegeben. Die Westintegration Deutschlands nimmt Formen an, im Oktober 1954 tritt Deutschland der Nato bei. Erste Treffen zwischen De Gaulle und Adenauer schaffen die Grundlagen Gut-Nachbarschaftlicher-Beziehungen der vormaligen Erzfeinde Frankreich und Deutschland. Am 25. März 1957 gründen in Rom die Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und Luxemburg die EWG Russland startet den weltweit ersten künstlichen Satelliten. Italien wird zum Traum-Urlaubsziel der Deutschen, der VW-Käfer zum Ausdruck eines noch bescheidenen persönlichen Wohlstandes.

13 Die ersten Blutspenden in Hessen Aus Babenhausen stammte die Spenderin der Blutspende in Hessen. Die Ehrung nahm Dr. Leisler-Kiep, Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen am 19. August 1959 in Babenhausen vor. Mit ihr wurden die Spender der sten und sten Blutkonserve geehrt Der wohl prominenteste Blutspender der Welt, Elvis Presley, spendete am 16. Januar1959 bei einem DRK-Blutspendetermin in der US-Kaserne in Friedberg sein Blut. Deutschland im Zeichen des Kalten Krieges. In Berlin wird die Mauer gebaut, sie wird 38 Jahre stehen. Die Kubakrise führt die Welt 1962 an den Rand eines Atomkrieges. An der deutschen Nordseeküste kommt es zu einer schweren Flutkatastrophe. Von den 337 Todesopfern sind allein in Hamburg 312 zu beklagen. Mit großer Entschlußkraft eingeleitete Rettungsaktionen können größere Schäden von über Eingeschlossenen abgewenden.

14 Transplantationsimmunologie und Blutstammzellspenderdatei Für unser Überleben ist die Unterscheidung zwischen körpereigen und körperfremd, die unser Immunsystem, die Polizei des Körpers, ständig auf allen Ebenen unseres Körpers vornimmt, von allergrößter Bedeutung: Nicht nur Bakterien, Viren und andere Erreger bedrohen rund um die Uhr unsere Sicherheit, auch Krebszellen könnten sich ohne die Kontrolle durch das Immunsystem zu bedrohlichen Tumoren auswachsen. Für diese wichtige Aufgabe bedient sich unser Immunsystem des HLA-Systems (HLA = humane Leukozyten-Antigene). Diese Antigene (siehe Abbildung 1) sitzen auf allen Körperzellen und stellen das Erkennungsmerkmal für die Abwehrzellen dar: Erkennen die weißen Blutkörperchen das HLA-Molekül und das, was es präsentiert (sog. Peptide) als eigen, so wird die Zelle verschont, im Falle der Botschaft nicht-eigen bekämpft unser Immunsystem die Zelle, die das falsche HLA-Molekül bzw. fremde Peptid präsentiert hat und tötet sie ab. Sichert dieser wirkungsvolle Abwehrmechanismus auch unser Überleben, so ist er doch immer dann problematisch, wenn einem Patienten ein Organ, wie z.b. eine Niere, transplantiert werden soll: Das Immunsystem des Patienten erkennt die neue transplantierte Niere als fremd und versucht, diesen Eindringling abzutöten (siehe Abbildung 2). Eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger, welche durch Untersuchung der HLA-Merkmale und möglichst genaues Matching erreicht werden kann, verhindert im Zusammenspiel mit immunsupprimierenden Medikamenten, dass das transplantierte Organ abgestoßen wird. Diese komplexen Untersuchungen führen wir in der Abteilung Transplantationsimmunologie durch. Bei der Transplantation von Knochenmark- oder Blut-Stammzellen, z.b. im Rahmen der Leukämie-Erkrankung eines Patienten, der gesundes Knochenmark von einem Familienangehörigen oder freiwilligen Fremdspender erhält, ist die Problematik noch komplizierter: Der Patient erhält nach Zerstörung seines eigenen, kranken Knochenmarks vom Spender einen kleinen Teil dessen gesunder Stammzellen. Diese bilden aber u.a. auch das Immunsystem aus, d.h., dem Patienten wird sozusagen ein neues Immunsystem transplantiert. Hier ist die Transplantationsimmunologie mit ihren modernen Methoden noch stärker gefordert, denn nur eine genaue Übereinstimmung kritischer HLA-Merkmale verhindert, daß das neue, transplantierte Immunsystem sozusagen den Patienten abstößt, was mit dem Leben nicht vereinbar wäre (siehe auch Abbildung 3)! Abb. 1: HLA-Klasse I- und Klasse II-Molekülstruktur. Die Bindung von Peptiden (rechts; dunkelgrau) findet zwischen den beiden α-helices (α1, α2 ) und dem Boden der Antigenbindungsfurche, der β-faltblattstruktur, statt. aus: Klein J., Sato A.: Advances in Immunology: The HLA-System. NEJM 2000; 343: Die Transplantationsimmunologie hat sich parallel mit der klinischen Möglichkeit der Organ- und Blutstammzelltransplantation in den letzten 30 Jahren rapide entwickelt. Bereits in den 70iger Jahren wurden im Institut in Frankfurt die ersten Untersuchungen und Testverfahren zur Bestimmung von Gewebemerkmalen und dem Nachweis von Antikörpern gegen diese Gewebe- 12 DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen

15 Transplantat (z.b. Niere) Organtransplantation Empfänger-gegen-Transplantat-Reaktion (Host versus Graft (HvG) Reaction) = Abstossung des Transplantates durch das Immunsystem des Empfängers Empfänger Abb. 2: Immunologische Situation bei der Transplantation solider Organe (z.b. Niere). Um eine Abstoßung zu vermeiden, sollten die Gewebeeigenschaften (sog. HLA-Typ ) von Spender und Empfänger in bestimmten Eigenschaften möglichst vollständig übereinstimmen. ger einer Blutstammzelltransplantation zu ermöglichen. Modernste Techniken und Geräte zur Durchführung von zellbiologischen, serologischen und molekulargenetischen Analysen sind in der Abteilung vorhanden und werden ständig dem aktuellen Fortschritt im Bereich der Wissenschaft angeglichen. Die Abteilung beschäftigt sich daher auch aktiv mit der Fortentwicklung von Methoden und ist an zahlreichen wissenschaftlichen Studien beteiligt. Diese Studien beinhalten auch Untersuchungen im Themenbereich der Autoimmunerkrankungen, wie z. B. der entzündlichen Gelenkveränderungen bei rheumatoider Arthritis oder der Arthritis bei Schuppenflechte. Im Vordergrund stehen hierbei die Charakteri- merkmale eingeführt. Die Bestimmung dieser Gewebeantigene und entsprechende Verträglichkeitsteste stellen ein wesentliches Kriterium für den Erfolg einer Organ- und insbesondere Blutstammzelltransplantation dar. Das Institut in Frankfurt hat daher in den 80iger Jahren mit der Entwicklung und dem Aufbau einer Laborabteilung begonnen, die sich der komplexen Fragestellung der Transplantationsimmunologie widmet. Diese Abteilung arbeitet in enger Kooperation mit den Abteilungen für Innere Medizin und Chirurgie am Universitätsklinikum zusammen. Das Untersuchungsspektrum beinhaltet hierbei modernste analytische Verfahren, wie z.b. die Untersuchung von Erbsubstanz (DNA) durch Sequenzierung der genetischen Bausteine, um eine maximal große Übereinstimmung zwischen dem Spender und dem Empfän- Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation Gesunder Spender Knochenmark Transplantat-gegen-Empfänger-Reaktion oder Blutstammzellen (Graft versus Host (GvH) Reaction) Transplantat-gegen-Leukämie-Reaktion (Graft versus Leukemia (GvL) Reaction) Empfänger-gegen-Transplantat-Reaktion (Host versus Graft (HvG) Reaction) Empfänger (Patient) Immunsupprimiert durch Vorbehandlung Abb. 3: Immunologische Situation bei der Knochenmark- oder Blutstammzell-Transplantation bei einem Patienten mit der Erkrankung Chronisch-myeloische Leukämie (CML). Damit die Stammzellen des Spenders im Empfänger-Knochenmark möglichst schnell und problemlos anwachsen, muss eine möglichst weitgehende Übereinstimmung der HLA-Merkmale zwischen Stammzellspender und -Empfänger vorliegen. Andererseits ist die Erkennung von Fremdzellen durch die Knochenmark-Stammzellen des Spenders im Patienten Voraussetzung für die Abtötung eventuell nachwachsender Leukämiezellen (sog. Graft versus Leukemia (GvL) -Reaktion). 50 Jahre DRK-Blutspende in Hessen 13

16 sierung von genetischen Faktoren, die zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen führen. Eurotransplant-Zentrale in Leiden/NL Schwerpunkte in der Patientenversorgung des Bereiches Transplantationsimmunologie innerhalb des Universitätsklinikums und benachbarter Krankenhäuser sind sowohl Patienten mit Autoimmunerkrankungen, als auch Patienten mit chronischen Erkrankungen, die infolge eines Verlustes der Organfunktion für eine Organtransplantation, am häufigsten für eine Nierentransplantation, infrage kommen. Im Bereich der Organtransplantation ist die Abteilung weiterhin in der überregionalen Diagnostik von Organspenden als Laborstandort der Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) beteiligt (siehe Abbildung 4). Ein zweites wichtiges Feld der Transplantationsimmunologie ist die Knochenmark- oder Blut-Stammzell-Transplantation: Moderne molekularbiologische Techniken zur Bestimmung von Immunmerkmalen (HLA-Merkmalen) haben es hierbei ermöglicht, eine hohe Gewebekompatibilität zwischen dem Patienten und dem Blutstammzell-Spender zu gewährleisten, die zu einer Verringerung der Transplantabstoßungen bzw. dem Schweregrad der Transplantat-gegen-Empfänger-Reaktion (engl. Graft versus Host Reaktion ) geführt haben (Abbildung 3). Ziel der allogenen Blutstammzelltransplantation ist eine komplette Verdrängung der leukämischen Blutzellen des Patienten begleitet von einer vollständigen hämatopoetischen Regeneration der transplantierten Blutstammzellen. Deutsche Stiftung Organtransplantation ( DSO ) Region Mitte: Hessen, Rheinland-Pfalz und Homburg (Saar) DSO (Region Mitte) DRK-BSD Frankfurt am Main Abb. 4: Einzugsbereich des Referenzlabors für Organspende Frankfurt am Main (DRK-Blutspendedienst) für die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Nach Blutstammzelltransplantation kommt es in der Regel nach einer Anfangsphase, in der sich noch verbliebene hämatopoetische Zellen des Patienten neben den transplantierten Spenderzellen nachweisen lassen (gemischter Chimärismus), zu einem kompletten Ersatz der Blutbildung durch die transplantierten Blutstammzellen (kompletter Chimärismus). Immunologisch bewirken die transplantierten Immunzellen eine aktive Ausräumung potentiell verbliebener leukämischer Zellen (Transplantat-gegen-Leukämie-Reaktion, engl. Graft versus Leukemia Effekt) und unterstützen somit die durch eine intensive chemotherapeutische Vorbehandlung (Konditionierung) erzeugte Reduktion der Patienten-eigenen Hämatopoese (Abbildung 3). 14 DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen

17 Freiwillige Spender in der Frankfurter Datei Arbeitsgemeinschaft der Knochenmarkspender-Dateien Deutscher Blutspendedienste g.e.v. Blut-Stammzelltransplantation benötigen, einen geeigneten Spender in der eigenen Verwandtschaft zu finden. Deshalb wurden weltweit große Fremdspender-Dateien aufgebaut, in denen gesunde Freiwillige mit Ihren HLA- Eigenschaften gespeichert sind, natürlich unter strikter Wahrung des Datenschutzes! Wenn ein Patient, z.b. ein an Leukämie erkranktes Kind, eine Stammzelltransplantation benötigt, kann dessen behandelnder Arzt über die Dateien weltweit nach einem "genetischen Zwilling" fanden, mit dem dann eine erfolgreiche Transplantation möglich ist. Die Entnahme der Stammzellen beim gesunden Spender geht dabei heute ganz einfach vor sich: Sie erfolgt ambulant in einer Art Blutwäsche, ähnlich wie das Spenden von Blutbestandteilen. Dem Spenderblut werden spezifisch einige Stammzellen entnommen, die übrigen Zellen erhält der Spender in gleicher Sitzung zurück, so daß die Belastung für ihn minimal ist. Auch die Transplantation ist, wie alle genialen Dinge, ganz einfach: Der Patient erhält nach Zerstörung seines eigenen, kranken Knochenmarks mittels Chemotherapie und/oder Bestrahlung die neuen Stammzellen einfach wie eine Infusion! Die neuen Stammzellen finden dann selbst den Weg ins Knochenmark! VIII/2003 Abb. 5: Entwicklung der Spenderzahlen in der Knochenmark- und Blutstammzell-Fremdspender-Datei des DRK-Blutspendedienstes in Frankfurt. Sie ist mittlerweile die größte Datei der Arbeitsgemeinschaft der Knochenmarkspender-Dateien Deutscher Blutspendedienste und insgesamt die siebtgrößte Datei in Deutschland. Die Komplikationen einer solchen Blutstammzelltransplantation sind vielgestaltig und beinhalten neben Transplantatversagen, Graft-versus-Host-Erkrankung und Infektionen auch das Wiederauftreten der ursprünglichen leukämischen Erkrankung bei dem Patienten. Eine frühzeitige Einschätzung bzw. klinische Bewertung dieser verschiedenen Nebenwirkungen ist von essentieller Bedeutung für eine effektive Therapie. Der Beurteilung des Chimärismus (komplett oder gemischt) im peripheren Blut oder im Knochenmarkkompartiment kommt dabei eine wichtige Rolle im Hinblick auf den Transplantationsverlauf zu. Oft ist es allerdings unmöglich, für die Patienten, die eine Knochenmark- oder Die Aufnahme in eine solche Datei, wie sie bei uns in Frankfurt mit knapp freiwilligen Spendern besteht (siehe Abbildung 5), ist denkbar einfach: Der potentielle Spender füllt eine Einverständnis-Erklärung (wegen des Datenschutzes) aus und bekommt zwei kleine Röhrchen Blut aus der Vene abgenommen das ist alles! Interesse? Falls Sie zwischen 18 und 58 Jahre alt und gesund sind und Interesse an weiteren Informationen oder einer Aufnahme in unsere Datei haben, so können Sie sich unter 069/ bei Frau Zoeller und Frau Buchholz weiter informieren! Priv.-Doz. Dr. med. Christian Seidl Dr. med. Markus M. Müller 50 Jahre DRK-Blutspende in Hessen 15

18 Die neu gebildete Gesellschaft Blutspendedienst Hessen des Deutschen Roten Kreuzes ggmbh nimmt ihre Arbeit auf. Die bis dahin im Blutspendedienst Hessen tätigen 48 Mitarbeiter der Stadt Frankfurt am Main und die 10 Mitarbeiter des DRK-Landesverbandes Hessen werden in die neue Gesellschaft übernommen. Die Geschäftsführung, Verwaltung und Werbeabteilung ziehen in ein neu errichtetes Holzhaus, liebevoll Baracke genannt Im Rahmen des Katastrophenschutzes errichtet der Blutspendedienst Ausweichstellen, die erste in einem Keller einer Grundschule in Giflitz am Edersee. In den Blutspendeausweichstellen lagert Labor- und Blutentnahmematerial für ca Blutspenden. Die Ausstattung mit Kühlraum und Notstromaggregat sollte die Fortführung der Arbeit ermöglichen, auch bei einem Ausfall der Frankfurter Zentrale Das erste Blutspendemobil Deutschlands wird in Betrieb genommen. Im Inneren war das voll klimatisierte Fahrzeug in die Funktionsbereiche Anmeldung, Labor, Voruntersuchung und Blutentnahme unterteilt. Für Blutspende und anschließende Ruhephase standen jeweils vier Spezialbetten zur Verfügung. Durch die autonome Stromversorgung wurden mit diesem Fahrzeug Blutspendetermine nahezu an jedem Ort, unabhängig vom Vorhandensein geeigneter Räumlichkeiten, möglich US-Präsident John F. Kennedy, der die Deutschen mit den Worten Ich bin ein Berliner begeistert, wird unter mysteriösen Umständen ermordet. 8. August 1963: Der größte Raubüberfall der Geschichte findet beim englischen Glasgow statt, als der Postzug mit militärischer Präzision überfallen und um 2,5 Millionen Pfund (damals über 28 Millionen DM) erleichtert wird. Die Beatles erobern die Welt und verändern nicht nur die Musik, sondern auch das Denken einer ganzen Generation. Studenten gehen mit der Forderung auf die Straße, die Universitäten vom Muff der tausend Jahre zu befreien Christiaan Barnard transplantiert erstmals ein Herz, der Patient überlebt 18 Tage. In Texas wird 1969 das erste künstliche Herz verpflanzt, mit dem der Patient drei Jahre weiterlebt.

19 Mit einer DRK-Kelle gab am 27. Juni der Hessische Sozialminister Heinrich Hemsath das Signal für den ersten Spatenstich zum Bau des Blutspendedienstgebäudes am Westrand der Frankfurter Uniklinik. Bereits 1970 konnten die Mitarbeiter aus dem Untergrund auftauchen und ihre Arbeitsplätze im früheren Luftschutzbunker auf dem Gelände der Uniklinik gegen lichtdurchflutete und gut belüftete Räume tauschen Die erste Million ist erreicht. In einer kleinen Feierstunde dankte der Präsident des DRK-Landesverbandes Hans Keil dem Spender, dem Ingenieur Peter Dressler aus Fulda. Stellvertretend für alle Spender erhielt Peter Dressler einen Präsentkorb und eine Ehrenplakette des Deutschen Roten Kreuzes ersetzt der Blutspendedienst Hessen die bis dahin zur Blutspende eingesetzten Glasflaschen durch Kunststoffbeutel. Durch den Kunststoffbeutel wird die spätere Weiterverarbeitung und Komponententrennung des Blutes vereinfacht, eine wesentliche Voraussetzung für die ständig an Bedeutung gewinnende Hämotherapie nach Maß. Durch den langsameren und gleichmäßigeren Blutfluss wird auch von den Blutspendern diese Neuerung als positiv empfunden Willy Brandt erhält für seine aktive Politik der Verständigung mit dem Ostblock den Friedensnobelpreis. The Eagle has landed am 20. Juli 1969 betritt Neil Armstrong den Mond Die Olympischen Spiele in München werden überschattet von dem Anschlag eines palästinensischen Terrorkommandos.

20 Von der Vollblutkonserve in der Blutflasche zum inlineg In den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Blut in der Form übertragen, wie es dem Blutspender entnommen worden war, nämlich als Vollblut. Als Behälter dienten ursprünglich Glasflaschen, die eine Citratlösung als Antikoagulans enthielten (Abb. 1). Bei der Blutentnahme wurde mit Hilfe eines sogenannten Überleitungssystemes die aseptische Verbindung zwischen Spendervene und Blutflasche hergestellt. Abb. 1: Blutflasche zur Blutentnahme, die bis 1970 im Blutspendedienst eingesetzt wurde. Blutspenden auf diese Art zu entnehmen erfolgte bis Anfang der 70er Jahre; 1971 wurde der Kunststoffbeutel anstelle der Glasflasche zur Blutentnahme eingeführt. Die ersten Blutbeutel waren einfach aufgebaut und bestanden aus Kanüle, Entnahmeschlauch und einem Beutel (Einfachbeutel) zur Aufnahme der Blutspende. Einen großen Vorteil brachten die Blutbeutelsysteme als sogenanntes geschlossenes System bezüglich der Sterilität der Blutkonserve, da hier das Blutentnahmebehältnis nicht wie zuvor bei der Flasche mit einer Kanüle angestochen werden mußte. Die Zwischenfälle mit unsterilem Blut gingen seit Einführung des Blutbeutels drastisch zurück. Durch die weitere Entwicklung des Einfachbeutels hin zu den Mehrfachbeutelsystemen (Zwei- und Dreifachbeutelsysteme) wurde eine Auftrennung des Blutes in seine verschiedenen Bestandteile möglich. Die sogenannte Hämotherapie nach Maß gewann immer mehr an Bedeutung; das Blut des Spenders wird in seine Bestandteile zerlegt und somit kann das Blut eines Spenders mehreren Patienten transfundiert werden. Ein Patient der an Blutarmut (Anämie) leidet, erhält die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) des Spenders, ein anderer Patient, bei dem eine Blutgerinnungsstörung durch das Fehlen der Blutplättchen (Thrombozyten) im Vordergrund steht, Thrombozytenkonzentrate und ein Patient mit einem angeborenen Mangel an Gerinnungsfaktor VIII (Bluter, Hämophilie A) erhält aus dem Plasma zahlreicher Spender Gerinnungsfaktor VIII-Konzentrat. Ebenso werden aus dem Plasma gesunder Blutspender wichtige Abwehrstoffe (d.h. Antikörper oder Immunglobuline) isoliert und als Spezialpräparate Patienten transfundiert, bei denen ein Antikörpermangel besteht. Bei starkem Blutverlust muß häufig Eiweiß zugeführt werden. Das hierfür benötigte Albumin wird ebenfalls aus dem Plasma von gesunden Blutspendern gewonnen. In den 80er Jahren lag der Schwerpunkt der Blutpräparation auf der Herstellung von Blutkomponenten. Durch den Einsatz von Dreifachbeuteln war es möglich, den unerwünschten buffy-coat, der sich nach der Zentrifugation des Vollblutes als Schicht zwischen Erythrozyten und Plasma bildet, in einen Beutel abzupressen. Durch die Abtrennung des buffy-coats - der leukozyten- und thrombozytenhaltigen Zwischenschicht - gelang es, leukozytenarme Erythrozytenkonzentrate mit einer verbesserten Verträglichkeit auch für schwierige immunologische Situationen herzustellen und Nebenwirkungen zu reduzieren. Am 1. Oktober 1990 wurden Vierfachbeutel mit Additivlösung für die Blutentnahme eingeführt. Die Additivlösung enthält Kochsalz zur Stabilisierung des osmotischen Druckes der Lösung, Abb. 2: Verarbeitung einer Blutkonserve mit Hilfe eines modernen Trennautomaten (Compomat, Fa. NPBI, Fresenius) 18 DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen

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