Burnout. und Burnout-Prävention

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1 Burnout und Burnout-Prävention

2 Definition: Burnout 1974 wurde der Begriff Burnout vom Psychoanalytiker Herbert Freudenberg erstmals erwähnt. Er beschrieb das Burnout (engl. burn out: ausbrennen) als einen Zustand körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung. Es handele sich hierbei aber nicht um eine normale Arbeitsmüdigkeit, sondern um einen Zustand, der mit wechselnden Gefühlen der Erschöpfung und Anspannung verbunden ist Dipl.-Psych. Anja Boin 2

3 Komponenten des Burnout Burnout beinhaltet drei Komponenten: 1. emotionale Erschöpfung: das Gefühl des Ausgelaugtsein 2. Depersonalisierung: innere Distanzierung von den Pflegebedürftigen (werden oft wie Objekte behandelt) 3. reduziertes Leistungsvermögen und reduzierte Erfüllung: das Gefühl, nicht mehr so leistungsfähig zu sein und den gestellten Anforderungen nicht mehr zu genügen. (Maslach & Leiter 1997) Dipl.-Psych. Anja Boin 3

4 Psychische Symptome des Burnout nach Rothfuß, 1999 Gefühle des Versagens, Ärgerns und Widerwillens Schuldgefühle Frustration Gleichgültigkeit Versagensangst Reduziertes Selbstwertgefühl Verlust der Selbstachtung Hilf- und Hoffnungslosigkeit Depressivität bis hin zur Suizidalität Verlust einer positiven Arbeits- und Lebenseinstellung Dipl.-Psych. Anja Boin 4

5 Körperliche Symptome des Burnout nach Rothfuß, 1999 andauernde Müdigkeit Schlafstörungen häufige Erkältungen & Grippe Kopfschmerzen Magen- Darm- Beschwerden erhöhte Pulsfrequenz erhöhter Cholesterinspiegel Konzentrationsstörungen nervöse Ticks Verspannungen Dipl.-Psych. Anja Boin 5

6 Verhaltensbezogene Symptome des Burnout nach Rothfuß, 1999 exzessiver Drogengebrauch erhöhte Aggressivität erhöhte Reizbarkeit häufiges Fehlen am Arbeitsplatz längere Pausen verminderte Effizienz Dipl.-Psych. Anja Boin 6

7 Soziale Symptome des Burnout nach Rothfuß, 1999 Isolierung und Rückzug Ehe- und Familienprobleme Einsamkeit Dipl.-Psych. Anja Boin 7

8 Weitere Symptome des Burnout nach Rothfuß Verlust von positiven Gefühlen gegenüber Klienten Unfähigkeit, sich auf Klienten zu konzentrieren und zuzuhören verminderte Empathie negative Arbeitseinstellung Desillusionierung Verlust von Idealismus Zynismus Schwarzer Humor Stereotypisierung von Klienten Dipl.-Psych. Anja Boin 8

9 Burnout-Auslöser Hohe Motivation Frustration (zb enttäuschte Erwartungen) Dipl.-Psych. Anja Boin 9

10 Burnout-Auslöser Arbeitssituation Persönliche Ursachen Umwelt der Helfenden Gesellschaftliche Ursachen Dipl.-Psych. Anja Boin 10

11 Stress-Faktoren in der Onkologie Arbeitsfülle und Personalmangel Tod, Sterben und emotionale Belastung Unzureichende Ausbildung und Vorbereitung auf emotionale Belastung Unzureichende emotionale Unterstützung aus der Gruppe Rollenkonflikte beim Ausführen von therapeutischen Maßnahmen Teamkonflikte Dipl.-Psych. Anja Boin 11

12 Zahlen und Fakten des Burnout keine Burnout- Belastung niedrige Burnout- Belastung mittlere Burnout- Belastung Hohe Burnout- Beltung Dipl.-Psych. Anja Boin 12

13 Burnout-Prävention Individuelle Ressourcen Externe Ressourcen Dipl.-Psych. Anja Boin 13

14 Individuelle Ressourcen Dipl.-Psych. Anja Boin 14

15 Überprüfung der eigenen Ansprüche und Einschätzung eigener Kompetenzen Wie viel will ich erreichen und um welchen Preis? Ab wann bin ich mit dem Erreichten zufrieden? Was kann ich gut und wo liegen meinen Grenzen? Wann kann ich nichts mehr für jemand anderen tun? Wie lange braucht jemand meine Hilfe? Wann habe ich genug getan? Dipl.-Psych. Anja Boin 15

16 Abgrenzung gegenüber unrealistischen Erwartungen Kann ich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen emotionaler Nähe und professioneller Distanz herstellen & wahren? Die Fähigkeit, sich in den Patienten einzufühlen, ist zwar eine wesentliche Voraussetzung für die Pflege, kann aber vor allem in der Betreuung Schwer- oder unheilbar Kranker zu schmerzhaften, unangenehmen Gefühlen führen. Der Betreuer identifiziert sich mit dem Patienten und wird dadurch selbst zum Betroffenen. Die Folge sind Hilflosigkeit und möglicherweise Schuldgefühle dem Patienten oder den Angehörigen gegenüber. Professionelle Hilfe ist dann nicht mehr möglich!!! Dipl.-Psych. Anja Boin 16

17 Handlungsfähigkeit erhalten Setze ich mir realistische Betreuungsziele? Nicht alle Patienten können geheilt werden. Pflege, psychosoziale Betreuung und Begleitung sind jedoch bei allen Krankheiten und in allen Phasen möglich. Achte ich auf meine eigenen Grenzen? Delegiere ich Aufgaben? Gestehe ich mir auch Schwächen zu? Fühle ich mich nicht für ALLES zuständig? Dipl.-Psych. Anja Boin 17

18 Lob und Anerkennung Sorge ich gut für mich, indem ich Positives verstärkt wahrnehme oder mich freue, wenn mir etwas gelingt? Bekomme ich ausreichend Lob und Anerkennung durch mich selbst und durch andere? Der Wunsch nach Anerkennung ist ein fundamental menschliches Bedürfnis. Manchmal gehen Lob und Anerkennung aber in der Routine unter. In diesen Fällen kann man auch selbst dafür sorgen, indem man z.b. direkt um Rückmeldung und Feedback bittet. (Patient, Chef, Kollege, Familie) Dipl.-Psych. Anja Boin 18

19 Abschalten nach der Arbeit Kann ich mit meinen Kollegen auch mal herzlich lachen und mich über andere nicht-mediz. Themen austauschen? Habe ich Kontakte und Freundschaften außerhalb der Arbeit? Versuche ich berufliches nicht mit nach Hause zu nehmen? Nutze ich Rituale, wie z.b. Umziehen nach Dienstschluss oder erlebe ich den Heimweg bewusst als "Distanzierung? Dipl.-Psych. Anja Boin 19

20 Für Ausgleich sorgen Habe ich den nötigen körperlichen Ausgleich (z.b. Joggen, Radfahren, Wandern) oder ausreichend Bewegung? Ernähre ich mich gesund? Sorge ich für genügend Schlaf? Dipl.-Psych. Anja Boin 20

21 Für Ausgleich sorgen Habe ich den nötigen geistig-emotionalen Ausgleich wie Hobbys oder die Beschäftigung mit Interessengebieten, die mit dem Beruf nichts zu tun haben? Joga, Qi Gong, Shiatsu Singen, Schach, Puzzeln Tanzen, Malen Dipl.-Psych. Anja Boin 21

22 Um sich selbst kümmern Kümmere ich mich um meine eigene Gesundheit? Gehe ich rechtzeitig zum Arzt und kuriere ich Krankheiten aus? Wie achte ich auf körperliche Warnsignale? Dipl.-Psych. Anja Boin 22

23 Um sich selbst kümmern Insgesamt ist es gerade in helfenden Berufen, in denen man sich so intensiv um die Belange anderer Menschen kümmert, wichtig, sich der eigenen Werte und Bedürfnisse bewusst zu sein. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist das notwendige Zu-sich-selbst-Kommen, ohne das ein helfender Beruf auf Dauer nicht ausgeübt werden kann. Wem die eigenen Bedürfnisse und Werte bewusst sind, kann diese bei anderen besser erkennen und helfend darauf eingehen Dipl.-Psych. Anja Boin 23

24 Externe Ressourcen Dipl.-Psych. Anja Boin 24

25 Externe Ressourcen fachliche Weiterbildung Hospitation Kommunikations-, Konfliktmanagement- und Führungskräfte-Training Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz Arbeitsschutzmaßnahmen(Pausenregelung) psychische "erste Hilfe" bei Notfällen Qualitätszirkel Supervision Dipl.-Psych. Anja Boin 25

26 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dipl.-Psych. Anja Boin 26

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