Attribution. Unterschied zwischen Akteur und Beobachter

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1 Attribution Unterschied zwischen Akteur und Beobachter Christine Faist & Carina Gottwald Seminar: Soziale Kognition 2.Fachsemester Datum: ,

2 Überblick Hypothese Nisbett und Jones Watson Erklärungen für Unterschiede Experiment (Storms) Methode Prozedur Sitzungen Fragebogen Ergebnisse Diskussion Metaanalyse: Hauptbefunde Zusammenfassung

3 Hypothese (Jones & Nisbett 1972) Akteure: erklären Verhalten durch externale Ursachen (Situation) Beobachter: erklären Verhalten durch internale Ursachen (stabile Persönlichkeitsmerkmale) Eine Person führt Handlung aus & erklärt warum sie so gehandelt Wird mit Attributionen verglichen, die eine beobachtende Person gemacht hat

4 Hypothese (Watson, 1982) Hypothese in Subhypothese gespalten (2 Faktoren mit 2 verschiedenen Levels) - Person: Akteur vs. Beobachter - Attribution: dispositional vs. situativ 4 Annahmen: 1. A vs. B 2. C vs. D 3. B vs. D 4. A vs. C Vergleich zwischen Summe B+C & A+D

5 Hypothese (Watson, 1982) WATSONS BEFUNDE 1. Sowohl Akteure, als auch Beobachter machen mehr internale als externale Attributionen inkonsistent zu Jones & Nisbett 2. Beobachter machen mehr internale Attributionen als externale

6 Erklärungen für Unterschiede Information zugängliche Infos nicht für Akteure & Beobachter gleich Motivation (Bedürfnisse, Wünsche) am Akteur-Beobachter Effekt beteiligt INFORMATION Beobachter fehlen Infos bezüglich: Konsistenz Distinktheit Urteil basiert auf Konsensus-Info Akteur besitzt all diese Infos und begründet Verhalten an Situation (vor allem bei niedrigem Konsensus)

7 Erklärung (Information) Testen der Hypothese: - Attribution Asymmetrie sollte verschwinden, wenn Personen über gleiche Menge an Info verfügen Goldberg (1981) & Nisbett et. al (1973): - Je höher Grad der Bekanntschaft zwischen Akteur & Beobachter, desto niedriger Menge an internalen Attributionen über beobachtete Person

8 Erklärung (Information) PERSPEKTIVE Akteur & Beobachter: unterschiedliche Perspektiven Akteur: Fokus auf situative Umstände (Umstände = salient) Beobachter: Person, die Verhalten zeigt, im Fokus (Person = salient)

9 Erklärung (Motivation) Annahme: Attributionen mit positiven Konsequenzen für das Selbstbewusstsein wichtig Wunsch: sich selbst positives zuschreiben negative Ereignisse auf externale Ursachen zurückführen (Vermeiden negativer Gefühle) Beobachter: Minimieren von negativen Gefühlen bei anderen Personen irrelevant Internale Attributionen bezüglich anderer

10 Erklärung (Motivation) Miller, Norman & Wright (1978): Zurückführen von Verhalten auf stabile Persönlichkeitsmerkmale: Verhalten anderer vorhersagbar & kontrollierbar Hypothese: Motivation Kontrolle über Verhalten anderer zu haben verstärkt Tendenz internaler Attributionen Überprüfung: Spiel (Verhandeln): VP entweder aktiv mitspielen oder Spieler beobachten Einigen VPn erzählt, dass sie später im Spiel teilnehmen werden

11 Erklärung (Motivation) vorbereitete Beobachter Mehr über personale Dispositionen gelernt Schlussfolgerung: Wenn Motivation Verhalten vorherzusagen/ zu kontrollieren aktiviert: Internale Attributionen Mechanismen und Bedingungen unklar

12 Experiment (Storms, 1973) Grundhypothese: Nisbett und Jones (1971) Erweitert: Beobachter und Akteur haben unterschiedliche Perspektiven Veränderung der visuellen Orientierung

13 Experiment (Methode) Kennenlerngespräch zwischen zwei Fremden (Akteure) 2 Beobachter Experimentelle Manipulation: Videoband Fragenbogen Persönliche Befragung

14 Experiment (Prozedur) 120 Yale- Studenten 30 Gruppen à 4 Teilnehmer Durften sich nicht kennen Zufällig zu Rollen zugeteilt

15 Experiment (Sitzungen) Kontrollsitzung Keine Kamera funktioniert sofort Fragebogen und Befragung Experimentalsitzung Eine Kamera funktioniert Immer Akteur 1 Gleiche Orientierung: Akteur 2, Beobachter 1 Neue Orientierung: Akteur 1, Beobachter 2 Dann Fragebogen und Befragung

16 Experiment (Fragebogen) vertraulich 4 Seiten à drei Fragen 9-Punkte-Skalen 1. Bewertung der Freundlichkeit, Gesprächigkeit, Nervosität, Dominanz 2. Persönlichkeitsmerkmale 3. Situationsfaktoren Attributionsfragen Befragung über Täuschung

17 Experiment (Fragebogen) Disposition-Situation-Index Summe der Punkte in den Attributionsfragen Alle vier Verhaltensweisen Present-Behaviour-General- Behaviour-Index Absoluter Wert Unterschied zwischen präsentem und generellem Verhalten

18 Experiment (Ergebnisse) Nisbett & Jones Hypothese bestätigt Video derselben Situation zeigt keinen großen Effekt

19 Experiment (Ergebnisse) Neuorientierung tritt ein Neuorientierung größeren Effekt auf Bewertung situativer Faktoren Haupthypothese gestützt

20 Experiment (Ergebnisse) Bekräftigen Ergebnis des Disposition-Situation-Index Effekte an sich nicht signifikant

21 Experiment (Diskussion) Frage: ist Video auch anwendbar in Situationen, die emotionaler ablaufen? Positive Auswirkungen Bewertung von Patienten über sich selbst gleichen sich der des psychiatrischen Beobachters an Offenheit in T-Gruppen Paartherapie Negative Auswirkungen Schizophrenie, Neurotizismus, Depression Alkoholismus Studienergebnisse erklären positive Aspekte, nicht negative immer wenn krankhaftes Verhalten durch wenig Selbstwertgefühl hervorgerufen wird, verzögert Selbstbeobachtung Therapieerfolg

22 Valenz Meta-Analyse an bei: 173 Studien Manipulation der Info (Akteur unterscheidet sich noch mehr von anderen Leuten) Meta-Analyse (Malle et al.) Akteur-Beobachter Effekt hält Erklären von negativen Ereignissen Verstärkung des Effekts Akteur-Beobachter-Effekt hält nicht an bei: Erklären von positiven Ereignissen Vertrautheit (widerspricht Lehrbuch) - Asymmetrie stärker bei Bekannten als bei Fremden Kodierung Freie Antwortmöglichkeiten (verbale Urteile) Ratingskala keine Effekte Echtheit von Ereignissen - Hypothetische Ereignisse - reale Ereignisse Design - between subject Design (Zuteilung Akteur & Beobachter) Stärkere Effekte - within subject Design (Person beurteilt andere und sich selbst) schwächere/ keine Effekte

23 Metaanalyse Zeitabstände Beobachtung & Attribution Alter (Nicht-)Einbeziehung des Beobachters keine Veränderung Effektstärke sehr gering Kaum empirische Unterstützung für Hypothese Glaube an existierenden Akteur-Beobachter Effekt falsch Neuere Befunde: Akteur & Beobachter unterscheiden sich in verschiedenen Eigenschaften der Ursachenerklärung Aber diese Eigenschaften nicht nur auf den Unterschied zwischen internalen & externalen Ursachen zurückzuführen Mehr Forschung notwendig

24 Zusammenfassung Lehrbuch: - Akteure: situative Attributionen (haben Info über Distinkeit & Konsistenz) - Beobachter: internale Attributionen (nur Konsensusinfo) Haben unterschiedliche zugängliche Infos Unterschiedliche Perspektiven unterschiedliche Motivationen Meta-Analyse: - Kein Akteur-Beobachter Effekt

25 Quellen Försterling (2001), S Storms (1973) Malle (2006)

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