Zu Immanuel Kant: Die Metaphysik beruht im Wesentlichen auf Behauptungen a priori

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1 Geisteswissenschaft Pola Sarah Zu Immanuel Kant: Die Metaphysik beruht im Wesentlichen auf Behauptungen a priori Essay

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3 Essay zu Immanuel Kant: Die Metaphysik beruht im Wesentlichen auf Behauptungen a priori. [ Kritik der reinen Vernunft, 3. Antinomie (KrV B ) (Neue Meiner-Ausgabe, s ) ] In Kants Text zeigt dieser auf, was dafür spricht, dass Erscheinungen in der Natur nicht nur durch die Naturgesetze erklärt werden können; und was für die Antithese, nämlich, dass alles nach den Gesetzen der Natur geschieht, spricht. In meinem Essay erläutere ich die Aussage Kants, dass alle Metaphysik im Wesentlichen auf synthetischen Urteilen a priori beruht. Dabei gehe ich Folgendes ein: Was sind Behauptungen a priori? Von welchen anderen Arten von Urteilen sind diese abzugrenzen? Weshalb können die Urteile der andern Arten für Metaphysik nicht grundlegend sein? In wie fern sind synthetische Urteile a priori relevant für die Erkenntnis? Ist das Kausalprinzip für die Erkenntnis auf die gleiche Weise relevant, wie die Annahme, wir seien frei? Bei Behauptungen a priori ist der Wahrheitsgehalt unabhängig von allen Sinneserfahrungen entscheidbar. Meist sind analytische Urteile a priori begründet: Die Wahrheit (oder Falschheit) lässt sich aus den im Satz o.ä. enthaltenen Begriffen bestimmen, ohne dass Erfahrungen und Ursachen hinzugezogen werden: Diesemnach muss eine Kausalität angenommen werden, durch welche etwas geschieht, ohne dass die Ursache davon noch weiter, durch eine andere vorhergehende Ursache, nach notwendigen Gesetzen bestimmt sei, [ ] 1 Analytische Urteile a priori unterscheiden sich von synthetischen Urteilen a posteriori. Deren Wahrheitsgehalt lässt sich nicht ausschließlich von den enthaltenen Begriffen ableiten. Der Wahrheitswert ist nur unter Bezugnahme auf Erfahrung entscheidbar. 1 S. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft, herausgegeben von Jens Timmermann, Felix Meiner Verlag Hamburg, Seite 550 1

4 In der Metaphysik liegen allerdings synthetische Urteile a priori vor: Der Begriff der Ursache ist im Begriff des Geschehens oder der Wirkung nicht enthalten. Kant ging davon aus, dass das Bewusstsein einen aktiven Beitrag zu unserer Wahrnehmung, also der Art und Weise, wie die Vernunft Empfindungen zulässt und formt, leistet. Eine objektive Wirklichkeitserkenntnis kann also nur eingeschränkt stattfinden. Wir erkennen die Dinge nur als Erscheinungen, in den Formen der Anschauung und des Denkens, als Gegenstände möglicher (!) Erfahrungen. Urteile a posteriori, also solche, die sich auf Erfahrungen beziehen, können so also nicht den gesamten Wahrheitsgehalt aufdecken. Metaphysik als Wissenschaft ist nur möglich als System der apriorischen Voraussetzungen, Bedingungen der Erfahrung selbst. Diese kritische Metaphysik ist eine sichere, fest begründete, reine Vernunftwissenschaft. Ihr liegen apriorische Grundsätze und Begriffe und synthetische Urteile a priori als innerlich zusammenhängendes Ganzes, welches allein Metaphysik möglich macht, zugrunde. Die transzendentale Freiheit 2 steht folglich dem Kausalgesetz 3 entgegen, was impliziert, dass die Aussage, dass [ ] keine Einheit der Erfahrung möglich ist, [ ] 4 und auch keine Erfahrung möglich ist, falsch ist. Synthetische Urteile a priori sind also insofern relevant für Erkenntnis, als dass wir von einer Wirklichkeit, in der Kategorien unseres Verstandes keine Anwendung finden, keine zusammenhängenden Erfahrungen ableiten können. Wir leiten nicht die Begriffe aus der Erfahrung ab, doch die Erfahrung ist nur möglich, wenn wir entsprechende Begriffe auf sie übertragen können. Der Zusammenhang und die Einheit der Erfahrung sind nur unter der Voraussetzung möglich, dass alles, was geschieht, eine Ursache hat. Alles in allem beruht die Metaphysik also im Wesentlichen auf Behauptungen a priori, da nur diese den gesamten Wahrheitsgehalt eines Geschehens aufdecken können. Hinzu kommt, dass die Metaphysik eine sehr sachliche Wissenschaft ist, die auf persönliche Erfahrungen und Sinneneinflüsse, die verfälschen könnten, verzichten muss. 2 Ebd. S Ebd. S Ebd. S 594 2

5 Kant betrachtet in seinem Text Argumente für die These, dass alles Geschehen lediglich der Freiheit unterliegt, und für die Antithese, dass in der Natur alles nach Gesetzen geschieht. Dafür, dass die Natur keinen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist, spricht dass alles einen Anfang haben muss. Gibt es aber Naturgesetze, dann kann es keinen Anfang geben, da laut ihnen allem immer etwas vorausgegangen sein muss 5. Diese Ursachen aller Erscheinungen müssen aber bestimmt werden. Also muss es über die Naturgesetze hinaus etwas geben, dass das erklärt: Nun besteht aber eben darin das Gesetz der Natur: dass ohne hinreichend a priori bestimmte Ursache nichts geschehe. Also widerspricht der Satz, als wenn alle Kausalität nur nach Naturgesetzen möglich sei, sich selbst in seiner unbeschränkten Allgemeinheit, und diese kann also nicht als die einzige angenommen werden. 6. Es gibt aber eine absolut spontane Ursache, die erst eine Reihe von von der Natur geregelten Ereignissen hervorruft. Die Ursache aber ist nicht von Gesetzen bestimmt 7. Für seine Antithese alle Geschehnisse seinen von Gesetzmäßigkeiten bestimmt spricht laut Kant Folgendes: Schon die Annahme, dass jede Ursache spontan sei, ist gesetzmäßig. Man kann auch nicht von den Gesetzen der Freiheit ausgehen, da sie dann nichts anderes als Gesetze der Natur sind: Denn man kann nicht sagen, dass, anstatt der Gesetze der Natur, Gesetze der Freiheit in die Kausalität des Weltlaufs eintreten, weil, wenn diese nach Gesetzen bestimmt wäre, sie nicht Freiheit, sondern selbst nichts anderes als Natur wäre. 8. Nur durch Regeln sind zusammenhängende Abläufe möglich. Die Freiheit würde diesen Leitfaden der Regeln 9 abreißen lassen. Kant merkt anschließend noch an, dass die Suche nach dem Anfang eines jeden Ereignisses nur dazu diene, einen Ruhepunkt zu finden. An kann sich keine Folge eines Ereignisses erschließen, es sei denn, man kennt Naturregeln. Unterläge die Natur der Freiheit, würde sie ständig verändert, verwirrend und unzusammenhängend. Wie diese Aussagen des Textes mit der Fragestellung zusammenhängen, hat sich mir leider nicht erschlossen. Ich habe aber nach bestem Wissen versucht, ein wenig Licht ins kantsche 5 Ebd. Seite Ebd. Seite Ebd. Seite Ebd. Seite 549 & Ebd. Seite 551 3

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