Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf das Eigenkapital

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1 Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf das Eigenkapital Bedeutung des Ob und Wie der Bilanzierung 1. Der Kaufmann erwirbt am 2.1. einen LKW für 50 (betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer = 5 Jahre) und eine Maschine für 80 (betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer = 10 Jahre). Den LKW bezahlt er durch Überweisung; die Maschine muss er erst nächstes Jahr bezahlen. Die Maschine hat am nach wie vor einen Verkehrswert von Ferner stellt ein Gutachter fest, dass das in der letzten Bilanz mit 100 aktivierte Grundstück wegen einer Bodenverseuchung dauerhaft nur noch einen Wert von 70 hat. 37

2 Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf das Eigenkapital Bedeutung des Ob und Wie der Bilanzierung 1. Anschaffung des LKW = Abgang von 50 Geldmitteln; zugleich Zugang des LKW Bewertung des LKW mit den Anschaffungskosten (vgl. 255 I HGB) = 50 Erfolgsneutral Anschaffung der Maschine = Zugang einer Verbindlichkeit in Höhe von 80; zugleich Zugang der Maschine Bewertung der Maschine mit den Anschaffungskosten = 80 Erfolgsneutral 38

3 Anlagevermögen - Grund/Boden 100 Umlaufvermögen - Bank 200 Eigenkapital 300 G/V-Rechnung Anschaffung LKW Anschaffung Maschine Jahresüberschuss Anlagevermögen - Grund/Boden Maschine 80 - LKW 50 Umlaufvermögen - Bank 150 EK alt 300 Jahresüber. 0 Eigenkapital 300 Verbindl. Masch

4 Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf das Eigenkapital Bedeutung des Ob und Wie der Bilanzierung Folgebewertung zum Bilanzstichtag 1. Sowohl der LKW als auch die Maschine unterliegen der Abnutzung und damit einem laufenden Wertverzehr. Sie müssen dementsprechend zu jedem Bilanzstichtag unter Berücksichtigung dieses Wertverzehrs bewertet werden. Absetzung für Abnutzung / planmäßige Abschreibungen (= typisierter Wertverzehr) z.b. lineare AfA (vgl. 253 I, III HGB; 6 I Nr. 1 S. 1 EStG i.v.m. 7 I EStG) LKW: 50 AK = Bemessungsgrundlage, verteilt auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer = 5 Jahre 10 / Jahr Maschine: 80 AK = Bemessungsgrundlage, verteilt auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer = 10 Jahre 8/ Jahr Die Tatsache, dass die Maschine am nach wie vor 80 wert ist, ist unerheblich. Die Abschreibung ist verpflichtend Bildung stiller Reserven 40

5 Anlagevermögen - Grund/Boden Maschine 80 - LKW 50 Umlaufvermögen - Bank 150 Eigenkapital 300 Verbindl. Masch G/V-Rechnung AfA LKW - 10 AfA Maschine - 8 Jahresüberschuss Anlagevermögen - Grund/Boden Maschine 72 - LKW 40 Umlaufvermögen - Bank 150 EK alt 300 Jahresüber Eigenkapital 272 Verbindl. Masch

6 Auswirkung von Geschäftsvorfällen auf das Eigenkapital Bedeutung des Ob und Wie der Bilanzierung Folgebewertung zum Bilanzstichtag 2. Das Grundstück soll vorliegend zum Anlagevermögen gehören. Dann gilt handelsrechtlich: 253 III 3 HGB = Abschreibungspflicht auf den niedrigeren Wert (also 70) Erfolgswirksam in Höhe von 30. steuerrechtlich: 6 I Nr. 1 S. 2 EStG (Berichtigung auf den niedrigeren Teilwert), der grds. ein Wahlrecht gewährt. Ob dieses Wahlrecht bei Gewinnermittlungen nach 5 I EStG steuerrechtlich erhalten bleibt (vgl. den Wahlrechtsvorbehalt in 5 I 1 EStG) oder ob nicht vielmehr aufgrund der Maßgeblichkeit das steuerliche Wahlrecht wegen der handelsrechtlichen Pflicht auch steuerrechtlich zur Pflicht wird (wohl h.m.), ist derzeit sehr umstritten. Mit der h.m. keine Korrektur des handelsrechtlichen Jahresüberschusses (der handelsrechtliche Aufwand von 30 wird also dem Steuerbilanzergebnis zugrunde gelegt). 42

7 Vor Abschr. GruBo Nach Abschr. GruBo Anlagevermögen - Grund/Boden Maschine 72 - LKW 40 Umlaufvermögen - Bank 150 Anlagevermögen - Grund/Boden 70 - Maschine 72 - LKW 40 Umlaufvermögen - Bank 150 Eigenkapital 272 Verbindl. Masch EK alt 272 Jahresüber Eigenkapital 242 Verbindl. Masch. 80 G/V-Rechnung Abschr. GruBo - 30 Jahresüberschuss

8 Entnahmen und Einlagen (erster Überblick) 4 Abs. 1, 5 Abs. 1 EStG Eigenkapital zum aktuellen Stichtag Eigenkapital zum vorherigen Stichtag + Entnahmen Einlagen = Gewinn Beispiele: 1. Der Kaufmann entnimmt aus der Kasse 100 und verwendet diese für seine private Lebensführung. 2. Der Kaufmann nutzt den von ihm vormals ausschließlich privat genutzten PKW nunmehr ausschließlich für betriebliche Zwecke. Der PKW hat im Zeitpunkt des Nutzungswechsels einen Teilwert von

9 Vorher Kasse 300 Eigenkapital 400 Verbindl. LL 300 EK-Veränderung Zugang PKW 50 Abgang Bargeld EK-Veränderung - 50 Nachher PKW 50 - Kasse 200 EK alt 400 Veränderung - 50 Eigenkapital 350 Verbindl. LL 300 EK-Veränderung Einlage Entnahme Gewinn isv 4 I EStG 0 45

10 Beispiel: Entnahmen und Einlagen (erster Überblick) Nutzungsentnahme A nutzt den zum Betriebsvermögen gehörenden PKW zu 10 % auch für Privatfahrten. Der PKW hat einen Listenneupreis von 100. Im Zusammenhang mit dem PKW hat der Kaufmann folgende Aufwendungen getätigt: Benzin = 40, Kfz-Steuer = 10, AfA = 10, Instand- haltung = 90 (in der Summe = 150). Lösung: Die private Nutzung eines betrieblichen Gegenstandes stellt eine Nutzungsentnahme dar. Für die Bewertung gilt: 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 2 EStG 1 % des Listenpreises / Monat = 12 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 3 EStG 10 % der Gesamtaufwendungen = 15 46

11 Vorher Nachher PKW 50 - Kasse PKW 40 - Kasse 60 Eigenkapital 350 Verbindl. LL EK alt 350 Veränderung Eigenkapital 200 Verbindl. LL 300 G/V - Rechnung Benzin Kfz-Steuer AfA PKW Reparaturen Jahresüberschuss Jahresüberschuss Einlagen 0 Entnahmen Gewinn isv 4 I EStG

12 Entnahmen und Einlagen (erster Überblick) Aufdeckung stiller Reserven durch Entnahmevorgänge Beispiel: Zum Betriebsvermögen des Kaufmann A gehört ein unbebautes Grundstück, das er vor zwanzig Jahren für 100 angeschafft hat und seitdem als Lagerplatz für sein Unternehmen nutzte. Zum wird es nach wie vor mit 100 auf der Aktivseite bilanziert. Anfang 2009 beendet A die betriebliche Nutzung des Grundstücks und bebaut es mit einem Einfamilienhaus, das er sodann bewohnt. Das Grundstück ist zwischenzeitlich mit 400 zu bewerten (= Teilwert). 48

13 GruBo 100 Eigenkapital 500 Vorher EK-Veränderung Abgang GruBo EK-Veränderung Nachher EK alt 500 Veränderung Eigenkapital 400 EK-Veränderung Einlagen Entnahmen (!) Gewinn isv 4 I EStG

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