Probeklausur Makroökonomie I Wintersemester 2010/11. Prof. Dr. Gebhard Flaig

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1 Probeklausur Makroökonomie I Wintersemester 2010/11 Prof. Dr. Gebhard Flaig Hier stehen in der echten Klausur die Bearbeitungshinweise, die Sie sorgfältig und aufmerksam lesen sollten

2 Multiple Choice Teil Abschnitt I: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und Preisindizes. 1. Aufgabe a. Wenn das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt, muss auch das reale BIP steigen. b. Wenn das nominale BIP von 1000 auf 1200 Mrd. Euro steigt, während der BIP- Deflator von 5,0 auf 6,0 steigt, beträgt die Veränderung des realen BIP 0%. c. Das Volkseinkommen kann größer sein als das BIP. d. Um zum Nettonationaleinkommen zu gelangen, müssen ausgehend vom Volkseinkommen die indirekten Steuern abgezogen und die Subventionen hinzuaddiert werden. e. Ausgehend vom BIP wird für die Berechnung des Bruttonationaleinkommens (BNE) der Saldo der Primäreinkommen aus der übrigen Welt hinzuaddiert. 2. Aufgabe In einer Volkswirtschaft existieren zwei Güter. In Periode t = 0 beträgt deren Preis p = 2 1 und p = 3. In Periode t = 0 2 wird von jedem Gut eine Einheit gehandelt. In Periode t = 1 betragen die Preise p = 1 1 und p = 4. Die jeweiligen Mengen entsprechen q = 1, und q = 0,5 2. Welche der folgenden Aussagen trifft zu? a. Der Laspeyres-Index in Periode t = 1 nimmt den Wert von 5 4 an. b. Der Paasche-Index in Periode t = 1 nimmt den Wert von 9 4 an. c. Der Paasche-Index unterschätzt tendenziell den tatsächlichen Preisanstieg. d. Gemäß dem Paasche-Index herrscht in der Volkswirtschaft Deflation. e. Der hedonische Preisindex liefert eine Methode, um den Preisanstieg um Qualitätsveränderungen zu bereinigen

3 3. Aufgabe In der VGR einer (offenen) Volkswirtschaft sind folgende Daten ausgewiesen: Bruttoproduktionswert 3720 Bruttoinlandsprodukt 2370 Volkseinkommen 1828 Staatlicher Konsum 380 Indirekte Steuern 490 Nettoinvestitionen 475 Abschreibungen 210 Exporte - Importe -80 Saldo der Primäreinkommen 33 Welche der folgenden Aussagen trifft zu? a. Das Bruttonationaleinkommen ist größer als das Bruttoinlandsprodukt. b. Das Nettonationaleinkommen beträgt c. Der private Konsum beträgt d. Die Vorleistungen betragen e. Es werden Subventionen in Höhe von 125 an die Unternehmen gezahlt. 4. Aufgabe Über die geschlossene Volkswirtschaft von Ruritanien ist folgendes bekannt: Es gibt zwei Unternehmen, Firma A und Firma B. Firma A produziert Holz im Wert von 460. Davon wird Ware im Wert von 340 an Firma B verkauft, der Rest geht an die Endverbraucher (zum Heizen). Firma B stellt aus dem an sie gelieferten Holz Möbel her, die sie für 770 an die Endverbraucher verkauft. Die Arbeitseinkommen der Inländer betragen 406, die Einkommen der Inländer aus Vermögen und Unternehmertätigkeit 270. Es werden keine indirekten Steuern erhoben und keine Subventionen gezahlt. a. Die Vorleistungen betragen 746. b. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 890. c. Das Volkseinkommen ist gleich dem Nettonationaleinkommen. d. Der Außenbeitrag beträgt 430. e. Die Abschreibungen betragen

4 Abschnitt II: IS-LM Modell. 5. Aufgabe a. Mit steigendem Zins nehmen die Opportunitätskosten der Bargeldhaltung ab, somit steigt die Geldnachfrage. b. Steigt der Marktzins, so sinkt der Kurs eines Wertpapiers mit unendlicher Laufzeit und fixem Coupon. c. Ein Anstieg der Nachfrage auf dem Gütermarkt bewirkt einen Zinsanstieg und damit eine Verminderung der zinsabhängigen Investitionen. Diesen Effekt nennt man partielles zinsbedingtes Crowding-Out. d. Ist der Gütermarkt im Gleichgewicht, so befindet sich auch der Kapitalmarkt im Gleichgewicht. e. Nettoinvestitionen können niemals negativ werden. 6. Aufgabe a. Für alle Kombinationen von Zinssatz und Einkommen (i,y) oberhalb der LM-Kurve herrscht auf dem Geldmarkt ein Überangebot an Geld. b. Sind in einer geschlossenen Volkswirtschaft die privaten Ersparnisse kleiner als die Investitionen, so ist das Budgetdefizit größer Null. c. Im Schnittpunkt von IS- und LM Kurve herrscht auf dem Gütermarkt, dem Kapitalmarkt, dem Geldmarkt und dem Wertpapiermarkt ein simultanes Gleichgewicht. d. Das Sparparadoxon besagt, dass eine Senkung des autonomen Konsums zu keinem Anstieg der privaten Ersparnis führt. e. Ist die Investitionsnachfrage vollkommen zinsunelastisch (Investitionsfalle), ist expansive Geldpolitik zur Steigerung der Produktion sehr wirkungsvoll, expansive Fiskalpolitik hingegen wirkungslos

5 7. Aufgabe Im Rahmen des keynesianischen IS-LM Modells... a...führt expansive Geldpolitik zu steigenden Zinsen. Da Haushalte nun ein höheres Zinseinkommen haben, steigt die Konsumnachfrage und im Zuge des Multiplikatorprozess auch das gleichgewichtige Einkommen. b...führt expansive Geldpolitik zu steigenden Zinsen. Da es für die Haushalte nun teuerer ist Kredite zu bekommen, sinkt die Konsumnachfrage und im Zuge des Multiplikatorprozess auch das gleichgewichtige Einkommen. c.... führt expansive Geldpolitik zu sinkenden Zinsen. Durch das sinkende Zinsniveau wird die Investitionsnachfrage angeregt und die IS Kurve verschiebt sich nach rechts. Im Zuge des Multiplikatorprozess steigt das gleichgewichtige Einkommen. d.... führt expansive Geldpolitik zu sinkenden Zinsen. Durch das sinkende Zinsniveau wird die Investitionsnachfrage angeregt. Es kommt zu keiner Verschiebung der IS- Kurve. Im Zuge des Multiplikatorprozess steigt das gleichgewichtige Einkommen. f.... führt expansive Geldpolitik zu sinkenden Zinsen. Da die Haushalte nun ein geringeres Zinseinkommen haben, sinkt die Konsumnachfrage und im Zuge des Multiplikatorprozess auch das gleichgewichtige Einkommen. Abschnitt III: Offene Volkswirtschaft. 8. Aufgabe a. Ein Handelsbilanzdefizit muss immer mit einem Defizit in der Leistungsbilanz einhergehen. b. Ein Leistungsbilanzdefizit muss immer mit einem Überschuss in der Kapitalbilanz im weiteren Sinne einhergehen. c. Aufgrund des Systems der doppelten Buchführung ist die von den staatlichen Behörden ermittelte Zahlungsbilanz in der Realität immer ausgeglichen. d. Die Exportquote eines Landes (= Exporte/BIP) kann nie größer als 1 sein. e. Wenn private und staatliche Ersparnis unverändert bleiben, spiegelt sich eine Zunahme der Investitionen in einer Verschlechterung der Leistungsbilanz wider

6 9. Aufgabe Betrachten Sie zwei Volkswirtschaften, Euroland und Dollarland. In Euroland beträgt der Zins auf Wertpapiere 5%, in Dollarland nur 3%. Der aktuelle Wechselkurs liegt bei 1,25 Dollar/EUR. Beantworten Sie die Fragen aus Sicht von Euroland. a. Die Zinsparitätstheorie erklärt den Zinsunterschied in beiden Ländern aufgrund von Transaktionskosten und unterschiedlicher Bonität der Wertpapiere. b. Wenn die Zinsparität gilt, bedeutet dies, dass die Anleger eine Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar um 2% erwarten. c. Gemäß der Zinsparitäten-Bedingung ergibt sich ein erwarteter Wechselkurs von 1,23 Dollar/EUR (gerundet auf 2 Dezimalstellen). d. Bei gegebenem zukünftig erwarteten Wechselkurses und bei gegebenem Zinssatz in Dollarland führt ein Zinsanstieg in Euroland zu einer Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar. e. Angenommen der Wechselkurs von Dollar und Euro ist dauerhaft fixiert. Dann müssten gemäß der Zinsparitäten-Bedingung die Zinsen in Dollarland und in Euroland exakt gleich sein. 10. Aufgabe Nehmen Sie an, dass weltweit nur ein einziges Gut gehandelt wird, der BigMac. Der Preis für einen BigMac in Stockholm beträgt 40 Schwedische Kronen (SEK). In München hingegen wird für einen BigMac 4 Euro ( ) verlangt. Der aktuelle SEK/ - Wechselkurs beträgt E = 8,5 SEK/. f. Der BigMac ist in Stockholm real billiger als in München. g. Nach der Theorie der absoluten Kaufkraftparität ist die Schwedische Krone relativ zum Euro unterbewertet und müsste auf 10 SEK/ aufwerten. h. Angenommen BigMacs wären nicht verderblich und ohne Transaktionskosten handelbar. Dann könnten Gütermarktarbitrageure den BigMac gewinnbringend von München nach Stockholm exportieren und damit zu einer Aufwertung des Euro beitragen. i. Der reale Wechselkurs gibt den relativen Preis inländischer Güter ausgedrückt in Einheiten ausländischer Güter an. Bei Gültigkeit der Theorie der absoluten Kaufkraftparität muss der reale Wechselkurs immer gleich eins sein. j. Die Theorie der relativen Kaufkraftparität erklärt Wechselkursänderungen durch Unterschiede in den Inflationsraten verschiedener Länder

7 11. Aufgabe Die folgende Tabelle zeigt die geschätzten Preiselastizitäten für den internationalen Handel mit Industrieprodukten. In der Ausgangsposition sind die Nettoexporte beider Länder ausgeglichen. (Hinweis: Die in der Tabelle angegebenen Werte beziehen sich auf eine 1%-ige reale Aufwertung der inländischen Währung). Land Elastizität der Exportnachfrage Sofortige Wirkung In der langen Frist Elastizität der Importnachfrage Sofortige Wirkung Japan -0,59-1,61 0,16 0,97 Schweiz -0,28-0,73 0,25 0,25 In der langen Frist a. Eine reale Abwertung des Schweizer Franken um 10% führt zu einem unmittelbaren Anstieg der Schweizer Exporte um 2,8% und einem unmittelbaren Rückgang der Importe um 2,5%. Die Nettoexporte steigen mengenmäßig also mit sofortiger Wirkung um 0,3% an. b. Eine reale Aufwertung des japanischen Yen um 10% führt in der langen Frist zu einem mengenmäßigen Rückgang der japanischen Nettoexporte um 25,8%. c. In der Schweiz ist die Marshall-Lerner-Bedingung in der langen Frist verletzt. Betrachten Sie die folgende Abbildung aus Sicht des Inlandes: + Nettoexporte, NX 0 t t+1 t+2 t+3 t+4 Zeit - d. Obige Abbildung zeigt den von Ökonomen als J-Kurve bezeichneten Anpassungsprozess der Nettoexporte nach einer Abwertung der inländischen Währung. e. Gegeben einer realen Abwertung der inländischen Währung zum Zeitpunkt t, ist ab Zeitpunkt t+2 in obiger Abbildung die Marshall-Lerner Bedingung für das Inland erfüllt

8 12. Aufgabe Betrachten Sie die kleine offene Volkswirtschaft Makronomia mit einem flexiblen Wechselkursregime. IS- und LM-Kurve haben einen normalen Verlauf und es gilt die Zinsparität. a. Ein Zinsanstieg in Makronomia führt zu einer Abwertung der inländischen Währung und stimuliert über den Wechselkurskanal die inländische Nachfrage. b. Bei einer Rezession sollte Makronomia nur expansive Fiskalpolitik einsetzen, da Geldpolitik bei flexiblen Wechselkursen wirkungslos ist. c. Wenn die marginale Importneigung in Makronomia sinkt, hat expansive Fiskalpolitik einen größeren Effekt auf die inländische Produktion. d. Angenommen, Makronomia wechselt nun zu einem fixen Wechselkursregime. Dann hat ein Anstieg des ausländischen Einkommens keinen Einfluss auf das gleichgewichtige inländische Einkommen. e. Angenommen das Inland hat seine Währung einseitig fest an die ausländische Währung gekoppelt (= fixes Wechselkursregime). Dann führt ein Zinsanstieg im Ausland zu einem Rückgang der inländischen Produktion. Abschnitt IV: Mittlere Frist. Hinweis: Die betrachtete Volkswirtschaft befindet sich nicht in einer Liquiditäts- oder e Investitionsfalle und es werden adaptive Erwartungen ( P = ) über das allgemeine Preisniveau unterstellt, es sei denn in der Angabe ist es explizit anders spezifiziert. Für alle Aussagen gilt die ceteris-paribus Annahme. 13. Aufgabe Der Arbeitsmarkt einer Volkswirtschaft sei durch folgende Gleichung charakterisiert: Produktionsfunktion: Y = 2 N Preissetzungsgleichung: W P = [ 1+ μ ] = W 2 e e W = P z N = P 3,5 1 u L. Lohnsetzungsgleichung: [( ) ] t Pt 1 e a. Die kurzfristige AS-Kurve wird beschrieben durch: P = P 1, 75 Y. b. Das natürliche Beschäftigungsniveau beträgt 2 N n =. 7 c. Bei unvollständiger Konkurrenz beträgt μ = 0 und die Preise liegen oberhalb der Grenzkosten. d. Die Variable z steht für alle Faktoren jenseits von N, welche wie bspw. der Kündigungsschutz die Höhe des geforderten Lohns beeinflussen. e. Der Potentialoutput Y n wird einzig durch strukturelle Faktoren bestimmt

9 14. Aufgabe e a. Die kurzfristige Phillipskurve sei gegeben durch π t = π t + 0,1 2ut. Die natürliche Arbeitslosenquote liegt dann bei 5%. e b. Unter der Annahme adaptiver Erwartungen (z.b. π t = π t 1 ) beschreibt die kurzfristige Phillipskurve einen Zielkonflikt zwischen Inflationsrate und Arbeitslosigkeit. c. Je höher der Anteil der Arbeitsverträge, der durch Lohnindexierung an das aktuelle Preisniveau gekoppelt ist, desto wirksamer kann die Geldpolitik Arbeitslosigkeit bekämpfen. d. Laut Phillipskurve sinkt die Inflationsrate, wenn die tatsächliche Arbeitslosenquote unter ihrem natürlichen Niveau liegt. e. Bei einem negativen Angebotsschock besteht für die Zentralbank ein Trade-off zwischen der Stabilisierung der Preise zum einen und der Stabilisierung des Outputs sowie des Arbeitsmarkte zum anderen. 15. Aufgabe Im kombinierten IS-LM und AS-AD-Modell führt eine restriktive Fiskalpolitik kurzfristig zu einer Verschiebung sowohl der IS- und der LM-Kurve als auch der AD-Kurve 2. zu einem kurzfristigen Rückgang des Zinssatzes und zu einem dauerhaften Absinken der Produktion unter ihr natürliches Niveau. 3. zu einem dauerhaften Rückgang des Zinssatzes und zu einem zu einem kurzfristigen Absinken der Produktion unter ihr natürliches Niveau. 4. mittelfristig sowohl zu einem Rückgang des Zinssatzes als auch zu einem Anstieg des Preisniveaus 5. mittelfristig wie kurzfristig zu einer veränderten Zusammensetzung der Nachfrage 16. Aufgabe a. Geldpolitik hat nur dann reale Auswirkungen auf die Ökonomie, wenn sie von den Wirtschaftssubjekten korrekt antizipiert wird. b. Ein Anstieg der Preiserwartungen der Arbeitnehmer führt mittelfristig zu einem tatsächlichen Anstieg des Preisniveaus. c. Der Trade-off zwischen Inflation und Arbeitslosenquote kann nur in der mittleren Frist genutzt werden, da hier die Wirtschaftssubjekte ihre Inflationserwartungen angepasst haben. d. Bei adaptiven Inflationserwartungen verläuft die mittelfristige Phillipskurve vertikal. e. Perfekter Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt impliziert, dass im Gleichgewicht alle Nicht-Beschäftigten freiwillig arbeitslos sind

10 Offene Fragen Vorbemerkung: Bitte achten Sie auf sorgfältige Beschriftung der Graphen argumentieren Sie kurz unter Zuhilfenahme von Wirkungsketten! und Teil I: Kurze Frist und IS-LM Modell In der kleinen geschlossenen Republik Griesenland lässt sich die gesamtwirtschaftliche Nachfrage im Gütermarkt für die kurze Frist mit folgender Gleichung beschreiben: Z = C + I + G, mit C = c0 + c1 ( Y T ) mit 0 < c0 und 0 < 1 1 I = b0 + b1 Y b2 i mit 0 < b0 und 0 < 1 1 c1 + b1 < 1. a) Bestimmen Sie den Einkommensmultiplikator einer Zinserhöhung und dessen Vorzeichen im Gütermarktgleichgewicht. Leiten Sie die IS-Kurve graphisch ab (Graphen auf nächster Seite), indem Sie die Auswirkung einer Zinserhöhung auf das gleichgewichtige Einkommen im Gütermarkt betrachten. Erläutern Sie kurz den Anpassungsprozess, der sich bei einer Zinserhöhung abspielt. (6 Punkte). (Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite) - 9 -

11 - 10 -

12 Nominale Geldnachfrage und nominales Geldangebot im Geldmarkt für die kurze Frist sind durch folgende Gleichungen gegeben. M D P d Y d ) mit 0 < d und 0 < d 2 M S = M = ( 1 2 i 1 b) Leiten Sie die LM-Kurve aus dem Geldmarktgleichgewicht graphisch ab, indem sie die Auswirkung einer Einkommenserhöhung auf den gleichgewichtigen Zins im Geldmarkt betrachten. Erläutern Sie den Anpassungsprozess, der sich bei einer Einkommenserhöhung ergibt. (3 Punkte)

13 Nehmen Sie nun an, dass die Volkswirtschaft von Griesenland in der kurzen First konkret durch folgendes Gleichungssystem beschrieben ist. C = ,8 ( Y T ) I = ,1 Y 5000 i M D = P( 0,2 Y 4000 i), wobei P=1 S M = 400. Zins und Steuern sind gegeben durch i = 0, 1 T = 500. c) Berechnen Sie die Staatsausgaben und das Budgetdefizit im gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht. (Tipp: Bestimmen Sie zunächst die gleichgewichtige Produktion indem Sie den Geldmarkt betrachten.) (3 Punkte)

14 d) Die Staatsverschuldung von Griesenland ist enorm. Zur Konsolidierung des Haushalts muss die Regierung nun eine Steuererhöhung durchführen (Erhöhung der einkommensunabhängigen Kopfsteuer T). Stellen Sie die Auswirkungen der restriktiven Fiskalpolitik im IS-LM-Diagramm graphisch dar und erläutern Sie alle Anpassungsprozesse der gleichgewichtigen Produktion sowie des gleichgewichtigen Zinssatzes auf dem Güter- und Geldmarkt. (6 Punkte) (Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite)

15 e) Die Steuererhöhung führt zu einem massiven Produktionseinbruch in Griesenland. Welche Möglichkeit hat die Zentralbank, dem entgegenzuwirken? Welche Gefahr birgt die von Ihnen vorgeschlagene Politik in der langen Frist? (2 Punkte)

16 Teil II: Analyse der mittleren Frist Eine geschlossene Volkswirtschaft sei beschrieben durch: C = , 6Y I = i G = 500 T = 0, 2Y M D M S = P( 0,2Y 1000i) = 600 V a) Leiten Sie die AD-Kurve analytisch anhand der Angaben her. Achten Sie darauf, dass Ihre Rechenschritte eindeutig und nachvollziehbar sind? (5 Punkte)

17 b) Die Unternehmen in der Volkswirtschaft haben eine gewisse Marktmacht und setzen deshalb ihre Preise gemäß P = 1, 25W Ihre Produktionsfunktion ist gegeben durch Y = N Weiterhin ist die Lohngleichung e W = P 0,0004N Bestimmen Sie die kurzfristige AS-Kurve und den Potentialoutput. Beeinflusst das e erwartete Preisniveau P das tatsächliche Preisniveau positiv oder negativ? Begründen Sie knapp verbal. (4 Punkte)

18 c) Die Regierung beschließt eine Senkung des Arbeitslosengeldes. Zeigen Sie die kurzfristigen Auswirkungen dieser Politikmaßnahme graphisch im untenstehenden IS-LM und AS-AD Diagramm auf. Wie ändern sich Zins, Output und Preisniveau im Vergleich zum ursprünglichen Gleichgewicht (A)? Erläutern Sie knapp verbal. (Hinweis: e Unterstellen Sie adaptive Erwartungen bezüglich des Preisniveaus, P t P ) (4 Punkte) = t 1 i LM i 0 A IS Y P AS langfristig AS kurzfristig P 0 A Y n AD Y (Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite)

19 d) Übertragen Sie Ihr Ergebnis aus c) in die unterstehenden IS-LM und AS-AD Diagramme und zeigen Sie nun graphisch die mittelfristige Anpassung. Erläutern Sie knapp verbal. (4 Punkte) i LM i 0 A IS Y P AS langfristig stig AS kurzfri P 0 A Y n AD (Fortsetzung des Antwortkastens auf der nächsten Seite) Y

20 e) Durch welche weitere Maßnahme ließe sich das Produktionspotential (Potentialoutput) des Landes steigern? Schlagen Sie eine Maßnahme vor und begründen Sie verbal. (3 Punkte)

21 Schmierpapier

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