Konfirmation 10. Juni 2012 Richterswil Gegensätze Mt 5,3-10

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1 Konfirmation 10. Juni 2012 Richterswil Gegensätze Mt 5,3-10 Liebe Konfirmandinnen u. Konfirmanden, liebe Festgemeinde, Gegensätze ziehen sich an sagt ein Sprichwort, meist wenn zwei sehr unterschiedliche Menschen zueinander finden. Stimmt das auch sonst? Ziehen sich Gegensätze an? Oder ergänzen sie sich nicht sogar? Ihr habt uns eindrücklich einige solche Gegensätze vor Augen geführt, die uns allen immer wieder begegnen. Und diese Beispiele liessen sich beliebig fortsetzen. Jeder von uns erlebt Gegensätze im Alltag oder in der weiten Welt, in Politik und Wirtschaft. Meistens ist dabei des einen Freud des anderen Leid. Wo die eine Hälfte des Gegensatzes für irgendjemanden positiv ist, ist sie für jemand anderen negativ. Jetzt zb bei der Fussball-EM: Ein Sieg für die einen ist eine Niederlage für die andern. Oder denken wir nur Krieg und Frieden. Oder an den Gegensatz Arm- Reich, den wir alle kennen. Wir müssen dabei gar nicht so weit in ferne Länder schauen. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel aus dieser Woche: Unsere Berge kommen vermehrt ins Rutschen. U.a. weil es jetzt auch in grosser Höhe taut, was dann das Gestein löst. Wahrscheinlich eine Folge der Klimaerwärmung. Aber dem gegenüber steht der Zuwachs an Mobilität. 1

2 Wir können nahezu unbegrenzt reisen, konsumieren. Eigentlich schön. Nur dass bei Mobilität und Produktion Gase entstehen, die dann wieder zur Erwärmung des Klimas führen, so dass lt. Forschern in Zukunft noch einige Felsbrocken mehr auf unseren Verkehrswegen landen werden. Usw. usf. Zwischenruf SK: Und was haben diese Beispiele nun mit unserer Konf heute zu tun??? Haben wir doch gehört: Unsere Konfirmanden haben uns Beispiele aus der Bibel gezeigt. Da ging es ja auch um Gegensätze und wie wir damit umgehen: Z.B. der Wechsel von Tag und Nacht seit Anbeginn unserer Welt. Wenn immer nur Tag wäre, könnten wir ja nie zur Ruhe kommen, das hält niemand lange aus. Dafür braucht es auch die Nacht. Aber vielleicht kommen ja viel Stress und gesundheitliche Probleme daher, dass wir die Nacht immer mehr zum Tag machen, immer in action sind wie ein Hamster im Laufrad? Darum auch der Ruhetag, den die Bibel ausdrücklich schützt, weil wir sonst kaputtgehen. Kaputt gehen wir auch, wenn wir wie in der Geschichte von Jesus und den Schriftgelehrten stur dem Gesetz der Vergeltung folgen. Und dabei vergessen, dass niemand von uns ohne Schuld, ohne Fehler ist. 2

3 Was uns vorsichtig machen sollte, mit den Fingern auf andere zu zeigen denn wo wir das machen, zeigen drei Finger auf uns selber Das ist doch gut, wenn das unsere Konfirmanden mit ins Leben nehmen und im besten Falle wir Mitfeiernden auch noch, oder nicht? Zwischenruf SK: Na gut, aber was ist jetzt mit den Gegensätzen und unseren Konfirmanden??? Nur gemach: Auch die selbstgewählten Konfsprüche zeigen Gegensätze. Z.B. der aus 1. Sam 16,7: Der Mensch sieht auf den äusseren Schein. Gott aber sieht das Herz an. Ist das nicht ein klassischer Gegensatz zwischen äusserlichem Schein und dem, wie wir wirklich sind, was nur Gott weiss? Ich habe den Spruch mal auf einem Bild mit einem Punk drauf gesehen, der wirklich zum Fürchten aussah aber sich zugleich liebevoll um eine ältere Dame gekümmert hat. Was meinst du, was ist hier für Gott wichtiger? SK: Na logisch! Wie jemand mit dem Herzen handelt, und nicht, wie er oder sie aussieht. Da kommen mir übrigens auch noch ganz andere wichtige Gegensätze in den Sinn. Und zwar Gegen-Sätze im Sinne von Sätzen gegen etwas. Sätze, die gegen das sprechen, was in unserer Welt angeblich Norm ist. 3

4 Na da bin ich aber neugierig! Probieren wir das doch grad mal aus, deine Gegen-Sätze. Ich sage einen Satz und bin gespannt, ob dir ein Satz dagegen einfällt. Nur die Starken und Schönen und Erfolgreichen kommen weiter und sind etwas wert! Mt 5,3 Selig die Armen im Geist ihnen gehört das Himmelreich. Bloss keine Gefühle zeigen, man muss doch hart sein und kann sich nicht so gehen lassen! Mt 5,4 Selig die Trauernden sie werden getröstet werden. Der Stärkere hat immer recht, wozu habe ich denn meine Ellenbogen und kräftigen Fäuste? Mt 5,5 Selig die Gewaltlosen sie werden das Land erben. Ich kenne nur ein Recht: Gut ist, was mir nützt, sollen die anderen doch sehen, wo sie bleiben! Mt 5,6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit sie werden gesättigt werden. Strafe muss sein! Wie du mir, so ich dir! Mt 5,7 Selig die Barmherzigen sie werden Barmherzigkeit erlangen. Ich mach, was ich will! Gott ist nur was für Schwächlinge! Mt 5,8 Selig, die reinen Herzens sind sie werden Gott schauen. Frieden in Nah und Fern? Interessiert mich nicht, es gibt Wichtigeres. Und ich kann ja eh nix für den Frieden machen! 4

5 Mt 5,9 Selig, die Frieden stiften sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden. Mir Ärger einhandeln, weil ich mich für Gerechtigkeit einsetze? Ich bin doch nicht blöd! Mt 5,10 Selig, die verfolgt sind um der Gerechtigkeit willen ihnen gehört das Himmelreich. Ach, ich seh schon, da komme ich nicht gegen an Und irgendwie tun mir diese Gegen-Sätze auch gut Wo haste denn die her? SK: Das sind Worte von Jesus, die er von einem Berg her zu den Menschen geredet hat, die etwas darüber erfahren wollten, wie Gott die Welt zum Guten verändern möchte. Na klar! Wusste doch, dass ich die schon mal gehört habe! Das ist die sog. Bergpredigt! Wir haben hier noch viele Berge in der Schweiz, da passt das ja echt gut! Hoffentlich hören das noch viel mehr Leute, auch die im Flachland. Denn haben wir nicht überall dieselben Probleme, dass Leute nicht so miteinander umgehen, wie es Gott gedacht hat, damit es allen gut geht? Hast du noch mehr solche Worte, die gut tun? Noch mehr solcher Gegen-Sätze? SK: Text in Anlehnung an Urs Boller: Meine Mutter sagt: Du bist zu klein. Der Lehrer meint: Du bist schwer von Begriff. 5

6 Meine Kameraden lachen: Du hast verloren. Der Berufsberater weiß: Du bist nicht geeignet. Der Meister bestimmt: Der andere ist besser. Der Leutnant brüllt: Du hast keine Haltung. Gott sagt: Du bist mir ähnlich. - Gott sei Dank! 6

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