Regelwerke Dipl.-Ing. Bernhard Kohaupt 21. September 2013 in Berlin

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1 Barrierefrei im öffentlichen Raum Regelwerke Dipl.-Ing. Bernhard Kohaupt 21. September 2013 in Berlin 1 Copyright 2013 Nullbarriere Dipl.-Ing. Bernhard Kohaupt Frankfurt. Alle Rechte und gewerbliche Schutzrechte sind im alleinigen Eigentum von Nullbarriere Dipl.-Ing. B. Kohaupt. Alle Rechte sind vorbehalten, insbesondere das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Druck, Fotokopie, elektronische oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung von Nullbarriere Dipl.-Ing B. Kohaupt reproduziert werden. 2 1

2 Regelwerke und Normen 1998 DIN Teil1 Barrierefreies Bauen 2000 DIN Bodenindikatoren (alte Norm) 2002 DIN Zusatzeinrichtungen an Straßenverkehrssignalanlagen E DIN Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen und -anforderungen vorgelegt und wieder zurückgezogen - Hessischer Leitfaden Unbehinderte Mobilität - Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen RASt DIN Barrierefreies Bauen Planungsgrundlagen - Teil 1: öffentlich zugängliche Gebäude DIN Wohnungen - DIN Bodenindikatoren - Hinweise der FGSV Barrierefreie Verkehrsanlagen E DIN Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum 3 Rechtliche Grundlagen - UN Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) - im April 2009 in Deutschland in Kraft getreten Präambel e) soziale Definition von Behinderung: Behinderung als Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren (= Der Mensch wird behindert) v) voller Zugang für Menschen mit Behinderungen u.a. zur physischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwelt ist Bedingung um alle Menschenrechte und Grundfreiheiten genießen zu können Quelle: 4 2

3 Regelwerke und Normen Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen RASt 06 gibt allgemeine Vorgaben über Platzbedarf, berücksichtigt erstmalig auch Orientierung für Blinde (getrennte Querungsstelle) Richtlinien für Lichtsignalanlagen RiLSA 10 Vorgaben für Ampelphasen und die Zusatzausstattung für Blinde (akustische und taktile Signale) Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen EFA 02 gibt allgemeine Vorgaben über Platzbedarf und Borde Hinweise für barrierefreie Verkehrsanlagen HBVA Zusammenstellung der Anforderungen sowie aller konsensfähigen Standards 5 Regelwerke und Normen Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) Richtlinien für die Anlage von Landstraßen RAL 2012 Richtlinie für die Anlage von Autobahnen RAA Richtlinie für die Anlage von Rastanlagen RR Empfehlungen für Anlagen des öffentlichen Personennahverkehrs EAÖ Empfehlungen für Anlagen des ruhenden Verkehrs EAR Empfehlungen für die Straßenraumgestaltung innerhalb bebauter Gebiete ESG Empfehlungen für Radverkehrsanlagen ERA 6 3

4 Planungshilfen und -vorgaben Regeln und Standards der Verkehrsbetriebe, -verbünde und der DB Regeln für die Gestaltung der Haltestellen (corporate designe) Regelwerk der DB orientiert sich an DIN-Normen Technische Spezifikation für Interoperabilität (TSI) Bodenindikatoren, Rampen, Zugänge, Bahnsteigbreiten, Bahnübergänge, Toiletten... 7 Neu aufgenommen in der DIN Formulierung von Schutzzielen, die Maßstab für jede Baumaßnahme - auch im Bestand - sind Bedürfnissen von Menschen mit sensorischen Einschränkungen Anforderungen an Straßentunnel, Seilbahnen u.a., Ergänzungen bei Grünund Freizeitanlagen und dem Naturraum, Veränderungen gegenüber Gefälle von Rampen und Gehwegen, insbesondere Quergefälle Völlig neue Vorgaben für Querungsstellen, insbes. Empfehlung von differenzierter Bordhöhe mit Nullabsenkung Neustrukturierung der Begegnungs- und Bewegungsflächen 8 4

5 Allgemeine Planungsanforderungen Grundprinzipien a) Gewährleistung stufenloser Wegeverbindungen für Rollstuhl- und Rollatornutzer; b) einheitliche Gestaltung von Leitsystemen für blinde und sehbehinderte Menschen; c) sichere, taktil und visuell gut wahrnehmbare Abgrenzung verschiedener Funktionsbereiche (z. B. niveaugleiche Flächen für den Rad- und Fußgängerverkehr); d) erschütterungsarme, trittsichere und rutschfeste Oberflächenbeläge; e) visuell und taktil kontrastreiche Gestaltung von Hindernissen und Gefahrenstellen; f) Anwendung des Zwei-Sinne-Prinzips. 9 Raumbedarf nutzbare Gehwegbreite Mindestplatzbedarf von Menschen in Rollstühlen Situation Maß in m Breite zur Begegnung für den Richtungswechsel Breite in Durchgängen 1,80 1,50 1,50 0,

6 Raumbedarf Gehwege Lichte Höhe: min. 2,25 m Lichte Breite an Engstellen: Min. 0,90 m Länge der Engstelle max. 18 m Altenative: Einengung der Fahrbahn Verkehrsberuhigter Bereich 11 Überwindung von Höhenunterschieden Für Gehbehinderte: Aufzüge (störanfällig, Taster muss in Greifhöhe sein) Rampen bis 6 % (alle 6 m Zwischenpodest von 1,50 m erforderlich, Handläufe, Radabweiser) gemäß DIN Für Sehbehinderte/Blinde Treppen (oben Sturzgefahr, Noppenfeld erforderlich) Fahrtreppen (wenn sie nicht die Fahrtrichtung wechseln) Aufzüge (Führung zum Taster erforderlich) Rampen (Kollisionsgefahr mit Radfahrern; wenn steiler als 6 %: Sturzgefahr, Noppenfeld erforderlich) 12 6

7 Rampen und Treppen Ab 12 m Breite ist ein zusätzliches Geländer erforderlich Rampenneigung ca. 10 % 13 Längs- und Querneigung Längsneigung bis 3 % Längsneigung bis 10 m - bei Rampen bis 6 m bis 6 % Längsneigung Zwischenpodeste bis 3 % Querneigung bis 2 % Querneigung ohne Längsneigung bis 2,5 % Querneigung auf Rampen 0% 14 7

8 Rampen Braille-Beschriftung Rampe mit Geländer und Radabweiser, Noppenfeld oben mit unzureichendem optischen Kontrast Bad Vilbel 15 Aufzüge und Taster Taster müssen auffindbar sein 16 8

9 Hindernisse Quelle: Planungsleitfaden Offenbach Quelle: DIN Hindernisse müssen mit dem Langstock ertastet werden können... und optisch erkennbar sein, oder aus der Gehbahn gerückt werden. 17 9

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