Folgerating 2013 Basler Lebensversicherungs-AG

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1 Lebensversicherer Hamburg, Januar 2014

2 1 UNTERNEHMEN Telefon: Ludwig-Erhard-Straße 22 Telefax: Hamburg RATING Die (im Folgenden als BL AG abgekürzt) erfüllt die Qualitätsanforderungen der Versicherungsnehmer nach Ansicht der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur gut. Assekurata vergibt der BL AG hierfür das Rating A. Das Gesamtergebnis setzt sich aus folgenden Einzelergebnissen zusammen, die mit unterschiedlicher Gewichtung in die Bewertung eingehen: Die Teilqualitäten Gewicht [%] Sicherheit sehr gut 10 Erfolg gut 20 Gewinnbeteiligung/ Performance sehr gut 35 Kundenorientierung weitgehend gut 25 Wachstum/ Attraktivität im Markt noch zufriedenstellend 10

3 2 UNTERNEHMENSPORTRAIT Für einen Kunden sind neben dem Qualitätsurteil eine Reihe von Unternehmensmerkmalen entscheidend dafür, ob ein Versicherungsunternehmen der richtige Ansprechpartner ist. Geschäftsgebiet Das Geschäftsgebiet der BL AG ist satzungsgemäß das In- und Ausland. Neben dem Geschäftsgebiet Deutschland ist das Unternehmen über Niederlassungen in der Tschechischen und der Slowakischen Republik tätig. Kundengruppen Das Produktangebot der BL AG richtet sich hauptsächlich an Privatkunden. Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung bietet sie auch Direktversicherungen an. Geschäftsgegenstand Geschäftsgegenstand der BL AG ist der Abschluss von Lebens- und Rentenversicherungen einschließlich damit verbundener Zusatzversicherungen. Als Produkte werden darüber hinaus selbständige Pflegerenten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen angeboten. Zudem hat sich das Unternehmen auf fondsgebundene Versicherungen spezialisiert. Produkte des konventionellen Lebens- und Rentenversicherungsgeschäftes bietet die Gesellschaft auch weiterhin an, prüft derzeit jedoch Möglichkeiten einer Kooperation mit einem externen Risikoträger. Gemessen an den Versicherungssummen dominieren im Geschäftsmix der BL AG die Hauptversicherungen. Deren Anteil liegt 2012 bei 74 %. Zusatzversicherungen haben einen Anteil von 26 %. Im Bestand beträgt der Anteil der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen (inklusive Rentenversicherungen nach dem AltZertG) gemessen in laufenden Prämieneinnahmen 39%. Weitere wesentliche Anteile am Bestand haben mit circa 25 % die Einzel-Kapitallebensversicherungen und mit etwas über 26 % die Einzel-Rentenversicherungen inklusive des Riester-Geschäftes. Das Risikoversicherungsgeschäft, bestehend aus Risikolebensversicherung, selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung und Pflegerentenversicherung, ist mit einem Bestandsanteil von insgesamt 2,57 % (Vorjahreswert: 2,10 %) vergleichsweise gering ausgeprägt. Es gewinnt gemäß der strategischen Ausrichtung der Gesellschaft aber an Bedeutung. Die verbleibenden Geschäftsanteile nach laufenden Prämieneinnahmen entfallen auf die Zusatzversicherungen mit 4,1 % und die Kollektivversicherungen mit 3 %. Bei den Zusatzversicherungen dominieren die Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen mit einem Anteil von knapp 83 %.

4 3 Vertrieb Die BL AG betreibt ihr Geschäft über einen Vertriebswegemix. Über die fünf Vertriebswege Exklusivvertrieb, Assekuranz Herrmann, ZEUS, OVB und die maklermanagement.ag vertreibt die BL AG Produkte in den Segmenten Privat- und Gewerbekunden. Das über die 2007 gegründete maklermanagement.ag organisierte Maklergeschäft gewinnt stetig an Bedeutung und stellt 2012 gemessen am Neugeschäft den größten Vertriebsweg des Unternehmens dar. Konzernstruktur Die BL AG ist ein Versicherungsunternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Diese gehört zusammen mit der Deutscher Ring Sachversicherungs-AG zu je 100 % der Basler Versicherung Beteiligungen B.V. & Co. KG, die ihrerseits über die Bâloise Holding AG dem Bâloise Konzern zugehörig ist. Die BL AG hält knapp 85 % der Anteile der Deutscher Ring Beteiligungsholding GmbH und ist mit 55 % an der Deutscher Ring-Bausparkasse AG, sowie mit knapp 20 % an der Depfa Holding AG beteiligt. Die Deutscher Ring Beteiligungsholding GmbH ist zu jeweils 100 % an der DRMM Maklermanagement AG und an der ZEUS Vermittlungsgesellschaft mbh sowie zu 32,57 % an der OVB Holding AG beteiligt. Darüber hinaus unterhält die BL AG Niederlassungen in der Tschechischen und der Slowakischen Republik. Größe Gemessen an den gebuchten Bruttobeiträgen gehört die BL AG 2012 zu den 34 größten Lebensversicherungsunternehmen in Deutschland. Personal Im Jahr 2012 waren bei der BL AG insgesamt 704 Mitarbeiter sowie 16 Auszubildende im Innendienst tätig. Vorstand Jan De Meulder (Vorsitzender), Markus Jost, Dr. Jürg Schiltknecht, Dr. Alexander Tourneau, Dr. Christoph Wetzel Generalbevollmächtigter Klaus Trautmann Aufsichtsrat Dr. Martin Strobel (Vorsitzender)

5 4 SICHERHEIT Nach Ansicht von Assekurata weist die BL AG eine sehr gute Unternehmenssicherheit auf. Die Teilqualität Sicherheit dient der Beurteilung einer möglichen Existenzgefährdung eines Lebensversicherungsunternehmens. Im Vordergrund steht die Analyse der unternehmensspezifischen Risikolage sowie der Sicherheitsmittelausstattung zur Deckung von potenziellen Verlusten und Erfüllung der garantierten Leistungsversprechen. Darüber hinaus wird anhand von Szenariorechnungen eine Einschätzung der Risikotragfähigkeit vorgenommen. Schließlich ist eine Beurteilung des Risikomanagements Gegenstand der Prüfung. Sicherheitsmittel in diesem Sinne sind das Eigenkapital und die sogenannte freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (freie RfB). Letztere ist zur Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer bestimmt, kann mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde jedoch auch zur Abwendung eines Notstandes herangezogen werden, um somit die Ansprüche der Versicherungsnehmer zu sichern. Die Sicherheitsmittelausstattung der BL AG zeigt folgende Entwicklung: Sicherheitskapitalquote* Basler Leben AG 8,17 7,02 7,59 6,88 6,87 Markt 8,92 8,76 8,48 8,34 7,96 * [Eigenkapital unter Abzug der nicht eingeforderten ausstehenden Einlagen + Genussrechtskapital mit EK-Charakter + nachrangige Verbindlichkeiten + freie RfB] in % [Deckungsrückstellung ohne FLV und Ansammlungsguthaben] Nachdem die Sicherheitsmittel der BL AG 2011 abgeschmolzen sind, werden diese 2012 analog zur Ausweitung des Geschäftsvolumens wieder leicht gestärkt. Korrespondierend hierzu stagniert die Sicherheitsmittel-Quote der BL AG 2012 auf Vorjahresniveau. Bei der Interpretation der weiterhin im Marktvergleich unterdurchschnittlichen Sicherheitsmittelausstattung ist die Stärkung der Zinssicherheit zu berücksichtigen. So hat die BL AG abweichend zum Markt 2010 und 2012 im Bestand der Renten eine zusätzliche Reserve gestellt, die das Garantiezinsrisiko begrenzt und sich in der Sicherheitsmittel-Quote mindernd auswirkt. Nach Informationen des Managements wird das Unternehmen 2013 die Garantiezinsrisiken weiter eingrenzen, indem sie über die gesetzlichen Anforderungen hinaus eine weitere zusätzliche Reserve stellt. Diese von der BL AG durchgeführten Maßnahmen tragen insbesondere angesichts der derzeit anhaltenden Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten zu einer Stärkung der Sicherheitslage bei. Darüber hinaus ist unter Sicherheitsaspekten auch die Zugehörigkeit der BL AG zum Bâloise Konzern zu berücksichtigen. Assekurata prüft mittels eines Value-at-Risk-Ansatzes vor allem auch die Kapitalanlagerisiken, die für Lebensversicherungsgesellschaften von elementarer Bedeutung sind. Auf Basis historischer Volatilitäts- und Korrelationsdaten dieser Anlageklassen wird jener Verlust aus den Kapitalanlagen errechnet,

6 5 der mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,5 % innerhalb eines Jahres nicht übertroffen wird. Dabei werden Diversifikationseffekte mit einbezogen. Die so ermittelte Risikoanforderung wird mit den vorhandenen Eigenmitteln abgeglichen. Der auf diese Weise für 2012 berechnete Deckungsgrad der BL AG liegt auf einem exzellenten Niveau. Darüber hinaus prüft Assekurata auch qualitativ die Ausrichtung des Enterprise Risk Managements von Versicherungen. Bei der BL AG ist hier vor allem die sehr frühzeitige Absicherung gegen dauerhaft niedrige Zinsen und die Einbindung in die Risikomanagementsysteme des Schweizer Mutterhauses herauszustellen. So muss die Gesellschaft beispielsweise jetzt schon die vergleichsweise strengen Anforderungen des Swiss-Solvency-Tests erfüllen, weswegen die BL AG weiterhin besonders gut auf die zukünftigen Anforderungen aus Solvency II vorbereitet ist.

7 6 ERFOLG Die Erfolgslage der BL AG ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach Ansicht von Assekurata als gut einzustufen. Der Gewinn eines Lebensversicherungsunternehmens setzt sich aus verschiedenen Erfolgskomponenten zusammen. So tragen neben Kosten- und Risikogewinnen vor allem die Erträge aus der Kapitalanlage zur Erfolgsentstehung bei. Als geeignete Messgröße für die Gesamterfolgssituation zieht Assekurata den Rohüberschuss heran. Er stellt den bilanziellen Jahresüberschuss vor Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer dar. Als Konsequenz aus den niedrigen Kapitalmarktzinsen verpflichtet der Gesetzgeber die Lebensversicherer, eine Zinszusatzreserve zu bilden. Diese dient dazu, die Garantieansprüche der Bestandskunden zu sichern. Analog der Garantieverzinsung fließt die Zinszusatzreserve direkt in die Deckungsrückstellung. Der Aufwand belastet die Rohüberschüsse führten die Unternehmen diesem Reservetopf erstmalig insgesamt 1,5 Mrd. zu mussten in der Branche weitere rund 5,0 Mrd. bereitgestellt werden. Wie stark ein einzelnes Unternehmen von der Zinszusatzreserve betroffen ist, hängt von der individuellen Bestandszusammensetzung ab. Rohüberschuss in % der Kundenguthaben* Basler Leben AG 0,74 1,23 1,62 0,55 1,22 Markt 1,44 2,15 2,15 1,85 1,68 in % Umsatz** Basler Leben AG 6,95 11,32 13,89 5,39 10,35 Markt 10,27 14,25 13,85 12,61 11,36 * [Deckungsrückstellung ohne FLV + Ansammlungsguthaben] ** [gebuchte Bruttobeiträge abzgl. FLV Beiträge + Nettoerträge aus der Kapitalanlage] Nachdem der Rohüberschuss der BL AG aufgrund einer konservativen Abschreibungspolitik der Gesellschaft 2011 zurückging, steigt dieser 2012 auf 74,6 Mio. (Vorjahr 32,8 Mio. ) an. Korrespondierend zu dieser Entwicklung rücken die Rohüberschussquoten des Unternehmens 2012 wieder deutlich an das Marktniveau heran. In den unverändert marktunterdurchschnittlichen Rohüberschussquoten spiegelt sich sowohl die nach gesetzlichen Vorgaben zu bildende Zinszusatzreserve als auch die freiwillige Reservebildung (siehe auch Erläuterungen unter Sicherheit) wider. Unter Berücksichtigung beider Reservestellungen zeigt sich bei der BL AG mit einer Umsatzrendite von 18,25 % ein im Marktvergleich (Markt: 16,61 %) hoher Rohüberschuss. Zur Beurteilung des Kapitalanlageerfolges stellt die Nettoverzinsung aus den Kapitalanlagen eine wichtige Größe dar, die allerdings durch bilanzpolitische Maßnahmen des Versicherers beeinflusst

8 7 sein kann. Assekurata untersucht daher im Rating weitere Kapitalanlagekennziffern, um die Nachhaltigkeit des Erfolgsausweises zu überprüfen. Nettoverzinsung der Kapitalanlagen [%] Basler Leben AG 3,27 3,77 4,62 3,48 5,45 Markt 3,54 4,20 4,28 4,13 4,60 Korrespondierend zu einer konservativen Ab- und Zuschreibungspolitik zeigt die Nettoverzinsung der BL AG im Marktvergleich eine volatile Entwicklung. So verzichtet das Unternehmen entgegen dem Markttrend im Wesentlichen auf die Bilanzierungshilfe nach 341b Abs. 2 HGB und nimmt entsprechend der Marktwertveränderungen in der Kapitalanlage eine zeitnahe Ab- bzw. Zuschreibung vor. Insofern ist ein Marktvergleich in der einjährigen Betrachtung nur bedingt aussagekräftig. Im Fünfjahresdurchschnitt liegt die ausgewiesene Nettoverzinsung der BL AG mit 4,12 % auf einem marktüblichen Niveau. (Markt: 4,15 %). Gleiches gilt auch bei der als Indikator für eine nachhaltige Erzielung von Kapitalanlageerträgen herangezogenen laufenden Durchschnittsverzinsung. Hier erreicht die BL AG im Fünfjahresdurchschnitt einen Wert von 4,27 % (Markt: 4,23 %). Anhand der Betriebskosten, bestehend aus Verwaltungs- und Abschlussaufwendungen, wird der wirtschaftliche Umgang mit den zur Verfügung stehenden Mitteln betrachtet. Betriebskosten Abschlusskostenquote* Basler Leben AG 6,43 6,33 6,24 6,17 6,06 Markt 4,73 5,05 4,98 4,98 4,90 Verwaltungskostenquote** Basler Leben AG 3,59 3,50 3,49 3,12 3,19 Markt 2,71 2,52 2,29 2,35 2,35 * [Abschlussaufwendungen in % Beitragssumme Neugeschäft] ** [Verwaltungsaufwendungen in % der gebuchten Bruttobeiträge] Wenngleich die BL AG ihre Abschlusskostenquote im Zeitablauf kontinuierlich senken konnte, liegt diese, wie auch die Verwaltungskostenquote, weiterhin auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Hierauf will die Gesellschaft in den kommenden Jahren mit einem stringenten Kosteneinsparungsprogramm reagieren. Die künftige Erfolgssituation der BL AG ist in hohem Maße abhängig von der Entwicklung des Lebensversicherungsmarkts, der versicherungstechnischen Erträge im engeren Sinn sowie von der Entwicklung an den Kapitalmärkten. Nach Auffassung von Assekurata verfügt die BL AG gerade bei den versicherungstechnischen Erträgen im engeren Sinn weiterhin über gute Erfolgsaussichten. In der

9 8 Kapitalanlage schätzt Assekurata die Aussichten sehr gut ein, wobei insbesondere die zeitnahe Zuund Abschreibungspolitik sowie der Erwerb von Kapitalanlageinstrumenten, die die BL AG gegen eine dauerhafte Niedrigzinsphase schützen, positiv hervorzuheben sind.

10 9 GEWINNBETEILIGUNG/PERFORMANCE Assekurata bewertet die Teilqualität Gewinnbeteiligung/Performance der BL AG mit sehr gut. Dieses Ergebnis beruht auf einer sehr guten Einstufung der Gewinnbeteiligung im konventionellen Geschäft sowie einer ergänzenden Analyse zur Performance des fondsgebundenen Geschäftes, welches Assekurata mit gut bewertet. Die Gewinnbeteiligung stellt aus Kundensicht ein zentrales Qualitätsmerkmal dar, weil sie die Höhe der Ablaufleistungen bzw. die zu zahlenden Nettoprämien bestimmt. Zur Beurteilung der Gewinnbeteiligung eines Lebensversicherers bedarf es einer Analyse der drei bestimmenden Gewinnbeteiligungskriterien: Höhe, Stabilität und Zeitnähe. Diese drei Bestimmungsgrößen stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander, so dass die positive Ausprägung eines Merkmals oftmals zu einer geringeren Ausprägung bei einem anderen Kriterium führt. Höhe der Gewinnbeteiligung Die Höhe drückt sich in dem an die Versicherungsnehmer ausgeschütteten Rohüberschuss aus. Außerdem ist von Interesse, in welchem Umfang die Versicherungsnehmer an den erwirtschafteten Gewinnen beteiligt werden. Darüber hinaus werden für bestimmte Vertragstypen die Vergangenheitsrenditen betrachtet und die jährlichen Gewinnbeteiligungssätze in die Betrachtung einbezogen. An VN ausgeschütteter Rohüberschuss in % gesamter Rohüberschuss Basler Leben AG 94,86 92,89 92,61 90,77 93,92 Markt 87,73 91,27 89,54 87,45 87,27 in % Kundenguthaben* Basler Leben AG 0,70 1,14 1,50 0,50 1,14 Markt 1,26 1,96 1,93 1,62 1,47 * [Deckungsrückstellung ohne FLV + Ansammlungsguthaben] Die BL AG beteiligt ihre Kunden unverändert überdurchschnittlich am erzielten Rohüberschuss. Gemessen an der Bestandsrendite, die 2012 wieder deutlich auf 1,14 % gestiegen ist, kann die Gesellschaft jedoch das Marktniveau weiterhin nicht erreichen. Dagegen zeigt sich 2012 unter Berücksichtigung der den Kunden zugeflossenen Mitteln aus der zu bildenden Zinszusatzreserve sowie der vom Unternehmen freiwillig gebildeten Reserve mit 2,88 % eine im Marktvergleich (Markt: 2,44 %) überdurchschnittlich hohe Bestandsrendite. Speziell für die kapitalbildenden Tarife untersucht Assekurata zur Bewertung der Höhe der Gewinnbeteiligung die Vergangenheitsrenditen unterschiedlicher Versicherungsverträge. Im Rahmen dieser Untersuchung erzielt die BL AG marktunterdurchschnittliche Werte. Auch die prognostizierten Ablauflaufrenditen auf Basis der aktuellen Überschusssätze können das Marktniveau nicht erreichen.

11 10 Für das Geschäftsjahr 2013 hatte die BL AG ihre laufende Verzinsung von 4,00 % auf 3,50 % (Markt: 3,61 %) abgesenkt und folgte damit der Mehrheit der übrigen Marktteilnehmer, die ihre Neugeschäftsdeklaration ebenfalls reduzierten. Stabilität der Gewinnbeteiligung Die deklarierten Gewinnbeteiligungssätze sind von der jeweiligen Ertragslage abhängig und können daher im Zeitverlauf Schwankungen unterliegen. Lebensversicherer verfügen allerdings in der Regel über Mittel, mit denen sie Ertragsschwankungen für ihre Kunden ausgleichen können. Zur Stabilisierung der Gewinnbeteiligung können Lebensversicherungsunternehmen die disponiblen Teile der RfB und die Bewertungsreserven in der Kapitalanlage einsetzen. Diese Stabilisierungsmittel aus der disponiblen RfB zeigen bezogen auf den Wert der Gewinnbeteiligung des aktuellen Geschäftsjahres bei der BL AG folgendes Bild: Stabilisierungspotenzial aus der RfB* Basler Leben AG 171,86 142,16 256,41 293,88 434,37 Markt 179,53 166,86 170,01 180,16 174,04 * Disponible RfB (ohne Schlussüberschussanteilsfonds) in % Gewinnbeteiligung des Geschäftsjahres inkl. Direktgutschrift und auf 0 begrenzte Veränderung des Schlussüberschussanteilfonds. Die BL AG baut ihre Stabilisierungspotenziale aus der RfB kontinuierlich aus. Insbesondere in den vergangenen drei Jahren steigen die zur Stabilisierung der Gewinnbeteiligung vorhandenen Mittel spürbar an. Mit einem Wert von 434 % wäre die BL AG in der Lage, ihr derzeitiges Überschussniveau für mehr als vier Jahre aus diesen Stabilisierungsmitteln zu finanzieren. Der Markt kommt hier mit 174 % lediglich auf ein Niveau von unter zwei Jahren. Neben diesen Passivreserven stehen dem Unternehmen zusätzliche Reserven aus der Kapitalanlage zur Verfügung. Diese als weniger werthaltig geltenden Stabilisierungsmittel konnte die BL AG 2012 deutlich ausweiten. Angesichts des schwierigen Marktumfeldes sind hohe Stabilisierungspotenziale in der Gewinnbeteiligung als sehr positiv einzuschätzen. Zeitnähe der Gewinnbeteiligung Die Zeitnähe der Gewinnbeteiligung als weiteres Beurteilungskriterium in der Teilqualität Gewinnbeteiligung bewertet Assekurata bei der BL AG unverändert mit gut. Dies begründet sich durch eine nur leicht marktüberdurchschnittliche Betonung der Schlussüberschüsse sowie marktkonformer Rückkaufswertregelungen. Zudem folgt die BL AG dem Markttrend und gewährt keine Zinsdirektgutschrift mehr. Die vom Unternehmen vorgenommene Maßnahme zur Sicherung der garantierten Kundenansprüche ist unter dem Aspekt der Gewinnbeteiligungssteuerung positiv zu sehen.

12 11 Fondsqualität Assekurata beurteilt die Fondsqualität anhand eines detaillierten Kennzahlenkataloges, in dem sich die für den Kunden wesentlichen Eigenschaften seines Fondsinvestments widerspiegeln. Für jeden bewertungsrelevanten Einzelfonds kommen Kennzahlen zu Rendite, Risiko, Marktreagibilität und Risikoentlohnung zur Anwendung, die zusätzlich nach unterschiedlichen Betrachtungszeiträumen differenziert werden. Die Einzelurteile der Fonds werden anhand des investierten Versichertenguthabens jeweils einmal für die Fonds aus dem Bestand und aus dem Neugeschäft aggregiert. Für die Fonds des Bestands ergibt sich insgesamt ein weitgehend gutes Urteil, während den im Neugeschäft dominierenden Fonds insgesamt eine sehr gute Qualität zu attestieren ist. Hier profitiert die BL AG insbesondere von der exzellenten Bewertung des DWS Garant 80 FPI, der aufgrund seiner Eigenschaft als Wertsicherungsfonds in den Dreitopfhybriden über einen hohen Anteil der Fondszuflüsse verfügt. Insgesamt wird die Fondsqualität der BL AG daher mit gut bewertet. Produkt- und Fondskosten Die Kostenbelastung ist neben der Fondsqualität ein wichtiger Faktor für die Renditeerwartungen aus fondsgebundenen Produkten. Im kundenorientierten Ratingansatz von Assekurata stellt ein geringes Kostenniveau ein Qualitätsmerkmal für das fondsgebundene Geschäft dar. Im Rahmen der Kostenanalyse wendet Assekurata einen Effektivkostenansatz auf Basis der so genannten Reduction in Yield (RIY) an. Diese Kennzahl beziffert die jährliche Renditeminderung durch die in einer fondsgebundenen Versicherung enthaltenen Kosten. Bei der zugrunde gelegten Berechnungsmethodik berücksichtigt Assekurata neben den auf Versicherungsebene anfallenden Kosten (Abschluss-, Verwaltungs-, Risiko- und sonstige Kosten) auch die Kosten auf Ebene der Fondsanlage (größtenteils Verwaltungskosten), die aus Vergleichbarkeitsmotiven über die Total Expense Ratio (TER) eines Fonds abgebildet werden. Im Ergebnis wird der Renditeunterschied der prognostizierten Gesamtperformance zur Netto-Beitragsrendite ersichtlich, die in einem Versicherungsvertrag nach Abzug der Vertrags- und Kapitalanlagekosten verbleibt. Grundlage für die Kostenanalyse im Rating der BL AG waren Daten unterschiedlicher Musterverträge. Im Ergebnis zeigt sich eine unterdurchschnittliche Kostenbelastung auf Versicherungsproduktebene. Die Kostenbelastungen aller abgefragten Musterverträge liegen unterhalb des Medians, so dass die BL AG insgesamt auf Versicherungsebene eine gute Kostenposition erreicht. Auf der Ebene der Fondskosten liegt das Unternehmen mit einer volumengewichteten durchschnittlichen TER von 1,51 % leicht unterhalb des Marktniveaus und erhält ein gutes Urteil. Finanztechnische Ausgestaltung Die finanztechnische Güte eines fondsgebundenen Produktes bemisst sich insbesondere danach, wie der Anbieter bei der Auswahl, Darstellung und Qualitätssicherung der einzelnen Fonds vorgeht. Von ebenfalls großer Relevanz ist in dieser Hinsicht, welcher Grad an Flexibilität den Kunden bei der

13 12 Fondsanlage zur Verfügung steht und auf welche Möglichkeiten des Ablaufmanagements sie zurückgreifen können. Über die Marke Basler bietet die BL AG ihren Kunden für die im Neugeschäft dominierenden Tarife die Auswahl zwischen 32 verschiedenen Fonds, wobei Aktienfonds dominieren, so dass Kunden adäquate Auswahlmöglichkeiten innerhalb dieser Asset-Klasse haben. Limitiert werden die Wahlmöglichkeiten durch das Fehlen von Geldmarkt- und Immobilienfonds. Das über die Marke MONEXMAXX angebotene Spektrum mit seinen mehr als 100 Fonds ermöglicht eine breitere Auswahl. Zur Qualitätssicherung im Fondsbereich verfügt die BL AG aktuell über einen guten und detaillierten Auswahlprozess bei der Einbindung neuer Fonds, welcher durch ein systematisches laufendes Fondscontrolling ergänzt wird. Versicherungstechnische Ausgestaltung Die Qualität der versicherungstechnischen Ausgestaltung bestimmt sich wesentlich durch die darin enthaltenen Garantien und versicherungstechnischen Optionen. In der Gesamtbetrachtung erreicht die BL AG in dieser Bewertungskategorie ein sehr gutes Niveau. Die BL AG verfügt im fondsgebundenen Bereich über ein bedarfsgerechtes Produktspektrum mit modernen Garantiekonzepten. Zudem stehen die Produkte, durch die monatlichen Mindestbeiträge von 10 bis 25, einem weiten Personenkreis offen. Durch das breite Angebot an versicherungstechnischen Optionen ergibt sich für die Versicherungsnehmer eine hohe Flexibilität. Hier ist insbesondere die flexible Auszahlungsphase bei Produkten aus der dritten Schicht der Altersvorsorge hervorzuheben, die es den Kunden ermöglicht, die Vertragsleistungen individuell an die jeweilige Lebens- und Steuersituation anzupassen. Mit der großen Flexibilität durch die vielfältigen versicherungstechnischen Optionen gehen relativ hohe Gebühren einher, die je nach Ausübung fällig werden. Diese durch den Kunden individuell verursachten Gebühren korrespondieren andererseits mit der vergleichsweise geringen Kostenbelastung auf Versicherungsproduktebene.

14 13 KUNDENORIENTIERUNG Die BL AG zeichnet sich nach Ansicht von Assekurata durch eine weitgehend gute Kundenorientierung aus. In der turnusmäßig durchgeführten Kundenbefragung erzielt die Gesellschaft im Gesamtergebnis eine voll zufriedenstellende Bewertung. Die BL AG legt in ihrer Personalpolitik Wert auf eine hohe fachliche Kompetenz ihrer Mitarbeiter. Dabei hält ein umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot den Qualifikationsstand der Mitarbeiter auf hohem Niveau. Um kontinuierlich den wachsenden Kunden- und Marktanforderungen gerecht zu werden, umfassen die Bildungsangebote neben versicherungsspezifischen Fachseminaren auch Workshops zur Steigerung der Kundenorientierung, beispielsweise in Form von Kommunikationsschulungen. Die Kunden der BL AG können ihre telefonischen Anfragen täglich zwischen 8:00 Uhr und 18:00 Uhr im internen Servicecenter an ausgebildete Versicherungskaufleute bzw. Versicherungsfachleute richten. Dabei kann im Bedarfsfall auch ein individuell terminierter Rückruf abgestimmt werden. Die BL AG verfolgt das Ziel, Kundenanrufe zu 80 % fallabschließend zu bearbeiten, was ihr derzeit auch gelingt. Zudem legt die BL AG einen hohen Stellenwert auf die Qualität und Schnelligkeit der Prozesse. Beispielsweise beträgt die durchschnittliche Policierungsdauer (Antragserstellung bis zur Versendung der Police) bei sogenannten glatten Anträge (Anträge, bei denen keine Verzögerung durch Dritte auftreten) in allen relevanten Produktsegmenten circa zwei Tage. Der Durchschnitt der von Assekurata gerateten Lebensversicherer benötigt circa drei bis vier Tage. Erfolge der hohen Serviceorientierung lassen sich auch im gesunkenen Beschwerdeaufkommen ablesen, deren Ursachen oftmals im Zusammenhang mit dem Kundenservice stehen. Während im Jahr 2008 noch 34 Beschwerden auf Verträge kamen, sind dies im Jahr 2012 nur noch 16. Im Rahmen der Neuausrichtung ihrer Unternehmensstrategie hat die BL AG auch ihre Produktstrategie angepasst. Die BL AG will sich künftig als Spezialist für Biometrie der Schutz gegen Risiken wie Berufsunfähigkeit, Todesfall oder Pflege, Fondspolicen mit marktkonformen Garantien und standardisierte bav-produkte aufstellen. Hierbei differenziert sich die BL AG im Markt über innovative und flexible Leistungskombinationen. Beispielsweise kann die Berufsunfähigkeitsversicherung um weitere Module, wie eine Pflegeversicherung, erweitert werden. Durch das Bausteinkonzept besteht die Möglichkeit, Haupt- und Zusatzversicherungen variabel abzubilden. Insgesamt kann das Unternehmen durch die breite Aufstellung des Produktportfolios den Endkunden möglichst passgenaue, mit einem hohen Service und Flexibilität verbundene Versicherungslösungen anbieten.

15 14 WACHSTUM/ATTRAKTIVITÄT IM MARKT Das Wachstum bzw. die Attraktivität im Markt der BL AG bewertet Assekurata mit noch zufriedenstellend. In dieser Teilqualität geht es um die Beurteilung der Attraktivität eines Versicherers aus Kundensicht. Wachstumskennzahlen sind hierzu in der Regel eine geeignete Messgröße, da eine hohe Marktattraktivität, z.b. aufgrund eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses, häufig zu hohem Wachstum führt. Die rein quantitative Betrachtung anhand der Bruttoprämien und der Versicherungssummen wird um eine Untersuchung zur Wachstumsqualität erweitert. Hierbei geben Stornoquoten und das Abgangs- Zugangs-Verhältnis Auskunft über die Nachhaltigkeit des Wachstums. Die zukünftigen Wachstumschancen werden anhand relevanter Einflussfaktoren für das Wachstum analysiert. Quantitatives Wachstum Zuwachsraten Bruttoprämien in % Basler Leben AG 0,04-1,30 0,62-0,56-4,76 Markt 1,48 6,98 7,36-4,81 1,11 Zuwachsrate Versicherungssumme in % Basler Leben AG 0,39-2,21-0,80 0,20-0,01 Markt 2,01 1,54 2,11 2,77 3,03 Die Wachstumslage der BL AG ist 2012 von einem sich weiter abschwächenden Bestandswachstum bestimmt. Sämtliche zur Bewertung herangezogenen Bestandwachstumskennzahlen entfernen sich in ihrer unterdurchschnittlichen Positionierung weiter vom Markt. So setzt sich gemessen an den gebuchten Bruttoprämien der 2011 erkennbare Bestandsabrieb entgegen der Marktentwicklung bei der Gesellschaft auch 2012 weiter fort. Wenngleich sich gemessen an der Versicherungssumme 2012 eine ausgeglichene Bestandsentwicklung zeigt, entfernt sich das Unternehmen auch anhand dieser Kennzahl weiter vom Markt, der hier sein Bestandswachstum ausweiten kann. Bei der Interpretation der Kennzahlen zum Bestandswachstum ist zu berücksichtigen, dass sich die BL AG im Marktvergleich lediglich in einem geringen Ausmaß im Einmalbeitragsgeschäft engagiert. Dies spiegelt sich anhand der Einmalbeiträge gemessen an den gebuchten Bruttoprämien wider, die mit 11,59 % den Marktwert von 27,04 % deutlich unterschreitet. Noch deutlicher zeigt sich das geringe Engagement gemessen an der Beitragssumme Neugeschäft. Hier übersteigt der Anteil des Einmalbeitragsgeschäftes im Markt mit 13,70 % den der BL AG mit 4,94 % um mehr als das 2,7-fache. Der sich in den vergangenen Jahren abzeichnende Positivtrend bei der Neugeschäftsentwicklung setzt sich 2012 nicht fort. So sinkt die in den Jahren kontinuierlich von 6,25 % auf 7,54 %

16 15 gestiegene Bruttoneugeschäftsquote der BL AG nach Versicherungssumme 2012 auf 7,15 %. Im Markt stagniert diese Wachstumskennzahl mit 9,11 % auf Vorjahresniveau. Wachstumsnachhaltigkeit Gesamter Abgang zu gesamtem Zugang nach lfd. Jahresbeitrag in % Basler Leben AG 99,63 150,18 138,24 129,57 126,98 Markt 100,13 137,58 106,21 93,08 91,70 Stornoquote in % Basler Leben AG 8,04 9,20 8,27 7,48 7,30 Markt 5,55 6,08 5,38 5,12 5,12 Die Bestandsfestigkeit beim Wachstum der BL AG ist unverändert durch eine hohe Stornoquote belastet. Hier zeigt sich in den vergangenen Jahren bei der Gesellschaft zwar ein abnehmender Trend, dieser führt aber nicht zu einer signifikant verbesserten Marktpositionierung, da die Wettbewerber ebenfalls rückläufige Stornoquoten aufweisen. Auch das Abgangs-Zugangs-Verhältnis ist bei der BL AG rückläufig. Die Entwicklung schreitet beim Unternehmen jedoch weniger stark voran als bei den Wettbewerbern. Gute Wachstumspotenziale, die sich aus der Wettbewerbsposition der angebotenen Produkte ableiten, zeigen sich bei der BL AG insbesondere im Bereich der kapitalmarktnahen Produkte sowie den Produkten zur Absicherung biometrischer Risiken. In beiden Geschäftsfeldern möchte sich die BL AG über innovative Produkte mit flexiblen auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Bausteinen besser im Markt positionieren. Das konventionelle Lebens- und Rentenversicherungsgeschäft, welches bereits in der Vergangenheit an Bedeutung eingebüßt hatte, bietet das Unternehmen weiterhin an. Die Gesellschaft prüft derzeit jedoch Möglichkeiten, dieses zukünftig über eine Kooperation mit einem externen Risikoträger zu vertreiben. Insgesamt sieht Assekurata durch die breite Aufstellung des Vertriebs mit unterschiedlichen Vertriebswegen weiterhin einen Wettbewerbsvorteil. Mit dem neu gegründeten Exklusivvertrieb verfügt die Gesellschaft über 600 hauptberufliche Vertriebsmitarbeiter. Auf dem Maklervertriebsweg konnte die BL AG über die maklermanagement.ag ihr Potenzial weiter ausbauen. Die Wachstumsmöglichkeiten über den Vertriebsweg OVB schätzt Assekurata aufgrund der Mehrheitsverhältnisse anderer an der OVB beteiligten Versicherungsunternehmen sowie dem insgesamt bei der OVB erkennbaren Rückgang beim Deutschlandgeschäft weiterhin zurückhaltend ein.

17 16 RATINGMETHODIK UND RATINGVERGABE Methodik Beim Assekurata-Rating handelt es sich um eine Beurteilung, der sich die Versicherungsunternehmen freiwillig unterziehen. Die Bewertung basiert in hohem Maße auf vertraulichen Unternehmensinformationen und nicht nur auf veröffentlichtem Datenmaterial. Das Gesamtrating ergibt sich durch Zusammenfassung der Einzelergebnisse von fünf Teilqualitäten, die aus Kundensicht zentrale Qualitätsanforderungen an ein Versicherungsunternehmen darstellen. Für Lebensversicherer handelt es sich dabei im Einzelnen um: Unternehmenssicherheit Wie sicher ist die Existenz des Versicherers? Erfolg Wie erfolgreich wirtschaftet der Versicherer mit den Kundengeldern? Gewinnbeteiligung/Performance Wie hoch, stabil, zeitnah und ambitioniert ist die Gewinnbeteiligung der Versicherungsnehmer? Wie kundenfreundlich sind die fondsgebundenen Versicherungsprodukte gestaltet und wie hoch ist die Performance der dahinter liegenden Investmentanlage? Kundenorientierung Welchen Service bietet der Versicherer den Kunden? Wachstum/Attraktivität im Markt Wie attraktiv ist der Versicherer aus Sicht der Verbraucher? Geprüft werden die Teilqualitäten anhand umfangreicher Informationen. Hierzu gehören eine systematische und detaillierte Kennzahlenanalyse auf Basis der internen und externen Rechnungslegung. Ausführliche Interviews mit den Mitgliedern des Vorstands der Gesellschaft und eine empirische Kundenbefragung für die Ermittlung der Kundenzufriedenheit und der Kundenbindung runden das Rating ab. Zu diesem Zweck wird eine Zufallsstichprobe gezogen, aus der 800 Kunden von einem professionellen Marktforschungsinstitut befragt werden. Die Zufriedenheit der Kunden wird in unterschiedlichen Detaillierungsgraden gemessen. Einerseits befragt Assekurata die Kunden nach ihrer allgemeinen Zufriedenheit mit dem Unternehmen, andererseits erfassen die Rating-Analysten die Zufriedenheit in Bezug auf spezielle Bereiche. Sowohl die Kundenzufriedenheit als auch die Kundenbindung fließen in Form von Indices in das Gesamturteil der Kundenbefragung ein.

18 17 Gesamturteil Die einzeln bewerteten Teilqualitäten werden abschließend mittels des Assekurata-Ratingmodells zu einem Gesamturteil zusammengefasst. Hierbei werden unterschiedliche Gewichtungen zugrunde gelegt (vgl. nachfolgende Tabelle). Das Ratingteam fasst die Ergebnisse der Teilqualitäten in einem Ratingbericht zusammen und legt diesen dem Ratingkomitee als Ratingvorschlag vor. Teilqualität Sicherheit Erfolg Gewinnbeteiligung/ Performance Kundenorientierung Wachstum/ Attraktivität im Markt Gewichtung [%] Die Teilqualität Sicherheit erhält bei Ratings von Lebensversicherern ein vergleichsweise geringes Gewicht. Dieses erklärt sich aus der engen Verbindung zu den höher gewichteten Teilqualitäten Gewinnbeteiligung/Performance und Erfolg, in denen Erfolgsrisiken, die in der Lebensversicherung eine besondere Bedeutung haben, eingehend analysiert und bewertet werden. Sie dienen als Frühwarnindikatoren für Sicherheitsrisiken und den potenziellen Einsatz von Sicherheitsmitteln im Verlustfall. Die Gewichtungsfaktoren der Teilqualitäten Gewinnbeteiligung/Performance und Erfolg sind wechselseitig dynamisch. Ab einem Bestandsanteil des fondsgebundenen Lebensversicherungsgeschäfts von mehr als 25 % steigt das Gewicht der Teilqualität Gewinnbeteiligung/Performance schrittweise an, während sich das der Teilqualität Erfolg im Gegenzug reduziert. Diese Vorgehensweise geht darauf zurück, dass bei der fondsgebundenen Lebensversicherung das Sparkapital in Fonds auf Rechnung und Risiko der Versicherungsnehmer angelegt wird. Die Erfolgslage des Versicherers hat hier für das Versichertenkollektiv eine deutlich geringere Bedeutung als in der klassischen Lebensversicherung. Die aus Kundensicht relevanten Qualitätsaspekte für das fondsgebundene Geschäft eines Anbieters werden, sofern der Bestandsanteil 25 % übersteigt, einer speziellen Prüfung in der Teilqualität Gewinnbeteiligung/Performance unterzogen. Sie gehen über den variablen Gewichtungsfaktor der Teilqualität mit einem ihrer Bestandsbedeutung angemessenen Gewicht in das Gesamturteil ein. Unabhängig von den Gewichtungsfaktoren erfahren die Ergebnisse der Kundenorientierung und Sicherheit eine besondere Bedeutung. Falls eines dieser Kriterien schlechter als noch zufriedenstellend ausfällt, wird das Gesamtrating auf diesen Wert herabgestuft (sogenannter Durchschlageffekt).

19 18 Ratingkomitee Das Assekurata-Rating ist ein Expertenurteil. Die Ratingvergabe erfolgt durch das Ratingkomitee. Es setzt sich aus den beteiligten Analysten, dem Geschäftsführer Analyse der Assekurata und externen Experten zusammen. Das Ratingkomitee prüft und diskutiert den Vorschlag. Das endgültige Rating muss mit Einstimmigkeit beschlossen werden. Ratingvergabe Das auf Basis des Assekurata-Ratingmodells einstimmig beschlossene Rating führt zu einer Positionierung des Versicherungsunternehmens innerhalb der Assekurata-Ratingskala. Diese unterscheidet elf Qualitätsurteile von A++ (exzellent) bis D (mangelhaft). Assekurata stellt mit einem Rating keine Bewertungsrangfolge auf. A++ A+ A A- B+ B B- C+ C C- D exzellent sehr gut gut weitgehend gut voll zufriedenstellend zufriedenstellend noch zufriedenstellend schwach sehr schwach extrem schwach mangelhaft Die einzelnen Qualitätsklassen können einfach, mehrfach oder nicht besetzt sein. Hierbei können die Versicherungsunternehmen innerhalb der Bandbreite der Qualitätsklassen unterschiedlich positioniert sein. Beispielsweise kann ein Versicherer mit sehr gut (A+) bewertet sein und sich an der Grenze zu exzellent (A++) befinden, während ein anderer ebenfalls mit A+ bewerteter Versicherer an der Grenze zu gut (A) liegen kann. Dies gilt auch für die Bewertung der einzelnen Teilqualitäten.

20 19 WICHTIGE HINWEISE HAFTUNGSAUSSCHLUSS Als Leitender Rating-Analyst fungierte bei diesem Rating der : Wolfgang Spyth Senior Analyst Tel.: Fax: Für die Genehmigung des Ratings zeichnet das Assekurata-Ratingkomitee verantwortlich. Dieses setzte sich beim Rating der BL AG aus folgenden Personen zusammen: Interne Mitglieder des Ratingkomitees: Leitender Rating-Analyst Wolfgang Spyth Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will Externe Mitglieder des Ratingkomitees: Dipl.-Math. Volker Altenähr, ehemaliger Vorstandsvorsitzender einer Versicherungsgesellschaft, Dozent an der dualen Hochschule Baden Württemberg, Mannheim, Rolf-Peter Hoenen, ehemaliger Vorstand einer Versicherungsgesellschaft und ehemaliger Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Dipl.-Kfm. Eberhard Kollenberg, ehemaliger Partner einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Prof. Dr. Heinrich R. Schradin, Direktor des Instituts für Versicherungslehre an der Universität zu Köln

21 20 Die im Ratingverfahren verwandten Daten werden mittels Einleseroutinen maschinell auf Inkonsistenzen und Erfassungsfehler geprüft. Die inhaltliche Prüfung der Daten umfasst einen Abgleich und die Plausibilisierung der Informationen aus unterschiedlichen Quellen, bspw. dem Jahresabschluss, der internen Rechnungslegung und den Berichten der Wirtschaftsprüfer. Darüber hinaus wird für alle erhobenen Informationen im Rahmen des Ratingverfahrens eine detaillierte Sichtprüfung durch die am Rating beteiligten Analysten vorgenommen. Während des gesamten Ratings steht die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH in einem intensiven Kontakt mit dem Unternehmen. Von dessen Seite nimmt der operative Ansprechpartner (Rating-Koordinator) die Aufgabe wahr, einen reibungslosen und zeitnahen Informationsaustausch sicherzustellen. Die im Rahmen des Ratings 2013 der BL AG bereitgestellten Daten zeigten keine qualitativen Mängel auf. Diese Publikation ist weder als Aufforderung, Angebot oder Empfehlung zu einem Vertragsabschluss mit dem untersuchten Unternehmen noch zu einem Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzanlagen oder zur Vornahme sonstiger Geldgeschäfte im Zusammenhang mit dem untersuchten Unternehmen zu verstehen. Das Rating spiegelt die Meinung und die Bewertung der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH wider. Sofern Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung abgegeben werden, basieren diese auf unserer heutigen Beurteilung der aktuellen Unternehmens- und Marktsituation. Diese können sich jederzeit verändern. Daher ist die Ratingaussage unverbindlich und begrenzt verlässlich. Das Rating basiert grundsätzlich auf Daten, die der ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH von Dritten zur Verfügung gestellt wurden. Obwohl die von Dritten zur Verfügung gestellten Informationen sofern dies möglich ist auf ihre Richtigkeit überprüft werden, übernimmt die ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH keine Verantwortung für die Richtigkeit, Verlässlichkeit und die Vollständigkeit dieser Angaben. ASSEKURATA Assekuranz Rating-Agentur GmbH Venloer Str , Köln Telefon Telefax Internet:

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