Was tun? Die Arbeit mit sexuell übergriffigen. Kindern und Jugendlichen als Herausforderung Vortrag am Mag.

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1 Was tun? Die Arbeit mit sexuell übergriffigen Kindern und Jugendlichen als Herausforderung Vortrag am Mag. Schölzhorn Martin

2 Begrifflichkeiten Begriff des sexuellen Missbrauchs sollte im Zusammenhang mit Kindern unter 14 Jahren nicht verwendet werden. Sexueller Missbrauch setzt als Straftatbestand ein Maß an Eigenverantwortlichkeit voraus, das Kindern nicht unterstellt werden kann. Im Zusammenhang mit Kindern sollte von sexuellen Übergriffen bzw. sexuellen Grenzverletzungen gesprochen werden Der Täter und Opfer -Begriff sollte vermieden werden, nicht hilfreich

3 Kindliche Sexualität-1 Kinder (er)leben( ihre Sexualität ganzheitlich: es gibt keine Trennung zwischen Sinnlichkeit, ZärtlichkeitZ und Sexualität. t. Erwachsenensexualität t ist eher auf genitale Sexualität, t, Befriedigung und Orgasmus ausgerichtet

4 Kindliche Sexualität-2 Auch wenn Kinder nachspielen, was sie an Bildern zu Sexualität t sehen, dann wollen sie keine erwachsene Sexualität praktizieren, diese aber durchaus mit anderen Kindern imitieren Die öffentliche Pornografisierung und die allgegenwärtige Verknüpfung von Sexualität t und Gewalt erachte ich persönlich als großes Problemfeld fürf Kinder, weil sie es sehr früh h verinnerlichen ich darf mich auf Kosten Schwächerer cherer stark fühlen

5 Normales Verhalten oder sexuelle Grenzverletzung? Experimentieren Konfliktsituationen Grenzverletzungen Im gegenseitigen Einvernehmen Ausloten der Grenzen des anderen Kindes Die Grenze des anderen Kindes wird missachtet Körper erforschen den eigenen und den der anderen. Versuch, die eigenen Interessen durchzusetzen Aggression dient der Grenzsetzung Die eigene Überlegen- heit wird dazu benutzt, um sexuelle Hand- lungen zu erzwingen. Machtgefälle Unfreiwilligkeit

6 Sexuelle Übergriffe unter Kindern Ein sexueller Übergriff unter Kindern liegt dann vor, wenn sexuelle Handlungen durch das übergriffige Kind erzwungen werden bzw. das betroffene Kind sie unfreiwillig duldet oder sich unfreiwillig daran beteiligt. HäufigH wird dabei ein Machtgefälle zwischen den beteiligten Kindern ausgenutzt, indem z.b. durch Versprechungen, Anerkennung, Drohung oder körperlichek Gewalt Druck ausgeübt wird (Freund & Riedel- Breidenstein,, 2004).

7 Formen von sexuellen Übergriffen im Überschwang unter Kindern in einer gekippten Situation bewusst gesetzte Übergriffe Übergriffe durch selbst von Missbrauch betroffene Kinder

8 Dramatisierung bedeutet nur aus der Empörung bzw. Wut heraus zu agieren sich zu stark mit dem angegriffenen Kind zu identifizieren massive Schutzimpulse auszuagieren vor allem seinen persönlichen Straf und Vergeltungsimpulsen nachzugehen

9 Gefahr ist groß übergriffige Kinder und Jugendliche in der Täterrolle festzuschreiben! durch die TäterT ter-opfer-dynamik jede Form von Hilfsmaßnahme zu verhindern! Spaltungen zu erzeugen, die eine komplette Eskalation auslösen sen können!

10 Bagatellisierung bedeutet sich zu stark mit dem übergriffigen Kind bzw. Jugendlichen zu identifizieren kein Einfühlverm hlvermögen dem angegriffenen Kind bzw. Jugendlichen gegenüber zu haben fehlende Zivilcourage und persönliche Bequemlichkeit die Verantwortung zu stark bei den Kindern zu lassen ( das( machen die Kinder unter sich aus )

11 Gefahr ist groß sexuell übergriffige Handlungen zu tolerieren und somit Kinder und Jugendliche, die schwächer sind, nicht zu schützen dass ein Klima der Angst entsteht und dominante Kinder die Regeln vorgeben dass sich Übergriffe wiederholen!

12 Was ist konkret zu tun, wenn ein Kind sexuell übergriffig wird? Übergriffshandlung zu stoppen und zu benennen. NächsterN Schritt: Geeignete Reaktionen und Maßnahmen für f das betroffene Kind das übergriffige Kind die Kindergruppe oder die Klasse In der Reihenfolge der Gespräche ist es wichtig zuerst mit dem betroffenen Kind, dann erst mit dem übergriffigen Kind zu sprechen Gespräche unter sechs Augen sind unbedingt zu vermeiden!

13 Umgang mit dem betroffenen Kind Dem Kind Glauben schenken Parteilichkeit Gefühle ernst nehmen Schutz, Trost, Stärkung Lob, dass das Kind sich anvertraut hat

14 Umgang mit dem übergriffigen Kind Das übergriffige Kind wird mit seinem Fehlverhalten konfrontiert. Klare Ablehnung des übergriffigen Verhaltens nicht des Kindes selbst Die Fachperson muss den Übergriff genau beschreiben u. darf diesen Part nicht dem übergriffigen Kind überlassen. Das Kind muss spüren, dass kein Zweifel an der Glaubwürdigkeit des betroffenen Kindes besteht. Frage nach dem Warum ist nicht hilfreich. Das übergriffige Kind soll merken, dass der Erwachsene den Vorfall zu seinem Anliegen macht. Das Kind darf keinesfalls als Täter bezeichnet werden

15 Leitlinien in der Arbeit mit übergriffigen Buben und Burschen Der empathische Kontakt und eine klare Haltung gegenüber dem gewalttätigen tigen Verhalten sind Vorbedingung fürf r eine erfolgreiche Arbeit mit übergriffigen Buben und Burschen Keine zu harte oder zu weiche Intervention /die Chance der einfühlsamen Konfrontation Eigene Bewertung muss zurückgestellt werden. Es erschwert den Aufbau einer Beziehung zum Burschen, wenn die eigene Haltung in der Phase der Kontaktaufnahme vom Berater/von der Beraterin kommuniziert wird Auf Gewalt darf nicht mit Gewalt geantwortet werden. Übergriffige Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf menschliche Begegnung Buben und Burschen könnenk ohne Unterstützung tzung von außen keinen realistischen Blick auf ihre Taten bekommen und diese nicht integrieren

16 Themenbereiche der Präventionsarbeit im Kinderschutz Gefühle Grenzen, Grenzverletzungen, Abwertung Gewalt Berührungen Körperwissen Geheimnisse Hilfe Holen Kinderrechte Mein KörperK gehört mir

17 3 Botschaften zum Abschluss: Sexuelle Übergriffe unter Kindern und Jugendlichen nehmen zu, u. a. wegen der Zunahme des Pornografiekonsums unter Kindern und Jugendlichen (als persönliche Hypothese zu verstehen) Neben den bestehenden selbstverständlichen Hilfsmassnahmen fürr die betroffenen, angegriffenen Kindern und Jugendlichen, brauch es dringend Hilfsangebote auch fürf r die übergriffigen Kinder und Jugendliche Dies erfordert von den Erwachsenen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, einen sehr achtsamen und reflektierten Umgang mit dieser Thematik und auch mit sich selbst, weil die Reaktionsweisen sehr oft eine hohe Emotionalität t aufweisen, die den Blick auf die Kinder verstellt.

18 Danke fürf r Ihre Aufmerksamkeit!

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