Soziale Dienste in Deutschland

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1 Soziale Dienste in Deutschland Ist Deutschland nicht nur exportstark und wohlhabend, sondern auch sozial? Wie können Junge EU-Länder wie Rumänien im Bereich soziale Dienste profitieren?

2 Ökonomische Perspektive Dr. Andreas Kotzorek Industrie- und Handelskammer Initiative Fachkräfte für Europa

3 Pluralität der Anbieter Freie Wohlfahrtspflege (in Brandenburg knapp hauptamtlich Beschäftigte bei den Wohlfahrtsverbänden und zusätzlich und ehrenamtlich Tätige Personen) Kirchliche Wohlfahrtträger wie Caritas und Diakonie Arbeiterwohlfahrt/Volkssolidarität/Paritätischer Wohlfahrtsverband Rotes Kreuz Öffentlich-rechtliche Anbieter Kommunen/Bundesland/Universitäten/Forschungseinrichtungen mit speziellem Auftrag Gewerblich-private Träger

4 Pluralität der Dienste Krankenversorgung (ambulant/stationär/reha) Ambulant durch private Ärzte/Heilpraktiker/Psychotherapeuten Ambulante Operationen Stationär: Krankenhäuser/Reha Kliniken( in Brandenburg 220 Einrichtungen) Seniorenbetreuung (Wohnheime/ambulante Pflegedienste: Knapp 400 Angebote) Behinderten Versorgung (350 Einrichtungen) (Sozialpsychiatrischedienste/Wohneinrichtungen/Werkstätten/ Behinderten Arbeitsplätze in Unternehmen (gesetzlich vorgeschrieben)) Pflegedienste Ambulant durch private Pflegedienste( 550 ambulante Pflegedienste) Pflegeheime (320 Pflege Einrichtungen)

5 Pluralität der Finanzierung Krankenversicherung 15 % Bruttolohn Pflegeversicherung 1,75 % Bruttolohn Rentenversicherung 19 % Bruttolohn Abgabe Berufsgenossenschaft 2 % Lohnsumme Sozialetat (Kommunen /Bundesländer/Bund) Kirchensteuern 9 % der Einkommenssteuer Private Krankenversicherungen 2,7 fach Gebührensatz Ehrenamtliches Engagement (Personalkosten!) Private Wohltätigkeit (Bürger/Stiftungen/Unternehmen)

6 Finanzierung von Investitionen Krankenhäuser/ Altenheime/Reha- Einrichtungen Grundlage Krankenhausplan in federführender Verantwortung der Bundesländer In der Regel % staatliche Zuschüsse/20-40 % Träger der Einrichtung Investitionspauschalen für Instandhaltung Privatkliniken meist Spezialkliniken in der Regel 100 % privat finanziert

7 Finanzierung der Leistungen Versicherungsbeiträge Zuschüsse und Defizitübernahme durch Träger Eigenleistungen der Patienten Gesetzliche Zuweisungen Private Wohltätigkeit

8 Berufe Insgesamt gibt es rund 150 Berufe. Ein Teil davon hat gesetzlich geregelte Ausbildungsordnungen. Dazu gehören insbesondere Berufe wie Krankenpfleger/Altenpfleger Kinderpfleger/Heilerzieher/Physiotherapeuten/medizinisch technische Berufe (Labor, Geräte für Diagnostik und Therapie) Daneben gibt es zahlreiche freie Berufe. Die Ausbildung wird durch Verbände und Kammern geregelt. Umfassendes Fortbildungsangebot zur Spezialisierung insbesondere durch Gemeinnützige private Bildungsträger. Immer stärker wächst das Angebot an Studiengängen vor allem auch duale Studiengänge für Leitungsaufgaben und anspruchsvolle Fachaufgaben.

9 Ausbildung Die in der Regel dreijährige Ausbildung umfasst schulischen Unterricht und Praxis. Für den schulischen Unterricht gibt es Spezialschulen von gewerblich-privaten Anbietern oder in Trägerschaft von Kirchen oder kommunalen Krankenhäusern. Im 1. Ausbildungsjahr meist ausschließlich Schulunterricht. Im 2. und 3. Jahr Wechsel zwischen Unterrichtung und Praxis. Finanzierung: vergleichsweise geringes Schulentgelt/Öffentliche Finanzierung von Investitionen und Je Teilnehmer/Zuschüsse der Wohlfahrtsverbände.

10 Berufsperspektiven Großes und vielseitiges Praktikumsangebot in allen Berufen und Regionen zwecks Gewinnung von Fachkräftenachwuchs und zur Unterstützung des Stammpersonals. Sehr gute Berufschancen angesichts zunehmender Lebenserwartung, stetig steigender Therapiemöglichkeiten und geburtenschwachen Jahrgängen. Demographische Wende absehbar:in Brandenburg zurzeit knapp pflegebedürftige Menschen, in Älter als 65 Jahre derzeit etwa 20 % im % der Bevölkerung, in /3 der Bevölkerung.

11 Exportchancen für soziale Dienste Nicht nur Arbeitskräfte Mobilität. Sondern Export von sozialen Diensten durch Gesundheitstourismus! Zunehmende Interesse für Angebote im Ausland aufgrund: Vorrücken starke Jahrgänge ins Rentenalter und steigender Anteil wohlhabender Rentner Im Inland Angebotsverknappung (teurer/schlechter) Anspruch auf Versicherungsleistung auch bei Inanspruchnahme ausländischer Dienste (EU/Standardisierung/Zertifizierung) Zunehmende Zuzahlungsbereitschaft Steigende Mobilität und wachsende Transparenz durch Internet

12 Diese Angebote sind gefragt Kombination von Pflege/Rehabilitation und anspruchsvollem Komfort Qualität der Leistungen nachgewiesen durch Zertifizierung Zuverlässiges Betreuungsangebot rund um die Uhr und Notfallversorgung Förderlicher heilklimatische Bedingungen/altersgerechtes Umfeld/ergänzende Freizeitangebote Kultur, Bewegung, Geselligkeit Entscheidend für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit:Qualifiziertes Personal!!!

13 Gemeinsam schaffen wir es Wir brauchen eine europäische Perspektive für soziale Dienste. Und zwar insbesondere durch Standardisierung, Zertifizierung, gegenseitige Anerkennung von Leistungen und Transparenz. Dazu ist diese Konferenz ein Baustein. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

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