Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken: Präventions- und Gesundheitsförderungsstrategien. Bundespsychotherapeutenkammer

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1 Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken: Präventions- und Gesundheitsförderungsstrategien aus Sicht der Bundespsychotherapeutenkammer Peter Lehndorfer Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen Fachgespräch zum Thema 20 Jahre Ottawa Charta und psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen Berlin, 11. Dezember 2006

2 Überblick I. Prävention - Früherkennung verbessern - Risikogruppen kennen und unterstützen - Primärprävention ausweiten II. Gesundheitsförderung - Elternkompetenz stärken - Lebenswelten ressourcenfördernd gestalten 2

3 Prävention Früherkennung verbessern Erweiterte Vorsorgeuntersuchung: In U-Untersuchungen die kognitive und psychosoziale Entwicklung erfassen ( Überarbeitung der Kinderrichtlinien) Differentialdiagnostik: Stärkere Kooperation zwischen Kinderärzten, Psychotherapeuten mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie und Einrichtungen der Jugendhilfe Stärkere Beteiligung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes: Systematische Screenings von Kindern und Jugendlichen dann, wenn entwicklungsbedingte Belastungen gehäuft auftreten, beispielsweise zu Beginn der Kindergarten- bzw. Hortbetreuung. 3

4 Prävention Risikogruppen kennen und unterstützen KiGGS 2006: Kinder aus sozial benachteiligten Familien mit häufigen Konflikten in der Familie tragen das höchste Risiko für die Entwicklung psychischer Auffälligkeiten und Störungen Durch bessere Vernetzung von Gesundheitssystem und Jugendhilfe bereits während der Schwangerschaft sowie vor und nach der Geburt Risikofamilien rechtzeitig erkennen und niederschwellig qualifiziert unterstützen (soziale Frühwarnsteme) Psychotherapeutische Hilfen sind Bestandteil indizierter Prävention (z.b. bei psychisch kranken Elternteilen, bei der Diagnose von frühen Bindungsstörungen, oder bei psychosozialen Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen) 4

5 Prävention Primärprävention ausweiten Die Prävention psychischer Störungen von Kindern und Jugendlichen muss neben den Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung ein weiteres zentrales Handlungsfeld der Prävention werden: Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung für das Thema, zur Vermeidung der Stigmatisierung und zur Information über Hilfsund Unterstützungsangebote Implementation evaluierter Maßnahmen und Programme zur Prävention von internalisierenden und externalisierenden Störungen in den jeweiligen Settings 5

6 Gesundheitsförderung Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen heißt Stärkung kognitiver, emotionaler und sozialer Ressourcen, wie: soziale und emotionale Kompetenzen Problemlösefähigkeiten Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl 6

7 Gesundheitsförderung Elternkompetenz stärken Verfügbarkeit eines breiten Maßnahmenspektrums von Infobroschüren über Beratungsangebote und Elterntrainings bis hin zu psychotherapeutischen Hilfen für Eltern Ziel: Eltern-Kinder-Interaktionen können ressourcenförderlich gestaltet werden 7

8 Gesundheitsförderung Lebenswelten ressourcenfördernd gestalten KITA und Schule sind neben der Familie die prägenden ressourcenbildenden Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen. Maßnahmen zur Gesundheitsförderung konkurrieren in diesen Lebenswelten jedoch zu oft mit dem Ziel der Leistungsförderung (s. PISA & Co.). Bildung und Gesundheit sind zwei Seiten der Medaille Entwicklung. Lernen kann nur, wer gesund ist. Und gesund bleibt, wer lernen kann. Ein niedriger Bildungs- und Gesundheitsstatus bilden einen Teufelskreis. Konzepte sind daher umso erfolgreicher, je besser sie Gesundheitsförderung und Ressourcenstärkung in den Schul- und Unterrichtsalltag integrieren. 8

9 Infos Überblick der Bundespsychotherapeutenkammer über internationale, nationale und regionale Maßnahmen, Projekte und Programme zur Früherkennung psychischer Erkrankungen sowie zur Prävention und Gesundheitsförderung im Internet unter: 9

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