Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

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1 Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen Fachtagung , Luzern Alles too much! Stress, Psychische Gesundheit, Früherkennung und Frühintervention in Schulen Barbara Fäh, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW Psychische Gesundheit - Definitionen Fähigkeit zur Bewältigung interner und externer Anforderungen (Becker 1992) Resultat komplexer dynamischer Interaktionen zwischen biologischen, psychologischen, sozio-ökonomischen, sozio-kulturellen und institutionellen Faktoren. Psychische Gesundheit ist nicht ein Zustand, der sich als Folge von persönlicher Disposition und individuellem Verhalten manifestiert, sondern ein vielschichtiger Prozess, der neben individuellen Aspekten massgeblich von exogenen Faktoren beeinflusst wird (WHO, Mental Health Report, 2001) Kompetenz, externe und interne Anforderungen von Entwicklungsanforderungen zu bewältigen (Fend 2005) 2 1

2 Psychische Gesundheit - Auffälligkeiten Ängste Depressionen Aggressives Verhalten Oppositionelles Trotzverhalten Hyperkinetische Störungen Suchtproblematik (Steinhausen 2002) 3 Schutzfaktoren Familiäre Schutzfaktoren Individuelle Schutzfaktoren Gesellschaftliche Schutzfaktoren (Egle 2002, Heinrichs et al. 2002) 4 2

3 Risikofaktoren Familiäre Risikofaktoren Individuelle Risikofaktoren Gesellschaftliche Risikofaktoren (Egle 2002, Heinrichs et al. 2002) 5 Ausgangslage Kinder Ca. 22% Kinder und Jugendlichen (7-17J) zeigen psychische Auffälligkeiten Davon: ca. % psychisch auffällig (Ravens-Sieberer, Wille, Bettge & Erhardt, 200). Im Kindergartenalter (3- Jahre) 14% der Kinder internalisierende Störungen (Kuschel et al., 2004). 20% Externalisierende Störungen (aggressives Verhalten) Eltern: 80% keine Probleme bei ihren Kindern 8% sehen Probleme, davon 1.3% Konsultation 3

4 Epidemiologie HBSC 2007 N = 5 50 Schülerinnen und Schüler von 11 1 Jahren 80% psychisch gesund = psychische Unauffälligkeit 20% Beeinträchtigungen Psychosomatische Beschwerden Durchschnittliche Selbstwirksamkeitserwartung 12,8% grenzwertig auffällig % psychisch auffällig Jungen, jüngere Schülerinnen und Schüler und Jugendliche aus höhere sozialen Schichten weisen ein höheres psychisches Wohlbefinden auf 7 Gesundheit in der Schule 787 Schülerinnen und Schüler im Alter von Jahren und 222 LP -Verhältnis Schulkinder LP -Disziplinlosigkeit und Lärm -Umgang unter den Kindern -Wahrgenommener Kollegialität unter den LP (Freitag 1998) 8 4

5 Ausgangslage Lehrpersonen Subjektiv empfundene Belastung: Frauen 35.5% ein bisschen, 43% ziemlich, 1.2% stark Männer 19.3% ein bisschen, 44.4% ziemlich, 33.3% stark Gründe Schwierige SchülerInnen Elternarbeit Zeitliche Belastung für Vor- und Nachbereitung Administration Sitzungen Klassengrösse (Vuille et al. 2004) 9 Eltern und Schule stärken Kinder ESSKI Projekt zur Stärkung der Gesundheit von Lehrpersonen, Schulkindern und ihren Erziehungsberechtigten Hypothese: Interventionen wirken auf die Psychische Gesundheit der Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten, diese hat Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Kinder. -> Lehrpersonen und Eltern wirken als Mediatoren 5

6 Eltern und Schule stärken Kinder - Interventionen Fit und Stark fürs Leben (Assauer et al. 1999, Burow et al. 1998) Triple P (Sanders 1999) Die eigenen Ressourcen stärken (Lattmann & Rüedi 2003) Experimentelles Design: Intervention Schule Intervention Elternhaus Intervention Schule und Elternhaus Kontrollgruppe Kinder Fit und stark Lehrperson Stress abbauen Ressourcen fördern Elternhaus "Positive Erziehung" 11 Anforderungs-Ressourcen Modell nach Becker (1992) 12

7 13 Stichprobe 1339 T2 LP Kinder Eltern T1 LP Kinder Eltern T3 LP Kinder Eltern

8 Effekte Psychische Belastung Lehrpersonen Cohens d 0.2 kleiner Effekt Cohens d 0.5 mittlerer Effekt Cohens d 0.8 starker Effekt Kontrollgruppe Schule Familie Kombi T1-T2 T1-T Effekt Veränderung Resilienz Lehrpersonen Cohens d 0.2 kleiner Effekt Cohens d 0.5 mittlerer Effekt Cohens d 0.8 starker Effekt Kontrollgruppe Schule Familie Kombi T1-T2 T1-T

9 Effekte Lebenszufriedenheit Lehrpersonen Cohens d 0.2 kleiner Effekt Cohens d 0.5 mittlerer Effekt Cohens d 0.8 starker Effekt T1-T2 T1-T Kontrollgruppe Schule Familie Kombi 17 Resultate Lehrpersonen Allgemein geringe Effekte der Interventionen Resilienz steigt mit einem geringen Effekt im Setting Schule (0.42, 0.22) Resilienz sinkt mit einem geringen Effekt in der Kontrollgruppe zu T3 (-0.37) Lebenszufriedenheit steigt mit einem geringen Effekt in der Kombinationsgruppe (T2 0.30) 18 9

10 Effekte Psychische Belastung Erziehungsberechtigte Cohens d 0.2 kleiner Effekt Cohens d 0.5 mittlerer Effekt Cohens d 0.8 starker Effekt Kontrollgruppe Schule Familie Kombi T1-T2 T1-T Effekte Lebenszufriedenheit Erziehungsberechtigte Cohens d 0.2 kleiner Effekt Cohens d 0.5 mittlerer Effekt Cohens d 0.8 starker Effekt Kontrollgruppe Fit&Stark Triple P Kombi T1-T2 T1-T

11 Effektstärke Resilienz Erziehungsberechtigte Cohens d 0.2 kleiner Effekt Cohens d 0.5 mittlerer Effekt Cohens d 0.8 starker Effekt T1-T2 T1-T Kontrollgruppe Schule Familie Kombi Resultate Erziehungsberechtigte Allgemein geringe Effekte der Interventionen Lebenszufriedenheit erhöht sich mit einem kleinen Effekt in der Kombinationsgruppe (0.21, 0.23) Resilienz erhöht sich mit einem kleinen Effekt in der Kombinationsgruppe zu T3 (0.25) 22 11

12 Psychische Gesundheit bei den Schulkindern Erhebung der Stärken und Schwierigkeiten (SDQ Klasen et al. 2003) Stärken Prosoziales Verhalten Schwierigkeiten Emotionale Probleme Externalisierende Verhaltensauffälligkeiten Verhaltensauffälligkeiten mit Gleichaltrigen Hyperaktivität/Unaufmerksamkeit 23 Stärken Mädchen Knaben T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 5 0 Elte r n LP Elte r n LP Mädchen Knaben Norm al Grenzwertig Auffällig 24 12

13 Stärken jüngere Kinder ältere Kinder T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 Elte r n LP Elte r n LP Norm al Grenzwertig Klasse 5./. Klasse Auffällig 25 Schwierigkeiten Mädchen - Knaben T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 Elte rn LP Elte r n LP Mädchen Knaben 5 0 Norm al Grenzw ertig Auffällig 2 13

14 Schwierigkeiten jüngere Kinder ältere Kinder T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 T1 T2 T3 0 Eltern LP Eltern LP Klasse 5./. Klasse Normal Grenzwertig Auffällig 27 Resultate Kinder Die Verteilung der Kinder entspricht den berichteten Daten. Lehrpersonen schätzen die Kinder auffälliger ein als die Erziehungsberechtigten. Die Auffälligkeiten verringern sich im Laufe des Projektes (Ausnahme Stärken ältere Kinder, Einschätzung Lehrpersonen)

15 Wirkung Stärken Einschätzung Lehrpersonen T1 T3 Anzahl Jahre Schuldienst Stärken e4 Psych. Belastung LP 0.347* Psych. Belastung E b -0.09*** e5 Zufriedenheit LP -0.79*** Zufrieden heit E b 0.318*** e Resilienz LP 0.237* 0.772** Resilienz E b 0.308* ** 1.022** 0.7*** Schulintervention Familienintervention Schul- und Familienintervention Kombination -0.34*** *** -0.34*** Klassenebene Individuelle Ebene 29 Wirkung Schwierigkeiten Einschätzung Lehrpersonen T1 T3 Klassenebene Individuelle Ebene 30 15

16 Wirkung auf Stärken Einschätzung Eltern T1 T3 Bildungsstand Elternhaus Alter Kind Geschlecht Kind Stärken Kinder Psych. Belastung E w *** *** Zufriedenheit E w 0.271*** Resilienz E w Klassenebene Individuelle Ebene 31 Wirkung Schwierigkeiten Einschätzung Eltern T1 T3 Anzahl Jahre Schuldienst Schwierigkeiten Psych. Belastung LP Psych. Belastung E b *** Zufriedenheit LP * Zufridenheit E b *** Resilienz LP 0.308* Schulintervention * Familienintervention 0.785*** 1.040*** Schul- und Familienintervention Kombination Resilienz E b 0.34*** Klassenebene *** -0.34*** *** Individuelle Ebene 32 1

17 Resultate Es lassen sich geringe signifikante Effekte auf die Eltern und Lehrpersonen nachweisen Interventionen wirken nicht direkt signifikant auf Stärken und Schwierigkeiten der Kinder Interventionen wirken über Eltern und Lehrpersonen je mehr die Resilienz und die Lebenszufriedenheit gestärkt wird, desto eher werden die Stärken höher und die Schwierigkeiten der Kinder geringer eingeschätzt. je mehr die psychische Belastung verringert wird, desto eher werden die Stärken höher und die Schwierigkeiten der Kinder geringer eingeschätzt. 33 Resultate - Psychische Gesundheit von Schulkindern ist in Abhängigkeit der beiden wichtigen Sozialisationsinstanzen Elternhaus und Schule zu sehen. - Interventionen in der Schule und im Elternhaus lohnen sich im Sinne eines gemeinsamen Anliegens der Lehrpersonen und der Erziehungsberechtigten. - Lehrpersonen sind sensibel gegenüber den Veränderungen bei den Eltern. - Eltern sind sensibel gegenüber den Veränderungen bei den Lehrpersonen

18 Ind. Ebene 35 Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit! 18

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