IT-Sicherheitsleitlinie der Universität der Bundeswehr München

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1 IT-Sicherheitsleitlinie der Universität der Bundeswehr München Arbeitskreis IT-Sicherheit an der UniBwM Datum Bemerkung Erstfassung Redaktionelle Überarbeitung Revision : 40 Id : policy.tex : 52 : 22Zr11dlrz Die Zielsetzung des vorliegenden Papiers ist die Denition einer übergeordneten IT-Sicherheitsleitline für die Universität der Bundeswehr München, von der weitere detailliertere Richtlinen (Policies) abgeleitet werden können. Es wird die Etablierung einer IT-Sicherheitsorganisation des Arbeitskreises für IT-Sicherheit für die UniBwM vorgestellt. Unter der besonderen Berücksichtigung der Belange der Universität wird damit ein integriertes Gesamtkonzept für IT-Sicherheit unter Beteiligung aller Bereiche der Universität geschaen. Inhaltsverzeichnis 1 Besonderheiten der Universität der Bundeswehr München 2 2 IT-Sicherheitsziele 2 3 IT-Sicherheitsorganisation 4 4 IT-Sicherheitsmaÿnahmen 5 5 Kontinuierliche Verbesserung der IT-Sicherheit 5 1

2 1 Besonderheiten der Universität der Bundeswehr München Die Universität der Bundeswehr München (UniBwM) ist eine vom Freistaat Bayern als Universität mit universitären Studiengängen und Fachhochschulstudiengängen staatlich anerkannte Einrichtung des Bildungswesens im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung. Die im Jahr 1973 gegründete Universität dient grundsätzlich der wissenschaftlichen Ausbildung von Ozieren und Ozieranwärtern (siehe auch unter Um dem Auftrag in Lehre und Forschung gerecht zu werden, liegt es in der Verantwortung der Universität der Bundeswehr München, Sicherheit in ihrer Informationstechnik (IT) zu gewährleisten. Dabei muss die IT-Sicherheitsleitlinie der Universität besonders die speziellen Belange von Lehre und Forschung berücksichtigen. Damit ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen gröÿtmöglicher IT-Sicherheit und der Freiheit von Lehre und Forschung, welches nur in Eigenverantwortung unter Einbeziehung aller Bereiche der Universität angemessen gelöst werden kann. Die Universität ist aufgrund der bereits vorhandenen hohen fachlichen Kompetenzen und einer geeigneten Aufbau- und Ablauforganisation bestens in der Lage, IT-Sicherheit stets und dauerhaft zu gewährleisten. Auf dem Campus der UniBwM wird eine IT-Infrastruktur für die Angehörigen der Universität zur Verfügung gestellt. Diese besteht aus einem Hochschuldatennetz (HDN), welches vorwiegend für Lehre und Forschung eingesetzt wird sowie den daran angeschlossenen Endgeräten. Das HDN wird von allen Mitgliedern der Universität mit Aufgaben in Lehre, Forschung und Verwaltung genutzt. Planung und Betrieb des HDN obliegen dem Rechenzentrum der Universität als zentrale Einrichtung. Für die Aufgaben des militärischen Bereichs wird ein vom HDN getrenntes Netz, das Intranet der Bundeswehr, zur Verfügung gestellt. Damit ergibt sich eine Netzstruktur wie in Abbildung 1 dargestellt. 2 IT-Sicherheitsziele Da die Informationsverarbeitung eine Schlüsselrolle für die Aufgabenerfüllung der Universität darstellt, ist die Denition von IT-Sicherheitszielen eine zentrale Aufgabenstellung. Alle wesentlichen strategischen und operativen Funktionen und Aufgaben werden durch IT maÿgeblich unterstützt. Ein Ausfall von IT-Systemen muss insgesamt kurzfristig kompensiert werden können. Der wissenschaftliche Bereich der Universität hält schützenswerte Forschungsdaten. Die Verwaltung der Universität hält insbesondere schützenswerte personenbezogene Daten. Der Schutz dieser Informationen vor unberechtigtem Zugri und vor unerlaubter Änderung ist von existenzieller Bedeutung. Daneben muss die Freiheit von Lehre und Forschung gewährleistet sein. Schutzziele der IT-Sicherheit sind nach der Denition durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Vertraulichkeit: Zustand, der unbefugte Informationsgewinnung/-beschaung ausschlieÿt Verfügbarkeit: Zustand, der die erforderliche Nutzbarkeit von Informationen sowie IT- Systemen und -Komponenten sicherstellt 2

3 Abbildung 1: Globale Netzstruktur an der Universität der Bundeswehr München Integrität: Zustand, der unbefugte und unzulässige Veränderungen von Informationen an IT-Systemen und -Komponenten ausschlieÿt Der Betrieb der IT-Systeme und der Zugri auf Daten der Universität in allen Bereichen der Wissenschaft und der Verwaltung wird so geregelt, dass die bestmögliche Verfügbarkeit gewährleistet ist. Militärische Informationsverarbeitung wird gesondert gemäÿ den geltenden Vorschriften geschützt. Fehlfunktionen und Unregelmäÿigkeiten in Daten und IT-Systemen sind nur in geringem Umfang und nur in Ausnahmefällen akzeptabel (Integrität). Die Anforderungen an Vertraulichkeit haben ein an Gesetzeskonformität orientiertes Niveau. Für Daten der Verwaltung gelten höchstmögliche Anforderungen an die Vertraulichkeit. IT-Sicherheitsmaÿnahmen müssen in einem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zum Wert der schützenswerten Informationen und IT-Systeme stehen. Schadensfälle mit hohen nanziellen Auswirkungen müssen verhindert werden. Alle Mitarbeiter und Studenten haben die einschlägigen Gesetze (z.b. Strafgesetzbuch, Betriebsverfassungsgesetz, Handelsgesetzbuch, Sozialgesetzbuch, Soldatengesetz, Gesetze und Regelungen zum Datenschutz) und vertraglichen Regelungen einzuhalten. Negative nanzielle und immaterielle Folgen für die Universität und deren Angehörige durch Gesetzesverstöÿe sind zu vermeiden. Alle Mitarbeiter und die Hochschulleitung sind sich ihrer Verantwortung beim Umgang mit IT bewusst und unterstützen die IT-Sicherheitsziele. Das Bundesdatenschutzgesetz und die Interessen unserer Mitarbeiter verlangen eine Sicherstellung der Vertraulichkeit der Mitarbeiterdaten. Die Daten und die IT-Anwendungen der Personalabteilung werden daher einem hohen Vertraulichkeitsschutz unterzogen. Gleiches gilt für die Daten unserer Kunden und Kooperationspartner. Die Daten der Forschungsgruppen haben sehr hohe Vertraulichkeitsanforderungen. Durch deren Verlust oder Diebstahl können Wettbewerbsnachteile entstehen. Durch technische Maÿnahmen und die hohe Aufmerksamkeit der Mitarbeiter wird die Vertraulich- 3

4 AK IT-Sicherheit Lehre & Wissenschaft Studenten Verwaltung Zentrale Einrichtungen Rechenzentrum Militärischer Bereich Abbildung 2: IT-Sicherheitsorganisation an der Universität der Bundeswehr München keit geschützt und Manipulationen vorgebeugt. Sicherheitsmängel können das Einwerben von Drittmitteln gefährden. Die Nutzung des Internets zur Informationsbeschaung und zur Kommunikation ist für uns selbstverständlich. dient als Ersatz oder als Ergänzung von anderen Bürokommunikationswegen. Durch entsprechende Maÿnahmen wird sichergestellt, dass die Risiken der Internetnutzung möglichst gering bleiben. 3 IT-Sicherheitsorganisation Zur Erreichung der IT-Sicherheitsziele ist eine IT-Sicherheitsorganisation, der AK IT- Sicherheit, an der UniBwM eingerichtet. Diese ist in Abbildung 2 dargestellt. Um IT-Sicherheit im gesamten Datennetz zu gewährleisten, ist eine Beteiligung aller Bereiche innerhalb der Universität erforderlich. Dies wird durch den Arbeitskreis IT- Sicherheit gewährleistet. Der Vorsitzende des Arbeitskreises ist eine wissenschaftlich ausgewiesene Persönlichkeit in den Bereichen IT-Sicherheit und IT-Sicherheitsmanagement und wird durch die Hochschulleitung berufen. Die Mitglieder des Arbeitskreises repräsentieren die Bereiche nach Abbildung 2 und werden durch den Vorsitzenden des Arbeitskreises berufen. Das Rechenzentrum als zentraler IT-Dienstleister ist im Arbeitskreis durch den Leiter Rechenzentrum sowie seinen Verantwortlichen für IT-Sicherheit (CSO, Chief Security Ocer) vertreten. Studenten stellen die gröÿte Nutzergruppe auf dem Campus der Universität. Der Vorsitzende benennt einen sachkundigen studentischen Vertreter. Der Militärische Bereich bringt durch einen Vertreter seinen Sachverstand und die besonderen militärischen Belange ein. Der Arbeitskreis ergänzt über Policies die grundsätzlichen Ziele der IT-Sicherheit sowie daraus resultierende Maÿnahmen. Diese sind für alle Nutzer des Datennetzes verbindlich. Darüber hinaus können einzelne Bereiche soweit erforderlich ergänzende Leitlinien erarbeiten. Diese sind mit dem Arbeitskreis abzustimmen. Die Hochschulleitung bestellt einen Datenschutzbeauftragten. Der Datenschutzbeauftragte ist Mitglied des Arbeitskreises. Das Rechenzentrum ist zentraler IT-Dienstleister für Wissenschaft, Verwaltung und Militär. Es bestellt einen Verantwortlichen für IT-Sicherheit (CSO). Dieser ist dem Leiter Rechenzentrum direkt unterstellt. Administratoren und Arbeitskreis sind durch die IT-Benutzer ausreichend in ihrer Arbeit zu unterstützen. Der Arbeitskreis ist frühzeitig in alle Projekte einzubinden, um schon in der Planungsphase sicherheitsrelevante Aspekte adäquat zu berücksichtigen. Die IT- Benutzer haben sich in sicherheitsrelevanten Fragestellungen an die Anweisungen des Arbeitskreises zu halten. 4

5 4 IT-Sicherheitsmaÿnahmen Hier werden exemplarisch einige Sicherheitsmaÿnahmen beschrieben. Eine detaillierte Ausführung erfolgt in einem separaten Dokument. Für alle Verfahren, Informationen, Anwendungen und Systeme der IT müssen Zuständigkeiten klar deniert werden sowie Vertretungen für alle verantwortlichen Funktionen eingerichtet werden. Es muss durch Unterweisungen und ausreichende Dokumentationen sichergestellt werden, dass Vertreter ihre Aufgaben erfüllen können. Gebäude und Räumlichkeiten werden durch ausreichende Zutrittskontrollen geschützt. Der Zugang zu IT-Systemen wird durch angemessene Zugangskontrollen und der Zugri auf die Daten durch ein restriktives Berechtigungskonzept geschützt. Die IT-Benutzer unterstützen durch eine sicherheitsbewusste Arbeitsweise diese Sicherheitsmaÿnahmen und informieren bei Auälligkeiten die entsprechend festgelegten Stellen. Datenverluste können nie vollkommen ausgeschlossen werden. Durch eine umfassende Datensicherung wird daher gewährleistet, dass der IT-Betrieb kurzfristig wieder aufgenommen werden kann, wenn Teile des operativen Datenbestandes verloren gehen oder oensichtlich fehlerhaft sind. Informationen werden einheitlich gekennzeichnet und so aufbewahrt, dass sie schnell aundbar sind. Um gröÿere Schäden in Folge von Notfällen zu begrenzen bzw. diesen vorzubeugen, muss auf Sicherheitsvorfälle zügig und konsequent reagiert werden. Maÿnahmen für den Notfall werden in einem separaten Notfallvorsorgekonzept zusammengestellt. Das Ziel ist, auch bei einem Systemausfall kritische Geschäftsprozesse aufrecht zu erhalten und die Verfügbarkeit der ausgefallenen Systeme innerhalb einer tolerierbaren Zeitspanne wiederherzustellen. Sofern IT-Dienstleistungen an externe Stellen ausgelagert werden, sind konkrete Sicherheitsanforderungen vorzugeben. IT-Benutzer nehmen regelmäÿig an Schulungen zur korrekten Nutzung der IT- Dienste und den hiermit verbundenen Sicherheitsmaÿnahmen teil. Die Hochschulleitung unterstützt dabei die bedarfsgerechte Fort- und Weiterbildung. 5 Kontinuierliche Verbesserung der IT-Sicherheit IT-Sicherheitsmaÿnahmen werden regelmäÿig auf ihre Aktualität und Wirksamkeit geprüft. Daneben werden auch die Maÿnahmen regelmäÿig daraufhin untersucht, ob sie den betroenen Mitarbeitern bekannt sind, ob sie umgesetzt und in den Betriebsablauf integriert sind. Die Hochschulleitung unterstützt die ständige Verbesserung des Sicherheitsniveaus. Mitarbeiter sind angehalten, mögliche Verbesserungen oder Schwachstellen an die entsprechenden Stellen weiterzugeben. Durch eine kontinuierliche Revision der Regelungen und deren Einhaltung wird das angestrebte Sicherheits- und Datenschutzniveau sichergestellt. Abweichungen werden mit dem Ziel analysiert, die IT-Sicherheitssituation zu verbessern und ständig auf dem aktuellen Stand der IT-Sicherheitstechnik zu halten. 5

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