Kommunale Verschuldung Ein- und Ausblick

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1 Kommunale Verschuldung Ein- und Ausblick Thomas Schaufler Markus Kaller Erste Group Bank AG Seite 1

2 Ein Rechenbeispiel zum aufwärmen Kreditsumme: ,-- tilgend auf Null Laufzeit: 20 Jahre 3M-Euribor: 0,22% p.a. Risikoaufschlag: 1,00% p.a. Gesamtzinssatz: 1,22% p.a. Kreditrate:? Seite 2

3 Ein Rechenbeispiel - Zinsanstieg Kreditsumme: ,-- tilgend auf Null Laufzeit: 20 Jahre 3M-Euribor: Anstieg von 0,22% auf 2,00% p.a. Risikoaufschlag: 1,00% p.a. Gesamtzinssatz: 3,00% p.a. Kreditrate:? Seite 3

4 Ein Rechenbeispiel für den Bürgermeister Seite 4

5 Die kommunale Verschuldung - Sie erhalten einen Einblick in die Struktur der kommunalen Verschuldung und ein Bild von unserem Zugang zum modernen Schuldenmanagement. - Sie werden selbst das Geheimnis der Zinskurve lüften und Chancen ebenso wie Gefahren erkennen. - Wie wir uns der Herausforderung nähern - Darstellung der Historie und die daraus gewonnenen Erkenntnisse - Ausflug in die Welt der Zinsen - Ausblick - Schlussfolgerungen Seite 5

6 Wie alles begann Sparkassen-Kommunale Verschuldensdiagnose 600 Gemeinden in Deutschland Beginn 2010 aktuell 4. Ausgabe Seite 6

7 Kommunaler Zinssteuerungsvergleich in Österreich Einladung an 190 Gemeinden 80 aktive Teilnehmer Kreditsumme ca. EUR 2,75 Mrd. Kredit/Gemeinde Ø ca. EUR 23,1 Mio. Page 7

8 Deutschland vs. Österreich Erkenntnisse Österreich 25% fix / 75% variabel Deutschland 75% fix / 25% variabel (fast) keine Derivate Einige Derivate Fremdwährung Keine Fremdwährung EUR 11 Mrd. Schulden Republik Österreich (fast) 100% fix Page 8

9 10-Jahres Swapsatz / 3-Monats Euribor Quelle: Reuters, Erste Group Page 9

10 3-Monats Euribor seit Seite 10

11 3-Monats Euribor seit 1973 Seite 11

12 Wenn Ben Bernanke spricht. Seite 12

13 Wenn Ben Bernanke spricht. Seite 13

14 Wenn Ben Bernanke spricht. Seite 14

15 Überblick Portfolioanalyse Verwendete Szenarien zur Simulation der Zinslast Szenario 1: Termin-Zinsen Szenario 2: Termin-Zinsen plus 1,00% Szenario 3: Niedrigzins- Szenario Szenario 4: Hochzins- Szenario Page 15

16 Exkurs: Terminzinskurve Page 16

17 Exkurs: Terminzinskurve 3 Monate Page 17

18 Ein Beispiel Agenda I. Annahmen II. Kennzahlenspiegel III. Verschuldung im Zeitablauf IV. Szenarioanalysen im Zeitablauf V. Zusammenfassung VI. Übersicht Darlehen & Derivate Seite 18

19 Kennzahlenspiegel des Portfolios Bestandskennzahlen - Ermittlung zum Bewertungsstichtag - Bewertungsstichtag Tag der Durchführung der Analyse Analysezeitraum des Portfolios Gesamtverschuldung Davon Fremdwährung Derivate Anzahl der Darlehen Anzahl der Strukturierten Kredite Anzahl der Derivate 29,18 0,00 0,00 26* 1 0 () (0%) (0%) Zeitspanne, welche Gegenstand der Analyse ist (jährliche Betrachtungszeiträume) Absolute Höhe in Mio. EUR Absolute Höhe in Mio. EUR (in % der Gesamtverschuldung) Absolute Höhe in Mio. EUR (in % der Gesamtverschuldung) Anzahl der bestehenden Positionen im Portfolio Gesamtlaufzeit des Portfolios Enddatum des am längsten laufenden Darlehens bzw. Derivats im Portfolio Zinsbindungsquote 19,80% Alternativer Festzinssatz 2,54% Prozentualer Anteil von Krediten mit fester oder gesicherter Zinsbindung - unter Berücksichtigung von Derivaten - an der Gesamtverschuldung Einheitlicher äquivalenter Festzinssatz (in % p.a.), gegen den alle Zinszahlungen aus Darlehen und Derivaten für die Gesamtlaufzeit des Portfolios getauscht werden können Marktwert des Portfolios 30,82 Rückzahlungspreis sämtlicher Darlehen und Derivate in Mio. EUR Kurswert des Portfolios 105,62% Marktwertsensitivität -1,02% *) Berücksichtigung des geplanten Fremdkapitalbedarfs (siehe Anmerkungen). Verhältnis zwischen Marktwert des Portfolios und der Gesamtverschuldung, ausgedrückt als Kurswert des Portfolios Prozentuale Änderung des Marktwertes des gesamten Portfolios bei einer Parallelverschiebung der EUR-Zinskurve um plus 1% Seite 19

20 Kennzahlenspiegel des Portfolios Szenarioanalysen - Durchschnittszinsen und Zinszahlungen über den gesamten Analysezeitraum - Ø Zinslast in % p.a. Ø Zinslast in % p.a. Ø Zinslast in % p.a. Ø Zinslast in % p.a. 2,41% 3,31% 0,98% 4,48% Szenario 1: Termin-Zinsen Szenario 2: Termin-Zinsen plus 1,00% Szenario 3: Niedrigzins-Szenario Szenario 4: Hochzins-Szenario Durchschnittlich für alle Darlehen und Derivate zu zahlender Zinssatz vom im jeweiligen Szenario Summe aller Zinszahlungen Summe aller Zinszahlungen Summe aller Zinszahlungen Summe aller Zinszahlungen TEUR TEUR TEUR TEUR Szenario 1: Termin-Zinsen Szenario 2: Termin-Zinsen plus 1,00% Szenario 3: Niedrigzins-Szenario Szenario 4: Hochzins-Szenario Summe aller Zinszahlungen aus Darlehen und Derivaten vom im jeweiligen Szenario Seite 20

21 Gesamtverschuldung im Zeitablauf - Entwicklung Ihres Portfolios (unter konstanten, aktuellen Marktdaten gemäß Marktdatenübersicht) , ,00 Geplanter Fremdkapitalbedarf (in TEUR) Verbindlichkeiten (in TEUR) , , , , Verbindlichkeiten (in TEUR) Geplanter Fremdkapitalbedarf (in TEUR) Summe (in TEUR) Verbindlichkeiten (in TEUR) Geplanter Fremdkapitalbedarf (in TEUR) Summe (in TEUR) Seite 21

22 Portfoliostruktur im Zeitablauf - Darstellung der Volumina nach Zinssteuerungstyp (unter konstanten, aktuellen Marktdaten gemäß Marktdatenübersicht) Gesichert (TEUR) Variabel (TEUR) Gesichert (TEUR) Variabel (TEUR) Seite 22

23 Zinsänderungsrisiko u. -szenarien Der Terminzins (auch forward rate) bezeichnet einen Zinssatz, der für einen zukünftigen Zeitpunkt und Zeitraum gilt. Berechnen lässt er sich aus den Kassazinsen und den verschiedenen Laufzeiten. Man kann eine Zinskurve sowohl implizieren als auch diskontieren jedenfalls nach dem Prinzip der Arbitragefreiheit. In der kommenden Folie stellen wir Vier Szenarien dar Termin-Zinsen: Die Terminzinskurve stellt die Zinssätze für noch nicht feststehende Zinszahlungen dar. Sie werden auf Basis der Arbitragefreiheit aus aktuellen Zinssätzen (Bewertungsstichtag) risikoneutral abgeleitet Termin-Zinsen plus 1,00%: In diesem Szenario werden die Terminzinsen parallel um 1,00% nach oben verschoben. Niedrigzins-Szenario: Das Niedrigzins-Szenario wurde auf Basis der aktuellen Terminzinsen & Volatilitäten (Bewertungsstichtag) erstellt. Es stellt Zinssätze dar, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% noch unterschritten werden können. Hochzins-Szenario: Das Hochzins-Szenario wurde auf Basis der aktuellen Terminzinsen & Volatilitäten (Bewertungsstichtag) erstellt. Das Szenario bildet die Zinssätze ab, die mit einer Wahrscheinlichkeit von 20% noch überschritten werden können. Seite 23

24 Zusammenfassung der Ergebnisse Zinszahlungen im Zeitablauf je Szenario unter Berücksichtigung geplanten FK-Bedarf. Gesamt Zinszahlung (Termin-Zinsen) Zinszahlung (Termin-Zinsen + 1,00%) Zinszahlung (Niedrigzins-Szenario) Zinszahlung (Hochzins-Szenario) Differenz Terminzinsen zu Terminzinsen + 1,00% Seite 24

25 Zusammenfassung der Ergebnisse Zins- und Tilgungszahlungen im Zeitablauf je Szenario unter Berücksichtigung geplanten FK-Bedarf Gesamtzahlung (Termin Zinsen) Gesamtzahlung (Termin Zinsen + 1,00%) Gesamtzahlung (Niedrigzins Szenario) Gesamtzahlung (Hochzins Szenario) Gesamt Gesamtzahlung (Termin-Zinsen) Gesamtzahlung (Termin-Zinsen + 1, Gesamtzahlung (Niedrigzins-Szenario Gesamtzahlung (Hochzins-Szenario) Seite 25

26 Uni Graz Studie zur Kommunalverschuldung Aufgabe: Untersuchung der Zinssensivität öffentlicher Haushalte Fragestellung: Steigen die Einnahmen parallel zu steigenden Zinsen? Gibt es ein optimales Schulden-Portfolio? Seite 26

27 Uni Graz eine Studie zur Kommunalverschuldung Basisdaten Analysezeitraum Anzahl der ausgewerteten Gemeinden: 2427 Gesamtsumme der Erfassten Schulden: EUR 15,667,486, * Annahme 25 % fixe Refinanzierung: EUR 3,916871, Annahme 75% variable Refinanzierung: EUR 11,750,615, Bei einem Zinsanstieg für den variablen Teil kann die Zinsbelastung enorm wachsen! 1% EUR EUR 117,506, p.a. 3% EUR EUR 352,518, p.a. 5% EUR EUR 587,530, p.a. * ohne ausgelagerte Gesellschaften, Leasing und Derivate Seite 27

28 Status Mustergemeinde Schuldenstand EUR ,- Derzeitiger Gesamtzinsaufwand EUR davon 75 % variabler Anteil + 1 % EUR ,- dzt Aufwand + EUR ,- Mehraufwand EUR ,- Mustergemeinde Die Frage ist daher nicht, ob die Zinsen steigen, sondern viel mehr ob wir uns einen Zinsanstieg leisten können und wollen. + 3 % Mustergemeinde + 5 % EUR ,- dzt Aufwand + EUR ,- Mehraufwand EUR ,- EUR ,- dzt Aufwand + EUR ,- Mehraufwand EUR ,- Mustergemeinde Seite 28

29 Uni Graz Studie zur Kommunalverschuldung Ergebnis: Es gibt keinen empirisch nachvollziehbaren oder sonst wissenschaftlich belegbaren Zusammenhang zwischen Zinsanstieg und Einkommen Es gibt kein optimales Schulden-Portfolio Eine überwiegend variable Finanzierung beinhaltet ein (teils massives) Zinsänderungsrisiko Das Zinsänderungsrisiko bedingt gleichzeitig ein Liquiditätsrisiko Seite 29

30 Mögliche Lösungen - Fixzinskredit - Zinstauschgeschäft - Zinscap Seite 30

31 Zinstausch Funktionsweise fixer Zinssatz 3-Monats Euribor Kunde Ergebnis: Zahlung 3-Monats Euribor fließt in die Finanzierung ein fixer Zinssatz + Kreditmarge Achtung die Kreditmarge ist nicht versichert Finanzierung 3-Euribor + Kreditmarge Seite 31

32 Risikoprofil Kredit und Zinstausch Zinsaufwand 4% Zinslast steigt mit dem Euribor 2,50% Zinslast bleibt gleich 0,20% 3M Euribor steigt 0,20% 2,50% 4% 0% Euribor fällt, Zinslast auch Seite 32

33 Zinstausch Absicherung mittels fixer Zinsen. Chancen Kredite können kumuliert abgesichert werden. Zinstausch jederzeit zu Marktkonditionen veräußerbar Risiken Keine Partizipation an fallenden Zinsen. Vorzeitige Auflösung kann Kosten verursachen. Seite 33

34 Risikoprofil Kredit mit Zinscap Variabel verzinst Mit Cap Zinsaufwand 4% Zinslast steigt mit dem Euribor 4% Zinslast steigt bis zur Obergrenze 2% 2% 4% 3M Euribor 2% 2% 3M Euribor 4 % 0% Euribor fällt, Zinslast auch 0% Euribor fällt, Zinslast auch Seite 34

35 Zinscap Absicherung gegen steigende Zinsen. Chancen Partizipation an fallendem Zinsniveau. Kredite können kumuliert abgesichert werden. Zinscap jederzeit zu Marktkonditionen veräußerbar. Verlust der Capprämie. Risiken Hat der Kredit andere Zinsindikatoren oder Festsetzungstermine, besteht keine 100% deckungsgleiche Absicherung. Seite 35

36 Ein Rechenbeispiel für den Bürgermeister - Lösung Seite 36

37 Zusammenfassung Zins-, Kurs- und Liquiditätsmanagement ist sinnvoll Die Wahl der Mittel ist Geschmackssache Absicherung von Basisgeschäften darf nicht mit Spekulation (Optimierung) verwechselt werden Basis für Absicherungen in der Erste Bank ist immer ein Grundgeschäft Seite 37

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