TWIN-WIN-Zertifikate und VICTORY-Zertifikate

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1 TWIN-WIN-Zertifikate und VICTORY-Zertifikate

2 Die Zertifikatefamilie wird immer größer. Als eines der neuesten Mitglieder zählen TWIN-WIN- Zertifikate zu diesem Kreis. Zertifikate dahinter verbergen sich intelligente Finanzinstrumente mit klar definierten Auszahlungsprofilen. Sie als Investor erwerben durch den Kauf dieser Zertifikate den Anspruch auf einen Geldbetrag oder auf Lieferung von Aktien. Die Art der Tilgung entscheidet sich am Bewertungstag. Der Vorteil für Sie: Ganz gleich, in welche Richtung sich der Basiswert bewegt, Sie können sowohl an steigenden als auch an fallenden Kursen verdienen. Notiert der Basiswert, beispielsweise eine Aktie, am Bewertungstag über dem Basispreis, erhalten Sie als Inhaber eines TWIN-WIN-Zertifikates einen Geldbetrag, der mindestens dem Basiswert entspricht. Wenn der Hebelfaktor größer als 1,0 ist, nehmen Sie sogar überproportional an den Kursgewinnen teil. Doch auch aus fallenden Kursen können Sie als Gewinner hervorgehen. Denn mit TWIN-WIN- Zertifikaten partizipieren Sie auch an rückläufigen Notierungen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass die Kursverluste nicht übermäßig hoch ausfallen. Der TWIN-WIN-Mechanismus greift nämlich nur, wenn der Basiswert den PROTECT-Level des Zertifikates nicht berührt oder unterschreitet. Eine Alternative zu den TWIN-WIN-Zertifikaten bieten VICTORY-Zertifikate. Auch hier können Sie als Investor sowohl von steigenden als auch von fallenden Bewegungen des Basiswertes profitieren. Damit die VICTORY-Funktion wirkt, muss der Basiswert zuvor die Gewinnstufe erreichen. Gelingt dies, erhalten Sie bei Fälligkeit eine Rückzahlung in Höhe der Gewinnstufe. Zudem nehmen Sie von nun an an der Kursbewegung des Basiswertes teil ganz gleich, in welche Richtung diese erfolgt. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie die beiden modernen Finanzinstrumente im Detail funktionieren. Darüber hinaus erklärt die Broschüre die Funktionsweise anhand von Beispielen und gewährt Ihnen einen Blick hinter die Kulissen. Viel Spaß bei der Lektüre!

3 Inhalt Die Grundlagen 6 Das Wichtigste in Kürze 6 Der Emittent 7 Allgemeine Einführung 8 TWIN-WIN-Zertifikate 9 Der TWIN-WIN-Mechanismus 9 Die Basiswerte: Aktien und Indizes 11 Das Ertragsprofil 12 Zertifikat versus Aktie 13 Der Aufbau 14 Exkurs: Optionen 14 Die Rolle der Dividenden 17 TWIN-WIN-Cap-Zertifikate 21 Währungsabsicherung (Quanto-Funktion) 24 MULTI-TWIN-WIN-Zertifikate 26 VICTORY-Zertifikate die Alternative 30 Der VICTORY-Mechanismus 30 Das Ertragsprofil 31 Zertifikat versus Aktie 33 Der Aufbau 33 TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate 35 Szenario-Analyse 35 Fazit 39 Tipps für die Praxis 40 Die Auswahl 40 Die Kursentwicklung 42 Der Handel 44 Zertifikate als Geldanlage 45 Hinter den Kulissen 46 Die Besteuerung von Privatanlegern 46 Impressum 47

4 Die Grundlagen Die Grundlagen Die Grundlagen Das Wichtigste in Kürze Grundsätzlich zeichnen sich Zertifikate durch ein hohes Maß an Transparenz aus. Das Auszahlungsprofil am Laufzeitende ist klar definiert. Dabei ist jedes Zertifikat anders. Den Unterschied machen Parameter wie der Basisbetrag, die Laufzeit oder der Hebelfaktor aus. Der Emittent Ein TWIN-WIN-Zertifikat wird von einem Emittenten konzipiert und zum Kauf angeboten. Dabei handelt es sich meist um bekannte inländische Banken, Sparkassen oder genossenschaftliche Institute sowie um die deutschen Tochtergesellschaften internationaler Investmentbanken. Gegenwärtig bieten in Deutschland alle wichtigen Emissionshäuser derartige Zertifikate an. Da es sich bei TWIN-WIN-Zertifikaten aus rechtlicher Sicht um Inhaberschuldverschreibungen handelt, nimmt der Emittent die Rolle des Schuldners ein. Der Emittent erhält den Erlös aus dem Verkauf des Zertifikates und ist im Gegenzug verpflichtet, eine bestimmte Leistung zu erbringen, die in den Zertifikatsbedingungen für das TWIN-WIN-Zertifikat genau festgelegt ist. Die Zertifikat-Visitenkarte zeigt ein Beispiel: 1 Bei TWIN-WIN-Zertifikaten auf Aktien zahlt der Emittent bei Fälligkeit einen Geldbetrag, wenn der Kurs des Basiswertes am Bewertungstag über dem Basispreis liegt. Auch bei Notierungen unter dieser Schwelle erhält der Inhaber des Zertifikates einen Geldbetrag, wenn der PROTECT-Level während der Laufzeit nicht verletzt wurde. Notiert der Basiswert auf oder unter dem Basispreis, kann der Emittent alternativ Aktien liefern, wenn der PROTECT-Level verletzt wurde. Verpflichtung zur Zahlung oder zur Lieferung von Aktien Deutsche Telekom TWIN-WIN-Zertifikat ISIN DE 000 SBL 06F 8 1. Der Emittent ist die Bank, die das Zertifikat auf den Markt bringt. 2. Die Bezeichnung TWIN-WIN-Zertifikat charakterisiert den Typ des Zertifikates. 3. Die Deutsche-Telekom-Aktie ist der Basiswert, auf den sich das Zertifikat bezieht. Neben Aktien können sich TWIN- WIN-Zertifikate auch auf Indizes beziehen, wie etwa den DJ EURO STOXX 50 oder den NIKKEI Die ISIN-Nummer identifiziert das Zertifikat eindeutig. Alternativen hierzu sind die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die Valorennummer in der Schweiz. 5. Der Basispreis ist die entscheidende Kursmarke bei TWIN-WIN-Zertifikaten. Von diesem Punkt an wird die Performance des Zertifikates gemessen. 6. Der Hebelfaktor sagt aus, in welchem Maß sich die Auszahlung des Zertifikates bei Kurssteigerungen des Basiswertes oberhalb des Basispreises ändert. Ein Hebel von 1,60 bedeutet, dass der Auszahlungsbetrag des Zertifikates zum Laufzeitende um 1,60 Euro steigt, wenn der Basiswert um 1,00 Euro steigt (und bereits über dem Basispreis notiert). 7. Der PROTECT-Level markiert den Punkt, bis zu dem Sie vor Kursverlusten geschützt sind. 8. Das Bezugsverhältnis sagt aus, auf wie viele Einheiten des Basiswertes sich das Zertifikat bezieht. 9. Die Laufzeit gibt den Bewertungstag des Zertifikates an. Basispreis 5 13,30 Euro Hebelfaktor 6 2,00 PROTECT-Level 7 8,50 Euro Bezugsverhältnis 8 1:1 Laufzeit Da der Emittent die Rolle des Schuldners einnimmt, ist die Bonität also die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen von besonderer Bedeutung. Zwar gilt die Bonität der Kreditinstitute in Deutschland als zweifelsfrei. Doch die Verpflichtungen aus Zertifikaten unterliegen im Gegensatz zu Giro-, Termin- und Spareinlagen nicht der Einlagensicherung. Bei einer Insolvenz gibt es also keinen Schutz. Ebenso sollten Sie als Anleger auf die Expertise des Emittenten achten. Der Emittent sollte über ein umfassendes Know-how bei Zertifikaten und anderen verbrieften Derivaten verfügen. Diese Erfahrung garantiert Ihnen, dass Ihre Wünsche und Interessen berücksichtigt werden, also die Zertifikate attraktiv ausgestattet sind und jederzeit Preise gestellt werden, zu denen Sie kaufen und auch verkaufen können. Der Emittent sollte zudem über ein umfassendes Serviceangebot zum Thema verfügen und jederzeit aktuelle Kurse veröffentlichen. Sal. Oppenheim zählt nicht nur zu den führenden Emittenten von Zertifikaten. Das Bankhaus verbindet auch mit Erfolg Innovation und Tradition. Seit der Gründung im Jahr 1789 war Sal. Oppenheim zu jeder Zeit ein Motor des Fortschritts offen für neue Entwicklungen in Industrie und Wirtschaft, offen für Kunst und Kultur und natürlich immer offen für innovative Finanzprodukte. Sal. Oppenheim ist heute die führende Privatbank Europas. Sie befindet sich seit nunmehr 218 Jahren ausschließlich im Besitz von Privatpersonen. Diese Unabhängigkeit ist ein wichtiges Fundament für den geschäftlichen Erfolg. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Vermögensverwaltung und dem Investment Banking. Sal. Oppenheim betreut und verwaltet ein Vermögen von derzeit 148 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme betrug Mitte 2007 rund 38 Milliarden Euro bei einem Eigenkapital von über 2 Milliarden Euro. Rund Mitarbeiter arbeiten an 30 Standorten in Deutschland und in Europa. Bonität des Emittenten für Anleger von großer Bedeutung Derivate-Expertise und umfassender Service ein wichtiges Kriterium Innovation und Tradition seit mehr als 200 Jahren 6 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 7

5 Die Grundlagen TWIN-WIN-Zertifikate Bei Zertifikaten und anderen Derivaten in der Spitzengruppe Im Bereich der strukturierten Produkte zählt Sal. Oppenheim zu den führenden Emissionshäusern in Europa. Über Optionsscheine, Turboscheine, Aktienanleihen, Discount-, PROTECT- Bonus-, Outperformance-, EXPRESS-, VICTORY- und sonstige Zertifikate werden privaten und institutionellen Anlegern in Deutschland, der Schweiz, in Italien und Österreich derzeit angeboten. Bezogen auf die Umsätze zählt das Privatbankhaus in Deutschland zu den Top 5. Für institutionelle Anleger strukturiert das Bankhaus auch innovative Portfolioangebote im Rahmen von Privatplatzierungen oder OTC-Geschäften. Allgemeine Einführung Zertifikate sind moderne Geldanlageinstrumente, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Das Derivate-Forum, ein Zusammenschluss der führenden Emittenten, zu dem auch Sal. Oppenheim gehört, schätzt, dass deutsche Anleger Ende 2006 schon mehr als 120 Milliarden Euro in Zertifikaten investiert haben. TWIN-WIN-Zertifikate Der TWIN-WIN-Mechanismus Auch TWIN-WIN-Zertifikate zeichnen sich durch ein klares Auszahlungsprofil aus, das von verschiedenen Parametern bestimmt wird. Beispiel: ein TWIN-WIN-Zertifikat auf die XY-Aktie mit einem Basispreis von 100,00 Euro und drei Jahren Laufzeit bis zum 18. März Der Hebelfaktor beträgt 1,5. Der PROTECT-Level liegt bei 80,00 Euro. Während diese Größen von vornherein feststehen, ist der Kurs des Basiswertes variabel. Er bestimmt letztlich über die Höhe der Rückzahlung bei Fälligkeit. Dabei spielt nicht nur der Kurs am Bewertungstag eine Rolle, sondern auch die Kursentwicklung während der Laufzeit. Doch hierzu später mehr. Beliebtes Anlageinstrument mit vielfältigen Varianten Der Begriff Zertifikat ist keine rechtlich geschützte Bezeichnung. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von derivativen Wertpapieren. In den vergangenen beiden Jahren hat sich bei verbrieften Derivaten die Einteilung in Hebelprodukte, wie Optionsscheine und Turboscheine, sowie Anlageprodukte durchgesetzt. Zu den Anlageprodukten zählen Anlagezertifikate und strukturierte Anleihen. Basiswert PROTECT-Level Elemente des TWIN-WIN-Zertifikates Basispreis Sal. Oppenheim als einer der führenden Emittenten bietet bereits eine Vielzahl verschiedener Zertifikate an. Dazu zählen beispielsweise Indexzertifikate, die bekannte Börsenindizes wie den DAX oder den DJ EURO STOXX 50 eins zu eins nachbilden, oder auch Basket-Zertifikate, die sich auf einen Aktienkorb beziehen. Ausgefeilte Produkte wie PROTECT-Bonus-, VICTORY-, EXPRESS-, Discount-, Outperformance- und TWIN-WIN-Zertifikate komplettieren die Palette. Laufzeit Hebelfaktor Zertifikate mit unterschiedlichen Chance- und Risikoprofilen Das Risiko ist bei Zertifikaten deutlich geringer als bei Hebelprodukten. Die einzelnen Typen weisen aber deutliche Unterschiede in ihrem Risikoprofil auf. Am risikoärmsten sind Garantiezertifikate, die ihrem Besitzer eine Rückzahlung in Höhe des Ausgabepreises sichern. Mit Airbag- und Bonus-Zertifikaten setzen Investoren auf Teilabsicherungsstrategien. Der Käufer von TWIN-WIN- und VICTORY-Zertifikaten geht ein Kursrisiko ein, das mit dem der zugrunde liegenden Aktien oder Indizes vergleichbar ist. Genau wie die Risiken unterscheiden sich auch die Gewinnchancen der einzelnen Zertifikatevarianten. Wie bei anderen Geldanlagen gilt: Je höher das Risiko, umso größer ist auch die Renditemöglichkeit. Es liegt auf der Hand, dass ein Garantiezertifikat, das Kursverluste ausschließt, geringere Ertragschancen bietet als beispielsweise ein Outperformance-Zertifikat. Genau wie bei anderen Zertifikatearten steht der Anleger auch bei TWIN-WIN-Papieren vor der Frage: Aktie oder Zertifikat? Er kann die Aktie direkt erwerben oder den indirekten Weg über ein Zertifikat gehen. Am ersten Verkaufstag sind TWIN-WIN-Zertifikate auf Aktien in der Regel genauso teuer wie der zugrunde liegende Basiswert. Im Beispiel der XY AG kosten sowohl die Aktie als auch das Zertifikat zunächst 100,00 Euro. Dieser Preis entspricht auch dem Basispreis des TWIN-WIN-Zertifikates. Es ist eine der entscheidenden Schwellen, die bestimmen, ob das Investment ein Erfolg wird oder nicht. Anlageentscheidung: Aktie oder TWIN-WIN-Zertifikat? 8 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 9

6 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Kurs am Bewertungstag und Kursverlauf bestimmen die Rückzahlung Die Laufzeit von TWIN-WIN-Zertifikaten ist klar definiert. Im Beispiel hat das Zertifikat auf die XY- Aktie eine Laufzeit von drei Jahren. Sie endet am 18. März Für die Rückzahlung ist zum einen der Kurs der XY-Aktie am Bewertungstag relevant, der in der Regel eine Woche vor dem Fälligkeitstag terminiert wird. Der Börsenhandel wird meist einen Tag vor dem Bewertungstag eingestellt. Zum anderen bestimmt die Kursentwicklung während der Laufzeit die Rückzahlungsmodalitäten. Die entscheidende Frage ist, ob sich die XY-Aktie immer über dem PROTECT-Level von 80,00 Euro behaupten konnte oder ob sie diese Grenze berührt oder durchschritten hat? Insgesamt ergeben sich für TWIN-WIN-Zertifikate vier Rückzahlungsmöglichkeiten: 1. Die XY-Aktie notierte während der Laufzeit immer über dem PROTECT-Level von 80,00 Euro. Bei Fälligkeit notiert sie über dem Basispreis von 100,00 Euro. In diesem Fall erhält der Inhaber folgenden Betrag: Auszahlungsbetrag = Basispreis + (Aktienkurs Basispreis) x Hebelfaktor Sollte die XY-Aktie bei 110,00 Euro notieren, bekäme der Anleger 115,00 Euro je Zertifikat (100,00 + (110,00 100,00) x 1,5). Die Gutschrift des Geldbetrages bzw. die Lieferung der Aktien erfolgt spätestens am Fälligkeitstag, der meist fünf Bankarbeitstage nach dem Bewertungstag terminiert wird. Im Beispiel ist der Fälligkeitstag der 18. März Am ersten Verkaufstag kann der Investor Aktie und TWIN-WIN-Zertifikat zu etwa gleichen Kursen erwerben. Das Verlustrisiko der TWIN-WIN-Zertifikate ist mit dem direkten Aktienkauf vergleichbar. Im ungünstigsten Fall erhält der Inhaber bei Fälligkeit die Aktie und muss die gleichen Verluste tragen wie der Aktionär. Die Voraussetzung ist natürlich, dass der Kauf von Aktie und Zertifikat zu vergleichbaren Kursen erfolgte. Während die Verlustrisiken vergleichbar sind, bieten TWIN-WIN-Zertifikate ein Ertragsprofil, das einem Direktinvestment in eine Aktie überlegen ist. Der Inhaber des Zertifikates kann überproportional an Kursgewinnen des Basiswertes teilnehmen. Zudem kann er bis zu einem gewissen Punkt Verluste in Gewinne wandeln und genießt somit mehr als eine Teilabsicherung. Einen Vorteil hat der Aktionär jedoch: Er verdient nicht nur an den Kurssteigerungen, sondern auch an den Dividendenzahlungen. Dem Zertifikatkäufer entgehen die Ausschüttungen. Denn der Emittent benötigt die Dividenden, um die Struktur des TWIN-WIN-Zertifikates zu finanzieren. Die Anzahl der Dividendentermine während der Laufzeit und die erwartete Höhe der Dividenden beeinflussen daher maßgeblich die Höhe des Hebelfaktors und des PROTECT-Levels. Vergleichbares Verlustrisiko, höhere Gewinnchancen 2. Es gelingt der XY-Aktie zwar, sich permanent über dem PROTECT-Level zu halten. Doch bei Fälligkeit notiert sie unter dem Basispreis bei 92,00 Euro. Die Basiswerte: Aktien und Indizes Der Auszahlungsbetrag errechnet sich wie folgt: Auszahlungsbetrag = Basispreis + (Basispreis Aktienkurs) Der Anleger erhält 108,00 Euro (100,00 + (100,00 92,00)). 3. Die XY-Aktie rutscht zwischenzeitlich unter den PROTECT-Level von 80,00 Euro. Dank einer Kurserholung notiert sie bei Fälligkeit aber über dem Basispreis bei 110,00 Euro. Der Auszahlungsbetrag errechnet sich nun wie im ersten Fall: Auszahlungsbetrag = Basispreis + (Aktienkurs Basispreis) x Hebelfaktor Der Anleger bekommt 115,00 Euro. 4. Die XY-Aktie fällt zwischenzeitlich unter den PROTECT-Level und notiert am Laufzeitende unter dem Basispreis bei 87,00 Euro. Der Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates bekommt Aktien geliefert. Auszahlungsbetrag = Aktie. TWIN-WIN-Zertifikate können sich auf Aktien oder Indizes beziehen. In der Praxis sind einzelne Aktien die häufigsten Basiswerte. Obwohl TWIN-WIN-Zertifikate noch relativ junge Finanzprodukte sind, bietet Sal. Oppenheim bereits Zertifikate auf mehr als 20 verschiedene Aktien an. Darunter befinden sich bekannte DAX-Titel wie Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, E.ON, ThyssenKrupp und TUI sowie Standardtitel aus dem europäischen Ausland wie etwa Aegon N.V., ING N.V. und Royal Dutch Shell Group. In der Regel bezieht sich ein Zertifikat auf eine Aktie (Bezugsverhältnis eins zu eins). Es wäre aber auch denkbar, dass sich ein TWIN-WIN- Zertifikat auf einen Bruchteil, zum Beispiel ein Zehntel einer Aktie, bezieht. Neben TWIN-WIN-Zertifikaten auf einzelne Aktien bietet Sal. Oppenheim TWIN-WIN-Index- Zertifikate an. Diese beziehen sich auf den DJ EURO STOXX 50 oder auf den NIKKEI 225. Der DJ EURO STOXX 50 ist ein Kursbarometer, das die wichtigsten 50 Aktien der Eurozone zusammenfasst. Der NIKKEI 225 beinhaltet die 225 größten und wichtigsten japanischen Titel, die an der Börse Tokio gehandelt werden. TWIN-WIN-Index-Zertifikate bieten gegenüber Zertifikaten auf Aktien einen entscheidenden Vorteil: Sie als Investor partizipieren nicht nur an der Kursentwicklung einer einzelnen Aktie, sondern an einem breiten Aktienkorb. Beim DJ EURO STOXX 50 investieren Sie gleich in 50 Titel, beim NIKKEI 225 sogar in 225 Titel. Sie erzielen somit eine breite Risikostreuung und senken Ihr Anlagerisiko. Standardaktien, Nebenwerte, Indizes: Umfangreiches Angebot an Basiswerten 10 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 11

7 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Der Hebelfaktor bleibt in jedem Fall erhalten Das Ertragsprofil Der Wert eines TWIN-WIN-Zertifikates am Laufzeitende hängt von zwei Dingen ab: von der Kursentwicklung während der Laufzeit und von dem Kurs des Basiswertes am Bewertungstag. Die folgende Grafik zeigt das Ertragsprofil eines TWIN-WIN-Zertifikates auf die Aktie der XY AG bei Fälligkeit: Notiert die XY-Aktie jedoch unter dem Basispreis, ohne zuvor den PROTECT-Level verletzt zu haben, greift der TWIN-WIN-Mechanismus. Im Vergleich zum Direktinvestment wandelt sich ein Verlust in einen Gewinn von gleicher Höhe. Der Inhaber erhält dann den Basispreis von 100,00 Euro plus die positive Differenz zwischen Aktienkurs und Basispreis. Bei einem Kurs von 90,00 Euro bekommt der Zertifikateinhaber 110,00 Euro. Notiert die XY-Aktie bei 85,00 Euro, kassiert der Investor sogar 115,00 Euro. Den Wert am Ende der Laufzeit, der auch als innerer Wert bezeichnet wird, bekommt der Inhaber des Zertifikates spätestens am Fälligkeitstag gutgeschrieben. Verluste bis zum PROTECT-Level wandeln sich am Laufzeitende eins zu eins in Gewinne TWIN-WIN-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Zertifikat versus Aktie Aktienkurs in Euro TWIN-WIN-Zertifikat Aktie Nun stellt sich die Frage, ob das TWIN-WIN-Zertifikat oder ein Direktinvestment in eine Aktie die bessere Alternative gewesen wäre. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass das TWIN-WIN- Zertifikat meist eine überlegene Kursentwicklung zeigt. Bei einem Aktienkurs über dem Basispreis von 100,00 Euro bringt das Zertifikat den höheren Gewinn. Auch bei Kursen zwischen dem PROTECT-Level von 80,00 Euro und dem Basispreis von 100,00 Euro ist das Zertifikat überlegen, wenn der PROTECT-Level während der Laufzeit nicht von der XY-Aktie berührt oder unterschritten wurde. Annahme: PROTECT-Level während der Laufzeit nicht erreicht. Das TWIN-WIN-Zertifikat auf die XY-Aktie hat eine Laufzeit von drei Jahren. Es ist mit einem Basispreis von 100,00 Euro und einem Hebel von 1,5 ausgestattet. Der PROTECT-Level befindet sich bei 80,00 Euro. Bei Kursen von 80,00 Euro und darunter erhält der Anleger bei Fälligkeit entweder direkt Aktien oder den entsprechenden Gegenwert in bar. Somit ist die Kursentwicklung von Zertifikat und direktem Aktieninvestment identisch. Die Rendite ist ebenfalls identisch, wenn die XY-Aktie bei exakt 100,00 Euro schließt. Dann erzielen der Aktionär und der Inhaber des TWIN-WIN- Zertifikates eine Rendite von plus minus null. Dies gilt natürlich nur unter der Annahme, dass der Aktionär keine Dividendenzahlungen während der Laufzeit vereinnahmt hat. Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag über dem Basispreis von 100,00 Euro, bekommt der Inhaber des Zertifikates bei Fälligkeit einen Geldbetrag, unabhängig davon, ob die XY-Aktie zuvor den PROTECT-Level von 80,00 Euro berührt oder durchschritten hat. Der Betrag setzt sich aus dem Basispreis von 100,00 Euro zuzüglich der Differenz zwischen Aktienkurs und Basispreis multipliziert mit dem Hebelfaktor zusammen. Der Hebelfaktor und somit die Chance auf einen überproportionalen Gewinn bleibt also in jedem Fall erhalten. Bei einem Aktienkurs von 110,00 Euro bekommt der Inhaber des Zertifikates 115,00 Euro, bei einem Aktienkurs von 120,00 Euro sind es 130,00 Euro. RENDITEN VON AKTIE UND TWIN-WIN-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH (OHNE DIVIDENDE) Aktienkurs TWIN-WIN-Zertifikat Aktie Art der Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Verlust 70,00 Aktie 70,00-30,0% -30,0% 80,00 Aktie 80,00-20,0% -20,0% 90,00 Aktie 110,00 10,0% -10,0% 100,00 Aktie 100,00 0,0% 0,0% 110,00 Geldbetrag 115,00 15,0% 10,0% 120,00 Geldbetrag 130,00 30,0% 20,0% 130,00 Geldbetrag 145,00 45,0% 30,0% 140,00 Geldbetrag 160,00 60,0% 40,0% Sollte die XY-Aktie unter dem Basispreis von 100,00 Euro notieren, rückt der PROTECT-Level ins Blickfeld. Wenn die XY-Aktie diese Schwelle berührt oder durchschritten hat, bekommt der Anleger Aktien geliefert und muss Verluste realisieren, wenn der Kaufpreis wie im Beispiel 100,00 Euro betrug. 12 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 13

8 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Der Aufbau Optionspreis = Innerer Wert + Zeitwert Kombination aus Call- Optionen und exotischen Put-Optionen Das Beispiel der XY-Aktie hat gezeigt, dass sich das Auszahlungsprofil von TWIN-WIN- Zertifikaten recht einfach nachvollziehen lässt. Der Inhaber bekommt entweder Aktien oder einen Geldbetrag in Höhe des inneren Wertes. Dieser Betrag wird vor allem durch den Kurs des Basiswertes bestimmt. Während der Laufzeit kann der Kurs des TWIN-WIN-Zertifikates von seinem inneren Wert abweichen. Der Grund hierfür liegt in der Struktur des Zertifikates. Wie bei den meisten verbrieften Derivaten investiert auch der Käufer eines TWIN-WIN-Zertifikates indirekt in Optionskomponenten. Im Prinzip kauft der Investor eine Aktienoption mit Basispreis null (Zero- Strike-Call), der die Aktie ohne Dividendenanspruch nachbildet, sowie Kaufoptionen (Calls) mit einem Strike in Höhe des Basispreises des Zertifikates auf die zugrunde liegende Aktie. Darüber hinaus erwirbt der Anleger indirekt zwei exotische Verkaufsoptionen, in diesem Fall zwei Downand-Out-Puts. TWIN-WIN-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Optionen + 2 Down-and-Out-Put-Optionen Der Kurs des gesamten Zertifikates ist daher die Summe aus mehreren Einzelteilen: dem Kurs des Zero-Strike-Calls, dem Kurs der anderen Call-Optionen und der zwei Down-and-Out-Put- Optionen. Es ist daher nicht ganz einfach, die Struktur von TWIN-WIN-Zertifikaten zu verstehen. Auf den nächsten Seiten steigen wir etwas tiefer in die Materie ein. Der Exkurs behandelt die Grundlagen der Optionsgeschäfte. Exkurs Optionen Hierbei wird der innere Wert einer Option nur vom Kurs des Basiswertes beeinflusst. Eine Kaufoption (Call) auf eine Aktie gewinnt an Wert, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie steigt. Und sie verbilligt sich, wenn der Basiswert fällt. Bei einer Verkaufsoption (Put) ist es umgekehrt. Somit setzt der Anleger mit Call-Optionen auf steigende Notierungen, während er mit Put- Optionen von fallenden Preisen des Basiswertes profitiert. Die inneren Werte von Calls und Puts auf Aktien lassen sich wie folgt berechnen: Innerer Wert (Call) = (Aktienkurs Basispreis)/Bezugsverhältnis Innerer Wert (Put) = (Basispreis Aktienkurs)/Bezugsverhältnis Während sich der innere Wert einer Option recht einfach ermitteln lässt, gestaltet sich die Berechnung des Zeitwertes deutlich schwieriger. Der Käufer der Option zahlt einen Aufpreis auf den inneren Wert für die Chance, dass sich der Basiswert in die gewünschte Richtung bewegt und den inneren Wert der Option vergrößert. Der Zeitwert nimmt während der Laufzeit ab und sinkt am Fälligkeitstag auf null. Dabei erfolgt der Zeitwertverlust nicht linear. Er beschleunigt sich während der Laufzeit und ist kurz vor Fälligkeit besonders groß. Der Zeitwert wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Er ist beispielsweise umso größer, je länger die Laufzeit der Option ist. Wenn bis zum Fälligkeitstag ein langer Zeitraum verstreicht, ist es schließlich wahrscheinlicher, dass der Basiswert die gewünschte Bewegung vollzieht und die Option einen zusätzlichen inneren Wert ansammelt. Auch die vom Markt erwartete Schwankungsbreite (implizite Volatilität) des Basiswertes beeinflusst den Zeitwert. Eine steigende implizite Volatilität erhöht den Optionspreis, während eine rückläufige Volatilität die Option verbilligt. Der Zeitwert nimmt exponentiell mit der Restlaufzeit ab Optionen zählen neben Futures zu den Termingeschäften Optionen, die an Terminbörsen wie der Eurex gehandelt werden, gehören neben Futures zu den Termingeschäften. Eine Option ist das Recht, einen bestimmten Basiswert (zum Beispiel eine Aktie oder einen Index) zu einem klar festgelegten Basispreis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dieses Recht gilt während einer bestimmten Laufzeit. Das Bezugsverhältnis sagt aus, wie viele Optionen nötig sind, um eine Einheit des Basiswertes zu kaufen oder zu verkaufen. Bei einem Bezugsverhältnis von 10 zu 1 beziehen sich zehn Optionen auf eine Einheit des Basiswertes. Wenn der Inhaber das Recht der Option während der Laufzeit ausüben kann, dann spricht man von einer Amerikanischen Option. Das Pendant hierzu ist die Europäische Option, die der Inhaber nur am Laufzeitende ausüben kann. Für dieses Recht zahlt der Käufer einen Preis, den Optionspreis, der sich wiederum aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammensetzt. Der Einfluss der Volatilität ist bei Optionen aus dem Geld und am Geld sehr hoch. Als aus dem Geld bezeichnet man eine Option, deren Basiswert unter (Call) bzw. über (Put) dem Basispreis notiert. Bei Optionen im Geld steht der Basiswert über (Call) bzw. unter (Put) dem Basispreis. Optionen werden als am Geld bezeichnet, wenn der Basiswert in der Nähe des Basispreises notiert. Neben Laufzeit und Volatilität wird der Zeitwert bei Aktien von den erwarteten Dividenden sowie vom Zinsniveau beeinflusst. 14 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 15

9 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Einflussfaktor Optionspreis Call Optionspreis Put Basiswert steigt + Längere Laufzeit + + Implizite Volatilität steigt + + Erwartete Dividende steigt + Zinsniveau steigt + Die Rolle der Dividenden In TWIN-WIN- und VICTORY-Zertifikaten stecken exotische Optionen Neben gewöhnlichen Call- und Put-Optionen gibt es inzwischen eine Reihe exotischer Optionen, die sich durch besondere Zahlungsprofile auszeichnen. Zu den bekanntesten Exoten gehören die Korridor-Optionsscheine, die an Wert gewinnen, wenn der Basiswert innerhalb einer bestimmten Bandbreite (Korridor) verharrt. Andere exotische Optionen liefern digitale oder stufenweise Auszahlungsprofile. Zum besseren Verständnis von TWIN-WIN- und VICTORY-Zertifikaten ist eine Betrachtung der folgenden beiden Varianten nötig: Down-and-Out-Put und Up-and-In-Put. Bei beiden handelt es sich um exotische Verkaufsoptionen (Put). Genau wie klassische Put-Optionen gewinnen sie an Wert, wenn der Kurs des zugehörigen Basiswertes fällt. Up-and-In-Put-Optionen müssen jedoch erst aktiviert werden, bevor sie einen inneren Wert erzielen können. Dazu muss der Basiswert eine Kursmarke berühren oder durchschreiten, die über (Up) dem Kursniveau liegt. Down-and-Out-Put-Optionen funktionieren quasi umgekehrt. Sie verhalten sich zunächst wie eine gewöhnliche Verkaufsoption. Das heißt, sie gewinnen bei fallenden Notierungen des Basiswertes hinzu. Sollte der Basiswert jedoch so stark sinken, dass er die Down-and-Out-Schwelle berührt oder durchschreitet, verfällt die Down-and-Out-Option wertlos. Optionen zeichnen sich generell durch hohe Gewinnchancen bei ebenfalls hohen Risiken aus. Mit Optionsscheinen, Turboscheinen und anderen Hebelprodukten können risikofreudige Anleger Gewinne von 100 Prozent und mehr erzielen, aber auch einen Totalverlust erleiden. Aus diesem Grund ist für den Erwerb dieser Produkte die Termingeschäftsfähigkeit nötig. Bevor eine Bank ihren Kunden Optionsscheine oder Turbos verkauft, muss sie über die besonderen Risiken aufklären. Für den Kauf von TWIN-WIN-, VICTORY- und anderen Anlagezertifikaten ist in der Regel keine Termingeschäftsfähigkeit notwendig. Zwar sind in diesen Produkten Optionskomponenten enthalten. Sie dienen hier jedoch nicht der Spekulation, sondern werden gezielt eingesetzt, um Ertragschancen zu vergrößern und/oder Risiken zu minimieren. Das Risiko von Anlagezertifikaten ist in der Regel mit einem Direktinvestment in eine Aktie oder einen Index vergleichbar. Oftmals ist es sogar niedriger. TWIN-WIN-Zertifikate bestehen aus einer Aktienkomponente, aus Call-Optionen sowie aus exotischen Down-and-Out-Put-Optionen. Aufgrund dieser verschiedenen Bauteile hängt der Kurs des Zertifikates von mehreren Faktoren ab. Der Exkurs an den Terminmarkt hat gezeigt, dass verschiedene Komponenten wie der Kurs des Basiswertes oder die Volatilität den Kurs der Optionen und somit auch den Preis des Zertifikates beeinflussen. Das führt dazu, dass der Preis des Zertifikates während der Laufzeit von seinem inneren Wert abweichen kann. Der Auszahlungsbetrag bei Fälligkeit richtet sich dagegen nur nach dem Kurs des Basiswertes und dem vorher festgelegten Hebelfaktor. Denn der Zeitwert der Optionen hat sich zu diesem Zeitpunkt auf null reduziert. Darüber hinaus ist es natürlich wichtig, ob der PROTECT-Level während der Laufzeit verletzt wurde. Es ist klar, dass ein TWIN-WIN-Zertifikat umso attraktiver ist, je größer das Sicherheitspolster und je höher der Hebelfaktor ist. Wie groß beide Komponenten ausfallen, hängt vor allem von der Laufzeit des Zertifikates und von der Dividende ab, die der zugrunde liegende Basiswert abwirft. Wie bei vielen verbrieften Derivaten verzichtet der Investor auch bei TWIN-WIN-Zertifikaten auf diese Ausschüttungen, denn der Emittent benötigt die Dividenden zur Finanzierung der Struktur. Oder, anders formuliert: Der Anleger investiert seine Dividenden indirekt in Kaufoptionen sowie in Down-and-Out-Puts. Diese Optionen können ihren Wert während der Laufzeit vervielfachen oder im ungünstigsten Fall wertlos verfallen. Es ist offensichtlich, dass die Konditionen des Zertifikates umso attraktiver ausfallen, je mehr Dividende für den Kauf der Optionen zur Verfügung steht. Denn in diesem Fall kann der Emittent entweder mehr Call-Optionen erwerben. Oder der Emittent kann Down-and-Out-Puts mit einer tieferen Knock-Out-Schwelle kaufen, die dem Inhaber des Zertifikates dann ein größeres Sicherheitspolster bieten. Eine hohe erwartete Dividende wirkt sich somit positiv auf den Hebel und auf das Teilabsicherungselement des TWIN-WIN-Zertifikates aus. Nicht ohne Grund bieten Zertifikate auf dividendenstarke Basiswerte wie den DJ EURO STOXX 50 oder die Aktie der Deutschen Telekom besonders attraktive Konditionen. Eine lange Laufzeit wirkt sich ebenfalls positiv auf den Hebelfaktor und den Teilschutz aus. Zwar sind Optionen mit längeren Laufzeiten teurer. Doch es vergehen mehr Ausschüttungstermine und die erwartete zu vereinnahmende Gesamtdividende wächst. Bleibt die implizite Volatilität des Basiswertes als letzte wichtige Einflussgröße. Wie im Exkurs bereits aufgezeigt wurde, ist der Optionspreis von klassischen Call- und Put-Optionen bei einer hohen Schwankungsbreite des zugehörigen Basiswertes höher. In TWIN-WIN-Zertifikaten sind jedoch neben den herkömmlichen Call-Optionen auch exotische Down-and-Out-Puts enthalten. Höhe der Dividenden für den Hebelfaktor entscheidend Niedrige Volatilität für TWIN-WIN-Zertifikate tendenziell vorteilhaft 16 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 17

10 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Auszahlungsprofil einer Down-and-Out-Put- Option Prinzipiell wäre eine hohe Volatilität für einen Put von Vorteil. Denn bei hohen Schwankungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Basiswert die gewünschte Bewegung nach unten vollzieht und somit einen inneren Wert aufbaut. Ein Down-and-Out-Put besitzt allerdings zusätzlich eine Down-and-Out-Schwelle unterhalb des Basispreises, wie das folgende Beispiel zeigt. Alles in allem kommt eine niedrige Volatilität TWIN-WIN-Zertifikaten entgegen, da die im Zertifikat enthaltenen Call-Optionen dann günstiger werden. Wenn die Calls billiger werden, steht auch mehr Geld für den Erwerb der Down-and-Out-Puts zur Verfügung, was einen tieferen Sicherheitslevel beim Zertifikat ermöglicht. Niedrige Volatilität und hohe Dividenden vorteilhaft Die Grafik zeigt das Auszahlungsprofil eines Down-and-Out-Puts mit einem Basispreis von 100,00 Euro und einem Bezugsverhältnis von eins zu eins. Die Barriere liegt bei 80,00 Euro. Hohe Dividenden sind ein klarer Vorteil. Denn bei hohen Ausschüttungen erhält der Emittent mehr Geld für den Erwerb der Optionskomponenten. GEWINN- UND VERLUSTPOTENZIAL EINER DOWN-AND-OUT-PUT-OPTION (SICHT INHABER) Einflussfaktor Höhe des Hebelfaktors/Höhe des Sicherheitspolsters Basiswert steigt + Längere Laufzeit + 20 Implizite Volatilität steigt Der Down-and-Out-Put hat einen Preis von 2,50 Euro. Bei Kursen über 100,00 Euro würde der Inhaber einen Verlust in Höhe des gezahlten Optionspreises von 2,50 Euro realisieren. Denn der innere Wert des Puts ist bei Kursen über dem Basispreis null. Fällt der Kurs des Basiswertes unter 100,00 Euro, sammelt der Down-and-Out-Put zunächst einen inneren Wert an. Ab Kursen unter 97,50 Euro gelangt der Inhaber der Option in die Gewinnzone. Der Gewinn wächst nun an, solange der Basiswert nicht den Down-and-Out-Level bei 80,00 Euro tangiert oder unterschreitet. Kommt es zu einer Verletzung dieser Barriere, wird der Down-and- Out-Put wertlos. Der Inhaber realisiert dann einen Verlust in Höhe des Optionspreises von 2,50 Euro. Das Beispiel zeigt das Dilemma von Down-and-Out-Put-Optionen. Notiert der Basiswert des Puts über oder in der Nähe des Basispreises, ist eine hohe Volatilität zunächst vorteilhaft. Je mehr sich der Basiswert jedoch dem Down-and-Out-Level nähert, umso problematischer werden die Schwankungen. Eine hohe Volatilität ist dann ein Nachteil, da die Gefahr einer Verletzung des Down-and-Out-Levels zunimmt. Über den Einfluss der Volatilität auf Down-and-Out-Put- Optionen lässt sich somit keine eindeutige Aussage treffen. Wie die Tabelle zeigt, sind hohe Dividendenrenditen, lange Laufzeiten und niedrige implizite Volatilitäten für TWIN-WIN-Zertifikate vorteilhaft. Besonders groß ist der Einfluss der Dividenden auf die Attraktivität der TWIN-WIN-Zertifikate. Bei Zertifikaten auf Aktien von sehr ausschüttungsfreudigen Gesellschaften sind höhere Hebelfaktoren möglich. Oder der Emittent kann den Abstand des Sicherheitslevels vom Basispreis vergrößern und somit ein größeres Sicherheitspolster schaffen. Aus Sicht des Inhabers des TWIN- WIN-Zertifikates ist jedoch auch die entgangene Dividende besonders hoch, die er beim Kauf der Aktie oder bei einem Investment in einen Performance-Index vereinnahmt hätte. Investoren sollten aus diesem Grund die Ausschüttungen im Auge behalten. Um den Einfluss der Dividenden etwas näher zu beleuchten, verfeinern wir das Beispiel von Seite 12. Zur Erinnerung: Das TWIN-WIN-Zertifikat auf die XY-Aktie hat eine Laufzeit von drei Jahren. Es besitzt einen Basispreis von 100,00 Euro. Der Hebel beträgt 1,5. Der PROTECT- Level liegt bei 80,00 Euro. Während der dreijährigen Laufzeit schüttet die XY AG dreimal Dividende aus. Wenn das TWIN-WIN-Zertifikat auf den Markt kommt, wissen natürlich weder der Anleger noch der Emittent, wie hoch die Dividendenzahlungen der XY AG genau ausfallen werden. Es gibt jedoch Dividendenschätzungen von Aktienexperten. In unserem Beispiel erwarten Analysten eine Dividende von 1,50 Euro für das erste Jahr. Im zweiten Jahr gehen die Experten von einer Dividendenerhöhung auf 1,70 Euro aus. Im dritten Jahr soll die Ausschüttung schließlich auf 1,80 Euro steigen. Diese Schätzungen fließen in die Berechnung der Optionen ein und damit auch in das TWIN-WIN-Zertifikat. Bei Dividenden sind die Schätzungen der Analysten relevant 18 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 19

11 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Um das Beispiel etwas zu vereinfachen, vernachlässigen wir Transaktionskosten, Steuern und mögliche Erträge aus der Wiederanlage der Dividenden. Wir gehen davon aus, dass dem Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates in den drei Jahren Laufzeit die komplette ausgeschüttete Dividende von insgesamt 5,00 Euro entgeht. In der Praxis fällt die entgangene Dividende meist geringer aus. Schließlich kann der Aktionär die Ausschüttungen in der Regel nicht komplett behalten. Zudem gehen wir davon aus, dass der Aktionär die Dividenden nicht reinvestiert. Die Wiederanlage der Ausschüttungen hat ohnehin nur geringen Einfluss. TWIN-WIN-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Gewinn/Verlust in % 50% 40% 30% 20% 10 % 0% 10% TWIN-WIN-Zertifikat Aktie inkl. Dividende 20% Aktienkurs in Euro 30% Das Auszahlungsprofil am Laufzeitende verschiebt sich nun etwas zugunsten der Aktie. Bei Kursen unterhalb der PROTECT-Schwelle ist die Performance von Aktie und TWIN-WIN-Zertifikat nicht mehr gleich. Da der Aktionär während der Laufzeit 5,00 Euro an Dividenden vereinnahmt, erleidet er einen geringeren Verlust. Das Direktinvestment wäre hier die bessere Alternative. Wenn die XY-Aktie bei Fälligkeit über dem Sicherheitslevel von 80,00 Euro notiert (und diesen auch während der Laufzeit nie berührt oder unterschritten hat), kommt der TWIN-WIN- Mechanismus zum Tragen. Bei einer Betrachtung ohne Berücksichtigung der Dividenden wäre das TWIN-WIN-Zertifikat dann so gut wie immer die bessere Variante. Nur wenn die XY-Aktie bei Fälligkeit exakt bei 100,00 Euro notiert, wäre die Performance gleich (siehe Seite 13). RENDITEN VON AKTIE UND TWIN-WIN-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH (INKLUSIVE DIVIDENDEN) Aktienkurs TWIN-WIN-Zertifikat Aktie inkl. Dividende Art der Wert der Gewinn/ Wert Wert Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Aktie Dividende Verlust 70,00 Aktie 70,00-30,0% 70,00 5,00-25,0% 80,00 Aktie 80,00-20,0% 80,00 5,00-15,0% 85,00 Geldbetrag 115,00 15,0% 85,00 5,00-10,0% 90,00 Geldbetrag 110,00 10,0% 90,00 5,00-5,0% 95,00 Geldbetrag 105,00 5,0% 95,00 5,00 0,0% 97,50 Geldbetrag 102,50 2,5% 97,50 5,00 2,5% 100,00 Geldbetrag 100,00 0,0% 100,00 5,00 5,0% 110,00 Geldbetrag 115,00 15,0% 110,00 5,00 15,0% 120,00 Geldbetrag 130,00 30,0% 120,00 5,00 25,0% 130,00 Geldbetrag 145,00 45,0% 130,00 5,00 35,0% 140,00 Geldbetrag 160,00 60,0% 140,00 5,00 45,0% TWIN-WIN-Cap-Zertifikate Mit TWIN-WIN-Zertifikaten nehmen Sie als Investor unbegrenzt an Kursgewinnen des Basiswertes teil, häufig sogar überproportional. Im Gegenzug verzichten Sie auf die Dividenden, die Sie beim direkten Kauf einer Aktie bekommen würden. Wenn die Dividendenrendite besonders hoch ist oder während der Laufzeit mehrere Dividendentermine anfallen, sind die Konditionen des TWIN-WIN-Zertifikates besonders attraktiv. Denn in diesem Fall stehen für die Finanzierung der TWIN-WIN-Struktur wenige oder keine Mittel zur Verfügung. Doch auch Aktien mit niedrigen Dividendenrenditen können interessante Investments sein. Als Basiswert für klassische TWIN-WIN-Zertifikate sind sie jedoch denkbar ungeeignet. Dieses Problem lösen TWIN-WIN-Cap-Zertifikate. Sie funktionieren fast genau wie klassische TWIN-WIN-Papiere. Der einzige Unterschied liegt in der Gewinnbeschränkung, englisch: Cap. Unter Berücksichtigung der Dividenden gibt es jedoch einen Korridor, in dem die Aktie besser abschneidet: zwischen 97,50 und 110,00 Euro. Die nachfolgende Tabelle zeigt die genaue Performance: 20 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 21

12 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-CAP-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Cap Basiswert Elemente des TWIN-WIN-Cap-Zertifikates Basisbetrag TWIN-WIN-Cap-Zertifikat Aktie Laufzeit Hebelfaktor Gewinn/Verlust in % Aktienkurs in Euro ,5 Die beschränkte Gewinnmöglichkeit ermöglicht erst Zertifikate auf dividendenschwache Basiswerte Sicherlich ist es ein Nachteil, wenn die Gewinnmöglichkeiten von vornherein beschnitten sind. Doch die Cap-Zertifikate bieten auch Vorteile. Zum einen macht der Cap die Konzeption von TWIN-WIN-Zertifikaten auf Aktien mit niedrigen Dividendenrenditen überhaupt erst möglich. Andererseits kann die Gewinngrenze die Konditionen des Zertifikates verbessern. Durch den Cap kann ein größerer Hebel und/oder ein größeres Sicherheitspolster dargestellt werden. Bei TWIN-WIN-Cap-Zertifikaten ist der Verkauf von Call-Optionen mit einem Basispreis in Höhe der Gewinnbeschränkung eine zusätzliche Einnahmequelle zur Finanzierung der Struktur. Diese Mehreinnahme ermöglicht bessere Konditionen des Zertifikates. Wie die Grafik zeigt, funktioniert das TWIN-WIN-Cap-Zertifikat zunächst wie ein klassisches TWIN-WIN-Papier. Wenn die XY-Aktie den Basispreis von 100,00 Euro übersteigt, hebelt das TWIN-WIN-Cap-Zertifikat die Kursbewegungen um das Zweifache. Bei einem Aktienkurs von 117,50 Euro erreicht das TWIN-WIN-Cap-Zertifikat den maximalen Rückzahlungsbetrag von 135,00 Euro. Klettert die XY-Aktie weiter, nimmt das Zertifikat nicht mehr an den Kursgewinnen teil. Die Aktie ist allerdings erst ab Kursen über 135,00 Euro die bessere Alternative. TWIN-WIN-Cap-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Optionen + 2 Down-and-Out-Put-Optionen Call-Optionen (Basis = Cap) Das folgende Beispiel zeigt die Funktionsweise eines TWIN-WIN-Cap-Zertifikates. Als Basiswert dient wieder die Aktie der XY AG. Das Zertifikat hat erneut einen Basispreis von 100,00 Euro. Der PROTECT-Level liegt bei 80,00 Euro. Der Hebel ist mit 2,0 diesmal höher. Dafür sind die Gewinnmöglichkeiten jedoch auf 135,00 Euro beschränkt. RENDITEN VON AKTIE UND TWIN-WIN-CAP-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH (OHNE DIVIDENDEN) Aktienkurs TWIN-WIN-Zertifikat Aktie Art der Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Verlust 70,00 Aktie 70,00-30,0% -30,0% 80,00 Aktie 80,00-20,0% -20,0% 90,00 Geldbetrag 110,00 10,0% -10,0% 100,00 Geldbetrag 100,00 0,0% 0,0% 110,00 Geldbetrag 120,00 20,0% 10,0% 117,50 Geldbetrag 135,00 35,0% 17,5% 120,00 Geldbetrag 135,00 35,0% 20,0% 130,00 Geldbetrag 135,00 35,0% 30,0% 135,00 Geldbetrag 135,00 35,0% 35,0% 140,00 Geldbetrag 135,00 35,0% 40,0% 22 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 23

13 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate Die zweite Grafik zeigt das TWIN-WIN-Cap-Zertifikat im Vergleich mit einem klassischen TWIN-WIN-Zertifikat und einer Aktie. TWIN-WIN-CAP- UND TWIN-WIN-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Genau wie andere Indizes außerhalb des Euro-Währungsverbundes wird auch der NIKKEI 225 nicht in Euro berechnet, sondern in Japanischen Yen. Ein Investment in japanische Aktien oder Indizes wäre somit generell mit Währungsrisiken verbunden. Verliert der Japanische Yen gegenüber dem Euro an Wert, belastet das die Performance. Andererseits kann die Fremdwährung auch zusätzliche Rendite bringen, wenn sie gegenüber dem Euro aufwertet TWIN-WIN-Cap-Zertifikat TWIN-WIN-Zertifikat Aktie Sie sollten deshalb die Entscheidung treffen, ob Sie die Chancen der Fremdwährung nutzen und gleichzeitig die Wechselkursrisiken eingehen wollen. Wenn Sie sich den Wechselkursdifferenzen nicht aussetzen wollen, müssen Sie auf die Chancen des japanischen Aktienmarktes trotzdem nicht verzichten. Sal. Oppenheim bietet TWIN-WIN-Quanto-Zertifikate an, die Währungsschwankungen von vornherein ausschalten. Gewinn/Verlust in % Aktienkurs in Euro PROTECT-Level Währungsschutz Auch hier schneidet das Cap-Zertifikat zunächst besser ab, wenn die XY-Aktie den Basispreis von 100,00 Euro übersteigt. Bis zu einem Aktienkurs von 123,33 Euro ist das Cap-Zertifikat die bessere Alternative. Klettert die XY-Aktie jedoch weiter, schlägt das klassische TWIN-WIN-Zertifikat die Cap-Variante. Basiswert Elemente des TWIN-WIN-Quanto-Zertifikates Laufzeit Hebelfaktor Basispreis TWIN-WIN-Cap-Zertifikate zeigen ihre Stärken somit vor allem bei moderaten Aufwärtsbewegungen. Klettert der Basiswert kräftig, sind klassische TWIN-WIN-Zertifikate überlegen. Der Inhaber des Cap-Zertifikates muss sich in diesem Fall mit dem Höchstbetrag begnügen. Währungsabsicherung (Quanto-Funktion) Eine Gewinnbeschränkung (Cap) ist eine Möglichkeit, um TWIN-WIN-Zertifikate auf Basiswerte mit geringen Dividendenrenditen zu ermöglichen. Eine weitere Chance bietet sich auf der Währungsseite. Nicht nur Wachstumsfirmen schütten aufgrund ihres hohen Investitionsbedarfes oftmals gar keine Dividende aus. Auch in ausländischen Aktienmärkten wie etwa Japan fallen die Ausschüttungen traditionell niedrig aus. Das Beispiel Japan zeigt aber, dass es neben der Dividende noch weitere Finanzierungsmöglichkeiten für den Emittenten gibt. Schließlich war das Land des Lächelns sogar der Pionier bei den TWIN-WIN-Zertifikaten. Das erste Zertifikat, das von Sal. Oppenheim im Herbst 2005 auf den Markt gebracht wurde, hatte als Basiswert den NIKKEI 225. Genau wie bei klassischen TWIN-WIN-Zertifikaten stellt sich am Fälligkeitstag lediglich die Frage nach dem Kurs des Basiswertes und ob der Basiswert zuvor den PROTECT-Level verletzt hat. Der Devisenkurs spielt aufgrund der Quanto-Funktion keine Rolle. Denn das Investment wird so gestellt, als wäre der Wechselkurs zwischen Euro und Fremdwährung seit dem Kaufzeitpunkt konstant geblieben. Das erste TWIN-WIN-Zertifikat auf den japanischen NIKKEI 225-Index hatte bei einer sechsjährigen Laufzeit einen recht hohen Hebelfaktor von 1,33 und ein Sicherheitspolster von 30 Prozent, obwohl die Mitglieder des japanischen Leitindex nur eine relativ geringe Dividendenrendite aufweisen. Dies ist deshalb möglich, weil der Investor bei Quanto-Zertifikaten auch von Zinsdifferenzen profitiert. Hier sind beispielsweise die Zinsen im Euroraum höher als in Japan. Durch die Zinsdifferenz zwischen beiden Wirtschaftsräumen kann der Emittent einen höheren Hebelfaktor sowie einen attraktiven Teilschutz kreieren. Ein Währungsschutz (Quanto) ermöglicht Investitionen in Basiswerte außerhalb des Eurolandes ohne Wechselkursrisiko 24 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 25

14 TWIN-WIN-Zertifikate TWIN-WIN-Zertifikate MULTI-TWIN-WIN-Zertifikate MULTI-TWIN-WIN-ZERTIFIKAT AUF AKTIEN Alle bisher vorgestellten Varianten haben gemeinsam, dass sie sich nur auf einen Basiswert, also auf eine Aktie oder einen Index, beziehen. Die Auszahlung des Zertifikates am Ende der Laufzeit hängt dementsprechend alleine von dem Stand dieses Basiswertes am Bewertungstag ab. MULTI-TWIN- WIN-Zertifikaten liegen hingegen mehrere Basiswerte zugrunde. Der Clou dabei ist, dass hierdurch bessere Konditionen in Form von niedrigeren PROTECT-Leveln oder höheren Hebelfaktoren möglich sind. Dies geht jedoch einher mit einem erhöhten Risiko, da die Kursverläufe aller Basiswerte den Zertifikatspreis beeinflussen können. Das Prinzip der neuen MULTI-TWIN-WIN-Zertifikate unterscheidet sich nur geringfügig von dem der klassischen Variante. Das Produkt wird mit Basispreisen in Höhe der Emissionsniveaus der jeweiligen Basiswerte und PROTECT-Level, die den prozentual gleichen Abstand zu den jeweiligen Emissionsniveaus aufweisen, ausgestattet. Sollten alle Basiswerte am Bewertungstag oberhalb ihres jeweiligen Basispreises schließen, erhält der Anleger zusätzlich zum Nennbetrag die positive Differenz zwischen Basispreis und Schlusskurs des Basiswertes am Bewertungstag, der die schlechteste Performance bezogen auf den Emissionszeitpunkt aufweist, multipliziert mit dem Hebelfaktor. Falls ein oder mehrere Basiswerte unterhalb ihres Basispreises schließen, so erleiden Sie keinen Verlust, wenn kein Basiswert während der Laufzeit seinen individuellen PROTECT-Level berührt hat. In diesem Fall würde das Zertifikat sogar zusätzlich zum Nennbetrag die positive Differenz zwischen Basispreis und Schlusskurs des Basiswertes unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses auszahlen, der bezogen auf den Emissionskurs die schlechteste Performance aufweist. Gewinn/Verlust in % MULTI-TWIN-WIN-Zertifikat 80 Aktienkurs in Euro Gezeigt wird der Basiswert mit der schlechtesten Performance. Annahme: Kein PROTECT-Level während der Laufzeit erreicht. Aktie Die Chance auf eine Outperformance bei Kursanstiegen der Basiswerte oberhalb der individuellen Basispreise bleibt wie bei den klassischen Varianten selbst dann bestehen, wenn ein PROTECT- Level erreicht wurde. Sollte in diesem Fall allerdings nur ein Basiswert unterhalb seines Basispreises schließen, so richtet sich die Rückzahlung des Zertifikates nach der Entwicklung des Basiswertes mit der bezogen auf den Emissionszeitpunkt schlechtesten Performance. Das Auszahlungsprofil eines MULTI-TWIN-WIN-Zertifikates gleicht dem der klassischen Variante. Zu berücksichtigen ist lediglich, dass für die Höhe der Rückzahlung immer nur der Schlusskurs des Basiswertes maßgeblich ist, der am Bewertungstag bezogen auf den Emissionszeitpunkt die schlechteste Entwicklung aufweist. 26 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 27

15 TWIN-WIN-Zertifikate Ein Beispiel soll die Funktionsweise eines MULTI-TWIN-WIN-Zertifikates verdeutlichen: Nennbetrag EUR 100,00 Laufzeit 3 Jahre Hebelfaktor 2,5 PROTECT-Level 70% des Startniveaus SZENARIOANALYSE EINES MULTI-TWIN-WIN-ZERTIFIKATES Basiswert Startniveau Basispreis PROTECT-Level (70%) A: Large Cap AG EUR 160,00 EUR 160,00 EUR 112,00 B: Mid Cap AG EUR 80,00 EUR 80,00 EUR 56,00 C: Small Cap AG EUR 35,00 EUR 35,00 EUR 24,50 Verlauf Aktie Kurs am Bewertungstag (Performance) Rückzahlung MULTI-TWIN-WIN-Zertifikat 1 Alle Aktien schließen am Laufzeitende über ihrem jeweiligen Basispreis A: EUR 200,00 (25%) B: EUR 88,00 (10%) C: EUR 42,00 (20%) EUR 125,00 (EUR 100,00 + gehebelte Performance Aktie B) 2 Sämtliche PROTECT-Level bleiben unberührt und Aktie A und B schließen am Laufzeitende unter ihrem Basispreis A: EUR 128,00 (-20%) B: EUR 72,00 (-10%) C: EUR 35,00 (0%) EUR 120,00 (EUR 100,00 + absolute Performance Aktie A) 3 PROTECT-Level mindestens in einem Fall verletzt und Aktie B und C schließen am Laufzeitende unter ihrem Basispreis A: EUR 200,00 (25%) B: EUR 72,00 (-10%) C: EUR 24,50 (-30%) EUR 70,00 (Aktie C weist schlechteste Performance auf) In der Szenarioanalyse wird deutlich, dass bei einem Anstieg aller Basiswerte das Zertifikat überproportional partizipiert. Der PROTECT-Level schützt bis zu einem gewissen Grad vor fallenden Kursen und wandelt wie bei den klassischen Varianten Kursverluste in Gewinne um. In diesem Fall profitiert der Anleger sogar doppelt, da auch hier für die Rückzahlung der Basiswert mit der schlechtesten Performance herangezogen wird und sich so der Rückzahlungsbetrag entsprechend erhöht. Im Szenario 3 wird allerdings das erhöhte Risiko dieser Zertifikatsvariante deutlich, da der Anleger hier einen Verlust einfährt, obwohl sich ein Basiswert positiv entwickelt hat. 28 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate

16 VICTORY-Zertifikate VICTORY-Zertifikate VICTORY-Zertifikate VICTORY-Zertifikate sind durch drei Basiselemente gekennzeichnet: den Basiswert, die Laufzeit und die Gewinnstufe. TWIN-WIN-Zertifikate bieten Ihnen viele Vorteile. Sie als Investor nehmen an steigenden Kursen teil oftmals sogar überproportional. Darüber hinaus partizipieren Sie auch an fallenden Notierungen, solange der Basiswert nicht unter den Sicherheitslevel rutscht. Gegen ein Szenario extrem fallender Notierungen ist der Inhaber eines TWIN-WIN-Zertifikates jedoch nicht gefeit. Fällt der Basiswert unter den Sicherheitslevel und erholt sich später nicht mehr, muss der Investor die Verluste tragen. Zu Verlusten kommt es auch, wenn der Kurs zuvor stark gestiegen war. Wenn es an den Aktienmärkten zu besonders hohen Rückschlägen kommt, bieten die meisten Anlagezertifikate keinen Schutz mehr. Nur Garantiezertifikate bleiben in einem solchen Szenario verschont. Wenn den Kursverlusten jedoch ein kräftiger Kursanstieg vorausgeht, gibt es ein weiteres geeignetes Anlageinstrument. Im folgenden Kapitel stellen wir Ihnen die VICTORY-Zertifikate vor. Ihr Zahlungsprofil weist einige Gemeinsamkeiten zu den TWIN-WIN-Papieren auf. Basiswert Gewinnstufe Elemente des VICTORY-Zertifikates Laufzeit Die Gewinnstufe sichert bei einmaligem Erreichen einen Mindestgewinn Der VICTORY-Mechanismus Mit VICTORY-Zertifikaten kann Ihr Investment schon frühzeitig ein Erfolg werden. Sobald der Basiswert auf ein bestimmtes Niveau klettert, das als Gewinnstufe bezeichnet wird, ist Ihnen ein Mindestgewinn nicht mehr zu nehmen. Selbst fallende Kurse des Basiswertes können dann keinen Schaden mehr anrichten. Im Gegenteil: Sobald die Gewinnstufe erreicht wurde, partizipieren Sie mit dem VICTORY-Zertifikat an steigenden und fallenden Notierungen. Genau wie bei anderen Zertifikaten verfügen auch VICTORY-Zertifikate über transparente, klar festgelegte Auszahlungsprofile bei Fälligkeit. Über die Art und die Höhe der Rückzahlung entscheidet der Kurs des Basiswertes. Darüber hinaus ist es wichtig, ob der Basiswert während der Laufzeit die Gewinnstufe erreicht hat. Die Gewinnstufe legt die Art der Rückzahlung fest. Der Kurs des Basiswertes bestimmt die Höhe des Rückzahlungswertes. Wie der Name Victory schon andeutet, können Sie mit diesen Zertifikaten schon frühzeitig zum Sieger werden: Sobald der Kurs des Basiswertes die Gewinnstufe erreicht, haben Sie einen ersten Teilsieg erzielt. Sie erhalten dann bei Fälligkeit mindestens eine Rückzahlung in Höhe der Gewinnstufe. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass nach Erreichen der Gewinnstufe noch weitere Kursgewinne hinzukommen. Denn von nun an partizipiert der Inhaber des VICTORY-Zertifikates sowohl von steigenden als auch von rückläufigen Notierungen. Wenn also der Kurs des Basiswertes nicht gerade auf der Gewinnstufe verharrt, kommen zu der bereits sicheren Rendite weitere Kursgewinne hinzu. Nach Erreichen der Gewinnstufe besteht die Chance zu einem zusätzlichen Gewinn Das Ertragsprofil Auch bei VICTORY-Zertifikaten stellen sich am Bewertungstag zwei Fragen: 1. Hat der Basiswert während der Laufzeit die Gewinnstufe erreicht? 2. Wo notiert der Basiswert am Fälligkeitstag? Am Laufzeitende kommen zwei Rückzahlungsmöglichkeiten in Frage. Wenn der Basiswert, beispielsweise die XY-Aktie, während der Laufzeit nie die Gewinnstufe erreicht hat, bekommt der Inhaber des VICTORY-Zertifikates den Basiswert. Handelt es sich bei dem Basiswert um eine 30 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 31

17 VICTORY-Zertifikate VICTORY-Zertifikate Aktie, bekommt der Anleger diese geliefert. Bei VICTORY-Zertifikaten auf Indizes erhält der Inhaber eine Zahlung, die dem Indexstand am Bewertungstag entspricht. Erreicht der Basiswert die Gewinnstufe, bekommt der Anleger eine Zahlung in Höhe der Gewinnstufe zuzüglich der positiven Differenz zwischen Kurs des Basiswertes und der Gewinnstufe. Das folgende Beispiel soll die Rückzahlungsmodalitäten noch etwas verdeutlichen: Zertifikat versus Aktie Die folgende Tabelle vergleicht zunächst die Performance von Aktie und Zertifikat unter der Prämisse, dass die Aktie die Gewinnstufe erreicht hat. Der Inhaber des Zertifikates bekommt dann auf jeden Fall einen Geldbetrag bei Fälligkeit. Es handelt sich hier um ein VICTORY-Zertifikat auf die XY-Aktie mit drei Jahren Laufzeit. Am Emissionstag notiert die Aktie bei 100,00 Euro. Die Gewinnstufe liegt bei 115,00 Euro. Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag über der Gewinnstufe von 115,00 Euro, beispielsweise bei 125,00 Euro, erhält der Inhaber folgende Rückzahlung: Auszahlungsbetrag = Gewinnstufe + (Aktienkurs Gewinnstufe) = EUR 125,00 Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag bei 102,00 Euro, hatte aber während der Laufzeit die Gewinnstufe überschritten, bekommt der Inhaber folgende Rückzahlung: Auszahlungsbetrag = Gewinnstufe + (Gewinnstufe Aktienkurs) = EUR 128,00 Die folgende Grafik zeigt das Auszahlungsprofil des VICTORY-Zertifikates aus dem Beispiel: RENDITEN VON AKTIE UND VICTORY-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH (GEWINNSTUFE ERREICHT) Aktienkurs VICTORY-Zertifikat Aktie Art der Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Verlust 80,00 Geldbetrag 150,00 50,0% -20,0% 90,00 Geldbetrag 140,00 40,0% -10,0% 100,00 Geldbetrag 130,00 30,0% 0,0% 110,00 Geldbetrag 120,00 20,0% 10,0% 115,00 Geldbetrag 115,00 15,0% 15,0% 120,00 Geldbetrag 120,00 20,0% 20,0% 130,00 Geldbetrag 130,00 30,0% 30,0% 140,00 Geldbetrag 140,00 40,0% 40,0% VICTORY-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Rückzahlungswert in Euro VICTORY-Zertifikat Gewinnstufe erreicht Aktie/VICTORY-Zertifikat Gewinnstufe nicht erreicht Gewinnstufe Aktienkurs in Euro Wenn die XY-Aktie während der Laufzeit die Gewinnstufe bei 115,00 Euro erreicht, partizipiert der Inhaber sowohl an steigenden als auch an fallenden Notierungen. Gelingt das nicht, bekommt der Anleger bei Fälligkeit die XY-Aktie. Wenn die Aktie am Bewertungstag über der Gewinnstufe notiert, schneiden Zertifikat und Aktie gleich gut ab (Dividenden werden hier nicht berücksichtigt). Kommt es nach erreichter Gewinnstufe dagegen zu Kursverlusten und die XY-Aktie notiert bei Fälligkeit unter 115,00 Euro, ist das Zertifikat überlegen. Bezieht man die Dividenden in die Überlegung mit ein, verschiebt sich das Ergebnis auch hier entsprechend zugunsten der Aktie. Der Renditevergleich zwischen Zertifikat und Aktie ist jedoch bei VICTORY-Zertifikaten nicht das entscheidende Kriterium. Viel wichtiger ist die Tatsache, dass der Inhaber des VICTORY-Zertifikates seine Gewinne schon frühzeitig (durch Erreichen der Gewinnstufe) sichern kann. Der Aktionär muss dagegen jederzeit mit der Gefahr eines Kursverlustes leben. Der Aufbau Das Auszahlungsprofil von VICTORY-Zertifikaten können Sie recht einfach nachvollziehen. Die Struktur ist jedoch komplex. Ein solches Ertragsprofil lässt sich mit herkömmlichen Call- und Put- Optionen nicht erzeugen. Denn diese klassischen Optionen können kein Auszahlungsmuster schaffen, das ab Erreichen einer gewissen Schwelle (der Gewinnstufe) aktiviert wird. Frühzeitige Sicherung der Gewinne ein entscheidendes Kriterium Auch VICTORY-Zertifikate bestehen zum Teil aus exotischen Optionen 32 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 33

18 VICTORY-Zertifikate TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate So muss der Emittent auch hier mit exotischen Optionen agieren. Konkret verwendet er so genannte Up-and-In-Put-Optionen, die folgendes Auszahlungsprofil erzeugen: TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate GEWINN- UND VERLUSTPOTENZIAL EINER UP-AND-IN-PUT-OPTION (SICHT INHABER) Auf den zurückliegenden Seiten haben Sie eine Menge Theoretisches über die beiden neuen Zertifikatearten erfahren. Sie wissen nun genau, wie der Auszahlungswert berechnet wird und wie TWIN-WIN- und VICTORY-Zertifikate aufgebaut sind Up-and-In-Put (aktiviert) Fest steht, beide Zertifikate haben ihre Vorteile. Sie haben aber auch Schwächen, die ans Tageslicht kommen, wenn Sie mit Ihrer Markteinschätzung danebenliegen. Im folgenden Kapitel untersuchen wir, wie sich TWIN-WIN- und VICTORY-Zertifikate in verschiedenen Szenarien schlagen Up-and-In-Put (nicht aktiviert) Szenario-Analyse Um die Besonderheiten der Zertifikate herauszuarbeiten, stellen wir fünf Szenarien vor. Zunächst wird das TWIN-WIN-Zertifikat betrachtet. VERSCHIEDENE SZENARIEN DER XY-AKTIE Die Grafik zeigt, dass Up-and-In-Put-Optionen das gleiche Auszahlungsprofil bieten wie ein klassischer Put. Allerdings muss der Basiswert zuvor die Up-and-In-Schwelle erreichen. Gelingt dies, gewinnt diese exotische Option überproportional an Wert, wenn der Basiswert fällt Niedrige Volatilität und hohe Dividenden des Basiswertes sind von Vorteil Das VICTORY-Zertifikat besteht wiederum aus einem Zero-Strike-Call und zwei Up-and-In-Put- Optionen. Der Basispreis dieser Put-Optionen, der gleichzeitig auch die Funktion des Up-and-In- Levels innehat, entspricht der Gewinnstufe. VICTORY-Zertifikat = Zero-Strike-Call + 2 Up-and-In-Put-Optionen Aufgrund dieser Optionskomponente kann auch der Kurs von VICTORY-Zertifikaten während der Laufzeit von seinem inneren Wert abweichen. Genau wie bei TWIN-WIN-Zertifikaten sind auch bei VICTORY-Zertifikaten eine niedrige Volatilität und eine hohe erwartete Dividendenrendite von Vorteil. So bieten VICTORY-Zertifikate auf dividendenstarke Basiswerte attraktivere Konditionen. Sie äußern sich in der Praxis in einem geringeren Abstand zwischen Aktienkurs bei Emission und der Gewinnstufe. Aktienkurs in Euro PROTECT-Level Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3 Szenario 4 Szenario 5 In dem Beispiel greifen wir wieder auf das bisherige TWIN-WIN-Zertifikat zurück. Es bezieht sich auf die Aktie der XY AG. Der Basispreis liegt bei 100,00 Euro, der PROTECT-Level bei 80,00 Euro. Der Hebelfaktor beträgt 1,5. Tage Zu Verkaufsbeginn notiert die XY-Aktie bei 100,00 Euro. Des Weiteren lassen wir Dividendenzahlungen der Aktie außer Betracht. 34 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 35

19 TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate Szenario 1: Klarer Aufwärtstrend Szenario 1: Im ersten Szenario zeigt die XY-Aktie, die anfangs bei 100,00 Euro notiert, einen klaren Aufwärtstrend. Während der Laufzeit des Zertifikates legt der Kurs bei relativ geringen Schwankungen zu. Am Ende notiert die XY-Aktie bei 154,75 Euro. Ein Investment in die Aktie bringt in diesem Szenario also einen Gewinn von 54,75 Prozent. Szenario 4: Auch im vierten Szenario macht der Aktionär ein schlechtes Geschäft. Der Kurs der XY-Aktie fällt permanent und notiert bei Fälligkeit bei 89,49 Euro. Besonders ärgerlich für den Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates ist, dass die XY-Aktie zuvor unter den PROTECT-Level von 80,00 Euro rutscht. Szenario 4: Permanenter Kursverfall Szenario 2: Nach Schwächephase rasanter Anstieg Ein noch besseres Geschäft macht der Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates. Denn sobald die XY- Aktie den Basispreis von 100,00 Euro übersteigt, nimmt der Zertifikateinvestor überproportional an den Kursgewinnen teil. Der Hebel beträgt 1,5. Somit hat das Zertifikat bei Fälligkeit einen Wert von 182,12 Euro (100,00 + (154,75 100,00) x 1,5). Szenario 2: Im zweiten Szenario erwischt die XY-Aktie einen schlechten Start. In einer wochenlangen Schwächephase fällt der Titel von 100,00 auf 65,20 Euro. Somit durchschreitet der Kurs den PROTECT-Level von 80,00 Euro. Die Teilabsicherung geht damit zwar verloren. Und auch die Möglichkeit, an fallenden Notierungen zu partizipieren, ist dahin. Doch die Chance auf eine überproportionale Partizipation an steigenden Kursen bleibt bestehen. Das wird später relevant. Denn die XY-Aktie kann ihre Schwächephase schon bald beenden. In einer rasanten Aufholjagd klettert der Titel auf 145,64 Euro. So wird das Investment für den Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates doch noch zu einem Erfolg. Da durch die Verletzung der PROTECT-Schwelle nur der Teilschutz, nicht aber der Hebelfaktor verlorengeht, nimmt der Zertifikatebesitzer weiter überproportional an Kurssteigerungen teil. So erreicht das TWIN-WIN-Zertifikat einen Auszahlungswert von 168,46 Euro. Der Inhaber des Zertifikates erzielt somit einen Gewinn von 68,46 Euro, während der Aktionär eine Kurssteigerung von 45,64 Euro erzielt. So bekommt der Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates die XY-Aktie geliefert. Er erleidet daher genau wie der XY-Aktionär einen Verlust von 10,51 Prozent. Szenario 5: Im letzten Szenario steigt die XY-Aktie zunächst kräftig an. Sie erreicht in der Spitze 116,88 Euro. Danach bricht der Titel jedoch dramatisch ein. Schon bald rutscht die XY-Aktie unter den PROTECT-Level von 80,00 Euro. Später setzt sich der Kursverfall fort. Am Bewertungstag notiert die Aktie schließlich bei 52,67 Euro. Da der PROTECT-Level verletzt wurde, geht die Teilabsicherung verloren. Da sich die Aktie nicht mehr erholt, bekommt der Inhaber des TWIN-WIN-Zertifikates Aktien geliefert. Er erleidet somit genau wie der Aktionär einen Verlust von 47,33 Prozent. Was die reine Kursentwicklung angeht, ist das TWIN-WIN-Zertifikat der Aktie klar überlegen. Es bringt dem Anleger in drei von fünf Fällen einen höheren Ertrag als das Direktinvestment. Zudem ist der Gewinn jeweils höher als bei einem Direktinvestment in die XY-Aktie. An der Überlegenheit des TWIN-WIN-Zertifikates würde auch die Berücksichtigung der Dividenden nichts ändern. TWIN-WIN-ZERTIFIKAT UND AKTIE IM RENDITEVERGLEICH (OHNE DIVIDENDEN) Schlusskurs Wert Rendite Rendite XY-Aktie Zertifikat Aktie Zertifikat Szenario 1 154,75 182,12 54,75% 82,12% Szenario 2 145,64 168,47 45,64% 68,47% Szenario 3 83,11 116,89-16,89% 16,89% Szenario 4 89,49 89,49-10,51% -10,51% Szenario 5 52,67 52,67-47,33% -47,33% Szenario 5: Nach starkem Anstieg ebenso starker Kursverfall Szenario 3: Nach kurzem Anstieg allmählicher Rückgang Szenario 3: Im dritten Szenario steigt die XY-Aktie zunächst von 100,00 auf 122,00 Euro. Danach wendet sich jedoch das Blatt. Die Gewinne schmelzen dahin. Bei Fälligkeit notiert der Titel bei 83,11 Euro. Immerhin hält sich die XY-Aktie über dem PROTECT-Level von 80,00 Euro. Somit erleidet der Inhaber des Zertifikates keine Verluste. Er partizipiert sogar an der negativen Performance der XY- Aktie. Der Auszahlungswert des TWIN-WIN-Zertifikates beträgt 116,89 Euro (100,00 + (100,00 83,11)). Der Besitzer des TWIN-WIN-Zertifikates erzielt also einen Gewinn von 16,89 Prozent, während der Aktionär einen Kursverlust von 16,89 Prozent erleidet. In den Szenarien 4 und 5 ist der Kursverlust identisch, weil der Inhaber des Zertifikates bei Fälligkeit Aktien erhält. Bezieht man hier die Dividenden in die Betrachtung mit ein, ist die Aktie die bessere Alternative. Denn die Dividenden mindern den Kursverlust, den der Anleger erleidet. Als Alternative zu einem Direktinvestment in Aktien oder zu TWIN-WIN-Zertifikaten hätte der Anleger auch VICTORY-Zertifikate erwerben können. Die folgende Simulation zeigt, wie sich diese Papiere in den fünf Szenarien geschlagen hätten. Wir gehen dabei wieder von dem VICTORY- Zertifikat auf die XY-Aktie aus. Die Aktie und das Zertifikat kosten anfangs 100,00 Euro. Die Gewinnstufe des VICTORY-Zertifikates liegt bei 115,00 Euro. 36 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 37

20 TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate TWIN-WIN- versus VICTORY-Zertifikate VERSCHIEDENE SZENARIEN DER XY-AKTIE Aktienkurs in Euro Gewinnstufe Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3 Szenario 4 Szenario 5 Tage Szenario 4: Die XY-Aktie verliert an Wert, ohne zuvor die Gewinnstufe erreicht zu haben. Zum Schluss notiert sie bei 89,49 Euro. Der Inhaber des VICTORY-Zertifikates bekommt also bei Fälligkeit Aktien geliefert. Aktie und Zertifikat bringen ihrem Besitzer somit den gleichen Kursverlust von 10,51 Prozent. Szenario 5: Im letzten Szenario spielt das VICTORY-Zertifikat seine Stärken am deutlichsten aus. Nach einem kurzen kräftigen Anstieg erreicht die XY-Aktie einen Kurs von 116,88 Euro. Sie übersteigt somit die Gewinnstufe von 115,00 Euro. Danach erleidet die XY-Aktie einen dramatischen Kursverfall. Der Inhaber des Zertifikates ist jedoch nach erreichter Gewinnstufe vor Verlusten sicher. Er nimmt von nun an sogar an Kursbewegungen in beide Richtungen teil. Durch den Kurssturz auf 52,67 Euro klettert das VICTORY-Zertifikat auf 177,33 Euro. Der Inhaber des Zertifikates kann sich somit über einen Gewinn von 77,33 Prozent freuen, während der Aktionär einen Kursverlust von 47,33 Prozent erleidet. Szenario 4: Permanenter Kursverfall Szenario 5: Nach starkem Anstieg ebenso starker Kursverfall Szenario 1: Klarer Aufwärtstrend Szenario 1: Im ersten Szenario etabliert die XY-Aktie einen Aufwärtstrend. Für den Inhaber des VICTORY-Zertifikates ist es wichtig, dass der Titel schon nach relativ kurzer Zeit die Gewinnstufe erreicht. Somit ist ihm eine Rückzahlung von 115,00 Euro schon frühzeitig sicher. Wie die folgende Übersicht zeigt, ist in den Szenarien 1, 2 und 4 die Kursentwicklung von Aktie und Zertifikat immer identisch. Der Aktionär tätigt hier ein besseres Investment, da er zusätzlich die Dividenden bekommt. In den Szenarien 3 und 5 ist dagegen das VICTORY-Zertifikat überlegen. Szenario 2: Nach Schwächephase rasanter Anstieg Szenario 3: Nach kurzem Anstieg allmählicher Rückgang Danach setzt die XY-Aktie ihren Aufwärtstrend fort. Sie schließt bei Fälligkeit bei 154,75 Euro. Diesen Betrag erhält der Zertifikateinhaber ausbezahlt. Er erzielt daher genau wie der Aktionär einen Kursgewinn von 54,75 Prozent. Szenario 2: Im zweiten Szenario fällt die XY-Aktie zunächst deutlich. Danach erholt sich der Titel jedoch kräftig und steigt über die Gewinnstufe von 115,00 Euro hinaus. Da die Aktie am Bewertungstag bei 145,64 Euro notiert, erzielen Zertifikateinhaber und Aktionär einen Kursgewinn von 45,64 Prozent. Szenario 3: Dank eines steilen Kursanstieges zu Beginn der Laufzeit erreicht die XY-Aktie schon frühzeitig die Gewinnstufe von 115,00 Euro. Danach bricht der Titel deutlich ein. Er notiert am Bewertungstag bei 83,11 Euro. Der Inhaber des VICTORY-Zertifikates erleidet dadurch aber keinen Schaden. Im Gegenteil: Das Zertifikat spielt nun seine Stärken aus. Dank des VICTORY-Mechanismus partizipiert der Anleger auch an fallenden Notierungen. Er bekommt bei Fälligkeit 146,89 Euro (115,00 + (115,00 83,11)). Während die Aktie einen Kursverlust von 16,89 Prozent erfährt, gewinnt das VICTORY- Zertifikat 46,89 Prozent hinzu. VICTORY-ZERTIFIKAT UND AKTIE IM RENDITEVERGLEICH (OHNE DIVIDENDEN) Fazit Schlusskurs Wert Rendite Rendite XY-Aktie Zertifikat Aktie Zertifikat Szenario 1 154,75 154,72 54,75% 54,75% Szenario 2 145,64 145,64 45,64% 45,64% Szenario 3 83,11 146,89-16,89% 46,89% Szenario 4 89,49 89,49-10,51% -10,51% Szenario 5 52,67 177,33-47,33% 77,33% Während das TWIN-WIN-Zertifikat in drei von fünf Szenarien besser abschneidet als die Aktie, schlägt sich das VICTORY-Zertifikat nur zweimal besser. Es wäre dennoch falsch, nur auf die Kursentwicklung zu schauen. Denn der Inhaber des VICTORY-Zertifikates stellt den Mindestertrag in Höhe der Gewinnstufe schon frühzeitig sicher. Kommt es danach wie in den Szenarien 3 und 5 zu Kursverlusten des Basiswertes, profitiert er sogar von den fallenden Notierungen. Der Anleger verzichtet auf die Dividenden und erhält im Gegenzug die Chance auf die Sicherung seiner erzielten Gewinne. 38 twin-win-zertifikate und victory-zertifikate twin-win-zertifikate und victory-zertifikate 39

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