Psychische Gesundheit in Beziehungen

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1 Psychische Gesundheit in Beziehungen Dr. med. Hanspeter Flury Facharzt Psychiatrie Psychotherapie FMH, Executive MBA HSG Chefarzt und Ärztlicher Direktor Klinik Schützen Rheinfelden

2 Beziehungen halten gesund. Menschen in festen Beziehungen leben länger. Menschen mit gutem sozialem Umfeld bewältigen Krankheiten besser. Migration ist ein Krankheitsrisiko.

3 Aber: Beziehungen sind schwierig. Scheidungsrate Gewalt in Beziehungen Krankheiten

4 Eine gute Beziehung... vermittelt Geborgenheit, ermöglicht gemeinsames und individuelles Wachstum und fördert Gesundheit. lässt sich kaum generell definieren: sie ist interessant, stimulierend-bereichernd, ätzend, intensiv, dauerhaft, im Moment durch intensive Begegnung stimmig, ein Auf und Ab, wie ein Vulkan.

5 Herausforderungen für Paare: gesellschaftlich - sozial geringe soziale, nicht-individuell geschaffene Einbettung, Isolation finanzielle Belastungen abnehmende Bereitschaft für formalisierte Beziehungen, steigende Scheidungsrate, rasches Beziehungskarussell, höherer Individualisierung-Druck, tiefe Geburtenrate Idealisierung von Beziehungen und Kindern Kinder als Belastung für Paare fehlende Support-Systeme (nachbarschaftlich, familiär) fehlende Teilzeit-Modelle für partnerschaftliche Arbeits- Teilung Abwertung professioneller Hilfe

6 Herausforderungen für Paare: emotional Keine einseitige Ausrichtung auf überhohe Ideale romantische Liebe narzisstische Liebe Zweckliebe Gleichwertigkeits-Balance Grenzen gegen aussen, auch gegen die Herkunftsfamilie Wechselspiel Individuum Paar; Über-Individuierung versus Selbst-Aufopferung Du als Du oder als erweitertes Ich und Instrument für Selbst-Optimierung kollusive Muster und Blockaden

7 Paare in einer historisch neuen Situation. Veränderungen in Lebensphasen heiratender Frauen seit 17. Jahrhundert Lebenserwartung Tod des Mannes Menopause Geburt des letzten Kindes Geburt des ersten Kindes Erstheirat Menarche

8 Paare : Elternschaft als Stress. Abnahme der Partnerschaftsqualität (PFB-Gesamtwert) Anstieg der Unzufriedenheit mit dem Partner (Real-Ideal-Diskrepanzen im Partnerkonzept) Abnahme der Gemeinsamkeit/ Kommunikation (Partnerschaftsfragebogen PFB) Mütter Väter 45 Frauen Männer Mütter Väter T1 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9 T1 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9 25 T1 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9 T1 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9 14 T1 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9 T1 T3 T4 T5 T6 T7 T8 T9

9 Berufstätigkeit von Frauen und Männern vom Eintritt der Schwangerschaft bis 9¼ Jahre nach der Geburt des Kindes Wochenarbeitszeit ( h) E rst es Kind Zweit es Kind E rst es Kind Z weites Kind 0 Frauen (N=101) Männer (N=79)

10 Entwicklung des Vaterschaftskonzepts Soziale Funktion Brotverdiener- Funktion Instrumentelle Funktion Karriereverzicht Jugendliche Junge Männer Werdende Väter von Kindern Väter von Väter unter 6 Jahren Jugendlichen

11 «Rezept» für gute Paar-Beziehungen. Beim Paar: Mehr Spielraum für individuelle Lösungen bezüglich Berufstätigkeit und Karriere Mehr Support für Elternschaft Do It Your Way. Individuell und als Paar. Möglichst wenig Einengung durch äussere Vorgaben. Möglichst wenig Einengung durch Gender-Diskurs, Emanzipationsanforderungen, überhöhte Ideale an Elternschaft.

12 Do it your way. Stimmt auch aus Sicht der Wissenschaft: Partnerschaftsqualität Verbesserung der Beziehung Partnerschaftsqualität des Mannes (Schwangerschaft Jahre) nach der Geburt Keine Veränderung egalitr durchschnittlich traditionell Verschlechterung der Beziehung gering (29 h) hoch (52 h) Umfang der Berufstätigkeit des Mannes (5.5 Jahre)

13 «Rezept» für gute Paar-Beziehungen. Beim Paar: Liebe Passung: Sexuell Werte, Interessen Lebensgestaltung, Stellenwert Beruf und Kinder, Geld Dialog-Kultur; gegenseitiges Interesse und Offenheit Konflikt-Kultur; Umgang mit Differenz, Toleranz; Krisen-Modell Wachstum und Veränderung ermöglichen: Co-Evolution innerhalb der Beziehung Individuelle Entwicklung ausserhalb der Beziehung

14 «Rezept» für gute Paar-Beziehungen. Individuelle Voraussetzungen («genügend gut»): Sich selbst, eigene Neigungen und Grenzen kennen; sich selbst achten und lieben Konflikte führen, für sich einstehen, beharren können flexibel sein, einlenken, Kompromiss machen, verzeihen und sich versöhnen können allein sein können, Getrennt-Sein, Unverstanden-Sein aushalten können für Gegenüber, für Neues offen sein können, innerlich und äusserlich Respekt, Achtung, Liebe, Toleranz auch bei Schwierigem

15 Alles nein, noch mehr! Glück Selbstverwirklichung Karriere Beziehung Kinder Zufriedenheit Gute Freunde Liebe Geborgenheit Sex Freiheit Lebendigkeit Wirksamkeit noch was.

16 Die entscheidende Frage. Was gehört für mich / für uns zum Glück?

17 Das entscheidende Motto... Let s Do It Our Way! but what is our way?

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