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1 MNS Umgang mit

2 Symbol Warnung vor Biostoffen Dieses Zeichen bedeutet: Es muss mit dem Auftreten von Biostoffen gerechnet werden. Diese können ernste Erkrankungen auslösen. Der Zutritt zu diesen Räumen ist nur Personen gestattet, die befugt sind und Tätigkeiten auszuüben haben

3 Biostoffe? Biostoffe sind: Bakterien, Pilze, Viren, Endoparasiten, BSE, Zellkulturen und Bestandteile von Zellen. Für Biostoffe gilt: Biostoffe sind klein. Biostoffe sind oft nicht zu erkennen. Biostoffe können nicht immer geschmeckt werden. Biostoffe sind oft nicht zu riechen. Fazit: Vorsichtsmaßnahmen müssen zur Routine werden, da die Gefahr nicht offensichtlich ist!

4 Biostoffe? Bakterien Kleine undifferenzierte Mikroorganismen, die im Naturhaushalt für den Auf- und Abbau nahezu aller biologischen Materialien verantwortlich sind. Pilze Mikroorganismen, die komplexer aufgebaut und größer sind als Bakterien. Sporenbildner. Viren Sehr kleine und einfache aufgebaute Organismen, die keinen eigenen Stoffwechsel betreiben und nur bei der Infektion eines Wirts ( z.b. des Menschen ) in der Lage sind, sich zu vermehren. Zellbestandteile Aufgrund äußerer Einflüsse können Zellen von Biostoffen zerfallen, dabei können schädliche Komponenten freigesetzt werden. Diese sind z.b. Endotoxine, die beim Menschen Fieber auslösen können. Endoparasiten Sammelbegriff für relativ große, vielzellige Organismen, die den Menschen von innen her befallen, z.b Wurmarten die den Darm befallen.

5 Welche Gefahren können von Biostoffe ausgehen? Biostoffe können pathogen sein! - Sie können Infektionskrankheiten auslösen. Biostoffe können toxisch sein! - Sie können Stoffe enthalten oder ausscheiden, die giftig sind. Biostoffe können sensibilisierend sein! - Sie können Allergien auslösen oder Stoffe ausscheiden die Allergien auslösen.

6 Wo können Biostoffe vorkommen? Biostoffe kommen in allen Lebenslagen vor, ein Vermeiden ist praktisch unmöglich! In verschmutzten Wasser finden sich bis zu Keime in einem ml! In einem Gramm Boden finden sich ebenfalls Keime! Wenn die Luft verschmutzt ist, finden sich über Keime in einem m³ Luft!

7 Biostoffe in unserer Arbeitswelt? In der Landwirtschaft (Gülle, Pflanzen, Futtermittel, usw.) In der Holzverarbeitung (Holzmehl, Holzstaub, Leim, usw.) In der Humanmedizin (Blut, Urin, Speichel, usw.) In der Abwassertechnik (Abwässer) In der Klimatechnik (Kondenswasser) In der Metallverarbeitung (Kühlschmierstoffe) In pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittel Im Haushalt (Küchenabfälle, Grünschnitt, Restabfall usw.) usw. usw.

8 Biostoffe bei Sanitätsdiensten? Bei der Erstversorgung von Verletzten, Bei der Entsorgung von Verbandmaterial, Bei der Entsorgung von Kanülen und Spritzen Beim Umgang mit Lebensmitteln Bei der Abfallbeseitigung Bei Reinigungsarbeiten usw. usw.

9 Aufnahme von Biostoffen Aufnahme beim Essen, Trinken, Rauchen ohne vorherige Reinigung der Hände, Aufnahme durch verschmutzte Nahrungs- und Genussmittel, Aufnahme durch die Haut, Aufnahme durch Verletzungen (Stichverletzung, Schnittverletzung, Hautabschürfung, Biss- oder Kratzwunden durch Tiere, Aufnahme durch Spritzer in die Augen, Aufnahme durch das Einatmen belasteter Luft.

10 Tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung gemäß BioStoffV 1. Zuordnung in gezielte oder nichtgezielte Tätigkeiten. 2. Beschaffung von Informationen über Identität, Einstufung und Infektionsrisiko der biologischen Arbeitsstoffe und von ihnen ausgehenden toxischen oder sensibilisierende Wirkung, Art und Dauer der Tätigkeit, mögliche Übertragungswege, Exposition der Beschäftigten Erfahrungen aus vergleichbaren Tätigkeiten. 3. Zuordnen in die Risikogruppen in Abhängigkeit von dem Infektionsrisiko (4 Risikogruppen). 4. Reichen die Informationen aus, um die Tätigkeit einer Schutzstufe (nach Anhang II und III) zuzuordnen? (Gegebenenfalls neue Infos einholen)

11 Tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung gemäß BioStoffV 5. Bei mehreren biologischen Arbeitsstoffen Einzelbewertungen vornehmen. 6. Erforderliche Sicherheitsmaßnahmen aus der entsprechenden Schutzstufe auswählen. Ziel: Gefährdung der Beschäftigten so weit wie möglich verringern. Mindestens allgemeine Hygienemaßnahmen der Schutzstufe 1 festlegen (siehe TRBA 500). Sensibilisierende und toxische Wirkungen berücksichtigen. 7. Betriebsanweisung erstellen.

12 Risikogruppen Einteilung nach Infektionsrisiko Risikogruppe Krankheit Gefahr für die Beschäftigten Verbreitung in der Bevölkerung Vorbeugung oder Behandlung 1 unwahrscheinlich minimal keine nicht erforderlich 2 möglich möglich unwahrscheinlich möglich 3 ja, schwer ernsthaft möglich möglich 4 ja, schwer ernsthaft u.u. groß normalerweise nicht möglich

13 Grundlagen der Schutzmaßnahmen - Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung - 10 und 11 BioStoffV und Anhänge II und III - Technische Regeln des Ausschusses für biologische Schutzmaßnahmen

14 Beispiel einer Gefährdungsanalyse

15 Beispiel einer Checkliste nach TRBA 500

16 Beispiel einer Betriebsanweisung nach BioStoffV

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