Sabine Andresen. Mein Leben wird richtig schön! Kinder aus Hamburg-Jenfeld und Berlin-Hellersdorf

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1 Sabine Andresen Mein Leben wird richtig schön! Kinder aus Hamburg-Jenfeld und Berlin-Hellersdorf 1

2 Gliederung 1. Unsicherheit und prekäres Aufwachsen 2. Zum Ansatz in der Kindheitsforschung 3. Zum Spielraumbegriff 4. Zum Wohlbefinden 5. Zur Studie: Vorgehen und Befunde 6. Schlussfolgerungen 2

3 Unsicherheit und prekäres Aufwachsen Unsicherheit als Teil des Alltags strukturiert alle Erfahrungen (Castel 2005). In der Kindheit manifestieren sich bürgerliche und soziale Unsicherheit. Sicherheit als Ressource zeigt sich im Prozess des Aufwachsens anhand von Beziehungsqualitäten und Passungsverhältnissen. 3

4 Unsicherheit und prekäres Aufwachsen - Prekarisierung als neue Normalität (Castel) - Sicherheitsbedürfnis als notwendige Daseinsbedingung des modernen Menschen - Prekäre Kindheit durch: Krise der Arbeitsgesellschaft, besondere Belastungen der Eltern, Qualität im Bildungs- und Sozialwesen, Prädispositionen der Kinder 4

5 Zum Ansatz in der Kindheitsforschung Perspektive von Kindern Kritik an dem defizitären Blick auf Kinder Kinder als Experten, aber auch in ihrer Abhängigkeit von erwachsenen Bezugspersonen, einem anregenden Umfeld, sicheren, sozialen Bedingungen des Aufwachsens 5

6 Zum Spielraumbegriff Materielle Ressourcen Wertvorstellungen und Ideen vom guten Leben Entscheidungs- und Handlungsspielräume Raum und Zeit Sozialraum und Alltag Psychosoziale Bedingungen Freizeitmöglichkeiten 6

7 Zur Messung von Wohlbefinden / Wohlergehen UNICEF Indikatoren materielle Situation Gesundheit Bildung Beziehungen Risikoverhalten Selbsteinschätzung der Kinder 7

8 Zur Studie Teilnehmende Beobachtung im Feriencamp Fragebogenerhebung Fotomethode und Interviews 8

9 Zur Fragebogenerhebung Unter welchen personellen und räumlichen Bedingungen leben die Kinder? Was sind ihre wichtigsten Dinge? Wie schätzen sie ihre Selbstwirksamkeit ein? Was verstehen sie unter einem guten Kinderleben? Wie oft gehen sie in die Arche und was gefällt ihnen dort besonders? 9

10 Befunde aus der Fragebogenerhebung: Bedeutung der Arche Über 50% besucht die Arche jeden Tag Die Kinder wertschätzen unterschiedliche Aspekte und Angebote, aber besonders wichtig sind: Dass wir zusammen Ferien machen 70,3% Dass ich dort andere Kinder treffe 64,8% Dass sich die Erwachsenen dort um mich kümmern 50,8 % Dass ich dort ein Mittagessen bekomme 41,4% 10

11 Befunde aus den Interviews zur Bedeutung der Arche Wichtiger Ort für außerschulische, non-formale Bildung Freundschaften Fürsorge Verlässlichkeit Arche und das Verhältnis zum Elternhaus 11

12 Wichtigste Dinge Ein Mitglied der Familie Spielzeug/Kuscheltiere Kommunikationsmittel (Handy) 12

13 Mein Leben wird richtig schön : Selbstwirksamkeit 79,1 % eine hohe Selbstwirksamkeit 89,2% ein richtig schönes Leben 85,1% viele Dinge gut können 70.8% bei Problemen fällt mir meistens etwas ein 13

14 Vorstellungen vom guten Leben für alle Kinder Familie und Fürsorge: Von den Eltern geliebt werden und selbst jemanden lieb haben, dass sich jemand kümmert, erklärt bekommen, was richtig und falsch ist. Freunde und Nähe: enorme Bedeutung guter Freunde, die Erfahrung der Nähe machen und Vertrauen haben. Keine Gewalt: Kinder sollen nicht geschlagen werden (88,5%) Schule und Lernen: alle Kinder sollen zur Schule gehen können (90,9%) 14 Spiele und Ferien

15 Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen Mädchen haben häufiger das Gefühl schnell neue Freunde zu finden, Hilfe zu bekommen, Finden es wichtiger, nach ihrer Meinung gefragt zu werden, Messen Arztbesuchen eine höhere Bedeutung bei. 15

16 Spielräume aus Sicht der Kinder Beziehungsräume Gesprächsräume Bildungsräume Freizeiträume 16

17 Fotomethode und Interview 17

18 Kinderarmut hat viele Gesichter, aber betroffene Kinder haben ähnliche strukturelle Bedingungen Beziehungs- und Erziehungsressourcen der Familien Unterschiedliche Benachteiligungen im Alltag Nötig sind leicht zugängliche öffentliche Angebote Qualität öffentlicher, außerschulischer Freizeit- und Bildungsangebote Benachteiligung und Armut werden unterschiedlich erlebt Problem der Stigmatisierung und sozialen Scham 18

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