»Mich hat man vergessen«im Unterricht

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1 Materialien für einen handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht Nr. 21»Mich hat man vergessen«im Unterricht Lehrerhandreichung zum Bericht von Eva Erben (Klassenstufe 5 8) Thematische Aspekte Holocaust, Flucht, Konzentrationslager, Emigration nach Palästina/Israel Literarische Aspekte Autobiografischer Zeitzeugenbericht,»Oral History«, nüchterne Darstellung, Empathie, Symbolik Erarbeitet von Nadja Kummerow Mit Kopiervorlagen

2 Inhaltsverzeichnis u i k»mich hat man vergessen«im Unterricht u.1 Inhaltsangabe u.2 Literarisches Profil u.3 Didaktisches Profil u.4 Deutungsperspektiven u.5 Methodenkiste u.6 Vorschlag für eine Unterrichtseinheit Infoblätter i.1 Eva Erbens Biografie im Überblick ( ) i.2 Presse- und Schülerstimmen i.3 Infoblatt zum Nationalsozialismus i.4 Zum Weiterlesen Kopiervorlagen* k.1 Lesezeichen und Zeilometer Ein Zeilometer erstellen, Textstellen auffinden k.2»ich war noch ein Kind« Textinhalt erschließen und mit eigenen Worten zusammenfassen (S ) k.3»von nun an waren wir nur noch Nummern« Sich in die Hauptfigur hineinversetzen, eigene Lebenswirklichkeit (S ) k.4»alles hier war so fremd« Textausschnitt gliedern, Überschriften finden, Text zusammenfassen (S ) k.5»mich hat man vergessen« Textinhalt klären, Spannungsverlauf darstellen, Textstelle interpretieren (S ) k.6»ich konnte nur stumm danken« Textinhalt klären, sich in die Hauptfigur hineinversetzen (S ) k.7»wie von einer unsichtbaren Macht angezogen« Informationen entnehmen, sich in die Hauptfiguren hineinversetzen (S ) k.8 Geschichtlicher Hintergrund Geschichtlichen Hintergrund klären, Inhalte zuordnen k.9»ich hatte ganz einfach eine enorme Portion Glück« Bezüge zur eigenen Lebenswirklichkeit herstellen k.10»kleine Häuser, in denen Licht brannte« Symbole im Bericht verstehen und interpretieren, eine Szene zeichnen * Hinweise zum Einsatz der Kopiervorlagen sind unter u.5 und u.6 zu finden.... Eva Erben: Mich hat man vergessen. Erinnerungen eines jüdischen Mädchens. Aus dem Hebräischen von Nathan Jessen. Mit einem Nachwort von Mirjam Pressler und mit einem Interview. Gulliver Taschenbuch 956. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg Die Kopiervorlagen dieses Bandes stehen für Vervielfältigungen im Rahmen von Veranstaltungen in Schulen, Seminaren und in der Lehrerfortbildung zur Verfügung. Die Weitergabe der Vorlagen oder Kopien in Gruppenstärke an Dritte und die gewerbliche Nutzung sind untersagt. Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages. Hinweis zu 52a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne eine solche Einwilligung eingescannt und in ein Netzwerk eingestellt werden. Dies gilt auch für Intranets von Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen. Lektorat: Jürgen Hahnemann 2007 Beltz Verlag Weinheim und Basel Gestaltung und Satz: Christian Herr, München Illustrationen: Bernhard Zerwann, Bad Dürkheim Druck: Druck Partner Rübelmann GmbH, Hemsbach Printed in Germany ISBN

3 »Mich hat man vergessen«im Unterricht u»mich hat man vergessen«im Unterricht Inhaltsangabe u.1... Eva Erbens Zeitzeugenbericht führt den Leser bzw. die Leserin in die Tschechoslowakei und das Prag der 1930er-Jahre. Eva, geboren 1930, lebt zusammen mit ihren Eltern in Prag, ihr Vater ist Chemiker und hat eine Fabrik. Eva wächst bis zum Jahr 1939 glücklich auf, dann rücken die deutschen Besatzer ein, und der jüdischen Bevölkerung werden zahlreiche neue Auflagen diktiert. Eva kann nun nicht mehr zur Schule gehen und wird gemeinsam mit anderen jüdischen Kindern privat unterrichtet. Auch muss sie die gesamte jüdische Bevölkerung den»judenstern«tragen, sobald sie auf die Straße geht wird Eva gemeinsam mit ihren Eltern nach Theresienstadt, dem Vorzeigelager der Nazis, deportiert (S ). Dort leben sie und ihre Mutter zuerst getrennt vom geliebten Vater. Doch die Familie kommt mit viel Glück wieder zusammen und kann in einer kleinen Mansardenwohnung gemeinsam leben wird Evas Vater einem Transport nach Auschwitz zugeteilt. Kurze Zeit später folgen seine Tochter und seine Frau ihm dorthin (S. 28), weil ihnen versprochen wird, den Vater dort wieder zu treffen. In Auschwitz stirbt Evas Vater, ohne dass sich die Familie wiedergesehen hätte. Eva und ihre Mutter werden einer Arbeitsgruppe zugeteilt. Sie graben Panzergräben und leiden unter Kälte und Hunger. Nach einiger Zeit werden die beiden einem anderen Trupp zugeteilt, der außerhalb des Lagers arbeiten soll. Zusammen mit den anderen Frauen werden sie in Güterwaggons fortgebracht. Nach einigen Stunden Zugfahrt folgt ein harter Fußmarsch, zuletzt erreichen sie das Arbeitslager. Die Bedingungen im Lager sind hart, es gibt kaum etwas zu essen und die Arbeit ist schwer. Als die Sowjetarmee näher rückt, werden die Frauen von der SS»evakuiert«: Sie begeben sich, unter strenger Bewachung durch SS-Männer und deren Hunde, auf einen anstrengenden Marsch einen der unzähligen Todesmärsche, die von den Nazis angeordnet wurden.... Wer versucht, zu fliehen, wird kaltblütig erschossen. Den Strapazen des langen Marsches sind viele der Frauen nicht gewachsen; auch Evas Mutter stirbt unmittelbar neben ihr und Eva bleibt allein zurück (S. 34). Am folgenden Tag geht der Marsch für Eva und die anderen Frauen weiter. Abends übernachten sie in einer Scheune. Das Heu und das Stroh stinken schrecklich, doch Eva ist erschöpft und legt sich im Heu in einer tiefen Mulde schlafen. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist die Kolonne ohne sie weitergezogen durch den intensiven Geruch des Heus konnten offenbar selbst die Hunde der SS- Schergen Eva nicht entdecken (S. 34f.). Eva macht sich, hungernd, frierend und in Häftlingskleidung auf den Weg in Richtung der tschechoslowakischen Grenze. Sie muss sehr vorsichtig sein, denn die Deutschen sind noch immer in der Umgebung. Einmal wird sie fast erschossen (S. 37). Doch sie hat Glück, eine Bauernfamilie nimmt Eva bei sich auf (S. 38). Zuerst muss sie sich versteckt halten, doch als die Deutschen abgezogen sind, muss sich Eva nicht länger verstecken. Sie lebt geborgen bei ihren Rettern, Familie Jahn, bis eines Tages ihre Tante Ilona erscheint und sie zu sich holt. Doch das Verhältnis zur Tante und zu ihren Cousins ist schlecht. Eva fühlt sich bei ihnen nicht wohl und entscheidet sich, in ein Waisenhaus für jüdische Jugendliche nach Prag zu gehen (S. 54f.). Sie beginnt eine Ausbildung zur Krankenschwester. Immer mehr interessiert sie sich für den Staat Israel und bei einem Treffen im jüdischen Gemeindehaus trifft Eva einen alten Bekannten wieder Peter, den netten Gruppenältesten aus Theresienstadt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Beziehung. Eva und Peter entschließen sich, ihre Zukunft gemeinsam zu verbringen und nach Israel auszuwandern (S. 60f.). Sie setzen ihren Plan in die Tat um und noch heute leben die beiden mit ihrer Familie in Israel.... 1

4 »Mich hat man vergessen«im Unterricht u.2 Literarisches Profil... Eva Erbens Bericht umfasst 65 Seiten. Im Vorwort der Autorin (S. 5) benennt sie ihre Motivation für die schwere Aufgabe, vom Erlebten zu berichten, nämlich die Verpflichtung einer nachwachsenden Generation gegenüber. Im Anschluss an den Bericht folgen eine Reihe von Bildern von Eva Erben und ihrer Familie damals und heute. Das Nachwort (S ) ist von der bekannten Autorin Mirjam Pressler verfasst. Hier finden sich Informationen über die Hintergründe der Judenverfolgung in der Tschechoslowakei und in Polen zur Zeit des Nationalsozialismus. Außerdem erläutert Pressler den Charakter des Lagers Theresienstadt und schreibt über die Überlebenden der Konzentrationslager, von denen viele nach Palästina, dem späteren Staat Israel, ausgewandert sind. Auf den Seiten 91 bis 107 schließlich ist ein Gespräch mit Eva Erben abgedruckt, das im Rahmen eines Seminars am Frankfurter Institut für Jugendbuchforschung aufgezeichnet wurde. Hier erzählt Eva Erben von ihrer Zeit in Israel und ihrer Familie, aber auch rückblickend über ihre Jugend.»Oral History«In ihrem Buch erzählt Eva Erben ein Stück Geschichte. Es handelt sich um einen außergewöhnlichen Zeitzeugenbericht, der als authentischere Quelle gewertet wird als schriftlich überlieferte Dokumente und Urkunden. Eva Erbens Bericht umfasst aber nicht nur ihre Kindheit und Jugend in Theresienstadt und Auschwitz, sondern auch ihr Leben davor und danach, bis hin zu ihrem Leben in Israel, gemeinsam mit ihrer Familie. Der Bericht zeigt, anders als die meisten geschilderten Schicksale aus der Nazizeit, nicht nur die persönlich erfahrene Leidensgeschichte, sondern umspannt Eva Erbens ganzes Leben. Mirjam Pressler spricht im Nachwort über das, was für sie an diesem Buch so fesselnd ist:»zur Faszination an Eva Erbens Buch trägt für mich ein Eindruck bei, den ich gleich beim ersten Lesen hatte: Mir war, als ob ich langsam und aufmerksam ein Album durchblätterte. Nicht wegen der Fotos, sondern weil Evas Geschichte aus lauter einzelnen Erinnerungs-Bildern besteht. Niemand erinnert sich an seine Kindheit wie an einen lückenlosen Roman, eher wie an ein unvollständiges Mosaik. Das Gedächtnis behält die Erlebnisse, die besonders glücklich oder besonders leidvoll waren«(s. 81f.).... Im Frühjahr 1979 erzählte Eva Erben an einem Gedenktag zum Holocaust jüdischen Schüler/innen ihre Geschichte. Hieraus entstand ihr Buch»Mich hat man vergessen«. Der Text ist knapp und beschränkt sich auf das Wesentliche. Der Satzbau ist unkompliziert und die Sprache einfach und verständlich. Auf Ausschmückungen, direkte Rede und Dialoge wird weitgehend verzichtet. Dadurch erscheint der Text als»reiner Tatsachenbericht«. Ursprünglich wandte sich der Text an jüngere Kinder. Schilderungen von Ereignissen werden scheinbar emotionslos und wenig gefühlsbetont abgefasst, in der Benennung des Furchtbaren und des Guten hält er sich die Waage. Indem auch das Positive geschildert wird, scheint das Schreckliche leichter erträglich. Dies ist kein lediglich literarisches oder didaktisch motiviertes Vorgehen, es entspricht eher der zutiefst um Ausgleich und Versöhnung denn um Schuldzuweisung bemühten Haltung der Autorin. Gefühle des Lesers Die Lektüre des Textes setzt voraus, dass die Leser/innen das, was an Emotionen und Gefühlen bewusst ausgespart bleibt, selbst einbringen. Sie werden zum Nachdenken und Mitfühlen angeregt. Die Erzählung spricht vor allem das Gerechtigkeitsempfinden an. Schlüsselszenen, an denen das Unrecht auch für junge Leser/innen emotional nachvollziehbar ist, sind beispielweise: In der Eisdiele wird ein Schild»Zutritt für Hunde und Juden verboten«aufgestellt. Diese Szene schließt an die heutige Lebenswelt an und wird deshalb als be sonders diskriminierend empfunden. Auf der Flucht wird Eva von Soldaten entdeckt. Der eine meint, sie sollten sie laufen lassen, sie würde schon von alleine krepieren und es sei schade um die Kugel. Dieser Zynismus provoziert unwillkürlich Ablehnung. Evas Cousins machen sich über ihre Allgemeinbildung lustig und Tante Ilona ermahnt sie, nicht so viel Schokolade zu naschen, damit sie nicht noch mehr Zähne verliert. Hier stellen junge Leser/innen die Frage, warum die Cousins und die Tante so handeln, und verurteilen dieses Handeln in der Regel.... 2

5 »Mich hat man vergessen«im Unterricht... Die Lektüre ermöglicht es jungen Leser/innen, Partei zu ergreifen für das»gute«und Sympathie für Familie Jahn zu entwickeln, die Eva ohne zu zögern aufnimmt und damit selbst viel riskiert. Auch die Familie des ehemaligen Kutschers ihrer Großmutter unterstützt Eva und gibt ihr die Wärme, die sie von der Tante und ihren Cousins nicht bekommt. Symbolik Zahlreiche Symbole durchziehen Eva Erbens Bericht und bereichern ihn in literarischer Hinsicht: Die warme Decke bei ihrer Oma (S. 7) symbolisiert Geborgenheit. Das Erlebnis mit dem Raben, der den wertvollen Ohrring wieder zurückbringt, vermittelt die Hoffnung, dass es eine gerechte Welt gibt, in der alles wieder gut wird. Die Puppe Hannah (S. 15) steht für die heile Kindheit, ihr Verlust verkörpert das Ende der Menschlichkeit (ähnlich wie in Mirjam Presslers Erfolgs roman»malka Mai«). Evas Tagebuch (S. 15, 27) symbolisiert die Hoffnung auf ein Leben nach dem Leid.... Der Leierkastenmann Brundibar (S. 20f.) im gleichnamigen Theaterstück verkörpert die Unterdrücker, die Deutschen. Das Licht in den Häusern, das Eva während des Todesmarsches sieht (S. 33f.), steht für die heile Welt, an der die Gefangenen nicht teilhaben können. Das kalte Zimmer bei Tante Ilona (S. 47) verdichtet die abweisende Haltung und Ungastlichkeit der Bewohner gegenüber Eva.... Didaktisches Profil u.3... Das didaktische Profil * des Berichts ist geprägt durch die besondere Form, in der Eva Erben ihr Buch verfasst hat: Es handelt sich um einen Zeitzeugenbericht. Das Buch gibt den Leserinnen und Lesern die Möglichkeit, sich aktiv mit der Zeitgeschichte auseinanderzusetzen. Hierbei können die Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde, Kunst und Musik in die Arbeit mit der Lektüre einbezogen werden. Auch projektorientiertes Arbeiten eignet sich im Zusammenhang mit der Lektüre und ihren Themen. Der Leser bzw. die Leserin kann ermuntert werden, über... die Lektüre des Buches hinaus zu den angesprochenen Themen Nachforschungen anzustellen oder weiterführende Themen zu bearbeiten. Wie der Text über die Lesemotivation hinaus zur Leseförderung und zum literarischen Lernen beitragen kann, wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich. Sie gibt Auskunft über die Dimensionen des Romans und deren zugehörige Elemente. * Vgl. Rank, Bernhard (2005): Leseförderung und literarisches Lernen. In: Lernchancen, 8. Jg., H. 44, S

6 »Mich hat man vergessen«im Unterricht Fortsetzung: Didaktisches Profil Dimension des Textes Das Vertraute: Möglichkeit zur Assimilation (Leseförderung) Das Neue: Notwendigkeit zur Akkomodation (literarisches Lernen) Wirklichkeitsbezug Tatsachenbericht autobiografischer Zeitzeugenbericht Thematik Kindheit Jugend Familie Holocaust Zweiter Weltkrieg Nationalsozialismus Ghetto Theresienstadt/Gefangenenlager Auschwitz/Konzentrationslager Aufwachsen innerhalb besonderer politischer Rahmenbedingungen Schicksal von äußeren Einflüssen bestimmt Rassenhass Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen Verlust der Eltern Figuren Identifikation mit Eva Identifikation mit Nebenfiguren (z. B. Freunde von Eva in Prag und Theresienstadt, Familie Jahn, Peter) Antipathie gegenüber den Nazis/Soldaten Unverständnis für das Handeln der Tante und der Cousins Identifikation mit einem Kinderschicksal zu Kriegszeiten Gerechtigkeitssinn zeigen/entwickeln Sprache/Stil Tatsachenbericht Spannungsbogen Mosaik von Erlebnissen sachliche Sprache: Emotionen selbst einbringen Symbolik Literarische Formelemente/ Erzählkonzept episodenhaft entwickelte Erzählung lineares Erzählen Vorwort der Autorin Nachwort Interview mit der Autorin Rückblick in politische Geschichte keine Kapitelgliederung und keine Überschriften 4

7 »Mich hat man vergessen«im Unterricht... Insgesamt lässt sich damit eine gelungene Mischung aus leseförderndem Potenzial und Notwendigkeiten zur Akkomodation bestehender Verstehensschemata ausmachen. Besonders geeignet scheint Eva Erbens Bericht für die Klassenstufen , kann aber aufgrund seines behutsamen Erzählstils auch schon in der 5. Klassenstufe eingesetzt werden. Der vorliegende Unterrichtsvorschlag ist für alle Schularten der Sekundar stufe I geeignet.... Deutungsperspektiven u.4...»mich hat man vergessen«ist zum einen als eindringliche Mahnung an die nachfolgenden Generationen zu lesen, dass ein solches Unrecht, wie es mit Eva viele Millionen Menschen erleiden mussten, nie wieder geschehen darf. Dieses zentrale Motiv spricht Eva Erben in ihrem Vorwort an (S. 5).... Ihr Bericht ist ein Plädoyer für die Menschlichkeit, auch für Zivilcourage in der Barbarei. Eva Erbens Lebensgeschichte zeigt: Jeder Mensch kann sich für oder gegen das Gute entscheiden. Dass beispielsweise Familie Jahn die hilflose Eva aufnimmt und pflegt, dabei große Risiken in Kauf nimmt, war nicht selbstverständlich. Darüber hinaus kann der Bericht auch als Beispiel für den Überlebenswillen eines Kindes gelesen werden, das mit viel Glück und sicherem Instinkt lebensbedrohliche Situationen übersteht.... Methodenkiste u.5... Der Einsatz von Unterrichtsmethoden ist immer an die Frage gekoppelt, welche Ziele mit einem bestimmten methodischen Setting erreicht werden sollen, welche Kompetenzen die Schüler/innen im Umgang mit dem Lerngegenstand erwerben sollen. Wir gehen daher in der folgenden Übersicht von den Bildungsstandards aus, wie sie die KMK für den mittleren Bildungsabschluss formuliert hat.* Zu den einzelnen Standards sind dann mögliche methodische Umsetzungen und Beispiele für die Behandlung von»mich hat man vergessen«im Unterricht aufgeführt. Damit ergibt sich ein rascher Blick darauf, was Eva Erbens Bericht an literarischen, inhaltlichen und formalen Möglichkeiten bieten kann. Die aufgeführten Beispiele sollen als Anreiz zur Umsetzung und zur Modifizierung dienen und übersteigen das Pensum einer Unterrichtseinheit zum Buch um ein Vielfaches. Je nach Interessen und Lernvoraussetzungen... der Schüler/innen kann hier eine Auswahl getroffen werden. Die Zuordnung einer Methode zu einem Bildungsstandard ist natürlich nicht immer trennscharf. * Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) (2003): Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss (im Internet unter org/schul/bildungsstandards/deutsch_msa_bs_ pdf ( ).... 5

8 »Mich hat man vergessen«im Unterricht Fortsetzung: Methodenkiste Bildungsstandards Methoden Beispiele > Verschiedene Lesetechniken beherrschen Über grundlegende Lesefertigkeiten verfügen: flüssig, sinnbezogen, überfliegend, selektiv, navigierend lesen Ein Kapitel bzw. eine besonders bedeutsame Stelle vorlesen bzw. vorlesen lassen: Den gestaltenden Lesevortrag vorbereiten und üben lassen Die Auswahl individuell begründen lassen Sinngestaltendes Lesen üben Die Kindheit in Prag (S. 7 14) Kinderarbeit in Theresienstadt (S ) Von Theresienstadt nach Auschwitz (S ) Auf der Flucht (S. 35, Z. 24 bis S. 37, Z. 20) > Strategien zum Leseverstehen kennen und anwenden Leseerwartungen und -erfahrungen bewusst nutzen Textschemata erfassen, z. B. Textsorte, Aufbau des Textes Verfahren zur Textaufnahme kennen und nutzen Inhaltliche Vorbereitung der Themen des Buches durch Text und Bild Impulse durch Titel, Umschlagbild, Klappentext, Autor, Verlag: eine Leseerwartung aufbauen Vorwissen aktivieren Inhalte und Handlungsverläufe antizipieren ein Lesemotiv formulieren Einen Zeitzeugenbericht kennenlernen Einen Text strukturieren/mit vorgegebenen Strukturen umgehen und sie verarbeiten Wesentliche Textstellen identifizieren Fragen aus dem Text ableiten Texte und Textabschnitte zusammenfassen Stichwörter formulieren Geschichte der Juden/Judenverfolgung Nationalsozialismus Holocaust Ghetto Theresienstadt Auschwitz/Konzentrationslager Vermutungen zum Titelbild Vermutungen zum Titel: ein Cluster mit Assoziationen zum Titel, Titelbild und Klappentext erstellen Was bedeutet»zeitzeugenbericht«? Was bedeutet»erzählte Geschichte«? Eine Textübersicht anlegen Text in Kapitel unterteilen und mit Überschriften versehen Einen Textauszug gliedern und einzelne Abschnitte mit Überschriften versehen > k.4 Alles ändert sich (S ) > k.3 Von Theresienstadt nach Auschwitz (S ) Mich hat man vergessen (S. 34, Z. 25 bis S. 35, Z. 22 ) > k.5 Warum melden sich die Frauen für die Deportation nach Auschwitz? (S. 28) > k.5 Die Zeit in Theresienstadt (S ) > k.4 Als Flüchtling bei Familie Jahn (S. 37, Z. 22 bis S. 43, Z. 11) > Literarische Texte verstehen und nutzen Ein Spektrum altersangemessener Werke auch Jugendliteratur bedeutender Autorinnen und Autoren kennen Mit der Autorin in Briefkontakt treten Thematisch ähnliche Texte bedeutender Autorinnen und Autoren lesen/kennenlernen Über den Verlag Beltz & Gelberg, Postfach , Weinheim (Briefe bitte gesammelt schicken) Thematisch verwandte Bücher, z. B.»Lauf, Junge, lauf«von Uri Orlev,»Malka Mai«von Mirjam Pressler,»Ich bin ein Stern«von Inge Auerbacher Lyrik (z. B. Erich Fried, Selma Meerbaum- Eisinger, Paul Celan) 6

9 »Mich hat man vergessen«im Unterricht Bildungsstandards Methoden Beispiele > Literarische Texte verstehen und nutzen Zentrale Inhalte erschließen Wesentliche Elemente eines Textes erfassen, z. B. Figuren, Raum- und Zeitdarstellung, Konfliktverlauf Wesentliche Fachbegriffe zur Erschließung von Literatur kennen und anwenden Eigene Deutungen des Textes entwickeln, am Text belegen und sich mit anderen darüber verständigen Sprachliche Gestaltungsmittel in ihren Wirkungszusammenhängen und in ihrer historischen Bedingtheit erkennen, z. B. Wort-, Satz- und Gedankenfiguren, Bildsprache (Metaphern) Produktive Methoden anwenden Ein den Text erschließendes Unterrichtsgespräch anhand von Leitfragen führen Eine Figurenkonstellation erarbeiten Eine Figur/Figuren charakterisieren Die Beziehung zwischen Figuren herausarbeiten Die Erzählkonstruktion in Form einer Grafik / Tabelle darstellen Unterschied Ich-Erzählung / Er-Erzählung erarbeiten Eine kontroverse Diskussion zum Thema oder zu bestimmten Figuren führen Bezüge zwischen Buchtitel und Inhalten des Textes herstellen Den Spannungs- bzw. Stimmungsbogen eines Textabschnittes/des Berichts beschrei ben und grafisch darstellen Assoziationen sammeln und Textwirkungen untersuchen Symbole im Text entdecken Ein Gedicht zu einem zentralen Textmotiv schreiben Einen Brief an eine Hauptfigur schreiben Einen Zeitungsbericht bzw. eine Reportage über eine Textstelle schreiben Ein Standbild zu einer Szene bauen Ein literarisches Rollenspiel, z. B. zu einer Szene, durchführen Ein Plakat zum Buch erstellen Wie entwickelte sich das Leben der jüdischen Bevölkerung von Prag, als die Tschechoslowakei 1939 besetzt wurde? (S ) > k.2 Welche Strategien entwickelten die Bewohner von Theresienstadt, um zu überleben? (S ) Warum entschied sich Eva Erben, ihre Tante zu verlassen und im Waisenhaus zu leben? (S ) Plakat mit der Figurenkonstellation: Welche Figuren sind im Verlauf der Geschichte von großer Bedeutung? Eva, Familie Jahn, Anna und Josef, Tante Ilona Eva/Familie Jahn Eva/Tante Ilona und ihre Cousins Eva/Peter Zeitleiste bzw. tabellarische Übersicht: Zeitangabe, Ereignis, beteiligte Figuren Einen Textabschnitt als Er-Erzählung verfassen (z. B. In der Schule, S.50 51) Warum verlässt Eva ihre Tante und ihre Cousins? Ist ihr Verhalten nachvollziehbar? Bedeutung des Titels»Mich hat man vergessen«thematisieren»mich hat man vergessen«(s ) > k.5 Der Besuch in der Tschechoslowakei (S ) Wirkung des weitgehend sachlichen Erzählstils Emotionsfreies Erzählen > k.10 Freiheit Gefangenschaft/Verfolgung Hoffnung Kindheit in Zeiten des Krieges An Eva, nach ihrem Entkommen (S. 34f.) Evas Entkommen und Evas Rettung durch Familie Jahn (S ) Eva wandert mit Peter nach Israel aus das neue Leben in Israel (S ; S ) Polizisten teilen Familie Erben den Abtransport mit (S. 14f.) Am Tor des Lagers mit Peter (S. 22f.) Die Sache mit den Kirschen (S. 22f.) Symbole für die einzelnen Ereignisse/Figuren grafisch zusammenstellen und verbinden 7

10 »Mich hat man vergessen«im Unterricht Fortsetzung: Methodenkiste Bildungsstandards Methoden Beispiele > Literarische Texte verstehen und nutzen Produktive Methoden anwenden Handlungen, Verhaltensweisen und Verhaltensmotive bewerten Ein alternatives Titelbild erstellen Einen Handlungsort malen, zeichnen oder nachbauen Eine Befragung zum Thema des Buches durchführen Eine thematische Aktion durchführen Sympathie/Antipathie zu den Figuren thematisieren Zu den Figuren der Erzählung Stellung beziehen, ihr Verhalten und Handeln bewerten Eigene Fotos/Zeichnung/Collage Das Zimmer bei der Großmutter (S. 7f.) Der Kartoffelkeller (S. 24f.) Theresienstadt die Scheinwelt (S. 26f.) Wissen und Einschätzungen von Schüler/innen zu den Themen Judenverfolgung und Gründung des Staates Israel Einladung eines Experten Präsentationen zu Themen des Buches in Gruppen erarbeiten Nachrichten zum Thema Israel verfolgen und einordnen Sympathiekurven erstellen, z. B. Eva Erben, Evas Eltern und Familie, Familie Jahn, Tante Ilona Eva Erben, Evas Eltern und Familie, Familie Jahn, Tante Ilona > Sach- und Gebrauchstexte verstehen und nutzen Informationen zielgerichtet entnehmen, ordnen, vergleichen, prüfen und ergänzen Intention(en) eines Textes erkennen Aus Texten begründete Schlussfolgerungen ziehen Eine thematische Collage erstellen/eine Zeitleiste anlegen Hintergrundtexte zu Themen des Berichts analysieren Diskussion zu Themen des Romans Ereignisse im Leben Eva Erbens > k.8 Darstellung der Themen in Zeitungsberichten und/oder Büchern Inwiefern betrifft uns Eva Erbens Lebensgeschichte? > k.9 Was bedeutet für uns Freiheit? > Medien verstehen und nutzen Informationsmöglichkeiten nutzen Medien zur Präsentation und ästhetischen Produktion nutzen Internet- und Buchrecherche zu Themen des Romans Powerpoint-Präsentationen bzw. Hypertexte erarbeiten, vorstellen und reflektieren Geschichte des Judentums Der Zweite Weltkrieg und der Einmarsch der Deutschen in die Tschechoslowakei Ghettos Gefangenenlager/Konzentrationslager Gründung und Geschichte des Staates Israel Nachwort (S. 81ff.), Interview mit Eva Erben (S. 91ff.) und recherchierte Zusatzinformationen aufbereiten 8

11 »Mich hat man vergessen«im Unterricht Vorschlag für eine Unterrichtseinheit u.6... Die nachfolgende Unterrichtseinheit zu»mich hat man vergessen«folgt dem Grundsatz»erschließend, nicht erschöpfend«. Die Einheit besteht, unterstützt durch die Infoblätter und Kopiervorlagen aus diesem Heft, aus vier unterschiedlichen Modulen: Modul A: Lesen und Erarbeitung Modul B: Thematische Aspekte / historisch-politischer Hintergrund Modul C: Projektorientierte Arbeit Modul D: Reflexion der Lektüre Denkbar ist der Einsatz eines Lesetagebuchs. Hier finden eigene Gedanken und Notizen, aber auch im Unterricht erarbeitete Aspekte Platz und können immer wieder nachgeschlagen werden. Somit ist eine Sicherung der Ergebnisse gerade zu diesem thematisch anspruchsvollen Bericht gewährleistet. Außerdem bietet ein Lesetagebuch den Vorteil, dass sich die Schüler/innen je nach Interesse darin vertiefen. Zusätzlich können in das Lesetagebuch die Arbeitsblätter abgelegt werden, sodass nach und nach ein persönliches Lektürebuch entsteht, das am Ende der Einheit als Grundlage der individuellen Reflexion genutzt werden kann. Modul A: Lesen und Erarbeitung Erste Kontaktaufnahme mit dem Buch: Titelbild, Klappentext, Erstellung eines Zeilometers (k.1) Lektüre der Erzählung: teils häuslich (z. B. mit Notizen ins Lesetagebuch oder Deutschheft) teils im Unterricht (Vorlesen durch Lehrer/in und Schüler/innen, stille Lesephasen) Es bietet sich an, einzelne Teile der Erzählung vorzulesen oder auch zu erzählen. Denn durch die quasi in Teilen wiederholte Inszenierung der»oral History«tritt ihre Qualität deutlicher zutage. Der Text basiert auf den Erzählungen von Eva Erben, deshalb kann er durch das Erzählen oder Vorlesen wieder lebendig werden und Emotionen wecken, wo er bei der reinen Lektüre vielleicht eher spröde erscheint. Schwerpunktmäßige Bearbeitung einiger Szenen/Kapitel mithilfe der Kopiervorlagen k.2 bis k.8 Weitere Anregungen aus der»methodenkiste«in diesem Heft (u.5)... Modul B: Thematische Aspekte / historisch-politischer Hintergrund Selbstständige Recherche in Bibliothek und/oder im Internet zu folgenden Themen: Der Zweite Weltkrieg Geschichte der Juden, Judenverfolgung, Holocaust Gefangenenlager/Ghettos: Theresienstadt und Auschwitz Flüchtlinge (damals und heute) Gründung und Geschichte des Staates Israel Sichtung von Filmen der regionalen Medienzentren zum Thema Präsentation von Arbeitsergebnissen Modul C: Projektorientierte Arbeit Die Schüler/innen arbeiten an unterschiedlichen, selbst gewählten Themen des Berichts oder zum politisch-historischen Hintergrund Bearbeitung der Kopiervorlagen, die nicht in Modul A eingesetzt wurden Weitere Anregungen aus der»methodenkiste«in diesem Heft (u.5) Präsentation von Arbeitsergebnissen Modul D: Reflexion der Lektüre Präsentation von Arbeitsergebnissen aus den Lesetagebüchern Verfassen einer Rezension (z. B. als Leistungskontrolle) Abschließendes Gespräch über die Einschätzungen der Schüler/innen... 9

12 Infoblätter i Infoblätter i.1 Eva Erbens Biografie im Überblick ( ) Die NSDAP hat im September mit 6,4 Millionen Stimmen ihren ersten großen Wahlerfolg in Deutschland. Die Nürnberger Rassegesetze werden erlassen. Deutsche Truppen besetzen am 15. März 1939 die Tschechoslowakei. Mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg. Den Juden in der Tschechoslowakei ist seit 1939 der Besuch deutscher Schulen verboten, seit 1940 gilt dies auch für den Besuch von tschechischen Schulen. Die deutsche Wehrmacht marschiert in Frankreich ein, die Niederlande, Belgien und Luxemburg werden besetzt. Das Konzentrationslager Auschwitz wird gebaut. Eva Erben wird am geboren. Die Familie zieht später nach Prag und Eva besucht dort einen Kindergarten, in dem auch Deutsch gesprochen wird. Eva ist fast 5 Jahre alt. Eva ist 8 Jahre alt. Eva ist nicht einmal 9 Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg beginnt. Wenig später muss sie einen Judenstern tragen und erhält mit anderen jüdischen Schüler/innen Privatunterricht. Evas 10. Lebensjahr Am 30. November 1941 trifft in Theresienstadt der erste Transport mit insgesamt Menschen ein. Deutschland greift die Sowjetunion an. Im Frühjahr 1945 räumen die Nazis vor den herannahenden Siegermächten die Konzentrationslager. April/Mai 1945: Prager Aufstand gegen die deutsche Besetzung. Die rote Armee unterstützt den Aufstand. Die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht beendet den Zweiten Weltkrieg. Im Juli 1946 kommt es in Polen zu Pogromen gegen Juden. In der Tschechoslowakei übernehmen im Februar die Kommunisten mit einer Art Staatsstreich die Macht. Im März wird die Unabhängigkeit des Staates Israel erklärt. Eva ist nun 11 Jahre alt. Sie wird mit ihrer Familie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ab nun ist sie die Nummer 673. Eva ist vierzehneinhalb. Sie ist gemeinsam mit ihrer Mutter auf dem Todesmarsch unterwegs. Ihre Mutter stirbt, Eva kann entkommen und erreicht ein tschechisches Dorf. Dort lebt sie bei Familie Jahn und erlebt das Kriegsende und die Befreiung. Später zieht sie zu ihrer Tante. Eva wird in einem jüdischen Waisenhaus in Prag aufgenommen und macht eine Ausbildung zur Krankenschwester. Eva heiratet Peter Erben. Sie ist noch nicht ganz 18 Jahre alt. Eva Erben und ihr Mann Peter reisen über Paris und Marseille in ihre neue Heimat Israel aus. Evas Name auf der Häftlingsliste von Theresienstadt 10

13 Infoblätter Presse- und Schülerstimmen i.2... Auszeichnungen»Die besten 7 Bücher für junge Leser«, März 1996 (Focus-Bestenliste) Pressestimmen Eva Erben erzählt ihre Geschichte knapp, es gibt Lücken, helle und dunkle Streiflichter. Und doch entsteht vor dem Leser ein Lebensbild, in dem neben den schlimmsten Momenten auch immer ein Funken Glück aufblitzt. Das macht das Buch so eindringlich und so nah. Brigitte Jakobeit, in: DIE ZEIT, 1. März 1996 Authentische Erinnerungsbücher wie dieses sind wichtig, damit von den Judenverfolgungen im»dritten Reich«ein wahrhaftiges Bild erhalten bleibt und weitergegeben werden kann. Stiftung Lesen, 1996 Eva Erben hat ausdrücklich für Kinder nicht einmal für Jugendliche geschrieben. Das zeigt sich nicht nur daran, wie, sondern was sie erzählt. Sie hält ihre Erinnerungen in Bildern fest, in einzelnen Szenen, die wie lose Mosaiksteine locker nebeneinanderstehen. Höhe- wie Tiefpunkte werden ebenso knapp geschildert wie weniger wichtige Momente. Mit Rücksicht auf die kleinen Leser/innen spart die Autorin Erlebnisse, die ihr unzumutbar erscheinen, aus und behält ihren ruhigen, sachlichen Ton ununterbrochen bei. Die Hölle, von der sie einmal spricht, wird nicht deutlich [ ]. Vielleicht hat Eva Erben auch nicht offener, genauer oder auch emotionaler über ihre Kindheit geschrieben, weil sie es nicht konnte, weil sie diese Zeit nie bewältigt hat und spürt, dass sie sie auch nicht bewältigen wird. Sylvia Adrian in: Büchermarkt im Deutschlandfunk, 24. Februar Schülerzitate einer 6. Klasse»Ich persönlich lese gerne solche Bücher. Mich interessiert, was die da früher Schlimmes erlebt haben. Es schildert sachlich und genau, wie das damals alles war. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen.«chris»normalerweise mag ich so etwas nicht lesen. Aber dies hat mir als einziges von den ganzen Kriegsbüchern gefallen. Ich würde es anderen zum Lesen weitergeben.«alexandra»es gibt ja so was wie Pflichtlektüre in der Schule. Als Pflichtlektüre würde ich das Buch aber nicht bezeichnen. Es ist besser. Es ist nicht zu ausführlich und nicht besonders mit überflüssigen Sachen ausgeschmückt. Es bringt halt richtig rüber, wie es war, und ist nicht zu hart.«roland»ich fand es sehr realistisch und lebhaft. Es war leicht zu lesen. Ich fand es gut, dass sie, die das alles erleben musste, das Buch auch selbst geschrieben hat. Oft schreiben ja irgendwelche Leute Bücher, die nicht dabei waren und sich gar nicht richtig auskennen.«patricia»ich würde das Buch weiterempfehlen. Es waren auch ein paar lustige und ein paar spannende Stellen drin. Was nicht so genau beschrieben wurde, war der genaue Verlauf der Zeit, was die Nazis allgemein gemacht haben. Es wurde auch nicht beschrieben, wo die Front und die Soldaten waren.«frank... 11

14 Infoblätter Fortsetzung: Presse- und Schülerstimmen...»Ich finde das Buch gut. Es ist nicht über-, eher untertrieben. Weinen musste ich nicht. Aber als das Mädchen, die Eva, wegen des Schuhs geschlagen wurde, da musste ich das Buch schon mal weglegen. Das war dann doch ein bisschen zu hart.«vanessa»es ist nicht so viel drumherum geschrieben und nicht unnötig ausgeschmückt. Man kann sich richtig in das Leben eines jüdischen Mädchens hineinversetzen. Es ist auch etwas für kleinere Kinder, also auch für Viertklässler, nicht nur für Schüler der sechsten oder siebten Klassen.«Monserat»Ich lese so etwas über den Krieg nicht so gerne, das ist halt Geschmackssache. Der eine liest so etwas gern, der andere nicht. Aber gefallen hat mir das Buch schon. Ich würde es denen weiterempfehlen, die gern wissen wollen, was früher geschehen ist. Und ich finde es ziemlich mutig von der Autorin, das zu schreiben. Da kommt doch sicher aus der Erinnerung alles wieder hoch.«angela aus: Kraft, Heike: Lehrerbegleitheft zu»eva Erben. Mich hat man vergessen«. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 1999, S. 28f. Eindrücke von 13- bis 17-jährigen Schüler/innen nach der Begegnung mit Eva Erben»Ich fand am sonderbarsten, dass das Mädchen in dem Buch die alte Frau war, die vor uns saß. Ich konnte mir das nicht richtig vorstellen. Das Buch war sehr ergreifend und ich war erleichtert, dass ich nicht die Einzige war, die fast das Heulen angefangen hätte.mich wundert, dass Eva Erben nach allem, was sie mit den Deutschen durchgemacht hat, noch immer nach Deutschland zurückkehren kann.«...»ich fand es sehr mutig von ihr, auf alle Fragen der Schüler zu antworten. Ich glaube, dass man nicht voraussehen kann, was ein Schüler im Alter von 15 oder 16 Jahren so fragt; vielleicht könnte ja ein Schüler ein sehr heikles oder sehr verletzendes Thema ansprechen. Frau Erben ist aber dieses Risiko bewusst eingegangen. Sie muss irgendwie fest auf alle Fragen vorbereitet gewesen sein.nach ihrem Vortrag war es für mich ziemlich schwer zu sprechen, weil zu viele Gedanken um ihr Schicksal kreisten. Und noch immer kann ich mir nicht vorstellen, wie Menschen so grausam zueinander sein konnten. Ich denke, wir sind alle dafür verantwortlich, dass so etwas nie mehr passiert.es ist schon ergreifend, wenn man einen Zeitzeugen vor sich hat, der über alles erzählt. Während des Vortrags habe ich oft Bilder von den Konzentrationslagern, von zum Tode verurteilten Juden oder den Güterwaggons, in denen die Menschen transportiert wurden, im Kopf gehabt und jedes Mal gedacht: Dort war diese Frau schon. Sie hat das alles miterlebt.ich fand es gut, dass sie alles erzählt hat und auf alle Fragen geantwortet hat, denn meine Großeltern zum Beispiel wollen nie über diese Zeit reden, wollen es vergessen oder weichen aus, indem sie sagen: Das haben wir nicht gewusst. Ich finde es wichtig, mit solchen Leuten zu reden, denn es dauert nicht mehr lange und wir können keinen mehr fragen.beeindruckt hat mich vor allem, dass Eva Erben diese ganzen unmenschlichen Qualen überlebt hat und dass sie, trotz dieser schrecklichen Dinge, die ihr passiert sind, noch nach Deutschland gehen kann und davon erzählen kann.«abdruck mit freundlicher Genehmigung von Cordula Kappner, ehemalige Bibliotheksleiterin in Hassfurt... 12

15 Infoblätter Infoblatt zum Nationalsozialismus i Was war eigentlich der Nationalsozialismus? Der Nationalsozialismus war eine rechtsradikale politische Bewegung, der viele Menschen in Deutschland folgten. Sie bildete sich in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Die Partei der Nationalsozialisten war die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP), ihr»führer«war Adolf Hitler. Die Nationalsozialisten, kurz»nazis«genannt, hielten sich an die Idee des Faschismus. Faschismus meint, dass der Stärkere das Recht hat, den Schwächeren zu beherrschen. Weitere Ideen der Nationalsozialisten waren die Rassenlehre und der Antisemitismus. Die (wissenschaftlich völlig unhaltbare!) Rassenlehre besagte, dass die Arier (= Angehörige der nordischen Rasse) wertvoller seien als andere Menschen. Der Antisemitismus richtete sich gegen die Juden, ihre Religion und Kultur. 2. Warum konnte Hitler so mächtig werden? Adolf Hitler wurde 1889 in Österreich geboren. Eigentlich wollte er in Wien Kunst studieren, wurde aber zweimal abgewiesen. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig als Soldat bei der deutschen Wehrmacht. Adolf Hitler war ein sehr begabter Redner. Viele Menschen waren damals arbeitslos, sie glaubten und vertrauten ihm. Die Nationalsozialisten machten sich die Not der Menschen zunutze und versprachen der deutschen Bevölkerung Arbeit, Wohlstand und Ansehen in der Welt wurde Hitlers Partei, die NSDAP, bei der Reichstagswahl stärkste politische Kraft. Hitler wurde Regierungschef (»Reichskanzler«) und bald auch Chef der Armee. Wenige Wochen später gab ihm der Reichstag das Recht, Gesetze ohne Genehmigung des Parlaments oder des Reichspräsidenten erlassen zu können. Damit war Deutschland kein demokratischer Rechtsstaat mehr, sondern eine Diktatur. 3. Warum begann Deutschland unter Hitler den Zweiten Weltkrieg? Die Nazis unter Hitler waren der Ansicht, dass die Deutschen mehr»lebensraum«bräuchten. Mit der Rassenlehre wurde begründet, dass andere Länder besetzt, ausgebeutet und unterdrückt werden sollten. Deshalb begann Deutschland 1939 einen Krieg, der bis 1945 andauerte und zum Zweiten Weltkrieg wurde. In diesem Krieg starben über 50 Millionen Menschen. Deutschland verlor diesen Krieg. Hitler beging kurz vor Ende des Krieges Selbstmord, um seiner Strafe zu entgehen Wie wurden jüdische Mitbürger verfolgt? Jüdische Mitbürger wurden seit 1933 als»fremdrassig«und»artfremd«ausgegrenzt. Sie verloren durch zahlreiche Gesetze der Nazis all ihre Rechte. Jüdische Mitbürger mussten immer einen gelben Stern auf ihrer Kleidung tragen. Sie durften am Abend ihre Häuser nicht mehr verlassen, jüdische Kinder durften nicht mehr die Schule besuchen. Während des Zweiten Weltkriegs ging der nationalsozialistische Staat dazu über, Juden nicht nur zu entrechten, sondern auch zu töten. Dafür wurden eigens»konzentrationslager«gebaut. Bis 1945, dem Ende ihrer Herrschaft, ermordeten die Nationalsozialisten mehr als 6 Millionen Juden. Nie zuvor hat es in der Geschichte der Menschheit ein Verbrechen von solchem Ausmaß gegeben. 5. Warum haben so viele Menschen bei den Ungerechtigkeiten und grausamen Verbrechen mitgemacht? In den ersten Jahren nach Hitlers»Machtübernahme«ging es vielen Menschen in wirtschaftlicher Hinsicht besser, weil die Arbeitslosigkeit abnahm und die Nazis rechtlos gewordenen Mitbürgern ihr Eigentum wegnahmen und an Deutsche weitergaben. Außerdem hatten viele Menschen Angst vor harten Strafen und Gefängnis, wenn sie sich gegen die Nazi-Regierung stellten. 6. Haben die Menschen von den Verbrechen gegen Juden und andere gewusst? Man weiß heute aus vielen Quellen: Die meisten Menschen in Deutschland konnten ziemlich genau wissen, dass die Nazis ein grausames Unrechtssystem aufgebaut hatten. Es konnte keinem verborgen bleiben, dass zahllose Menschen, Juden, Kommunisten, Sozialisten, Sinti und Roma, Homosexuelle und Behinderte, zuerst ausgegrenzt und später in Gefängnisse,»Konzentrationslager«und Vernichtungslager gebracht wurden. Die menschenverachtenden Seiten der Nazi-Herrschaft waren alltäglich vor Augen, aber die meisten Menschen wollten nichts Genaueres wissen oder hatten Angst, nachzufragen. 7. Was hat die Zeit des Nationalsozialismus mit uns heute zu tun? Sehr viel. Wir haben die Aufgabe, uns vor Augen zu führen, welch schreckliche und grausame Verbrechen im Namen des deutschen Volkes verübt wurden und wie so viele zu Tätern werden konnten. Aus diesem Wissen und dem Erinnern heraus erwächst uns die Aufgabe, nie wieder so etwas geschehen zu lassen und dort, wo Unrecht entsteht, einzugreifen. 13

16 Infoblätter i.4 Zum Weiterlesen... Bücher für Jugendliche zum Thema Faschismus, Holocaust und Drittes Reich Clara Asscher-Pinkhof: Sternkinder. Hamburg: Oetinger, Inge Auerbacher: Ich bin ein Stern. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 2. Aufl Stéphane Bruchfeld/Paul A. Levine: Erzählt es euren Kindern. Der Holocaust in Europa. München: cbt, Anne Frank. Tagebuch. Mit bisher unveröffentlichten Seiten. Bearbeitet von Otto H. Frank und Mirjam Pressler. Frankfurt: Fischer, 3. Aufl Max von der Grün: Wie war das eigentlich? Kindheit und Jugend im Dritten Reich. München: dtv, Kathy Kacer: Die Kinder aus Theresienstadt. Ravensburg: Ravensburger, 3. Aufl Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl. Ravensburg: Ravensburger, 15. Aufl Christine Nöstlinger: Maikäfer flieg. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 11. Aufl Uri Orlev: Lauf, Junge, lauf Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 3. Aufl Walther Petri (Hrsg.): Das Tagebuch des Dawid Rubinowicz. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 7. Aufl Mirjam Pressler: Ich sehne mich so. Die Lebensgeschichte der Anne Frank. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 1998/2006. Mirjam Pressler: Malka Mai. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 3. Aufl Hans Peter Richter: Damals war es Friedrich. München: dtv, Hetty E. Verolme: Wir Kinder von Bergen-Belsen. Weinheim/Basel: Beltz, Hermann Vinke: Das Dritte Reich. Eine Dokumentation mit zahlreichen Biografien und Abbildungen. Ravensburg: Ravensburger, 2. Aufl Ida Vos: Wer nicht weg ist, wird gesehn. Hamburg: Carlsen, Arnulf Zitelmann: Paule Pizolka oder Eine Flucht durch Deutschland. Weinheim/Basel: Beltz & Gelberg, 8. Aufl Weblinks für Schüler/innen und Lehrer/innen Stichwörter: Holocaust, Antisemitismus, KZ Auschwitz- Birkenau, KZ Theresienstadt, Israel, Nahostkonflikt Israel.html Medien für Lehrer/innen zum Thema Faschismus, Holocaust und Drittes Reich Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Nationalsozialismus II. Informationen zur politischen Bildung, H Bonn: BZPB, Neudruck Kinder des Holocaust sprechen. Lebensberichte. Leipzig: Reclam, 1995 (im Buchhandel vergriffen). Markus Tiedemann:»In Auschwitz wurde niemand vergast«. 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt. Mülheim: Verlag an der Ruhr, Film: Shoah, Film von Claude Lanzman, Frankreich 1985, 566 Minuten. Zweiteilige Dokumentation über die systematische Verfolgung der osteuropäischen Juden durch die Nazis. Der Film zeigt kein historisches Material, sondern die Reaktionen von Überlebenden, die bis an die Grenze des Erträglichen zu dem befragt werden, was sich auf den Transporten und in den Todesfabriken des Dritten Reiches abgespielt hat. Erhältlich in vielen Bildstellen/ Medienzentren

17 Kopiervorlagen k.1 Lesezeichen und Zeilometer Dieses Lesezeichen ist eine Hilfe dabei, einzelne Textstellen zu finden oder dich gezielt mit deinen Mitschüler/ innen über bestimmte Textstellen zu unterhalten. Lege dazu einfach das Zeilo meter an den oberen Buch rand. Die Zahlen sind dann die jeweiligen Zeilen. Natürlich kannst du dein Lesezeichen auch individuell gestalten. 15

18 k.2 Kopiervorlagen zu S »Ich war noch ein Kind«1. Welche Satzteile gehören zusammen? a) Schneide die Satzteile aus und finde die beiden passenden Teile, die einen Satz ergeben, sodass eine Inhaltsangabe für die Seiten 12 bis 14 entsteht. b) Bringe die Sätze in die richtige Reihenfolge. Wenn du alles richtig zuordnest, ergibt sich ein Lösungswort. c) Schreibe die Inhaltsangabe in dein Heft oder dein Lesetagebuch. Im Frühjahr 1939 besetzt Hitler Evas Vater entwickelt zu dieser Zeit einen neuen Kunststoff, Alle Juden tragen nun den gelben Stern auf der Kleidung, Für die Entwicklung erhält dieser tschechische Kollege einen Preis, Im Radio hören Eva und ihre Familie Der Vater beschwert sich jedoch nicht und hält in dieser schweren Zeit die Hoffnung aufrecht, Nur so dürfen sie sich Eva darf nicht mehr zur Schule gehen und wird gemeinsam mit anderen jüdischen Kindern So werden die Urheberrechte an einen tschechischen Kollegen übertragen, S G E von einer jüdischen Privatlehrerin unterrichtet. T auf der Straße zeigen. Z jedoch ist es ihm als Juden nicht erlaubt, ein Patent anzumelden. dass wieder bessere der als Nichtjude ein mit seinen Soldaten die Zeiten kommen werden. U Patent anmelden darf. B Tschechoslowakei. von neuen Gesetzen, auf dem das Wort der eigentlich Evas Vater die die Besatzer A erlassen haben.»jude«steht. N zugestanden hätte. Lösung: 2. Die jüdischen Familien in Prag mussten ab 1939 neue Gesetze befolgen. Fasse kurz zusammen, um welche Gesetze es sich handelt (S ). Tipp Hilfe Schulunterricht Judenstern Schild der Eisdiele Patent anmelden 16

19 zu S Kopiervorlagen k.3»ich erinnere mich aber noch an einen kleinen Jungen, dessen Benehmen mir ziemlich dumm vorkam. Er weinte fast ununterbrochen und verlangte von seiner Mutter Gebäck, wie er es von zu Hause gewohnt war. Da merkte ich, dass wir nun Menschen ohne Zuhause waren.»zuhause«war nur noch eine schöne Erinnerung.«(S. 15, Z ) 1.»Von nun an waren wir nur noch Nummern«Wie fühlt sich Eva Erben, als sie ihr Zuhause verlassen muss? Lies dazu Seite 15, Zeile Was verbindest du mit dem Begriff»Zuhause«? Was bedeutet für dich dein Zuhause? a) Erstelle ein Cluster, in dem du deine Gedanken sammelst. Du kannst das Cluster beliebig erweitern. Zuhause 3. b) Tausche dich mit deiner Nachbarin oder deinem Nachbarn über dein Verständnis von»zuhause«aus. Was bedeutet es für Eva, nur noch eine Nummer zu sein? Was würde es für dich bedeuten? Lege eine Tabelle an und notiere deine Gedanken.»Von nun an hatten wir keine Namen mehr, von nun an waren wir nur noch Nummern.«(S. 16, Z. 4 5) Evas Name auf der Häftlingsliste von Theresienstadt Tipp Hilfe Mögliche Grundbegriffe zu Aufgabe 2 und 3: Name Identität Eltern Geschwister Freunde mein Zimmer Schule Wärme Geborgenheit Liebe sich wohlfühlen 17

20 k.4 Kopiervorlagen zu S »Alles hier war so fremd«1. Lies die Seiten 17 bis 24 durch. a) Unterstreiche die wichtigsten Informationen im Text. b) Gliedere diesen Textauszug und versuche zu jedem Abschnitt eine Überschrift zu finden. Abschnitt Überschrift Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z. Von S., Z. bis S., Z Sprecht in der Klasse über die Überschriften. Welche erscheinen euch besonders passend? Welche weniger? In diesem Textauszug erzählt Eva Erben über ihr Leben als Kind in Theresienstadt. Schreibe eine Textzusammenfassung der Seiten 17 bis 24 in dein Heft oder Lesetagebuch. Deine Markierungen und die Überschriften aus Aufgabe 1 können dir dabei helfen. Info Textzusammenfassung Einen Text zusammenfassen heißt, die wichtigsten Informationen eines Textes in eigenen Worten aufzuschreiben. So kannst du vorgehen: Lies dir zunächst einmal den Text oder Textauszug gut durch. Danach gliederst du den Text in Sinnabschnitte die im Text vorgegebenen Absätze helfen dir dabei. Finde dann für jeden Abschnitt eine Überschrift. Unterstreiche nun die Schlüsselwörter das sind die wichtigsten Informationen in den einzelnen Abschnitten. Mithilfe der Überschriften und den Schlüsselwörtern kannst du jetzt einen kurzen Text schreiben, der das Wichtigste beinhaltet. Achte dabei auch darauf, unterschiedliche und passende Satzanfänge zu verwenden. Tipp Hilfe zu Aufgabe 1b Mögliche Überschriften: Die neue Ungebung/Die Unterbringung Die Essensausgabe/Eine karge Mahlzeit Wieder vereint/in der Dachmansarde Kinderarbeit Kindertheater/Brundibar Die Arbeit auf dem Feld Die Sache mit den Kirschen/Der Kirschenschmuggel Spinaternte Hilfe zu Aufgabe 3 Möglicher Einstieg: In Theresienstadt wohnen Eva und ihre Mutter in einer ehemaligen Kaserne 18

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