Gemeinschaftliche Wohnprojekte

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1 Gemeinschaftliche Wohnprojekte Christine Schrettenbrunner, Dipl.-Psych., wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bergischen Universität

2 Was heißt "gemeinschaftlich"? Gemeinschaft... betont den Kontakt und Austausch aller Nachbarinnen und Nachbarn bedeutet Solidarität und gegenseitige Unterstützung im vereinbarten Rahmen (bei Urlaub oder kurzzeitiger Erkrankung) zur Vermeidung von Anonymität und Vereinzelung sozialer Zusammenhalt, nicht so eng wie in der Familie oder im Freundeskreis, aber enger als in einem üblichen Mietshaus (Gemeinschaftsaktionen, Feste feiern, Hobby-Gruppen) bedeutet Offenheit und Toleranz für individuelle Unterschiede und Rücksichtnahme (z. B. Gärtner und Hundebesitzer) ähnlich wie frühere Dorfgemeinschaften, aber aus freier Entscheidung! 2

3 Wo gibt es das? 700 bestehende Wohnprojekte in Deutschland und zahlreiche Initiativen sind auf der Wohnprojektseite der Stiftung trias zu finden Die Homepage ist ein gemeinsames Wohnprojekte-Portal von - FGW e.v. (Forum Gemeinschaftliches Wohnen e.v.) - Stiftung trias - wohnbund e.v. 3

4 Welche Formen gibt es? Eigentümer-Gemeinschaften, Mieter-Gemeinschaften und gemischte Gemeinschaften - Eigentümer-Gemeinschaften (z. B. das Wohnprojekt W.I.R. auf Tremonia, die Gruppe besteht seit 1998, Neubau in neuerschlossenem Wohngebiet) - Mieter-Gemeinschaften (z. B. Lebendiges Wohnen an der Wupper in Wuppertal, 2009 bezogen, Umbau eines Wohnheimes) - gemischte Gemeinschaften (z. B. Hofhaus Mettmann, Neubau mit Mietwohnungen von 44 qm bis zum "Haus im Haus" von Eigentümern) 4

5 Häufigste Zielsetzungen Hauptziel: In Gemeinschaft wohnen mit allen Generationen, um Kontakt und Solidarität zu entwickeln, gegen Vereinzelung und Vereinsamung Weitere Ziele: - Gemeinsame Nutzung von Ressourcen schafft mehr Wohlstand für finanziell schlechter gestellte Menschen (z. B. Werkraum, Sauna) - Gemeinsame Nutzung von Ressourcen ist ökologisch sinnvoll (z. B. Car- Sharing) - Gemeinsame Nutzung des Außengeländes oder kulturelle Angebote im Gemeinschaftsraum schaffen Kontakt zur umliegenden Nachbarschaft und ein lebendiges Stadtviertel - Die Hausgemeinschaft soll das selbstbestimmte Wohnen bis zum Lebensende ermöglichen und den Umzug in eine Pflegeheim vermeiden helfen (Verbindung von ambulanter Pflege und Nachbarschaftshilfe) 5

6 Beispiel aus Untersuchung 1 84 Fragebögen in NRW-Kleinstadt Teilnehmer/innen überwiegend zwischen 50 und 70 Jahren alt überwiegend 2-Personen-Haushalte Frage: Mit wem (und wo) würden Sie am liebsten alt werden? 13 x bei meinen Kindern oder Enkeln 32 x mit Freunden oder Bekannten 48 x in einer Hausgemeinschaft 2 x in einem Seniorenheim Eine Wohnung in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt würde ich lieber 65 x... mieten 24 x kaufen 6

7 Beispiel aus Untersuchung 2 46 Fragebögen von Menschen, die sich für Wohnprojekte interessieren (34 weiblich, 12 männlich) Teilnehmer/innen zu 54 % alleinstehend 66 % wohnen zur Miete, 31 % im Wohneigentum Erhoffte Verbesserungen in einem Wohnprojekt (Mehrfachauswahl) Finanzielle Ersparnis durch die Bildung von Fahrgemeinschaften 17 Kurze Fußwege zu Bekannten statt Benutzung von Verkehrsmitteln 24 Effiziente Ausnutzung von vorhandenen Geräten 32 Finanzielle Ersparnis durch gemeinsames Einkaufen 17 Gemeinsame Nutzung von Medien 19 7

8 Beispiel aus Untersuchung 3 21 Fragebögen von Menschen, die als Mieter in einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt wohnen Teilnehmer/innen überwiegend alleinstehend zwischen 56 und 77 Jahren alt Erlebte soziale Verbesserungen miteinander essen, miteinander Geburtstag feiern gemeinsames musizieren und spielen und Rad fahren mitmenschliches Zusammenwachsen, Humor, neue Herausforderungen unkomplizierte Alltagskontakte. Kontakte und Gesprächspartner bei Bedarf nicht ausschließlich auf die Tochter angewiesen von anderen lernen gemeinsame Unternehmungen 8

9 Back up 9

10 Bevölkerungsgruppen mit spezifischen Bedürfnissen Nach Lebensalter Nach Eigenschaften alte Menschen (hier 60 bis 100 Jahre) (Demografiebeauftragte, Seniorenvertretung) Menschen im Erwerbsalter - Frauen (Gleichstellungsstelle) - Arbeitslose - Einwanderer (Migrationsbeauftragte) - Behinderte (VdK) -Kinder und Jugendliche (Jugendamt, Kinderschutzbund) 10

11 Die Bevölkerungsgruppe ohne spezifische Bedürfnisse erwerbstätige, deutschstämmige Männer in jungen oder mittleren Jahren - die "Normal"- Bevölkerung 11

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