Bericht zur Evaluation - Modulsystem 2010: SchülerInnen 6./7. Klassen

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1 Bericht zur Evaluation - Modulsystem 2010: SchülerInnen 6./7. Klassen Einleitend Nachdem es im Schulbetrieb des E. Fried Realgymnasiums einige nicht alltägliche Ereignisse gegeben hatte, die einen großen Teil der Energie und Aufmerksamkeit forderten (Generalsanierung, Übersiedelung- und Rückkehr Ausweichgebäude, Neue Direktionsbestellung) und hauptsächlich der tägliche Unterrichtsbetrieb im Vordergrund stand, war die Evaluation der Modularen Oberstufe eine zeitlang nicht im Fokus der schulischen Aktivitäten. Was aber keinesfalls bedeutet, dass sie nicht weiter vorangetrieben wurde! Die bereits erfolgten Evaluationsmaßnahmen sollten im Schuljahr 2010/2011 im Zuge einer neuerlichen Evaluation überprüft werden, nun erstmals als Online-Erhebung, was eine entsprechende Logistik, Methodik und Schulung verlangte. Vorweg Tendenziell lässt sich behaupten, dass seit der ersten Evaluation (von LSI Blüml initiierte Oberstufenerhebung Schuljahr 2003/2004; s.a. Evaluation 2005) die kontinuierliche Zufriedenheit der OberstufenschülerInnen mit der Schule (E. Fried Realgymnasium) steigt. Dies lässt sich aus den in den Untersuchungen identen Fragenkomplexen ( würde wieder AHS ; bzw. wieder Glassergasse resp. Modulsystem wählen ) erschließen Weiters scheint das MOST-System, bei allen untersuchten Jahrgängen eine hohe Akzeptanz aufzuweisen, dies unter dezidierter gehäufter Nennung der wesentlichen standortortinternen und übergreifenden Ziele der Modularen Oberstufe (Eigenverantwortung, Vertiefungsmöglichkeit, Interessen, Aufsteigen im Klassenverband). Methodisches/Eckdaten Im November 2010 wurde eine erneute Evaluation auf Schülerseite durchgeführt. Diese Befragung ist als Folgeuntersuchung zu bereits durchgeführten Erhebungen (Vor-Most / 2005) zu sehen. Diese ist als Kombination zwischen summativer (siehe Zielreflexion unten) und formativer (bereits ergriffene Maßnahmen bzw. siehe Konsequenzen ) Evaluation zu sehen. Erstmals wurde auf eine Online-gestützte Erhebung zurückgegriffen ( Questionaire ). Wie schon bei den vorhergehenden Erhebungen wurde eine Kombination einer 4-stufigen Skalierungsmethode (Osgood) mit offenen Fragen eingesetzt. Die Befragung erfolgte anonym und klassengetrennt. Es wurden 42 SchülerInnen der sechsten und 39 SchülerInnen der siebenten Klassen befragt. Auf eine Aufschlüsselung der Ergebnisse nach Geschlechtern wurde aus technischen Gründen verzichtet. Die Erhebung wurde einerseits mit mehreren LehrerInnen optimiert und getestet und andererseits mit ausgewählten SchülerInnen (Schülervertretung) abgestimmt und vorgetestet. Ergebnisse im Detail Insgesamt sind die Daten stärker im positiven Bereich als in den vergangen Untersuchungen. Die Problemstellen waren ähnlicher Natur, allerdings nicht mehr so eindeutig identifizierbar. Eine gewisse Unaufgeregtheit im Umgang mit der Modularen Oberstufen kann aus den Daten

2 (Zahlen) herausgelesen werden, was sich auch in verschiedenen offenen Fragen niederschlägt (z.b.: Relativierung von genannten Nachteilen durch Fehler in der Stundenplanerstellung). Es kann auch behauptet werden, dass für die SchülerInnen die MOST den Normalzustand darstellt und es wenig Interesse (mangels konkreter Vergleichsmöglichkeiten) am Regelschulsystem der Oberstufe gibt. Die Modulare Oberstufe an sich wird praktisch gar nicht mehr in Frage gestellt. Die Parameter noch einmal AHS wählen bzw. noch einmal MOST wählen schneiden diesmal noch besser ab als dies bereits bei vergangenen Evaluationen der Fall war. Die SchülerInnen nehmen eine subjektiv und objektiv höhere Belastung (selbstständiges Wählen, eigenverantwortliche Zeiteinteilung, Semestergliederung) zugunsten der subjektiven und objektiven Vorteile des Systems (siehe Ziele) im Großen und Ganzen gerne in Kauf! Das System Modulare Oberstufe am E. Fried Realgymnasium Glasergasse, kann nach einem Anpassungs- und Optimierungsprozess aus SchülerInnensicht als gewählte Normalität, die kaum mehr hinterfragenswert erscheint angesehen werden. D.h. mit anderen Worten, dass sie zu einem Regelsystem analog zum herkömmlichen Oberstufensystem, welches ebenso wenig hinterfragt wird, geworden ist. Wie bereits oben angeführt, wären Daten aus dem Regelschulwesen zu Vergleichszwecken interessant, bzw. würden diese erst eine Einordnung der an den Modularen Schulen erhobenen Daten erlauben. Vergleich 2004 bis 2010 Anfangs seien kommentierte Auszüge (kursiv) eines alten Evaluationsberichts vorangestellt: Tendenziell lässt sich jedoch feststellen, dass vermehrter Nachmittagsunterricht als Belastung, die freie Stundenplangestaltung desselben jedoch als äußerst positiv gesehen wird! Vor allem das Gefühl der gestiegenen Eigenverantwortung wird von SchülerInnen als großer Vorteil gesehen. Diese Tendenz trat in der erneuten Befragung noch deutlicher zu Tage Leider scheint es immer noch nicht gelungen zu sein, Fehlinterpretationen auszuräumen: So z.b. exemplarisch unter SchülerInnen: - in der Modularen Oberstufe gibt es mehr Stunden als im herkömmlichen System - die 5-Tage Woche wurde wegen der modularen Oberstufe eingeführt Diese Felder wurden erfreulicherweise praktisch überhaupt nicht mehr thematisiert bzw. angesprochen, was am zeitlichen Abstand zur Einführung der 5-Tage-Woche liegen könnte! Wie auch schon bei der letzten Erhebung trat eine seltsame Diskrepanz zu Tage (s.u.): Einerseits erreicht die Frage nach dem subjektiven Auskennen relativ hohe positive Werte (allerdings nicht durch die offenen Fragen gestützt!), andererseits wird das Informationsangebot nicht so gut bewertet. Dies, obwohl es zahlreiche diesbezügliche Maßnahmen der Schule gegeben hat. Zum generellen Vergleich lässt sich noch bemerken, dass sich aus dem Zahlenmaterial mögliche Ursachen für die Vergleichsergebnisse nicht erschließen lassen. Was als wahrscheinlich anzunehmen ist, ist der Umstand, dass die erste Befragung in einem heruntergekommenen Gebäude, in das von keiner Seite mehr viel investiert wurde, vorgenommen wurde, was sich insgesamt negativ auf die Befindlichkeit und Zufriedenheit aller am Schulgeschehen Beteiligter, auswirkte.

3 Die Folgebefragung fand in einer sprichwörtlichen und tatsächlichen Umbruchzeit statt, da die Neueinführung des Modulsystems in einem Ausweichquartier weiter vollzogen wurde. Dieses Auseichquartier hatte zwar einige Annehmlichkeiten, doch auch viele Nachteile und vor allem ermöglichte es eines nicht: eine Heimstätte und Identifikationsstätte für das E. Fried Realgymnasium zu sein. Gerade die SchülerInnen erlebten vermeintliche Vor- und Nachteile hautnah. Dies sind alles mögliche externe Faktoren und potentielle Störvariablen die die Erhebungen beeinflusst haben könnten. Andererseits ist bei der Evaluation 2010 zu bedenken, dass es ein relativ neues Stammgebäude gibt, eine neue Direktion bestellt wurde und somit mögliche alte Feindbilder mit Blitzableiterfunktion abgeschafft und neue noch nicht aufgebaut wurden. Aus den Vergleichsdaten kann jedenfalls der Schluss gezogen werden, dass die Modulare Oberstufe am Erich Fried Realgymnasium gut funktioniert und zu einer Normalität geworden ist. Was auch immer die Ursachen sein mögen, die Arbeit der LehrerInnen und der Schulentwicklungsteams wird ihren Teil dazu beigetragen haben. Alleine die Tatsache, dass es so ist, ist erfreulich, darf aber keineswegs als Ruhepolster benutzt werden. 6. Klassen/7. Klassen Vergleich Beim Vergleich zwischen den beiden Jahrgängen traten wie schon in der vergangenen Untersuchung kaum nennenswerte Unterschiede auf, wobei sich die Jahrgänge nunmehr in ihren Antworttendenzen noch mehr anzugleichen scheinen. Einzig beim schon öfter genannten Bereich Information über Modulares System zeigt sich, dass die 7. Klassen mit 2,5 gegenüber 2,1 bei den 6. Klassen sich vom Mittelwert her doch deutlich unterscheiden. Dies könnte damit zusammenhängen, dass sich in den 7. Klassen schon mehr negative Module angehäuft haben und dass insgesamt auch im Hinblick auf die Reifeprüfung ein Mehr an Fragen auftaucht. Während umgekehrt der Bereich des subjektiven Auskennens bei den 7. Klassen um 0,1 Punkte (6. Kl: 1,7 / 7.Kl: 1,6) besser bewertet wird. Hier ergibt sich eine widersprüchliche Situation einerseits und ein Paradoxon andererseits. Erklärbar und nachvollziehbar ist ein besseres subjektives Auskennen mit MOST der 7. Klassen, dies geht aber einher mit einem stärkeren Klagen über die Informationsmöglichkeiten. Möglicherweise fällt dieses Ergebnis mit dem Umstand zusammen, dass klassischerweise (herkömmliches System) die DropOut-Quote in der 7. Klasse am höchsten ist, bzw. Mostspezifisch, dass sich hier ein hoher Prozentsatz von negativen Modulen angehäuft hat und dies teilweise auch extern attribuiert wird. Die Frage nach: Mehr Interesse an Inhalten ist insgesamt erfreulich, bei den 7. Klassen aber noch ein wenig besser. Kurzer Vormittags-Unterricht und wenig störend beim Nachmittagsunterricht (5 Stunden, dann typenbildende bzw. Wahlmodule) wurde praktisch ident sehr positiv angeführt. Die Frage, ob noch einmal eine AHS besucht werden würde, ist beiden Jahrgängen sehr positiv, wobei sich die 7. Klassen eindeutiger für die AHS, aber nicht so eindeutig für das Modulare System aussprechen würden, wie die vergleichbaren 6. Klassen.

4 Auffällige Daten: Wie schon bei der letzten Befragung zeigte es sich auch diesmal, dass eine seltsame Diskrepanz zwischen den Items: Informationen über Most (HP etc.) - was eher nicht so gut bewertet wurde und Ich kenne mich in Most aus (nämlicher Bereich schneidet erstaunlich gut ab) besteht. Dieses Ergebnis war schon einmal so vorhanden. Die Interpretation damals lautete, dass das Neue System naturgemäß verwirrend wäre und sich auch die L. noch nicht so gut auskennen, aber andererseits sich auch viele gar nicht eingestehen wollen, dass sie sich eventuell nicht so gut auskennen oder sich selbst nicht informiert haben. (Interessant hiezu ist zu erwähnen, dass eine ähnliche Tendenz bei der letzen LehrerInnenevaluation festzustellen war). Nach der ersten Modul-Evaluation wurden verstärkt Maßnahmen gesetzt, um das vermeintliche oder tatsächliche Informationsdefizit zu verändern. Viele dieser Maßnahmen (Info-Nachmittage, Modul-Vorinfotag, Detaillierte Wahlmodulinformationen auf Webseiten) wurden aber wieder eingestellt, da der tatsächliche Aufwand mit der Nutzungsfrequenz seitens der SchülerInnen in keinerlei Relation stand. Möglicherweise gesteht man es (sich) nicht ein, dass man sich nicht so gut auskennt und schiebt dies dann auf mangelnde Information. Ein entscheidender Faktor ist wahrscheinlich auch, dass es eine Handvoll LehrerInnen gibt, die sich wirklich gut mit dem modularen System auskennt. Hier könnte die Einführung des sog. Dachmodells der modularen Oberstufe langfristig eine Verbesserung der Kenntnisse mit sich bringen. Weiters könnte dieser Fragenkomplex noch Gegenstand vertiefender Analysen werden (siehe Konsequenzen). Der Zeitpunkt der Befragung dürfte sich bei den offenen Fragen auf die relativ häufige Negativnennung der Semesterteilung (Semesternote = Endnote) ausgewirkt haben. Gerade zur Erhebungszeit wird der Druck des ersten Semesters spürbar, da es bereits um den Endspurt für die Endnote mit entsprechenden Frühwarnungen handelt. Die SchülerInnen müssen nunmehr kontinuierlich Leistungen erbringen und können sich nicht mehr auf nur ein Semester konzentrieren ( Wintersportler/Sommersportler ). Dies wird von einigen als gesteigerter Leistungsdruck mit einhergehender höherer Belastung empfunden. Viele SchülerInnen geben den (vermehrten) Nachmittagsunterricht bei den offenen Fragen als große Belastung an. Dies überrascht insofern, da das Zahlenmaterial der entsprechenden Skalierungsfrage eigentlich das Gegenteil vermuten ließe. Ein weiterer häufig genannter Punkt an negativen Auswirkungen ist, dass für SchülerInnen interessante Module häufig parallel stattfinden oder schnell überbucht sind. Dem wird versucht mit laufenden Maßnahmen (Teilen von Modulen, Wiederholtes Anbieten) entgegenzuwirken. Zielreflexion Als eindeutig positiv zeigte sich in der Auswertung sowohl der Skalierungsfragen als auch der offenen Fragen, der Umstand, dass die Ziele der Modularen Oberstufe von SchülerInnenseite her gesehen als erreicht angesehen werden können. Die Ziele der Modularen Oberstufe sind exemplarisch: - mehr individuelle Schwerpunktsetzung für SchülerInnen - Vermeiden des Wiederholens bereits positiv absolvierter Module - mehr Wahlfreiheit durch Wahlmodul-Pool Die Erreichung der Ziele kann aus den offenen Fragen abgeleitet werden.

5 Konsequenzen und weiterführende Evaluationen Es könnte versucht werden, Kontaktpersonen für MOST-Belange gezielt zu nennen und sichtbar zu machen, z.b. durch Affichieren in den betreffenden Klassen. Sonst sollte bezüglich des tatsächlichen oder scheinbaren Informationsdefizites kein verstärktes Angebot, erfolgen, da die zu erwartende Resonanz in keiner Relation zum Aufwand stehen würde. Im Jahr 2011 sollte eine weitere LehrerInnenbefragung erfolgen, die an die bereits durchgeführte anknüpft und Items zu den Zielen der Modularen Oberstufe und der Zufriedenheit mit (der Organisation) der MOST beinhalten sollte. Mittelfristig wird eine Elternbefragung angestrebt, wobei die Planungen dafür schon vorgenommen werden und demnächst diesbezüglich mit ElternvertreterInnen Kontakt aufgenommen wird. Langfristig sollte eine AbsolventInnenbefragung durchgeführt werden. Resumé Die Umsetzung und Implementierung der modularen Oberstufe am E. Fried Realgymnasium scheint im Laufe der Jahre, zumindest aus SchülerInnensicht, sehr gut gelungen zu sein. Dies lässt sich aus den Evaluationsergebnissen erschließen, aber auch weitere Faktoren, wie z.b. in Hinblick auf eine Studierfähigkeit ( Umgang mit Bedingungen im Studium ), was ein wesentliches Ziel der Modularen Oberstufe darstellt, scheinen durch die MOST auf jeden Fall gut vorbereitet worden zu sein. Dies auch, obwohl manches (Bologna Prozess, Eingangsvoraussetzungen) bei Planung und Einführung noch gar nicht absehbar war. Jedenfalls sind durch die MOST Strukturen vorhanden, die eine schnelle Reaktion auf diese und andere Herausforderungen (Neue Reifeprüfung etc.) ermöglichen. Letztere Punkte waren zwar nicht Bestandteil der aktuellen Evaluation, sind aber evident. Evaluation und Veränderungen neben der vollzogenen Erhebung 6./7. Klassen: Eine laufende Anpassung und Optimierung des Systems der MOST lässt sich am Maßnahmenkatalog nachvollziehen. Aktuell wurde versuchsweise der Modus des Eintragens von Wahlmodulen durch die LehrerInnen in ein entsprechendes Raster verändert. Die Zustimmung seitens des Lehrkörpers ist, ausgehend von einem sehr hohem Niveau (die 70%-Hürde wurde immer schon ohne Schwierigkeiten überschritten) ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen! Letztendlich gab es kaum eine Diskussion bei der Einführung bzw. Übernahme des Dachmodells, das wiederum Garant für nochmals erhöhte Rechtssicherheit und mehrjährigen Entfall jährlicher Abstimmungen bedeutet. Die hohe Zustimmung und die kurze Diskussionsphase über das Dachmodell ist wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass sich große Teile des E. Fried-Modulsystems im Dachmodell wieder fanden und somit kaum Modifikationen notwendig waren. Es kann auch behauptet werden, dass die Vorteile, die die MOST mit sich bringt, vor allem auch struktureller Natur sind und dem Lehrkörper ersichtlich, da sich damit arbeitsfähige und flexible Gerüste etabliert haben, die es ermöglichen effizient auf Gegebenheiten zu reagieren. Dies trifft insbesondere auf Bereiche zu, die nicht immer antizipierbar sind. Ein weiterer Beleg für eine generelle Akzeptanz der Modularen Oberstufe sind kontinuierlich steigende SchülerInnenzahlen. Wobei sich hier die Effekte unter erschwerten Bedingungen

6 (Ausweichquartier der Schule, Übersiedelung, Direktionswechsel) mit positiven Anreizen (Neues Gebäude, Aufbruch) aufwiegen könnten und ein gewisser Effekt der gelungenen Modularen Oberstufe zuzurechnen sein könnte. Für Durchführung und Bericht ( ) Mag. Peter Höfner, Mag. Harald Schwarz, MA

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